walze,
f. rolle. eine neben dem verb. walzen
stehende alte nominalbildung, die in der jetzigen bedeutung erst im früheren nhd. vorkommt, aber auch im mnd. (15.
jahrh. walte '
walze' Schiller - Lübben 5, 581)
und ags. (ualtæ,
argata d. i. ergata Gallée
alts. sprachdenkm. 346
anm.)
vertreten ist. das wort drang auch in die nordischen sprachen ein: schwed. vals,
dän. valse. 11)
im ahd. findet sich walza
in glossen als '
pedica, decipulum'
und in der übertragenen bedeutung '
deliberatio'. Graff 1, 793.
die bedeutung '
falle'
scheint auch das mhd. hindurch üblich geblieben zu sein nach der folgenden stelle bei Rosenblut: er (
der in eine grube gefallene) sprach: o das ist ein pöser koch, und der mir das hat angericht. der teüffel hat ims helffen tichten. er hat mir es so sere versaltzen. het ichs gewiszt dise waltzen, mich het nyemant do her gebracht. Keller
altd. erzähl. 367, 19.
[] 22)
die gewöhnliche bedeutung ist jetzt die '
von runder, cylindrischer gegenstand, der sich um seine achse dreht'.
die angaben der wörterbücher (
seit dem 17.
jahrh.)
weisen auf die erste oder zweite unterbedeutung hin: waltze,
occa, cylindrus, welgerholtz. Schottel 1440; walze,
palanga, lignum teres, scytala, hypomochlium, volgiolum. Stieler 2421; waltze, weltze, waltzseule, wallholtz, wallbloch,
cilindro, curlo, ruolo. Krämer 1207
a; welle, waltze,
curlo, palanca, ruolo. ebenda 1226
a; wallbloch, wallholtz, waltze,
cilindre, bloutroir, rouleau. Rädlein 1028
a; waltze,
a roller or cylinder, a thing long and round. Ludwig 2375; waltze,
rol, rolle, rond rolhout, rondhout. Kramer (1719) 258
c; waltze,
phalanga, cylindrus. Steinbach 2, 923; '
ein dichter cylinder, der dazu bestimmt ist sich zu gewissen absichten langsam umzudrehen'. Adelung. 2@aa)
ein rollholz, das untergelegt wird um lasten fortzubewegen. Beier
handwerckslex. (1722) 465
b. Jacobsson 4, 582
b: etwas auf waltzen fortschieben,
upon rollers or rollingpins. Ludwig 2375; grosze walzen, schwere lasten fortzuschaffen,
tour-terrière. Rondeau; eine last auf walzen fortschieben,
mener un fardeau sur des rouleaux. ebenda; zum tempel, ruft das volk, mit dem geweihten bilde! und flehet an der göttinn milde! sogleich strengt jeder arm sich an, die mauer wird zertheilt, die stadt ist aufgethan, und auf der walze künstlichen wogen rollt es dahin, von strängen fortgezogen. Schiller 6, 357 (
zerstörung Trojas); konnte doch selbst Gustav Adolph nicht der versuchung widerstehen kunstschätze wegzuführen! ja er wünschte nicht blosz für schöne schlösser walzen, sondern fand sie auch für andere gegenstände. Jahn
volksthum 363.
bildlich: die erschütterungen, welche mit den staaten vorgehen, haben ihren grund in den unerbittlichen gesezzen der natur; und die leidenschaften der menschen sind nichts als walzen, um die dekorationen auf dieser groszen bühne herfürzubringen. Wekhrlin
paragrafen 1 (1791), 118.
besonders auch für schiffe, die ins wasser gelassen werden: zwo walzen, oder lagerhölzer, darauf ein schiff ruhet, wenn es in das wasser soll gelassen werden,
coites. Rondeau; da sassens in das schieff, das ston auf vier walczen. da schrirens schlecht: 'stost von lant!' H Sachs
fab. u. schw. 1, 199, 107
Götze. beim deich- und wasserbau Benzler 2, 259: man baut daher am ufer einen festen damm aus pfählen, weidicht und tannenzweigen, mit sand und steinen ausgefüllt, den man auf walzen in das fluszbett hineinstürzt. Heyse
nov. 1, 140 (
erkenne dich selbst).
