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Welle

mhd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
36 in 23 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Welle

Bd. 9, Sp. 409
Welle das Wort, mit dem Walle u. Wälte zu vgl. ist, freilich in der Anwendung je nach Geb. verschieden, ist allg. verbr., u. zwar węl, im Geb. der Schärfung wę·l. [NSaarbg, Trier-Ld, Wittl, Bitb u. Prüm vereinz. -E-, –E:-; Saarbg-Faha -ī·ə.-], Pl. -lə(n), –·l.ə(n), Dimin. węlχə(n), –·l.-, -ltšə, –ləkə, –ltjə f.: 1.a. Woge, Unde, nach dem Nhd. in den Geb. der Flüsse; et Water schleht W.ən Gummb, Allg.; en W. mache einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Neuw-Bonef; W.ə werpe Rheinb-Houverath; de W.ən im Roggenfeld, wenn der Wind hindurchweht u. die Halme sich wiegen; Rommele, R. in de Pott, Petronelle schlug de W.ə; wen sall sin? Eke nit! Wen dann? Onse klene, schmale Jann! Abzählr. Mörs-Xanten. — b. de W. in Menge, Überfluss; mer hadde öm Kirmes Flesch de W.; nu hant die doch alles de W. en send noch net zefreə (zufrieden) Aach-Walh. — 2. Walzenförmiges. a. Ackerwalze; Ringelw., Gardewellche Goar, uMos von Koch an, May, Westerw, Siegld, Bitb, Prüm, LRip, SNfrk, Klevld in Geld, Mürs, Rees, Dinsl, Ruhr u. NBerg in Düss, Mettm; s. Walze, Walle, Wälte, Bloch [letzteres bes. Rip (Wellebl. Neuw-Asb); meist heissen die ausgenutzten Bloche, vor dem Hause liegend, Welle]. RA.: Den könnt mer got für en W. bruche so dick u. rundlich ist er Bergh-Blatzh. — b. walzenförmiger Körper aus Holz (bei grossen Maschinen aus Eisen), der um eine Achse drehbar ist u. ein Rad udgl. treibt, im bes. Walze vorn u. hinten am Wagen, zum Festspannen des Wiesbaumes Verbr. wie diese Einrichtung (s. d.); Rundholz an der Haspel, an dem sich das Haspelseil auf- u. abwickelt, in der Bergmspr. Allg.; Seiltrommel am Brunnen Allg.; Riemen-, Transmissionsscheibe, od. besser, die Achse, auf der sie läuft Allg.; grosse Holzachse des Wasserrades, Mühlrades u. Wasserhammers im Eisenhammer; Schiffsw.; W. des Weinschröters Allg. in der Sprache der Technik, nach dem Nhd. — c. Reisigbündel, Schanze; e Wellche kleine Schanze Rhfrk an Nahe [SWWend Fäsche (fasces)], Hunsr, Saargeb. in Ottw, Saarbr-Völkl; sonst Schanze (hier u. da auch innerhalb des Hunsr) Schranze (s. d. W.); die W.ə haben eine Länge von etwa 1,5 m; im Walde werden sie in Reihen hintereinander aufgestellt, u. zwar meist in Partien zu 50 u. 100 Stück; doch kommen auch W.stösse zu 30, 40, 60, 70, sogar 120 u. 150 vor, je nach der Menge an der betr. Waldstelle (Holzschlag) u. bei verbleibenden Resten; Jeder Bürger, einerlei ob arm od. reich, erhält die gleiche Menge Scheitholz u. Reisig; um die Anteile wird bei der Gemeinde (od. Bürgerversammlung) gespielt, d. h. gelost. Ausser diesem sog. Losholz lässt die Gemeinde noch weiter Brennholz schlagen, das versteigert wird auf der holtsšdęiĭŋ; in früherer Zeit (vor 1880), als der Holzreichtum im Walde noch gross u. andererseits die Zahl der Bürger wesentlich kleiner war als heute, da waren die Losanteile oft so gross, dass manche Familie nicht alles Holz verbrauchen konnte u. im Walde liegen liess; dieses wurde in der Regel von ärmeren Leuten aus den Nachbardörfern, die wenig od. gar keinen Waldbesitz hatten, heimgeholt; wenn eine Partie W.ə nach Hause gebracht ist, werden sie dort in der Regel von den Frauen imgebunn, nachdem etwa mit in die W.ə gebundenes Klüppelholz herausgenommen u. beiseitegesetzt ist; das Imbinnə geschieht so, dass die Reisigstücke mit den Händen gəblikt (gepflückt) od., wenn nötig, mit Hilfe eines Beiles in kürzere Stücke (von 20-30 cm) Länge gehackt werden; die Stücke werden mit Strohseilen in kleine Bündel, eben die Wellcher, gebunden, die bis zum Gebrauch im Holzschuppen od. an sonst einem geschützten Ort aufgestapelt werden; das kleingehackte Reisig dient zum Anzünden des Feuers in Ofen u. Herd Simm. — d. zu einem runden Bündel gebundenes, verworrenes Abfallstroh Siegld-SJohannld. — e. Butterwelle, in runden Klumpen hergerichtet; de Botter wörd tu en W. geschlohn; die W. wörd bont gemackt Klevld in Mörs, Rees, Dinsl, Ruhr, in Mettm, in Kref, Sieg-Scheiderhöhe. — f. Reihe gemähten Grases u. Heu zusammengeharkt; et Heu op W.ə schlage, haue, setze (en W.ə sette Grevbr-Liedbg) vor dem Einfahren, wobei der Wagen zwischen den W.ən beim Aufladen hindurchfährt OBerg MülhRh, Sieg-Vinxel, Bo-Dottend, Sol-Leichl, Düss-Gerresh, Kemp, Kref-Anr. — g. ungebundene Garbe von Buchweizen, Klee Heinsb-Karken. — h. Schni op W.ən gejag Schneewehe; en W. Schn. OBerg, Sieg, Siegld. — i. mit Strohlehm umwickeltes Spaltholz zwischen den Balken der Stubendecke (meist in Zs., s. d.) WMosfrk in Trier-Fell Föhren Mehring Schweich, Wittl-Binsf Rivenich, Bernk-Schönbg, Bitb-Herforst Speicher. — 3. mehr übertr. a. de W. mache am Turnreck, auch Bauchw., Reisew. Allg. nach dem Nhd. — b. dat Kand hot schung (schöne) W.ən Locken im Haar Daun-Meisbg, May-Bell; in den Städten neuzeitl. von der Damenfrisur; se löt sech W.ə (Dauerw.ə) mache. — c. Königskerze, Verbascum Geilk-Honsd Kraudrf.
4902 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    welleswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    welle swv. mache wallen, sieden. zuhant lieʒ er dô wellen blî Pass. K. 261,90. man solde pech wellen das. 498,61. harz p…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    welleF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    welle , F. nhd. Rundholz, drehbarer Zylinder, Welle, Walze, Reisigbündel Vw.: s. mȫlen-, plōch- Hw.: s. walle; vgl. mhd.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêlle

