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strahlen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strahlen verb.

Bd. 19, Sp. 794
strahlen, verb. radiare, fulgere, fulminare. 11) entspr. strahl 2 vom niederfahrèn des blitzes: es (hatte) einen gantzen mittag ... gewittert, gedonnert, gestralet, gehagelt Dannhawer catechismusmilch 5, 1299; man musz gleich auf den sehen, ders gegeben hat, der gestrahlt und einmal dahinein geblitzt hat Zinzendorf gemeinreden (1749) 11; die ainod Kades drob erschrickt, das halb Araberland erstickt, wann es so stralt und wittert Fischart gesangb. 160, 4 Kurz; hierher auch: als zween seiner jünger auf die Samariter ... mit feuer strahlen wolten ... Zinzendorf Socrates (1726) 82. vergleichsweise: kein blitz stralt so schnell, als dieses edelmanns sinn sich verändert Harsdörfer Heraclitus (1661) 48; vgl.stralen oder einen plötzlichen stral von sich werfen, der gleich aufhöret wie der blitz Ludwig (1716) 1885; denn so geschwind der blitz von osten bis gen westen strahlet, so ... Zinzendorf Matth. 24, 27. übertragen: auch in der wiegen strahlt der sinnen hoher blitz, und jeder spricht: so musz ein held von helden stammen Ziegler asiat. Banise (1689) II 22) entspr. strahl 3 a: es strahlten die kerzen, es klangen die gespräche Stifter w. 2, 169; schon früher (bildlich): die fackel strahlt vgl. Dusch verm. w. (1754) 35; auch: mit tausend flammen str. vgl. Stieler geharn. Venus 19 ndr. (in allen farben G. Keller w. 3, 109): 2@aa) besonders entspr. strahl 3 b: str.-en, immerfort stralen von sich werfen, wie die sonne thut Ludwig (1716) 1885; die güldene morgenröt schwunge die flügel, sie strahlte, bemahlte die felder und hügel S. v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 1 (Treuer Dädalus 1, 342); wenn mir der sonne schimmer vom meere strahlt Göthe 1, 58 W.; die sonne strahlt am ersten hier, am längsten weilet sie bei mir, ich bin der knab vom berge! Uhland ged. 1, 17 krit. ausg. (Erlach volksl. 3, 111); es strahlte der mond Heinse w. 3, 483 Sch.; auch: über ihm strahlet der himmel Schubart br. 1, 128 Strausz; die ungezählten sternenscheiben, in welchen sein (des schöpfers) unschätzbar nachtgewand, das blaue firmament, so herrlich stralt Triller poet. betrachtungen (1750) 1, 3; da strahlt der morgen mit der lieben frische Tieck schr. 2, 90. einem str.: um der edlern willen strahle deine liebe sonn der welt Schubart ged. (1825) 1, 24 (Wieland I 1, 275 [moral. br. 8, 89] ak. ausg.); vgl. ihr zu liebe strahlen lenz und sommer hie Göthe 4, 237 W. mit einer localen bestimmung, so aus: welten, die aus unbegreiflichen fernen durch blosse gläser zu uns strahlen J. G. Zimmermann v. d. nationalstolze (1758) 128; der hohe stern des abends stralet aus wolken, welche um ihn glühn Schiller 1, 280 G. (Herder 23, 19 S.; aus dem tiefblau des himmels Helmine v. Chezy erz. 1, 39). nieder: lange strahlt die sonne nieder Arnim w. 12, 17. durch: die Venus, welche als abendstern einzeln durch die leichten wolken strahlte Nicolai reise 2, 475 (durch blütenzweige Salis ged. [1793] 40); ihr wälder, wo kein licht durch finstre tannen strahlt, ... seid mir ein bild der ewigkeit A. v. Haller ged. 150 H.; (durch die luft A. Gryphius trauersp. 152 Palm); gebrochnes licht, das durch die dünste strahlet A. G. Kästner verm. schr. (1755) 1, 69. auf u. s. w.: diese zerschmelzen, ... sobald die sonne ... darauf strahlet Butschky Pathmos (1677) 700 (Ramler fabellese 1, 4); und wie der mond auf teiche stralt J. G. Jacobi w. 1, 11. in: die aufgehende sonne strahlt beyden gerad in die fenster Bräker der arme mann im Tockenburg 1, 11; sonne, die auch nach ihrem niedergang noch mit erquickendem widerschein in des menschen gemüt strahlt Scheffel w. 1, 151; vgl. ach! strale doch mit hellem lichte auch Zions feinden ins gesichte Gottsched ged. (1751) 1, 303. 