lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

gewölbe

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 10 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
89
Verweise raus
122

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gewölbe

Bd. 7, Sp. 6644
gewölbe (ursprünglich gewelbe s. sp. 6654f.), n., in seiner sippe die erfolgreichste bildung, die auch die verbalformen (s.wölben, gewölben, gewölbt) in der vielseitigkeit der verwendungen weit übertrifft. II. abstammung und abgrenzungen, statistik, formen. I@11) das bauwesen, das unseren sprachschatz naturgemäsz weit über die für den wohn- und nutzbau gezogenen grenzen hinaus beeinfluszt und bereichert, hat hier die errungenschaften und anregungen einer fremden cultur in den bedeutungsgehalt einer urwüchsigen wortsippe hereingetragen und damit namentlich das substantiv aus seinem natürlichen kreise herausgehoben. I@1@aa) es ist der römische steinbau in seinem gegensatz zum holzbau, und im besondern die römische camera, die unser substantiv, namentlich in den formen, in denen es sich gegen das verbum abgrenzt, entwickelt haben. I@1@a@aα) die stammverwandten bildungen, die die althochdeutsche periode (s. Graff 1, 845) auszerhalb dieser engeren parallele belegen läszt, sind entweder kurzlebig oder sie sind auf verwendungen beschränkt geblieben, die den zusammenhang mit unserer form gelöst haben: das verbum (walbon), das subst. (walbi, volubilitas) ist je einmal bei Notker belegt, und zwar in allgemeinster bedeutung. ebendort ist andererseits der erfolgreichen adjectivbildung sinwel die zusammengehörigkeit mit unserer sippe gewahrt, vgl sinwelbi, globosus, sinwelbi, globus ebenda. bedeutsamer für unseren zusammenhang ist eine andere substantivbildung, die auch mittelhochdeutsch und in mundarten noch verwendungen festhält, die auf ein biegen zurückgehen: walbo, imbrex Graff a. a. o., walbe mhd. wb. 3, 664b; vgl. der walben (der walm), die einbiegung des daches schief herab an der giebelseite Schmeller 22, 894; vgl. walmstein, walmziegel, walbensimpsen ebenda; vgl. walfen, walben, walm Birlinger 425; auch dieses also ein bauausdruck, der bereits eine weit vorgeschrittene stufe der bedeutungsentwicklung aufdeckt, ohne jedoch die allgemeinere grundbedeutung ganz zu verbergen. aus der gleichen wurzel gehen auch in anderer richtung ansätze, wo nur die form einer biegung zuständig ist (vgl. mhd. verb. 3, 665a), so auch in der kleidung, am schuh: gezieret was mit vollen der vordere walbe. Servatius 489. I@1@a@bβ) noch weiter greifen die bildungen aus, die die verwandten dialekte zu unserer sippe belegen lassen, wobei neben den substantivbildungen auch verbalformen zur geltung kommen: anord. part. holfinn 'gewölbt', 'bogenförmig', hvelfa 'wölben' Falk und Torp 442 u. a.; der Heliand beschränkt seinen antheil an dieser sippe ganz auf die verbalform, deren abgeleiteter bedeutung im vorliegenden einzigen belege unschwer der begriff des wölbens zu grunde gelegt werden kann: ni skal nêoman lioht the it haBad, liudiun dernean, te hardo bihwelBean, ak he it hôho skal an seli settean, that thea gesehan mugin alla gilîko 1406 (Monacensis; Cottonianus: bihullean); der Beowulf andererseits macht von der substantivbildung gebrauch, die er zweimal in einer verbindung anführt, wie sie unter den bildlichen verwendungen von gewölbe (s. himelsgewölbe) später stehend wird: nô ic on niht gefrägn under heofones gehwealfheardran feohtan. Beowulf 576; genau so 2016. das gegenstück hierzu bildet das gothische hvilftri: duatgaggands attaitok hvilftrjom Ulfilas Lucas 7, 14 (trat hinzu und rret den sarck an Luther); auch hier braucht die erklärung nur an das altsächsische bihwelbean anzuknüpfen und findet dann in den späteren verwendungen von gewölbe für den deckel einer kiste (s. u.) analogien, ohne an die composita grabgewölbe, gruftgewölbe erinnern zu müssen. I@1@a@gγ) in diesem kreis von bildungen und von bedeutungen, die so weit vom ausgangspunkte weg streben, tritt nun erst zu ausgang der althochdeutschen periode die ableitung ans licht, die unter den deutschen substantivformen den sieg davon tragen sollte: testudo gewelbe vel dwêrchsite ... giwelbi Wiener, Münchener, Trierer, Einsiedelner glossen des 12. jahrh. zu Heinrici suMarium s. Steinmeyer-Sievers 3, 129; camera, gewelbe, absida vel arcus Florentiner codex zum selben Steinmeyer-Sievers 3, 296; da die bildung so spät zum vorschein kommt, so läszt sie sich wohl als verbalsubstantiv von dem erst in mittelhochdeutscher zeit entwickelten verbum ableiten und dem älteren einfachen substantiv gegenüberstellen, das mit mit so mannigfachen formen angezogen war und das sich im volksthümlichen sprachgebrauch mit durchaus verschiedener bedeutung bis auf heute behauptet hat (vgl. auch walmgewölbe s. u.). der grundbedeutung wie der form nach (auch im deutschen ursprünglich guttural vor dem w) stimmt die sippe zum griech. κολπος, und wenn Grillparzer dichtet: sie gosz in den gewölbten busen die zarte jungfräuliche scham. 115, 32; so hat er nur den ältesten zusammenhang wieder aufgedeckt, in den unsere sippe weist. diese erwägung ist bei der groszen zahl der naturvergleiche, in die unser substantiv gezogen wird, nicht auszer acht zu lassen. I@1@a@dδ) die ältesten anhaltspunkte für unsere substantivform ziehen freilich, wie schon eingangs erwähnt, einen um so engeren rahmen. testudo, camera weisen in das bauwesen, wie es in der kirche und bei den vornehmeren unter römischem einflusz auch in Deutschland besondere formen annahm, vgl. L. v. Willmann in Luegers lex. d. gesamten technik; s. auch unten bei gewölbebau. von besonderer wichtigkeit ist aber in der zusammenstellung der beiden lateinischen termini der bedeutungsübergang, der sich am spätlateinischen camera vollzieht und der das deutsche kammer von anfang an beherrscht (vgl.kamara Graff 4, 400). an sich nur die gewölbte decke kennzeichnend (wie testudo) wird die camera zum umfassenden begriff für den ganzen raum, der von der decke umspannt wird. und mit diesem bedeutungsübergang, der sich an gewölbe in gleicher weise wiederholt, wird erst die möglichkeit zu den meisten verwendungen gegeben, die für das letztere als charakteristisch empfunden werden. sie erwachsen alle dem umstande, dasz die aus steinen gewölbte decke das gemach ganz anders nach auszen isoliert, vor feuersbrunst, kälte und hitze, raub und einbruch schützt. wie empfindlich der mangel solchen schutzes an älterer bauart empfunden wurde, zeigt eine stelle der Zimmerischen chronik: so sein aber die alten so liederlich gewest das sie keine oder doch wenig gewelber, damit sie im fahl der not sichere behaltnus hetten gehapt 2, 416; andererseits zeigt eben die wortgeschichte der kammer, wie weit an ihr vor der entwicklung des concurrenzwortes gewölbe entsprechende bedeutungsrichtungen zu belegen sind: cellam, chamara glossen zu Jesaias 39, 2 (und zeiget jnen das schatzhaus, silber und gold und specerei Luther; kamer Eggestein u. a.; gemach Eck) Steinmeyer-Sievers 1, 610; auch die mannigfachen unterbegriffe, die sich aus dem allgemeineren der vorratskammer ergeben, sind früh vertreten: tresokamara, aerarium, gazophylacium Graff 1, 402; wafanchamara, reitchamara 401; buochamera, bibliotheca, archivium, armarium, scrinium. noch in der mittelhochdeutschen dichtung hält die kammer ihren posten fest: dô si den hort behieltenin Gunthêres lant und sich diu küneginnedes alles underwant, kamere und türnesîn wurden vol getragen, man gehôrte nie daʒ wundervon guote mêre gesagen. Nibel. 1065, 3. allmählich aber drängt gerade hier das neue wort gewölbe vor, das von anfang an gern mit den inbegriff von sicherungsmitteln in verbindung gebracht ist. I@1@bb) in der mittelhochdeutschen dichtung sind es vor allem Wolfram und sein gegenspieler Gottfried, die dem gebrauch des substantivs den weg bahnen; der höhepunkt desselben liegt in der übergangszeit zum neuhochdeutschen. I@1@b@aα) gewölbe in der beschränkung auf die einzelne fläche, die überwölbende decke; vgl.: lacunar vero est testudo camerarum. testudo volgariter dicitur gewelbe ... mhd. glossen her. von Holder (z. f. d. wortforschung 5, 12). I@1@b@a@11)) in der weltlichen epik kommen zwei richtungen in betracht, die eine kennzeichnet die neue errungenschaft in ihrer mannigfachen verwendung beim burgenbau, die andere zieht sie heran, um naturwunder und zauberkünste zu kennzeichnen, für das eine ist Wolfram, für das andere Gottfried charakteristisch. I@1@b@a@1@aa)) bemerkenswerth ist in der ersten richtung eine abweichung der lesarten zum ausgang des Nibelungenkampfes: si sluogen daʒ die ringe vil verre draeten dan, unt daʒ man ort der swerte vil hôhe fliegen sach. Nibelungen 2226, 3. so liest Lachmann nach A, während B und C die wendung gebrauchen: daʒ man ort der swerte imme gewelbe stechen sach (349, 7 Zarncke), die dem Nibelungensaale gegen alle voraussetzung eine gewölbte decke zuspricht. an solche aber denkt Wolfram: uf durch den palas einesît gienc ein gewelbe niht ʒe wît, gegrêdet über den palas hôch sinwel sich daʒ dach umbe zôch. Parzival 589, 2; dô Gâwân den palas sach ... innen er was gezieret ... der venser siule wol ergrabn, dar uf gewelbe hôhe erhabn. Parzival 565, 16, vgl. auch Willehalm 270, 5, vgl. auch Albrechts jüng. Titurel 325 u. a.; dazu vgl.: einen hôhen turn gesâhen sie dâ mite daʒ tor was überzogen er hete drî swîbogen, dâ die liute durch riten. als si kômen in almiten und si des gewelbes verdrôʒ, die vrowen und ir vartgenôʒ, des riten si balde für sich ûʒ. Ulrich von Zatzickhoven Lanzelet 3615; und sprungen usserhalb erfur under das gewelbe fur die tur da erswunge sie ir lid. herzog Ernst 3026 v. d. Hagen u. Büsching; swaʒ meister in den landen ist bî Rîne und bî der Elbe, die kunden ein gewelbe von künsterîchen sachen so starkeʒ niht gemachen als eineʒ an dem turne lach. Konrad v. Würzburg troj. krieg 17484; di mûre ieʒe wirt entrant, want er hât in sîner hant einen îsnîn slegel grôʒ, dâmit hât er einen stôʒ ûf daʒ gewelbe getân — nû ruofet alle got an, daʒ niht daʒ palas valle nider. ... er sleht iezunt den dritten slac ûf die kemenâten. Ottokar 3599; die vînde in einen zîten ûf sîme hûse in erstigen ... die kemenâte man im brach ân aller hande widerwint. beide wîb unde kint zu tôde daʒ gewelbe ersluc. ritter u. teufel v. 253 s. Marienlegenden nr. 24 Pfeiffer. I@1@b@a@1@bb)) la fossiur' a la gent amant: daʒ kit der minnenden hol. der name gehal dem dinge ouch wol. ... diu fossiure waere sinewel, wît, hôch unde ûfrecht ... daʒ gewelbe daʒ was obene besloʒʒen wol ʒe lobene. Gottfried v. Strassburg Tristan 16711; susz giengen si alle in den pergk ... das gewelbe was ze massen langk. reich was sein auszgangk: ain tor von golde geslagen, da waren stain in getragen. Heinrich v. Neustadt Apollonius 12299 Singer; Laurin bald mit dem risen gieng durch manig gewelb wol in dem berg. Laurin 1961 Schade; inmitten stuont dar inne gefüeget, an der linden stan ain seʒʒel, da was nihtes an wan itel golt von Kaukasas; ... ich ... wil von dem gewelbe sagen daʒ ob dem seʒʒel swebt .. wa von nu daʒ gewelb enbor hienge, daʒ ist noch vor .. so der geseʒʒen uf dem stuol was von dem ich sait vor, do gieng er uber sich enbor durch die linden este in daʒ gewelb veste. Joh. v. Würzburg Wilhelm v. Oesterreich 4957 ff. Regel. I@1@b@a@22)) der geistlichen litteratur entstammen belege für das gewölbe im kirchenbau: si enwesten, wie die wite solde ein gewelbe uf im tragen ... zu jungest machten si die kraft des gewelbes wol genuc. vil erden man darin truc. passional 575, 69 Köpke; etwenn tett er (der teufel) als er das gewelb welt niderwerffen Elsbet Stagel leben d. schwestern zu Tösz 62, 5 Vetter; habe selber gesehen grosse munstere mit gar dicken muren, do gar köstliche gewölbe inne gebuwen und gemaht worent ... daʒ sich die grossen starken munstermuren von dem köstlichen gewölbe schiedent ... daʒ alle die köstlichen gezirde und das köstliche gewölbe gar und gantz alzuomole herabe uf daʒ erttrich viel Nicolaus v. Basel (an den comthur des Johanniterhauses 1377) 301 Schmidt. I@1@b@a@33)) schon hier sind ansätze zu übertragener verwendung bezeugt, aus der geistlichen dichtung so gut wie aus der minnepoesie; vgl.: des nist zuvîuel nehain, zoberist lît der selbe stain an mînes trahtînes purge unte beselûʒet das geuuelbe der himelichen Jerusalêm. das himmlische Jerusalem 422 Piper geistl. dichtung 2, 112 (vgl. Diemer 371, 18). gegen: ain pfost bist du ... under meiner frOed gwölb. ... tättist du dich aber biegen gen mir und nit sein geselt, öne zweifel so felt meiner hochen frOeden gwOelb ernider. Friedrich v. Schwaben 2826 Jellinek. I@1@b@bβ) der übergang vom flächenbegriff zur kennzeichnung des überwölbten raumes: do er kam für daʒ gewelbe,dô gienc er nâher baʒ unz für die burcporten:ûf daʒ ros er gesaʒ. Wolfdieterich A 78; wan daʒ sî eʒ brinnen lieʒen und daʒ gewelbe verstieʒen mit einer tür isnîn. Ottokar 30471; ze Rome ein groʒes hus waʒ, ein tempel und ein palas ... druo huondert gewelbe het do daʒ selbe. Heinrich v. Neustadt gottes zukunft 1695. gewan ... Zirus Babilonien unde verstorte die grosse stat ... do quamen also vil wilder thir ... in die wusten gewelbe Joh. Rothe Düringische chronik 46 Liliencron. I@1@b@b@11)) der überwölbte raum als aufenthaltsort von menschen: dô dranc er durch die tôtenaber fürbaʒ. er kom in ein gewelbedaʒ volleʒ frouwen saʒ. Ortnit 330, 2; hier macht sich die schon mehrfach berührte isolierung, die die architektonische neuerung begünstigt, in zwei richtungen geltend: der einzelne zieht sich in das gewölbe, wie sonst in die kammer oder kemenate zurück, um sich von der allgemeinheit des hofverkehrs abzuschlieszen, oder aber er wird in dem gewölbe gewaltsam isoliert, eingeschlossen, gefangen gehalten. I@1@b@b@1@aa)) dar nâch in ein gewelbteʒ gaden der sorgen rîche sich beslôʒ. dar inne er saʒ mit leide grôʒ und want dâ sîne hende ... als lange biʒ sîn muoter hin für daʒ gewelbe trat und sich dar în mit leide bat erbarmeclichen lâʒen. 'sô müeze ich sîn verwâʒen ob ir koment dâ her în', sprach er: 'ir sult dâ ûʒen sîn vor der kemenâten! Konrad von Würzburg Partonopier 9435 Bartsch; mit den kêrte er unde kam für daʒ gewelbe, dâ sîn mâc der sorgen und des leides wâc ... daʒ sie den werden bâten, daʒ er die kemenâten durch got in ûf geslüʒʒe. 9621. I@1@b@b@1@bb)) daʒ ersach diu herzogîn: sî kunde in wol gewarnen. den jungen helt sî dô verbarc in ein vil starc gewelbe. 'nu lebet nieman alsô starc zwischen deme Rîn und der Elbe ... die risen wâren leides rîch, daʒ von Berne er Dieterîch sô vaste was besloʒʒen. Virginal 388, 8 Zupitza; dazu vgl. 395, 4 (in daʒ gewelbe dâ er lac); desgl. 457, 4; 469, 7; bemerkenswerth ist die übereinstimmung, mit der die verschiedensten denkmäler, soweit sie die apokryphe gefangensetzung des Joseph von Arimathia behandeln, hier das subst. verwenden: Josep ouch da gevangen wart unt in ein gewelbe verspart daʒ vinster unt veste was. urstende 113, 38 Hahn; und îlten in beslieʒʒen. ein gewelbe si hieʒʒen ruomen, daʒ als ein glas gantz ane venster was mit vesten êrinen tûren. evangelium des Nicodemus v. 2118; Piper geistl. dichtung 2. 200. Joseph von Arimathia si do geviengen unt furten in hin, in ein gewelbe werffen si in, daʒ was vinster unt starck. Gundacker v. Judenburg Christi hort 2188 Jaksche; si schûfen ein hûte dannoch, die for der tür lagen und des gewelbs phlagen. 2206; vgl. auch 2421; 3323. I@1@b@b@22)) als aufbewahrungsort für gegenstände kommt das substantiv natürlich in der dichtung noch nicht so zur geltung wie in späteren aufzeichnungen, die das tägliche leben betreffen: er hieʒ ouch zerbrechen, dâ wider torst nieman sprechen, kamer und gewelb (var.: wel, gwelib) guot. Jansen Enikel weltchron. 21233 Strauch; zur ergänzung sollen daher einige züge, namentlich aus acten und chroniken hier eingefügt werden. wie sehr das bestreben, die sicherheit zu steigern, bei der einbürgerung des gewölbes in diesen bedeutungskreis betheiligt ist, läszt sich an einem späteren Kölner zeugnisse beobachten, das die termini kammer und gewölbe noch in eigenartigem gegensatz aufführt: uuse heren v. r. haint verdragen ... die schriffkamer vur an der straissen ... mit eime gewulffs und eime iseren ... viensteren zo ... versorgen ... up dat ombers die kamer ind die boiche mit anderen guden darinne liggende vur brant ind ander ongeschicht verwart ind behoedt werde Kölner verordnung von 1467 s. Stein 1, 408; dazu vgl. die erzählung von der hinrichtung des bürgers Kindlin und seiner gesellen in der Augsburger chronik des Wahraus: si hetten den burgern und kawffleuten die gewelber gemacht und gepauen, das man die eisen getter mocht herausz ziechen, und geschach den leuten grosser schade mit diebstal s. dtsch. städtechron. 4, 221 anm.; genauer und anschaulicher: hetten den leuten getter eingesetzt an iren heussern, dasz man etlich stangen an denen gettern kund hinter sich schieben und chamen dadurch hinein und stallen den leutten dasz ir 22, 336; gelegentlich wurden die verschlüsse auch durch gewalt bei raub und plünderung erbrochen: mit getön lief man in der gewichen burger heusser, risz alle thür auf gewelb und kamern, namen golt, silber, edelgestein und allen geschmuck S. Meisterlin chronik von Nürnberg s. dtsch. städtechron. 3, 143; aber gerade durch solche ausnahmefälle wird die regel bestätigt, dasz in der kammer wie im gewölbe werthgegenstände geborgen wurden. dasz dies nicht nur den gütern galt, die für eigenen gebrauch vorräthig gehalten werden, sondern auch der anhäufung von waaren im kaufmannshause, wird durch die verbindung burgern und kauffleuten oben schon angedeutet und steht mit der entwicklung des deutschen handels in engem zusammenhang. hier liegt auch der ausgangspunkt für die später so fruchtbare entwicklung des gewölbes als bezeichnung für den waarenspeicher und verkaufsraum des kaufmanns. I@22) statistik. I@2@aa) die bibelübersetzung gibt wenig anhaltspunkte. schon die architektonischen voraussetzungen der vorlage waren nicht fördernd, und hier ist es nur die Züricher bibel, die im widerspruch zu orientalischer bauart wendungen einführt, die von gewohnheiten ihrer zeit ausgehen: also bauwet Salomo das hausz und vollendets, und bauwet die wend des hauses innwendig an den seiten von cederen, von dess hausz boden bisz an das gwelb Züricher bibel 3. könige (1531) 6, 15 (untz zuo der hoch der wend Eggesteyn u. a.; bis an die decke Luther 1. könige 6, 15); näher lag die bildliche verwendung, wo denn auch Luther wenigstens das entsprechende verbum einführt: du täflest dein gewelb in den wasseren Züricher bibel psalm 103 (qui tegis aquis superiora ejus, du mit waʒʒeren decchest sinin oberôren Notker; bedeckst sein oberste ding mit wassern Eggesteyn u. a.; welbest es oben mit wasser Luther); den himmel spant er wie ein gewelb Züricher bibel 4 Esdra 16, 50; vgl. Henisch a. a. o. der übergang zum umfassenden begriff des gewölbten raumes gibt Luther einmal gelegenheit, das substantiv seinerseits zu verwenden, aber gerade hierin folgt ihm die Züricher bibel nicht. es handelt sich dabei nicht um eine der nächstliegenden entwicklungsformen (vgl. vielmehr schatzhaus Jesaias 39, 2 [kamer Eggesteyn u. a.; gemach Züricher bibel und Eck], vgl. aber du bautest die gewölbe und machtest die höhinen Piscator [Herborn 1617] Ezechiel 16, 24 u. a. [ein gemein haus und hast gemacht ein kamer Eggesteyn; bergkirchen Luther u. a.]), sondern um die weiter vorgeschrittene des gefängnisses: da aber Pas Hur ... Jeremiam hörete solche wort weissagen, schlug er den propheten Jeremiam, und warff in ins gewelbe unter dem oberthor Luther Jeremias 40, 2 (und legt in in den stock Eggesteyn u. a.; das gleiche Züricher bibel). I@2@bb) in den wörterbüchern wird das substantiv schon von den ältesten vocabularien ab in lückenloser überlieferung angemerkt. I@2@b@aα) die buchungen sind zumeist knapp, da das hauptgewicht hier auf die begriffsbestimmung gelegt ist, während die verbindungen ungewöhnlich spröde behandelt sind. I@2@b@a@11)) die berücksichtigung des bedeutungsüberganges von der kennzeichnung der fläche (wölbung) zu dem zusammenfassenden begriff des überwölbten raumes I@2@b@a@1@aa)) ist schon in den ältesten vocabularien nicht zu verkennen, selbst die lateinisch-deutschen, die die architektonischen entwicklungsformen des flächenbegriffs unter den entsprechenden lateinischen stichworten buchen, führen meist zum raumbegriff über, vgl. testudo (ein gewelb oder schneck) Brack vocab. rer. (1491) 22a; gegen coclea, schijbelicht torn; gewelm; snegel husz. handschr. voc. lat. germ. Diefenbach 129b; exedra, prister-stul, o. finster gewelm s. Diefenbach 215a. die deutschlateinischen vocabularien stellen von anfang an beide begriffe zusammen: gwelm, arcus, camera, lacunar, absis, coclea. mitteldeutsches vocab. lat.-deutsch des 15. jahrh. s. Diefenbach-Wülcker 620; gewelbe, testudo ... gewelbe ein hus, lacunar, gwelbe vul. ein kemnat, apogium. vocab. inc. teut. a. lat.; gewelb, theosica, gewelb, testudo oder sneckenhausze oder kamer oder estrich oder harpff oder auffgangk in kirchen. oder katz do mit man slosz gewinnet oder ritterschilte oder ordnung vocab. theut. (Nürnberg 1482) no. 6a. wie weit der raumbegriff das übergewicht erlangte, zeigt eine Kölner buchung, die den engeren flächenbegriff durch eine einschränkende bestimmung neben dem substantiv zum ausdruck bringt: die hoch von dat gewelffte, lacunar. gemma gemmarum Köln 1507 s. Diefenbach-Wülcker 620. I@2@b@a@1@bb)) bei der zusammenstellung mit lateinischen parallelen sind es in den wörterbüchern des 16.—18. jahrh. vor allem fornix und camera, um die sich vereinzelt andere termini gruppieren, je nachdem sie mehr die wölbung oder den gewölbten raum betonen. I@2@b@a@1@b@aα)) fornix, ein schwibbogen, ein gewölb ... fornicatio, ein gewölb, gewölbter bau Dasypodius lateinisch-deutsch M 7c; fornix, gwelb oder bogen Pinicianus (1521) A 4; fornix, camera, gewälb Frischlin nomencl. 440b; fornix, concameratio, testudo, gwelb, schwibogen Hadrianus Junius nomencl. 