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sünde

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sünde f.

Bd. 20, Sp. 1109
sünde, f. , peccatum. verbreitung und form. westgerm. und nordisches wort, im got. nicht vorhanden. ahd. suntea, sunta, sunda; mhd. sunde, sünde; as. sundea; mnd. sunde; mnl. sonde; ndl. zonde; afries. sonde, sende; westfries. suwne; ags. synn; engl. sin. anord. synd, älter synþ, synð, norw., schwed.,n. synd sind wohl aus dem westgerm. entlehnt, die formen mit þ oder ð könnten und müszten dann analogisch sein, s. Fischer lehnwörter des altwestnord. 41, Hellquist 928. der anlaut ist schwankungen nicht unterworfen. inlautendes d ahd. nur auf md. und rhfrk. boden als unverschobenes westgerm. d und als erweichtes t nach n durchweg bei Notker (2, 49; 93 Piper); erst seit dem frühen 12. jh. erweichung auch sonst auf obd. boden: hochzeit 668 Waag, Arnsteiner Marienleich 36 Waag; im späteren mhd. t noch obd. ganz vereinzelt, s. altdeutsch. pred. S. Paul 120 J.apokope des auslautvokals im mhd. noch selten (st. Georgen. prediger 16, Konrad v. Megenberg 140 Pf.), greift aber seit der mitte des 15. jh. um sich (erste dtsche bibel) und wird im 16. und 17. jh. gebräuchlicher als die vollform (nicht bei Luther), zumal im singular. sie verschwindet aus dem gebrauch der schriftsprache um 1700, noch bei Kramer 2 (1702) 1039a; in jüngerer sprache begegnet die kurzform nur noch im vers: Müllner (1828) 1, 68. — umlaut des stammvokals schwerlich seit 1150 belegt: Trierer Silvester 416 Kr.?; im ganzen mhd. bereich sind formen mit und ohne umlaut gleichberechtigt, und noch im 16. jh. ( Luther) ist umlautlosigkeit weit verbreitet, s. Wilmanns gramm.2 1, § 202; 204; im 17. jh. nur noch singulär: Lehman floril. polit. (1662) 1, 200. — flexion im ahd. durchweg als jô-stamm, singuläre ausweichung im gen. plur. suntîno Otfrid IV 1, 53 (hs. V). — sonderformen nach analogie der i-dekl. im gen. plur. auf -e oder ohne endung, vereinzelt im mhd.: altdeutsch. pred. S. Paul 120 J., häufiger im 16. und 17. jh., vgl. H. Paul deutsche grammatik 2, 84. — doppelgebrauch starker und schwacher dekl. vom frühen mhd. bis ins letzte drittel des 17. jh. als mhd. normalform hat noch die starke zu gelten, doch sind schwache formen, zunächst pluralisch, seit 1150 belegbar: Arnsteiner Marienleich 144 Waag, altdeutsch. pred. S. Paul 56 J.; für die erste deutsche bibel und für Luther gilt ein nebeneinander st. und schw. gebrauchs im sing., während der plur. hier durchweg noch stark begegnet. kurz vor ihrem verschwinden, um die mitte des 17. jh., schwellen die st. pluralformen (mit und ohne apokope) noch einmal an: Neumark lustwäldchen (1657) 1, 56, Schupp schrift. (1663) 7, Lehman floril. polit. (1662) 2, 700, P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 375a. das gleiche gilt für die deklin. restformen des schw. sing.: Lehman floril. polit. (1662) 1, 200, P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 313, Schupp schr. (1663) 146; 177. die deutschen mundarten greifen das wortbild vor allem im stammvokal und in der inlautenden konsonantengruppe an. entrundung des stammvokals zu i md. und obd., z. b. Follmann dtsch.-lothr. 480; Schmeller-Fr. 2, 306. singulär bleiben, meist md., andere färbungen wie sönn luxemb. ma. 411, söng Leithäuser Barmer ma. 145, send, sen Follmann dtsch-lothr. 480, sene Hofmann niederhess. 236. — assimilation des inlautenden nd > nn ohne apokope des auslauts vornehmlich im niedersächs. gebiet: sünne Woeste westf. 263, Schambach Götting. 219, Deiter Hastenbeck nachtr. 64, Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 365; einsilbige kurzformen auf nn, n seltener nd.: sünn Mensing schlesw.-holst. 4, 954, Danneil altmärk. 216, meist md.: sinn Autenrieth 133, Lenz Handschuhsheim 70, Schöner Eschenrod 253, Rückert unterfränk. 179. gutturalisierung auszerhalb des rheinischen nur singulär, z. b. süng Frischbier 2, 388a, in mundartlichen nebenformen Seiler Basler ma. 285. auf obd. boden bleibt der dental im allgemeinen unangetastet, doch fehlt meist auch hier, zumal im bair.-österr., das auslaut -e: Schmeller-Fr. 2, 306, Schöpf tirol. 729, Jakob Wiener ma. 188. herkunft. die sehr schwierige und bis heute umstrittene deutung des wortes weist seit Jac. Grimm (kl. schriften 5, 288 ff.) im allgemeinen, bei abweichungen im einzelnen, den vorchristlichen begriff sünde der rechtssphäre zu. man sieht daher in sünde ein abstraktum zu dem germ. adjektivum *sun(d)ja-, das nur in got. sunjis 'wahr', bisunjane 'ringsum' (eigentlich 'von den ringsum seienden') erhalten ist, aber durch ahd. sunna, latinisiert sunnis 'rechtsgültiges hindernis', as. sunnea 'not, krankheit' (als hauptbeispiel der verhinderung), an. nauðsyn 'not, die einen hindert, eine rechtspflicht zu erfüllen' vorausgesetzt wird und in ai. satyá- 'wahr', av. haidya- 'der wirklichkeit entsprechend' wiederkehrt; da das ablautende an. sannr auszer 'wahr' auch wie lat. sons 'schuldig, überführt' bedeutet, fühlt man sich berechtigt, auch sun(d)ja- diese bedeutung zuzusprechen, vgl. Hellquist 927 f., Falk-Torp 1226. gegen diese konstruktion spricht wohl entscheidend, dasz das wort nirgends der rechtssprache angehört. aus dieser schwierigkeit sucht Edw. Schröder in zs. f. vergl. sprachf. 