bei den geschützen befinden sich walzen
als ein theil der laffete (
s. walzenlaffete): in anno 1504 hat man verordent zu den grossen und kleinen kartunen, auch schlangen, boler und hackenbussen zum feldtzugk wie nachfolgt ... 1 wagen mit ringen zu der leytern, item 1 wagen mit ringen zu der waltzen, item 4 wagen mit rungen zu den zweyen sitten.
das reiszbuch [
der Kurpfalz] 1504, 71
Weech; 1 wagen zu der leitern und waltzen, darinn die buchs ligt, item 1 wagen zu den waltzen, daruff man den schirm trybt, mit rungen. 72; er wart auch selb mit ainem groszen stain (
aus einer '
plaiden') gerürt und wo derselb der walzen ainem an den schirm nit vor gedrofen, so het er ime das ain bain zu drümmern geschlagen. Wilwolt v. Schaumburg 36
Keller; statt der hinterachse befindet sich unter dem hinterriegel (
einer walzenlaffete) eine walze mit 2 rädern, die alle drei aus einem stück holz gedreht sind. die walze ist beweglich, läuft in einem einschnitte an der unterkante der wände.
militair-encyclopädie2 1, 233. walze
der halbrahmenlaffete. Stenzel
seemänn. wb. 455
b. 2@bb)
eine rolle, die von pferden gezogen wird um die erdschollen zu zerbrechen und den acker eben zu machen; vgl. die mehr obd. benennungen wale, walbloch, walbreche,
auch walzholz. Beier
handwerckslex. (1722) 465
b. Zinke
ökon. lex. (1753) 3094. Jacobsson 4, 582
b:
occa, waltze. Diefenbach
nov. gl. 269
a (
aus Trochus
prompt.); wältzen, mit einer waltze eben und gleich machen,
applanir avec un bloutroir. Rädlein 1028
a; die erdschollen mit der walze brechen,
casser les motes avec le rouleau. Rondeau;
[] joche, pflugstertz, waltzen, rechen, was zum ackerwerck erdacht, was das zugvieh müde macht, alles müsset ihr zerbrechen. Klaj
weihnachtslieder nr. 9; das grasz auff der wiesen aber ist hiedurch gleich als mit einer waltzen niedergedrucket gelegen. Praetorius
philosophia colus 177.
neben den feld-
oder ackerwalzen
hat man auch gartenwalzen
und weg-
oder straszenwalzen
um die wege fest zu machen. diese werden statt der früheren holz-
und steinwalzen
jetzt aus eisen hergestellt und mit dampf getrieben, dampfwalzen. Rühlmann
allg. maschinenlehre2 3, 181; er hört an den hollundersträuchen sein erstlingsreis, den Göttinger, wie eine walze keuchen. A. v. Droste-Hülshoff 3, 36. 2@cc)
eine bewegliche rolle, über die ein seil läuft, z. b. bei einer zugbrücke: bestelt ich ... 2 hülczen grosz scheiben in den zug ob dem prunen, und unter dem thor in das inner schlosz walczen und stock eingemacht, das das seil auf der erden und an dem gemewer nit schaden nem. Tucher
baumeisterbuch 307, 20.
namentlich bergmännisch: '
das runde holtz auf den stegen, über dem schacht, darauf die seile gehen',
auch scheibe. Minerophilus (1730) 704.
ferner: '
runde höltzer, mit 2
spitz-zapfen, in krummen schächten, die ... sich mit dem daran liegenden seil mit umdrehen lassen können',
auch wehrstempel.
ebenda (
auch '
das eisen mitten in den schwingen, so auf des steges einschnitt und pfad-eisen liegt, und die schwinge hält'
und hölzer '
darauf das lange kunst- und schacht-gestänge in flachen schächten oder strecken zu liegen kommt und ... mit dem gestäng umgetrieben werden'.
daselbst 704. 705).