2@bb) bildlich als cigenschaft des glaubens, der hoffnung, des menschlichen ruhmes u. s. w. oft in deutlicher anknüpfung an den vorigen gebrauch, so im vergleich: dann werden die gerechten strahlen wie die sonne Zinzendorf Matth. 13, 43 (Raupach dram. w. kom. gatt. 3, 325); das kleinod eurer jugend strahlt als ein grosser stern Neukirch anfangsgründe (1724) 45; wann, o lächelndes bild, welches wie morgenroth durch die seele mir stralt, find ich auf erden dich? Hölty ged. 102 Halm; dasz ich wie eine sonne strahle dem vaterland und meinem haus! Mörike w. 1, 134 (Stägemann kriegsgesänge 53). so mit entspr. bestimmung: (die meinung,) ihm werde die sonne des glücks nie wieder str. Treitschke deutsche gesch. 1, 326 (die sonne der verherrlichung Castelli w. 10, 51; ein hoffnungstern Deinhardstein dram. w. 1, 1 (14); doch hat das licht der reinen lehre erst schwach gestralt, dann hell geblitzt Gottsched ged. (1750) 148 (der kenntnis licht Klopstock oden 2, 147 M.-P.); ob der tag das recht verkehre, ewig strahlt der stern der ehre, kühn in heilger nacht enzündet Eichendorf w. 1, 371 (der annerkennung sonnenschein Hoffmann v. Fallersleben schr. 5, 315). auch: die tugend strahlt mit ihrem sonnenlichte tyrannen mehrenteils so kräftig ins gesichte Lohenstein Ibrahim sultan 37. so menschliches wiedergespiegelt im bereich des makrokosmus: eine schönere sonne und ein milderer Hesperus stralt im inneren ihm Herder 27, 33 S.; nacht musz es sein, wo Friedlands sterne strahlen Schiller 12, 292 (Wallensteins tod 3, 10) G. (die sonne des französischen hofes Herder 18, 152 S.). sogar: aber seine (des todes) gefürchtete nacht zeigt auch heller das himlische licht, welches dicht hinter ihr strahlt! Klopstock oden 1, 144 M.-P. 2@b@aα) richtungsmäszig bestimmt: ihre (der brüder Grimm) prunklose genialität strahlt mit einem sanften glanze durch die kommenden zeiten W. Scherer kl. schr. 1, 14; mir wird der schöne tod zu einem hellen licht, das als ein schimmernd stern wird durch die nachwelt stralen A. Gryphius trauersp. 607 Palm; seht den bejahrten fleisz erfahrner generalen auch aus der dunkelheit der nebelwolken strahlen Pietsch geb. schr. (1740) 24; die fähler werden schön und tugend strahlt aus schwächen A. v. Haller ged. 62 H.; wenn einmal wieder ... das bild eines helden in die nacht meiner seele strahlte, dann ... Hölderlin dicht. 2, 47 L. (Novalis schr. 4, 123 M.): mir strahlte dein vater ... gleich ins herz Hippel lebensläufe (1778) 1, 249; ach so strahlet trost und freude auch in meinem gröszten leide mir ins matte herz hinein Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustg. (1657) 57. auch: bald werden wir in jenen höhn, o freund, ihn (Young) selber strahlen sehn J. A. Ebert episteln (1789) 113. vgl. auch: dort, dort strahlen die herrlichsten wahrheiten Adelung magazin 2, 2, 71; wo strahlt ein trost der seele? Arnim w. 22, 352 (über alle 15, 387); nach Wien, von wo Hildebrands ruhm strahlte K. E. v. Bär reden 1, 6; und keine friedenshoffnung strahlt von fern Schiller 12, 8 (Ws. lager, prol.) G. 2@b@bβ) mit angabe über wesen, wirkung u. s. w.: (hier,) wo ihm die göttlichkeit des geläuterten christenthums mit voller klarheit in die seele stralte Lavater verm. schr. (1774) 1, 155 (mit ungeborgtem glanz Eschenburg beispielsamml. 