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Die Wêlle , plur. die -n, Diminut. Wellchen. 1. Eine vorüber gehende Erhöhung auf der Oberfläche des in Bewegung gesetzt…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Welle

    Goethe-Wörterbuch

    Welle [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Welle

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Welle , heißt im Maschinenwesen ein cylindrischer Körper, um den sich ein Rad bewegt, mit Zapfen an seinen beiden Enden.…

  6. modern
    Dialekt
    Welle

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Welle Band 2, Spalte 2,217

  7. Sprichwörter
    Welle

    Wander (Sprichwörter)

    Welle 1. Die ersten Wellen sind wol die heftigsten, aber nicht die reinsten. – Rhein. Blätter, 1871, S. 21. 2. Die Welle…

  8. Spezial
    Wellef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Welle , f волна , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit welle

346 Bildungen · 293 Erstglied · 47 Zweitglied · 6 Ableitungen

welle‑ als Erstglied (30 von 293)

wëlleboum

Lexer

welle·boum

wëlle-boum , wël-boum stm. walze, wellbaum, cylindrum Dfg. 118 c . dâ der grôsz wellebaum ( des krieges) ûf gêt Frankf. baumstb. 1411 , 80 a…

wëllege

BMZ

well·ege

wëllege swv. schlage wogen. er gebiutet dem mere daʒ eʒ wellege Griesh. denkm. 1,157.

wëllegen

Lexer

well·egen

wëllegen swv. BMZ wogen schlagen ( lies Griesh. 1,151 ).

