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urbar

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urbar f., n., m.

Bd. 24, Sp. 2374
urbar, f., n., m. , zu ahd. urberan, mhd. erbern hervorbringen, die aufbringung, das aufgebrachte, ertragbringendes grundstück, die einkünfte und deren verzeichnis, der nutzen, das ertragbringende geschäft oder gewerbe; bis auf bed. 3 veraltet. im mhd. überwiegt das f., das im nhd. selten und mundartlich ist (ein dritteil der urbar Ermisch sächs. bergr. 36; die urbür, die urba s. u.; Schmeller-Fr. 1, 254; Schröer d. ma. des ungar. berglandes 260), das m. ist mundartlich und nicht häufig (Staub-Tobler 1, 432; Stumpf Schweizerchron. 538; Voigt hb. f. d. geschäftsführung 2, 528; Veith bergwb. 517), für die heutige spr. kommt nur das n. in betracht. mhd. urbor, -bur, -ber, -bar; mnd. orbor, -ber, -bar; mnl. orbare, -baer, -bore, -buere; nl. oorbaar; afries. orber; westfries. orber, oirber, ostfries. oorbaar. mlat. urbora, -bura, -bara Haltaus 1997; vgl. urbarium. Fischer schwäb. wb. 6, 293; Egger gl. 941a; Unger-Khull 611b; Schöpf 784; Crecelius 854; Stürenburg 169a. die mhd. formen setzen sich im nhd. fort, bis schriftsprachlich nur urbar übrigbleibt (orbar bei Möser ist th. 7, 1316 vermerkt), dessen unechtes a aus o abgeschwächt ist (Paul d. gramm. 1, 231; 239). plur. alle urber acta publ. 1, 64 P. urbur ist zu urbür, urbühr erweitert; Schmeller-Fr. 1, 254; vgl.orböre Dähnert 339; urbOerde (1573) Haltaus 1998; in der spr. des sächs. bergrechts ist die urbühr die gebühr oder der ertrag, den der landesherr von dem bergwerke hat und der bes. in dem zehnten besteht, daher der zehntner der urbührer genannt wurde Adelung; vgl. mhd. urborer, unten urbarer. der gegenschreiber des urbührers hiesz urbührschreiber Herttwig bergb. (1734) 400b. den zehenten nannte man in böhm. bergwerken die urba G. Körner böhm. bergwerk 28 f. mit dem zusatz: doch ist dieser urba namen bey unserm bergrechte und in den sächsischen landen verloschen; die urbagebühr Veith bergwb. 68. die abgeschwächten nhd. formen zeugen durchaus für betonung des präfixes, die verschiebung des tons auf die 2. silbe ging von der latinisierten form urbarium, bezeugt seit dem 17. jh., aus, so dasz man heute urbár betont. schweiz. urbári; das murbári Fischer 6, 291. im plur. wird neben urbare urbarien (s. urbarium) gebraucht. 11) die aufbringung, das aufgebrachte, der ertrag, einkünfte, abgabe oder zins davon, anspruch oder recht darauf; Haltaus 2 urbar; Frisch (1741) 2, 409, 1. urberei (1493) lehnsurk. Schlesiens 2, 525: auf einem guot, da die urbor sein sint Nürnberger polizeiordn. 125 Baader; rente, zinser und urbar dieses landes M. C. Schütz hist. rer. prussic. (1592) 5, d 4c; uff welches herren eigen bergwerk funden wirt unde gemessen, er nimmet davon ein dritteil der urbar Ermisch d. sächs. bergr. 36; des marktzieher orbers (schles. 1608) zeitschr. f. d. phil. 20, 357; zins Schröer darstellung der d. ma. d. ungarischen berglandes 328; der urbar ist in einigen gegenden der nutzen, ertrag und das recht, den nutzen von einer sache zu ziehen, z. b. der brau-urbar Voigt hb. f. d. geschäftsführung 2, 528; branntweinurbar Adelung, vgl. 4. urbur der alte ausdruck für bergwerksfrohne Scheuchenstuel 248, der zehnte Veith 517; urbühr, urba s. o. 22) ertragbringendes, zinstragendes grundstück; Haltaus 3urbar; Frisch 2, 409, 3; herschaftliches gut, zur bewirtschaftung dem urbarsmanne überlassen und dessen recht darauf Egger gl. 941a; vasallenland Götze frühnhd. gl.2 221a; allodium Diefenbach gl. 24b; in 3 gliedriger formel: land, guot und urbor rechtsalterth. 14, 21: wer freyes urbar erbet, der diene ouch mit den fryen weisth. 3, 739; Graf - Dietherr rechtssprichwörter (18692) 41; das sind di guot und di urbar, die zu meines herrn des herzogen von Bayrn ambt gehorend Lori bergr. 3; er hat auch in dem vergangen krieg den klösteren vil urbar und güeter genomen und einzogen Arnpeck s. chron. 601; so soll er in versorgen mit urbar nach lantsrecht J. A. v. Brandis landeshauptleute v. Tirol 30. dasz man schon im 16. jh. das wort nicht mehr verstand, lehrt der Frankfurter druck des renners, der 6771 E. urbur durch bawer ersetzt (bl. 36b). 33) verzeichnis der einkünfte, urbarbuch, zins-, renten-, sal-, grundbuch (vgl. grundbuch 1); ürbar- und lägerbücher Chemnitz schwed. krieg 1, 442. Haltaus 1999; Frisch 2, 409, 2; Fischer 6, 291; Adelung 3: kuniglich majestat sal auch von marggraf A. alle register, freiheit, briefe, urbar ... zu seiner kuniglichen majestat handen herausbringen (1481) lehnsurk. Schlesiens 1, 234; Carolina 112; des stifts urbar und zinsbücher B. Hertzog chron. Alsatiae (1592) 2, 170; ein uralter urbar Stumpf Schweizerchron. 538a; dann da verbrunnen vil urbar, zinszbuocher 128a; das urbar von Pfronten ..., das u. ist aus dem 15. jh. Bernhardt waldeigentum 1, 121; das hofkammerarchiv besasz von jeher nur zwei urbare von Ebersdorf jahrb. d. Grillparzerges. 3, 196. diminutiv: ain urbarl von M. O. Zingerle mittelalterl. inventare 6; ein klein urberli Staub-Tobler 1, 432. amtliche und private aufzeichnungen über belastung von grundstücken und gebäuden, register überhaupt, z. b. d chillen-orben verzeichnis der plätze in der kirche Staub-Tobler 1, 432. zusammensetzungen: gegen-, schlaf-, schliefurbar ebda., dazu composita unter 7. ein neues v. inurben, einverleiben, festwurzeln lassen von urbar Gotthelf bei Staub-Tobler 1, 432. 44) nutzen, vortheil; Haltaus 1urbar: wo er aber zwar das gelt ... zu seinem urber und gebrauch gewendet und gekert hett ... J. Göbler novellae institutiones (1564) 29a; den weitzen und was sie zu ihrem orber bedarft (schles. 1605) zeitschr. f. d. phil. 20, 357 (oder zu 5?); welcher maszen ... der herr bischoff sich ... auf der ambter bürgerrechten, urbar und allerhandt gewerbe dem maiestätbriefe so stark wiederseczet ... acta publ. 1, 147 P. das ist die überwiegende bed. im mnd., mnl., nl., ostfriesischen. 55) gewinnbringendes geschäft oder gewerbe; negotium mnl. wb. 5, 1931, 10; urber negotiatio Steinbach 2, 907: betritt nicht giftige sündenkräutlein ... in deinem handel und urber Herberger magnalia dei (1607) 193. 66) der urber lärm Bernd Posen 332 ist aus dem v. urberen gebildet; s. urbaren. 77) zusammensetzungen sind zahlreich. in der form eigentlicher composita; zu bed. 1:
6252 Zeichen · 195 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    urbar