2, 406; im magischen lichte Gotter 3, lxxvi). und heiter stralt die wissenschaft J. H. Vosz ged. (1802) 5, 37 (Odyssee 127 Bernays; hoffnungsreich M. Beer w. 8 Klytemnestra 1, 2). vgl. noch: mein freund, der stern ist im gehirne, der dir so unglückselig straalt Chr. Weise überfl. gedanken 18 ndr. 2@b@gγ) selten absolut: es sind wohl mehr als zweihundert gulden; ja, ja, das glück hat mir gestrahlt Kotzebue dram. w. 1, 249. 33) entspr. strahl 4: das auge strahlt Ramler lyr. ged. (1772) 308 (Gottsched ged. [1751] 1, 106); in der fülle der jugendkraft strahlte sein auge Freytag 4, 13; auch: ein schwarzer schleier, durch den .. der unsichere feuerblick des mannes strahlte Holtei erz. schr. 2, 4; vgl. auch durch der theologie schleier strahlt neu ein licht, ein tugendfeuer Brentano schr. 2, 14. 3@aa) mannigfach gewendet: weil majestät bei huld aus seinen augen strahlt Heräus ged. (1721) 43; da nun auch unter andern dero tugenden die freigebige dankbarkeit aus ihren helsten äugelein stralet, so ... Petrasch lustp. 1, 135 (kein herrscherblick v. König ged. [1745] 118); gerührt durch einen blick, in dem die tugend glühet, aus dem die arbeit strahlt, aus dem die liebe lacht Cronegk in samml. v. schausp. (1764ff.) 4; vgl. auch schr. 2, 116 (Grabbe w. 1, 179 Bl.); auch: aus ihrem schönen aug stralt reiz mit ernst vermählt Wieland I 1, 123 ak. ausg. (launiger scharfsinn H. P. Sturz schr. [1779] 1, 10; muth und ergebung Thümmel reise 8, 219; hohe andacht Bahrdt gesch. s. lebens [1790] 2, 147; friede des himmels Gotter 3, 124); wenn aus den groszen schönen, sonst matten augen die freudigkeit des himmels strahlte H. Steffens was ich erlebte 1, 155 (die freude Castelli w. 14, 36; zuversicht und friede und freudigkeit Aurbacher volksbüchlein [1835] 99; ein reines unverdorbenes gefühl Deinhardstein dram. w. 1, 29 [liebelei u. liebe 1, 8]); aus den blauen augen dieser krieger str.-t altpreussischer heldenmut H. Seidel Leberecht Hühnchen 80; das glück, sich endlich einmal aussprechen zu dürfen, strahlte aus seinen dunklen augen Polenz Grabenhäger 1, 109; nur vereinzelt daneben blick und offenbar als weniger anschaulich empfunden: welche überirdische grösze strahlte aus jedem blick der herrlichen frau E. Th. A. Hoffmann w. 2, 15 Gr.; sie liest. ich seh ihr edles wesen, das ihr aus blick und minen stralt Gottsched ged. (1751) 1, 189; da strahlet freud aus seinen blicken Kretschmann w. (1784) 1, 64; in barocker verschränkung: welch ein heitres augenlicht stralt mit unschuldvollen blicken Gottsched ged. (1751) 1, 351; vgl. auch ach deines schöpffers huld strahlt voller gnadenblicke B. Schmolcke trost- u. geistr. schr. (1740) 1, 88; von: seine augen strahlten von einem lebhaften feuer v. Lön kl. schr. (1749) 1, 41 (von entzücken Immermann w. 1, 57 H.; von liebe und zärtlichkeit G. Freytag w. 11, 130; von unschuld Mörike 1, 97 G.); sein sanftes auge stralt von einem heitern lichte Gottsched ged. (1751) 1, 12; auch: blaue und dunkle augen str.-en von einem und demselben feuer Holtei erz. schr. 5, 196 (von einer eigenen bläue Immermann w. 2, 136 H.) seltner in: (ein frauenbild,) dessen augen in sanftem und lieblichem feuer strahlten G. Keller w. 5, 235; ihr antlitz strahlt in freude ganz Brentano schr. 2, 16; instrum. mit: ihre schwartzbraune augen strahleten ... mit liebreitzenden blicken Grimmelshausen 4, 590 Keller. 