56, 106—116 einen ausweg, indem er das wort sünde der heidnischen ethik zurechnet, lautlich als ein wie *scanðô aus der idg. wurzel skem gebildetes germ. *sktjô, das nach ausfall des k (parallelfälle bei Schröder a. a. o.) zur schwundstufigen form *sunðjô wird, inhaltlich als ein synonymon zu schande, 'wessen man sich zu schämen hat, ein entstellendes', auch in körperlichem sinne, worauf die gelegentliche ahd. übersetzung von macula, sogar lepra durch sunta hinweist (s. u. V B 3 b). den ansatz solcher deutung findet Schröder vor allem in der seit 1200 belegten, von ihm aber bis in die zeit des Bonifatius hinaufgerückten formel sünde und schande (s. u. IV), d. h. schande vor gott und den menschen, daneben in der as., ags., afries. festen verbindung sache und sünde: ne saca ne sundea Heliand 85; vgl. 1009; 5037; Beowulf 2472; Richthofen altfries. rechtsquellen 75, in der das ganz unkirchliche sache die rechtliche, sünde die bürgerlich-sittliche sphäre vertreten würde. die entscheidende umprägung zum kirchlichen begriff der 'verfehlung gegen gott' wäre dann möglicherweise das werk eines angelsächsischen missionars, und im zuge der mission wäre das neu gefüllte wort auf dem festlande heimisch geworden und von da zu den Nordgermanen gelangt. bedeutung und gebrauch. bezeugt ist das wort sünde zuerst in den ältesten christlichen quellen der ahd., as. zeit, und zwar eindeutig als religiös-kirchlicher begriff. diese beschränkung gilt im wesentlichen für das ganze mittelalter, und noch in der gegenwart wird der religiöse gebrauch als der primäre empfunden (s. u. I). seit der wende zum nhd. hin begegnet sünde jedoch auch als blosz sittlicher begriff, der einer unmittelbaren religiösen beziehung entraten kann (II). in weiterer entwicklung verliert sünde, mehrfach abgestuft (II C), an moralischem gewicht, um sich seit ende des 18. jh., in der aufklärung, zum religiös-sittlich neutralen begriff abzuschwächen (III) und sich in ernsthaft sachlichem (III A) und in scherzhaftem oder ironischem gebrauch (III B) jüngerer sprache mannigfach zu verzweigen. diese entwicklung, als ganzes ein beispielfall für die wachsende säkularisierung des geistigen lebens, wiederholt sich im kleinen in der geschichte der wichtigen formel sünde und schande (IV). durch sämtliche bedeutungen hindurch gehen feste sprachliche formeln (V). ebenso übergreift der bildliche und vergleichende gebrauch des wortes (VI) verschiedene bedeutungsbereiche. II. sünde als religiös-kirchlicher begriff. häufig schon in den ahd. glossen des 8. jh., z. b. Pa, K, Ra, vgl. Graff 6, 261, ebenso in denkmälern wie exhortatio ad plebem christianam bei Steinmeyer kl. ahd. denkm. 51, 50, Weiszenburger katech. ebda 30, 54. im übrigen vgl. unten die belege. I@AA. seinem inhalt nach. I@A@11) sünde als religiöse verfehlung, mit genauerer, meist attributiver bestimmung des inhalts der sündigen handlung: hastu wider got ie getuon in der sünde der fraszheit Arigo decamer. 23 Keller; ohn allen zweifel aber ist die zauberei und schwarzkünstlerei die gröste und schwereste sünde für gott und für aller welt volksbuch d. dr. Faust 6 Braune; misztrauen wäre sünde an gottes wort Th. Körner (1835) 102 Streckfusz; weiszt du nichts von der wüsten sünde ehebruch? ... bist du denn so gottlos? P. Dörfler um das kommende geschlecht (1933) 95; in besonderem sinne der unglaube als die sünde schlechthin (vgl. m. 14, 23): was nit usz dem glouben geschicht, das ist sünd Zwingli freih. d. speisen 25 ndr.; unglaub ist ein quell aller sünd Petri 1, f 2b; wenn der unglaube, wie das alte und neue testament behauptet, die gröszte sünde, ja die sünde der sünden ist, so haben sie, mein wertester, viel abzubüszen Göthe IV 34, 293 W. als katholisch-kirchlicher begriff, verstosz gegen ein kirchliches gebot, etwa gegen das zehntzahlen: tatsächlich war das unterlassen des zehntenzahlens ein vergehen gegen die kirche und somit eine sünde P. Schulze hauptlaster- und tugendlehren (1914) 96, oder gegen die heiligenverehrung: und hielt man dafür, es (das gewitter) käm von sünden, dasz man denselben zweier zwölfbotentag markt hat und den fyrtag und die heiligen damit entunert Tschudi chron. Helv. 2, 133, verstosz gegen die beichte: der strafen denke, die die heilge kirche der mangelhaften beichte droht! das ist die sünde zu dem ewgen tod Schiller 12, 564 G., gegen die kirchlichen fastenvorschriften: Reinard sinnt rache ... bei einer neuen begegnung räth er ihm, die sünde der fleischspeise zu meiden Jac. Grimm Reinhart fuchs vorr. lxxi; an fasttagen fleisch zu essen, halte er allerdings für keine sünde O. Jahn Mozart 3, 26; vgl.t get keng sönn den hals erôf luxemb. ma. 411. I@A@22) sünde wider den heiligen geist, aus biblischem gedankengut heraus (Mt. 12, 32) zur festen formel entwickelt; zuerst belegbar in der form ein sünde in den heiligen geist peccatum in spiritum sanctum (1394) Diefenbach gl. 418b, und so in der mehrzahl der fälle bis in die wende vom 17. zum 18. jh.: ein sund in den heiligen geist Luther 15, 139 W.; wievil seind der sünd in den heiligen geist? Moufang kath. katech. d. 16. jh. 465; vgl. noch Hulsius-Ravellus (1616) 316b; Kramer 2 (1702) 1039a; Rädlein (1711) 1, 862a; vereinzelt noch bei Göthe: von dem gedanken an die sünde in den heiligen geist 27, 126 W.; vgl. ähnlichen gebrauch des in: crimen laesae maiestatis, das ein sünde sey in die maiestät Luther 28, 536 W.; ganz vereinzelt in diesem zusammenhang ein gegen: von den 6 sünden gegen den hl. geist Moufang kath. katech. d. 16. jh. xxii; das wider gelegentlich schon bei Luther: und wie man mit den sunden wider den heiligen geist gesündigt hat 2, 61 W.; häufiger seit ende des 17. jh., vgl. Stieler (1691) 2240; Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 1925; und dann bald, wie noch heute, im alleinigen, durch die formel geschützten gebrauch, der wohl auch auf verwandtes gebiet ausstrahlt (s. u. V 2 a). inhaltlich wird die formel meist als bewuszter unglaube (s. o. I A 1), als widerstand gegen die göttliche gnade ausgedeutet: es ist kein groszer sund, dann das man nit glaubt den artikel 'vorgebung der sund' ... und dise sund heist die sund in den heiligen geist Luther 2, 717 W.; wir finden uns demnach nicht berechtigt, von der grundbestimmung in der älteren auffassung der sünde wider den heiligen geist abzugehen. das wesen dieser sünde ist der hasz wider das erkannte göttliche Jul. Müller