111; fornix, ein schwiebbogen, ein gewölb Garth-König 278a; arcus, ein schwiebogen oder gewelb 84b; absis, laquear, ein getaffelte decke, gewelb 410b (gewelb, decke, tile) Garth 647; testudo, ein gewelb, apsis Garth-König 743a; Garth 1172a; der bogen am gewelb, onomast. latino-germ. (1609) 62b. camera, ein gewölb, krumer bogen, bogechtig gebäw ... Dasypodius lat.-deutsch D 6c; camera, gewelb S. Heyden nomenclat. (1539) A 6a; ebenso Pinicianus A 2; testudo, eine schnecke ... ein gewölbet gebäw Dasypodius Oo 4a; camera, kamer, gwelb, gmach Simon Rot C 5a; camera, fornix, gewelb onomast. lat.-germ. (1609) 62b; camera, ein gewelb Garth-König 84b; Garth 160. I@2@b@a@1@b@bβ)) auf diese den bedeutungsinhalt im wesentlichen erschöpfenden bestimmungen schränken sich auch die deutschlat. wörterbücher gleicher zeit zumeist ein. nur wenige sind breiter und ausführlicher: gewelbe, cameratus, concameratus ... gewelb, convexum coelum, caminatus locus etc., testudineum opus, laqueatum aedificium, fornix, camera, lacunar, laquear ... tholus, testudo ... crypta, subterranea testudo ... Erasmus Alberus novum dict. genus 13bff. dagegen vgl.: gewölb, camera, fornix Dasypodius deutsch-lat theil T 2b; gewelb, fornix, camera Maaler 179a (vgl. jedoch: gwelb, arcus, camera, concameratio, testudo 201b; vgl. 178a; s. auch unter gewölbt); ghewelf, welfsel, camera, testudo, fornix Kilian 146a. ausführlicher dagegen ist wiederum Henisch (1597), der namentlich die verbindungen (s. u.) sorgfältig zusammenstellt, worin er nur von Schwan wieder erreicht wird. andererseits dehnen die deutsch-lat. wörterbücher des 17/18. jahrh. die begriffsbestimmung durch lat. synonyma wieder aus: gewölb, fornix, arcus, concameratio, testudo, creutzgewölbe, camera, crypta ... Schönsleder V 4b; ein gewölb, apsis, camera, crypta, fornix, testudo, tholus Reyher lex. lat. germ. g 4a (vgl. auch unten sp. 6652); gewölbe, gewelbe ... testudo, arcus, lacunar, laquear ... quaevis concameratio Stieler 2573; gewölbe, camera confornicata, testudo, cella concamerata Steinbach 2, 1016 (s. auch sp. 6652); ebenso (mit zusetzung von arcus, fornix, convexitas, lacunar) Kirsch 2, 152b; Matthias 182a; gewölbe, camera, cella B. Faber thesaur. erud. J 4b; gewölbe, fornix, testudo, concameratio, camera fornicata ... laube Frisch 2, 456c; gewölb, camera teutschlat. wb. (Nürnberg 1713) 47; gewölb, fornix Aler 1, 944a (s. auch unten). I@2@b@a@1@cc)) die neusprachlichen buchungen bringen die bedeutung des kaufmannsgewölbes, die vom raumbegriff sich abzweigt, zu besonderer geltung und zeigen auch hierin ihre richtung auf den gebrauch des täglichen lebens: sie merken sie meist unter eigenem stichworte an, als ob sie gar nicht zum sonstigen verwendungskreise gehörte. dieser vermerk bleibt sich bei Hulsius von der ältesten ausgabe an durch alle späteren fast gleich, während die angaben für das subst. sonst wechseln und ausführlicher werden: gewölb under der erden, une voute dessous terre, cave voutée (1596) G 2a; gewölb, un magasin G 3a; dazu vgl. gewelbe arc, arche, vouté (1614) 164a (gewelb, arc, arche, voute, arco, volto claustro [1616] 138a; arc, arche, voute, arco, volto, claustre, fornix, arcus, concameratio [1640] 166b) gegen gewelb, un magasin (1614) 164a; (un magazino [1616]; apotheca [1640]); dazu vgl. gewelb, oder ein bogen, une voute ... fornix ... camera, gewelb, ein gewelb da man allerlei wahren in legt, un magazin, une arriere boutique, horreum et apotheca mercatoris Duez dict. germ. gall. lat. 198b; gewelb, voute, arche, fornix, arcus Pomey 133; gewelbe, schwibbogen, arcade, arc. ebenda; kauffmanns-gewölb, un magazin, camera mercibus destinata ebenda; gewelbe, handels- oder kaufmannsgewelbe, un magazzino, una bottega, un magasin, une boutique ... Rädlein 382b; gewelb, gewölbe, voute, arcade, fornix, une volte, un arco, gewölb eines kaufmanns un magazin ... Veneroni 75a; ebenso Frisch dict. des passagers 2, 282; gewölbe arcade, arc, arche, voute Rondeau 2, Uu 4b; gewölbe eines kaufmanns, boutique ebenda; gewölbe, la vôute, le cintre, l'arc Schwan 1, 749; gewölbe cave, un caveau, une boutique, un magazin, ou l'on met de marchandises ebenda; gewölbe 1) ein gewölbtes dach, a vault, an archroof .. 2) ein kauffmanns-gewölbe, tuchgewölbe, kramgew., seidengew. a merchants shop, a hall, a vaulted shop teutschengl. wb. (1716) 776; gewölbe a vault ... a shop, warehausz Arnold 427b. I@2@b@a@22)) unter den gebuchten verbindungen ist schon im vorhergehenden das kaufmanns-gewölb hervorgetreten, auch sonst treffen diese weniger den syntaktischen gebrauch des substantivs als dessen bedeutungsentwicklung und die mannigfachen formen der inneren gliederung. I@2@b@a@2@aa)) diese sonderformen bevorzugen den begriff des überwölbten raumes im gegensatze zu den buchungen der fachlitteratur (s. u.), die immer mehr von dieser bedeutungsrichtung abrücken. I@2@b@a@2@a@aα)) mit besonderer zähigkeit kehrt hierin anlehnung an antike terminidas unterirdische gewölbe wieder: crypta, subterranea testudo, gewelb under der erden Erasmus Alberus; Emmel; crypta, specus concameratus, holgewölb under der erden Golius 41. — gewölffte und. d. erd. Chyträus 43; gew. u. d. e. Hadrianus Junius 178; onomasticon latino-germ. (1609) 40a (setzt hinzu krufft); gewelb under der erden, keller, crypta specus conc., ... darinn die todte leichnam geleget werden, conditorium hypogäum Henisch 1597; ganz ähnl. Praschius 7. vgl.todtengewölbe, un caveau Schwan 1, 749b. hypogäum, gewelb under der erden, keller Hadrianus Junius 101; das gleiche (neben crypta) Kirsch 2, 152b; Matthias 182a; Bas. Faber; holgewölb under der erd Schönsleder V 4b; —, wegen der kühle im sommer, cryptoporticus Aler 1, 944a; heimlich gew., cryptoporticus Kirsch, Matthias, Faber; gewölber s. unter souterrain Sperander à la mode sprach; das gleiche Apinus 248; desgl. Rondeau (s. u. festungsbau); gewölbe so nur einige stufen unter der erde ist Rondeau; unterirdisches gewölbe, worin man eine frische luft aufbewahren und durch röhren in die zimmer leiten kann prison, prison de vents Schwan 1, 749b. I@2@b@a@2@a@bβ)) diese und andere zweckbestimmungen treten auch in verbindungen zu tage, die nicht auf das unterirdische gewölbe eingeschränkt sind: das geheime gewölble, stadtgewölble, strafgewölble Birlinger schwäb. Augsburger wb. 195b s. gewölblein; speiszgewelb ... darein man den vorraht an allerlei speisz und getranck auff das jahr behelt, penuarium, cella penuaria Henisch a. a. o.; vgl. butter-, bier-, brot-, fleisch-, käse-, kraut-, obst-, wein-gewelbe Stieler 2573; kramgewölbe ebenda; gewölb, darinnen silber-geschirr zu verkauffen, argyrotheca A. Reyher g 4a; buchführergewölbe, bibliopolium; vorrathsgewölbe, cella penuaria, promptuarium, speisegewölbe, cella penuaria Steinbach 2, 1016; waarengewölbe, magasin, store Beil technol. wb. 243. vgl. dazu die oben angeführten buchungen für das kaufmanns gewölbe; vgl.kauffmannsgew.; briefgew. Chomel 4, 1062; holtz-gew., kolen-gew. storehouse for wood or coals teutschengl. lex.; milchgew. oecon. lex. Chomel; gewölbe eines backofens, chapelle Rondeau; das gewölbe im glasofen, wo das holtz hingelegt wird, le chemin Schwan; ein kleines bildgewölbe, une niche ebenda. I@2@b@a@2@a@gγ)) auf den flächenbegriff weisen: kreutzgewölb, dasz durch die mitten mit einem kreutz inn vier halbe bogen getheilt wird, wie die borkirchen Henisch 1597; vgl.kreutzgewelbe Stieler 2573; desgl. Aler, Frisch, Adelung, Schwan; ein chorgewölbe, un demi-dome Schwan; kesselgewölb, fornix formam aheni habens Frisch 1, 512; kugelgewölbe Chomel, Frisch 2, 456a, Adelung, Schwan; klostergewölbe Chomel, Rondeau; muldengew. Chomel, Frisch, Adelung, Schwan; ohrengewölbe Chomel, Frisch, Schwan; schneckengewölbe, une voute en limaçon Schwan; spiegelgewölbe Chomel, Frisch; tonnengewölbe Chomel, Frisch, Schwan; vgl. auch topfgewölbe Schönermark hochbaulexikon 462 (ebenda gussgewölbe). gewelb, das oben herab nach dem circkel inn die runde, wie ein halbe kugel gewelbt ist, hemisphärium Henisch 1596; gwelb zu beiden seiten eines hohen gebeuwes, dasz es steiffer stande, anteris arcus obnitens Maaler 201b; selbstgewachsen gewelbe, arcus sive fornix nativus Stieler 2573; ein gewölb so oben spitz oder scharff zusammen geht, a sharp-raised vault teutsch-engl. wb. 776; vgl. gothisches gew., cherche surhaussé Rondeau, Schwan; ein flach gewölbe, flat vault teutsch-engl. wb.; gedrucktes gew., berceau surbaissé Rondeau, Schwan; niedriges, plattes gew., anse de panier Schwan; gekrümmtes, recht rundes gew. ebenda; gew. nach einer geraden linie desgl.; gewölbe, dessen äuszere seite wie die innere glatt gearbeitet ist, voûte extradossé ebenda; un chambré, ein bogen oder gewelb von reben, ein weinstock an einer mauer oder auch auff pfählen auszgebreit, una pergola, concameratio, vitis concamerata Duez 78; gewelb der falcken, turunda, accipitrum ... e stupe vel plumis, quae accipitribus et falconibus datur, a rotunditate sic dicta, vulgo curea Henisch 1597; gewölbe des gehirns Chomel 4, 1062. diese buchungen weisen auf den reichen gebrauch der das substantiv in vergleichen und bildlichen verwendungen auszeichnet, vgl. auch: gebeigt ding wie ein gewelb Erasmus Alberus 14c; ähnl. 13b; hemispherium, ein gewelb wie ein halber himmel 14a; himmel wie ein gewelb auszgespannt Henisch 1597 (s. o.); la choppe ou cappe du ciel, die himmlische decke, der mantel oder das gewelb des himmels Duez 128a; das gewölbe des himmels, the vaulted sky teutsch.-engl. wb. 776; wie ein gew. formirt sein, to be ... arched ebenda. I@2@b@a@2@bb)) für die unterordnung des substantivs sind einige genetiv- und accusativverbindungen angemerkt: schwibogen eines gewelbs Henisch; ründe des gewölbs, convexitas fornicis Aler 1, 944a; desgl. Kirsch, Matthias, Faber; ein gwelb machen, oder wie ein gwelb, oder schwibogen gstalten, arcuare, camerare ... Maaler 201c; confornico, gewelbt machen Garth-König 131a; ein gewelb machen Garth 251; camero ... ein gewelb machen Garth-König 84b; ein gewölbe machen, to vault, to make an arch-roof teutsch-engl. wb. 776; desgl. Adelung 2, 670; vgl. auch gewölbemacher; ein gewelb, gewelbt gemach bn Erasmus Alberus 14a; ein gewölb schliessen, confornicare Reyher 94a; ein handels gewelbe aufrichten ... ouvrir boutique, établir un négoce Rädlein 382b; der ein gewölbe hat, boutiquier Rondeau. zu den präpositionalverbindungen vgl.: fornicarii, handwercker oder grempler und krämer, die in verzinseten gewölben feil haben Dasypodius lat.-deutsch M 7c; ganz ähnlich Garth 472b; vgl. auch in die gewölbe gehen Adelung a. a. o. I@2@b@bβ) in den encyclopädischen und technischen wörterbüchern schon des 18. jahrh. tritt der raumbegriff hinter den flächenbegriff immer mehr zurück. nur der festungsbau hält den ersteren mit zähigkeit fest: in festungen hingegen lässt sich die munition nicht wohl anders als in bombenfesten gewölben unterbringen J. G. Hoyer allg. wb. d. artillerie 2 (1804) 183. I@2@b@b@11)) wo beide richtungen berücksichtigt sind, wird doch im flächenbegriff die zuständige bedeutung erkannt und im raumbegriff nur eine entwicklungsform gefunden, die zudem wieder einschrumpft: gewölbe, wird in der baukunst nicht nur eine nach einem gewissen bogen gemauerte, und aus steinen zusammen gesetzte decke genennet ... sondern es wird auch derjenige raum oder das zimmer, daran sich dergleichen decke befindet, eben mit diesen nahmen beleget, und ihm zuweilen auch noch diejenige benennung von der sache beigefüget, welche darinnen zur guten verwahrung aufbehalten werd: also siehe milch- gewürtz- speise-gewelbe etc. allgemeines öconom. lexicon (1731) 830; gewölbe ... nach einem bogen formirte oder geschlossene decke; in ansehung der figur erhalten die gewölbe ihre besonderen namen ... tonnengewölbe (etc.) ... die gewölber werden endlich auch in ansehung ihres nutzens und gebrauchs ... beibenahmt, als da sind brief, gewürtz, kauffmanns, milch, speisegewölbe Chomel 4, 1062; dazu vgl. gewölbe ... eine gewölbte d. i. nach einem bogen gemauerte decke ... ingleichen ein mit einer solchen decke versehener ort ... in engerer bedeutung ein solcher zur aufbehaltung allerlei waaren bestimmter gewölbter ort ... in manchen städten oft ein jeder kramladen, wenn er gleich keine gewölbte decke hat Adelung 2, 670. I@2@b@b@22)) gewölbe, fornix, testudo, cameratio: voute, eine mit steinen geschlossene decke in ein zimmer. wenn sie gantz nach einem vollen circelbogen fortgeführet wird ... wird sie ein tonnengewölbe, wenn sie nach zwei bogen aufgeführet wird, die ein ander durchcreutzen, ein creutzgewölbe, wenn in der mitten ein feld angeleget wird, ein spiegelgewölbe, wenn die durchschnitte der bogen, wegen der länge des gemachs, einander nicht erreichen, ein muldengewölbe, wenn die bogen höher als ein halber circul geführet werden, ein klostergewölbe, wenn sie flacher als ein circul, ein gedruckte gewölbe genennet Jablonski (1721) 248a genau so (1767) 535b; gewölbe wird an einem zimmer diejenige steinerne decke genennet, welche gemeiniglich in ein bogen gehet, wie denn keine gerade decke von steinen gemacht werden kan. diese gewölbe haben nach den arten ihrer bogenschlüsse ... besondere benennungen ... creutz-, kessel-, mulden-, spiegel-, tonnen-, walmgewölbe und das ohr. es wird im übrigen das wort gewölbe, wenn es alleine stehet, meist von einer ... decke verstanden, welche man auch ins besondere ein tonnengewölbe nennet Chr. Wolff vollst. mathemat. lex. (1734) 559; vgl. auch Zedler 10, 1393—96; Jacobsson 2, 85a (vgl. auch unten sp. 6668 und 6670) und Krünitz, wo auf 26 seiten (18, 331 ff.) nur über den begriff der wölbung (gew. ... gemauerte decke) gehandelt ist, indesz von dem begriff des überwölbten raumes nur das kaufmannsgewölbe im anschlusz an Adelung kurz erwähnt wird. dazu vgl.: gewölbe, eine durch ziegel oder behauene bruchsteine gefertigte überdeckung eines raumes. jeder stein dieser decke ist keilförmig gebildet, und so erhält durch ihre zusammenfassung das gewölbe eine bogenform ... J. J. Helfft encyclopäd. wb. der landbaukunst 146; wann die steine zugehauen werden, müssen die seiten der keilsteine in ihrer verbreitung den mittelpunkt treffen, aus welchem der bogen des gewölbes, den sie bilden sollen, beschrieben ist ebenda; eine gleiche richtung nach diesem mittelpunkte erhalten auch die theile der mauern, welche die flächen bilden, gegen die sich das gewölbe legt, man nennt dieselben widerlager 145; gewölbe, in stein oder ziegeln in gekrümmten leitungslinien hergestellte wand-, boden- oder deckenflächen Thiel 4, 430; kreutz-, kugel- spitzbogen oder sternengewölbe ebenda; das gewölbe ist ein durch wölben hergestellter raumabschlusz ... gewöhnlich wird es sich um die decke handeln ... es kommen aber auch aus gewölben bestehende wände vor, z. b. gegen seitendrucke gegen erde, und ebensolche fussböden, z. b. gegen den wasserdruck von unten. das gewölbe ist zwar wie der bogen eine wölbung ... unterscheidet sich aber vom bogen dadurch, dass es nur passiv ist, indem es getragen wird, während der bogen aktiv ist, indem er zu tragen hat, z. b. oft gewölbe G. Schönermark hochbaulexikon s. 462. I@2@b@gγ) die mundartlichen wörterbücher merken das substantiv fast ausnahmslos an. I@2@b@g@11)) gewelb, arcus Dentzler 63b; g'welb Hunziker Aargauer wb. 119; gwelb, gwelm Tobler Appenzeller sprachschatz 248; das gewelm Schmeller 22, 907; gewölbe, gwělb, gwlm, gwilb H. Fischer schwäb. wb. 3, 636; gewelb Martin u. Lienhart 2, 818; gewölm Askenasy Frankf. mundart 342b; gewelmts Frommann 3, 135; gwelb Gebhard Nürnberger mda. 77; gwel, gwölbe Gerbet gram. d. Vogtlandes 292; vgl. auch Müller-Fraureuth 418; gewölb Berndt schles. idiot. (1787) 44; gewölfe Albrecht Leipziger mda. 122b; gewelwe Woeste westphäl. wb. 79a; gewölv Hoenig Kölner mda. 65b; jewülw Fischer gramm. der mda. im preusz. Samlande 53; wolfte, welfte, gewolfte Brem. nieders. wb. 5, 286. I@2@b@g@22)) zur begriffsbestimmung sind dort wenig anhaltspunkte gegeben. der begriff des ladens, der im österr. gebrauch am längsten durchhält (s. u.; vgl. auch Unger Khull 290) wird von Berndt dem schlesischen gutgeschrieben; andererseits vgl.: gewölbe auch == speisekammer (in älteren häusern ein grösserer dunkler raum im erdgeschoss); kaufmannsladen, besonders kräutergewölbe, drogerie Müller-Fraureuth 418; für das Schwäbische stellt H. Fischer fest, dasz der neuere gebrauch nur noch die wölbung selbst, nicht mehr den gewölbten raum treffe; die letztere bedeutung hafte nur noch an der diminutivform gewölble, vgl. gewölblein. I@2@b@g@33)) auch formelhafte wendungen und sprichwörtliche redensarten sind wenig angemerkt: 's gewölb kracht schon, sie wird bald in die wochen kommen, sie fühlt die wehen Zaupser bair. u. oberpfälz. id. 46; wai mir ufs gewelb üffe Martin u. Lienhart 2, 818. I@2@cc) das sprichwort hat unser substantiv in keine geläufige formel aufgenommen, nur ansätze liegen vor, die vom engeren flächenbegriff ausgehen: das gantze schöne gewelbe gottes steht fest und hat doch nirgendt keinen pfeiler Petri der Teutschen weiszheit. ander theil M 1b; ebenso Henisch 1692; Sailer 216; als wie wann von eim gewölb wird gnommen der mittel stein J. B. Schupp (kunst reich z. w.) schrifften 713. I@33) formen. I@3@aa) der lautkörper. I@3@a@aα) unter den mannigfachen gegensätzen, die das formenbild unseres substantivs beleben, sind schon im vorhergehenden vor allem veränderungen im stammvocal hervorgetreten: das zuständige umgelautete a wird in der schriftsprache verdrängt durch umgelautetes o, das am frühesten in niederdeutschen mundarten vorbereitet wird, und zwar durch vocalfärbungen, die unter dem einflusz der auslautenden consonantengruppe (des l vor dem labial) stehen, vgl. E. Schroeder anzeiger f. dtsch. alterth. (ztschr. 42) 31. I@3@a@a@11)) dem entsprechend halten sich die ursprünglichen vocalverhältnisse am längsten in den oberdeutschen mundarten, ob diese bei umlautvocalen der entrundung zuneigen oder nicht: gewelb noch heute in den Schweizer mundarten, im Bair., Oesterreich., Elsässischen und zum gröszeren theil im Schwäbischen; von den mitteldeutschen mundarten scheinen die östlichen der vocaltrübung widerstand zu leisten. die qualität des e-vocals wird verschieden angegeben, im Schwäbischen in einzelnen landschaften als geschlossenes e (vgl. die form gwilb ebendort), in andern mit offenem e; dazu vgl. gewälb Maaler 178a (gegen gewelb a. a. o.) Fischart Gargantua 190b; gewälber Fronsperger kriegsb. 2, 22b; Kirchhof wendunmuth 298; Praetorius von zauberei 116; jewälw preusz. Samland 53; vgl.gwel im Vogtlande, gwelb in der Nürnberger mda.wo entsprechende formen aus dem mitteld. westen (dem Hennebergischen) oder aus dem Westphälischen angemerkt sind, weisen sie auf ältere zeit zurück. schriftsprachlich ist die form gewelbe aus dem 18. jahrh. nur noch bei S. Meyer nomenclat. lat. germ. (1711) s. 169 belegt. aus dem 17. jahrh. kommen zwar litt. denkmäler weniger in betracht (gewelbe Petri, gewelb im landr. f. Niderbayern, in öst. weisth.), dagegen mehrfache buchungen so bei Hulsius, Duez, Garth, König, Henisch, Simon Rot, Denzler. Stieler verweist bei gewölbe wieder auf gewelbe, und auch der ostpreuszische dichter Simon Dach zeigt gewelb neben gewölbe. im 16. jahrhundert halten sich schriftsteller und lexikographen die wage: gewälb, gewelb Maaler, Pinicianus, Erasmus Alberus, S. Heyden, Kölner gemma gemmarum; dazu vgl. Hainhofer, Fronsperger, Fischart, Hans Sachs, Luther und Mathesius. für das 15. jahrhundert zeugen Brenners bayr. sprachbuch, Augsburger, Nürnberger chroniken, Tucher und mitteldeutsche vocabularien; vgl. auch geweilbe bei Twinger s. dtsch. städtechron. 9, 728 u. a. (s. auch unten). die frühneuhochdeutsche und die mittelhochdeutsche periode ist fast ohne ausnahme durch den zuständigen umlautsvocal vertreten. I@3@a@a@22)) die unter dem einflusz der liquida stehenden dunklen vocalfärbungen kündigen sich in Kölner urkunden und chroniken an: eine kamer off gewolve bauacten (1406) s. Stein 2, 149; in dem understen gewulffs (1468) 2, 442; vgl.gewulf, gewelf, geweulfe, gevulfe Kölner chron. 2, 69. 106. 123. 443; gewaulftz 3, 773; gewolf buch Weinsberg 2, 176; andere anhaltspunkte aber weisen wieder an den Oberrhein: gewölbe Nicolaus v. Basel 301; uf dem selben mitteln gewölbe variante (der lat. materialsammlung) zu Twingers v. Königshofen Straszburger chronik (gegen: uf dem selben mitteln geweilbe) s. dtsch. städtechron. 