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geburt

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geburt f. subst.

Bd. 4, Sp. 1902
geburt, f. subst. verb. zu gebären, goth. gabaúrþs f., ahd. kapurt, gipurt u. ä. Graff 3, 160, mhd. geburt; alts. giburd, ags. gebyrd, altn. burðr m. (wie alts. giburd im gen. als masc. vorkommt); mnd. geburt, gebort, auch als m. wie es scheint, s. Sch. u. L. 2, 22a, mnl. gebort, geborte, nnl. geboorte. Auch einfach burt (s. d.) aus ahd. zeit her bis ins 16. jh., wie mnd. bort und noch engl. birth, n. byrd, schwed. börd, noch jetzt auch hochd. in bürtig, nd. bördig; vgl.bären gleich gebären. Von der ursprünglichen i-declination, die mhd. umlaut erzeugte, gen. gebürte, zeigen sich spuren bis ins 16. jahrh., z. b.: und (einen gemahl) der ir darzu sei gemesz an der gepuirt (l. gepürt) und dem gesesz. Teuerd. 8, 34, an herkunft und besitzungen. bemerkenswert ist die heutige länge des u, während in gebürtig die alte kürze bewahrt ist; die länge wird früher auch in der schreibung bezeichnet, s. geburth 1, e, gebuhrt 3, a, schon im 15. jh. gebuert nativitas Dief. 376a in einem rhein.-westf. voc. 11) in eigentlicher bedeutung. 1@aa) von seiten der mutter, das gebären: partus, geburt, gebort (md.), nd. bort. Dief. 414c; die sechs wochen tag, die ein frawe inn liegt nach ihrer gepurt. Luther bei Dietz 2, 29b; wer sagt, dasz männer nicht zum kriegen sind erkohren, die frauen zur geburt? Opitz 1, 100 (lob des kriegsg.); die geburt eines menschen an das licht dieser welt. Butschky Patmos 13; das wort wolgeborn sei eine ganze unwarheit. solches würde eines jedes barons mutter bezeugen, wann man sie. fragte, wie es bei ihres sohns geburt ergangen wäre (d. h. mit weh, nicht wol). Simpl. 1, 95, 24 Kz.; ein weib, dem wehe zur geburt, mulier parturiens. Henisch 1399; von den thieren lernte die erste mutter ohne zweifel ihre nothwendigste mutterpflicht, so wie sie die hülfsmittel bei der geburt wahrscheinlich von der noth gelernt hatte. Schiller 1009a (üb. die erste menschenges.); nun soll ihm Rahel noch einen sohn schenken, sie stirbt aber in der geburt. Göthe 24, 221. schwere, leichte geburt. 1@bb) von seiten des kindes, pass., das geboren werden: geburt und grab ein ewiges meer. Göthe 12, 35; wenn die kinder bis an die geburt komen sind und ist keine kraft da zu geberen. Luther Jes. 37, 3; die geburt Christi war aber also gethan. Matth. 1, 18; und viel werden sich seiner geburt frewen. Luc. 1, 14; (damals) war jederman gar fleiszig, sein geburt, (d. h.) das gestirn, stund und tag darinnen er geboren war, zuverstehen und zuwissen. Avent. chr. 219b, am rande kunst (d. h. wissenschaft) von des menschen geburt, was man jetzt nativität nennt, vgl. nativitas geburt, auch geberunge Dief. 326a und geburtsteller, wonach auch die geburt stellen gebräuchlich gewesen sein musz; von seiner geburt an, a die natali. Henisch; gehen wir noch in den wald, mein töchterchen? oder gefällt dirs, weil die sonne so brennt, in der geisblattlaub' an dem bache deine geburt zu feiren? Voss Luise (1795) 1, 20; und werd es (das geschenk) nur zu feiertagen süszer namen und lieber geburten tragen. Göthe 2, 449 Hemp.; vgl. unter geburtstag und schon in den alten vocab. natalitium geburt, ein tag der geburt Dief. 376a, nov. gl. 261b, das lat. wort ist eigentlich geburtstagsfeier, schmaus, geschenk, scheint aber dort öfter kirchlich gemeint, von festtagen heiliger, wie auch ein voc. heilge geburt setzt, bei Melber q 1b natalicia sanctorum, tag der geburt der heiligen; vgl.an Mariageburt, als kalendertag, J. Paul 55, 132. 