3@bb) begrifflich sich erweiternd, vom antlitz, der miene u. s. w.: ein antlitz, das vor wohlbehaglicher selbstgefälligkeit glänzte und strahlte Eichendorf w. 2, 151 (O. Jahn Mozart 3, 464); das feine gesichtchen strahlte ganz von stolz und anmuth Storm 1, 65 (vor freude Ebner-Eschenbach schr. 4, 64); (es) begann Thiels gesicht sich aufzuhellen, bis es förmlich strahlte von innerer glückseligkeit G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 14 (von lust Müllner dram. w. 2, 63 [schuld 2, 4]); es strahlt unschuld und liebe dir klar von allen gesichtern, wie vorzeiten im vaterland Novalis schr. 1, 255 M.; aus jeder kindischen miene stralte die morgenröthe eines verstandes, einer leutseligkeit Lessing 2, 267 (S. Sampson 1, 1) M. (J. G. Forster schr. 1, 34); (ein) graf, aus dessen minen schon staatsklugheit, witz, verstand ... strahlet briefe die neueste litt. betr. (1761) 11, 66; (das) mädchengesicht, dessen züge von der lieblichsten freude strahlten O. Ludwig schr. 2, 448; nicht eher, herr, als bis ihr eure züge, die menschlichen, die euch vom antlitz strahlen, wahr macht durch eine tat der menschlichkeit H. v. Kleist 1, 432 (zerbr. krug. 12) Schm. sogar: jenes sanfte lächeln, aus welchem die reinste tugend zu stralen schien theater der Deutschen (1768) 12, 130; durch die thränen der sultanin strahlte ... ein spöttisches lächeln Klinger w. 10, 169; all ihr winken und deuten strahlte von feierlichkeit O. Ludwig schr. 2, 54. 3@cc) als ausdruck der gesamtpersönlichkeit: dieser strahlte, als sein auge auf die eng beschriebenen bogen fiel Fontane w. I 1, 147; du strahlst und blühst — ich aber stehe schon an meiner spätsten jugend rande! Freiligrath 1, 130; könig Max Joseph strahlte vor freude, als ... Treitschke deutsche gesch. 3, 192 (vor wallender freude Klopstock Messias 4, 1040); und bald strahlt er wieder von kecker siegeszuversicht Treitschke hist. u. polit. aufsätze 1, 81 (von jugend, schönheit und seelenhoheit E. M. Arndt w. 1, 171 R.-M., vgl. kinder- u. hausmärchen 1, 385); im hellen zorne strahlen Lenau Faust 84 (in eitler lust Holtei erz. schr. 24, 262); (die braut) strahlte in harmloser seligkeit B. Auerbach schr. 15, 138 (in der blüthe der jugend L. Steub drei sommer 1, 218); aber vor allem strahlt Äneas im glanze der schönheit Bürger 246 Bohtz. noch vergleichsweise: wie die sonne strahlte die muthwillige Heinse w. 4, 57 Sch. recht wie ein sternlein strahlte die kleine Katharin Mittler volksl. 409; (Erlach volksl. d. Deutschen 3, 554; wie ein engel Pfeffel pros. vers. 5, 86); im lichte wird ein neues licht entzündet, so strahlt die braut verklärt in reiner schöne A. W. Schlegel im Athenäum 2, 141; wie die wellenschaumgeborne strahlt mein lieb in schönheitsglanz Heine 1, 72 E.; doch wenn es (ein volk in seinem siegeskranz) nicht von wie eine hochbeglückte braut, güte strahlet so ist sein lohn ihm ausgezahlet, und seine freiheit fährt ins kraut G. Keller 10, 59 (revolution). 3@dd) mit einer weiteren bestimmung: erröthend strahlen Bismarck br. a. s. braut 235; wenn ich beschau dein äugelein, nenn ich sie sternelein, die tugendlich prahlen und wonniglich strahlen Ang. Silesius heilige seelenlust 33 ndr.; es strahlen perlend die augen von himmlischem thau Schiller 11, 34 G.; gute botschaft harret dein, denn fröhlich strahlt der blick des kommenden 14, 36 (braut v. M. 532) G.; da ward ihr auge voll thränen so klar, es strahlte so wonnig, so eigen Chamisso 3, 54; ihr feuchtes auge strahlte minniglich A. v. Droste-Hülshoff 2, 204 (Walther 2). durch vergleich: bis sein gesicht im reflex des goldenen herzens strahlte, gleich einer sonne ... Ebner-Eschenbach schr. 4, 370. mir strahlt kein stern so schön als Selims blicke Hagedorn poet. w. 3, 103 (A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 327). 44) entspr. strahl 5: von gold und silber str. radiare d'oro e d'argento Kramer dict. 2 (1702), 996a; (die) angelsächsische krone, die auf Edgars haupte strahlte Ranke w. 14, 20; vgl.es sind bald hundert jahre verflossen, seit die preuszische krone zum ersten male strahlte Fr. L. Jahn w. 1, 21 E. gern bildlich: wo die krone des lohns, keine vergängliche strahlt! Klopstock oden 1, 177 M.