Welleharke

WWB

welle·harke

Welle-harke f. [ Ahs Kos] große Harke für liegengebliebene Getreidehalme.

Welleholt

WWB

welle·holt

Welle-holt n. 1. mit Stroh umwickelte und mit Lehm verschmierte, verkleidete Holzlatte für die Zimmerdecke [Dor]. — 2. Wagenteil: Hebelholz …

Wellekop

WWB

welle·kop

Welle-kop m. Achsenkopf an der Windmühle, der die vier Flügel hält ( Unn Hx).

wëllekropf

Lexer

welle·kropf

wëlle-kropf , wël-kropf stm. windenrad zu einer armbrust Mone z. 6,61 ( 1449 ). vgl. Dwb. 5,2399.

wellelein

DWB

welle·lein

wellelein , wellein , n. , deminutivum; ' etwas zusammengerundetes, zusammengeballtes ', zu 2 welle: das reppeli ( ein kleiner rabe ) lit an…

wellelīn

KöblerMhd

welle·līn

wellelīn , st. N. nhd. „Wellelein“, kleines Bündel Q.: SGPr (1250-1300) (FB wellelīn) E.: s. welle, līn W.: nhd. Wellelein, N., Wellelein, W…

wellen* 1

KöblerAnfrk

wellen* 1 , sw. V. (1) nhd. wählen ne. choose ÜG.: lat. eligere MNPsA Hw.: s. willen*; vgl. as. willian*, ahd. wellen* (1) Q.: MNPsA (9. Jh.…

Wellenbaum

SHW

Wellen-baum Band 6, Spalte 441-442

Wellenbeil

SHW

Wellen-beil Band 6, Spalte 441-442

Wellenbock

SHW

Wellen-bock Band 6, Spalte 441-442

Wellengang

SHW

Wellen-gang Band 6, Spalte 441-442

Wellenholz

SHW

Wellen-holz Band 6, Spalte 441-442

welle als Zweitglied (30 von 47)

Hemmschwelle

RDWB1

Hemmschwelle f (kein Bezug zu "сомнение, затруднение") порог восприятия

Schmerzschwelle

RDWB1

Schmerzschwelle f болевой порог er hat eine hohe Schmerzschwelle - он невосприимчив к боли

Schwelle

RDWB1

Schwelle f ich setze keinen Fuß mehr über ihre Schwelle idiom. - я к ним больше не ходок идиом. , я к ним больше ни ногой идиом. , ноги моей…

anwelle

DWB

anwelle , f. axis molae, das holz, worauf der klotz, die welle, mit ihren zapfen ruht, in den pochwerken angewege, angewelle. zu den wasserr…

bëchwëlle

Lexer

bech·welle

bëch-wëlle f. BMZ pechwelle, hölle Aneg. Diem. Erinn. 728 u. anm. vgl. das vorige u. bechvalle;

bênwelle

KöblerMnd

bênwelle , F.? Vw.: s. bēnwelle

bēnwelle

KöblerMnd

bēn·welle

bēnwelle , F.? nhd. „Beinwell“, Schwarzwurz (eine Heilpflanze) ÜG.: lat. symphytum officinale L.?, anagalla? Hw.: s. bēnwort; vgl. mhd. bein…

dachschwelle

DWB

dach·schwelle

dachschwelle , f. bei den zimmerleuten ein starker, fünfeckiger balken, dergleichen in die lager- und hauptbalken eingelassen werden, und wo…

daumenwelle

DWB

daumen·welle

daumenwelle , f. in den mühlen die welle mit den daumen oder hebearmen, welche die stampfen aufheben oder die hämmer in die höhe drücken. fr…

Flügelwêlle

Adelung

fluegel·welle

Die Flügelwêlle , plur. die -n, diejenige Welle, an welcher die Flügel einer Windmühle befestiget sind.