1@cc) ursprünglich und noch im 18. jahrh. auch von thieren, wie gebären, kind u. a. (s. sp. 1643): gebet den ziegen salz vor der geburt zu essen, ehe sie zickeln, so gedeyen sie wol und geben viel milch. Becher haushaltung (1714) 675; die geburt, das jung von weiberen oder von thieren, partus, soboles. Maaler 160b, vgl. unter e aus Mos. 1@dd) denn auch der gegenstand des gebärens selbst heiszt so. 1@d@aα) abortire, die burt todt geberen. gemma Straszb. 1518 A ijc; ein geburt verderben Dief. 4a; unzeitige geburt geberen. Jes. 65, 23; die geburt abtreiben Henisch 1399, selbst geburt in mutterleib, foetus, conceptus das., wie auch ahd. schon foetus Graff 3, 159, unvollkommene geburt embryo Stieler 96; da sie vernam ihres herren und fürsten (fürstlichen gemahls) tod, ward sie sehr betrübt und bekümmert, das sie darnider fiele und ihr die geburt abgienge. Schumann nachtb. 2, 12; unartige und verwerfliche geburten. Simpl. 2, 347 (s. unter kaulkopf); eine schwache, starke geburt. Stieler. s. auch misgeburt, fehlgeburt, frühgeburt. 1@d@bβ) auch die nachgeburt, früher auch die andere geburt, secunda Dief. 523c, das gebürtlein, s. d.; zu beachten auch bair. die burd, die gebärmutter bei kühen, s. Schmeller 1, 195, schweiz. ebenso bürdi f., gebärmutter und nachgeburt (s.bürde 2), wie die gebärmutter bei thieren auch die trage heiszt Schm. 1, 481, gebären aber eigentlich auch eben tragen (s. sp. 1643); geburt oder burt und bürde scheinen sich aber da gemischt zu haben, vgl. unter gebürtlein; wörterbücher geben auch geburt für die gebärmutter, z. b. Rädlein 327b. 1@ee) natürlich auch das gesund geborene: denn die ersten geburt sind mein, sint der zeit ich alle erstegeburt schlug in Egyptenland, da heiliget ich mir alle erstegeburt in Israel, von menschen an bis auf das vieh. 4 Mos. 3, 13; alle männliche geburth zu tödten. Olearius pers. ros. 7, 20; wer wolte ohne seufzen die neugeborne kinder in wilden tüchern eingewickelt ansehen, diejenige sag ich elende geburt uf der erden ligend, welche die eltern den fürübergehenden mit ausgestreckter hand zeigen. Schuppius 694. s. auch 4, g. 22) der sinnliche begriff erweitert. 2@aa) geburt von beiwohnung, zeugung (wie gebären 5, e), das beweist folgende stelle zugleich mit: die aller schnödest sünd wider die natur .. (verübt) in andren glidren weder die natur zuo der geburt geordnet hat. Keisersb. dreieck. sp. Ff 3b (s. unter ketzerei 2). 2@bb) daher selbst für die geburtsglieder (s. d.): geburt, weibliche geburtsglieder, la nature. Rädlein 327b, Adelung, vergl. Fleming u. 3, a. aber auch von den männlichen: als er 10 jahr gewesen, habe ihm ein pferd ein stück fleisch gleich neben der geburt weg geschlagen, und doch sei er glücklich wieder curirt worden. F. D. Gesky criminalchronik hingerichteter verbrecher Weim. 1825 s. 12; vgl.gebären vom manne sp. 1644. 2@cc) schwere geburt im witz übertragen auf ein andres 'arbeiten' mit wehen: ein witziger Neapolitaner sagte, man merke, dasz der verfasser dieses distichon auf dem nachtstuhle gemacht habe, und man stelle sich ihn in demselben mit gebärden einer schweren geburt vor, wie sie sich die Römer nach dem Suetonius in dem gesichte des Vespasianus (nitentis) bildeten. Winckelmann 2, 139. 33) bildlich, 3@aa) geburt der natur, der erde u. s. w.: see und luft und land wird bald .. zur gebuhrt und mehrung eilen. Fleming 389, Lapp. 318; neulich war die erde braut, itzund liegt sie in den wochen, laub und blumen, saat und kraut haben die gebuhrt gebrochen. 