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Gebot

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Gebot

Bd. 1, Sp. 1386
Gebot 1. Baireuther Gebot, Selb'er Brot, Thiersteiner Bier währet nur ein Wochen vier. (S.7 u. 14.) Riehl in Land und Leute leitet dies Wort der Fuchtelberger »aus der Zeit der haltlosen baireuthischen Wirthschaft« her. 2. Das alte Gebot geht vor. – Graf, 281, 330. Die früher erworbenen Rechte, es sei in Käufen, Miethen, Darlehen u.s.w. haben stets den Vorzug. Mhd.: Daz alte bot get vor. (Zöpfl, Das alte Bamberger Recht als Quelle der Carolina, Heidelberg 1839, §. 407.) 3. Das elfte Gebot heisst: Lass dich nicht erwischen. – Simrock, 3114; Braun, II, 467. 4. Das elfte Gebot heisst: Lass dich nicht verblüffen (oder: Lass dich nicht bange machen). – Simrock, 3115; Eiselein, 212; Körte, 1811. Holl.: Dat staat in het elfte gebod. – Wisse wasjes, zei besje, flikflooijen en duim draaijen is het elfte gebod. (Harrebomée, I, 208.) 5. Das gebot der liebe ist ein kurtz gebot vnnd lang gebot, ein einig gebot vnnd vil gebot, es ist kein gebot vnd alle gebot. – Henisch, 1393, 14. 6. Ein Gebot muss man nicht mit dem guten Willen, sondern mit der That erfüllen. 7. En einbecksch Bod (Gebot) un en fredelsch Pot, de halt glik lange. Fredelsloh ist ein zwei Stunden von Eimbeck gelegenes Dorf im hannoverischen Amte Moringen-Hardegsen mit bedeutenden Töpfereien. Nach dem Sprichwort scheint die eimbecksche Bevölkerung den Gesetzen und Verordnungen ihres Raths wenig Beachtung geschenkt und Einfluss gestattet zu haben. Die fredelsloher Töpfe müssten denn von ausserordentlicher Haltbarkeit gewesen sein. 8. Frembde gebot gehet über Gottes gebot inn der Welt. – Henisch, 1393, 1. 9. Gebot machen niemand besser vnd jederman ärger. – Petri, II, 325. 10. Gebot ohne glauben lehren macht Heuchler. – Henisch, 1634, 1; Petri, I, 41. 11. Hildburghauser Gebot geht bis nach Roth1, da hat's ä Krömm, da kehrt's wieder öm. 1) Kleiner Ort in der Nähe der Stadt. 12. Hol(de) di an't elfte Gebot: Lât di nich verblüffen!1Frommann, VI, 282, 695; Firmenich, I, 19, 21; Schütze, I, 118; Bueren, 512; Hausfreund, I; Richey, 320; Eichwald, 612; Körte, 1812; hochdeutsch bei Eiselein, 212. 1) Einschüchtern, bestürzt machen, übertölpeln, von bluffen = durch Worte oder Geberden Furcht und Schrecken einjagen. (Vgl. Brem. Wb., I, 105; Schambach, 259; Dähnert, 518.) 13. Nürnberger gebot ist halb ab, das macht rechte keuff. (S. 25.) – Franck, II, 37a. D.i. halb soviel geben als gefordert wird. »Also muss man etwa der vnbillicheyt begeren, dass man zur billicheyt komm. Die krämer bieten ein ding offt vmb zwey gelt, wol wissende, dass man mit jn kramen vnd markten wirt, vnnd begert was vnrecht, dass er halb ab zum rechten komme.« 14. Nürnberger Gebot währt drei Tage. – Kirchhofer, 92; Reinsberg V, 97. Von den Gesetzen Mailands sagt man gar, sie dauern nur von heute bis morgen. (Reinsberg IV, 20.) 15. Unzeitlich Gebot erkennt der Schöffe nicht für Recht. – Graf, 6, 112. Mhd.: Unzitlich gebott erkent der scheffen nit fur recht. (Grimm, Weisth., II, 674.) 16. Unzeitlich Gebot weist man nicht für Recht. – Graf, 6, 111. Mhd.: Unzitlich gebot wist neit mit recht. (Grimm, Weisth., II, 736.) 17. Vil gebot, wenig gute werck. – Franck, II, 188a; Henisch, 1393, 21; Petri, II, 571; Gruter, I, 68; Lehmann, 265, 5; Sailer, 248. 18. Wu hêt dat elfte Gebot? Laot di nich verblüff'n.Danneil, 236. 19. Den hat das sechste Gebot gefressen. (Leipzig.) 20. Einem die zehn Gebote (Finger) ins Gesicht schreiben. 21. Er hat das sechste Gebot schon siebenmal abgeschafft. 22. Er hat schon in der Schule das siebente Gebot überhüpft. (Leipzig.) 23. Es ist ein meininger Gebot. (Henneberg.) Ein Gesetz in scharfen Ausdrücken, das ausser dem nicht gehalten wird. Besonders von Polizeiverordnungen. Auch andere Städte klagen ihre Polizeigesetzgebung an. 24. He geit in't söste Gebot. (Hamburg.) – Schütze, IV, 160. Uebertritt dasselbe. 25. Ich wil eyn colnisch gebot thun vnd will die halbstheit bieten. (S. Köln.) – Tappius, 162b; Körte, 807; Reinsberg V, 89. [Zusätze und Ergänzungen] 26. Willst du haben Gebot und Befehl, regiere dich selber. 27. Wo man die Gebote helt, da ist ein heilig leben. – Petri, II, 811. 28. Der is übers sieb'nte Gebot g'stolpert. – Wurth, 8.
4181 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebot

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    gebot , urbot , verbot , widerbot s. weiter unten, unter gebiute u. s. w.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gebotN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gebot , N. nhd. Gebot, Befehl, gerichtliche Vorladung, gebotene Zusammenkunft, Versammlung, Verbot, Verordnung, Aufgebot…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GebotDas

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Das Gebot , des — es, Mz. die — e . 1) Von bieten d. h. gebieten, der Befehl, die Willenserklärung eines Gebieters. Dies…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gebot

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Gebot zu ‘bieten’ 1 finanzielles Angebot für ein Kaufobjekt od eine Leistung; in Vbdgn u Wdgn wie ‘ein annehmliches, v…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gebot

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gebot , eine allgemeine Bestimmung dessen, was ein mit Vernunft und freiem Willen begabtes Wesen tun soll, im Gegensatz …

  6. modern
    Dialekt
    Gebot

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Gebot Band 2, Spalte 2,1749f.

  7. Sprichwörter
    Gebot

    Wander (Sprichwörter)

    Gebot 1. Baireuther Gebot, Selb'er Brot, Thiersteiner Bier währet nur ein Wochen vier. (S.7 u. 14.) Riehl in Land und Le…

  8. Spezial
    Gebot

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|bot n. (-[e]s,-e) 1 (moralischer Grundsatz) norma (-mes) f. , prezet (-ec) m. 2 (Anweisung, Befehl) comane (-ni) m. ,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebot

73 Bildungen · 17 Erstglied · 49 Zweitglied · 7 Ableitungen

Ableitung von gebot

ge- + bot

gebot leitet sich vom Lemma bot ab mit Präfix ge-.

gebot‑ als Erstglied (17 von 17)

gebot(s)brief

FWB

1. im alttestamentlichen Judentum: ›Gebetsriemen, Zettel mit den 10 Geboten, Denk-, Merkzettel‹; 2. ›Brief, Urkunde mit einem obrigkeitliche…

gebotbrief

DWB

gebot·brief

gebotbrief , gebotsbrief , m. 1 1) zettel mit den zehen geboten, als schutzmittel getragen: und alle ire werc wirken si darumme, ûf daʒ si g…

geboten

DWB

gebo·ten

geboten , liceri, von Henisch 1392 angesetzt (gebotten), ein gebot thun; er gibt es ausdrücklich als ableitung von gebot, als beispiel aber:…

gebotgeld

DWB

gebot·geld

gebotgeld , n. gleich gebietgeld, gebühren für das entbieten vor gericht u. ä. ( s. gebot 6, b ): welicher huober des notdurftig ist, der so…