Freundesschwelle

Wander

freund·es·schwelle

Freundesschwelle Freundesschwelle betritt nicht zu schnelle. – Philippi, I, 27. D.h. nicht zu oft hintereinander. (S. Freund 341.)

füllewelle

KöblerMhd

fülle·welle

füllewelle , sw. F. nhd. Füllbündel? Q.: Chr (14./15. Jh.) E.: s. fulle, welle (1) W.: nhd. DW- L.: LexerHW 3, 564 (füllewelle)

geswelle

Lexer

ges·welle

ge-swelle stn. BMZ coll. zu swelle, grundbalken, schwelle Erlœs. Hätzl. nieman sol pauwen vor seinem hause oder vor seinem geswelle Np. 289.…

gewelle

DWB

gewelle , gewell , gewel , n. wie oben zu gewäll ( sp. 4910) bemerkt, sind in allen diesen formen zwei durchaus verschiedene worte überliefe…

grundschwelle

DWB

grund·schwelle

grundschwelle , f. 1 1) zu grund I A 1 ( vgl. grundbalken 1 und comp.-typ. 5 a) wasserbautechnisch in verschiedenen bedeutungen; ' fachbaum …

gruntwëlle

Lexer

grunt·welle

grunt-wëlle f. BMZ welle, die bis auf den grund des meeres dringt u. die zurückweichend ihn bloss legt: der wellenschlag an untiefen, die br…

hûs|swelle

MWB

hûs|swelle stswF. ‘Schwelle eines Hauses’ es [Salz] weͥlle danne ain burger, der ain aigen hus hat, waile han, der sol es waile han, [...], …

hūsswelle

KöblerMhd

hūs·swelle

hūsswelle , st. F., sw. V. nhd. „Hausschwelle“, Schwelle eines Hauses Q.: StRRavensb (1. Hälfte 14. Jh.) E.: s. hūs (1), swelle W.: nhd. Hau…

hūstürswelle

KöblerMhd

hūstürswelle , st. F., sw. F. nhd. Haustürschwelle Q.: DRW (1396) E.: s. hūs (1), türe, swelle (1) W.: nhd. DW- L.: DRW

mȫlenwelle

KöblerMnd

mȫlenwelle , F. nhd. „Mühlenwelle“, hölzerne Welle für das Mühlrad, Wellbaum für die Mühlflügel, besonders kräftiges Rundholz E.: s. mȫle, w…

oberschwelle

DWB

obersch·welle

oberschwelle , f. sublimen, superlimen Stieler 1694 ( s. überschwelle): da nit dis creutz .. gleich ob der oberschwellen steht. Fischart bie…

plôchwelle

MNWB

ploch·welle

° plôchwelle ( plogh- ), f. ( Pl. -n ) : Achse der Pflugräder, (aus Metall gefertigt:) 2 îserne p.n (Zs. Schl.-H. Gesch. 43, 231).

ploghwelle

KöblerMnd

ploghwelle , F. Vw.: s. plōchwelle

Ableitungen von welle (6 von 6)

bewelle

BMZ

bewelle swv. umzäune. wil der hofman sînen hof bewellen Gr. w. 1,440.

entwelle

BMZ

entwelle swv. 1. halte auf, zurück. di bâten daʒ man entwalt (: kalt) den künec dirre reise krone 67. b Sch. 2. halte mich auf zögere. niht …

erwelle

BMZ

erwelle swv. mache aufwallen. der regen wiel und brant sô ungehiure, als er von starkem viure mit vlîʒe wære erwellet krone 197. a Sch. erwe…

gewelle

DWB

gewelle , gewell , gewel , n. wie oben zu gewäll ( sp. 4910) bemerkt, sind in allen diesen formen zwei durchaus verschiedene worte überliefe…

urwelle

DWB

urwelle , f. , welle mit ur- C 4 c, etwa ' aus der tiefsten tiefe des herzens aufsteigende w. ': eine ... u. von glück ... quoll aus Walpurg…

verwelle

BMZ

verwelle stv. 1. rolle ein, sperre ab. si wanden sich ûf di wegge, dâ gerant di brûdre wâren in daʒ lant, und si aldâ vorwaltin mit boumen u…