lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

gebären

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
58
Verweise raus
61

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gebären

Bd. 4, Sp. 1638
gebären, geberen, nebenform von gebaren, wie subst. gebär neben gebar, nur nhd. mit dem folg. gebären im praes. zusammenfallend, denn dieses war mhd. gebërn, jenes gebæren wb. 1, 149a, vermutlich schon ahd. gipârian; alts. gibârian, ags. gebæran, noch altengl. iberen Stratm. 312, mnd. gebêren, mnl. geberen, noch fläm. (s.gebaren II, 2). mnd. noch öfter blosz bêren, s. dazu gebaren I, a; auch als hochd. bei Henisch 1377 'gebAeren, bAeren, geberdig sein, moratum esse, edere gestus, gesticulari', woher? unter deutschem einfluszn. bäre sig, schwed. bära sig, norw. bera seg (Aasen 50a), doch verwachsen mit bäre tragen, wie auch engl. in eigner entwickelung to bear one's self sich betragen, sich benehmen. 11) intr., wie gebaren. 1@aa) sich geberden, sich verhalten: warumb er gegen seine arme freundin also ungütig gebärete. Kirchhof wend. 125b; gott hat mit mir zu schaffen, wie eine mutter mit ihrem kinde handelt, und gebäret mit mir, als sei kein mensch sonst auf erden denn ich. Scriver seelensch. 2, 149 aus Luther 4, 500a, bei dem ichs doch nicht finde (auch bei Dietz nicht); als nun der ritter die jungfrawen so ganz kläglich geberen sahe. buch d. liebe 250a; vernünftiglich geberen. Ringwald laut. w. 59; geberet nerrisch. 72. noch im 17. jh.: wann nun ein zorniger etwas von einem fordert, das ihm nicht alsobald wird, so gebäret er gewislich also (d. h. ebenso, wie vorher beschrieben). Schottel 1137a (vorher daneben gebaret). 1@bb) besonders auch von verstellung (s.gebaren II, 2): stultum ago, ich geber odder stell mich wie ein narr. Alberus Bb 2b; lasz dir ein blatten schern und thu recht (gerade) wie ein apt gebern. Waldis Es. III, 92, 120. 1@cc) bei behörden, im rechtlichen verfahren u. ähnl. (s.gebaren II, 4): ire aussage fleiszig aufzuschreiben und damit also zu gebähren und zu verfahren. Ayrer proc. 1, 13; euwer fragstück sind schon vorhanden, und soll derselben halben gebäret werden wie recht ist. 2, 10; von meuterischen soldaten soll der zehente aufgehenket, mit den übrigen aber also gebähret werden, dasz sie ohne standarten dienen ... Schm. 1, 185, würzb. verordn. bildlich: wenn du wöllest mit deinem knecht nach seim verdienst geberen. Ringwald geistl. l. B 1b. 22) refl., wie sich gebaren auch: ein junger mensch, der sein gebetbuch in einem heimlichen unsaubern ort versenkte und sich gebährte, als wäre kein gott mehr im himmel und kein teufel in der hölle. Scriver seelensch. 2, 426. noch im 18. jh.: ich gebäre mich (neben gebare mich) gestio. Steinbach 1, 151; er gebähret sich wie ein narr, stultum agit, du gebährst dich wunderlich gesticularis. 150, seine ausführung hat den zweck, es von gebären parere scharf zu sondern. 33) vermischung mit diesem gebären kam nämlich wirklich vor, bis vor 1400 zurück bezeugt: darzuo Wiprecht Wolfskel, der was ze solchen dingen snel, im streit er ritterlich gebar. Liliencron 1, 184a. 199, vom herausg. gewaltsam geändert, in die anm. versteckt; also stond Ulenspiegel uf der louben vor dem rathhus (zu Magdeburg) und bewegt sich mit den armen und gebar eben als ob er fliegen wolt. Eulensp. Lapp. hist. 14; weil ich denn so schlim gebar. Ringwald tr. Eck. G 1a. das gehört zu dem vordringen der starken bildung ins schwache verbum (wie mans jetzt im spasz betreibt), namentlich bei lautlicher nähe eines starken verbums, wie gekoren zu kehren V, 410 m., wie frug zu fragen, jug zu jagen. 44) nur aus starker fahrlässigkeit stammt eine angabe Henischs 1377: gebAeren tumultuari, turbare, und gebAeren barritum edere, barrire, saevire more ursorum; es ist wörtlich aus Kilian (vgl. sp. 1127 anm.), der ghebaeren und baeren so angibt (mit ghebaeren parere vermischt), Henisch nahm aber das nl. ae für Ae statt â. das erste ist eine noch heute geltende nd. bedeutung, die auch altengl. auftritt in ibere subst., geschrei, lärm, als verb. z. b. von dem schreien und den ungeberden eines klagenden, s. Stratm. 312 (vgl.das gebaren in tadelndem sinne, aber auch umgekehrt ungebärig unter dem zweiten gebärig), das andere ein gelehrter versuch zur erklärung jener bedeutung; vergl. übrigens unter baren m.
4151 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebærenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    gebæren stn. mit guoteme gebæren gr. Rud. D b , 11. vgl. anm. s. 19.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebären

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Gebären , verb. irreg. act. ich gebäre, du gebierst, oder gebärst, er gebiert, oder gebärt; Imperf. ich gebar; Mittelw. …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gebären

    Goethe-Wörterbuch

    gebären häufig -ähr-; PartPrät attr oft synkopiert; auch abgekürzt ‘geb.’; in Punkt 1 d mehrf Zusammenschr ‘neugeboren’ …

  4. modern
    Dialekt
    gebärenPart.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gebären gebären, hervorbringen; nicht volksläufig bis auf das Part. geburen neben buren (2, 147); einmal bezeugt beert: …

  5. Sprichwörter
    Gebären

    Wander (Sprichwörter)

    Gebären 1. Die gebären, sollen nähren. (S. Mutter.) Die Russen sagen: Die Gebärerin ist die beste Nährerin. Die Finnen: …

  6. Spezial
    gebären

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ge|bä|ren (gebiert, gebar, geboren) vb.tr. 1 (zur Welt bringen) partorí (-rësc ), mëte al monn, dé ala löm 2 ‹fig› (ersc…

Verweisungsnetz

89 Knoten, 88 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 9 Hub 1 Kompositum 73 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebaeren

5 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gebaeren

ge- + baeren

gebaeren leitet sich vom Lemma baeren ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gebaeren 2 Komponenten

geba+eren

gebaeren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gebaeren‑ als Erstglied (1 von 1)

Gebärenstuhlgang

GWB

gebaeren·stuhlgang

* Gebärenstuhlgang in spött Wiedergabe einer Behauptung von Oken 1) Seine Theorie vom Gebären-Stuhlgang paßt auf sie selbst: denn sie ist ei…

gebaeren als Zweitglied (2 von 2)

Mißgebǟren

Adelung

miss·gebaeren

Mißgebǟren , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Gebären ,) welches das Hülfswort haben erfordert, zu früh gebären, eine unzeitige Geburt zur We…

nachgebären

DWB

nach·gebaeren

nachgebären , verb. später gebären Stieler 97 ; partic. nachgeboren: nachgeborn kint, postomus ( posthumus ) voc. opt.; unter mehreren nachg…

Ableitungen von gebaeren (2 von 2)

Mißgebǟren

Adelung

Mißgebǟren , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Gebären ,) welches das Hülfswort haben erfordert, zu früh gebären, eine unzeitige Geburt zur We…

ungebæren

Lexer

un-gebæren stn. lâ dîn ungebâren ( wehklagen ) sîn Rul. 51,16.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gebaeren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gebaeren/dwb?formid=G02569
MLA
Cotta, Marcel. „gebaeren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gebaeren/dwb?formid=G02569. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gebaeren". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gebaeren/dwb?formid=G02569.
BibTeX
@misc{lautwandel_gebaeren_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gebaeren"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/gebaeren/dwb?formid=G02569},
  urldate      = {2026-05-19},
}