bei schiffen: walze, zu den oberstängen (
term. de marine),
cargueur. walzen zu dem tauwerk,
chevales. Rondeau. 2@dd)
eine bewegliche rolle, die mit einer andern in entgegengesetzter richtung laufenden in verbindung steht, wodurch eine presse hergestellt wird. dahin gehören u. a.: 2@d@aα) walzen
in den mangen zum glätten von stoffen oder plätten von wäsche: fur püchen vierkluftige holtzer, eins 20 schuch lang zu spindeln zu den schloszgattern und waltzen in die mang, 48 pf. Tucher
baumeisterbuch 78, 23; die waltze, oder das waltz-holtz, in einer mangel,
the calender in a calendring-engine. Ludwig 2375.
zum glätten von leder Lueger
lex. der ges. technik2 5, 385.
zum glätten des zeugs Poppe
gesch. der technologie 1, 445.
bei der papierfabrikation 2, 213. 2@d@bβ) walzen,
durch die stoffen ein muster aufgedrückt wird. Karmarsch-Heeren
3 11, 211. 2@d@gγ)
in streckwerken walzen,
durch die eisen gezogen und in eine bestimmte form gebracht wird; man unterscheidet drahtwalzen, plattenwalzen, blechwalzen
u. s. w. in münzwerken die rollen, durch die metallzaine (
die stäbe, aus denen die münze geschlagen werden soll)
gezogen werden. Minerophilus (1730) 705. Jacobsson 4, 586
b. C.
F. Richter
berg- u. hüttenlex. (1805) 608. Poppe
gesch. der technologie 2, 614. 2@d@dδ)
in hüttenwerken walzen,
zwischen die erz geworfen wird um zerquetscht zu werden. Dannenberg
u. Frantz
bergmänn. wb. 431.
in mühlen werden vielfach statt der mühlsteine eiserne walzen
verwendet. Knäbel
die mehlfabrikations-anlage 54. 2@d@eε)
in sägewerken walzen,
durch die der vorschub des holzes erfolgt. Karmarsch-Heeren
3 7, 478. 2@d@zζ)
besonders werden in spinnereien walzen
in verschiedenster weise zur verarbeitung der flachsfasern und der baumwolle verwendet. man unterscheidet nach der zu verrichtenden thätigkeit zufuhrwalzen, abnahmewalzen, abzugswalzen, druckwalzen, schleppwalzen, streckwalzen, arbeitswalzen, wendewalzen,
ferner bürstwalzen, kammwalzen, hechelwalzen, krempelwalzen, plättwalzen, würgelwalzen, wickelwalzen, putzwalzen,
nach der form messerwalzen, leistenwalzen, stachelwalzen, riffelwalzen
u. s. w. 2@d@hη)
die walze
erscheint so überhaupt als ein wesentlicher theil einer maschine: ihr instrumente freilich, spottet mein, mit rad und kämmen, walz' und bügel. Göthe 12, 41 (
Faust I,
v. 669). 2@ee)
beim glasmacher ist walze
die bronzene oder guszeiserne rolle, die beim gusz der spiegelscheiben die masse formt und glättet. Karmarsch-Heeren
3 4, 76.
[] 2@ff)
beim buchdrucker finden sich walzen
in verschiedener verwendung. 2@f@aα) waltze, ist ein rundes holtz, um welches ein starcker riemen (
läuft), der an einem ende ans laufbret, und am andern an die presse angenagelt ist, damit solcher den karn (
mit dem schriftsatz) hinein und wieder heraus beweget. Ch. Fr. Geszner
buchdruckerkunst (1740) 1, 238. Täubel
wb. der buchdruckerkunst (1805) 2, 28. 2@f@bβ)
die auftragwalze,
die zum auftragen der farbe auf die form dient. Krünitz 233, 289: der farbeapparat (
einer schnellpresse) besteht aus dem farbenkasten, der farbewalze, der hebewalze, der massewalze, der nackten walze und den beiden auftragwalzen. Karmarsch - Heeren
3 2, 148. an der walze stehen
wird vom drucker gesagt, der aufträgt. Klenz
druckersprache 109. 2@f@gγ)
die walze
zum abrollen der drucke. Klenz
druckersprache 109.
beim kupferdruck Geszner
buchdruckerkunst (1740) 1, 202. 2@gg)
in uhren ist walze
die rolle, um welche die schnur, woran das gewicht hängt, zum aufziehen gewunden wird. Jacobsson 4, 585
a. Poppe
handb. f. uhrmacher (1803) 2, 453.
in spieluhren und drehorgeln ist es die rolle, die mit drahtstiften bedeckt ist, welche die entsprechenden töne hervorrufen. Jacobsson
a. a. o. Poppe
a. a. o. Krünitz 233, 286.