lehre v. d. sünde (1859) 2, 592; auch als fester terminus der kathol. beichtpraxis: die sechs sunde in den heiligen geist (vor 1468) J. Wolff beichtbüchlein 29 Battenberg; sünden wider den heiligen geist werden sie genannt, weil sie der gnade des heiligen geistes ganz besonders widersprechen kath. katech. f. d. erzbistum Köln (1915) 421; häufig jedoch ohne inhaltsbestimmung, darum leicht in ironischer abschwächung: ... der ihm die wahre sünde wider den heilgen geist bedünkt; — das ist die sünde, die aller sünden gröszte sünd uns gilt, nur dasz wir, gott sei dank, so recht nicht wissen, worin sie eigentlich besteht Lessing 3, 135 M.; man begeht doch eigentlich eine sünde wider den heiligen geist, wenn man ihr auch nur im mindesten nach dem maule redt Göthe IV 17, 14 W.; auf andere gebiete übertragen: viel zu oft liesz man sich ... zu trugschlüssen und sünden wider den geist der kunst verleiten ders. I 46, 80 W.; A. Dinter die sünde wider den geist (1920) (buchtitel). I@A@33) oft vom sündenfall Adams und Evas, besonders in älterer sprache: Adâmis sunda (originale peccatum) Notker 2, 49 P.; do diu erista sunda gescah ebda 2, 93; gott ... hat Adam und allen seinen kindern aufgeladen nach der sund, in ... angst und not ir leiplichs leben zu volstrecken J. Strausz christl. unterricht (1523) a 2b; ein leben voll liebe, voll seligkeit, wie vor der sünde, in ewiger jugend E. T. A. Hoffmann 1, 38 Gr.; oft in der festen verbindung sünd und fall: Adams sünd und fall ist unser aller unfall Petri 1, e 6b; o Adams sünd und Eva fall, was hastu angericht! ebda; genauer bestimmt als die apfelsünde: die sünd und übertretung des apfels H. v. Cronberg schr. 23 ndr.; (Jesuskind) das getilgt des apfels sünde Cl. Brentano (1852) 2, 548. I@BB. sünde bezeichnet häufig den aus sündigen handlungen erwachsenen, dem täter anhaftenden zustand. der charakter des zuständlichen findet seit alters in mancherlei meist biblisch begründeten formeln sprachlichen ausdruck, am greifbarsten in verbalverbindungen mit in sünden. I@B@11) in sünde(n) geboren, empfangen werden, als ausdruck erbsündlicher verhaftung: in sunton bist al giboran, inti thu leris unsih Tatian 132, 20; er weinde von der sünde dâ er inne was geborn Hartmann v. Aue Gregorius 1750 Paul; ein mensche wirt in sunden enpfangen ackermann aus Böhmen 24 B.; sihe, ich bin aus sündlichem samen gezeuget, und meine mutter hat mich in sünden empfangen psalm 51, 7; in sünden bin ich ja geborn Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 394b; wir sind alle in sünde geboren, und was uns hält, ist ... eine kraft auszer uns Fontane (1890) I 7, 61; vereinzelt: nach Adams fall werden alle ... mit der sünde geboren D. Fr. Strausz 6, 15; früher auch adjektivisch und partizipial: dio geburtlichun sunta (peccatum originale) st. Galler exhortatio 41; angeborner sünde ist er frî Freidank 38, 16 Grimm; die snd uns angeerbt, an leib und seel verderbt Petri 1, b 6a; angeborne sünde Stieler 2239, wofür später durchweg erbsünde. I@B@22) in sünden sterben u. ähnl.: ih faru inti ir suochet mih, inti in iwaru suntu arsterbet ir Tatian 131, 6; denn so ir nicht gleubet, das ichs sei, so werdet ir sterben in ewren sünden Joh. 8, 24; das mancher in dem wuost verdirbt und in seinen sunden stirbt Th. Murner badenfahrt 1 Martin; in sünden sterben ist sehr böss, denn es der seel thut schaden gross Petri 1, d 7b; don Juan (sagt) dem steinernen comthur ... 'fährst in sünden du dahin'? O. Jahn Mozart 4, 334; vergönn zur ruh ihm eine kurze frist, nur nimm ihn nicht hinweg in seinen sünden A. v. Droste-Hülshoff 2, 247 Cotta. I@B@33) in sünden leben, sein, oft als merkmal menschlicher existenz schlechthin: eia, nu windet uwere hende, alle die in sünden leben spiel v. d. 10 jungfr. 120 Beckers; in sunden ick geboren wart, in sunden was ick alle tyd v. d. jungesten tage 112 Willoughby; wie sollten wir in sünden wollen leben, der wir abgestorben sind? m. 6, 2; in sünden leben Kramer 2 (1702) 1039b; wann ob Cristus nit erstuond, euwer gelaub ist uppig. wann noch seit ir in euweren sünden erste dtsche bibel 2, 102; gelegentlich variiert: das all die welt in sünden staht Hugo v. Trimberg renner (Frankf. druck) 111a Warlies; darausz folget, das alle menschen, keinen auszgenommen, in der sünde stecken Fischart binenkorb (1588) 101b; zur bildl. abwandlung in sünden liegen s. u. VI 1 b. in gleichem sinne, aber nur bis ins frühe nhd. geläufig sünde haben: ob ih ni quami inti sprahi zi in, thanne ni habetin sie sunta Tatian 170, 4; ich bin ein man, der sünde hât Wolfram v. Eschenbach Parzival 456, 30; so wir sagen, wir haben keine sünde, so verfüren wir uns selbs, und die warheit ist nicht in uns 1. Joh. 1, 8; wer ander wil versünen, der musz selber keine sünde haben Petri 1, g 2a. mhd. gern es, des sünde haben, aber mehr in dem sinne von 'mit etwas sünde begehen': swer im nu ruowe næme, ... ich wæn der hetes sünde Wolfram v. Eschenbach Parzival 583, 3; swer iht nimt pilgerînen, der hât des sünde starke Kudrun 932, 6; noch bei Luther: darumb, der mich dir uberantwortet hat, der hats grösser sünde Joh. 19, 11. I@B@44) ohne sünde sein, namentlich wenn es einem persönlichen subjekt beizuordnen ist, meist in älterer sprache: ther thie ûzan sunta si iwar Tatian 120, 5; so bist du âne sünde Hartmann v. Aue Gregorius 3098 Paul; wer unter euch on sünde ist, der werfe den ersten stein auf sie Joh. 8, 7; ohne sünden sein Kramer 2 (1702) 1039b; doch menschenwandern, menschentreiben mag immer ohne sünde sein E. M. Arndt 4, 155 R.-M. I@CC. sünde in ihrer wirkung, nach ihren äuszeren und inneren folgen, hat zu mehr oder weniger festen verbindungen geführt. I@C@11) verbindung mit dem begriff der strafe: wer seinen vater ehrt, des sünden wird gott nicht strafen Jesus Sirach 3, 4; 'dasz gott nur bis ins dritte und vierte glied die sünden der väter strafe' Herder 12, 154 S.; meist präpositional: der zorn gots komen was ze strafen die menschen umb ir poszheit und grosse sünde willen Arigo dec. 5 lit. ver.; und das volk der Franken für seine sünden strafen Scherer lit.