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Gebären

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gebären

Bd. 2, Sp. 443
Gebären, verb. irreg. act. ich gebäre, du gebierst, oder gebärst, er gebiert, oder gebärt; Imperf. ich gebar; Mittelw. geboren; Imperat. gebäre. 1) Eigentlich, Junge zur Welt bringen, von dem weiblichen Geschlechte aller Thiere in der edlen Schreibart. Wenn die Gemsen auf den Felsen gebären, Hiob 39, 1. Die Hirsche beugen sich, wenn sie gebären, B. 3.[] Am häufigsten und eigentlichsten von Menschen. Sie hat einen Sohn geboren. Ein Prinz, der zu Kron und Zepter geboren ist. Ein geborner Deutscher, der in Deutschland geboren, oder von Deutschen Ältern gezeuget worden. Ein geborner von Adel. Er ist taub, stumm geboren. 2) Figürlich, die Ursache einer damit verknüpften Folge seyn, in der edlen Schreibart. Du weißest, daß sie (die thörichten Fragen) nur Zank gebären, 2 Timoth. 2, 23. Die Lust, wenn sie empfangen hat, gebieret sie die Sünde, die Sünde aber gebieret den Tod, Jac. 1, 15. Ihre verirrte Fantasie gebieret diese Schreckbilder. Ich lobe deine Treu, die diesen Schmerz gebiert, Schleg. Anm. Dieses alte Wort lautet im Mittelw. im Isidor chiboran, bey dem Ottfried und Willeram geboren, im Infinit. bey dem Notker gibiran, perin, bey dem Ottfried beron, in Schwaben noch jetzt beran. Es bedeutete ehedem überhaupt machen, hervor bringen, und wurde hernach besonders von der Hervorbringung seines Gleichen von beyden Geschlechtern gebraucht. Bey dem Ottfried und andern kommt es mehrmahls für zeugen von dem Vater vor, und in eben diesem Verstande liest man auch 1 Chron. 2, 20: Hur gebahr Uri, Uri gebahr Bezaleel; ungeachtet es Jer. 30, 8 dem heutigen Sprachgebrauche nach ganz richtig heißt: aber forschet doch und sehet, ob ein Mannsbild gebähren möge? Von dem alten Infinit. biron rühret die noch jetzt übliche irreguläre Form im Präsenti her, du gebierst, er gebiert. Von einigen Oberdeutschen Schriftstellern wird es regulär gebraucht. Geperet steht für geboren in einer Österreich. Urkunde von 1440. Das Lat. parere, parare, und Hebr. ברא, creavit, sind mit diesem Worte genau verwandt, welches gleichfalls zu dem alten bären, tragen, gehöret. Gibiro heißt bey dem Notker, ich bringe Frucht, pirig fruchtbar, birigen fruchtbar machen, und bey dem Ottfried ist unbera unfruchtbar. S. Bahre. Das alte Barn, ein Sohn, Kind, welches schon bey dem Kero vorkommt, ist noch im Dänischen und Schwed. vorhanden. S. auch Geburt. Von Thieren wird dieses Wort im Hochdeutschen, den bereits gedachten Fall der höhern Schreibart ausgenommen, nicht mehr gebraucht, indem man für diesen Fall andere Wörter hat. Von kleinern vierfüßigen Thieren sagt man im gemeinen Leben hecken, von größern werfen, von Schweinen faseln und ferkeln, von wilden Sauen frischen, von Ziegen zickeln, von Schafen lammen, von Kühen kalben, von Pferden füllen oder fohlen. Von Rehen, Hasen, Luchsen, Bären, Dachsen, Bibern und Ottern sagen die Jäger setzen, von Luchsen und Hunden wölfen, von Wölfen, Füchsen und Hunden werfen, von dem Wildbrete und Hunden auch ausschütten, von kleinern Raubthieren bringen, u. s. f.
3009 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebærenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    gebæren stn. mit guoteme gebæren gr. Rud. D b , 11. vgl. anm. s. 19.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebären

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Gebären , verb. irreg. act. ich gebäre, du gebierst, oder gebärst, er gebiert, oder gebärt; Imperf. ich gebar; Mittelw. …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gebären

    Goethe-Wörterbuch

    gebären häufig -ähr-; PartPrät attr oft synkopiert; auch abgekürzt ‘geb.’; in Punkt 1 d mehrf Zusammenschr ‘neugeboren’ …

  4. modern
    Dialekt
    gebärenPart.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gebären gebären, hervorbringen; nicht volksläufig bis auf das Part. geburen neben buren (2, 147); einmal bezeugt beert: …

  5. Sprichwörter
    Gebären

    Wander (Sprichwörter)

    Gebären 1. Die gebären, sollen nähren. (S. Mutter.) Die Russen sagen: Die Gebärerin ist die beste Nährerin. Die Finnen: …

  6. Spezial
    gebären

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ge|bä|ren (gebiert, gebar, geboren) vb.tr. 1 (zur Welt bringen) partorí (-rësc ), mëte al monn, dé ala löm 2 ‹fig› (ersc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebaeren

5 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gebaeren

ge- + baeren

gebaeren leitet sich vom Lemma baeren ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gebaeren 2 Komponenten

geba+eren

gebaeren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gebaeren‑ als Erstglied (1 von 1)

Gebärenstuhlgang

GWB

gebaeren·stuhlgang

* Gebärenstuhlgang in spött Wiedergabe einer Behauptung von Oken 1) Seine Theorie vom Gebären-Stuhlgang paßt auf sie selbst: denn sie ist ei…

gebaeren als Zweitglied (2 von 2)

Mißgebǟren

Adelung

miss·gebaeren

Mißgebǟren , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Gebären ,) welches das Hülfswort haben erfordert, zu früh gebären, eine unzeitige Geburt zur We…

nachgebären

DWB

nach·gebaeren

nachgebären , verb. später gebären Stieler 97 ; partic. nachgeboren: nachgeborn kint, postomus ( posthumus ) voc. opt.; unter mehreren nachg…

Ableitungen von gebaeren (2 von 2)

Mißgebǟren

Adelung

Mißgebǟren , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Gebären ,) welches das Hülfswort haben erfordert, zu früh gebären, eine unzeitige Geburt zur We…

ungebæren

Lexer

un-gebæren stn. lâ dîn ungebâren ( wehklagen ) sîn Rul. 51,16.