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drücken

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

drücken schw.

Bd. 2, Sp. 561
drücken schw.: 1. 'einen Druck ausüben', dricke (drigə) [fast allg.], drecke (dregə) [KU-Gumbsw WD-Niedkch PfId. 165]. a. (auf) etwas d.; (uf) de Knopp (z. B. den Klingelknopf) d., die Hand d. u. ä. [allg.]. RA.: Loß der se (die Hand) d.! 'Laß dich beglückwünschen!' [KL-Siegb]. Er drickt die Wertshausbank 'sitzt oft im Wirtshaus' [RO-Obd]. Sie dricken noch die Schulbank [LU-Oggh, verbr.]. Er geht Schlenke dricke 'zieht bettelnd umher' [RO-W'grehw]. Der Geizhals drickt de Penning [PS-Schmalbg HB-Webh]; drickt de Penning bloo [Hebel 21]. Ich drick d'r de Daume 'wünsche dir gutes Gelingen' [allg.]. — Sonderbedeutungen: α. 'weichdrücken'. Das kammer dricke wie Wachs [ZW-L'wied]. BR.: De Oktower drickt die Trauwe 'Die Oktobernebel machen die Weinbeeren dünnhäutig und weich' [KB-Zell]. — β. 'zerdrücken'; Scholle mit de Walz dricke [GH-Kand]. — γ. 'totdrücken'. Wann die Jachd uf Hase noch nit uf isch, muß d'r Hund än dricke, damit der Jäger doch zu seinem Braten kommt [LA-Rhodt]. — δ. 'durch Drücken in Bewegung setzen, schieben'; de Waa (Wagen) d., de Karch (Karren) d. [NPf, allg.]. RA.: Du hascht de Karch in de Dreck gedrickt, zieh 'ne a wirrer eraus! [KL-Reichb]. Scherzh. Deutung für das Fauchen der bergauf fahrenden Lokomotive: Helf mer dricke, ich bleib sticke [LU-Friesh, verbr.]. Ich helf d'r aa emol berjenunner dricke, scherzh. Ausdruck des Dankes für eine Gefälligkeit [KL-Reichb]. Der hot geholf an de Kerch dricke, vom Glatzköpfigen [Gal-Josbg]. Scherzh. Antwort auf die Frage Wie geht's?: Wann's net geht, misse mar'sch dricke [ZW-Ernstw]. Dazu die Var.: Wann's gut geht, braucht mer net se dricke [NW-Geinsh]. Auch vom Ziehen der Ochsen und Kühe (genommen vom Drücken mit dem Stirnjoch): die Ochse dricke lehre [PS-Hetths]. Was mielich (möglich) is, dricke meiⁿ Kih [Hebel 45]. — ε. In der Sprache der Gewichtheber 'heben, ohne Schwung zu nehmen' [verbr.]. — ζ. den Preis d. 'unterbieten', umgspr. [verbr.]. — η. 'eine besondere Leistung vollbringen'. Ich han's gedrickt 'habe es geschafft', z. B. 'habe den Streit geschlichtet' [KL-Niedkch]. Er hot's ehm gedrickt wie der Jurko seiner Gluck, iron. von einem Übereifrigen, dessen Kraftaufwendung sich als unnötig erwiesen hat [Gal-Obl]. — θ. e Kopp d. 'übelgelaunt, verschnupft sein' [HB-Alth Medh (PfId. 78) ZW-Battw]. — b. jemand d. α. 's Kind drickt seiⁿ Mamme [KL-Kindsb, allg.]. Zs. liebdrücken. Er dut gern die Mädle d. [NW-Frankeck, verbr.]. Die Jule hot mich lieb; sie saat, sie wär vun Bricke. Un wer die Jule liebt, der därf se dricke [Feierowend Nr. 8/1950]. — β. Die Schuh dricke mich, weil sie zu eng sind [RO-Obd, allg.]. RA.: Der wääß, wu'ne de Schuh drickt 'was ihm fehlt' [LA-Gommh]. Was man nicht gebrauchen kann: e Stiwwel (Stiefel), wo drickt, un e Sigar, die net zieht [WPf]. 's Kummet drickt'n, von einem Arbeitsscheuen [BZ-Dierb]. Vom körperlichen Beengtsein überhaupt im Rätsel: Es liechen vier Geschwischder in ener Kischt un dricken sich net (die vier Teile der Walnuß) [BZ-Dernb]; vgl. gedrückt (voll). — γ. vom Druckgefühl im Körperinnern. Es drickt mich im Maa (Magen) [ZW-Battw, allg.]