355, Lapp. 291, zugleich geburt für gebärmutter (s.brechen II, 4); seht, wie das güldne liecht der sonnen heller blicket, der felder schwangre schosz ist zur geburt geschicket. 92 Lapp. das ist wie bei kind (12, a), fruchtbar, schwanger, die vom menschen und der natur gleichmäszig gelten, und gebären scheint sogar erst von den bäumen u. ä. auf den menschen übertragen (s. sp. 1640. 1642 fg.), was doch bei geburt nicht nachweisbar ist. Dichterisch geburt des silbers, nach ὅθεν ἀργύρου ἐστὶ γενέθλη: fern aus Alybe her, alwo des silbers geburt ist. Voss Il. 2, 857, da viel des silbers wachsen thut. Spreng Il. 44b, aber Vossens ausdruck schlieszt sich richtig an alte vorstellungen an, s. sp. 1641 m. aus Schwarzenberg von metall als 'geboren' und aus altbergmännischer rede sp. 1229 von der erzmutter, besamung u. ä., wo denn geburt auch zu erwarten ist. Im weltall: in des weltalls hängenden gärten wehn die geburten des all. H. Lingg ged. (1868) 1, 127. 3@bb) von unpersönlichen dingen, in vermenschlichung: dis ist die gepurt himels und erden. Luther 1 Mos. 2, 4 var.; der tag, der ist der mann; sein weib, das ist die nacht; von denen wird die zeit stets zur geburt gebracht. Logau 3, 6, 72; die geburt der eifersucht heiszt ein gedicht: umarmt vom argwohn hat der eifersucht das dasein liebe selbst gegeben u. s. w. Gotter 1, 66; das kühne traumbild eines neuen staates, der freundschaft göttliche geburt. Schiller 294b (Carl. 4, 21); man musz die bösen begierden in der geburt ersticken. Adelung. s. ebenso kind 12, b, vgl. gebären 4, b. 3@cc) der tod eine neue geburt: so mag aber der leiplich tod wol heiszen ein newe geburt von (wegen) des schweren leibes abval, von dem freien ingang in die ewigen selikeit. Suso briefe 72; in meinem grabe reife ich zu meiner zweiten geburt. Gellert 8, 169. in vocc. des 15. jh. wird unterschieden natale geburt zuo dem himel, himelsch geburt und nativitas irdisch geburt Dief. 375c. 376a. aus mhd. zeit s. sp. 1648, auch von wiedergeburt, geistiger neugeburt u. ähnl., bei Ludwig 703 die wiedergeburt, die neue geburt, the regeneration. 44) geburt von dem was dem menschen von der geburt her anhaftet, herkunft, art, geschlecht u. ähnl. 4@aa) herkunft überhaupt, das geboren sein: nu rihtet, swes geburt ie wart von reinen wîben. MSH. 2, 263; sag an, jugend, ob dein geburt ursprüngklich nit vom alter wurd. H. Sachs 1, 123 Göz. die bestimmte herkunft, abstammung u. ähnl. (vgl. c), schon ahd. auch 'stirps, generatio': dis ist das buch von der geburt Jhesu Christi. Matth. 1, 1, es folgt Abraham zeugete Isaac u. s. w., urspr. aber gepar oder hat geporn, dem geburt entsprechend. abstammung dem volke nach, heimat, nationalität u. ähnl.: dein geschlecht und deine geburt ist aus der Cananiter lande. Ezech. 16, 3; ein jüde mit namen Appollo, der geburt von Alexandria. apost. gesch. 18, 24; beide judisch und heidnische gepurt odder wesen nichts hindert noch foddert (fördert) fur gott. Luther bei Dietz 2, 29b; du lerst die heiden judelen, darum das du von geburt ein jud bist. Zwingli von speisen e 4b; Engländer von geburt, jetzt doch gewöhnlicher geborner Engländer (sp. 1647); nur das klima könnte mich reizen, diese gegenden jenen vorzuziehen, denn geburt und gewohnheit sind mächtige fesseln. Göthe 27, 152, aus Venedig 12. oct. 1786; er war protestant .. durch geburt, nicht nach untersuchung. Schiller 716b. 4@bb) auch angeborne art u. ä., ahd. wird natura damit glossiert (auch substantia), auch deutlicher anaburt natura, noch nhd. angeburt (s. d.) bei Keisersberg; auch für gute reine art in ihrer fortpflanzung (vgl. c): Adam gebôt den kinden .. sumelîche wurzen ze mîden, dar umbe daʒ si niht entarten an der ir geburte. sîn gebot si verchurn, ir geburt si verlurn, dei chint, dei si gebâren, ungelîch si wâren (entartend). genesis 26, 2. 