9, 725 anmerk.; daneben vgl. die mitteldeutschen belege für gewulfze, gewulfz bei Bech s. Germania 10, 398; 22, 292; 28, 306. mit dem 16. jahrhundert dringt der neue vocal von den verschiedensten ausgangspunkten her vor: gewölmd s. Baumann quellen 1, 383; gewölb Dasypodius; gewölbe reichsabschied von Speier (1570); Warstisen Basler chron. (1580) 33; gewölbe Golius (1585) 41; gewölbede Bas. Faber (Haina 1587); gewölffte Chyträus. aus dem 17. und 18. jahrhundert vgl.: gewölb Schönsleder V 4b ebenso Reyher, Praschius, Schottel. Comenius (1662) schreibt im text des orbis pictus gewölb (147) im register aber gewelb; Rädlein (1711) verweist bei gewölbe (1, 385a) noch auf gewelbe (382b); Pomey (1715) hat zwar gewelb, führt aber die composita in der form gewölbe an und Bayer (1733) verweist bei gewelb bereits auf gewölb 291a: die letztere form ist auch im teutsch-engl. wb. von 1713, bei Aler, Sperander, Steinbach und von da ab in allen wörterbüchern des 18. jahrh. durchgeführt. in der litteratur bringen die Schlesier (Praetorius, Lohenstein, Hoffmannswaldau, Stranitzky) den neuen vocal zu ehren, der auch bei Abraham a. S. Clara, Haller, Piscator, Schnabel, Picander, Goldmann, Zesen, Brockes, also in den verschiedensten landschaften durchgeführt erscheint. mundartlich ist der vocal aus dem Schwäbischen (gewölb), Frankfurtischen (gewölm), Schlesischen (gewölb), aus Leipzig (gewölfe), Mecklenburg (gewoelv), Köln (gewölw) und Bremen (gewolfte) angemerkt. I@3@a@bβ) der auslautende labial nach l unterliegt mancherlei veränderungen. I@3@a@b@11)) als assimilationsvorgang ist der übergang des verschluszlautes in die labiale liquida zu belegen, der aus oberdeutschen und mitteldeutschen mundarten angemerkt wird: gwelm in Appenzell (Tobler), im Bairisch-Oesterr. (Schmeller), im Schwäbischen (H. Fischer); vgl. auch gewölmd chron. v. Kempten bei Baumann 1, 381; gewölm in Frankfurt (Askenasy), gewelmt im Hennebergischen (s. Bech) und gewelm im md. vocab. bei Diefenbach-Wülcker. apokope zeigt das Vogtländische: gwel Gerbet 292; vgl. auch wel (neben gewelib) als var. bei Jansen Enikel s. o. (sp. 6649); vgl. dagegen gwelb im Nürnbergischen u. a., kwelp in der Rappenauer mda. (Meisinger 81b). I@3@a@b@22)) die bayrisch-oesterreichische form gewelwe bei Gundacker von Judenburg 3323 ist im zusammenhang mit gebelb in Brenners sprachbuch 12, 18 zu beurtheilen. anders die spirantischen und bilabialen zeugnisse in niederdeutschen und mitteldeutschen mundarten: gewolve, gewulffe u. a. in Kölner akten, gewelffte Kölner gemma, gewolfte Bremer wb., gewölfe Picander acad. schlendrian; gewölfe Albrecht Leipzig, gewölv Köln (König), Mecklenburg (Mi); gewelve Westphalen (Woeste); vgl. auch: gewölwe Göthe br. 1, 80; vgl. auch kwelwer bei Martin und Lienhart 2, 818. I@3@a@gγ) aus mittel- und niederdeutschen zeugnissen sind auch hier wieder formen mit dental belegt, die sich in einigen fällen deutlich auf die participialform zurückführen lassen (vgl.gewölbt): kelre oder gewelbde Zeitzer copialbuch 445b u. a.; das gewölbete B. Faber (Heina 1587) s. Diefenbach-Wülcker; dazu vgl.: welfte Mecklenburger urk. b. (1379) 191, 437; gewulffde Kölner acten, gewelffte Kölner gemma von 1507; gewelfte neben gewelwe bei Woeste 79a; wolfte, welfte, gewolfte Bremer wb. 5, 286; dazu vgl. gewölmd bei Baumann 1, 383; gewelmts bei Frommann 3, 574; gewulfze bei Bech (s. o.); und gewulffs in Kölner akten. I@3@a@dδ) die apokope im auslaut ist schon oben in ihrer weitest gehenden form gestreift worden (gewel neben gewelbe vgl.gwel dtsch. städtechron. 22, 394 u. a.); meist beschränkt sie sich aber auf das vocalsuffix: gewelb in Brenners sprachbuch, in Augsburger chroniken (dtsch. städtechron. 29, 39; 22, 394); bei Dasypodius, Maler, Pinicianus, Frischlin, Hadrianus Junius, bei Hans Sachs, Fischart u. a.; Luther bevorzugt vollen auslaut, vgl. v. Bahder indogerm. forsch. 4, 363; doch vgl.: gewelb 1, 362c Jena; letzteres bei Er. Alberus, S. Heyden, Henisch, Simon Rost, Duez, König, Denzler, noch Simon Dach läszt gewelb (s. 248) neben gewölbe (823) belegen ebenso wie Comenius im orbis pictus (s. o.) noch zwischen beiden formen schwankt. aus neuerer zeit vgl.: von diesen geht ein tonnengewölb über das ganze theater Göthe (br. v. d. Schweizer reise 1797) 43, 31; neben den pluralformen (s. u.) erfordern auch die composita, die gewölbe als ersten bestandtheil zeigen, unter diesem gesichtspunkt beachtung. der suffixvocal ist bei ihnen zumeist unterdrückt, so dasz mehrere composita überhaupt nur in dieser form belegt und deszhalb auch mit entsprechendem stichwort hierunter eingefügt sind (soweit sie damit nicht vor gewölbe zu stehen gekommen wären, wie gewölbachse). der volle auslaut ist in der Magdeburger chron. bezeugt: gewelbe dtsch. städtechron. 27, 152; geweilbe bel Königshofen s. dtsch. städtechron. 9, 721 u. a.; gewelbe md. vocab. rer. (15. jahrh.) Diefenbach - Wülcker 620; gewelbe Petri, Hulsius, Stieler u. a. I@3@bb) in dieser wie in anderer richtung beansprucht die pluralform besondere aufmerksamkeit. I@3@b@aα) die zuständige form gewelbe unterliegt in der älteren sprache meist der apokope: die zwei gewelb Nic. Muffel (1468) s. dtsch. städtechron. 10, 744; das. gleiche Ludwig v. Eyb pilgerfahrt (1476) s. 21; S. Meisterlin s. dtsch. städtechron. 3, 143; Sendner s. dtsch. städtechron. 23, 168; Kirchhof wendunm. 3, 29; dtsch. Liviusübers.; gewölb Fischart Gargantua 300; gegen: die gewölbe Nicolaus v. Basel 301; Piscator Ezechiel 16, 24 u. a.; v. Stetten (Augsburg 1779) 1, 213; dazu vgl. den dativ: gewelben bei A. Dürer, Luther 19, 41, in den neuen stadtrechten v. Freiburg (1520) 21, im reichsabschied zu Speyer (1570), bei Praetorius (wünschelruth) u. a.; an dieser form des dativ plur. halten mehrere denkmäler fest, die sonst im plural schon der unten besprochenen neuerung (gewelber) folgen, so Rauwolff 34 (gegen 27); Leonhart Fronsperger vom geschütz 28 (gegen 29); desgl. bei Goldmann (in der Braunschweiger ausgabe von 1699) der gewölbe im genitiv gegen die gewölber s. 53; vgl. auch: in gewölben Londorp 1, 129b; vgl. aber: in gewölbern Gersdorff 32. 37. I@3@b@bβ) denn die dem neutrum eigene erweiterung durch ir hat auch an unserem substantiv vom 15. jahrhundert ab reichlich durchgegriffen, ist aber dann ganz in die schwäbisch-alemannischen mundarten zurückgetreten, in denen sie auch zuerst bezeugt ist: gewelber Zimmerische chronik 4, 388; 416 (gewelbern als dativ plur. 4, 198); Gallus Oheim chronik v. Reichenau 91; bei Peutinger s. dtsch. städtechron. 4, 221; bei Hans Sachs (22, 484 Götze); Hainhofer (Balt. studien 2, 2, 91); im landrecht v. Niederbayern (1616) 619; oest. weisth. 2, 83 (Kufstein), vgl. auch 5, 858a; Tiroler weisth. 1, 33; Abraham a S. Clara; oesterr. gesundheitsordnung v. 1770 (s. 413). — bei Praetorius wechseln gewölber und gewölbe; ebenso bei Putherbey (gewelb 70b; gewelber 69); desgl. (mit bindung an bestimmte casusformen) bei Goldmann u. a. (s. o.); gewölber begegnet bei Lohenstein, Hoffmanswaldau, der schles. chronik, in Meltzers Schneeberger chron. 124, Stranitzky, bei dem Schweizer Haller wie bei dem Hamburger Brockes, bei Picander, Schnabel, bei Lessing (10, 66); Winckelmann (1, 347 u. öfters); Herder (15, 173), Hippel, Lichtwer, Zachariae, Pfeffel; ebenso in der deutschen fassung des franz. armeebefehls von 1806, vgl. auch: gewölber bei Müller-Fraureuth a. a. o. wie Wieland (Hermann v. 640) so hat auch Schiller in seinen ersten werken die form gewölber bevorzugt, die in späteren ausgaben durch gewölbe ersetzt wurden: neunfach durch die heulenden gewölber die schlimmen monarchen (1, 341); alle gewölber wimmeln bühnenbearbeitung des Fiesco 4, 1 (3, 288; gewölbe bei Boas); über gewölber geisterseher (4, 203 nach den ausgaben des geistersehers von 1787—92; gewölbe in der ausgabe von 1798 und später in den gesammtausgaben); vgl. auch: gewölbe in der Turandotbearbeitung s. 13, 437; J. H. Haid, der in seiner geschichte von Ulm (1786) die schriftgemäsz erscheinende form anstrebt (s. 114 gewölben), läszt sich das mundartliche gewölber doch auch gelegentlich entschlüpfen (275). dazu vgl.: gewölber, gwelma als pluralformen bei H. Fischer 3, 636; kwelper, kwelwer Martin und Lienhart 2, 818. IIII. der überblick über die gebrauchsformen der neuhochdeutschen periode wendet sich bei unserem substantiv weniger den verbindungen als den bedeutungsfärbungen zu. der begriff der wölbung beherrscht den gebrauch des substantivs als eines fachausdrucks der bausprache und wird von hier aus zum anknüpfungspunkt lebensvoller bilder und vergleiche. in der beziehung auf naturerscheinungen und auf kunstgebilde anderer art läszt sich der begriff der fläche von dem des hohlraumes so wenig trennen, dasz die gruppe schon unter diesem gesichtspunkte für sich zu nehmen ist; abgesehen davon, dasz mit den ausgesprochenen übertragungen des baubegriffes auch solche verwendungen sich kreuzen, die unmittelbar von der grundbedeutung des substantivs abgezweigt werden können. eine dritte gruppe beherrscht der begriff des hohlraumes in der baukunst, der die oben schon belegten positionen für lange nicht nur festhält, sondern auch in mancherlei sonderformen entwickelt und verfeinert. der neuesten sprache freilich stirbt der lebendige gebrauch in dieser letzten gruppe ab, es sind einzelne reste wie das grüne gewölbe in Dresden als bekannter vertreter des schatzgewölbes oder einzelgebiete wie das bombensichere gewölbe des festungsbaues oder endlich übertragungen und bilder, die noch bruchtheile des alten so vielverzweigten gebrauches festhalten. II@11) der begriff der wölbung: gewölbe als die gewölbte fläche ausschlieszlich des hohlraums, den sie überspannt. II@1@aa) der fachausdruch der bausprache II@1@a@aα) kommt am reinsten in theoretischen erörterungen und praktischen anweisungen zum ausdruck: II@1@a@a@11)) und in der höh theilt man ihre (der säulen) theil aus zu den bögen der gwelb A. Dürer (unterweisung und messung) nachlasz 183; viel sind, die gross lieb haben zu seltsamen reichungen in den gewelben zu schlieszen ebenda u. a.; dem bauwherren grosser nachtheil und gefahr zubesorgen, als mit erd, gewelb, oder grund ein und nider zuo fallen, regen und nesse halber L. Fronsperger von burger ... gebeuwen 7a, die gekrümte decken ... können auch ausz mauerwercke bereitet werden, alsdann werden sie gewölbe genandt Goldmann anweisung zur civil-baukunst 118; ebenso 57; die bau-verständigen loben vielmehr die gewölbe, die schlecht in einer länge fortgeführet sein, als die lächerliche (!) gothische dreieckichte und verwürrete fächer, welche sie in grosser menge machten 119; wir finden unseren allgemeinen wohnplatz, die erde, mit dem erhabenen gewölbe des himmels weit angenehmer bedeckt, als wenn er die gestalt eines viereckigten mit einem geraden boden bedeckten zimmers hätte, und grossen gebäuden, dergleichen die kirchen sind, geben die gewölber ein herrlicheres ansehen, und das gepräg eines grossen und kühnen werks Sulzer theorie 1, 478a; da die gewölbe nach einem gewissen bogen geführet, und die steine keilförmig gesetzt werden, so drückt die last davon nicht perpendikulär, sondern nach den seiten. je gedruckter und niedriger nun der bogen des gewölbes ist, um so viel mehr treibt er auf die seite, und erfordert eine um so viel stärkere wiederlage, da hingegen die hohen und spitzigen gewölbe so starke wiederlagen und pfeiler nicht brauchen. sind nun, insonderheit bei niedrigen gewölben, die wiederlagen und pfeiler nur um ein weniges zu schwach, so ist man in gefahr, dass das gewölbe auf einmahl einschlägt, macht man sie hingegen gar zu dick, so bringt man den bauherrn in unnöthige kosten an materialien und arbeit, und nimmt noch dazu viel platz weg ... um nun hierin eine regel zu treffen, damit man nicht ins gelag hinein baue, so hat man aus der erfahrung wahrgenommen, dasz sich die stärke der niederlage auf folgende weise am sichersten finden liesze ... Krünitz oecon. encyclopädie 18, 339. dazu vgl. auch sp. 6653/4 unter den buchungen; dass ... allezeit von den alten mehr mörtel als steine gebrauchet sind: auf eben diese art sind alle alten gewölber gemachet Winckelmann (baukunst der alten cap. 1) 2, 361 Eiselein; wenn das gerüste zu den gewölbern vorher mit schalen und brettern war geleget worden, schüttete man ... mörtel und kleine steine ... auf die bogen des gerüstes von brettern, bis zu einer bestimmten dicke ... alsdenn trug man eine lage von eben demselben mörtel darauf, um das gewölbe oben glatt zu machen (fragment z. baukunst) 2, 488 (in der abhandlung: das gerüste oder die wölbung 2, 363); in Griechenland hat sich diese erde, so viel man weiss, auch nicht gefunden ... und der mangel derselben ist mit ursache, dass die Griechen nicht, wie die Römer, mit leichtigkeit gewölber machen können (baukunst der alten cap. 1) 2, 361 u. a. II@1@a@a@22)) hier werden unter den mannigfachen loseren verbindungen auch schon einzelne feste formen erkennbar. II@1@a@a@2@aa)) parallelverbindungen sind mehr bei der gliederung in die einzelnen sonderformen (s. u.) beliebt: do keen hat her noch zu rechen ein gewelbe und einen gebil Marienburger tresslerbuch (14./15. jahrh.) 203 Joachim; dazu vgl. die abgrenzung von gewölbe und schwibbogen: schwiebbogen ... die gewölbte steinerne decke eines raums; ein gewölbe, welches sonst im hochdeutschen üblicher ist, wo man unter schwibbogen am häufigsten die nach einem bogen geschlossene öffnung einer mauer versteht Jacobsson 4, 107a; dagegen herrschen genitivverbindungen vor, und zwar mit unterordnung unseres substantivs (zur überordnung vgl. β): bogen der gewelb A. Dürer s. o.; grund des gewölbes Zedler 10, 1394; in den vertieften feldern des gewölbes Winckelmann 2, 488; bis auf das mittel des gewölbes oder dessen rücken 2, 364; vgl. auch 363; breite, mitte, krone, gurt, schlusz des gewölbes bei Krünitz a. a. o.; das fest ... sollte vor sich gehen und ... der schlussstein eines neuen gewölbes ... eingesetzt werden Göthe br. 27, 5; im oberen teile des gewölbes waren blenden zur aufnahme von geräten ausgehöhlt Ratzel völkerkunde 2, 51 u. a.; alle anderen arten der gewölber Goldmann 119 (vgl.gewölbeart) u. a. adjectivische attribute dienen der gliederung, soweit diese nicht durch composita (s. u.) gekennzeichnet ist, vgl. platte, gedruckte, hohe, gothische, spitzige, ordentliche, doppelte gew.; ein gerades gewölbe, wenn es aus keilförmigen steinen zusammengesetzt ist, kann ebenfalls bestehen Krünitz 18, 345; hängende gewölbe Schönermark 895; vgl. Lueger 4, 505. II@1@a@a@2@bb)) unter den verbindungen mit verbis stehen die subjectverbindungen hier gegen die des objectes auffallend zurück, vgl.: wo sonsten das gewölbe aufliegen solte Goldmann s. 119; gegen: in kleinen gemächern sein die glatten gewölbe, welche solche vertieffungen nicht haben, vorzuziehen ebenda; in beiden arten sehen die gewölbe starck und artig ausz ebenda; unter den objectverbindungen scheint ein gewölbe machen, das Winckelmann so oft gebraucht (vgl. auch sp. 6653), veraltet; es ist am erträglichsten mit weiteren bestimmungen: ausz marmelsteinen ... ein gewölbe machen Goldmann 119; gewölber werden mit der hand gemacht Winckelmann 2, 363; dagegen vgl.: im schlosz ... vast rundher 4 gewelber auf ainander gesetzt sein Hainhofer reisetagbuch 91; drei gwölber hoch in der höh gefiehrt, mitt quaderseilen underfangen Fiz chron. v. Reutlingen s. H. Fischer 3, 636; an dem abhang des erdreichs aufgeführete gewölber Winckelmann 2, 500; die alten sucheten ihre gewölber ... so leicht als möglich zu halten 363; die gewölber zu erleichtern 364; soll man ein ohrgewölb darüber an die gewölbe anfügen Goldmann 119; kan man die gewölbe anderwärts stattlich auszieren ebenda; die meist verbreitete wendung ist das gewölbe schliessen, vgl.: so die aufgezogen und aus der pfeiler theil ein gwelb geschlossen wird, sicht das gar wunderlich Dürer a. a. o. 183; ist ein gewölbe zu schlüssen und ein bogen aufzumauern, so richtet man darunter ein boggestelle Butschky Pathmos 323; so mag man das gewölbe darüber schliessen Goldmann 119; dann hebt er, auf erhabnen säulen, palläst, und schlieszt, mil grosser pracht, die weit gedehneten gewölber (then to the pillar'd dome, magnific, heav'd his ample roof). Brockes übers. v. Thomsons jahresz. 293 (herbst). vgl. auch: durch diese säule war das gewölbe in vier theile getheilt H. Steffens was ich erlebte 1, 39; an den säulen im grossen saal oben an den captel sein auch münch eingehawen, die gleichsam das gewelb tragen Hainhofer reisetagebuch 89; die innere seulen tragen das gewölbe Goldmann 129. II@1@a@a@2@cc)) die präpositionalverbindungen bieten wenig: das dach wird besser inwendig mit einem gewölbe ausgefüllet als mit einem höltzernen gespärre Goldmann 135; von runden gebäuden mit einem gewölbe oder cupola Winckelmann 2, 380; spatziersähle, darein das licht im gewölbe durch sechs ... tageloch durchfiele Goldmann 132; jene art von schlaken finden sich offenbar in alten gewölben Winckelmann 2, 364; ähnl. 2, 489; diese findet man häufig an den gewölbern 2, 490; ähnl. 365; nachdem das gerüst zum gewölbe angeleget ist 364; (vgl. aber: die ... sind aber nicht sehr tauglich zu gewölben) 362; der spatziersahl empfienge sein licht beiderseits durch gewölbe, durch fenster, welche im dache auffgethan wären Goldmann 132. II@1@a@a@2@dd)) dagegen sind die formen der composition, wie sich schon in den buchungen zeigte, hier besonders mannigfaltig: zu dem stücke der grundmauren gehören auch die keller und die langen spatziergänge unter der erden ... sie sollen gewölbet werden, nehmlich mit tonnengewölben, die creutzgewölbe sein dar zu schwach Goldmann 66; ein tonnen-gewölbe ist ein lang gewölbe in einem bogen fortgeführet, welches wie eine halbe hohle welle auszsiehet 119; man braucht sie (die tonnengewölbe) nicht nur in kirchen über dem schiffe, und der stärke wegen in den gallerien, sondern auch über bibliotheken, gallerien und treppen Krünitz 18, 334; kreutzgewölbe ist gleichsam aus zwei kreutzweise durcheinander gehenden tonnengewölben gemachet 18, 334; ihr (der kreuzgewölbe) eigentlicher ort ist in den capellen und vorhäusern, insonderheit aber über den ruheplätzen der mit tonnengewölben gedeckten treppen. überhaupt sind sie bei grossen massiven gebäuden sehr nützlich ... bei erbauung eines waarenlagers, oder küchen und vorrathkammer, oder bei einem gebäude, welches ein kellergeschosz hat, in welchem bedientenstuben und unter solchen noch andere keller befindlich sind 335; ein kreutzgewölbe ist, wenn die bögen über eckicht geführet, mitten ein creutz vorstellen 119; vgl.kreuzgewölbe Paul Heyse 2, 7, 121; vgl. auch unten theil 5 sp. 2193; mulden- und spiegel- gewölbe, derer jenes umb und umb mit einem viertelkreisse ausz der wand sich beuget, und im mitten ein platt viereckicht stücke einschleuszt: dieses beuget sich von allen wänden mit gesagter krüMe, und kommt mitten in einem kreisz, welchen man nabel nennet, zusammen Goldmann 119, vgl. auch s. 128; 124; vgl. Krünitz 18, 336; die halbkugel gewölbe sein, welche die gestalt einer halben hohlen kugel besitzen Goldmann 119; vgl. s. 127. 130; vgl. in die höhe wie ein grosse capeln erbawet, die oben mit einem runden kuglechten gewelb beschlossen ist Rauwolff s. 29; vgl.kugelgewölbe theil 5 sp. 2541; muldengewölbe theil 6 sp. 2653; ohrgewölbe, auch nur das ohr ... ist ein kleines gewölbe in und an einem gröszeren, z. e. wenn die fenster und thüren in einem gewölbe von neuem überwölbt werden Krünitz 18, 338; vgl. theil 7 sp. 1255; dazu vgl. die angaben bei Schönermark: bruchstein-, fächer-, guss-, hauben-, kappen-, kloster-, kreuz-, kugel-, muschel-, netz- schnecken-, spiegel-, stern-, tonnen-, trichter-, walm-, zellen-gewölbe hochbaulexikon 895; vgl. auch die buchungen oben; vgl. nischen-, rampen-, zonen-gewölbe im lex. d. ges. technik 4, 505; säulengewölbe Stifter studien 1, 448; dazu vgl. den gegensatz von steingewölbe (Opitz 1, 205) und holzgewölbe (Grillparzer 12, 5; vgl.hölzerne gewölbe bei Zedler 10, 1395 und Jacobsson 5, 673a, der auf die arche Noah verweist). II@1@a@bβ) mannigfaltig gliedert sich der bedeutungsinhalt, wo der zusammenhang die dienste erkennen läszt, die das subst. leisten soll. II@1@a@b@11)) noch immer wird das subst. im kirchenbau angezogen, wenn auch die profanbauten nunmehr hier überwiegen s. 2)). II@1@a@b@1@aa)) die kirche hat ein gut gewelbde Zeitzer copialbuch 324a u. a.; also haut Wittigow das münster ouch mit vil costlichen sülen und gewelben gebuwen Gallus Oheim chronik von Reichenau 91 Barack. II@1@a@b@1@a@aα)) das gewölbe zielt allgemeiner auf den hauptraum der kirche, die überwölbung des schiffes: die selbigen haben alle gestuele und lichte zurrissen und zubrochen ... den weikessel auszgegossen und voll kalck gethan, die krohnen und grosse lichte alle aufs gewelbe getzogen in die hohe, das man dartzu nicht kan kommen (Magdeburg) dtsch. städtechroniken 27, 152; do verbrantent ... die dach und was do obewendig der geweilbe was und vil andere gezierde indewendig des münsters Twinger von Königshofen s. dtsch. städtechron. 9, 724; stehn nit heilige palmesel gemeinlich auff der borkirchen, oder auff dem höchsten gewelb Fischart Gargantua 205; das gewölbe dises grohssen baues, welches überal mit schönem bildwärke geziret ist, ruhet auf sechs und dreissig marmel-steinernen säulen Zesen Adriatische Rosemund 161 neudr. (von der Markuskirche in Venedig); erde, trocknes land, blumen und kräuter — noch ohne sonne! endlich kommt sie, wie auf unsern kirchengewölben, mit mond und stern begleitet Herder (älteste urkunde des menschengeschlechts I 1) 6, 200; die kirche war ein altes gothisches gebäude mit dicken pfeilern, die das hohe gewölbe unterstützten Ph. Moritz Anton Reiser s. 63 neudr.; als gegen abend der freund nicht kam, suchte ich in der betreffenden kirche nach ihm. die hohen gewölbe stiegen im dunkel hinauf, nur in einer seitenhalle war licht C. Hase (jugender.) 11, 1, 211; nun flüstern einsam nur die wind' im dom; der beichtstuhl trauert von der spinn umflort; die orgel wälzt nicht mehr der töne strom durch die gewölbe majestätisch fort. Matthisson (das kloster) 1, 167, vgl. auch Scheffel 3, 24: mir wird so eng'! die mauern-pfeiler befangen mich! das gewölbe drängt mich! luft! Göthe (Faust 1) 12, 201. II@1@a@b@1@a@bβ)) vereinzelt sind engere begriffe belegt, die wölbung über einem einzelnen theil der kirche oder über einem bildwerk: von dem selben fūre verbrantent auch die orgeln gerwe und das bligen dach uf dem selben mitteln geweilbe von den zweigen vördern durnen Jacob Twinger von Königshofen s. deutsche städtechron. 9, 725 var.; und am ersten die zwei gewelb ob dem altar machen lassen, kosten mer dann 75 gulden Nicolaus Muffel s. dtsch. städtechroniken 10, 744; han ich, Urlich Walther, ain gwel lassen machen czuo Werd im chor in der pfarkirchen. mer han ich ain gwelb lassen machen in der abseitten in der pfarkirchen czuo Werd und ain glas darunder, darin stat Walther und Hager wappen, helm und schilt ... so hat Hans Walther darneben auch ain glasz und gwelb und vier schwibogen lan machen beilagen zur Augsburger chronik des Mülich s. dtsch. städtechron. 22, 394; es was ain klosterfrau, die hies Felitz Fuggerin, die gab 1 M fl. zu dem pau, doch man muost sie ir wapen in das gwelb in den neuen kor lassen machen Augsburger chronik des Rem s. dtsche, städtechron. 