. Die Wind dricken mich, von Blähungen [GH-Nd'lustdt]. — δ. vom Albdrücken, vgl. Drücken, Drückemännchen 1 b. De Alb hot mich heit nacht gedrickt [FR-Bobh]. Mich hot's heit nacht gedrickt, mich hot e Hex geploocht (geplagt) [GH-Erlb]. — ε. von schwüler, drückender Luft. Die Luft drickt heit [Kaislt, verbr.]. Heit isch sou drickend [GH-Nd'lustdt, verbr.]. Heit isch so e drickend Wedder [LA-Gommh, verbr.], e drickend Hitz [FR-N'lein, verbr.]. — ζ. von materiellen Sorgen, drückender Schuld. Den dricken sei Schulde, er weeß nimmi, wu anne un wu naus [Gal-Dornf, verbr.]. De arem Bauer es so arig gedreckt met Abgabe [PfId. 165]. Er hat eppes, wo'ne drickt; zentnerschwer leit's uf'm [KL-Reichb, verbr.]. SprW.: Armut schändt net, awwer sie drickt [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. — η. vom Druck überschäumender Kraft. RA.: Den drickt die Millich, von einem, der hinter den Mädchen her ist [KB-Bennhs, verbr.]. — 2.a. etwas, jemand d., an etwas, an jemand d., entsprechend auf, in, gegen (wider) etwas oder jemand d.; 's Kind ans Herz d., an sich d. [nördl. VPf, allg.]. Volksmed.: For 's Blut se stille, muß mer Spinnwebe uf die frisch Schnittwund dricke [LU-Opp]. De Waan (Wagen) in die Scheier d. [westl. WPf]. Die schwiel Luft drickt eem (einen) in de Borrem [LU-Alsh]. Er horrem (hat ihm) e Trinkgeld in die Hand gedrickt [KU-Schmittw/O, allg.]. Do kammer (kann man) sich die Aue vor de Kopp d., von der Anstrengung beim Drücken eines Wagens u. dgl. [KU-Wolfst, verbr.]. — b. etwas aus etwas d.; Saft aus de Zitron d. [Kaislt, allg.]; Madeering (Eiter) aus'm Schwäärn (Geschwür) d. [Gal-Dornf, verbr.]. — 3. sich d. a. gegenst. α. 'sich senken'. Die Mauer drickt sich [NW-Frankeck]. De schnee drickt sich 'vergeht' [KU-Bedb]. — β. De Has drickt sich 'duckt sich' [KU-Schmittw/O]. — b. übertr. α. 'sich davonschleichen, unbemerkt (von einer Gesellschaft) weggehen'. Wie's emol zwelf Uhr war, hot er sich gedrickt [FR-Bockh, verbr.]; vgl. Drückeberger 3. Drick dich! 'Geh weg!' [RO-Dielkch KL-Mehling Frankth NW-Dürkh Haardt]. — β. 'sich bei der Arbeit, vor einer Verpflichtung d. Er drickt sich vun de Ärwet [LU-Opp]; vgl. Ge- drücks. Er drickt sich beim Zahle [KU-Hundh]. Er drickt sich, wu er nore kann [Gal-Dornf]. — γ. 'sich der Strafe entziehen' [LU-Altr]. — δ. 'einer Auseinandersetzung, einem Kampf mutlos aus dem Weg gehen'. Er drickt sich, er hat Ängscht [Kus KL-Niedkch]. — 4. Part. Perf. a. 'untersetzt', vom Körperbau bei Tieren. Die Kuh es gedrickt [KB-Kriegsf, BZ-Albw]; dafür auch geblocht (s. blochen 4), gepackt (s. pakken 4 a), gestaucht (s. stauchen). — b. 'niedergeschlagen, mutlos'. Er is ganz gedrickt [KL-Kindsb, verbr.]. — Zs. ab-, an-, ane-, auf-, aus-, bei-, darauf-, tot-, durch-, ein-, fort-, heraus-, her-, herein-, herüber-, herum-, herunter-, hinab-, hinan-, hinauf-, hin-, hinein-, hinüber-, hinweg-, lieb-, nieder-, ver-, vor-, zu-, zurück-, zusammendrücken. — Südhess. I 1770 ff.; Rhein. I 1509/10; Saarbr. 51; Lothr. 103; Els. II 752; Bad. I 573/74.
6202 Zeichen · 212 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    drückenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    drücken stn. Bit. 6886. Loh. 3863 ;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    drückenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +2 Parallelbelege

