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butter

ahd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

butter f.

Bd. 2, Sp. 582
butter, f. gr. βούτυρον, lat. butyrum, it. butiro, burro, franz. beurre, prov. boder, also ein fremdes wort, dessen gr. zusammensetzung sich treffend erklärt und wie ἱππάκη und das ahd. chuosmero vom thier entnommen ist; des Hippocrates angabe, dasz βούτυρον scythisch sei, mag auf sich beruhen. Galenus (de medic. simpl. p. 134 ed. basil.) sagt dagegen: ἐκ τοῦ βοείον νομίζω βούτυρον καλεῖσθαι. wäre butter urdeutsch, so stände es lautverschoben. aus buttern, stoszen, rühren läszt es sich nicht leiten, würde dann auch das stoszende, nicht das gestoszene ausdrücken. dazu haben wir andere, eigne wörter, das bis auf heute in unserm südwesten fortlebende anke (1, 378), ferner schmalz und schmer, welches im scandinavischen smör allgemein für butter gilt. des goth. ausdrucks werden wir nicht mehr habhaft. sl. maslo, von mazati ungere, litt. svěstas, lett. śweests von śwaidiht ungere, walach. unt, untel = unguentum; ir. paiteog, welsch ymenyn, armor. amann; eigen das sp. manteca. genau genommen liegt in butter die vorstellung der frischen, natürlichen, in anke und schmalz der ausgelassenen butter. Die deutschen stämme, welche das wort annahmen, schwanken in genus und flexion. ags. butere, gen. buteran f., fries butere, gen. butera, engl. butter, nnl. boter, nhd. butter, unveränderlich. ahd. aber kann in landstrichen, wo mhd. butter, gen. butteren, nhd. butter, gen. buttern m. vorkommt, auch ein männliches putiro, putirin gesetzt werden. man spricht noch heute in Östreich, Baiern, Tirol, in der Schweiz, selbst in der Pfalz und in Franken der butter, der buttern; er pôt in puterin. Diemer 16, 27; pring den putern. Wolkenstein s. 174; aus Dasypodius ist das genus von butter nicht zu ersehen, Maaler 83c hat der butter; voc. 1482 aa 2b putter, sambuca, i. e. butirum, ungeleutert schmalz; Lonicerus im kreuterbuch der butter; bei Conr. von Weinsperg liest man s. 8 vier zentner bütern, s. 25 bütern und unslieht bestellen; in Freys garteng. cap. 47 ein hafen mit anken oder buttern; haben also von uns zur not kleider, milch, buttern, kes und brot. Eyering 1, 299; meienbutter, der nit gesotten oder gesalzen ist. Gersdorf 55; also dasz es sich einem butter vergleich. Paracelsus 1, 907c; klopfe den butter und das wasser durcheinander, so lang bis der butter als ein schnee weisz werde. chir. schr. 49b; mit ungesalzenem butter. Seuter 28; mit geläutertem butter. Pinter 390; er war gern, da man mit groszen löffeln aufgieszet, den butter ins fewer schüttet, wanns nit brennen will. Garg. 45b; wie sie ihren butter heraus packte und den butter in demselben bächlein netzte. Simpl. 2, 255; nimm ungenetzten, erst ausgerührten butter. Hohberg 2, 204a. Schuppius setzt den starken gen.: der thier, milch, käs und butters überflusz. 736. Eine auch den unterschied zwischen butter und schmalz zeigende stelle läszt das genus unbestimmt, sie redet vom h. Bernhart: man solde im zweimal buteren geben, dô stunt smalz dâ beneben zu andern dingen bereit. daʒ wart von vergeʒʒenheit me danne zeimâl vor in brâcht. dô hete er sîner andâcht geworfen kleine an spîse, er aʒ eʒ in der wîse als ob eʒ butere wêre. pass. K. 401. hier kann butere m. oder f. sein, im letzten falle wäre es die älteste stelle für den weiblichen gebrauch des wortes bei uns in Deutschland; seit Luther scheint dieser anzunehmen: und er trug auf butter und milch. 1 Mos. 18, 8; butter von den kühen und milch von den schafen. 5 Mos. 32, 14; milch gab sie, da er wasser foddert und butter bracht sie dar in einer herlichen schalen. richt. 5, 25; brachten hönig, butter, schaf und rinder zu David. 2 Sam. 17, 29; wasserbeche, die mit honig und butter flieszen. Hiob 20, 17; da ich meine trit wusch in butter und die fels mir ölebeche gossen. 