25, 83; das gwelb und sant Zimbrechts altar wurd eingeworfen 35; do haben sie den rosenkrantz und das gewölmd zerstört, die bild herabgeworfen, unser frawen den kopf abgesegt zum bauernkrieg in Oberschwaben s. Baumann s. 383; das gewölbe (des chors) musz beiderseits ohren haben über den fenstern, sechs auff einer und sechs auff der andern seite, und unter jedes ohr-gewölblein koMt ein viereckicht hoch-fenster Goldmann anweisung zur civilbaukunst (1699) 129. II@1@a@b@1@bb)) für die verbindungen gilt das oben bemerkte: vgl. auch: den bau einer alten echt-gothischen kathedrale ... ihrer steine, gewölbe, mauren, Herder (anhang zur Adrastea) 24, 451; von manchem dom ... unter dieser kupole, neben diesen mauern und pfeilern, unter diesen gewölben und bogen 459; der aufbau des schiffs mit seinen schönen gewölben und bögen H. F. Massman die hohe schule (1858) 2; ein gewölbe machen lassen — zerstören, aufs gew. in die höhe ziehen u. a.; wenn der junge musikus dann ... die tiefen mächtigen register durch die gewölbe brausen liesz Storm 2, 293; zu den formen der composition vgl.: creutzgewölbe Goldmann 130 (s. o.); kesselgewölbe ist ein gewölbe, welches von unten oder innen dem boden eines kessels gleichet, oder einer halben hohlen kugel ... oder einem helme ähnlich ist, daher es auch ein kugelgewölbe oder helmgewölbe heisst, und in manchen fällen eine kuppel genannt wird, wie es denn auch ein chorgewölbe genannt werden kann, denn es wird gemeiniglich nur über dem ende des chors in einer kirche und auch klein über bilderblenden (nischen) gebraucht Krünitz 18, 336; in der oefnung von etwa 8—9 zoll der oberen dekke des kirchengewölbes ... innerhalb des kirchengewölbes hinter der orgel J. F. Hartmann anmerkungen über gewitterelectricität (1764) s. 44; s. auch theil 5 sp. 803; ohrgewölbe s. theil 7 sp. 1251. II@1@a@b@22)) im profanbau sind II@1@a@b@2@aa)) die formen der verwendung mannigfaltiger. II@1@a@b@2@a@aα)) auch hier kennzeichnet das subst. die decke eines raumes, doch gilt das zunächst weniger für den wohnraum des bürgers als für öffentliche gebäude und für schlösser und burgen: hat der oftgenant abt Georg angefangen ain schone liberei ... in 3 jaren von gehauen stucken aufgefuert bisz uber dasz erst gewelb Knebels chronik v. Kaisheim s. 332; und furchten, ob ich und die unsern schwiegen, das der tisch, offen und gewelb der cancellei wurde über ihm ruffen und schreien: 'Emszer leug dich nit zu todt' Luther auff des bocks zu Leipczick antwort (1521) 12 neudruck; zur Polen könibegräbnus gehOeret noch das castrum doloris, welches mit der spitzen bisʒ an das gewölbe reichete, und mit lautern liechtern besteckt war Prätorius zodiacus mercurialis 201; wöllen wir ... hinein gehen in den untersten grossen saal, dieses saals zierliches gewölb tragen acht schöne viereckete roth marmelsteinerne säulen curia Augustanae reipublicae (Augsburg 1714) s. 5; das blut ihrer schlachtopfer war durch die ungeheuren säle geströmt, wo unter dem papste Klemens ... nur der jubel üppiger gelage von den hohen gewölben zurückhallte Matthisson (er. 1, 7) 2, 319; für wohnzwecke wies diese art von gewölbe manchen übelstand auf; die ausdehnung in die höhe, die dem auge gefällig war, erschwerte die erwärmung namentlich zur winterszeit vgl.: es könten solche stuben überwölbet, und das gewölbe mit einem krantze unterzogen werden: und könte man im sommer das gewölbe sehen lassen, aber im winter eine gemahlete leinwand, anstatt einer platten decke an rincken über dem krantze anschnüren ... dass die wärme nicht ins gewölbe darschlüge, sondern diese niedrige decke die wärme unten erhielt Goldmann s. 127; daher ist die verwendung des substantivs in dieser richtung nicht geläufig. die einzelnen ausnahmen kennzeichnet meist ein besonderer fall, so wenn es Göthe für das studierzimmer Fausts (in einem hochgewölbten engen, gothischen zimmer 12, 31) anzieht: beschränkt von diesem bücherhauf, den würme nagen, staub bedeckt, den, bis an's hohe gewölb hinauf ein angeraucht papier umsteckt. 12, 31; es weht ein schauer vom gewölb herab. s. 33; anders das folgende, wo die handlung im süden spielt und wo überdies an die, dem öffentlichen gebrauch zugängliche weinschenke zu denken ist (s. hier unten; vgl. sp. 6676): si gingen in das anstossende gemach, welches, ebenfalls leer und still, von einer lampe schwach erhellt wurde, die am gewölbe hing G. Keller (Züricher novellen) 6, 296. II@1@a@b@2@a@bβ)) mannigfach sind nun die bedeutungsverengerungen und gebrauchsformen, denen dieser begriff der gewölbten decke gerade im profanbau sich zuwendet. schon mittelhochdeutsch ist die beziehung auf thürme und thore belegt; dazu vgl.: der usser Metzigerturn ... mit eime geweilbe und mit zinnen Königshofen s. dtsch. städtechron. 9, 721 (vgl. unten sp. 6670); zwischen disem geleut schluog dasz wetter gleich an dem thuren in dem creuz an die gerechten hand gegen dem schlaufhausz durch dasz gewelb ab Knebel chronik v. Kaisheim s. 328; der heftige sturm, der über uns im gewölbe kracht ... hat vermutlich die mauer zerrissen Gerstenberg Ugolino 1 (dtsch. nat. litt. 48, 224); und du hobest mich auf und trugst mich herüber, durch deinen hof weg. da stand noch das thor des hauses mit seinem gewölbe, wie es jetzt steht; es war allein von allem geblieben. Göthe (Hermann und Dorothea 2) 40, 251; im gotischen gewölb von seinen thoren entsteht die nacht, und, kaum geboren, wächst sie in seiner mauern schosz, bis sie im innern dasteht, furchtbar grosz. Grillparzer (probe einer übers. d. Calderon) 135, 39; über dem gewölbe des thors kann ein wachthausz platz finden Goldmann 135; war es der lustige zwiebelaufsatz, welcher die dicken alten thürme krönte? oder war es das thorgewölbe, welches gerade vor den reisenden den eingang zur stadt in lockendes dunkel hüllte? G. Freytag (verlorene handschr. 1, 3) 6, 42; thorgewölbe Rückert 2, 223; daran schlieszen sich gewölbe an treppen und übergängen: diese treppe wird durch ein gewölbe getragen, das auf gekuppelten ionischen säulen ruhet Nicolai beschreib. einer reise 152; diese findet man häufig an den gewölbern eines bedeckten ganges im circo de Caracalla Winckelmann 2, 490. besondere aufmerksamkeit aber wird dem gewölbe im fundament des bauwerks geschenkt: von eim keller grad oder hff gewelbe im bogen abgemessen ... anderthalb glden auffs höchst Leonhart Fronsperger von burger ... gebeuwen (1564) s. 77b; ... es wäre auch sehr gut, dasz die mauren gegen dem keller so viel dicker wären als die ober mauer, dasz die gantze dicke des gewölbes, auff der zugegebenen dicke ruhete, solcher gestalt würde die übrige mauer den oberbau tragen, und vom gewölbe nicht beschweret werden Goldmann 66; feine gemächer wie cellen in den clöstern gegen dem Gleesberg zu, nebst einem stattlichen saal, ingleichen unten starcke gewölbe Meltzer Schneeberger chronik (1716) s. 124; vgl.: stolz ruht er (der wohnbau) auf tüchtigen kellergewölben M. v. Ebner-Eschenbach (der kreisphysicus) 2, 7; vgl. auch kunstgewölbe theil 5 sp. 2700. wie sich hieraus unter dem gesichtspunkt der benutzung der kellerräume die mannigfachsten bedeutungsunterschiede entwickeln, ist unten bei den gebrauchsformen von gewölbe für den überwölbten raum (s. 3) dargestellt. hier sei an den weinkeller erinnert, der sich zur weinschenke weiter bildet und für den Auerbachs keller in Göthes Faust auch mal den bloszen flächenbegriff belegen läszt: wenn das gewölbe wiederschallt, fühlt man erst recht des basses grundgewalt. Göthe (Faust 1) 12, 104. II@1@a@b@2@a@gγ)) wo das gewölbe auszerhalb des hauses im tief- oder hoch-bau zur geltung kommt, zielt es meist auf auszerdeutsche bauten: in unsern zeiten hat man ... ein gewelb gefunden, welches ein kleffteriger baum ... im umbfallen entblöst hat Joh. Mathesius Sarepta 15b; liesz tobel und gewelb under den gassen in Rom machen damit aller wst und unflat under dem erdtrich hindurch vil weg flOesz Carbach verdeutschung des Livius 12r; ausz gelegenheit vnd gebäuw dieses gewölbs will mich beduncken, es sei ein wasserleitung gewesen Christ. Wurstisen Basler chron. 33; item die grosse lust garten, so er der königin lies bawen oben inn der höhe auff gewelben uber den dechern Luther (der prophet Habakuk ausgel. 1526) 19, 41; gegen aufgang ist diser bau (der dogenpalast in Venedig) über-aus prächtig an zu sähen; dan er hat sechs und zwanzig gewölbe, und gleich so vihl säulen von marmel, über welchen ein lustgang ist Zesen Adriatische Rosemund 157 neudr.; in dieser statt hatte es, wie in andern, schupfen und gewölber an den häussern, unter denen er gienge historien von Lazarillo de Tormes (a. d. Spanischen des Mendoza Augsb. 1726) s. 34; führet ich jhn alsbald ausz dem gewölbe auff die gassen hinausz und gerad gegen einer steinernen seul uber, welche sampt andern das gewölb auff der andern seiten truge 35. beim brückenbau dagegen findet das subst. auch nach heimischem brauch seine stelle. die belege lassen zweierlei gebrauchsformen erkennen: für bauten auf der brücke, häufiger für den brückenbogen, vgl. iedoch erfodern die brücken, darauff man lauben oder gewölber begehret, wohl starcke grundbäue Goldmann 135; gegen: item in dem selben jare ... was ein grosze bescheideliche fluit unde ein gewesser ... unde zu Limpurg ging die Lane glich dem gewelbe an der Trenkporten, di was seszen fusz hoch Limburger chronik 91; wenn ich jetzt auf der steinernen mainbrücke stehe ... und den gleitenden strom betrachte ... so ist es mir, als ob ich über ein leben erhaben stände. ich stehe daher gern am abend auf diesem gewölbe und lasse den wasserstrom und den luftstrom mir entgegenrauschen Heinr. v. Kleist an seine braut 103 (aus Würzburg); da reisset die brücke der strudel hinab und donnernd sprengen die wogen des gewölbes krachenden bogen. Schiller (bürgschaft) 11, 286. II@1@a@b@2@bb)) unter den verbindungen sind hier die nominalverbindungen stark hervorgetreten, so die genitivformen, die das substantiv nicht nur untergeordnet, sondern charakteristischer übergeordnet zeigen: vgl. durch die decke oder dach des gewölbes Goldmann 136; (vgl. auch dicke des gew.; gebaüw dieses gew.) gegen: gewelb der cancellei, — des thors — eines bedeckten ganges (s. o.); des gewölbes des laubens Goldmann 136; auch parallelverbindungen sind hier belegt: inwendig schmücken ... muscheln ... die wohnung aus; voran gewölb und wand von bunten kieselsteinen. des herrn v. königs gedichte 81; und als zum dritten das horn erscholl da borsten gewölb und wand. Strachwitz (Rolands schwanenlied) 89; bei erbauung verschiedener brücken und gewölber Schübler zimmermannskunst cap. 33 u. oft. vgl. (s. o.): tobel und gewelb; lauben oder gewölber; dazu vgl. die composita: huofgewölbe, kellergewölbe, vgl.er machet ouch den garten zwüschend dem münster und sant Johanns, denselben mit ainer mur und rottund und sinwel gewelben umbmuren Gallus Oheim chronik des klosters Reichenau s. 91 Barack; in diesem (der laube eines schwatz-sahls) loben wir eine gekrümmte decke oder tonnengewölbe Goldmann 125; über dem schiff (einer königlichen kunstkammer) kann ein halbkugelgewölbe, und auszwendig ein helm mit einer laterne gegeben werden 127; spiegelgewelbe ist dasjenige, so einem kloster-, auch wohl mulden- und kesselgewölbe gleichet, sich nicht aber ganz in bogen schliest, sondern in der mitte ein gerades eingefasztes feld, ein ebenes viereck, oder aine ebene rundung wie ein nabel oder zwickel, welches der spiegel heiszt ... diese art gewölbe sind vornehmlich in einem staatsgebäude, wie auch zur bedeckung einer kirche zu gebrauchen Krünitz 18, 337. bemerkenswerth sind hier auch die attribute: im gegensatz zu dem hohen gewölbe (bei Matthisson, bei Göthe in Fausts studierzimmer) steht das gewölbe in Auerbachs keller aus dem Urfaust: kann ich davor, dass das verflucht niedrige gewölbe so wiederschallt Weimarer ausg. 14, 263; anders das zierliche, runde gew. s. o.; unter den verbis tritt die verbindung mit tragen hervor, vgl. oben Mathisson, vgl.: alles ist massiv gebaut. der stall für tausend schafe trägt auf zwanzig granitsäulen das gewölbe Moltke (aus Kreisau 1867) 5, 81; vgl. auch durch ein gew. tragen s. o.; vgl. andererseits ein gew. abmessen, unterziehen u. a., die präpositionalverbindungen sind mannigfaltig; am meisten treten wendungen vor, die das gewölbe — in diesem falle die deckeals ziel und grenze kennzeichnen: uber das gewelb; bis an das gewölb, im gewölb durchschlagen. II@1@bb) an den terminus der bausprache knüpfen schon manche lebendige und anschauliche bilder an, vgl.: haben die weil kirchen gebawen, und haben doch da nit die höchsten not erwartet, bisz das die gewelb zerrissen und kirchen tachlosz wären worden Luther (predigten d. jahrs 1521) 22, 292. II@1@b@aα) die geschlossenheit des gewölbes, die so sichtlich durch das zusammenwirken der einzelnen teile bedingt ist und im schluszstein gipfelt, gibt mannigfache anknüpfungspunkte: die heiden, ouch die Jüdscheit sind also zuosamen gfügt und durch Christum allein vermügt als wann ein gwelb in dhöhe wirt von beiden siten uff gfürt so wirt zuoletst das gwelb allein beslossen nur mit eim stein, welcher stein dan oben staat der beid siten bschlossen haat. Uz Eckstein klag des gloubens s. S. Vögelein im jahrb. f. Schweiz. gesch. 7, 104: das bewusstsein, das ganze sei auf eine schwiegertochter eingerichtet, lag freilich zu grunde; aber auf ein frauenzimmer welcher art war dabei gerechnet? wir haben die mässige, liebe, verständige (Lili) ... kennen lernen, sie war der passende schlussstein zu einem schon aufgemauerten zugerundeten gewölbe; aber hier hatte man ... nicht läugnen können, dass um diese neue geworbene in solche function gleichfalls einzusetzen, man ein neues gewölbe hätte zurichten müssen Göthe (dicht. u. wahrh. 17. buch) 48, 64; ähnlich W. Meisters theatr. sendung 209; vgl. auszerdem theil 9 sp. 874; und wenn der ganze Orkus auf dich drückte! steh, stehe fest, wie das gewölbe steht, weil seiner blöcke jeder stürzen will! beut deine scheitel, einem schlussstein gleich, der götter blitzen dar, und rufe, trefft! und lasz dich bis zum fusz herab zerspalten, nicht aber wanke in dir selber mehr, so lang ein athem mörtel und gestein in dieser jungen brust zusammenhält. H. v. Kleist (Penthesilea v. 1349) 2, 346; nehmt diesem gewölb einen stein, so fällt das ganze gebäude, weil alle steine sich unter einander vesthalten Herder (Adrastea 1, 1) 23, 31; nehmt diesem gewölbe sein gegengewicht; es trägt sich nicht mehr, es sinkt und sinkt bis der sturz folget 102; ein marmelpfeiler steht recht mitten eingestellt, der das gewelb und auch die last des hauses hält. Simon Dach (übers. d. leidenden Christus 6) 248 Österley; wenn im unendlichen dasselbe sich wiederholend ewig flieszt, das tausendfältige gewölbe sich kräftig in einander schlieszt; strömt lebenslust aus allen dingen, dem kleinsten wie dem gröszten stern, und alles drängen, alles ringen ist ewige ruh in gott dem herrn. Göthe (zahme xenien VI) 3, 363; »woher ich dies und das genommen?« was gehts euch an, wenn es nur mein ward — fragt ihr, ist das gewölb vollkommen, woher gebrochen jeder stein ward.? Geibel juniuslieder 212 (1850). II@1@b@bβ) mehrfach wird auch das unten näher zu beleuchtende moment der isolierung angezogen; mit dem deckenden und abschlieszenden gewölbe werden handlungen oder beweisführungen verglichen, die zur vertheidigung oder auch zur verdunkelung eines thatbestandes dienen. am anschaulichsten ist hier Luther in einem ausgeführten bild: o wie hat D. Carlstad den spruch gefurcht? und fieng an ein gros starck gewelb uber sich zu bawen, wider diese donneraxt. aber da er nach stein und kalck greiff, ergreiff er spinweb (wider die himmlischen propheten II) 3, 72b Jena; ganz ähnlich: Des-Kartes und Newton, Newton und Euler! boten gottes ans menschliche geschlecht, warum sollen ihre offenbarungen nach einem alten stück des orients verstümmelt werden? warum dörfen die Gothen und Longobarden der geschichte des menschlichen geistes ihre denkmale zertrümmern; um ein gewölbe über Moses zusammen zu schlagen, in dem niemand mehr licht sieht? Herder (älteste urk. d. menschengeschlechtes 1, 1) 6, 207; anders: wie ihm solche vestung (Placentz) gefalle? dieser sprach: sie gefalle ihm gar wohl, und fehle derselbigen nichts, als dasz gott der herr ein gewölbe darüber schliesse, d. h. mit seinem schutze über sie halte P. F. Sperling Nicodemus quaerens 2, 493. II@1@b@gγ) auszerdem vgl.: kurz, was unter dem gedruckten gewölbe der hierarchie, lehnherrschaft und schirmvogtei entstehen konnte Herder (ideen 4, 19) 14, 424; vgl. auch 5, 360. zu der nächsten gruppe führen über: jr augbroen waren wie ein gewelb von ebenholz Fischart Gargantua neudr. 112; einer sitzt bey der tafel so ungebärdig, als wolt er mit beeden armen ein gewölb unterstützen Stranitzky ollapatrida Fuchsmundi (Wiener neudr. 10) 138. dazu vgl.: durch die milde sommerluft war das gewölb (des ausgehöhlten schnees) immer mehr abgeschmolzen, so dasz sie nunmehr als ein breiter brückenbogen zusammenhielt Göthe (wahrh. u. dichtung 18) 48, 123; dort sollte sie (die lava) wie mein führer versicherte, sogleich gewölb' und dach über sich herbilden (ital. reise 20. 3. 1787) 28, 67. II@22) wenn das substantiv für wölbungen in naturerscheinungen, am menschlichen körper oder für kunstgebilde auszerhalb des bauwesens angezogen wird, so kehrt es nur zum untergrunde seiner ursprünglichen bedeutung wieder zurück; doch läszt sich selten so wie eben feststellen, wie weit übertragungen des baubegriffes, wie weit urwüchsige formen den einzelnen fall bestimmen. II@2@aa) den flächenbegriff der wölbung hält hier vor allem II@2@a@aα) das viel angezogene bild für den himmel fest: da war keiner dem nicht das herz erzitterte und die gewalt des klanges zog sie zum gotteshaus, und die hallen öffneten sich, und das gewölbe ruhte auf säulen hoch, wie der sternenhimmel auf den wipfeln der eichen Uhland gespräch an einem sonntagsmorgen s. J. Hartmann Uhlands briefw. 1, 36. II@2@a@a@11)) die an sich schon so nahe stehenden begriffe sind im lateinischen noch besonders engtheilweise auch vorbildlichzusammengebracht; in der lat. bausprache tritt coelum sogar unmittelbar für die innere fläche des gewölbes ein; vgl. dazu: himel ob einem altar, tiburnium, epiciclus voc. inc. teut.; die oberdecke (der kirche) oder den sogenannten himmel insel Felsenb. 2, 73 s. theil 4, 2, sp. 1341; vgl. thronhimmel, betthimmel. für die entgegengesetzte verwendung reichen die deutschen belege nicht über das 16. jahrh. zurück, sie weisen auf Luther: ein groszer man mus er sein (S. Christoff), so gros, das er bis an das gewelbe reiche 29, 504 Weimar; wir sollen Christus reich also ansehen als ein solch gros gewelb, ia ein grossen weiten himel 572 u. a.; dazu vgl.: welcher, wie der sternen danz das gewölb, den himmel zieret. Weckherlin (od. 1, 7) 373; sihst du dann in der lufft nicht das gewölbe stehen, das blau gemahlte dach, das so viel wasser hält, den doppel runden bau der kugel dieser welt? Opitz (des von Pibrac vier verse 18) 1, 344; wir ... sehen den himmel, was siehet auch der gemeinste sinn in ihm? 'ein schönes gewölbe'! Herder (Kalligone 1) 22, 50; da war der himmel ihnen bald ein grosses weitausgebreitetes zelt, bald ein blaues, vestes gewölbe, bald gar der fuszboden gottes und seiner donnerpferd und donnerwagen (archäologie des morgenlandes) 6, 13. II@2@a@a@22)) die verbindungen von himmel und gewölbe bevorzugen subjectiven genetiv. doch vgl.: dasz der glanz der sonne all mein gold sei, ... der himmel mit seinen blauen gestirnten gewölben und der grüne hohe wald alle meine gebäude und hallen C. Brentano (chronika eines fahrenden schülers) 4, 19; natur ... cathedrale der gottheit, deren gewölbe der himmel, deren saülen die Alpen ... sind H. v. Kleist an seine braut 218; da springt vom festen himmel das gewölbe Arndt 5, 310. die voranstellung des genetivs, die dem compositum himmelsgewölbe zu grunde liegt, ist viel seltener belegt als die nachstellung. II@2@a@a@2@aa)) in diesen verbindungen ist unser substantiv gern durch attribute gekennzeichnet: II@2@a@a@2@a@aα)) ohne attribut sind zumeist präpositionalverbindungen belegt: ein freudiges zujauchzen und vivatrufen schlug an die gewölbe des himmels Lenz 3, 290 Tieck; ja mein vater, auf deiner stirne wurzelt ernst mein aug, gleich dem blick des steuermanns am gewölb des himmels F. M. Klinger (Damocles 1) neues theater 2, 10; im gewölbe des himmels A. v. Arnim 1, 174 Grimm; die eide ruhn verwahrt am thron des höchsten; allein der kirche arm reicht von den schlünden der hölle bis zu dem gewölb' des himmels. in auftrag von sanct Peter's heil'gem stuhl hol' euren eid vom himmel ich herab und geb' ihn euch zurück. K. Immermann kaiser Friedrich der zweite 2, 1 (werke 17, s. 189). dagegen vgl.: hätt' ich eure zungen und augen, ich wollte sie so brauchen, dasz des himmels gewölbe krachen sollte Wieland Shakespeare (Lear 5, 10) 1, 328. II@2@a@a@2@a@bβ)) die attribute sind zumeist schmückende beiworte, nur der nachfolgende beleg aus Lessing, der sich in der kennzeichnung des subst. mit dem vorhergehenden aus Wieland berührt, macht eine ausnahme: das krachende gewölbe des himmels drohet zu stürzen Lessing (theatr.-bibl. 2: Seneca Thyest 5) 63, 219. dagegen vgl.: silberfarben dein kleid, wenn du vom hohen gewölb' deines himmels die stadt und das dorf beschaust. Hölty (an den mond v. 17) 67 Halm; sogern ich ihnen Knebels gegenwart zu ihrer andacht gönnte, will er doch lieber unter dem hohen gewölbe des himmels heute anbeten Göthe br. 3, 236; o du hohes herrliches gewölbe des unendlichen himmels! was ist aus uns geworden Göthe (götter, helden u. Wieland) 33, 269; hoch stehen die saphirnen gewölbe des himmels maler Müller 1, 78; vgl.das blaue, blaugestirnte gew. sp. (s. o.); andererseits vgl.: doch Phöbus jagt die raschen pferde schon näher an der erde, durch eine steilre bahn, des himmels rund gewölb hinan. Uz (sehnsucht nach dem frühling) 160 Sauer. II@2@a@a@2@bb)) für die beliebtheit und verbreitung des compositums himmelsgewölbe bedarf es hier keiner zeugnisse; unten vgl. theil 4, 2, sp. 1355 ist es mehrfach aus Jean Paul belegt, in übertragener verwendung; vgl. auch: über sich das himmelsgewölbe der kuppel auf vier inneren thürmen ruhend (von der Peterskirche zu Rom) Titan 4, 81. daneben ist die verbindung mit dem adjectiv himmlisch mehrfach zu beobachten, die in der neuesten sprache aber wieder zurücktritt, wohl wegen der entwicklung dieses adjectivs zum bloszen steigerungsmittel: der sanfte glantz der güt und majestät durchstrahlt die himmlischen gewölber. I. J. Pyra und S. G. Lange freundschaftliche lieder (literaturdenkmale 22, 76); das gleiche schon Opitz poem. 2, 57; 3, 301; vom himmlischen gewölbe tief zum abgrund, wesz weges wir sinn und gedanken richten: wir eilen aufwärts oder steigen nieder, kein staub ist, den nicht seine macht erfüllte. Herder (vom geist der ebräischen poesie. 