-P.; (Schubart ged. 2, 283); die krone der ewiglichen wonne S. Brunner erz. 1, 130; in silber str. vgl. Overbeck verm. ged. (1794) 242 (in ihren perlen und diamanten jb. d. Grillparzer-ges. 8, 86); da der schimmer des goldes und des putzes in ihre augen strahlte Klinger w. 3, 98 (vgl. Schwabe belustigungen [1741] 1, 201); brillantringe strahlten an ihren fingern Castelli w. 10, 67; bring eine goldne kette, häng sie ihm um hals und schultern, dasz auf seiner brust mein (des königs) bild ihm strahle Stolberg w. 4, 59 (vgl. Rückert w. [1867 ff.] 1, 82); im schwarzen haar strahlt heller steine zierde A. v. Droste-Hülshoff 2, 224 (Walther 4); vgl. halbes erbgut strahlt an ihm und dem gefolg und pferden und carossen, er schimmert an dem hof Wieland I 1, 277 ak. ausg.; auch: sein schwert zum tödten fertig stralt Denis lieder Sineds (1772) 31 u. ö. (der glanz des helms Kretschmann w. 1, 48); er trug ein funkelndes stahlgewand, das blitzte hinunter und strahlt und glimmt Strachwitz ged. 55. (bildlich:) und von seinem wappenschilde strahlet die gerechtigkeit Böhme volksth. lieder 15; eine wohnung strahlt vgl. J. H. Vosz Odyssee 113 Bernays; in den wohlhabenden familien strahlten die festräume von verarbeiteten gold- und silbermassen G. Freytag w. 17, 286; auch der purpur strahlt Gottsched ged. 1 (1751), 151; was strahlet, was prahlet, was blitzen vor spitzen in diesem fürtreflichen zimmer allhier? Zesen vermehrter Helikon (1656) 1, 142; vgl. es strahlet und pralet, bemahlet, das stickwerk der erden S. v. Birken pegnitzschäferei (1645) 34; die niedre kammer tausch ich um mit zimmern, wo decken strahlen, wo tapeten schimmern Göthe 13, 1, 136 W.; dazu: farbe, wie sie sich auch menget, striemet und stralet Schottel haubtsprache (1663) 82; von den goldbuchstaben einer inschrift: wenn du mein grabmal siehst, worauf die inschrift strahlt: Ramler einl. (1758) 1, 400; des dichters nam allein, der von der urne stralt Mastalier ged. (1774) 115; vgl. das wort, das an das creutz gemahlt im blutrubinenfeuer strahlt, das heiszt: hier hängt Immanuel Zinzendorf teutsche ged. (1766) 365. auch (bildlich) im hinblick auf den gedankeninhalt einer schrift J. D. Falk satiren (1800) 1, 43. 4@aa) in der blumenschilderung: und der goldne krokos stralet J. M. Miller ged. (1783) 2; (blumen,) die noch der perlen tau befeuchtet, strahlt und leuchtet Zesen rosenmând (1651) 2. auch: (früchte,) die auf dem ambrosischen tische strahlten G. Keller w. 7, 438; begrifflich erweitert: ach du lichtgrüne welt und wie strahlst du voll lust! Böhme volksth. lieder 221 (J. A. Cramer ged. 1, 6); und in einer vermischung mit 2: um so trübseliger ..., je klarer drauszen der sommer strahlte Holtei erz. schr. 19, 94. 4@bb) bildlich: die tugend stralet auch im finstern la virtù radia, risplende anco nell' oscuro Kramer dict. 2 (1702), 996a; du, o tugend, schön strahlst du in des menschen seele! Schiller 1, 68 G. (vgl. J. E. Schlegel w. [1761ff.] 4, 71); der hohepriester, auf dessen brust licht und recht strahlen sollte Hippel lebensläufe 3, 1, 211; die hohe schönheit (das ideal des schönen), die ewig in mir stralet Jean Paul Hesperus 1, 61 R.; Lisett und Silvie, ihr perlen unserer zeit ... aus eurem wesen strahlt selbst die vollkommenheit Hoffmannswaldau ged. 2, 32; die gute laune, welche aus ihren scenen strahlt Freytag w. 14, 42 (seine religiöse gesinnung Ranke s. w. 4, 193). 