    drücken , swv. , 1. drücken, einen Druck ausüben, ausdrücken, auspressen, pressen; sēgel d. an Siegel andrücken, d. in c…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Drücken

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Drücken , verb. reg. act. die Theile eines Körpers in einen engern Raum zu bringen suchen. 1. Eigentlich. Butter in den …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    drücken

    Goethe-Wörterbuch

    drücken überwiegend mit Umlaut des Stammvokals, umlautlos bes vor 1800 1 phys Druck ausüben a pressen, (auf einen engere…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Drücken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Drücken , Blechgefäße und andre Blechgegenstände aus Blechtafeln herstellen, indem man das Blech an eine mit der Spindel…

  6. modern
    Dialekt
    drücken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    drücke n [trekə K. Z. Wh. ; trìkə N. Tieffenb. Lützelstn. ] 1. drücken. Der wë i ss ä uch , wo-n-e hn de r Schu h drückt…

  7. Sprichwörter
    Drücken

    Wander (Sprichwörter)

    Drücken 1. Erst drückt's, dann glückt's. – Sprichwörtergarten, 32. 2. Jeden drückt etwas. – Steiger, 221. Lat. : Felix p…

  8. Spezial
    drücken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    drü|cken I vb.tr. 1 (Druck ausüben) druché (drüca) 2 (pressen) fracé (-cia) 3 (fest umfassen, z.B. Hand) toché (-ca) 4 ‹…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit druecken

38 Bildungen · 0 Erstglied · 33 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von druecken 2 Komponenten

druc+ken

druecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

druecken als Zweitglied (30 von 33)

Handrücken

RDWB1

Handrücken m (kein Bezug zu "спина") тыльная сторона ладони

Herzdrücken

RDWB1

Herzdrücken n nicht am ~ sterben idiom. - высказаться / высказаться, открыто высказывать / высказать своё (нелицеприятное) мнение, говорить …

abdrücken

DWB

abdrücken , exprimere, nnl. afdrukken, von einem auf das andere drücken. ein bild, siegel, eine münze abdrücken. einem das herz abdrücken, a…

afdrücken

MNWB

afdrücken , swv. , drücken, abdrücken.

andrücken

DWB

and·ruecken

andrücken , apprimere, imprimere, nnl. aandrukken: das bild der geliebten fest ans herz andrücken; die waffe, den schild andrücken; den leim…

aufdrücken

DWB

auf·druecken

aufdrücken , imprimere, wenn sonst von drücken eines gegenstands auf den andern die rede ist: einen kus den lippen aufdrücken; die lippen au…

ausdrücken

DWB

aus·druecken

ausdrücken , exprimere, nnl. uitdrukken, einzelne, zumal ältere bedienen sich der unumgelauteten form, auch Göthe früherhin, in die späteren…

bedrücken

Pfeifer_etym

bed·ruecken

drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bed…

Beydrücken

Adelung

bey·druecken

Beydrücken , verb. reg. act. eine Sache neben der andern drücken. Sein Siegel beydrücken. Daher die Beydrückung. S. Adelung Drücken .