-gesch. 61; redensartlich: ein sünd mit der andern strafen Eyering proverb. copia (1601) 2, 185; substantivisch in fester verbindung: eingang in die ewigen sünde und strafe Luther 18, 482 W.; das eiserne gesetz der folgerichtigkeit von sünde und strafe Stifter 14, 35. daneben seltener der begriff des rächens: tugent lieb gehabet, bosheit gehasset, sunde ubersehen und gerochen hat got unz her ackermann aus Böhmen 31 B.; ihr sünd beleibt nit ungerochen Spreng Ilias (1610) 44b; später wohl nur als zufallsbildung: die sünde sollt ihr rächen, die durch die wolken drang M. v. Schenkendorf ged. (1815) 12. sünde heimsuchen ist biblischen ursprungs: wann ich heimsuoch auch dise ir sünde an dem tage der rach erste dtsche bibel 3, 332; ich werde ire sünde wol heimsuchen 2. Mose 32, 34; die sünden seiner väter werden heimgesucht im dritten und vierten glied Schiller 2, 15 G. I@C@22) zur vorstellung vom richteramt gottes über die sünde gehört die rufende sünde: die ruofenden sünden ... (weil sie) ze allen zîten ruofent vor gote über ir lîp und über ir sêle aller der, die in der selben sünden einer sint Berthold v. Regensburg 1, 88 Pfeiffer; peccatum clamitans, clamans ein rufende sunde (15. jh.) Diefenbach 418b; kirchlich präzisiert: die rufenden sunde sind die funf ... (vor 1468) J. Wolff beichtbüchlein 21 Battenberg; die rufenden und stummen sünde (nicht als gegensatz, s. u. II B 1 c und teil 10, 4, 397) sind wider das fünft, sechst und sibend gebot Luther 1, 254 W. an ihre stelle tritt später die erst seit der wende des 17. zum 18. jh. belegbare himmelschreiende sünde Stieler (1691) 2239; eine greuliche, grausame, abscheuliche, himmelschreiende sünde Kramer 2 (1702) 1039a, die aber schon seit dem mhd. vorbereitet ist: sîn sunde schrîet zu gote mhd. wb. 2, 2, 734b; wird iemands schreien in himmel zu mir, zu einer sünde soll es werden dir bergreihen 29 ndr.; wievil seind der sünd, die gen himel schreien Moufang kath. katech. d. 16. jh. 465; 589; 607; aus dem religiösen gebrauch übertragen (s. u. III A 2): die schreienden sünden an der tonkunst E. T. A. Hoffmann 1, 5 Gr.; noch heute auch in prägnant kirchlichem sinne: die vier himmelschreienden sünden sind: der vorsätzliche totschlag, die sodomitische sünde, die unterdrückung der armen, witwen und waisen, die vorenthaltung oder entziehung des tag- oder arbeitslohnes kath. katech. f. d. erzbistum Köln (1915) 422; oder Agnes ... beginge eine von den himmelschreienden sünden, und er nähme die busze auf sich K. H. Waggerl jahr des herrn (1933) 268. I@C@33) auf den sündigen menschen bezieht sich I@C@3@aa) der mehrdeutige begriff sünde büszen (s. u. I D 3), hier in dem sinn 'strafe für die sünde empfangen': sie werdens teur bezalen müssen, die grosse sünd mit herzleid büssen Barth. Krüger spiel v. d. bäur. richtern 59 Bolte; hab dise ding anschauen müssen und fremde sünd unschuldig büssen Spreng Äneis (1610) 22a; diese sünde abzubüszen Göthe 19, 133 W.; sprichwörtlich: die sünd büst sich selbst Lehman floril. polit. (1622) 3, 42; seltener sünde entgelten: doch muoz er sünde engelten, daz er nicht frâgt des wirtes schaden Wolfram v. Eschenbach Parzival 473, 18; als ob sie (die zigeuner) ... ihrer voreltern sünden entgelten müsten grillenvertreiber (1670) 3, 9. I@C@3@bb) sünde und tod, biblisch zusammengehörig: dorumb als die sünd einginge in dise werlt ... und durch die sünd der tod erste dtsche bibel 2, 25; denn der tod ist der sünden sold m. 6, 23, darnach öfter, ähnlich, vgl. H. Sachs 1, 435 K.; Petri 1, b 3a; je grösser sünd, je grausamer tod ders. d 5a; seit 1600 in fester verbindung belegbar: uns hat umbfangen grosse noth und über uns herrscht sünd und tod ebda 1, f 3b; vgl. 5b; hell und teufel, sünd und tod Fischer-Tümpel 1, 7; was rettet mich von tod und sünde? Mörike (1905) 1, 143 Göschen. I@C@3@cc) sünde und hölle, teufel: der engel ümb ain ainig sünd fül ewig in der helle grund J. v. Schwartzenberg memorial der tugent in: teutsch Cicero (1535) 98; so fuget itsliches teufels list die sunde der er meister ist kl. mhd. erz. 4, 105 Rosenhagen; wer sünde tut, der ist vom teufel 1. Joh. 3, 8; er soll kämpfen sein lebenlang gegen sünde und teufel Scherer lit.-gesch. 81; gehäuft: dasz er dich von sünd, tod, teufel und hölle erlöst Grimmelshausen 2, 359 Keller. I@C@44) zur begründung solcher folgen der sünde dienen oft präpositionale wendungen. die ältere sprache, bis ins 17. jh., hat hier viele möglichkeiten, vor allem von: inti thanne her cumit, thanne thwingit her weralt fon sunton Tatian 172, 4; das es von deinen sünden sei, die bei dir wont an allem ort H. Sachs 1, 229 K.; hielt man dafür, es (das gewitter) käm von sünden Tschudi chron. Helv. 2, 133. um (willen): als Israel wart hart gestraft umb sein sünd H. Sachs 1, 213 K.; die straf bleibt umb die sünd nicht aus schöne weise klugreden (1548) 150a; umb meiner sünde willen übergibstu uns jetzt engl. comed. u. traged. (1624) e 5a. durch (kausal): das got verhenget durch die sünd seins lieben volkes H. Sachs 1, 228 K. wegen: die dritte hauptstrafe ..., die got über das mänschliche geschlecht ihrer sünden wegen hat kommen lassen Zesen rosenmând (1651) 10. für: für grosse sünde und schulde des sons soll ein kleine straf ... genug sein dem vater gen dem sone A. v. Eyb dtsche schr. 1, 20; in jüngerer sprache einseitig bevorzugt: und ich komme für alle meine sünden nicht in die hölle Göthe IV 1, 105 W.; dasz die kinder leiden müssen für die sünden der eltern Seb. Brunner erz. u. schr. (1864) 1, 336; er (gott) liesz ... das volk der Franken für seine sünden strafen Scherer lit.-gesch. 