Gebothsbrief

Adelung

Der Gebothsbrief , des -es, plur. die -e, in einigen Oberdeutschen Gegenden, der schriftliche Befehl eines Höhern, oder einer Gerichtsherrsc…

gebotschaft

DWB

gebot·schaft

gebotschaft , f. seltene, aber altberechtigte nebenform von botschaft: legatio, gebotschaft. Dief. 322 c ; s. dazu gebot I, d, γ .

gebotschaften

KöblerMhd

gebot·schaften

gebotschaften , V. nhd. verkünden? Vw.: s. ane- Q.: Tauler (vor 1350) (FB gebotschaften) E.: s. ge, botschaften W.: nhd. DW-

Gebotsirrtum

DERW

gebot·s·irrtum

Gebotsirrtum, M., ›Irrtum über die Ga- rantenpflicht‹, 20. Jh., s. Gebot, Irrtum

gebotsrecht

DWB

gebot·s·recht

gebotsrecht , n. : des gerichts potsrecht seind also. zum ersten püt man an 3 ℔ D u. s. w. weisth. 5, 132 (p- für gb-), s. dazu gebot 6, e.

gebotsweise

DWB

gebot·s·weise

gebotsweise , adv. , entstanden aus folgenden: imperiose, in gebots wise, durch gebietung. Melber varil. m 2 a , auch mit auf für in: droben…

gebot als Zweitglied (30 von 49)

Angebot

RDWB1

Angebot n (Lakune) etw. ist im ~ - что-л. предлагается сегодня со скидкой Entscheiden Sie sich. Das Angebot steht. - Решайтесь. Моё предложе…

abgebot

DWB

abgebot , n. majus pretium, das höhere gebot, welches abbietet.

achtgebot

DWB

acht·gebot

achtgebot , n. edictum banni: wider Kreons achtgebot. Stolberg 14, 9 .

Aftergebot

DRW

after·gebot

Aftergebot nochmalige Ladung 1428 MainzGFormel 8 – Verbot RhWB. I 77

Amtsgebot

DRW

amts·gebot

Amtsgebot I amtlich befohlene Dienstleistung alle fröhne, wache und andre amptsgebot verrichten 1689 Weißenfels/Klingner I 514 Faksimile 173…

angebot

DWB

ange·bot

angebot , n. oblatio, anerbieten: die vernunft nimmt gewisse sätze als ein fremdes angebot an, das nicht auf ihrem boden erwachsen, aber hin…

aufgebot

DWB

auf·gebot

aufgebot , n. evocatio ad arma, ad nuptias u. s. w. bei meinem aufgebot ( zur hochzeit ). Lessing 1, 530 ; vernehmt von euren höhen der rach…

ausgebot

DWB

aus·gebot

ausgebot , n. venditatio: die marktweiber in der stadt sind am wenigsten geglückt, da sie beim ausgebot ihrer ländlichen waare den städtern …

Fürgebot

BWB

Fürgebot Band 2, Spalte 2,1750

gastegebot

KöblerMnd

gaste·gebot

gastegebot , N. nhd. Gastgebot, Gastmahl, Fest, Gesellschaft Hw.: s. gastebot E.: s. gast, gebot W.: s. nhd. (ält.) Gastgebot, N., Gastgebot…

gotesgebot

KöblerMhd

gotes·gebot

gotesgebot , st. N. nhd. „Gottesgebot“ Hw.: vgl. mnd. gōdesgebot Q.: Lucid, Vät, HvBurg (FB gotesgebot), VMos (1130/1140) E.: s. got (1), ge…