1. theil) 11, s. 261; wenn am tag zenith und ferne blau in's ungemess'ne flieszt, nachts die überwucht der sterne himmlische gewölbe schlieszt. Göthe (schwebender genius über der erdkugel) 4, 135 Weimar. II@2@a@a@33)) vielfach wird in solchen wendungen auf den himmel selbst erst im weiteren zusammenhang bezug genommen, oder es werden zur kennzeichnung des gleichen begriffes andere ausdrucksmittel verwendet. II@2@a@a@3@aa)) die sterne am himmel und das ganze schöne gewelb gottes Luther br. 4, 128; wo hat man ein gewölb jemals so starck gesehen, das tragen kunt ein bau, der am himmel thut gehen. Treuer Dädalus 1 667; dann das blaue gewölb hoch über ihm aufgehangen, mitten darinn des himmels aug' im glanze der jugend. Bodmer (Noah 175) 6, 207; schau an das blaue dach der schimmernden gewölber: der himmel, glaub es, fühlt die liebes-flammen selber. auserlesene gedichte (B. Neukirch) 1, 262; ich hob meine augen gen himmel ... kein wölkchen trübte das gewölbe des grossen tempels Pfeffel pros. vers. 9, 44; lügnerin heiss ich, wo nicht, wann die nacht das gewölbe verdunkelt, ihr aus erhabenen himmel die jüngst verherrlichten sterne, meine kränkung, erblickt. Voss Ovid (Kallisto 88) 1, 104. seit sich der enge gedanke verlohr, dasz das dach des himmels nur uns umschirme, dasz an ihm, wie nägel oder wie lampen angeheftet, für uns die sterne schimmern, dasz sonne und mond sich ins meer senken und in den wolken ein Jupiter donnre; seitdem zerbrach das eherne gewölbe, die decke wich und machte einem unendlichen raum, den höhen und weiten des äthers Herder (Adrastea 3, 2) 23, 508. II@2@a@a@3@bb)) der boden wankt!das offene gewölbe zittert! ein strahl! ein schwefelkeil! — er zielt auf mich! Ramler Pygmalion s. 11 (vgl. Gerstenberg in litt. denkm. 128, 84); er aber füllt mit rauch die schimmernden gewölber, wo seine gottheit wohnt. Haller (gedanken über vernunft) gedichte (1768) s. 54; der sternen weites gewölbe erschallt vom frohen koncert. Ew. v. Kleist (d. frühling) 1, 217; wo ihr geschwinder fusz die sterngewölber tritt. I. J. Pyra und S. G. Lange freundschaftliche lieder (literaturdenkmale 22, 100); euer haupt umschweben des lebens bilder, regsam ohne leben. was einmal war, in allem glanz und schein, es regt sich dort; denn es will ewig sein. und ihr vertheilt es, allgewaltige mächte, zum zelt des tages, zum gewölb der nächte. Göthe (Faust 2) 41, 84; in engen hütten und im reichen saal, auf höhen Ettersburgs, in Tiefurts thal, im leichten zelt, auf teppichen der pracht, und unter dem gewölb der hohen nacht, erschient ihr, die ihr vielgestaltet seid, im reitrock bald und bald im galakleid. (auf Miedings tod) 13, 140; er wölbte das gewölb' der rollenden sphäre, und hob empor das vier der elemente. Herder (vom geist der ebräischen poesie, 1. theil) 11, s. 261; es ist ein gott! antworten die ewigen sterne durch das gewölbe der natur. Tiedge (Varenir 2. ges.) 12, 55; genau so 33; dann erbet das geschlecht von zween brüdern dieses weite gewölb der winde. Denis lieder Sineds d. barden 36; ... ober uns gebreitet dies blauende gewölbe und sein glanz ... Arthur Schnitzler der schleier der Beatrice (3. act) (1901) 141. II@2@a@a@44)) als gegenstück zum himmelsgewölbe wird gelegentlich auch das der hölle (vgl. auch die unterirdischen gewölbe sp. 6672) angezogen: schon ertönte das ungeheure gewölbe der hölle von dem wilden geschrei des pöbels der geister. Klinger (Fausts leben) 3, 17 u. a. II@2@a@bβ) nahe lag auch der baumwuchs, dessen formen in der baukunst nachgeahmt und umgekehrt dieser nachgebildet werden: grüne bäume oder hecken, in gestalt der thiere und anderer dinge gezielet, als gewölber, schiffe, wägen J. L. Prasch thes. on. 69; lasst ... das laub von oben her für der sonnen-gluth beschwer ein gewölbe lieblich schliessen. Simon Dach 823 Oesterley; wo nur die pfeiler stehn der prächtigen laubgewölb und hohen schattengänge des tempels der natur. Wieland (Oberon 8, 51) 23, 101; grünende laubgewölbe, vom zartesten dille beschattet, bauete man. Voss Theokrit (15, 119) 144 (1808); u. a. s. theil 6, sp. 296. vgl. auch Tiedge 5, 32; Lingg 1, 99; G. Keller grüner Heinrich 1, 4 (erste ausgabe); die röthlichen stämme der fichten steigen aus wildem gebüsche hervor und tragen ein trauriges gewölb über mir Sal. Gessner (idyllen) 2, 87; auf dem flusse ... der schnell durch fluren unter grünen gewölben vorbeirauscht (Daphnis 1) 1, 165; und hör' des hains gewölbe schallen. Ew. v. Kleist (einladung auf's land) 1, 49; also erfrischt, bei hoher frühlingssonne, dichter ulmen gewölbe. Klopstock (oden: an Gisc. Zigno 3) 2, 88; ein heiliges rauschen, des göttlichen daseins gnädiges zeichen, kam über die wipfel der lüftigen eichen und erfüllte mit stillem säuseln die weiten gewölber. Wieland Herman v. 640 Muncker; vgl. auch: gewölb der linde Brentano romanzen 55; buchengewölbe Heinse s. oben th. 2 sp. 471; das hohe dunkle gew. der wipfel Storm 2, 235, ähnl. 137; gewölbe der vom nebel verschleierten baumriesen W. v. Kügelgen jugender. eines alten mannes 3. theil cap. 5; jetzo gelehnt an den stamm (er trägt sein breites gewölbe nicht zu hoch), liesz ich rundum die augen ergehn. Mörike (die schöne buche) 1, 98; der mond stand hoch am himmel, uns daher nur noch durch den grauen schimmer bemerkbar, der in den obersten gewölben der baumkronen lagerte G. Keller (grüner Heinrich 4) 3, 89. II@2@a@gγ) bei der beziehung auf das spiel der wellen wird die vorstellung der bloszen wölbung leichter in die anschauung des überwölbten raumes übergeführt; vgl.: hat er (der Rhein) beklagend solche lieb sich bald in sein gewölb beschlossen, und solche zeherflüss vergossen, dass seine herrschaft davon trüb. Weckherlin (oden 1, 1) 345; vgl. sp. 6669; in grünen gewölben der untersten fluthen weinet vielleicht des unsterblichen kind! F. L. Stolberg (der säugling) 4, 260; dagegen vgl.: bald werden sich die wellen bäumen und unter ihrem grün purpurnen gewölbe, dich und den gott liebebegünstigend verbergen Göthe br. 17, 223; vgl. auch ein meergewölbe und gegentheater der erde Herder (älteste urk. d. menschengeschl. 1, 1) 6, 200. II@2@a@dδ) bei Göthe wird das gleiche bild auch für das feuer angezogen: aufwirbelten viel tausend wilde flammen, und flackerten in ein gewölb zusammen. zum höchsten dome züngelt es empor, der immer ward und immer sich verlor. (Faust II 1) 41, 62. vgl. gewölbe der retorte ... der obere theil des rauches derselben Jacobsson 5, 673b. II@2@bb) soweit der begriff der wölbung auf organe und gebilde am menschen oder thier bezogen wirdwie oben bemerkt der ausgangspunkt der stammesgeschichte unseres subst.führt die vorstellung des körperlichen noch leichter von der bloszen wölbung zum überwölbten raum weiter: II@2@b@aα) für den busen (s. 6645) ist das subst. allerdings nicht belegt (dagegen gewölbt s. d.), wohl aber für den bauch und für das gesäsz: »beut mir deinen schönen roten mundt zuo dem fenster heraus und lasz mich dich nuor ein mal küssen« ... sie stieg uff den wasserstein, huob sich hinden uff, bot ihm das gewölb zuom fenster hinaus. da es also weisz war, da meint er nit anders ... es wer das angesicht und ... küsst sie ein mal oder zehen J. Frey gartengesellschaft (cap. 89) 105 Bolte; heut lieber bul, morn loser schelm, heut Gott wil kum, morn ksz mirs gwelm. Eyering 1 (1601) 685; seine sechs und vierzig ribben, dergleichen kein andres vierfusziges thier hat, sind ein langes gewölbe seines speisemagazins und wenn ich so sagen darf, die zu wirbeln verhärteten ringe eines fressenden blättersacks, einer raupe Herder (ideen z. phil. 3, 3) 13, 97; vgl. auch: dasz ich die speisen all zuerst empfange, die euch ernähren, und mit allem recht, da ich das vorrathshaus und das gewölbe des ganzen körpers bin. J. W. O. Benda Shakespeare (Coriolan 1, 1) 12, 10. II@2@b@bβ) manigfaltig, wie bei gewölbt, sind die verwendungen in bezug auf den menschlichen schädel, entsprechend den verschiedenen höhlen, die sich dort wahrnehmen oder aufdecken lassen. der blosze begriff der wölbung ist hier kaum getroffen: das profil der Griechen ist fühlbar schöner, da sich die linie der stirn verlängert, und in sanfter vertiefung die nase bildet: als jede andere endigung der stirn auf einmal, auf die ein gewölbe zur nase folgt Herder (studien und entwürfe z. plastik) 8, 90; dagegen vgl.: II@2@b@b@11)) was vor ein schatzhaus von ideen, lässt sich, an dieser hohen werkstatt des beinernen gewölbes, sehen, die wunderbar und unbegreiflich. Brockes (werkstatt der seelen) ird. vergnügen in gott 2, 448; als der gut man Grandgoschier solche unverhoffte unersinliche reden, bisz in das underst uund innerste gewelb seins verstand reichend, von seim sohn vernahme Fischart Gargantua 216 neudr.; das gewölbe des schädels, fornix cranici, wendet der convexen oberfläche des grossen gehirns eine concave glatte fläche zu C. E. Bock handbuch der anatomie des menschen 12, 116; vgl. auch 22, 43; (wir erzeugen) den oberen rand der augenhöhlen, der räume für die geruchsorgane und das gewölbe des vorderhirnes Göthe (zur morphologie) II 8, 26 Weimar. II@2@b@b@22)) die selbe zunge ist ... bewart mit einem gewelbe der gumen und umbgeben mit einer maure der zenen Albrecht v. Eybe 22b; vgl.gewölbe des gaumens Heinse 5, 24; bringt ihr zugleich den höllenrachen mit ... eckzähne klaffen; dem gewölb des schlundes entquillt der feuerstrom in wuth. Göthe (Faust 2) 41, 324. II@2@b@gγ) erzeugnisse menschlicher kunstfertigkeit auszerhalb der baukunst kommen für gewölbe weniger in betracht als für gewölbt (s. d.). doch gehören ausdrücke der kriegssprache hierher vgl. (s. sp. 6650) gewölbe für katze, ritterschild; desgl. für schantzgraben (s. u.); vgl. auch: als er die gewölbe und sturmdächer verfertigen lassen (hat Miltiades) sich gar an die maur gemacht verdeutsch. d. Nepos (1665) 20. anders: gewölbe der zünder, heisst die innere aushöhlung des kopfes derselben F. H. Rumpf realencyclopädie d. ges. kriegskunst 12, 366; II@2@cc) für den in anderem zusammenhange noch zu würdigenden begriff des überwölbten raumes (s. 3) ist nun vor allem die aus der mittelhochd. dichtung schon belegte beziehung auf erdhöhlen und grotten in anspruch zu nehmen: die gewölbe der baumannshöle und andere grotten Göckingk 3, 135 anm.; warum gerade diejenigen geheimnissvollen gehölze und trichterartigen gewölbe, die Molliens phantasie für einen erloschenen vulcan hält, die quellen des Gambia und Rio Grande sein sollen Ritter erdkunde 1, 357; in den tiefen erdgewölben hier das wasser, hier das feuer, unerbittlich dann die wächter, dann die wilden ungeheuer. Göthe (der zauberflöte zweiter theil) 11, 227. II@2@c@aα) hier ist es noch immer die zauberwelt, die bald auf der grundlage fremder, bald auf einheimischer sage fuszend, vom substantiv gebrauch macht. die romantik wirkt auch auf diesen gebrauch wieder belebend: Aeolus burg! in grausem gewölbe hält er allda die kämpfenden winde, die heulenden stürme mit tyrannischer macht in kerker und banden gefangen. Schiller (Aeneis 1. buch v. 23) 1, 121; die söhne Burs erhoben endlich gewölbe, dehnten Midgard aus. Denis lieder Sineds des barden 8, 2: als nun die interessirten bei stockfinsterer nacht, abgeredter maszen, mit ihren hütten in die gewölben nein kamen, zeigt er ihnen in der erden den gefundnen schatz ... Prätorius wünschelruthen 172; der dummling hob sie (eine marmorplatte) auf, und da war eine treppe, die führte hinunter, darauf ging er fort und kam in ein unterirdisches gewölbe, da sass ein mädchen und spann flachs brüder Grimm märchen (1812) 300 (nr.: 64, III); er sei fleissig in den felsenritzen und höhlen umhergeklettert, und habe sich mit unaussprechlichem vergnügen in diesen uralten hallen und gewölben umgesehen Novalis (Heinrich von Ofterdingen 1, 5) 15, 81; trafen sie ... einen abwärts gesenkten gang, in welchen die fussstapfen zu führen schienen ... es that sich ein neues gewölbe, von noch grösserem umfang als die vorherigen, auf 105; ward er einen mächtigen strahl gewahr, der wie aus einem springquell bis an die decke des gewölbes stieg (1, 1) 7; dazu vgl. hochgewölbe in Göthes Faust (II 3) s. theil 4, 2 sp. 1622. II@2@c@bβ) mannigfaltig sind auch die verwendungen in der bergmannssprache. zum begriff der wölbung vgl.: da er (der Halszbrückner bruch) die stempel alle zerquetscht ... aber auf den gewölben sitzen blieben Minerophilos 259; vgl. auch Jacobsson 2, 85b; doch, dass sie nicht sei unnütz in der grube musste sie dienen das gewölb zu tragen (des stollens). Fr. Rückert 3, 149; dagegen vgl. für den überwölbten raum: der erste (der 4 fürsten, die sich ihrer länder rühmten) zoge mit ruhm hervor seine schöne, grosse, feste städte und wol erbawete schlösser, gross einkommens, reichthumb, schätz, bergstädt und grosse gewälb voller silber kuchen Kirchhof wendunmuth (3, 29), s. 298 Österley; anders rauchgewölbe s. Göpfert ztschr. f. dtsch. wortf. 3. beiheft s. 73; vgl.rauchgewölbe th. 8 sp. 249. II@33) der begriff des überwölbten raumes II@3@aa) läszt sich auch in der baukunst nicht immer reinlich gegen den flächenbegriff der wölbung abgrenzen. II@3@a@aα) im gegensatz zu einer den begriff des raumes zurückhaltenden wendung wie: da verpran das schön dantzhausz bei sant Moritzen ... und in dem 1453 jar ward es wider gepaut kostlicher, dan es vor was gewesen. und das gewelbt durch das gantz hausz ward gemacht Augsb. chron. s. dtsch. städtechron. 25, 300, bleiben strittig wendungen wie: und wart der usser metzigerturn gemacht mit eime geweilbe und mit zinnen, also er ... ist Jacob Twinger von Königshofen Straszb. chron. 5 s. deutsche städtechron. 9, 721; das die kirche und gewelbe beben Luther von den conciliis (1539) T 1a; der ausbrechende lobgesang einer solchen menge von menschen schien das gewölbe zu erschüttern Ph. Moritz Anton Reiser s. 63 neudr.; man führte uns eine grosze steinerne treppe hinauf, und dann durch einen langen gewundenen gang über gewölber, wie ich aus dem vielfachen echo schlosz, das unter unsern füszen hallte Schiller (geisterseher) 4, 203. II@3@a@bβ) bestimmte gebrauchsformen, präpositionalverbindungen, zusammenstellungen mit synonymen sind es, die erkennen lassen, dasz der begriff des überwölbten raumes vorgedrungen ist: II@3@a@b@11)) ich was uf der orgeln, und was gewelbe, letten, bede orgeln und oben in den finstern alles foll folks B. Rohrbach liber gestorum s. quellen z. Frankf. gesch. 1, 192; über die in den kirchen und gewölben, kreuzgängen und vorhallen zerstreuten kunstdenkmale eine genaue übersicht zu erlangen Göthe br. 28, 7; heuser, gewölb oder gäden Wickram 2, 120 Bolte; und ihrer keis. mayt. ... der eingang in die kirchen und garten, ... freistehen ... auch alle diejenigen zimmer, stuben, gewelb und cammern, so zu der Böhemischen expedition gebraucht werden abhandlung zwischen ... Rudolffen dem Andern und ihrer maj. herrn brudern Matthiae A 1b; die stuben, cämer, gewelb unnd alle zimmer Putherbey tractat 70b; ich aufricht heuser wol-pesunen, mit keler, gewelb, pad und prunen mit gibelmauer von kwader-stain. Hans Sachs 23, 287 Keller-Götze; was man für schöne bildwerck in der fürsten und grossen herrn bAeder, abziechstben und gewelbern hat Putherbey tractat 69b; es gab da eine menge gewölbe, winkel, treppen Wilh. v. Polenz der Grabenhäger 1, 27; II@3@a@b@22)) im dunklen gewölbe unter dem ruffen der glocken und dem andringenden tone der orgel schrecktet ihr den bösewicht, den unterdrücker, mit ewigem gerichte Herder würkung d. dichtkunst (1. niederschr.) 8, 397; eine grosse männliche gestalt in einen mantel gehüllt, schritt durch das gewölbe und blieb auf einem grabsteine stehen Bonaventura nachtwachen (4) 29 Michel. welche stimme schallt auf einmal in den traurigen gewölben des palastes. Herder (Cid 232) 28, 438; man hat in dem gewölbe eines hauses zu Pompeji ein paar solche tafeln ... gefunden Göthe (von arabesken) 47, 238; ich trat in eins der gewölbe, um mich vor dem regen zu schützen ... in dieser mauerhöhle das schöne wunderkind zu sehen, machte mich lächeln (nachtr.: allg. fromme betrachtungen) 41, 1, 261 Weim.; herauf o sonne! lange schon harret dir der bard' entgegen, welchen der hahnenruf aus seelenhebenden gesichtern mitten in seinem gewölbe weckte. Göttinger musenalmanach auf 1770 s. 5 (dtsch. litt. denkm. 49); sie (die vertiefungen des theaters) befinden sich nicht vor, sondern hinter der scene, und stehen, soviel sich sehen läszt, mit keinem andern gewölbe in verbindung W. v. Humboldt über das antike theater in Sagunt (dtsch. lit. denkm. 58) 101; desgl. 100; vom reichsmarktflecken konnt' er, da er so abgerissen und in keinem winkel des elliptischen gewölbes stand, so wenig zu ohren bekommen, als von Schraplan Jean Paul (Siebenkäs) 14, 135. II@3@bb) andere anhaltspunkte für den raumbegriff bietet aber die zweckbestimmung, die an dieser art von gewölben meist hervorgehoben ist: der unter gaden gewölbt durchaus, mit einer steinernen stiegen, hat auch ein schreib-gewölb, ein waschkuchen und baadstüblen, ein röhrkasten, darinnen ein gewölb für die weinzieher und privaet E. Holl selbstbiographie 27 Ch. Meyer; auf jeder seite dieser logien 8 unterschiedliche gewölber. die untern zu allerlei gebrauch, als zu wachtstuben der soldaten, zu etlich kleinen gefängnis gewölbern ... die obern gewölber aber, so ob diesen sein, fürnemlich für die herrn und ämter ... damit in den innern stuben wohlernannte herrn ihr amt verrichten können und in diesen stuben verborgen in ihre gewölber kommen überschlag über das neue Augsburger rathhaus (1614) zeitschr. d. hist. vereins f. Schwaben 14, 278. mannigfache formen derselben zeigte der mittelhochdeutsche gebrauch, in vielen richtungen sind diese in den buchungen ergänzt, noch feiner gegliedert erweisen sie sich aber in den litterar. belegen der späteren zeit, die immer wieder den keim dieser ganzen reichen entwicklung bloszlegen in dem umstande, dasz das gewölbe als ein bauwerk von stein, gegen luft und licht, gegen feuer und gewaltsames eindringen abschlieszt. II@3@b@aα) so wird einerseits die festigkeit und verschlieszbarkeit des gewölbes betont: ain liberei im creuzgang, weliche nachvolgend mit gewelb und eisen thüren basz versechen ist worden J. Knebel chronik v. Keisheim 36; wie wirt es (das heilige kreuz) aber gefunden? nit in beschlossne gewelbe, sondern in dem evangelio Luther 10, 3, 116 Weimar: der ewigkeit verschlossenes gewölbe brach; musik erklang auf erden. Herder (zerstreute blätter 5) 16, 270; Schnaps (auf den schrank losgehend): ihr habt verschlossene gewölbe. Märten: das ist Röschens milchschrank. Schnaps: pfui! ihr müszt im gleichnisse bleiben. Göthe (der bürgergeneral 9. auftr.) 14, 281. umgekehrt wird der grad der aufgewendeten gewalt oder der eingetretenen zerstörung gern daran gemessen, dasz auch die gewölbe nicht standhalten: und andere veste thüren an den gewölben haben sich selbst eröffnet Joh. Kieszling geistreiches wetterbüchlein (1673) 213; die erde bebt und über diesem haupte bricht das gewölb zusammen, stürzt der thurm Uhland (Konradin) 1, 217; und als das trinkglas gellend springt, springt das gewölb' mit jähem knall und aus dem risz die flamme dringt; die gäste sind zerstoben all mit dem brechenden glücke von Edenhall. (glück v. Edenhall) 2, 118. II@3@b@bβ) zwei eigenschaften, die den gebrauch des subst. im täglichen leben verbürgen und beherrschen, kommen in litter. belegen seltener zum ausdruck: dieses siehet man am deutlichsten an den hundert erhaltenen gewölbern in der villa kaiser Hadriani bei Tivoli; daher diese gewölber noch izo so trocken sind, dasz das heu viele jahre in denselben liegen kann Winckelmann (z. baukunst der alten 1. cap.) 2, 373 Eiselein; spiegel ... die sollen in das trockne gewölbe, linker hand Iffland (A. v. Thurneyssen 1, 1) 1, 3; vgl. auch Voss Luise 104 (s. u.); die hiesigen manuscripte hatte man war seit dreihundert jahren, in einem feuerfesten gewölbe gegen das wüthende element verwahrt Göthe br. 33, 86. II@3@b@gγ) häufiger wird die absperrung des lichtes betont, die sich theils aus der bauartnamentlich der unterirdischen gewölbetheils aus den oben erwähnten vorsichtsmaszregeln ergiebt: in diesem düstern gewölbe Schnabel insel Felsenburg 67; ein finsteres gewölb. — ich bin im innern! mehr menschen fasst das haus, scheint's als ich glaubte. Grillparzer (goldenes vliesz II 1) 55 50; (vgl. auch die bühnenanweisung: ein düsteres gewölbe im innern des turmes ebenda); in der sogenannten trockenstube ... ein in die erde gemauertes, oben mit backsteinen zugewölbtes loch ... und fühlten sich durch die enge des ortes ... und durch das abgesonderte, stille und schauerliche dieses dunklen gewölbes so fest zusammengeschlossen Ph. Moritz Anton Reiser s. 62 neudr.; der mensch war vom nebelgewölke auf die erde eingesperrt und geschieden vom himmel. am fusse des gewölbes leckten durchsichtige blitze, und der donner schlug dreimal an das schwarze gewölbe Jean Paul (Hesperus 2) 8, 248; dagegen vgl.: natürliche mittel, welche die naturkündiger (gegen den blitz) für bewehrt halten, als tieffe gewölbe und keller B. Stöltzlin geistl. donner u. wetterbüchlein 1659 s. 20; wann er (gott) einen mit donner und straal straffen wil, so wird kein gewölbe, edelgestein, oder was anders nicht helffen, wie man dann von dem kaiser Anastasio schreibet, weil ihme geweissaget worden, dasz er von dem donner solte erschlagen werden, habe er ein grosz gebäu von gewelben under der erde zurichten lassen ... aber ... er seie im 88 jahr seines alters in dem gewelbe vom donner erschlagen werden s. 21. II@3@b@dδ) wenn in bezug auf das licht die bewegung von auszen nach innen unterbunden wird (doch vgl.: perspectiv ... ein solch gemehl, da man gleichsam hindurch sieht, als sehe man durch gewelb und böden Simon Rot M 56); so gegenüber den schallwirkungen die von innen nach auszen: cubiculum vel hypogeum surdum, eine kammer oder gewölb, so weit von den andern gemächern, oder unter der erden gelegen, das man niemand erschreien kan J. L. Prasch thesaurus onomast. (1686) 69; ganz ähnlich schon Henisch 1597; 'rede weiter' klang die stimme Heilwigs wie aus einem gewölbe Detlev v. Liliencron Brede Hummelsbüttel 76; dann stufen ging's hinunter, seltsam hallend, und immer tiefer eine lange reih'. ich stütze mich auf mauern, morsch zerfallend, zur seite hör ich's tröpfeln, wie vom regen — ich räuspre — und es schmettert mir entgegen — des kleides reibung flüstert am gestein — dies musst ein lang und tief gewölbe sein. A. v. Droste-Hülshoff (des arztes vermächtnisz) 2, 97. vgl. dagegen: diese stimme ... dringt durch alle gewölbe Herder (br. z. bef. d. hum. 5. samml.) 