61. I@DD. sünde in festerer oder loserer verbindung mit trans. verben oder den entsprechenden substantiven, die gemütsbewegungen, erkenntnisakte, handlungen des menschen gegenüber der sünde ausdrücken. I@D@11) sünde neben ausdrücken der furcht, scham, vor allem der reue: je mehr sünd, je mehr furcht Petri 1, d 5b; als zählebig erweist sich die reflexive verbalverbindung sich (der) sünde(n) fürchten etwas als sünde fürchten; schon mhd. vorbereitet: des dritten tages man si uz lîe, Joseph zuo zin gie, chod er forhte suntône, want si waren in ellentuome W. genesis 128 Dollmayr; dô vorht ich mir sunden, ob ich si (eine ins wasser gefallene) lieze retrinchen kaiserchronik 11941 Schröder; do man auch sich sünden förcht Eberlin v. Günzburg 1, 19 ndr.; vgl. sich der sünde fürchten reformidare culpam, crimen extimescere Stieler 2239; sich bei allem thun der sünde fürchten nimis scrupulosum esse Frisch (1741) 2, 375a; allein der recensent ... würde sich nun der sünde fürchten, dieses urtheil über ihn (Lavater) zu fällen Göthe 37, 262 W.; in md. und obd. mundarten noch heute lebendig: Frankf. 37; ich tät mir ... sünden fürchten u. ä. Schmeller-Fr. bair. 2, 306; Fischer schwäb. 5, 1958; von da aus wieder literarisch: er hätte sich der sünden gefürchtet, es zu unterlassen P. Dörfler um das kommende geschlecht (1933) 294. — ein wildez herze er alsô zamt, daz ez sich aller sünden schamt Walther v. d. Vogelweide 6, 27; (der abt) sich mer dann der junge münch seiner eigen sünde schamet Arigo dec. 38 lit. ver.; aufs bad ist schwitzen gut, auf sünd scham frommen thut Petri 2, j 8b. — un in sin sünd rüwoti Richenthal Constanz. conzil 132 lit. ver.; die sünde reut mich itzt, so klein sie iemals schien Joh. Chr. Günther bei Steinbach 2, 776; sünde als akkusativbojekt: euuar selBoro sundea hreuuan Heliand 880; allen dien, dîe ir sünda riuwont und si gerno ... har nâ vermîdent bei Wackernagel altdtsch. lesebuch (1839) 299; ich berewe die sünde mein Fr. Dedekind papista conversus (1596) a 8b; nein, so bereun sie alte sünden? Lichtwer äsop. fabeln 1, 95; sünde und reue gehören seit alters eng zusammen: ez enist dehein sünde mê, man enwerde ir mit der riuwe ledig unde niuwe Hartmann v. Aue Gregorius 162 Paul; wie kummts, dass nimmer reu sich finden wil auf sünden? Logau 254 Eitner; um die sünde flechten schlangenwirbel scham und reu, das Eumenidenpaar Schiller 1, 211 G.neben äuszerungen des schmerzes: thie hiar thia sunta riazent Otfrid V 23, 7; daz ich mîne sunden muoze geweinen Arnstein. Marienlied 144 Waag; o mensch, beweine deine sünd Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 302; darumb wöllen wir ... in seine sünde gott lassen klagen buch d. liebe (1587) 91a; ich bitte aber alle fromme christen, ... dasz sie ihre sünde beseufzen ... wolten Ringwaldt lauter warheit (1598) a 6b. I@D@22) neben ausdrücken des erkennens und bekennens: der nach christlicher ordennunge und verwarunge der sacrament mit erkenntenis siner sunde abescheide nimpt bei Steinhausen privatbr. d. mittelalt. 1, 70; besser sein sünd erkennen, denn sich seiner guten werk rühmen Petri 1, a 4a. ahd. mhd. jehen, bijehen mit dem gen.: bigehente iro suntono Tatian 13, 12; der selben sünde muoz ich jehen Wolfram v. Eschenbach Parzival 475, 8; ich begich meiner sünden erste dtsche bibel 3, 182; daraus sünde beichten, schon mhd. als feste kirchliche formel: ein sünde ich ouch bîhten wil Reinhart fuchs 394 Grimm; dô vorchten si sich unde bîchten ire sünde mit grôzen stimmen dtsche mystiker d. 14. jh. 1, 138 Pfeiffer; sol man die sünde des herzen ... beichten (1519) Luther 2, 59 W.; ein andern pfaffen, dem er wolt beichten dieselbig grosze sünd Fischart Eulensp. 194 Hauffen; jährlich wenigstens einmal ... alle seine sünden zu beichten Ranke 1, 158. seit Luther und unter dem einflusz seiner bibel wird für den auszerkirchlichen gebrauch sünde bekennen bezeichnend: und sie sollen ihre sünde bekennen, die sie getan haben 4. Mose 5, 7; es thut fleisch und blut faul, sein sünd erkennen und bekennen Petri 1, c 4a; Alphons ... habe ... mit groszer wehmut seine sünden bekannt A. G. Kästner verm. schr. 2, 156. vereinzelt mit anderen verben: und seiner gotlichen majestat alle seine gebrechen und sunde ... erzelen und anzeigen Luther 2, 59 W.; wer seine sünde bereut und eingesteht, dem ist sie vergeben kinder- u. hausm. (1850) 1, 16; im älteren beichtgebrauch: sage din sunde (vor 1468) Joh. Wolff beichtbüchlein 3 Battenberg. im gegensinne ist nur sünde verschweigen fest geworden: sünde macht sich immer recht oder wil sich ja verschweigen Logau 3, 30 Eitner; so hat noch einmal eure sünde, die ich länger nicht verschweigen kann, ein ende Lessing 3, 132 M. vgl. verschweigung einer sünde Kramer 2 (1702) 709c. I@D@33) neben ausdrücken des korrigierenden handelns, vornehmlich sünde büszen (durch eine sühnleistung), seltener für sünde büszen: that sie mid fastunniu sundia bôttin Heliand 877; daz ich vor mînem ende gebuozze mîne sunde hochzeit 665 Waag; (Maria) hilf mir durch dînes kindes êre deich mîn sünde gebüeze Walther v. d. Vogelweide 36, 22; volg Adam dem betriebten man, wie er sein sünd fing biessen an Murner narrenbeschwör. 4, 66 ndr.; nun, sprach er (der wolf), habe ich für die sünde zum voraus gebüszt, ergriff das schaf und würgte es Lessing 8, 57 M.; o ich weisz, dasz man sünde mit sünde nicht büszt Hebbel w. 2, 59 Werner. sünde und busze in fester zuordnung: swer sünden buoze in alter spart, der hât die sêl niht wol bewart Freidank 33, 22 W. Gr.; busze gehört auf die sünd, wie die laus auf den grind Binder 31. die kurzformel für (meine) sünde(n), analog I C 4, aber hier im sinne von 'zur busze für die sünde', schon mhd.: die gâben mirz für sünde mîn, daz ich dich tæte lîbelôs Wolfram v. Eschenbach Willehalm 217, 24; durch got für sünde er daz tuot (freiwillig arm bleiben) Parzival 251, 14; in jüngerem gebrauch abgeschwächt, aber als redensart fest geblieben: du, schicksal, trenntest uns, und ach! für meine sünden muszt ich mich — welch ein musz! — mit einem vieh verbinden Göthe 9, 67 W.; auch mundartl.: den (die) möchte ich net für alle meine sünden Fischer schwäb. 