3 Diem. ahd. auch 'conditio, sors', vgl. im 15. jh. nativa conditio, naturlich geburt Melber q 1b, das verhältnis da hinein einer geboren ist, z. b.: wiewol sy (die heil. Elisabeth) ain künigin was der geburt. Keisersberg spinn. L ija, königin von geburt, königliche prinzessin (s. könig II, 3), mit dem gen. ausgedrückt, wie mhd.: daʒ er gebürte ein hêrre was. Trist. 10136 (255, 18). so auch vom angebornen rechte (vgl. f): und man satzt sie gegen im (bei tafel), den erstgebornen nach seiner erstengeburt, und den jüngsten nach seiner jugent. 1 Mos. 43, 33; verkeufe mir heute deine erstgeburt. 25, 31. ahd. selbst für sexus, wie geschlecht noch jetzt. 4@cc) herkunft, abstammung dem stande nach, niedere, hohe geburt u. dgl. (vgl. unter geboren sp. 1646): weil er nicht von armen ältern und nicht von niedriger geburt herstammt. Rabener (1755) 3, 16, mhd. swache geburt, niedrige, siehe g. besonders von edler herkunft, wie eben geschlecht (vgl. d): (sie) diu zuht unde schœne, hôhe geburt unde jugent .. güete und wîse rede hât. Iwein 6465; wol an gebürte künege gnôʒ. Trist. 247; an geburt manch vurste clâr. Jeroschin 467; fur der welt gilts wol, das ein mensch seiner geburt halber edler sei denn das ander. Luther von den jüden B ija; adel des geblüts oder geburt. ders., s. sp. 1797; hohes geblüt von geburt das.; nicht nur die gefürsteten äbte, sondern alle bischöfe, die ihrer geburt nach keine prinzen (fürsten) sind. Liscow 376; der zweifel meiner fürstlichen geburt, er ist getilgt, so bald ich dich vertilge. Schiller M. Stuart 4, 10; gute geburt, entsprechend dem wol geboren (auch guot geborn) sp. 1646, vgl. mhd. beʒʒere geburt das.; nicht erbrecht noch geburt, das herz macht grosz und klein. Hagedorn 1, 14. 4@dd) auch geburt kurzweg für edle oder gute, hohe geburt, entsprechend dem geboren gleich wolgeboren, von guter geburt, schon mhd. (s. sp. 1646): nû hâbent ir schœne unde jugent, geburt, rîcheit unde tugent. Iwein 1926. 3518; kunst (wissen), geburt noch rîcheit mac uns dâ vor niht bewarn, wir müeʒen alle hinnan varn. Barl. 364, 22; nun hat doch die natur dise hoffart der gburt verht, und was das aller best .. ist, von gar schlechtem ursprung laszen herkommen. Frank spr. 1, 130b, angewandt auf das leben der natur; geburt ist schlechter ruhm, ehr wie ein pilz vergehet. Weckherlin 835 (epigr. 130); ist dan geburt und ehr, schönheit und haab ein dunst. das.; der weder geburt, land noch geld hat. Olearius pers. baumg. 2, 14; es that mir wehe, dasz geburt und titel bei der armee mehr galten als verdienst. Schiller Wallenst. tod 2, 6; wenn er von geburt wäre. Wieland 19, 250; auch geradezu ungeburt für unedle geburt, mhd.: eʒ enschirmet geburt noch guot .. für den tôt niht mêre dann ungeburt und untugent. Hartmann arm. Heinrich 721, wie mhd. ungeborn unadelich; s. auch geborenheit. 4@ee) ähnlich in bürgerlichen kreisen geburt für eheliche, ehrliche geburt: wer ires (der Freiberger faszbinder) hentwerkes begert und meister daruf werden wil, das der brive seiner geburt brenge, das er von vater und muter elichen geborn sei, from und ouch nicht von gerenden luten. Schott stadtr. 3, 295; der das handwerg (der leinweber) lernen wil, sal gute und gnugsame briefe siner geburt und ouch siner eldern brengen. 296; ein iglicher meister, der einen knecht ufnemen wil, der sal sine gebort vorhin mit briefen beweisen. 