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Heißen

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Campe
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Heißen trs, ntr

Bd. 2, Sp. 608a
Heißen, v. unregelm. ich heiße, du heißest, er heißt; unl. verg. Z. ich hieß; Mittelw. d. verg. Z. geheißen; Befehlw. heiß. I) trs. 1) Mit einem eigenthümlichen Namen belegen, dabei rufen und damit anreden, so viel als nennen; mit dem vierten Falle der Person und der Sache. »Deß Namen sollt du Jesus heißen.« Matth. 1, 21. † Sich heißen, sich nennen, genannt werden. »Ih heiße mich Orest.« Schlegel. I engerer Bedeutung, eine Eigenschaft beilegen und nach derselben benennen und anreden. Einen seinen Freund heißen. Sie heißen alles Feinde und Empörer was nicht mit ihnen ist. Den einen Du den andern Er heißen, den einen mit Du, den an andern mit Er anreden. »Mache, daß ich dich bald Braut heißen kann.« Gellert. Einen willkommen heißen, willkommen zu ihm sagen, ihm äußern, daß man ihn gern kommen sehe. Х Einen kurz und lang heißen, ihm allerlei Schimpfnamen geben; wofür man in Römhild auch nur sagt einen heißen. Etwas gut heißen, sagen, oder erklären, daß es gut sei, daß man damit zufrieden sei, es billige  I O. D. sagt man auch übel heißen für mißbilligen. Uneigentlich gebraucht man es auch im gemeinen Leben eine Verwunderung über etwas, das in hohem Grade Statt findet, auszudrucken, in welchem Falle man sich aber nur der ersten und dritten Person in der Einzahl der gegenwärtigen Zeit bedient. Das heiß' oder, das heißt ich schlafen, laufen, aufschneiden , das verdient doch noch den Namen schlafen  Er seufzte gar zu schön, und kurz, das heiß ich lieben. Wieland. Die leidentliche Form ist in dieser ganzen Bedeutung wenig gebräuchlich. 2) Х Mündlich seinen Willen zu erkennen geben und verlangen, daß etwas geschehen soll, ein milderer Ausdruck für befehlen, in welcher Bedeutung es am richtigsten so wie befehlen mit dem dritten Falle der Person und dem vierten Falle der Sache verbunden wird. Einem etwas thun heißen. »Der Herr hat's ihm geheißen.« 2 Sam. 16, 10. »Der Herr hieß ihm verkaufen sein Weib.« Matth. 18, 28. Mir wurde es so geheißen. Doch ist die Verbindung mit dem vierten Falle der Person auch nicht selten. »Höre was ich dich heiße.« 1 Mos. 27, 8. »Wer heißt dich solche Sachen?« Gellert. — und hieß die Herolde jetzo Wein nachmischen im Krug'. — Voß. Oft wird die Sache, welche geheißen wird, durch ein Aussagewort ausgedruckt, welches dann in der unbestimmten Form ohne zu stehet. Einen gehen, kommen  heißen. »Daselbst hießen uns singen, die uns gefangen hielten.« Ps. 137, 3. »Die Hauptleute hießen sie stäupen,« befahlen, daß sie gestäupt würden. Apostelg. 16, 22. ein wegen des leichtmöglichen Mißverstandes zu vermeidender und auch nicht üblicher Gebrauch. I den zusammengesetzten Zeiten pflegt dann die Vorsetzsilbe ge weggelassen zu werden. »Habe ich doch den Narren nicht kommen heißen.« Lessing. II) ntr. mit haben, genannt werden, zum Namen haben, wo der Name oder was an dessen Stelle steht, in den ersten Fall gesetzt wird. Ih heiße Ernst. Wie heißt er doch? »Was Weisheit ist und heißt.« Opiz. Wie heißt das auf Deutsch? Euch heißt der Wein der Unart Zunder, Hagedorn; d. h. bei euch heißt er so, oder ihr nennt ihn so. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung, bedeuten. Decke heißt überhaupt alles, womit man etwas bedecket. »Ein Kunstwerk ist desto schöner, je vollkommener es ist, das heißt, je mehr Theile es hat, und je mehr alle diese Theile zum Zwecke beitragen.« Sulzer. Dieser Gebrauch, wo heißen einer Erklärung oder nähern Bestimmung vorangeht, ist sehr häufig, und gewöhnlich wird, das heißt, dann nur durch die beiden Buchstaben d. h. der Kürze wegen ausgedruckt. Was soll das heißen? was soll das bedeuten, was wollen Sie damit sagen, warum geschieht das? Was soll das heißen, daß er nicht kömmt? Х Das will wenig heißen, hat wenig zu bedeuten, hat nichts auf sich, ist nicht wichtig, nicht von Folgen. Zuweilen wird zu dem Aussageworte, welches die Sache benennt, noch das Wörtchen zu gesetzt, welches aber überflüssig ist. Er soll wol fühlen, was das heißt, mich zu beleidigen, zu beschimpfen, was es zu sagen hat, was es auf sich hat. Oft steht heißen für sein, wenn man den darauf folgenden Satz mit dem vorhergehenden gleichbedeutend bezeichnen will, welcher Gebrauch besonders häufig bei Bergleichen und Bildern Statt findet. »Seinen Verstand nicht zum eignen Nachsinnen gewöhnen, heißt, sein Eigenthum verlassen, um betteln zu können.« Gellert. Nicht böse sein, heißt noch nicht gut sein. Einen Menschen nicht hassen, heißt noch nicht ihn lieben. Zuletzt dient es auch noch, seine Verwunderung über eine Sache auszudrucken. Das heißt eine Liebe, das verdient doch noch den Namen der Liebe. Das heißt geschlafen, gelaufen, geschrien  I allen diesen Fällen wird der Ton auf das Wort das gelegt. III) imp. gesagt werden. Es heißt, es wird gesagt, man sagt. Es heißt, sie sei gestorben. Es hat schon lange so geheißen, man hat es schon lange gesagt  Wenn es erst heißen wird: morgen gehet die Reise fort, d. h. wenn man erst wird sagen können, morgen  Х Es heißt für gewiß, O. D. man versichert. — Das Heißen. Die Heißung, ungewöhnlich, außer in dem zusammengesetzten Verheißung.
5092 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Heißen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Heißen , verb. irreg. ich heiße, du heißest, er heißt; Imperf. ich hieß; Mittelw. geheißen; Imper. heiß. es ist in doppe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    heißen