5, 1958; schweiz. id. 7, 1161; nicht für meine sünden nicht, wenn ich damit meine sünden abbüszen könnte: nicht für meine sünde möchte ich deshalb alle die dicken bücher durchlesen Bürger 334 Bohtz. I@D@44) aus der kirchlichen buszpraxis stammt die unterscheidung der sünden nach ihrer schwere; meist in attributiver fügung. I@D@4@aa) tödliche, haupthaftige; tägliche, läszliche, vergebliche sünden. peccata mortalia: mit mortlîchen sunden mhd. wb. 2, 2, 734b; die sich htent vor tötlichen sünden st. Georgener pred. 12, 13 Rieder; der frühe Luther: alle seine todliche sunde (1519) 2, 60 W.; in anderer wendung: ein sunda wirt ze tôde Notker 2, 47 P.; das ist die sünde zu dem ewgen tod Schiller 12, 564 G. peccata capitalia, meist synonym mit peccata mortalia: die houbethaften sunda Wiener symb. apost. 7; der miselsühtige man der bezeichent einen iegeslichen sündær, der sine sele mit houbthaftigen sünden bewollen hat bei Schönbach altdtsche pred. 3, 37. seit dem 16. jh. setzen sich die substant. formen tod-, hauptsünde durch. anderseits peccata venialia: ja e danne er sinen got erzurnde mit einer tegelichen sunden, mit muotwillen und furdachtes, er wolte e lieber sterben Tauler pred. 107 Vetter; so das ganze mittelalter hindurch; auch Luther kennt noch tägliche sünde 1, 220 W.; lexikalisch noch bis 1700: tägliche sünden peccati ... quotidiani Kramer 2 (1702) 1039a; vom 16. jh. an wird tägliche durch läszliche oder vergebliche sünde allmählich verdrängt, vgl. peccatum veniale leszlich oder tagleich sund voc. ex quo 15. jh. obd. bei Diefenbach nov. gl. 283b; nicht allein in läszlichen sünden, sondern auch in schweren, hohen sachen Luther br. 6, 528 W. weitere belege s. teil 6 sp. 272; im neueren kirchlichen sprachgebrauch ist läszlich das gewöhnliche: wenn man nicht weisz, ob eine sünde eine schwere oder eine läszliche ist, so soll man sie beichten kath. katech. f. d. erzbistum Köln (1915) 585. vergeblich sünde Er. Alberus dict. (1540) 2a; kleine und vergebliche sünde Stieler (1691) 2239. weitere belege s. teil 12, 1 sp. 392. I@D@4@bb) die übrigen gradbestimmungen der sünde, obschon meist allgemein gebräuchlich, sind wohl ursprünglich aus dieser kirchlichen unterscheidungspraxis abzuleiten; sie begegnen meist in fester attributiver verbindung, aber auchzumal in jüngerer sprachein gelockerter prädikativer stellung. schwere sünde (d. h. materia gravis, doch mag ebenso die alte vorstellung von der sünde als last [s. VI 1 a] eingewirkt haben), ahd., as. häufig: sunta filu swaro Otfrid III 21, 9; suâra sundea Hel. 1852; 1873 u. ö.; mhd. spärlich bezeugt und hinter grosze sünde (s. u.) zurücktretend: allen menschen, die ietzt lebent in groszen schweren sünden chron. d. dtsch. städte 5, 184 (15. jh.); vgl. auch: das du in manige swere totsünde vallest Tauler pred. 106 Vetter; im nhd. wieder sehr verbreitet: solche schwere vilfaltige sünd Casp. Scheit fröl. heimf. a 3a; weil wir es nicht ohne schwere sünde sagen können Nitzsch dtsche studien (1879) 13; als terminus im neueren kirchlichen gebrauch: es gibt schwere sünden, die man auch todsünden nennt kath. katech. f. d. erzbistum Köln (1915) 400; ein bildhafter gehalt wird beim gebrauch der formel nur selten fühlbar: unsere centnerschweren sünden hieszen gott die ruten binden J. Grob dichter. versuchgabe 125. grosze sünde, vereinzelt im as.: sundie te mikil Heliand 1505; im mhd. das übliche, in jüngerem gebrauch hinter schwere sünde zurücktretend: er wird mit swacher buoze grôzer sünde erlôst Walther v. d. Vogelweide 124, 40; und du hast gefürt uber uns ein grosse sünde erste dtsche bibel 3, 125; ach mir thuond grosse sünd Boltz Terenz deutsch (1539) 40a; grosze städte, grosze sünden Pistorius thesaurus (1715) 387; synonym mit schwere sünde: wiewol alle sünde in ihrer natur verdammlich sind ... so ist doch von wegen der ungleichen umbstände immer eine sünde gröszer und schwerer volksb. v. dr. Faust 6 Braune; eine grosze, schwere sünd Kramer 2 (1702) 1039a. grobe sünde seltener, aber wenigstens für das ältere nhd. in festem gebrauch: die grobe und vielfältige sünde des königs Sauls volksb. v. dr. Faust 6 Braune; aber es werden dadurch sonderlich die gröbern und schwerern sünden verstanden Stosch 2, 248. nur mhd. hohe sünde: die der hôhin sünde pflâgin Rudolf v. Ems weltchron. 14963 Ehrismann. unter den gegenbegriffen wiegt vor kleine sünde: also sont wir uns hüten vor grossen und vor klainen sünden st. Georgener pred. 16 Rieder; weisz ich doch, dasz es besser ist, eine kleine sünde zu begehen Klinger 3, 103; vor der tat macht der teufel die sünd klein und gering Petri 1, f 4b; je schöner das dirnl, desto kleiner die sünd L. Steub wander. im bair. gebirge 161. I@D@4@cc) der kirchlichen buszpraxis entstammen wohl noch andere unterscheidungen in der beurteilung der sünde, die aber ebenfalls zum teil in den allgemeinen sprachgebrauch übergegangen sind. unwissentlichewissentliche sünde: so ist unwissende sünde halbe vergeben Arigo dec. 37 lit. ver.; darumb betriegen die sich selber, die mit wissentlichen sünden und sträflichem gewissen hinzugehn Moufang kath. katech. d. 16. jh. 97; ob er freund oder feind von wissentlichen sünden, so wirst du ihn gewisz auf keinem irrweg finden Triller poet. betracht. 