291; vgl. geburtsbrief. dagegen: als ob er unehrlicher geburt were. Ayrer proc. ij, 5. 4@ff) halbe und volle geburt, bei geschwistern, in bezug auf erbrecht: wenn zwen brder mit einander in lehen volgen sollen, einer wer von beiden seiten, das ist von vatter und mutter, der ander vom vatter allein (der Sachs nennet es bruoder von voller und halber geburt), ob der, so vom vatter allein ist, von dem andern möge ausgeschlossen werden? Zasius die summa des ganzen keis. lehenrechtens Cöln 1576 76b; weren aber vollbürdige bruders oder schwester kindere an einen theil und am andern theil stiefbrüdere oder stiefschwestern von halber geburth vorhanden .. stadtr. von Gera 17. jh. bei Schott 1, 196. vgl. halbbürtig, vollbürtig. 4@gg) wieder auch von dem so und so gebornen selber (s. 1, d. e), vom einzelnen wie von einem ganzen geschlechte. jenes z. b.: daʒ er leit sô grôʒen spot von sô swacher geburt. Hartman Greg. 2777, einem so niedrigen manne, der so swacher geburt war; do si zum letsten mit mir redt, die adeliche geburte (königin). lied von einem ritter aus Steiermark, Körner hist. volksl. 82. geschlecht, von familien wie stämmen und zeitgeschlechtern: swaʒ mannes chunnes wurde (conj.) undir sîner geburde, daʒ die alle sich besniten. gen. D. 37, 5 u. ö.; es kompt oft ein los ding von edler gepurt, begibt sich oft das fromm leut buoben zu kindern haben. Frank spr. 1, 130a; das si ihre künig nit aus der geburt, sunder aus dem adel der tugent in gesuocht und fürsten erwölet haben. weltb. 34b, aus dem adlichen geschlechte, wenn nicht aus wie lat. ex nach, gemäsz meint. mhd. und wol länger hübsch für 'generation', zeitgeschlecht: die nû ze vollen bœse sint, gewinnent die noch bœser kint .. von dér geburt enkumt uns frum noch êre. Walther 23, 20; daher als zeitbestimmung, gleich 'periode' u. ä.: sô nie bî unsir geburte beʒʒir jâr wurten. gen. D. 85, 21; daʒ in aller geburte nie schônir man wurte (conj.). 113, 17. 55) geburt des geistes, wieder vom gebären selbst wie vom geborenen, gedanken, gedichten, büchern u. ä.: ode und heldengedicht, welches unstreitig die vollkommensten geburten des menschlichen witzes sind. Liscow 550; dasz er ja nicht eilen solle, mit unreifen geburten die presse zu beunruhigen. Drollinger 324; die unreifen geburten seiner muse. Gotter 1, v; welche geburt des gehirns kann in einem glühenden herzen nicht zur leidenschaft reifen? Schiller 761a; ist aber der kurze frühling (des genies) vorbei und fragt man nach den früchten, die er hoffen liesz, so sind es schwammige und oft verkrüppelte geburten, die ein misgeleiteter blinder bildungstrieb erzeugte. 1116a, vgl. nachher ebenda poetische zeugung; alle dilettantischen geburten in dieser dichtungsart. Göthe 44, 279; der gelehrte selbst bückt sich am schreibepult unter der geburt der zueignungen und hofschriften. J. Paul Hesp. 4, 34; so versessen war alles auf die geburten seines fruchtbaren kopfes. Katzenb. 2, 71. ebenso zeugen, wo der geist als vater gedacht ist (vergl. von pubertät Göthe 49, 94), während geburt ihn zugleich zur mutter macht, s. unter gebären 8, c, auch ausgeburt.
17432 Zeichen · 444 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    geburtstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    geburt (-ürte oder -urt. Gr. 1, 676 ) stf. 1. das geboren werder besonders abstammung aus vornehmem geschlechte. daʒ er …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    geburtN., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    geburt , N., F. Vw.: s. gebōrt