    Goethe-Wörterbuch

    heißen auch -s(s)-; rund 1300 Belege, die relativ meisten in E A jdm sagen, daß er etw Bestimmtes tun soll; trans, gewöh…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Heißen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Heißen ( hissen ), etwas mit einem Tau oder mit einem Flaschenzug ( Talje ) hochziehen, wie z. B. schwere Lasten, Boote,…

  4. modern
    Dialekt
    heissen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    heisse n [haisə Su. Dü. Dessenh. ; hèisə M. ; hǽsə Barr ; hæisə K. Z. Betschd. ; hásə Bühl ; hǽə Lohr Lorenzen Wh. ] 1.…

  5. Sprichwörter
    Heissen

    Wander (Sprichwörter)

    Heissen 1. Dat sall wol wat heeschen, sädd' et Niklöschen, do feel et mit der Röp (Eier) den Hartberg heraf. ( Rheinl. )…

  6. Spezial
    heißen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    hei|ßen (hieß, geheißen) I vb.intr. 1 (den Namen tragen) avëi inom, se tlamé 2 (lauten) dí (dij, dit) 3 (bedeuten) signi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heissen

16 Bildungen · 1 Erstglied · 13 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von heissen 2 Komponenten

heis+sen

heissen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

heissen‑ als Erstglied (1 von 1)

heissen II

RhWB

heissen II -eis- Rheinschiff schw.: hissen.

heissen als Zweitglied (13 von 13)

Ausscheissen

Wander

aus·scheissen

Ausscheissen Das hab' ich längst wieder ausgeschissen. ( Nürtingen. ) D.h. lange wieder vergessen.

bescheißen

Pfeifer_etym

scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten…

e(n)theissen

Idiotikon

e(n)theissen Band 2, Spalte 1685 e(n)theissen 2,1685

Einscheissen

Wander

ein·scheissen

Einscheissen Ich choa baion aig'schissa. ( Oesterr.-Schles. ) – Peter, 446. Ich habe seine Gunst verloren.

Geheißen

Campe

gehei·s·sen

✱ Geheißen , v. trs . u. intrs . unregelm. ( s. Heißen ), für verheißen versprechen, geloben. »Das geheiße ich dir bei der Hand.« Michaeler.…

gutheißen

Pfeifer_etym

gut·heissen

gut Adj., ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. go…

Herscheissen

Wander

her·scheissen

Herscheissen Schuit hêr, ick löchte dir. ( Sauerland. ) Du wirst was ausrichten! Ironisch, verächtlich.

Hinscheissen

Wander

hin·scheissen

Hinscheissen Wo ich hingeschissen habe, hat er noch nicht hingerochen. – Frischbier 2 , 1619.

scheißen

Pfeifer_etym

schei·s·sen

scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten…

Ungeheißen

Adelung

ung·e·heissen

Ungeheißen , adj. & adv. nicht geheißen, durch kein Geheiß befohlen. Ein ungeheißenes Betragen. Noch mehr, als ein Nebenwort. Etwas ungeheiß…

verheißen

Pfeifer_etym

ver·heissen

heißen Vb. ‘genannt werden, den Namen haben, nennen, gebieten, einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’. Das ehemals reduplizierende Verb ahd.…

verscheißen

Pfeifer_etym

ver·scheissen

scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten…

Ableitungen von heissen (2 von 2)

Geheißen

Campe

✱ Geheißen , v. trs . u. intrs . unregelm. ( s. Heißen ), für verheißen versprechen, geloben. »Das geheiße ich dir bei der Hand.« Michaeler.…

verheißen

Pfeifer_etym

heißen Vb. ‘genannt werden, den Namen haben, nennen, gebieten, einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’. Das ehemals reduplizierende Verb ahd.…