durchdrücken

DWB

durch·druecken

durchdrücken , perprimere, vi penetrare Henisch 757 . 1 1. etwas mit gewalt hindurch drängen, treiben. der saft ist durchgedrückt durch ein …

eindrücken

DWB

ein·druecken

eindrücken , imprimere, nnl. indrukken, schw. intrycka, dän. indtrykke. 1 1) in etwas: der hirsch drückt seine ballen, das pferd seinen huf …

erdrücken

DWB

erd·ruecken

erdrücken , ahd. irdrucchan, mhd. erdrücken. 1 1) opprimere, zu tode drücken: da was daʒ ertreich gar ze lind und ertrukt ein michel gesind.…

Herzdrücken

Campe

herz·druecken

Das Herzdrücken , des — s , d. Mz . ungew. ein Drücken, eine Beklommenheit des Herzens, besonders vom Andrängen des Blutes oder ähnlichen Ur…

magendrücken

DWB

magen·druecken

magendrücken , n. gefühl des drückens im magen: für einen menschen, der .. unter magendrücken sich eines vergangenen guten mittags erinnert.…

niederdrücken

DWB

nieder·druecken

niederdrücken , verb. , transitiv, absolut und reflexiv, deprimere, opprimere, nl. nederdrucken Kilian 334 a . 1 1) eigentlich: mhd. nider d…

plattdrücken

RDWB1

platt·druecken

plattdrücken Nasen an den Schaufensterscheiben ~ - утыкаться носами в витрины (а не "расплющивать носы о витрины")

Schnallendrücken

Wander

schnallen·druecken

Schnallendrücken Der (die) geht auch lieber Schnallendrücken als in die Arbeit. ( Wien. ) Wer das Betteln dem Arbeiten vorzieht.

²tõdrücken

MNWB

tod·ruecken

2 tõdrücken , swv. : 1. zerdrücken, zerquetschen , „Quassare morken, to drucken, quatteren , queteren, to quetteren ” (Dief. nov. 38), „ Id …

tõhôpedrücken

MNWB

tohope·druecken

tõhôpedrücken , -drucken , swv. : zusammenpressen , „ Nym guden reynen wete twysschen twey glogen = de breyde heyte yserene vnde perse edder…

ümmedrücken

MNWB

uemme·druecken

° ümmedrücken , swv. : fest umlegen, „ Se hadden ome vorgeholden der greseliken halsbande einen umme to druckenden ” (Brandis 198).

underandrücken

MNWB

under·andruecken

underandrücken , swv. : am Textende anbringen , „ eynen apenen pappiren breff van twen gebroderen ... ergangen und myt oren underangedruckth…

unterdrücken

DWB

unter·druecken

unterdrücken , v.; mhd. underdrücken, mnd. underdrucken, mnl. onderdrucken, nl. onderdrukken, dän. undertrykke, schwed. undertrycka. deutsch…

updrücken

MNWB

updrücken , (selten:) op-, swv. : 1. (Siegel u. Ä.) aufdrücken, „ dar drukkede her Birgerus syn jn-gesegel vp ” (Birgitta 118). — 2. (Texte)…

verdrücken

DWB

ver·druecken

verdrücken , verb. durch druck beschädigen, beseitigen, unterdrücken. mhd. verdrucken, verdrücken, letzteres seltner, ahd. firdruckjan Graff…

Ableitungen von druecken (5 von 5)

bedrücken

Pfeifer_etym

drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bed…

erdrücken

DWB

erdrücken , ahd. irdrucchan, mhd. erdrücken. 1 1) opprimere, zu tode drücken: da was daʒ ertreich gar ze lind und ertrukt ein michel gesind.…

gedrücken

Lexer

ge-drücken swv. BMZ drücken. daʒ er gedr. möhte die nâch sînes herzen luste Troj. 15832 ; unterdrücken, unfrid und unzuht gedr. Chr. 4. 142,…

verdrücken

DWB

verdrücken , verb. durch druck beschädigen, beseitigen, unterdrücken. mhd. verdrucken, verdrücken, letzteres seltner, ahd. firdruckjan Graff…

Zerdrücken

Adelung

Zerdrücken , verb. regul. act. in Stücke drücken, entzwey drücken. Ein Ey zerdrücken.