Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
urbar Adj.
urbar Adj.
urbar Adj. ‘zur land- oder forstwirschaftlichen Nutzung vorbereitet’ (17. Jh.), zumeist urbar machen ‘Naturlandschaft in land- oder forstwirtschaftliche Nutzfläche umwandeln, kultivieren’ (18. Jh.). Das zuerst durch bair. urbor (1640) im Hd. bezeugte Adjektiv stammt aus dem Nd., vgl. mnd. ōrbarlīk, ōrberlīk ‘Nutzen bringend, vorteilhaft’, ōrbarhēt ‘Nutzen, Vorteil’, mnl. ōrbare ‘nützlich’, nl. oorbaar ‘schicklich, dienlich, vorteilhaft, einträglich’. Diesem zugrunde liegt ein Substantiv mhd. urbor, urbar ‘zinstragendes Grundstück, Zinsgut, Zins von einem solchen Gute, Rente abwerfendes Grundstück, Rente, Einkünfte’, nhd. Urbar n. ‘mittelalterliches Güter- und Abgabenverzeichnis großer Grundherrschaften, Grundbuch’, mnd. ōrbar, ōrbor, ōrber ‘Rente, Nutzen, Vorteil’, mnl. ōrbare, oorbare, orbore, orber(e), nl. (älter) oorbaar ‘Einkommen, Ertrag, Nutzen, Vorteil, Brauch, Aufgabe, Beschäftigung’, eine ablautende Bildung zu dem im Nhd. untergegangenen präfigierten starken Verb ahd. irberan ‘(Frucht) hervorbringen, erzeugen, gebären, durch Hervorbringen, Gebären erschöpfen’ (9. Jh.), mhd. erbern ‘zum Vorschein bringen, aufdecken, hervorbringen, gebären’, reflexiv ‘entstehen’, mnd. erbēren ‘hervorbringen, gebären’; zur Herkunft s. gebären. Im 18. Jh. wird die alte Bedeutung von urbar (‘ertragreich, -bringend’) im Sinne von ‘zum Anbau geeignet’ auf die Erstbestellung des Bodens eingeengt.