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebūrt

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Gebūrt , plur. die -en, von dem Zeitworte gebären. 1. Der Zustand, da eine Person oder ein Thier weiblichen Geschlec…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geburt

    Goethe-Wörterbuch

    Geburt in Jugendschr vereinzelt -buhrt 1 das Gebären, Hervorbringen a der Geburtsvorgang, die Niederkunft, einmal ‘Schme…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geburt

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geburt , ist der Akt der Lostrennung des Gezeugten vom mütterlichen Organismus, besonders bei dem Menschen. Eine nach ei…

  6. modern
    Dialekt
    Geburt

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Geburt Band 3, Spalte 3,813f.

  7. Sprichwörter
    Geburt

    Wander (Sprichwörter)

    Geburt 1. Bei jeder Geburt wird eine Leiche angesagt. – Simrock, 3121; Körte, 1816; Reinsberg II, 153; Braun, I, 649; Sa…

  8. Spezial
    Geburt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|burt f. (-,-en) 1 nasciüda (-des) f. 2 ‹med› (Entbindung) pert (-rc) m. , partorí m. , sté de pert m. 3 ‹fig› (Erzeug…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geburt

205 Bildungen · 164 Erstglied · 37 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von geburt

ge- + burt

geburt leitet sich vom Lemma burt ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von geburt 2 Komponenten

geb+urt

geburt setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geburt‑ als Erstglied (30 von 164)

Geburt(s)baum

Idiotikon

Geburt(s)baum Band 4, Spalte 1244 Geburt(s)baum 4,1244

Geburt(s)brief

Idiotikon

Geburt(s)brief Band 5, Spalte 473 Geburt(s)brief 5,473

Geburt(s)linnen

Idiotikon

Geburt(s)linnen Band 3, Spalte 1285 Geburt(s)linnen 3,1285

Geburt(s)stund

Idiotikon

Geburt(s)stund Band 11, Spalte 1071 Geburt(s)stund 11,1071

geburtbein

DWB

geburt·bein

geburtbein , n. os pubis, das geburt oder gemächt beine genennet. Uffenbach 1, 134 ; die ander maus ( der hüfte ) entspringt an dem geburtbe…

geburtec

Lexer

ge-burtec adj. BMZ zu folgern aus

Geburtenbuch

DERW

geburt·en·buch

Geburtenbuch, N., ›über die Geburten geführtes Personenstandsbuch‹, s. Geburt, Buch, vgl. Geburtsbuch Badisches Land- recht 1809, Allgemeine…

geburtesbrief

KöblerMhd

geburt·es·brief

geburtesbrief , st. M. nhd. „Geburtsbrief“, Taufschein Q.: DRW, StRFreiberg (um 1300), WeistGr W.: nhd. (ält.) Geburtsbrief, M., „Geburtsbri…

geburtheld

DWB

geburt·held

geburtheld , m. der held des geburtstages, geburtstagskind. als Viktor anlandete in der pfarre, hört' er den geburthelden des tages, den pfa…

