Eintrag · Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)
heissen
heissen
- ›einen (Eigen-)Namen haben, tragen (zur Identifikation); genannt werden‹; fließender Übergang zu 3.
- ›einer Person / einer Sache einen Namen geben; jn. / etw. (be)nennen‹; fließender Übergang zu 4.
- ›(als etw.) bezeichnet / charakterisiert werden; eine bestimmte (charakterisierende) Bezeichnung tragen‹; anschließbar an 1; im Unterschied dazu jedoch nicht auf einen Eigennamen bezogen.
- ›jn. / etw. als etw. bezeichnen, charakterisieren; jn. mit einer bestimmten Bezeichnung ansprechen‹; selten refl.; mit negativer Konnotation: ›jn. als etw. beschimpfen‹; anschließbar an 2.
- ›(jn.) veranlassen, etw. zu tun, jn. etw. tun lassen‹; speziell: ›(jm.) etw. anordnen, befehlen; etw. von jm. fordern, verlangen‹; seltener in abgeschwächter Form: ›jn. um etw. bitten, von jm. etw. be
- ›jn. an einen Ort (meist zum Standort des Sprechers) bestellen, laden, schicken‹.
- ›(jm.) etw. versprechen, verheißen‹.
- ›etw. bedeuten, meinen, darstellen; etw. (z. B. einer Äußerung in einer anderen Sprache) entsprechen‹; fließender Übergang zu 9; eine eindeutige Trennung beider Bedeutungsvarianten ist oft nicht mögli
- ›etw. sein (im Sinne einer Identität zweier Größen)‹; speziell auch: ›als etw. definiert sein‹; mit Verschiebung der Bezugsgröße: ›etw. als etw. definieren, bestimmen‹.
- ›etw. für etw. halten, gebrauchen‹.
- ›lauten; einen bestimmten Wortlaut haben‹.
- ›gesagt werden; geschrieben stehen‹.
- ›jn. e. S. beschuldigen‹; meist in der Wendung jn. lügen heissen: ›jn. einer Lüge bezichtigen‹; anschließbar an 4.
- in der Wendung jn. (got) wilkommen sein heissen: ›jn. begrüßen‹; anschließbar an 4.
Etymologie: zu mhd.