17, 301; vgl. dazu sp. 6681. II@3@cc) die gliederung des raumbegriffes unter dem gesichtspunkte der sicherung. II@3@c@aα) insoweit die sicherung gegen feuersgefahr, gegen fahrlässigen oder gewaltsamen zutritt unberechtigter vorwiegt, herrscht der begriff des verstecks, der schatzkammer oder im engeren sinne des archivs vor: II@3@c@a@11)) item ich hab das hailtum und silbergeschirr in die statt laussen füren in min hus in das gwölb, als minem herrn von Schussenried sinen schacz Murer bei Baumann, quellen z. bauernkrieg in Oberschwaben 855a; mer bekannt, das er vor Liebenthan ain obrister gewessen, und als im mein gnediger herr von Kempten dasselbig schlosz uffgeben, hab in sin gnad in das gewölb, darinn silbergeschirr, hailtung, gelt, brief und anders gelegen sei, gefiert ... Jörgen Schmids bekanntnus, ebenda s. 347; es gibt greifen in stuben, greifen in gewölbern ... greifen gar unter der erde in kellern Abraham a S. Clara (heilsames gemisch-masch: von dieben) 4, 273 Strigl; hier, sprach er, in diesem gewölbe, unter einem von den ... pflastersteinen, sprach er, habe ich ... einen schatz Lessing (der schatz 3) 23, 135; dazu vgl. die übertragene beziehung auf Göthe: und Göthe ist ein kleinod, das im kriege man still vergräbt im sichersten gewölbe es bergend vor des rauhen feindes hand. Gottfr. Keller (gedichte) 9, 120. II@3@c@a@22)) wern allein der Muffel, Johan Rynolt und er in der losungstuben ... also hiesz Niclaus Muffel si bede ein arbeit zurichten ... als si das tetten gienge Muffel hin und täte die eusseren türe des gewelbs auf, und da zwischen stunde ein eisene büchsen, darin weren etliche secklin mit guld in protokoll zum prozesz Muffels s. dtsch. städtechron. 10, 764; und disz ist das sielbern geschirre, das also stetiges in dem gewelbe off unser burge zu Heidelberg besloszen und behalten sal werden urkunde kurf. Ludwig III. von der Pfalz (1439) zeitschr. gesch. Oberrheins 22, 367; sielbern geschirre, das wir uszwendig dem gewelbe zu unserm und unser frunde und rete degelicher gebruchunge hie usz behalten haben heiszen 375; als uns eure liebe emaln geschriben, uch ein stück aingehrn zu schicken, haben wir eur lieb nechst geantwurt, Völcker, der die slüssel zum gewelb hat, sei nicht anheim, sobald er kum, wellen wir uch der schicken, wiewol wir sein nit vil han kurfürst Albrecht v. Brandenburg an Eberhard v. Württemberg 1476, s. Steinhausen privatbriefe 1, 171; solche brieff rodel register und urkundt alle mit sampt dem silbergeschir in des gottshausz gewelb, darinne wär es befunden, dermassen ligen, verharen und beschliessen zu lassen. das in crafft und vermög der instruction zu demselben gewölb drei schlüssel gemacht bericht der herzoglichen abgesandten über die säcularisierung des klosters Alpirsbach (1534) s. Besold 193; eine schöne grosse stuben für die ungeldherren, in derselben kam man in ein wohl verwahrtes gewölb gehen, darinnen sie das ungeld bis zum quartal thun E. Holl selbstbiographie 27 (Ch. Meyer); er nahm den plunder an, und wandte seinen flug nach Deutschlands grenzen hin, woselbst er einst bei nachte den scheidemünzen-wust in die gewölber trug, und lauter silbergeld dafür dem Charon brachte. M. G. Lichtwer Charon und Mercur (Kürschner bd. 73 s. 41); der könig legte gleich beschlag darauf und machte das gewölb zu seiner heimlichen schatzkammer Mörike (der schatz) 6, 66 Krause; dazu vgl. schatzgewölbe theil 8 sp. 2286; vgl. auszerdem: so viele kisten schlepp' ich her der eisenkisten hab' ich mehr; erlaube mich auf deiner bahn und schatzgewölbe füll' ich an. Göthe (Faust II 3) 41, 216; desgl. Grabbe 3, 11 Grisebach; u. a. vgl.: kunst- und gerümpel-gewölbe sp. 3773; vgl. auch die redensart ins gewölbe steigen, wenn beim kartenspiele der offen aufliegende baarvorrath eines spielers erschöpft ist, und dieser aufs neue in die tasche greifen musz. im 'grünen gewölbe' zu Dresden hat diese bedeutungsrichtung ein weithin berühmtes zeugnisz hinterlassen; während noch Ant. Weck in seinem churfürstlichen Dresden (Nürnberg 1680) von der fürtrefflichen und in gantz Europa beschriehenen ... kunstkammer spricht, soll der name des grünen gewölbes nach Landsberg (s. u.) schon 1640 in einem inventarium vorkommen. jedenfalls herrscht er in den beschreibungen des 18. jahrh. vor: unter ihrer maj. der königin zimmer ist das grüne gewölbe in welchem der landesfürst jederzeit den grösten schatz und vorrath von denen pretieusesten curiosit äten ... verwahren lässet Cander königl. Dresden (1726) 36; vgl. die beschreibung des grünen gewölbes 2. aufl. (1739) s. 5; vgl. le trésor royal, communément appelé le grune gewolbe ... ce sont trois chambres voutées, qui contiennent des richesses immenses Pöllnitz memoires ... observation qu'il a fait dans ses voyages (1734) 1, 142; zur erklärung der benennung werden in dieser zeit anhaltspunkte geboten, die jedenfalls erkennen lassen, dass die nächstliegende vermuthung fehlgreift: dieses ... grüne gewölbe ... ist ... von aussen her gelb angestrichen ... bei dem eintritte findet sich ein vorsaal ... wo in der mitte eine tafel mit grünem tuche bedecket, stehet beschreibung s. 10; doch findet sich in dem inventarium von 1640 eine bemerkung, wo des grünen gewölbes zum erstenmal namentlich gedacht wird ... den namen ... könnte (man) ... nach den dicht daranstossenden, bis an das nahe gelegene grüne thor reichenden gartenanlagen ... (herleiten) ... die werthvollsten gegenstände der kunstkammer ... waren auch in grün angestrichenen schränken aufgehoben oder auf grün behangenen tafeln aufgestellt A. B. v. Landsberg das grüne gewölbe in Dresden 1831; für die geläufigkeit und bekanntheit dieser benennung zeugen übertragene verwendungen, deren eine sich wiederum (s. o.) auf Göthe zuspitzt: grüne gewölbe toter gelahrtheit können nicht mehr bestehen F. L. Jahn 2, 2, 787; meintest du, der schlüssel zum sprachschatz sei irgendwo in ein grün gewölbe geraten, von dort mit andern kunstwerken entführt und nicht wieder an seinen rechten herren gelangt 2, 2, 765; mein guter freund wird diesen briefwechsel, der fünfzigtausend köstliche zeilen von Göthe enthält, als ein grünes gewölbe anstaunen: ich aber gebe lieber für das Dresdner meinen dukaten bewunderung hin Börne s. litt. denkm. 129, 147. II@3@c@a@33)) viel gewicht wird auch der möglichkeit beigelegt, urkunden und andere werthvolle schriften auf diese weise zu sichern. in der bedeutung von archiv ist gewölbe früh und oft angezogen: alt rödel, es sient dingkrödel, zinszrödel, urbar, uñ andre alt schrifften, die in beschlosznen gemeinen behalten, und mit gemeinen schlüsseln, in unsern, ouch der gotszhüser uñ anderer stetten gewelben und kästen verwart sind, geben gut kuntschafften nüwe stattrechten und statüten d. statt Friburg im Priszgow (1520) 21; vgl. dazu schon: vort solen die drij slussele van dem gewulfde, dainne der stede brieve, privilegien ind vrijheiden legen, bevoilen sijn drijn birven mannen Kölner verordnung von 1398 s. Stein 1, 216; desgl.: der müller zu Kraftesz ried ist mit Mocken zu Liebentann in das gwelm gangen und mit den briefen gehandelt und dasz silber helfen ausztailen aussage zur plünderung in Kempten (1525) Baumann acten 358; nachdem dann die acta und andere ding zu Speyer in sondern gewölben, von uns und dem h. reich verwahrlich zu behalten verordnet reichsabschied zu Speyer 1571 s. Koch 3, 301; diszer verlauf und dessen beschreibung gehört in der statt Fueszen registratur archiw oder gehaim gewölb handschriftlicher eintrag auf einem actenstück zum bauernkrieg s. 474 Baumann; sieht man in den gewölben der staatsurkunden ... so sieht man, er hat keinen tag verloren, als den, wo er starb Göthe (verdeutschung der rede J. v. Müllers über Friedrich d. groszen) 49, 197; dazu vgl.: umb dise freiheiten find man bei den fürstlichen briefgewelben noch allerlei urkhunden Wig. Hund bayrisch stammenbuch 2 (1536), 402; geh ins briefgewölbe und hole mir das braune kästchen mit scripturen Immermann (die papierfenster eines eremiten) 9, 140; desgl. (gericht von St. Petersburg 5, 2) 15, 347. II@3@c@a@44)) zur abzweigung der bibliotheken von den archiven bietet unser subst. einige belege: als er in das closter kam, vand er ettliche bücher in aim gwelb, ettliche versetzt, verlihen und zerströwt. zuo hand buwt er ain gemach oder lieberi zuo schonem behalt der bücher Gallus Oheim chronik v. Reichenau s. 162; dazu vgl. Knebel (s. o. sp. 6671); Storm 2, 254; H. v. Kleist br. an seine braut 223. II@3@c@bβ) die sicherung gegen temperaturschwankungen, gegen luft und licht, bedingt eine andere richtung in der bedeutungsentwicklung des substantivs: gewölbe als vorrathsraumvor allem für esz- und trinkwaaren. II@3@c@b@11)) allgemeiner begriff: des hauszherrn gewölb beschreibung eines bürgerl. hauses bei Goldmann D 1b; niderlage vor den hauszherrn ... niderlage oder vorrath-gewölbe vor die miethleute D 1b; wenn man ein land-gut kaufen ... will ... man muss wissen ... hats gute gewölber und schütt-boden? allgem. haushaltlexicon 1, 90b; unser vorrath an wein, geträide, eingesaltzenen fleische, früchten und andern lebensmitteln war dermassen zugewachsen, dass wir ... keinen platz in des Don Cyrillo unterirdischen gewölbern selbige zu verwahren, weiter finden konten Schnabel insel Felsenburg 1, 228 neudr.; auf der einen seite die rauchstube, auf der anderen die kachelstube oder auch bloss eine unheizbare kammer oder ein 'gewölb', ein vorratsraum K. Rhamm beitr. z. germ.-slav. alterthumskunde 2, 1, 935. II@3@c@b@22)) für die einzelnen bestimmungen, denen solcher vorrathsraum im besonderen dient, waren schon bei den buchungen compositionsformen angemerkt, zu denen noch andere aus dem litt. gebrauch zu ergänzen sind, zugleich mit den loseren verbindungen denen sie erwachsen: da izund dasz kesz und schmalz-gewelb ist, und desz convents sichküchen Knebel chronik v. Kaisheim 37; vgl.: käse-kammer theil 5 sp. 252; käsegaden sp. 251; buttergewölbe theil 2 sp. 585; schmalzgrube theil 9 sp. 931; eben demselben tag kommt die frau über das speiss-gewölb, und sicht, dass schier alles von mäusen anbissen Abrah. a S. Clara lauberhütt 1, 44; speisegewölbe L. C. Sturm anweisung zu bürgerl. wohnhäusern (1721) D 1a; vgl. das jetzt geläufigere speisekammer; vgl.krautgewölbe theil 5 sp. 2119 (im gegensatze zu gewürzgewölbe, das in andere kategorie weist: gewürzgewölbe, spezerei oder colonialwarenhandlung Unger-Khull 290); brotgewölbe theil 2 sp. 403; wein-, obst-, fleischgewölbe Stieler (s. o.) gegen fleischgaden theil 5 sp. 2119; biergewölbe theil 1 sp. 1824; milchgewölbe theil 6 sp. 2194; (s. auch oben); aufblickend sah er eine reihe geschürzter mägde, welche die vollen milcheimer nach dem gewölbe trugen G. Freytag (verlorene handschr. 1, 5) 6, 84; einen neuenbau ... darinnen vier grosse stuben für die kranke, unten gewölber zur holzlege und anderer nothdurft E. Holl selbstbiographie 34; holtzgewölbe vor miethleute L. C. Sturm D 1b; er trieb mit möglichster eil eine leer gebliebene salaterrena auf — einige wollens für ein gewesenes holzgewölb, ich aber für eine reparirte schupfen gehalten haben der hausball (Wiener neudrucke 3) s. 3; vgl. auch: zeuggewölb (des baumeisters) E. Holl 35; zum heu vgl. Winckelmann 2, 373; vgl. heugaden theil 4, 2, sp. 1288; musste ich ... um allein zu sein, mich in das temperierte, aber finstere gewölbe sperren ... wo der gärtner seine lorbeerbäume aufbewahrte Fr. X. Bronners leben 2, 391; vgl.: gartengewölbe (aus Göthe) oben sp. 1405; der untere stock bestehet aus gewölben, die alle auf säulen ruhen, und welche zu salz und waarenlagern und besonders zu weinkellern gebraucht werden. vorzüglich ist hiezu das gewölbe gegen abend, in welchem eine grose menge der grössten fässer platz haben J. H. Haid Ulm mit seinem gebiete s. 114; er selber hatte es (das schlosz) zn einem pfingstsonntage angezündet, und wehrte allen denjenigen, die da zu löschen kamen, weil er sagte, dasz hundert zentner pulver in den gewölben seien A. Stifter studien 1, 262. II@3@c@b@33)) für einzelne dieser gebrauchsbestimmungen berührt sich das gewölbe aufs engste mit dem keller, mit dem es in einigen wendungen geradezu gleichgestellt, von dem es aber in andern auch wieder abgegrenzt wird. II@3@c@b@3@aa)) kelre ader gewelbde Zeitzer copialbuch 445b; und die gewölbe der theater werden bisweilen zugleich zu vorrathskellern gebraucht W. v. Humboldt d. antiken theater in Sagunt (dtsch. litt. denkm. 58) 102; ich nahm ihn (den schatz) also jetzt und trug ihn in das gewölbe hinunter und legte das kästchen in eine kiste, welche mit stroh gefüllt war; G. Keller (grüner Heinrich) 1, 120; auf den packhöfen am flusse lag in langen speichern ein groszer theil der fremden waaren aufgestapelt, ein kleinerer theil in den kellern und gewölben des alten hauses selbst G. Freytag (soll und haben 1, 5) 4, 58. II@3@c@b@3@bb)) anno 1507 adi primo jener hab ich Anthoni Tucher ... uberschlagen das auf datum noch vorhannden ist im hausz, im gewelb und im keler, das alles hinfür auf dicz czukünfftig jar in die hawszhalltung dienen wirt, als hernach stet Tucher haushaltbuch 8 Loose; im keller fand die fässer glert, im stal fand weder bock noch pferd, in seim gwelb lagen zerfallen die schachtel, seck, stübich und pallen, im kram waren die pfanwert hin, in der stuben weder silber noch zin. Hans Sachs (der verdorben hauszhalter) schwänke 2, 595; vgl. auch: die erde us des huskompthurs kellir getragen und die drie gewelbe mit erde gefullet Marienburger treszlerbuch 349 Joachim. II@3@c@b@3@cc)) stieg in das kellergewölbe, das trockene, welches im sommer kalt, und laulich im frost einschlosz den unendlichen vorrath. Voss Luise 104; vgl. auch G. Keller (grüner Heinrich) 1, 120. II@3@c@b@44)) vor allem gilt diese berührung für die einlagerung des weins, und hier ist auch die entwicklung des begriffs des vorrathsraumes zum verkaufsraum, die das substantiv als einen terminus der geschäftssprache kennzeichnet (s. u.), am sinnfälligsten zu beobachten: II@3@c@b@4@aa)) es sind auch drei weinkeler, der ein ... hat neun gewelb und ides gewelb so vil thür Nikolaus Muffel beschr. d. stadt Rom 61 Vogt; der bischoff gab inen sein hoffmeister zu, sollt sie das pallatium und gewelber under erden sehen lassen. das ist fürwar ein treflichs gepew und sein sovil keller ... dergleichen ich an keinem ort nie gesehen ...; ... ich glaub, es het der herzog von Wurtenberg zu schaffen, die gewelber alle mit wein uszufullen Zimmerische chron. 41, 388; der medoc ist gestern von Einbeck gut angekommen und sogleich im gewölbe beigesezt worden, und sieht nun seiner wiederauferstehung entgegen G. Chr. Lichtenberg br. 3, 185; auf der andern seite ist die umgeldsstube, und in der mitten ein festes gewölbe, das zum weinlager gebraucht wird J. H. Haid Ulm mit seinem gebiete s. 118; da gib nur dem einen die schlüssel zum keller, dasz es die weine des vaters besorge, sobald sie vom winzer oder vom kauffmann geliefert die weiten gewölbe bereichern. Göthe (2. epistel) 1, 341; einen weinschank dazu von seiner pathen; ein gewölbe mit zwanzig stückfasz wein. Schiller (Wallensteins lager) 12, 31; mich aber trieb es noch den gang hinauf die fässer durch, entlang die schatt'gen wände, ich konnt an schlaf nicht denken. sonst und heut zerflosz in meinen sinnen lose; so trat ich ein, gedankenvoll zerstreut, ins hallende gewölb der 'rose'. Geibel (eine septembernacht) juniuslieder 144; da dröhnt es eins von sankt Marien thurm, hochflackernd losch der kerze schein, der gelbe, durch pfort' und gitter braust's wie ein sturm und einsam stand ich im gewölbe. s. 147. II@3@c@b@4@bb)) gehn wir eilig! denn mich locket jener schwarzen osterie alterthümliches gewölbe. Wilhelm Waiblinger gedichte aus Italien (m. carneval 6) 1, 28; dazu vgl. (s. o.) sp. 6662. II@3@c@gγ) wo die vorräthe im gewölbe nicht für den privatgebrauch des inhabers, sondern für den geschäftsverkehr des gewerbetreibenden aufgestapelt werden, entwickelt sich am subst. der begriff des waarenlagers und aus diesem der des verkaufsraumes, neben dem eben belegtem weinschank, allgemeiner der des offenen ladens. II@3@c@g@11)) das waarenlager. II@3@c@g@1@aa)) wolt got, der ware mein ein gwelb verliche sant Lorencz, das sie darin nit staubig wAeer. Hans Sachs (die alt verlegen war) fab. u. schw. 5, 135; zwischen dem meszmer hausz und dem hausz zum gwelb Sebast. Fischer chronik von Ulmischen sachen 154; zolhausz die doga genannt, an der lende, sampt den grossen gewelbern so darbei (in denen allerlai wahren von mehr orten herbei gebracht, zufinden), vor uberfall und einlauff zuverhüten und bewaren Rauwolf beschreibung der reisz in die morgenländer 21; die waaren stehn in groszer menge in den gewölbern hin und her Picander 2, 370; gang ... zu den vermietheten gewölbern ... ein gewölbe zu vermiethen L. C. Sturm anweisung zu bürgerl. wohnhäusern D 1b; Petrus Borellus erzählet, dass ein kaufmannsbursche in einem mit safransäcken besetzten gewölbe geschlafen, und davon ... die heftigsten kopfschmerzen mit herzklopfen bekommen habe J. F. Zückert von der luft und witterung (1779) 198 (im original: in eadem officina remanere 305); in diesem (waghaus) werden auch die waaren von einem zentner und darunter gewogen; auch sind gewölber zu bewahrung der güter darinnen J. H. Haid Ulm mit seinem gebiete (1786) s. 275; es war ein groszes dämriges gewölbe im parterre des hauses, durch fenster mit eisenstäben nothdürftig erhellt, in welchem die waarenproben und kleinen vorräthe für den täglichen verkehr lagen G. Freytag (soll u. haben 1, 5) 4, 68; und er führte und schob mich in ein noch dunkleres verliesz, das hinter dem laden lag ... nachdem ich mich einigermaszen an die dunkelheit gewöhnt, erblickte ich das gewölbe angefüllt mit einer anzahl hölzerner stäbe und stangen G. Keller (grüner Heinrich 4) 3, 76. II@3@c@g@1@bb)) wo die art der waaren näher gekennzeichnet wird, tritt vor allem das neu sich entwickelnde buchgewerbe in verbindung mit unserem subst. auf: schafft 100 hugones und 300 oder 400 tabula auff Franckfurt wan mein wirt hat mir ein gut gewelb machen lassen, do sie so schon und sicher ligen als zu Nurmberg Koberger an Amerbach (1506) 3. Hase CXVI; es kommen alle tage so viel bücher heraus, dasz ich zwantzig solche gewölber damit anfüllen wollte Stranitzky ollapatrida Fuchsmundi (Wiener neudrucke 10) 258; vgl. Antesperg, neue kayserlich deutsche gramm. in Wien zu finden bei Leopold Grund in seinem gewölb neben dem hauptthor; wenn ich die theatralische ausgabe drucken lasse, so versteht es sich von selbst, dasz kein anderer als sie sie verlegt. doch musz die eigentliche jambische erst ins publikum und wo möglich aus ihrem gewölbe sein Schiller (an G. Göschen 1787 über Don Carlos) br. 1, 332 Jonas, vgl. auch sp. 6678. II@3@c@g@1@cc)) unter den verbindungen des substantivs herrscht hier einerseits die zusammenstellung mit bedeutungsverwandten, andererseits die nähere bestimmung durch possessivpronomina (und subject. genetive) vor, die bei unserem substantiv sonst wenig entwickelt ist. II@3@c@g@1@c@aα)) in einzelnen solcher zusammenstellungen wird das waarenlager dem verkaufsraum gegenübergestellt: nach dem fand er im gewelb und kram vil verpaffelter war. Hans Sachs fab. u. schw. 5, 189; gewölb und kram bleibt wo ihr seid, du wendest dich zur geistlichkeit. Stoppe Parnasz 345; zum erstaunen seines freundes und zur gröszten zufriedenheit seines vaters war niemand auf dem comptoir und der börse, im laden und gewölbe tätiger als er Göthe (Meisters lehrjahre 2. buch, cap. 2) 18, 123. in anderen verbindungen tritt das subst. mit sonstigen benennungen für das waarenlager zusammen; auch hier vor allem wieder mit der kammer: etliche grosse behausungen von jnnwohnern ... darinnen vil magazsin oder gewelber unnd kammern neben einander ... zuo finden Rauwolf reisebeschreibung 27; mit gewelben und kammern ... das sie könden ... jre wahren darinnen gnuogsamlich versorgen 34; dasz die allhiesige juden ... in der stadt an denen gelegensten orten, ihre mit allerhand waaren angefüllete gewölber und kamern ... hätten Francfurter rathsconclusion von 1697 s. erläuterungen 104; dazu vgl.: doch jenen (ausländischen krämern) nit zugelassen sein, in stätten, märckten, oder auffm landt, ihre stete herbergen und gewelber zu haben, sonder sie sollen ihre waaren von einem jarmarckt zum andern führen und zwischen denselben in den herbergen oder sonsten nichts verkauffen landrecht f. Obern und Nidern Bayern (1616) 619; dazu vgl. (s. u.) die tautologischen verbindungen für den begriff des verkaufsraumes. II@3@c@g@1@c@bβ)) zu den possessivbestimmungen vgl.: dozumol erhuobent sich etlich bOesz und lichtfertig in BOehem, fielent in Bräg, erstochen all juden, so do woren, brochent der koufflutten gewelb uff und plunderten Heinrich von Beinheim (1448) s. Basler chron. 