4@cc) von personen 'sich hervorthun, sich glanzvoll auszeichnen, ruhmvoll leben' u. s. w.: ich Damocles schlug die krone aus, um im glanz der unerwarteten that hell zu str. Klinger neues theater 2, 139 (Th. Abbt w. 2, 41, 58); Westermann ... strahlte als heerführer in den schluchten und forsten der Vendée H. v. Kleist 4, 170 Schm.; Robespierre, der seit seinem rücktritt von der macht in allem glanze der selbstverläugnung strahlte Dahlmann franz. revolution (1845) 401; prof. Gans strahlt im reichen glanze seiner beredten und oft kühnen vorträge fürst Pückler briefw. 3, 362; so löscht der gröszre glanz den kleinern aus: ein stellvertreter strahlet wie ein könig, bis ihm ein könig naht Shakespeare 4, 138 (kaufm. v. Venedig 5, 1). von einem ganzen zeitalter: dasz ich ohne neid darf mustern jegliche zeit, weil in hellestem scheine vor jeder strahlt die meine Rückert w. (1867 ff.) 1, 44. 55) entspr. strahl 6: kleine löchlein, wodurch die milch str. musz Gehema säugamme (1698) B 5b; sin blot sach men dar stralen Uhland volksl. 939. auch: 'urinieren' (vom pferd) vgl. Fischer schwäb. wb. 5, 1821, wie sonst stallen (th. 10, 2 sp. 616ff.). 66) prägnant 'wiederstrahlen': der sonne bild, das dort auf deinem spiegel strahlt S. Gessner w. (1778) 2, 11; sie (die wellen) sahen Auroren und strahlten ihr bild Herder 25, 606 S.; gehört das bild mir, das der spiegel strahlt? H. v. Kleist 1, 254 Schm.; vgl.denn dort (in jenem leben) ... strahlen dem redlichen nächte nicht minder als tage die sonne Klinger w. 4, 41; auch: bei aller sättigung kann die farbe dennoch von vielem lichte strahlen Göthe II 3, 58 W. vgl. dazu (entspr. 4 a): narzissen und rosen die strahlen allhier (auf den wangen) Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustwäldchen (1657) 1, 232; ins gefild hin, wo die ähr und die winzerin strahlt Klopstock oden 1, 175 M.-P. (G. Keller w. 1, 202); übertragen: (flaggen,) die von Venedigs altem ruhme strahlten Platen w. 1, 165 R. bildlich: dass unser sieg in deinem lied aufs neu verherrlicht strahle Geibel w. 2, 107; gegenwart strahlte im sonnenlicht Herman Grimm Michelangelo 1, 326 (Gervinus gesch. d. deutschen dicht. 5, 588). 77) beispiele einer richtungsbestimmung: herauf Eichendorf w. 2, 81; es (das blümchen) strahlt empor mit glutverlangen Körner w. 2, 16 H. nieder Klopstock Messias (1780) 4, 99: sein leben entsprach seinen predigten; denn es stralte die volle würde eines erleuchteten gottesgesandten herunter Schubart leben 1, 76; zu: sie strahlen Cekrops geschlechte zu! Stolberg w 4, 32. gegen: da stand sein engel und strahlte gegen ihn Kretschmann w. (1784) 1, 307; (einem entgegen vgl. Pfeffel pros. vers. 5, 55). die liebenswürdige Sophie stralte diesen tag mit mehr munterkeit und witz hervor als gewöhnlich J. J. Chr. Bode Thomas Jones 2, 108; um sich str. Jung-Stilling w. 3, 357; als dumpfe empfindung, die über den ganzen leib strahlte Ompteda Sylvester v. Geyer 2, 113. 88) mit einem acc. der wirkung, des inhalts u. s. w., so entspr. 1: er blizet bliz auf bliz, er strahlet strahl auf strahl und dundert klapf auf klapf mit jamer, grewel, wunder Weckherlin ged. 2, 42 F.; ein auge strahlt blitze vgl. J. A. Schlegel verm. ged. (1787) 1, 67. entspr. 2: die lampe ... strahlte ein gedämpftes licht Laube schr. 15, 173; mit der sonne, die kam und gottes herrlichkeit strahlte Klopstock Messias 14, 137; und hoffnung strahlte dir die grosze sternenwelt Tiedge w. (1823) 2, 170; keine flamme der erleuchtung hat der göttliche geist in die herzen gestrahlt! Bettine dies buch gehört dem könig (1843) 1, 253; vgl. auch 1, 123; dieser wird mein glück befördern, der wird seiner günste schein auf mich, seinen diener strahlen Neumark neuspr. deutscher palmb. (1668) 348; ihr auge stralte himmelsglanz Herder 25, 135 S. diese anwendung auf auge und antlitz des menschen begegnet öfter: deine sünde ist vor mir hinweg gethan, mein antlitz strahlt dir lauter gnade (1757) Wieland ges. schr. I 2, 376 akad.; sein antlitz scheint eine freudige nachricht vor sich her zu strahlen ebda I 3, 12; die augen ... strahleten liebe Ramler einl. (1758) 1, 354; vereint sterben wir, und linderung der qualen wird mir dein blick, Zamor, wird dir der meine strahlen Gotter w. (1787) 2, 463; muth thront ihm auf der stirn; und herzensgüte strahlt der sanfte blick ebda 2, 69; sonnenschein und frühlingslust ist kein bild, die wärme auszudenken, die ihr blick in meine seele stralte J. M. Miller briefw. dr. akad. freunde (1778) 1, 242; und entbunden von den goldnen kindern stralt das auge sonnenpracht (1781) Schiller 1, 211 G.; und aus den augen, friede strahlend, bricht die goldne sonne des gefühls hervor ebda 13, 249 G. bildlich vom auge: ihm (dem crystall) gleicht an werth kein edelstein, er leuchtet ohne je zu brennen, das ganze weltall saugt er ein ... und doch ist, was er von sich strahlet, oft schöner, als was er empfing ebda 13, 390 G.; der sohn blühte wie sonst, seine augen strahlten das vorige feuer Klinger w. (1815) 8, 118; farbe des todes liegt auf dem hageren antlitz, nur dein auge strahlt heiterkeit Novalis schr. 1, 258 M.; (die) gestalt mit ... den liebe und sanftmuth strahlenden augen J. Kerner bilderb. (1849) 333; 99) refl. sich strahlen (bei der kristallisation) strahlenförmige gestalt annehmen, s. o. strahl 8a, sp. 769 und unten strahlig 2, sp. 809; mehrfach in den schriften Leonhart Thurneissers, sicherlich weiter verbreitet: disen gereinigten und durch ein leder getruckten mercurium lasset ... stehn uber nacht, so coagulirt oder salsirt und stralet sich diser vnd setzt sich in dem wasser zuosamen wirckungen aller fremden erdgewechsen (1578) 138; der aluminische schwefel ... mag sich dem allaun (weil er vor der feuchte, in deren er sich stralet) nicht wider einleiben, dann er bleibt vnd schwebt allezeit ... oben magna alchymia (1583) 6; derhalben wirdt (der salpeter) allein digeriert und kocht so lang, bisz ungefahrlich der 3. oder 4. teil noch ubrig, als dann so lest man es stehen, damit es sich strale und zusammen wachse, welches an einer kalten unnd feuchten statt geschehen sol, dann zwar die feuchte ein treibende, die kalte aber ein zusammenziehende art an sich hat von kalten wassern (1572) 48; vgl.: dann allein diese drey ding (vitriol, alaun, salpeter) schiessen stralen in den minerischen selbs wachsenden dingen, sonst sindt noch vil ding, die schiessen oder wachsen und zum stralen gemacht werden ebda 46; so es salpeter wer, so wird der gewachsen stral etwas trüb und langspiessig sein und nicht also gevierdt und dreieckig wie dann der vitrill wechst ebda 46. 1010) strahlend, part. präs. zu strahlen, das in neuerer sprache sich zu einem selbständigen adjectiv mit eigenen verwendungen entwickelt. 10@aa) von einer lichtquelle, besonders von den leuchtenden gestirnen, s. o. strahlen 2, sp. 795: für menschliche augen zu strahlend, ... ist die sonne das echte sinnbild ihres unermeszlichen schöpfers A. v. Haller Usong (1771) 70; der morgenstern nicht von gleicher strahlender herrlichkeit Göthe I 24, 186 W.; da geht im osten die sonne auf und beschreibt im königlichen laufe den strahlenden bogen durch den mittag bis zum fernen westen Ritter erdkunde (1822) 1, 10; schöne regenbogen und besondre strahlende und farbige phänomene in westen Göthe III 3, 155 W.; die sonne erhob sich strahlend in einem unermeszlichen blau Stifter s. w. 5, 1 (1908) 89; der vollmond steht meinen fenstern strahlend gegenüber quelle a. d. j. 1892; eine strahlende lampe ebda 4, 150; bildlich: er glich der mächtig strahlenden sonne, die froh auf ihrem hügel weilt Bürger s. w. 284 Bohtz; den