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    urbar s. urbor weiter unten.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Urbar

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Das Urbar , des -es, plur. die -e, ein im Ganzen genommen im Hochdeutschen gleichfalls veraltetes Wort, welches nur in d…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Urbar

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Urbar [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Urbar

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Urbar (das, v. althochd. erbëran , Ertrag liefern, daher »urbar«, d. h. ertragsfähig machen), auch Urbarbuch ( urbarium …

  5. modern
    Dialekt
    Urbar

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Urbar Band 1, Spalte 432 Urbar 1,432

  6. Sprichwörter
    Urbar

    Wander (Sprichwörter)

    Urbar Wer freies Urbar erbt, der diene mit den Freien. – Graf, 41, 120. Der Besitz eines freien Gutes galt als Beweis fü…

  7. Spezial
    urbar

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    urbar [ur·bār] m. (-s) Urbar n ., Urbarium n ., Flurbuch n ., Grundbuch n .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urbar

62 Bildungen · 47 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von urbar 2 Analysen

ur- + bar

urbar leitet sich vom Lemma bar ab mit Präfix ur-.

Alternativen: ur+-bar

urbar‑ als Erstglied (30 von 47)

urbarbote

DWB

urbar·bote

-bote diener des herschaftlichen pflegers für die ausübung der urbargerechtigkeiten Unger-Khull 611 b ,

urbarbuch

DWB

urbar·buch

-buch ( verkürzt urbuch Fischer 6, 291 , Lexer 2, 2001 ), n.; mhd. urborbuoch: straff der jhenen, so falsche sigel, brieff, urberbucher oder…

urbarde

DWB

urbarde Göthe 40, 282 W.