5, 410: vgl. kupferschmied gewölber E. Holl 51; da ersticket Pauls Fütrer mit eim knecht zu Nürmberg in seines vaters gewelb hinter dem rathaus, und sie heten auf dem schliten gefarn und es kalt was, und sie vorchten des vaters zorn und musten sich vor im verpergen, und sie heten koln in das gewelb getragen und alle venster verstossen, das sie erstickten im schlaf Nürnberger jahrbücher d. 15. jahrh. s. dtsch. städtechron. 10, 156; item und han mer hie ze Augsburg in ainam feslin 19½ duczat daflan und 10½ duczat an wagen, und das fesslin mit den tafeln stat zu Ulm in des Thomas Stümplin gwelb handlungsbuch des Ott Ruland 27 Pfeiffer; ich sul im for die luken schan mit einer latwergen, die ich han, der ich mich zwar nit fast wil schemen, wann ich pflig sie ausz meim eigen gewelb zu nemen. fastnachtspiele 2, 795 Keller; het irn hern, den wirt zum wilden mann, gezigen, er het dem Vischer, kaufman, ausz seim gewelb gestoln H. Deichsler s. dtsch. städtechron. 11, 549; übrigens war der allein lebende alte gnom ein guter koch und hatte stets ein leckeres gericht im hafen auf dem herde oder im ofen seines düstern gewölbes G. Keller (grüner Heinrich 4) 3, 74 vgl. auch (s. o.) Schiller br. 1, 332. II@3@c@g@22)) vom waarenlager hat sich der verkaufsraum erst in längerer entwicklung des geschäftsverkehrs losgelöst. dasz einzelne berufszweige dieser entwicklung langsamer folgen, haben wir schon beim weinkeller in seiner eigenschaft als weinschank gesehen: in anderer weise gilt das noch stark vom buchhandel (s. o.); vgl. auch: mittwoche, den 6ten jäner 1768. wird das erste stück erscheinen, und immer an diesem tage im Kurzböckischen verlagsgewölbe auf den hof damit fortgefahren werden J. von Sonnenfels br. üb. d. Wienerische schaubühne (Wiener neudr. 7) 9; wie hier versagt auch sonst der zusammenhang mehrfach, so dasz die beiden entwicklungsstufen des handelsgewölbes nicht auseinander zu halten sind: ich hatte mein gewölbe und wohnung in seinem hause, da er mir dann sehr offt von ihnen erzählte buchhändler Kummer an Göthe (s. Göthes werke 27, 381 Weimar). andererseits vgl.: dass er sich seine lehrjahre über in allen seinen verrichtungen sowohl in seinem (des lehrherrn) gewölbe als auf reisen und messen und wohin er ihn sonst verschickt hat, jederzeit getreu verhalten Berliner lehrbrief von 1757 (handschriftlich); wir gingen an Langens gewölwe vorbei. als auf einmahl eine fette und ziemlich kernhaffte figur die aber zugleich etwas düttig aussah auf uns zu kam Göthe br. 1, 80; der abend kam herbei, er stieg herab, besuchte noch im vorbeigehen die gewölbe, sah nach den zuckerkisten, kaffeefässern und nach den zeronen indigo, für welche er, weil es ein guter handel war, eine besondere zärtlichkeit hatte Göthe Wilhelm Meisters theatral. sendung 129 Maync; so möge denn zur stunde sie der teufel hohlen, sammt was im gewölb nur ist von gutem werth. Chamisso Fortunati glückseckel (15: das gewölb der Edelgesteiner zu Venedig) 40 Koszmann. II@3@c@g@33)) vielfach reicht aber der zusammenhang doch aus, den bedeutungsübergang sicher zu stellen: II@3@c@g@3@aa)) so ist hervorgehoben, dasz im gewölbe eingekauft und verkauft wird: und sol geen ... zu allen kremern ... und darzu in alle anndere hewser und gewelb, do man mit elen, metzen ... kaufft und verkaufft Nürnberger polizeiordnungen (15. jahrh.) 179 Baader. II@3@c@g@3@a@aα)) sehen wir uns in die messen in unserm Leipzig umb, wie die meisten herumb gehen, ihre zeit mit geschwätz zuzubringen und von einem gewölbe zu dem andern und von einer buden zu der andern spatzieren Prätorius fundort auserlesenn abdanckungen (1663) 209; musz der lagei ... in den gewölben nachfragen, wo man einen solchen zeug kan bekommen Abraham a S. Clara lauberhütt 2, 54; itzund ist meine frau mutter vor ins gewölbe gegangen und holet mir und meiner schwester rothen damask zu neuen kleidern Chr. Reuter ehrliche frau z. Plisz 1, 4, 7; ich lasse mir es (das leder) allemahl' aus dem gewölfe bei die herren Pfennig und Heller ausnehmen Picander (Henrici) 88 (academischer schlendrian 4, 6); wenn ich zu meinem kaufmanne in das gewölbe komme ... ich kaufe niemals den stof, den ich zuerst behandelt habe Lessing (misogyn 1, 7) 23, 19; sie giengen nicht in die gewölber der specereihändler, die freilich wohl schon geschlossen waren, und kaufften; sondern sie nahmen sich nur vor zu kauffen (eine duplik. 1. widerspruch) 133, 39; der organist der Peterskirche käme öfter um muskatnusz in ihres vaters gewölbe Grillparzer (der arme spielmann) 135, 245; endlich stiess er auf die lackirte thüre mit dem goldgelben titelblatt: material-handlung ... und ging durch die ladenthüre ein. im gewölbe wartete er es ab, bis die hin- und herspringenden ladenschürtzen alle welt abgefertigt hätten Jean Paul (flegeljahre no. 15) 26, 123; vgl. kaufgewölbe theil 5 sp. 332; ebenso Stifter (bunte steine) 92 Aprent; vgl. kauflaube theil 5, sp. 334. II@3@c@g@3@a@bβ)) das hin für alle geste, die specerei oder annder kaufmannschaft ... herbringen zuverkauffen ... das sie der weder in iren herbergen noch andern gemachen oder gewelben ... verkauffen oder auswegen ... sonnder sollen sie verkauffen mit ganntzen stucken und secken Nürnberger polizeiordnungen 128; sie (die loderer) hatten schon 1430 ihre walkmühle, ihren bleichgarten und ein gewölbe auf dem dink — d. i. rathhause, wo sie ihre waare verkauften v. Stetten Augsburg 1, 213; so solle es keinem andern zu verkaufen erlaubet sein, als einer einzigen person und in einem einzigen gewölbe in den städten österreich. gesundheitsordnung von 1770 John 1, 411; Muschkir, ein kleines unscheinbares gewölbe im engen abgelegenen seitengässchen bewohnend, handelte nur mit zweierlei artikeln ... caviar bildete im winter den hauptbestandtheil seines lagers ... Holtei erzählende schr. 1, 126; gewürzgewölb, ein ort, wo austern, sardellen etc. verkauft und auch gäste dazu gesetzt werden Nicolai reise 5 (österr. provinzialwörter); vgl.krämergewölbe theil 5 sp. 2000; kramgew. kramgaden 2002; trödlergewölbe Stifter erzählungen (nachkommenschaften) 1, 174 Aprent; sogleich eröfnet sich an der seiten ein galanterie-gewölb, Colombina kommt als Tyrollerin heraus-getanzet, und singt folgende aria Joseph Kurz Arlekin der glück. gew. bräutigam (Wiener neudr. 2) 56; dazu vgl. die übertragene verwendung: das maul ist ein gewölb, worin die fluchwort ohne masz verkauft werden Abraham a S. Clara 2, 233 Strigl. eine eigenartige ausnützung der oben besprochenen lichtabsperrung (sp. 6672) wird hier dem verkäufer nachgesagt: wüllen gewand ... inn finstern gewelben odder kreme feil zu haben Luther von kauffshandlung und wucher (1524) D 3a; verfinsterer unnd verhencker der gewAelb und gAeden zum augen verblenden Fischart Gargantua 300; das rathhaus (in Frankfurt) scheint früher ein grosses kaufhaus und waarenlager gewesen zu sein, wie es auch noch in seinen gewölben für die messe einen dunkeln und dem verkäufer fehlerhafter waaren günstigen ort gewährt Göthe (briefe aus der Schweizer reise von 1797) 43, 43. II@3@c@g@3@bb)) auch das moment der verschlieszbarkeit des gewölbes bahnt einen besonderen weg der entwicklung, namentlich durch den contrastbegriff der öffnung: sollen ... die inlendische krammer ... an sonn- und festtägen ire gwelber und läden des vormittags unter werendem gottsdienst zu und verschlossen lassen Kufsteiner herkommen (handschr. 17. jahrh.) öst. weisth. 2, 33; die ... kauffleute können ohne furcht ihre gewölber öffnen, und wer nur etwas zu verkaufen hat, kann seine waaren auslegen deutsche fassung des franz. armeebefehls vom 21. 10. 1806 für Naumburg (étaler leurs marchandises); ein gewölbe auffthun Meltzer Schneeberg 113; wenn du kein gewölbe zu mieten kriegst, wo wolstu deine wahren auszlegen Christian Weise erznarren 105 neudr.; vor dem gewölbe fürchte ich mich allemahl; die lieben herren stehen den ganzen tag vor der thür, und halten eine rechte versammlung von den stachlichsten leuten der stadt Picander (Henrici) academ. schlendrian 4, 6 (s. 88). II@3@c@g@3@cc)) die possessivbestimmungen zeigen hier nicht so charakteristische züge (gew. des vaters Grillparzer; der spezereihändler Lessing, doch vgl. auch die präpositionalverbindung bei Picander 88); dagegen treten hier neue formen der zusammenstellung mit synonymen auf (zu den gegensatzbegriffen s. o. sp. 6677). vgl.gewelbe oder kreme Luther (s. o.). vgl.: da het der Hanns Taffler genant einen krom oder gewelb unter dem rathaus zu Nürnberg, der prach ains nachtʒ im sein gewelb selber auf und trug etliche vil pfenbert (pfenningwert) des nachtʒ haim in sein haus und er leget sich des morgens früe für das gewelb und grain und wainet ... sprach, man het im vil gestoln Nürnberger jahrbücher d. 15. jahrh. s. dtsch. städtechron. 10, 145; gewälb und gäden Fischart (s. o.); vgl. auch: armarium, gaden, gewelb. onomasticon lat. germ. (1609) 40a: gaden, der, heisst bei unserm dichter so viel als die laden, das gewölbe des kaufmanns Lessing (wörterbuch zu Logau) 73, 374; wir vermischen den speditions- und commissionshandel mit den unglücklichen kram, welcher in denen gewölbern und boutiquen vorfället (K. A. v. Gersdorf) collectanea des handels (1754) s. 32 (4. cap. von kaufleuten § 14); dass wenigstens die helfte des kaufmannsprofits, welcher in denen buden und gewölbern gemacht wird, abermals denen fremden in die hände fället (§ 20) s. 37; gewelber und läden öst. weisth. (s. o.); gewölb, ein kaufmannsladen Nicolai a. a. o.; gewölbe ... ein ebenerdiger verkaufsladen Unger-Khull 290; die Römer aber baueten ihre märckte ablang viereckicht, fast anderthalbig, mit doppelten bogen-lauben über einander, darinne die seulen etwas weit von sammen stünden, um und um aber ordneten sie die kauffmanns-läden in gewölben an Goldmann anweisung zu der civilbaukunst s. 137. dasz die nachahmung der italienischen verkaufslauben in den süddeutschen städten den eben in voller übersichtlichkeit der zeugnisse belegten bedeutungswandel des substantivs begünstigt, ist möglich und wird durch den letzten beleg wahrscheinlich gemacht; aber der ausgangspunkt liegt hier nicht im fremdländischen einflusz, vielmehr muszte die naturgemäsze entwicklung des geschäftsverkehrs, als sie waarenlager und verkaufsraum mehr und mehr zu trennen anfing, die benennung des erstern von selbst auch auf den zweiten weiter tragen. II@3@dd) bedeutungswandel und bedeutungsverengerung des substantivs in der ausdrücklichen beziehung auf personen. II@3@d@aα) hier macht sich der begriff des verstecks besonders geltend; er gabelt sich dabei in zwei richtungen: je nach der absicht, in der einer sich selbst oder andere zu verbergen sucht, zum schutz oder um sie unschädlich zu machen: gewölbe als zufluchtsort und gefängniss. II@3@d@a@11)) gewölbe als zufluchtsort: II@3@d@a@1@aa)) so hab doch der trutz und hochmuet des landtgrafen den fromen, alten churfursten höchlichen ... bewegt er hat uszer seinem gemach in ein gewelb herab weichen mueszen, bisz der strudel furuber gewest Zimmerische chronik 21, 253; als wir nun an das heilig land kamen, zalt man uns all zu samen in zwei gwelb (cellaria S. Petri), da kamen die gurtel kristen ... und prachten uns umb unser gelt zu essen pilgerfahrt Ludwigs v. Eyb (1476) 21 Geyer (archiv f. gesch. von Oberfranken 21, 3); die obristin, indem sie der tochter, die mit den kindern die treppe hinabfloh, nacheilte, rief, dasz man zusammenbleiben und sich in die unteren gewölbe flüchten möchte H. v. Kleist (marquise von O.) 4, 17 Zolling; 2000 mann sind heimlich ins schloss geschaft, dasz alle zimmer strozen und alle gewölber wimmeln Schiller (Fiesko, bühnenbearb. 4, 1) 3, 288; die keller waren zum theil in den felsen gesprengt ... es waren mächtige gewölbe, die kleinen fenster in der höhe durch starke eisenstäbe geschützt, in alter zeit bei feindlichem anlauf eine feste zuflucht wider geschosse und feuer G. Freytag (verlorene handschr. 1, 4 das alte haus) 6, 63. II@3@d@a@1@bb)) von hier aus erhält das substantiv in der kriegssprache und im besonderen dem festungsbau eine neue bedeutung: solche kugeln gehen durch alle gewälb und erschrecken die leut seuberlich, zuvor wann acht oder zehn an einem tisch sitzen und felt ein stein ... durch alle dächer und böden in mitten auf den tisch, in pfeffer oder kraut, so macht es sehr bleiche nas Fronsperger kriegsbuch 2, 34a (1596); item es soll auch in allweg wohl berathschlagt sein, damit die gewölber oder andere dergleichen rundelen, darauff ... die büchsen in der notturfft zur wehr werden gebraucht, mit allem vortheil ... versehen werden, auff das ... die leut so darauff und zwischen den mewren sein, nicht darob zugrundt gehen vom geschütz (1557) s. 29; vgl. Hermann Fischer schwäb. wb. a. a. o.; gewölber. die untern zu allerlei gebrauch, als zu wachtstuben der soldaten Augsburger verordnung von 1614 s. ztschr. d. hist. ver. f. Schwaben 14, 278; gewölbe bei den festungen, sind entweder über oder unter der erde ... batterien, die über den horizont mit steingewölben bedeckt sind ... kasematten, krenelierte gallerien, minengänge und horchgänge, abfahrten zu den gräben, gewölbe für den sicheren aufenthalt der besatzung und zur aufbewahrung der vorräthe F. H. Rumpf realencyclopädie der ges. kriegskunst 12, 366; gewölbe unter der erde; ort, da man vor den bomben sicher ist: souterrain Rondeau; als kapitain Vic Pegado einigen Moren, die dort gewesen, das Portugiesische mauerwerk der feste in Sofala, die fenster, die gewölbe u. s. w. zur vergleichung ... zeigte Ritter erdkunde 1, 141; dazu vgl. auch: aber das kriegsvolck unserer sibenden legion machten ein gewOelb, und warffen ein schantzgraben bei jhrer feste auff, dasz sie also dasselbige ort einnamen, unnd sie ausz den wAelden schlugen, unnd doch wenig gewundt worden Ringmann Cäsar (1588) s. 48b. in der vereinzelten gleichstellung mit der schnecke im engeren militärtechnischen sinne (s. th. 9 sp. 1215) führt das substantiv auch von hier aus wieder zum einfachen flächenbegriff (s. o.) zurück. II@3@d@a@22)) für die verwendung des subst. im sinne des gefängnisses bietet schon die mittelhochd. dichtung und Luthers bibelübersetzung belege. in den oberdeutschen städten fand das substantiv auf diesem wege eingang in die amtssprache, während der spätere literarische gebrauch das wort mehr zur steigerung des eindrucks verwendet, den eine an wehrlosen verübte gewaltthat erweckt. II@3@d@a@2@aa)) da hat man in den eissen den alten A. Hechstetter in ain stiblin gelegt und die andern zwei Hechstetter vor dem stiblin in ain gwelb an kethinen gefangen Sendners chronik v. Augsburg s. dtsch. städtechron. 23, 236; da er (der eisenmeister) zum gwelb kam und aufschlosz, da gieng ain grosser dampf heraus, dasz sie nit konten sehen, bis der rauch vergieng. da lag der gefangen an der erdt mitten im gwelb und ... was todt G. Preu chronik v. Augsburg s. dtsche städtechron. 29, 39; in dicken starken thürnen, pforten, blochhäusern, gewälben, kellern, oder sonst tieffen gruben, sind gemeinlich die gefängnüssen Prätorius von zauberei 116; die saltzfertiger hatten die aufsicht über die gefangene, ehe die gewölbe oder so genannte eisen erbauet wurden, sie im rathhausz zu verwahren D. Langenmantel historie des regiments in Augspurg (1725) 58; mit verschaffung auf den turm, in ein gewölb oder in die eisen abstrafen Augsburger polizeiordnung s. Birlinger schwäb. Augsb. wb. 195b. II@3@d@a@2@bb)) ich geschweig allerlai gelegenhait halben in dem newen baw mit finsteren gengen und gewelbern, daʒ kain wunder da er schon mehrmals darin ermördt worden (wäre) Zimmerische chronik 4, 198; adeliche häuser, dörffer, und flecken umbzuschlagen, pferd und menschen hinzuführen, und die Gülchische soldaten und arme unterthanen in kellern und gewölben mit feuer zu dämpfen und zu ersticken Frankfurter eingabe von 1665 s. M. Meyer Londorp supplet. 1, 129b; ach solche klagen hörte dies gewölbe seit jahrhunderten. Leisewitz Julius v. Tarent (3, 7) s. 89 neudr.; sogleich fielen sie alle über mich her, banden mich, führten mich heim, und liessen mich ... in einem dunkeln und dumpfigen gewölbe ligen Wieland Shakespeare (irrungen 5, 5) 4, 486; ein toder hund ligt in meiner väter grufft; und ich drei volle monde schmacht ich schon in diesem finstern unterirrdischen gewölbe, von keinem strahle beschienen Schiller (räuber 4, 5) 2, 167; jammergewölbe der gefängnisse Göthe 46, 186; ihr wisset den befehl.fort, fort mit ihnen in des serails verborgenste gewölbe. Schiller (Turandot 13, 437; und die klausen der finsternisz und die gewölbe der folter und die altäre des blutes werden zu tempeln. W. Müller (hymnen auf den tod R. Riegos) 401 Hatfield; dazu vgl. die übertragung: und ob wir zwar keinem geistlichen orden das verdienst rauben wollen, das er um den bau der erde, oder um menschen und wissenschaft gehabt hat, so dürfen wir auch nie unser ohr vor den geheimen seufzern und klagen verschlieszen, die aus diesen dunkeln, der menschheit entrissenen gewölben tönen Herder (ideen 4, 17) 14, 303. II@3@d@bβ) mit dem gefängnisz berührt sich im verwendungskreise des subst. das grabgewölbe: kurtz hernach kam er wieder, bracht eine hacke, spade, und andere instrumenta, führte ihn in ein geheimes gewölb, und fieng an ein loch zu machen, dasz er den erschlagenen darein begraben könte Schupp freund in der noth 6 (neudruck 9, 16); vgl. auch: unter dem theater befand sich ein gewölbe, aus dem sonst mitternächtlich ein reiter ohne kopf gesprengt sein sollte F. L. W. Meyer F. L. Schröder (1819) 1, 47. den ausgangspunkt der verwendung selbst bildet jedoch diese berührung nicht, der ist kirchlichen ursprungs, vgl.: zuo Sant Anna hat er die kirchen kostlich geziert und für sich und die seinen da ain herliche grebtnus zuogericht, zuo Sant Ulrich in den abseitten 2 gwelb aus dem grund erbauen und mit tafflen auff die altar geziert Sendner cronik v. Augsburg s. dtsch. städtechron. 23, 168; in der lieben Frauenkirche zu Paris ward im august 1744 bei der beisetzung einer leiche in ein gewölbe, der todtengräber, als er noch auf der leiter stund, mit convulsionen befallen ... die lichter erlöschten, wenn man sie an die öffnung des gewölbes brachte Joh. Friedr. Zückert von der luft und witterung (1779) s. 181 vgl. auch (s. u.) 178. II@3@d@b@11)) in evangelisten sehen wir, das man die leute in gewelb unter die erden geleget Matthesius (leichpredigten) 4, 33; ich sehe die majestätischen stillen gewölbe; ich sehe die stolze wohnstatt, die die gebeine der monarchen einschlieszt Gerstenberg übersetz. aus dem dänischen (majestätisk tause huuler) s. litt. denkm. 28, 105 (Schlesw. litt. br. 13); was ist das? auch fürsten schweigen selber? neunfach durch die heulenden gewölber spottet mir ein schleifend echo nach. Schiller (die schlimmen monarchen) 1, 343; im gewölbe, wo in reihen deiner väter särge stehn. Grillparzer (ahnfrau 3) 45, 81; der unglückliche staat sei den leichen in manchen gewölben zu vergleichen gewesen, welche, die äuszere form und gestalt bewahrend, doch bei der ersten berührung in staub zerfallen Immermann (memorabilien: fest der freiwilligen) 19, 162; von allen jenen priestern und geistlichen würdenträgern, die da unten im gewölbe des convento de'capucini modern R. Presber vom theater um die jahrhundertwende 191; das hohnvolle spiel ... das der tod im stillen gewölbe mit dem frühling der menschheit treibt 192. II@3@d@b@22)) in parallelverbindungen und in formen der zusammensetzung treten auch hier bedeutungsverwandte zum substantiv: wie noch fürsten und herren ihr eigen grüffte und gewelb haben Matthesius (leichpredigten) 4, 30; ihr aber, beszre fürsten, schlummert süsze im nachtgewölbe dieser gruft! Cr. Fr. D. Schubart die fürstengruft (Kürschner bd. 81 s. 378); ein stein nach dem andern fügt sich in das gewölbe der gruft Bonaventura nachtwachen (10) 94 Michel; die todtengrüfte und gewölber in den kirchen sind das schröcken aller vernünftigen, die da einsehen, dasz die faulen dünste der todten hier ein desto grösseres gift werden, je mehr sie gehäufet ... sind Zückert von der luft und witterung 178; während sie in dem gruftgewölbe an des vaters sarg das letzte amen sprachen, hielt drüben vor dem kruge schon der reitknecht sein und seines herren pferd am zügel Th. Storm (z. chronik v. Grieshuus) 6, 123; vgl.gruftgewölbe Mörike 6, 112 Krausz; Lingg 2, 346; warum dann jene mausoläen und pyramiden, jene gewölber und begräbnissanstalten, wodurch die kunst der natur trotz zu bieten ... scheint? Th. G. v. Hippel (handzeichen d. natur) 7, 191; menschen fallen in ohnmacht, in schwindel, ja gar in den tod dahin, wenn sie, selbst mit der flamme in der hand, zu den geheimen gesellschaften in grabgewölber, in brunnen, in unterirdische hölen niederstiegen Herder (Glaukon u. Nicias) 15, 173; das familiengrabgewölbe war vollendet Immermann 7, 191; vgl.gewölb und grab Schlegel Shakespeares sommernachtstraum 5, 1 (the graves). II@3@d@b@33)) einer gelegenheitsbildung entstammt der name des kassengewölbes in Weimar, in dem Schiller bestattet war und aus dem die gebeine später wieder ausgegraben wurdender anlasz zu dem jetzt wiederholten streit um den echten schädelvgl.: gleich rechts am eingange befindet sich noch jetzt das sogenannte kassengewölbe, vor dessen thüre die träger die bahre mit dem sarge niedersetzten ... nun öffnete sich die pforte des düstern gewölbes, der todtengräber und seine drei gehülfen nahmen den sarg auf ... und der theure todte wurde an seilen in die ... gruft hinabgesenkt J. Schwabe Schillers beerdigung (1852) s. 18; dazu vgl.: den 12. mai, des nachts 1 uhr wurde ... Friedrich von Schiller, fürstl. S. Meiningscher hofrath, mit der ganzen schule erster classe, in das landschaftskassen-leichengewölbe beigesetzt (Weimarisches wochenblatt 1805 no.: 39) ebenda s. 32; für jede leiche, welche in das kassengewölbe beigesetzt wurde, war eine gebühr von 1 louisdor an die landschaftskasse zu zahlen s. 40.
154644 Zeichen · 2634 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gewölbe