29, 6; ir mund ist gletter denn butter. ps. 55, 22; wenn man milch stöszt, so macht man butter drausz. spr. Sal. 30, 33; butter und honig wird er essen, das er wisse böses zu verwerfen und gutes zu erwelen. Es. 7, 15; und wird so viel zu melken haben, das er butter essen wird. 7, 22. zwar gewährt auch keine einzige dieser stellen den artikel, doch würde das m. den acc. buttern verlangen, da sich kein starkformiges mit dem gen. butters für Luther annehmen läszt. freilich hat Fischart den botter, nicht bottern. es ist also strenggenommen auch das f. in den angezognen lutherischen stellen unerwiesen. in Murners Eulensp. steht entschieden: bedroufte den braten mit dem buttern. cap. 72; ich wil euch guoten frischen buttern geben. cap. 75. bei Henisch schwanken die beispiele und neben der butter findet sich 573, 38 butter verderbet keine kost, sie ist gelind und schmieret wol. Stieler 263 schreibt die butter, ebenso Frisch 1, 160a. Man sagt reine, frische, fette, feiste, gelbe, rothe butter, braune, gebratene butter. Göthe 57, 232. maibutter, maienbutter; butter machen, schlagen, stoszen, blotzen, rühren, ausrühren, agitare butyrum, milch plumpen. bienenk. 171a. der ags. ausdruck dafür lautet cernan, engl. churn, nnl. kernen, isl. kirna, schw. kärna, n. kierne. vgl.butterkern, kernbutter. die butter auslassen, ausschmelzen, läutern; ausgelassene butter heiszt schmalz (wie ausgeschmolznes thierfett talg), sie wird dadurch zum kochen und braten dienlicher, verliert aber ihren wolgeschmack, s. die stelle vom h. Bernhart, der vor lauter andacht auf den unterschied nicht achtete. butter salzen, butter stechen, aus dem fasz mit einem besonderen stecher nehmen. Es heiszt weich, zart, glatt wie butter: o der zarte herr von butter! alle vögel kann er fliegen, keinen vogel hangen sehen. Göthe 57, 232. stehen, bestehen wie butter an der sonne, zerflieszen, nicht stich halten, vor scham vergehn: das ich da stehen müste wie butter an der sonne. Luther 3, 74; so stehen sie wie butter an der sonnen. 3, 342b; so frage ich, wie weistu es? hastu sein herz gesehen? so stehestu denn wie butter an der sonnen. 4, 328b; wenn uns der tod unter augen schnaubet, so felt es alles dahin, stehet wie butter an der sonnen. 4, 494b; komm ich und hab kein fanen gwonnen, bsteh ich wie butter an der sonnen. Haupt 3, 262; bruder Lamp stand wie butter an der sonnen von ihnen allen verlassen. Wolgemuts Esop 48; und bestund dieser, der ein procurator sein will, wie butter an der sonn. Kirchhof wendunm. 135b; da wird er da gestanden sein, wie der butter an der sonnen. fliegenwadel 146; mein ankläger bestund also wie butter an der sonne. Felsenb. 2, 338; weil ich nun hier bestunde, wie butter an der sonne. Plesse 1, 83; Christeli aber stand da wie butter an der sonne. Gotthelf sagen 5, 12; wie butter an der sonne stehn. Gotter 3, 31. Eine andere redensart geht von heftigem schrecken: erschrack ich, dasz mir die butter hätte mögen vom brote fallen. Ettner unw. doct. 447; ich will so mit ihm reden, dasz ihm die butter vom brote in den dreck fallen soll. pedant. irrthum 276b; vgl. die schon oben sp. 401 beigebrachten stellen. es heiszt auch einem die butter vom brot schaben, das fett abschöpfen: heiliger, lieber Luther, du schabtest die butter deinen collegen vom brot! das verzeihe dir gott. Göthe 56, 110. im butter sitzen bleiben, wie in der brühe (sp. 424): sasz übel im butter. Zingerle märchen 2, 147. es wer dann, dasz sie schweizerisch stockfisch essen wollten, doch on butter. bienenk. 134a, schläge kriegen; so kont er auch nicht, wie der mönch zu Trier, das himmelreich eim berg mit butter vergleichen, da das thal darbei voll köll (kohl) war und die sonn schmelz den butterberg in den köl. 195b. das ist butter an den galgen. Simrock 1426, nnl. het is boter an de galg gesmeerd, vergebliche arbeit; het is botertje tot den boom toe, butter bis auf den boden, übertriebene freundlichkeit; gelbe butter am spunde ist nicht immer gut auf dem grunde: das essen schwimmt in butter, ist zu fett gekocht; seine butter musz immer oben schwimmen; butter morgens gold, mittags blei. wer am gastmahl die butter anschneidet, darf dies jahr nicht heiraten. vgl.faszbutter, kleebutter, maienbutter. butter steht auch sonst für schmierige, fette masse: butter, die aus den augen trieft, augenbutter, gramiae; der leichnam lesset von sich eitel unflat, rotz, speichel, putter, schweisz, schweren, blattern, grind, gnatze, flüsse, eiter, mist und harm. Luther 6, 316a. s.krebsbutter. die chemiker reden von bleibutter, spieszglasbutter.
8335 Zeichen · 179 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    butter