úrbaren

DWB

úrbaren , úrbern , órbern , v. zum subst. urbar. mhd. urborn, urbern; mnd. orbaren; mnl. orbaren, orboren, orbueren, orberen, nl. orberen. z…

urbarer

DWB

urbarer , m. , mhd. urborer zinseinnehmer, rentamtmann; der die urbür einnimmt; urbürer s. oben unter urbar. urbührer heiszt so viel als zeh…

urbargut

DWB

urbar·gut

-gut Lori bergr. 96 ; haushaltungslex. (1748 ff. ) 3, 625,

Urbarholde

Campe

urbar·holde

✱ ✱ Der Urbarholde , — n, Mz. — n , Urbarleute, Erbzinsleute, Hübner. Oberlin.

úrbarialsystem

DWB

-system W. L. Wekherlin paragrafen (1791) 1, 8 ; verderbt urbanialschuldigkeiten hwb. d. staatswiss. 2 2 , 369. —

urbaric

Lexer

ur-baric adj. unvorhergesehen, plötzlich Schm. Fr. 1,255 ;

úrbarig

DWB

úrbarig , úrberig , adj. adv. , eigentlich urwarig, urwärig ( Schmeller-Fr. 1, 255 ; Gemeiner Regensb. chron. 280 ; gesta Romanorum 117 K.; …

urbarigen

Lexer

urbar·igen

ur-barigen adv. dasselbe Schm. a. a. o. urbrigen, subito Dfg. 560 a . so kumt urbaring ein getriuwer Teichn. A. 211 d . des wir aber so urba…

urbarigs

BWB

urbarigs Band 1, Spalte 1,1165

urbarigst

BWB

urbarigst Band 1, Spalte 1,1165

urbarium

DWB

urbarium , n. , das urbarbuch, plur. urbarien, wie urborarius u. dgl. aus d. urbar, nicht, wie man gemeint hat, aus l. urbs, in mlat. rechts…

urbarlich

DWB

urbar·lich

urbarlich , adj. , entspricht dem adj. urbar 2: orberlich commodus Diefenbach gl. 136 a . mhd. urborlich; mnd. orbarlik, oberlik, orbarliche…

urbar als Zweitglied (11 von 11)

Alpurbar

DRW

alp·urbar

Alpurbar bey dem alpenurbar verbleiben ... im alpenurbar eingetragen werden 1640 GlarusLB. 120

Brauurbar

Adelung

brau·urbar

Das Brauurbar , des -es, plur. die -e, nur an einigen Orten. 1) Die Nutzung, der Gewinn von dem Brauen des Bieres. 2) Das Recht selbige zu g…

Rapularurbar

DRW

Rapularurbar, n. zum Handgebrauch bestimmte Abschrift eines amtlichen Grundstücksverzeichnisses [Buchdeckelaufschrift:] das neu rapular-urba…

Reißgrundurbar

DRW

reißgrund·urbar

Reißgrundurbar, n. Verzeichnis über Umfang, Lage und Zinsbelastungen der Reißgründe [im] ryßgrundurbar [sollen] die endtfüerten [Reißgründe]…

Schlieffurbar

Idiotikon

Schlieffurbar Band 1, Spalte 432 Schlieffurbar 1,432

Schloßurbar

DRW

schloß·urbar

Schloßurbar, n. amtl. Verzeichnis herrschaftlicher Rechte und Privilegien, insb. der Abgaben von zinspflichtigen Gütern und Liegenschaften v…

Schlāffurbar

Idiotikon

Schlāffurbar Band 1, Spalte 432 Schlāffurbar 1,432

Stadturbar

DRW

stadt·urbar

Stadturbar, n., f. I städt. Gewerbe, stadtbürgerliche Erwerbstätigkeit; meton.: das Recht zur Ausübung und die Einkünfte daraus vgl. Stadtna…

stifturbar

DWB

stift·urbar

stifturbar , m. , verzeichnis der einkünfte und der verpflichtungen der lehnbauern an das stift ( 2 stift 2 a): wie denn der stifturbar soll…

Teilurbar

DRW

teil·urbar

Teilurbar, n. eine Bergwerksabgabe bdv.: Bergfrone gibet des erczes ein teilerpar, das vor in hicze hat geheisen, einen vierdunk gutes gepli…

Ableitungen von urbar (4 von 4)

beurbaren

DWB

beurbaren , fertilem efficere, urbar machen: eine heide, waldige gegend beurbaren.

beurbarung

DWB

beurbarung , f. cultura: die beurbarung des landes schreitet vor.

unurbar

DWB

unurbar , adj. , nicht urbar gemacht: das unurbare, aber fruchtbare thal A. F. W. Crome selbstbiographie 117 . unüblich. unurbärig nicht lag…

urbare

DWBQVZ

urbare: Meinhards II. urbare der grafschaft Tirol. v. O. v. Zingerle. in: fontes rerum austriacarum. hg. v. der hist. commission d. kaiserl.…