ähnlich bei glockenspielen. Poppe 2, 209: er aber risz an dem griff (
des leierkastens), dasz die walze, heftig umgeschwungen, die langsame weise in das wildeste allegro trieb. Immermann
Münchh.2 4, 53.
daran knüpfen gern bildliche wendungen an: puppen im uhrwerk, die, auf ihrer walze befestigt, sich ewig in der nämlichen schwunglinie drehen. Sturz
schriften (1779) 182; die ganze italiänische reise ist nichts als ein neuer abdruck der Wertherschen briefe. ... ihr merkt's auch nicht, weil ihr nichts merkt, aber Merkel der wird's schon merken, und hat's der erst auf der walze, so spielt er's auch ab. Zelter
an Göthe 2, 340 (1816); achtung allen ausgezeichneten männern, welche, dem gelehrten schulstande angehörig, durch geist, lebhaften vortrag, vielseitige kenntnisse und geschickte einfügung derselben in die monotonen walzen des grammatischen unterrichts ihrer schwierigen stellung ehre machen. Wienbarg
quadriga 35; die meisten fraktionsredner haben sich damit begnügt, die alten walzen noch einmal abzuspielen und die lücken ihres wissens mit einer handvoll phrasen auszufüllen.
Leipziger neueste nachrichten 13. 2. 1905. 2@hh) walze
ist der drehbare zapfen in der nusz eines büchsenschlosses, an dessen äuszerem ende der hahn befestigt ist. Döbel
jägerpractica 323. Stahl
forst-, fisch- u. jagdlex. 4, 1056. 2@ii) walze
ist die ladetrommel des revolvers, ein drehbarer cylinder mit mehreren bohrungen, von denen die eine beim schieszen immer in gerader linie mit der rohrseele steht. Karmarsch-Heeren
3 3, 462. Stenzel
seemänn. wb. 455
b. 2@kk)
übertragen wird walze
auf den kreislauf der weltkörper angewandt: zeit, die du alls begünst, zeit, die du alles endest, das grosse wählt-gebäu in seinen wahlzen wendest. Rompler v. Löwenhalt
reimgetichte 5. 33)
seltener ist walze
überhaupt ein runder, cylindrischer gegenstand, indem das bedeutungsmoment der drehung, das den ausgangspunkt bildet, in den hintergrund tritt (
bei d. g erscheint die walze
als eine achse, um die sich etwas dreht oder windet). 3@aa)
in der mathematik wird walze
wie cylinder
gebraucht. Krünitz 233, 286: der, welcher die länge des zirkels, und die fläche der parabel, und die verhältnisz der kugel zur walze bestimmt hatte. Kästner
verm. schriften (1755) 39; die walze (der cylinder) entsteht, indem man einen kreis parallel mit sich selbst fortbewegen läszt, und sich den durchlaufenen raum versinnlicht denkt. Prestel
vorschule der geometrie (1867) 224. 3@bb)
im forstwesen ist walze
ein rundes stück holz, vgl. walzenscheit.
F. B. Weber
ökon. lex. (1838) 633
a. Döbel
jägerpract. 323
kennt es als '
ein block holzes auf die sägmühle'
und '
ein knittel zum scheitspalten'. 3@cc)
beim kegelspiel heiszt walze
ein umgeworfener kegel, der vor andern kegeln liegt und sie umstoszen kann, wenn er von der kugel getroffen wird (
von walze 2,
a aus übertragen).