4, 282; da ich immer wegen wissentlicher und unwissentlicher sünden auf meinem lebenswege bange und angst habe vor dem schweren gericht P. Dörfler um das kommende geschlecht (1933) 78. heimlicheoffenbare sünde u. ähnl.: ich han sin (des nächsten) heimliche sunde wider die bruderliche lieb geoffenbart (vor 1468) J. Wolff beichtbüchlein 17 Battenberg; in ähnl. sinne bei Luther auch subtile sünde: die subtilen und heimlichen sünden 10, 3, 128 W. (s. subtil B 3); auf der andern seite beginnt aber im abendland zu derselben zeit im buszwesen insofern eine änderung, als bei geheimen sünden das öffentliche bekenntnis mehr und mehr in wegfall kommt Wetzer - Welte 2, 1570; er bemerkte nicht, ... wie viele geheime sünden die unnatürliche strenge der englischen sonntagsfeier hervorruft Treitschke dtsche gesch. im 19. jh. 3, 395; in nachträglicher miszdeutung des begriffes stumme sünde (s. u. II B 1 c und teil 10, 4, 396): geheimsünden, alias stumme sünden Stieler (1691) 2240; offenbare sünde, offenbare busze. heimliche sünde soll man heimlich büszen Graf-Dietherr 549. betont: das wir (pfaffen) uns der offnen sünd verschämind und ouch als sie eeliche wiber nemind N. Manuel v. papst u. s. priestersch. 329; sie erröten nie, ihre öffentlichen sünden an andern ohne mitleid zu strafen H. P. Sturz (1779) 1, 84. vorsätzlicheunvorsätzliche sünde: fürsetzliche ... sünd Kramer 2 (1702) 1039a; so sind die sünden theils vorsätzlich, theils unvorsätzlich Krünitz 178, 422; verbüszest du etwa vorsätzliche sünden? maler Müller 2, 198. fremde sünde als beteiligung an der sünde anderer, ein alter, bis heute gültiger kirchlicher terminus. die gleiche formel in anderem sinne unter V 3: de nun fremde sunde: heiszen, raden, willen, smeichelunge und zulaufen, deilhaftikeit, swigen, nit widerstan und nit offenbaren (vor 1468) Joh. Wolff beichtbüchlein 28 Battenberg; die fremden sünde sind in allen geboten, denn mit heiszen, raten und hülf wider alle gebot gesündigt kan werden Luther 1, 254 W.; fremde sünden werden sie genannt, weil man sich dadurch der sünden anderer mitschuldig macht kath. katech. f. d. erzbistum Köln (1915) 423. wirkliche sünde, d. h. die im kirchlich-dogmatischen gebrauch von der angeborenen, nicht buszbedürftigen erbsünde unterschiedene sünde, die der einzelne begangen und für die er persönlich verantwortlich ist, vgl. auch peccatum actuale selbtetige sunde, eigene sunde u. ä. in hd. und nd. gloss. seit dem frühen 15. jh. Diefenbach 418b; Alois Bernt beitr. z. mundartl. vocabularien 453; und damit dise vergebung deste besser verstanden werde ..., ist zu wissen, dasz erbe- und wirkliche sünden seind Moufang kath. katech. d. 16. jh. 167; David steigt auf in erkenntnus seines sündenelends von den würklichen zu den erbesünden J. D. Frisch harph Davids (1719) 395. I@EE. eigenes sprachliches leben gewinnt auch der vorgang der aufhebung und beseitigung der sünde. I@E@11) sünde(n) vergeben, eine schon ahd., as. bekannte, mhd. gefestigte und nhd. herrschend gewordene verbindung: ouh sint sunda die got nefergibet Notker 2, 222 P.; sundea te fargeBanne Heliand 2328; so were das also ein klein ding unserme herren, ... alle die sünde in eime ougenblicke zuo vergebende Tauler pred. 125 Vetter; wol dem, den gott all seine sünd ... aus jammer thut vergeben Ringwaldt handbüchl. a 5b; du bist ein frommer gott, der sünde vergiebet Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 300; und er warf sich ... auf die kniee und betete: vergieb mir die sünde, barmherziger schöpfer Holtei erz. schr. 3, 124; substantivisch: von einer herzlichen rüwen und einem milten vergeben der sünde der ewigen wiszheit betbüchl. (1518) c 1a; eine secte ..., die ein monopolium der weihe hat, einen freibrief der vergebung der sünde Herder 23, 127 S.; in beziehung auf das katholische buszsakrament: peicht er sich dann, so seien seine süne so grosse und grausam, daz im si kein priester vergeben wirt Arigo dec. 21 lit. ver. eine gewisse festigkeit bewahren hier noch sünde erlassen, nachlassen, letzteres besonders in der kirchlichen beichtsprache. ahd. und as. herrschen bilâzzan, fürlâzzan u. ähnl. sogar vor: sô wemo ir sunta bilâzêt Otfrid V 11, 11; dir sint dine sunda belazzan Notker 2, 144 P.; sundea alâtan Heliand 884 und öfter; relaxare die sunde ablassen (15. jh.) Diefenbach 490c; welchen ir die sünde erlasset, den sind sie erlassen Joh. 20, 23; bat, dasz sein gott der bösen schaar wolt ihre sünd erlassen Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 334; das sakrament der busze ist jenes sakrament, in welchem der priester an gottes statt die sünden nachläszt kath. katech. f. d. erzbist. Köln (1915) 545; substantivisch: ablaz sundeono Weiszenburger katechismus bei Steinmeyer kl. ahd. sprachd. 30, 54; vgl. noch Notker 2, 93 P.; so besonders in kirchlichem sinne: nun der peichtiger ... im ablasz über seine sünde sprechen wolt Arigo dec. 25; dem heiligen Peter zu gefallen, und um nachlasz seiner sünden zu erhalten M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 282. beschränktere geltung haben sünde bedecken: quorum tecta sunt peccata (ps. 31, 1) dero sunda bedecket sint Notker 2, 103 P.; si seind selige, der ungangheit sint vergeben und der sünd da seind bedackt erste dt. bibel 2, 22; noch bildhaft gefühlt: aller engel und menschen frombkeit ist viel zu schmal, eines menschen sünd zu bedecken, wenn die decke gleich über alle himmel reichte Petri 1, a 2a; doch hat die gleiche formel gelegentlich auch anderen sinn: grosze sünde kan nicht lang bedeckt bleiben Hoffmann pol. Jesus Sirach (1740) 126. —
40268 Zeichen · 873 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SÜNDEadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    SÜNDE adj. sündlich. sô ie næher, sô ie sünder und ouch schentlîcher swsp. vgl. Schmeller 3,266. eʒ ist gar sünde der ei…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹sündef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    1 sünde (sunne) , ° sönde (westl.), f. , Sünde als religiöse Verfehlung, sündige Handlung; formelhaft verbunden: s. unde…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sünde