geburtic

MWB

gebur·tic

geburtic Adj. ‘wohlgeboren’ daz daz also sej, han ich geben disen briue virsigilten mit meim insigel mit geburtig gezewgen UrkCorp (WMU) 254…

geburticlich

MWB

geburt·iclich

geburticlich Adj. ‘geburtlich, die Geburt betreffend’ daz Tristan daz kint wære / von der gebürteclîchen nôt / in sîner tôten muoter tôt Tr …

geburtjahr

DWB

geburt·jahr

geburtjahr , n. jahr der geburt, bei Rist öfter; vergl. geburtsjahr, geburtlied.

geburtlich

Lexer

geburt·lich

ge-burt-lich adj. ib. geb. tac geburtstag Tund. Flore 2250. Silv. 3103. Troj. 5473. an unser frowen gotes muoter geburtelîchem tag Don. 1295…

geburtlichheit

KöblerMhd

geburtlich·heit

geburtlichheit , st. F. nhd. Abstammung ÜG.: lat. generatio EvAlem Hw.: vgl. mnl. geboortelijcheit Q.: EvAlem (Mitte 14. Jh.) I.: Lüt. lat. …

geburtlicho

AWB

geburtlicho Gl 2,43,29 s. gi- bûrlîh.

geburtlied

DWB

geburt·lied

geburtlied , n. lied auf einen geburtstag: hochzeit- und geburtlieder, glückwünschungen nach ausgestandener krankheit. Opitz poet. 26 . dies…

geburtlîcheit

MWB

geburtlîcheit stF. ‘Abstammung’ generatio: gebuͥrtlicheit EvAlem 46(Mt 1,1) MWB 2 198,1; Bearbeiterin: Herbers

geburtlīcheit

KöblerMhd

geburtlīcheit , st. F. Vw.: s. geburtlichheit*

geburtname

DWB

geburt·name

geburtname , f. vorname, der bei der geburt beigelegt wird: geburt- und familien-name. Garve anm. zu Cic. de off. 2, 206 ; vgl. geburtsname …

geburtregister

DWB

geburt·register

geburtregister , n. geschlechtsregister ( s. geburt 4, a ): die selben suchten ire geburtregister und fanden keine. Luther Esra 2, 62 , auch…

Geburtrëchner

Idiotikon

Geburtrëchner Band 6, Spalte 127 Geburtrëchner 6,127

Geburtshaus

SHW

Geburts-haus Band 2, Spalte 1149-1150

Geburtsort

SHW

Geburts-ort Band 2, Spalte 1149-1150

geburt als Zweitglied (30 von 37)

Missgeburt

RDWB1

Missgeburt f уродец (ребёнок или детёныш животного, родившийся с заметными физическими отклонениями) eine ~ der Hölle idiom. - исчадие ада и…

anegeburt

KöblerMhd

ane·geburt

anegeburt , st. F. nhd. „Angeburt“, Abstammung Hw.: vgl. mnd. anegebōrt* Q.: MinnerI (um 1340) (FB angeburt) E.: s. ane, geburt W.: nhd. Ang…

angeburt

DWB

ange·burt

angeburt , f. natura, indoles, ahd. anapurt natura ( Graff 3, 161 ): toub und stumm, nit von natur oder angeburt. Keisersb. post. 3, 73 . vg…

ausgeburt

DWB

aus·geburt

ausgeburt , fetus, gern in üblem sinn: die laune, deren ausgeburt das werk selbst ist, hat ihm auch den namen geschöpft. Wieland 4, ix; o du…

erstgeburt

DWB

erst·geburt

erstgeburt , f. primogenitura: aber Jacob sprach, verkeufe mir heute deine erstgeburt. Esau antwortet, sihe ich musz doch sterben, was sol m…

frühgeburt

DWB

frueh·geburt

frühgeburt , f. eine zu früh d. h. vor der gehörigen zeit eintretende oder eingetretene geburt, abortus. aber auch ein zu früh gebornes kind…