gōdesgebot

KöblerMnd

gōdesgebot , N. nhd. „Gottesgebot“ Hw.: s. gōdesbot; vgl. mhd. gotesgebot E.: s. got, gebot bot (1) W.: s. nhd. (ält.) Gottesgebot, N., Gott…

hērgebot

KöblerMnd

hēr·gebot

hērgebot , N. nhd. Gebot des Landesherrn, Befehl des Landesherrn (besonders als rechtsgültige Entschuldigung) Hw.: s. hērenbot E.: s. hēre (…

hōchgebot

KöblerMhd

hōch·gebot

hōchgebot , st. N. nhd. Gebot Q.: Kolm, Mügeln (2. Hälfte 14. Jh.), WeistGr E.: s. hōch (1), gebot W.: nhd. DW- L.: Lexer 91a (hōchgebot), L…

kirchengebot

DWB

kirchen·gebot

kirchengebot , n. gebot von seiten der kirche: indictum, ein kirchengebot. Diefenbachs wb. v. 1470 sp. 153 ('edicunt reges, indicit festa sa…

lantgebot

KöblerMhd

lant·gebot

lantgebot , st. N. nhd. Landgebot, Landbot Q.: DRW (1460) E.: s. lant (1), gebot W.: nhd. DW- L.: DRW

Maiengebot

DRW

maien·gebot

Maiengebot, n. nur schwäbisch die alljährlich im Mai von der Kanzel aus erfolgende Abkündung (I) der Jagd-, Forst- und Fischereiordnungen 16…

Mandatgebot

DRW

mandat·gebot

Mandatgebot, n. tautologische Wortbildung wie Mandat (I) des bobsts und kslr mt mandatgepott wider Lauten [Luther] 1525 BlWürtKG. 30 (1926) …

Meistergebot

DRW

meister·gebot

Meistergebot, n. Versammlung der Zunftmeister wenn man ein meister-gebott haben will, dabei soll man haben von jeglicher zunft nüwe und alte…

menschengebot

DWB

menschen·gebot

menschengebot , n. gebot von menschen gegeben: aber vergeblich dienen sie mir ( gott ), die weil sie leren solche lere, die nichts denn mens…

Meßgebot

DRW

Meßgebot, n. zu 1Messe (V) gerichtliche Ladung in Meß- und Marktsachen die messegebott sol ein ieglicher nach dem ersten gebott ... erschyne…

minschengebot

KöblerMnd

minsche·n·gebot

minschengebot , N. nhd. „Menschengebot“, menschliches Gebot, Vorschrift Hw.: s. minschenbot E.: s. minsche (1), gebot W.: s. nhd. Menschenge…

nōtgebot

KöblerMhd

nōt·gebot

nōtgebot , st. N. nhd. Notlage, Gebot der Not Q.: PassI/II (Ende 13. Jh.), PassIII (Ende 13. Jh.) E.: s. nōt (3), gebot W.: nhd. DW- L.: Hen…

Ableitungen von gebot (7 von 7)

êrgebot

FindeB

* êrgebot stn. HvBer.

gebote

Lexer

ge-bote swm. bote, briefträger Mr. 3655. 58.

Mißgebot

Campe

Das Mißgebot , — es, Mz. — e , ein schlechtes, zu niedriges Gebot auf eine Sache. Ein Mißgebot thun.

ungebot

DWB

ungebot , n. , unverhältnismäsziges gebot. vgl. unbot , miszgebot , untergebot . 1432 Staub - Tobler 4, 1900 ; zu niedriges und zu hohes geb…

ungeboten

Lexer

un-geboten part. adj. BMZ ungeboten, nicht vor gericht geladen. eime ungeboten antworten Rudolst. r. 213,34. ungebotene dinctage, zu denen n…

urgebot

DWB

urgebot ( Schopenhauers wille ) Bierbaum ges. w. 1, 28 . —

urgeboten

DWB

urgeboten , part. adj. , vgl. urgeboren: nicht erlustigen dich im schatten, wo mit urgebotner liebe licht und finsternisz sich gatten Göthe …