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Die Sünde , plur. die -n, ein Wort, welches ehedem eine jede Übertretung des Gesetzes und die Handlung, durch welche das…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sünde

    Goethe-Wörterbuch

    Sünde [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sünde

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sünde , das Widersittliche unter religiösem Gesichtspunkt. Obwohl Paulus, der die Lehre von der S. begründet hat, als An…

  6. modern
    Dialekt
    Sünd(e)

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Sünd(e) [Sìnt, Sent fast allg.; Séin Geisp. ; Sein M. ; Se K. Z. ; Sent u. Se Hf. ] f. Sünde. Unter Kindern: s is t e …

  7. Sprichwörter
    Sünde

    Wander (Sprichwörter)

    Sünde 1. A dieu sünd, A dieu schand. – Gruter, III, 3; Lehmann, II, 32, 8; Simrock, 10030. 2. Alle Sünde büsst sich selb…

  8. Spezial
    Sünde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sün|de f. (-,-n) 1 (auch ‹fig› ) picé (piciá) m. 2 (Verfehlung) colpa (-pes) f. , fal (fai) m. ▬ eine Sünde begehen fá n…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suende

298 Bildungen · 279 Erstglied · 14 Zweitglied · 5 Ableitungen

suende‑ als Erstglied (30 von 279)

sündecheit

Lexer

suendec·heit

sündec-heit stf. wan erʒ kriuze ûf im leit, daʒ er al der werlde sündicheit ûf sînen rucke nimt und treit Teichn. A 165 c .

sündeclich

Lexer

suendec·lich

sündec-lich adj. BMZ s. v. a. sündec Exod. Freid. Ulr. Wh. 132 b ( s. unter sûm). Elis. 9592. 98 ;

sündehaft

Lexer

suende·haft

sünde-haft adj. BMZ mit sünde behaftet Parz. Barl. von sündehaften schulden Msh. 3,28 a . 420 a . swenne ich sündehafter in den riuwen bade …

sünde lassen

DWB

suende·lassen

sünde lassen , mehr in älterem gebrauch: swer sünde lât ê si in lâze, der vert der wîsen strâze Freidank 36, 17 Grimm; seine sünden lassen, …

sündelĩk

MNWB

suende·lik

° sündelĩk , sünt- (Kerngebiet zunächst Westfalen, in der Reformationslit. Einfluß der Lutherform), adj. , 1. mit Sünden behaftet , sündig, …

sündemâse

BMZ

suende·mase

sündemâse swf. flecken, mit denen die sünde uns beschmutzt ( vgl. die beispiele mâse 2.), in folgender stelle noch mit festhaltung des urspr…

sündemeilic

Lexer

suende·meilic

sünde-meilic adj. s. v. a. sündenmælic. âne sundemeilige ( gedr. sundemæilige) minne Mar. 159,25. vgl. sündenmeil.

sünden

FWB

1. ›aufgrund der dem Menschen religiös vorgegebenen Sündenverfallenheit sündigen‹; 2. ›im christlich moralischen Sinne sündigen, Sünde begeh…

sündenaas

DWB

suenden·aas

sündenaas , n. , als bezeichnung des sündigen menschen, s. sünde VII 3 a: kan man gleich in dieser zeit alle fülle reichlich haben vor das g…

sündenablasz

DWB

suenden·ablasz

sündenablasz , m. , zu sünde I E 1: von einem protestantischen prediger läszt sich ... nicht behaupten, dasz er in dem punkte des sündenabla…

sündenamt

DWB

suenden·amt

sündenamt , n. : aber doch ist solch sündenampt und todampt gut und fast vonnöthen Luther 63, 16 Erl. —

sündenangst

DWB

suenden·angst

sündenangst , f. , die aus dem sündenbewusztsein erwachsende furcht vor gottes strafe: sie können alle ... dem beschwereten gewissen in ... …

sündenapfel

DWB

suenden·apfel

sündenapfel , m. 1) die verbotene frucht des paradieses, nach 1. Mos. 2 ( s. sünde I A 3): bevor noch des erzvaters mund den sündenapfel ber…

sündenbabel

DWB

suenden·babel

sündenbabel , f. , jüngere übertragung aus offenb. Joh. 14-19; von sittlich verkommenen groszstädten, aber gern scherzhaft spöttisch. besond…

sündenbad

DWB

suenden·bad

sündenbad , n. , bildlich für taufe: da wir unter der sünden gefangen lagen ..., da sei Christus kommen und für uns in das sündenbad getrete…

sündenbahn

DWB

suenden·bahn

sündenbahn , f. : barbarisch auf die sündenbahn pflegt mich die welt zu leiten G. Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 45 ; so w…

suende als Zweitglied (14 von 14)

busensünde

DWB

busen·suende

busensünde , f. schoszsünde, lieblingssünde, die einer gern und wiederholt begeht.

erbsünde

DWB

erbs·uende

erbsünde , f. peccatum originale: und die seel ist verwüstet durch die erbsünd der vereinung halb mit dem leib. Keisersberg christl. künigin…

Gewohnheitssünde

Adelung

gewohnheit·s·suende

Die Gewohnheitssünde , plur. die -n, eine Sünde, welche aus Gewohnheit begangen wird, oder zur Gewohnheit geworden ist.

Herrensünde

Wander

herren·suende

Herrensünde Die Herrensünde müssen die Bauern beweinen. Die Untergebenen müssen sehr oft die Vergehungen der Obern büssen. It. : I peccati d…

jugendsünde

DWB

jugend·suende

jugendsünde , f. peccatum juvenile. Steinbach 2, 776 ; es wäre dieses ein fehler gewesen, welchen man kaum mit dem gelinden namen einer juge…

Laßsünde

Adelung

lass·suende

Die Laßsünde , plur. die -n, in der Römischen Kirche, eine läßliche Sünde oder Erlaßsünde, eine geringe Sünde, welche leicht erlassen oder v…

prîncipâlsünde

MNWB

principal·suende

° prîncipâlsünde , f. : größte Sünde, Hauptsünde , de prîncipâl- und hö̂vetsünde des dü̂vels ( D. v. Soest ed. Löer 63) .

Schooßsünde

Adelung

schooss·suende

Die Schooßsünde , plur. die -n, in der Theologie, eine figürliche Benennung solcher Sünden, welche jemand am häufigsten und liebsten begehet…

schwachheitssünde

DWB

schwachheit·s·suende

schwachheitssünde , f. ( vgl. schwachheit 3), den vorsätzlichen oder bosheitssünden entgegengestellt ( Adelung ): ( man würde ) die sicherhe…

Straßensünde

Adelung

strassen·suende

Die Straßensünde , plur. die -n, in den Rechten, Sünden, d. i. Verbrechen, welche auf der Landstraße begangen werden; z. B. Versehrung der Z…

todsünde

DWB

tod·suende

todsünde , f. , mhd. tôtsünde, peccatum mortale. voc. 1482 996 b . ( vgl. tödlich I, 3 und todessünde): in tôtsünden vallen meister Eckhart …

zungensünde

DWB

zungen·suende

zungensünde , f. Kramer 2, 1486 b : ihre jungfräulichen zungensünden Rabener w. 1, 204 . vgl. unter zungenfehler. —

Ableitungen von suende (5 von 5)

besünde

BMZ

besünde swv. erkläre für einen sünder, rechne als sünde an. got besünde si niht MS. 2,110.

gesünde

Lexer

ge-sünde stf. sünde Rcsp. 1,221 ( 1411 ).

unsünde

FindeB

* unsünde adj. s.v.a. unsündic TürlWh.

ursünde

DWB

ursünde , f. , todsünde, hauptsünde (ur- C 4 c): die sieben ursünden Kramer 2 (1702) 1221 c ; Schleiermacher I 3, 383; übertragen: u. des eg…

versünde

BMZ

versünde swv. 1. stürze in sünden, verderbe durch sünden. in riuwet, swenner sichs verstât, daʒ er die sêle versündet hât Vrid. 51,22. Renne…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „suende". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/suende/dwb?formid=S56746
MLA
Cotta, Marcel. „suende". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/suende/dwb?formid=S56746. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „suende". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/suende/dwb?formid=S56746.
BibTeX
@misc{lautwandel_suende_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„suende"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-12},
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