[] 3@dd)
beim gerber sind walzen '
runde stäbe, womit das leder, so nach ungarischer art zubereitet wird, gewalzt wird, um es geschmeidig zu machen'.
die walzen
werden in das leder eingeschlagen und dies mit füszen getreten. Jacobsson 4, 586
b. Krünitz 68, 267. 3@ee)
beim sporer sind walzen '
massive ringe, die durch die feile einige einschnitte oder kerben erhalten haben, und deren drey bis viere auf jede hälfte des mundstücks (
der pferde)
gesteckt werden'. Jacobsson 4, 587
a. Krünitz 233, 291: wann ihr aber ja euer pferd zäumen woltet auff mundstücken mit waltzen, so nemmet die waltzen auff die art der oliven und melonen.
vollkommenes reit- und pferdbuch (1668) 3, 4. 3@ff)
bei der glasfabrikation nennt man walzen
cylindrische glaskörper, die dann aufgeschnitten und flach gelegt werden, s. walzenglas. 3@gg)
in der anatomie nennt man walze
die an der inneren seite der augenhöhle befestigte knorpelige rolle, um die sich die sehne des oberen schiefen augenmuskels herumschlägt. Kulmus
anat. tabellen (1759) 58. Pierer
medic. wb. (anat.) 8, 400. Hyrtl
kunstworte d. anatomie 165.
auch der hohle knöcherne, in der mitte der gehörschnecke befindliche spindelförmige theil, um den sich die scheidewand der schnecke windet. Hildebrandt
lehrb. der anatomie (1799) 3, 168. Pierer 5, 391. 3@hh)
in der zoologie heiszt walze
eine schneckengattung mit cylindrischer schale, oliva Brug., von der verschiedene arten vorkommen. Leunis
zoolog.3 1, 956. 3@ii)
in der botanik ist walze
eine '
röhrenförmige verlängerung von zartem bau innerhalb der blume oder blüthenhülle, welche am rande oder am obern theile der innern fläche die staubgefäsze trägt'. Bischoff
handb. der botan. terminologie 1, 349. 3@kk) rothe walze
heiszt ein '
nicht besonderer, im november reifer, rother schlotterapfel'.
F. B. Weber
ökon. lex. (1838) 633
a. 3@ll)
auch sonst kommt gelegentlich walze
für '
runde längliche form, runder länglicher gegenstand'
vor: zugleich aber tritt das runde auf in der walze des stammes und der anordnung der äste um den stamm. Vischer
ästhetik 2, 83; er legte sein tellertuch, wie er es gewöhnlich that, zusammen, rollte es zu einer walze, und schob es so in den silbernen reif. Stifter
studien (1850) 5, 197 (
hagestolz).
aus dem Elsasz wird '
eiserne kugel'
angegeben. Martin-Lienhart 2, 825. 44)
in der musik ist walze
als wiedergabe des ital. groppo
üblich für '
eine aus vier tönen bestehende auf- oder abwärtsgehende melodische figur, die aus dem hauptton und der drunter und der drüber liegenden hülfsnote besteht',
also eig. '
wälzung'. Mendel - Reissmann
musik. conversationslex. 11, 261. Krünitz 233, 291. 55)
auch die bedeutung '
ort wo man sich wälzt'
hat sich entwickelt. nd. walte
ist eine streu mit übergelegten betten. brem. wb. 5, 174.
als fem. ist wol auch das weidmännische walz '
ort wo das wild sich wälzt'
zu nehmen: du solt auch suchen zu sal (
l. sol), wo du sal oder waltz weiszt, da ist alles wildt in der brunst gerne, hirsch und hinden. Meurer
jag- u. forstrecht (1582) 68
b.
ebenso Sebiz
feldbau (1580) 571,
wo s. 589 waltz der schwein
erklärt wird: das lang breit grosz und kaatig ort, da sich das schwein gewältzt hat;
vgl. volutabrum, sAewwAeltze. Diefenbach
gl. 628
c. 66) walze '
wanderschaft'
läszt sich aus der ältern sprache nicht nachweisen und hat sich jedenfalls von walzen '
schlendern, müszig gehn' (walzen 2,
a, λ)
aus entwickelt. es gehört zunächst der kundensprache an. Kluge
rotwelsch 1, 433.
die wendungen auf der walze sein, auf die walze gehn
sind weit verbreitet. Martin-Lienhart 2, 825. Hertel 253. Kleemann 25. Albrecht 233.
auch auf gegenstände übertragen: als wir uns vor einem jahre an dieser stelle versammelten, stand vor uns Strunks Prometheus (
auf der staffelei). er ist übrigens noch auf der walze und für zweitausend meter zu haben.
F. Anders
herrenmenschen 444.