halbgeburt

DWB

halb·geburt

halbgeburt , f. partus unilateralis, vgl. unter halb sp. 188. rechtssprichwort: halbgebuhrt tritt einen grad zuruck. Pistorius thes. paroem.…

hôchgeburt

MWB

hôchgeburt stF. hôchgebürte Nom.Sg. KvWPart 9546. ‘vornehme Abstammung, adliger Stand’ sîn [Alexanders] hôchgeburt [...] hiez in dô nâher si…

hōchgeburt

KöblerMhd

hōch·geburt

hōchgeburt , st. F. nhd. vornehme Geburt, edle Herkunft, vornehme Herkunft, vornehme Abstammung, adeliger Stand, Adel (M.) (1) Q.: RAlex (FB…

kristgeburt

KöblerMhd

krist·geburt

kristgeburt , F. nhd. „Christgeburt“, Geburt Christi E.: s. krist, geburt W.: nhd. DW- L.: WMU (Krist geburt)

Mannsgeburt

DRW

manns·geburt

Mannsgeburt, f. männliche Nachkommenschaft, männlicher Leibeserbe, Mannburt dat wi ... gegeuen hebben ... hoem ende der mansgeboert, die hi …

Misgeburt

Wander

mis·geburt

Misgeburt 1. Ist das eine Misgeburt, sagte Töffel, als er eine Perrüke auf dem Zaunpfahl sah. Holl. : Dat gelijkt wel eene misgeboorte, zei …

Mißgeburt

Pfeifer_etym

miss·geburt

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…

nachgeburt

DWB

nach·geburt

nachgeburt , f. der mutterkuchen nebst demjenigen theile des nabelstranges, welcher nach der trennung des kindes am mutterkuchen bleibt, und…

nāterengeburt

KöblerMhd

nāter·en·geburt

nāterengeburt , st. N. nhd. Schlangenbrut Q.: EvA (vor 1350) (FB nāterngeburt) E.: s. nātere, geburt W.: nhd. DW-

ungeburt

DWB

ungeb·urt

ungeburt , f. mhd. ungeburt niedrige herkunft th. 4, 1, 1, 1905 δ . nl. ongeboorte, mnl. ongeboortelijc, -heit, ongeboortich. miszgeburt unp…

vüregeburt

KöblerMhd

vüregeburt , st. F. nhd. Erstgeburt Q.: Hans (um 1400) E.: s. vüre (1), geburt W.: nhd. DW- L.: Lexer 303a (vürgeburt), LexerHW 3, 598 (vürg…

vürgeburt

KöblerMhd

vürgeburt , st. F. Vw.: s. vüregeburt*

widergeburt

KöblerMhd

wider·geburt

widergeburt , st. F. nhd. Wiedergeburt Q.: EvSPaul (1300-1350), EvA, Seuse (widergeburt) E.: s. wider, geburt W.: nhd. Wiedergeburt, F., Wie…

wi(e)dergeburt

DWB

wieder·geburt

wi(e)dergeburt , f. , mnl. wedergeborte, -geboorte, -gebuerte, ndl. wedergeboorte; ' palingenesie, regeneratio, renaissance '. für das ahd. …

wundergeburt

DWB

wunder·geburt

wundergeburt , f. , älter auch als wunderburt, dies auch als n. ( oder m.? ): mit einem wunderpurt Seb. Franck chron. Germ. (1538) 253 ; ein…

zangengeburt

DWB

zangen·geburt

zangengeburt , f. , allg. d. bibl. 90, 420, auch bildl. u. sprichwörtl. von etwas, das unter groszen schwierigkeiten entstanden ist: Wander …

Ableitungen von geburt (4 von 4)

geburtę

AWB

geburtę Gl 4,80,51 s. gi- burti.

Mißgeburt

Pfeifer_etym

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…

ungeburt

DWB

ungeburt , f. mhd. ungeburt niedrige herkunft th. 4, 1, 1, 1905 δ . nl. ongeboorte, mnl. ongeboortelijc, -heit, ongeboortich. miszgeburt unp…

urgeburt

DWB

urgeburt Baggesen 4, 194 . —