    Althochdeutsches Wörterbuch

    butter s. butira f.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Butter

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Butter , plur. car. 1) Eigentlich, das aus der Milch besonders des Rind- und Schafviehes geschiedene Fett. Frische B…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Butter

    Goethe-Wörterbuch

    Butter a aus Milch gewonnenes, als Nahrungsmittel dienendes Fett [ üb Bad Berka ] Guten Rahm zum Caffee und frische B. k…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Butter

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Butter , besteht aus sehr kleinen, gelblich weißen Fettkügelchen, welche in der Milch der Säugethiere enthalten sind, be…

  5. modern
    Dialekt
    Butter

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Butter Band 2, Spalte 2,1770

  6. Sprichwörter
    Butter

    Wander (Sprichwörter)

    Butter 1. An Butter ist noch niemand erworgt. ( Schles. ) – Schles. Provinzialblätter, 1862, S. 570. 2. Bödther waart eg…

  7. Spezial
    Butter

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    But|ter f. (-) 1 smalz (-lc) m. 2 (Butterschmalz) smalz crü m. 3 ‹infant› smigo (-ghi) m. 4 (beim Buttern sich bildende …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit butter

628 Bildungen · 587 Erstglied · 39 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von butter

butt + -er

butter leitet sich vom Lemma butt ab mit Suffix -er.

Zerlegung von butter 2 Komponenten

but+ter

butter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

butter‑ als Erstglied (30 von 587)

Butter I

Idiotikon

Butter I Band 4, Spalte 1911 Butter I 4,1911

Butter II

Idiotikon

Butter II Band 4, Spalte 1914 Butter II 4,1914

Butter III

Idiotikon

Butter III Band 4, Spalte 1915 Butter III 4,1915

Butter IV

Idiotikon

Butter IV Band 4, Spalte 1915 Butter IV 4,1915

Butter V

Idiotikon

Butter V Band 4, Spalte 1916 Butter V 4,1916

Butteramsel

SHW

Butter-amsel Band 1, Spalte 1259-1260

Butterapfel

SHW

Butter-apfel Band 1, Spalte 1259-1260

Butterarsch

SHW

Butter-arsch Band 1, Spalte 1259-1260

Butterauge

SHW

Butter-auge Band 1, Spalte 1259-1260

Butterball

SHW

Butter-ball Band 1, Spalte 1259-1260

Butterbein

SHW

Butter-bein Band 1, Spalte 1259-1260

Butterbirne

SHW

Butter-birne Band 1, Spalte 1259-1260

Butterblatt

SHW

Butter-blatt Band 1, Spalte 1259-1260

Butterblume

SHW

Butter-blume Band 1, Spalte 1259-1260

Butterbrot

SHW

Butter-brot Band 1, Spalte 1261-1262

Butterbusch

SHW

Butter-busch Band 1, Spalte 1261-1262

Butterdose

SHW

Butter-dose Band 1, Spalte 1261-1262

Butterfaß

SHW

Butter-faß Band 1, Spalte 1261-1262

Butterform

SHW

Butter-form Band 1, Spalte 1261-1262

Butterfrau

SHW

Butter-frau Band 1, Spalte 1261-1262

Buttergeld

SHW

Butter-geld Band 1, Spalte 1261-1262

Butterglas

SHW

Butter-glas Band 1, Spalte 1261-1262

butter als Zweitglied (30 von 39)