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Das Gewölbe , des -s, plur. ut nom. sing. eine gewölbte, d. i. nach einem Bogen gemauerte Decke. Ein Gewölbe machen. Das…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gewölbe

    Goethe-Wörterbuch

    Gewölbe rund 200 Belege, bes in der Dichtung; mehrf apokopiert -wölb(’); einmal mundartl ‘Gewölwe’ B1,80,25 1 bogig ausg…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gewölbe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gewölbe , über einem teilweise oder ganz von Mauern umschlossenen Raum aus Steinen zusammengesetzte, gekrümmte, frei sch…

  4. modern
    Dialekt
    Gewölben.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-wölbe n. : 1. a. 'gewölbte Decke', Gewelb, Pl. Gewelweʳ [KU-Kaulb Frankb KL-Fischb Lambert Penns 64]. Zs. Kellergewöl…

  5. Sprichwörter
    Gewölbe

    Wander (Sprichwörter)

    Gewölbe Das gantze schöne Gewölb Gottes stehet fest vnd hat doch nirgendt kein Pfeiler. – Henisch, 1692, 61; Petri, II, …

  6. Spezial
    Gewölbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|wöl|be n. (-s,-) 1 ôt (ôc) m. 2 toronn (-ogns) m. ▬ Mulde im Gewölbe cuntraôt m.

Verweisungsnetz

141 Knoten, 151 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 2 Kompositum 125 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewoelbe

72 Bildungen · 53 Erstglied · 19 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gewoelbe 3 Analysen

ge- + wolbe

gewoelbe leitet sich vom Lemma wolbe ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

Alternativen: ge-+woelben+-e gewoelben+-e

gewoelbe‑ als Erstglied (30 von 53)

gewölbeachse

DWB

gewoelbe·achse

gewölbeachse , f. , vgl. ihr ( der wölbungslinie ) mittelpunkt bestimmt die lage der achse des gewölbes Luegers lex. d. ges. technik 4, 499 …

gewölbeanfang

DWB

gewoelbe·anfang

gewölbeanfang , m. , vgl.: kämpfersteine oder anfänger, auch gewölbeanfang oder gewölbefusz genannt, sind die unmittelbar auf dem widerlager…

gewölbeart

DWB

gewoelbe·art

gewölbeart , f. 1) eine als ein planum horizontale, jedoch nach gewölbeart angelegte steinerne decke, in einer der sacristeien der domkirche…

gewölbeartig

DWB

gewoelbe·artig

gewölbeartig , gewölbartig , adj. , auf gewölbeart in der ersten verwendung zurückführend: 1 1) seine erben vermehrten dieselbe ( die geolog…

gewölbebau

DWB

gewoelbe·bau

gewölbebau , m. : wölben heisst eine öffnung so überdecken, dass der überdeckende stoff, für den hier hauptsächlich baustein in betracht kom…

Gewölbebock

Adelung

gewoelbe·bock

Der Gewölbebock , des -es, plur. die -böcke, ein Bock, d. i. hölzernes Gerüst, über welchen ein Gewölbe gemauert wird.

gewölbebruch

DWB

gewoelbe·bruch

gewölbebruch , m. , vgl. gewölbe sp. 6669; vgl. cranii ictus ... der hirnschalbruch, gewölbbruch St. Blancard lex. med. 1 (1777) 210 ; ebens…

gewölbede

DWB

gewölbede , s. gewölbe sp. 6656.

gewölbedicke

DWB

gewoelbe·dicke

gewölbedicke , f. , vgl.: seine ( des schluszsteins ) höhe in der mitte bestimmt die scheitelstärke des gewölbes, während an jeder anderen s…

gewölbediener

DWB

gewoelbe·diener

gewölbediener , m. 1 1) von gewölbe im sinne des kramladens gehen mehrere entsprechende oder durch gegensatz ergänzende zusammensetzungen fü…

gewölbeform

DWB

gewoelbe·form

gewölbeform , f. , vgl.: man nennt freilich auch raumabschlüsse so, die nicht eigentlich gewölbe sind, sondern nur gewölbeform zeigen, z. b.…

gewölbefusz

DWB

gewölbefusz , m. , vgl. oben unter gewölbeanfang.

gewölbehöhe

DWB

gewoelbe·hoehe

gewölbehöhe , f. , vgl.: ihr ( der wölbungslinie ) scheitelpunkt ergibt durch seinen abstand von der verbindungslinie der kämpferpunkte die …

gewölbejoch

DWB

gewoelbe·joch

gewölbejoch , n. , vgl.: gewölbejoch wird ein vollständiges kreuz oder trichtergewölbe über einer geschlossenen grundrissfigur genannt. bei …

gewölbekappe

DWB

gewoelbe·kappe

gewölbekappe , f. : gewölbekappe, kugelgewölbe mit kurzem krümmungshalbmesser Thiel 4, 430 ; sie schritten durch einen langen kreuzgang. Ant…

gewölbekirche

DWB

gewoelbe·kirche

gewölbekirche , f. : die aufgestellte vermuthung, dass die jetzigen gewölbekirchen ( die mittelrh. 3 dome ) lediglich umbauten früherer flac…

gewölbelänge

DWB

gewoelbe·laenge

gewölbelänge , f. : dasz die schalung ... auf die ganze gewölbelänge ... durchgelegt werden kann Schönermark hochbaulexikon 895 .

gewölbelaibung

DWB

gewölbelaibung , f. , vgl.: gewölbelaibung ist die innere fläche des gewölbes, die durch stetige, gesetzmässige bewegung der wölblinie oder …

gewölbemitte

DWB

gewoelbe·mitte

gewölbemitte , f. : dass sie im scheitel und in der gewölbemitte quer dazu sich einander treffen Schönermark hochbaulexikon 896 .

gewoelbe als Zweitglied (19 von 19)

Briefgewölbe

Adelung

brief·gewoelbe

Das Briefgewölbe , des -s, plur. ut nom. sing. ehedem, und zuweilen noch jetzt, ein Gewölbe, in welches Briefschaften oder Urkunden verwahre…

handelsgewölbe

DWB

handel·s·gewoelbe

handelsgewölbe , n. gewölbter kaufladen, taberna fornicata. Frisch 1, 412 b ; offene, und mit allerhand so kostbaren als gemeinen gütern ang…

helmgewölbe

DWB

helm·gewoelbe

helmgewölbe , n. gewölbe in gestalt eines helms oder einer halben kugel. Jacobsson 2, 252 b .

Kǘchengewölbe

Adelung

kachen·gewoelbe

Das Kǘchengewölbe , des -s, plur. ut nom. sing. das an einer Küche befindliche gewölbte Gemach, zur Aufbehaltung der Speisen; das Speisegewö…

kesselgewölbe

DWB

kessel·gewoelbe

kesselgewölbe , n. gewölbe in form eines umgestürzten kessels, kuppel. Frisch 1, 512 a . Adelung. auch kugelgewölbe, helmgewölbe.

kreuzgewölbe

DWB

kreuz·gewoelbe

kreuzgewölbe , n. gewölbe aus zwei sich kreuzenden wölbungen, vgl. kreuzbogen . Frisch 1, 176 b . testudo Stieler 2573 .

muldengewölbe

DWB

mulden·gewoelbe

muldengewölbe , n. tonnengewölbe, welches an beiden enden mit einem halben kugelgewölbe geschlossen ist. Jacobsson 3, 100 a . auch ein kreuz…

rauchgewölbe

DWB

rauch·gewoelbe

rauchgewölbe , n. in den zinnhütten ein gewölbe über dem schmelzofen, den rauch darin aufzufangen. Jacobsson 3, 366 b .

schneckengewölbe

DWB

schnecken·gewoelbe

schneckengewölbe , n. ein sich schneckenförmig um einen pfeiler in die höhe windendes gewölbe, z. b. bei wendeltreppen. Jacobsson 4, 17 a .

speisegewölbe

DWB

speise·gewoelbe

speisegewölbe , n. gewölbe, kellerraum zur aufbewahrung von speisevorräten. Adelung, vgl. öcon. lex. 2 2761 ff. und speisekammer: das speis-…

spiegelgewölbe

DWB

spiegel·gewoelbe

spiegelgewölbe , n. in der sprache der baukunst die ein aus wangen bestehendes gewölbe in der mitte unterbrechende scheitrechte wölbung. Jac…

sprachgewölbe

DWB

sprach·gewoelbe

sprachgewölbe , n. ' ein elliptisches gewölbe, wo der schall, welcher sich aus einem brennpuncte gegen die ellipse bewegt, nach dem andern b…

tonnengewölbe

DWB

tonnen·gewoelbe

tonnengewölbe , n. , fornix semicylindricus, ist ein gewölbe, welches einem stücke eines hohen cylinders gleich siehet, oder mit seiner krüm…

walmgewölbe

DWB

walm·gewoelbe

walmgewölbe , n. ein gewölbe, das auch an den beiden schmalen seiten, also an allen vier seiten gewölbt ist, kreuz- oder klostergewölbe, nac…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gewoelbe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gewoelbe/dwb?formid=G15182
MLA
Cotta, Marcel. „gewoelbe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gewoelbe/dwb?formid=G15182. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gewoelbe". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gewoelbe/dwb?formid=G15182.
BibTeX
@misc{lautwandel_gewoelbe_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gewoelbe"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/gewoelbe/dwb?formid=G15182},
  urldate      = {2026-05-13},
}