Kräuterbutter

RDWB1

Kräuterbutter f масло, сдобренное травами и солью

Anke(n)butter

Idiotikon

Anke(n)butter Band 4, Spalte 1916 Anke(n)butter 4,1916

Arsenik-Butter

Adelung

arsenik·butter

Die Arsenik-Butter , plur. car. in der Chymie, eine Verbindung des Arseniks mit der Salzsäure, welche auch Arsenik-Öhl genannt wird. S. Adel…

augenbutter

DWB

augen·butter

augenbutter , f. gramiae, lemae, gr. λήμη , γλήμη = gramia ( mit wechsel des l und r), bei Dasypodius augenziger, augkotzen, augenbutzen, be…

bergbutter

DWB

berg·butter

bergbutter , f. steinbutter, ein fetter gelblicher thon. s. bergzieger .

Bleybutter

Adelung

bley·butter

Die Bleybutter , plur. car. eine dicke schmierige Substanz, wie Butter, die man erhält, wenn man Bley mit einem corrosivischen Sublimate in …

Flȫßbutter

Adelung

floess·butter

Die Flȫßbutter , plur. car. Butter, welche zur Aufbehaltung zerlassen worden; Schmelzbutter, im Oberd. Schmalz.

grasbutter

DWB

gras·butter

grasbutter , f. , butter aus der milch von kühen, die grünfutter bekommen, also im frühjahr und sommer bereitete butter im gegensatz zur str…

hexenbutter

DWB

hexen·butter

hexenbutter , f. butyrum a sagis confectum. Steinbach 1, 234 , das volk nennt die butter so, aus der die buttermilch sich nicht gehörig gesc…

hosenbutter

DWB

hosen·butter

hosenbutter , f. butter die man in hölzerne fäszchen einzudrücken pflegt ( vgl. hose 11, b ). Jacobsson 6, 119 b .

käsebutter

DWB

kaese·butter

käsebutter , f. quark in gewisser zubereitung, der wie butter aufs brot gestrichen wird, s. brem. wb. 2, 763; ditm. kesebotter, schmierkäse …

krebsbutter

DWB

krebs·butter

krebsbutter , f. mit zerstoszenen krebsschalen abgeschmelzte butter. Frisch , Adelung ; z. b. in dem Nürnb. kochbuche v. 1734 s. 852 ( das. …

kuhbutter

DWB

kuh·butter

kuhbutter , f. 1) butter aus kuhmilch, zum unterschied von schafbutter Campe. kühbutter Stieler 263 , Steinbach 1, 234 , kühebutter Ludwig. …

maibutter

DWB

mai·butter

maibutter , f. im mai bereitete, besonders schmackhafte butter. Frisch 1, 651 c ; vergl. maienbutter: ich bin oft so weit gegangen, dasz ich…

Maybutter

Adelung

may·butter

Die Maybutter , plur. car. in der Hauswirthschaft, Butter, welche im Monath May gemacht wird, und die schmackhafteste und beste ist; Grasbut…

Ochsenbutter

Wander

ochsen·butter

Ochsenbutter Den könnte man nach Ochsenbutter schicken. So einfältig und leichtgläubig ist er. (S. Tropsch.)

Pflichtbutter

DRW

pflicht·butter

Pflichtbutter, f. Butter als Naturalabgabe vgl. Pflichtgans an pflichtbutter jährlich 37 1/2 tonnen à 20 rthlr. 1654 QFSchleswHG. XV 128

Ableitungen von butter (2 von 2)

Buttere

BWB

Buttere Band 3, Spalte 3,871

Gebutter

MeckWB

Gebutter n. Geklopfe, z. B. ans Fenster Ma Gnoi ; das Stoßen des Wagens wie Gebatter ( s. d. ).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „butter". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/butter/dwb?formid=B13608
MLA
Cotta, Marcel. „butter". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/butter/dwb?formid=B13608. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „butter". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/butter/dwb?formid=B13608.
BibTeX
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