zusammenhangenden stralenden gang, den die kunst über völker und zeiten genommen, (nicht sehen) Herder 2, 124 S. durchaus üblich in dem erweiterten gebrauch: die pracht eines strahlenden sommermorgens Kürnberger nov. (1861) 1, 86; strahlender hochsommer Laube ges. schr. (1875) 1, 257; in jener von licht und leben strahlenden fruchtebene Nitzsch dt. studien (1879) 126; vgl. oben sp. 795: ihr zu liebe strahlen lenz und sommer hie Göthe I 4, 237 W. von licht- auf wärme- und energiequellen übertragen, besonders in der fachsprache: die strahlende wärme Lichtenberg verm. schr. (1800) 9, 257; prozesse, welche ... von der strahlenden wärme oder der fortpflanzung der lichtquellen abhängen A. v. Humboldt kosmos (1845) 1, 65; strahlende energie Boltzmann schr. (1905) 150; strahlende hitze hwb. d. staatsw. 4, 255; bei beginnender weiszgluth, bei weiszgluth und bei strahlender weiszgluth (als letztem grad) Muspratt chemie (1888) 5, 851. 10@bb) vom widerschein des lichtes, besonders vom reflex in einer spiegelnden metallenen oberfläche, s. strahlen 4 u. 6, sp. 798 u. 800: von gold und silber stralend radiante d'oro e d'argento Kramer dict. 2 (1702) 996a; wenn man ... einen spiegel gegen die sonne hält und denselben hin- und herrückt, bis der schein oder die strahlende reperkussion ins rohr (der kanone) blincke v. Fleming teutscher soldat (1726) 62; strahlende fäden S. v. Laroche frl. v. Sternheim (1771) 2, 112; das strahlende erz in den händen, ordnete (sie) zweymal oft eben dasselbige haar A. W. Schlegel im Athenäum 1, 1, 132; strahlendes gewand Fouqué held d. nordens (1810) 3, 87; o mein sohn, dessen strahlende locken alle tage die meernymphe Cymodoce gestriegelt maler Müller w. (1825) 1, 156; strahlender putz B. Auerbach schr. 16, 161; auch: die blinkenden equipagen mit strahlenden damen brausten vorüber Laube ges. schr. 8 (1877) 82; bildlich: die schöne knospe, die wir gekannt haben, ist nun eine entfaltete strahlende blume in gottes garten bei Weinhold Boie 112; von der leuchtkraft der farben: man wird in der mitte ein schönes papageigrün erblicken, weil gelb und blau sich strahlend vermischen Göthe II 5, 1, 29 W.; kropf und brust (des bienenfressers) schön blaugrün ... mit einem strahlenden gelbgrün angeflogen Naumann naturgesch. d. vögel (1820) 5, 465; gern vom glanz der waffen: fahnen und standarten und strahlende paniere Gerstenberg schlesw. lit.-br. 98 lit.-denkm.; in ehrner waffenrüstung strahlend Bürger 166a Bohtz; die ersten rittersleute ..., die ihm (Parzival) strahlend schienen wie der gott, von dem ihm seine mutter gesagt Gervinus gesch. d. dt. dicht. 1 (1853) 395; er träumt, wie aus des himmels reichen er selber steig im ritterkleid, in waffen strahlend ohne gleichen, und zieh hinan zum fernen streit Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 24; über der weissen strasse hellem reigen wandeln leuchtende sonnen, ungesehen von dem menschen ... ... aber der geist erblickt die heerschar, und vernimmt der strahlenden heere gottes donnernden kriegsgang Stolberg w. (1821) 1, 268. 10@cc) vom leuchten des menschlichen auges und antlitzes, doch erscheint strahlend nicht in einem gleich weiten anwendungsbereich wie strahlen (s. d. 3, sp. 796), sondern im wesentlichen nur als ausdruck für die sichtbare freudige erregung: freudig ward sein herz jetzt und entzücken strömt' aus seinen strahlenden augen maler Müller w. (1825) 1, 14; (er sagte) mit ganz strahlenden augen (1838) Dahlmann an Jacob Grimm, s. briefw. 1, 117 Ippel; Walpurga sah strahlenden auges auf die königin B. Auerbach schr. (1892) 1, 134; (sie) blickte ihn mit strahlenden augen an Gustav Freytag ges. schr. (1887) 9, 100; sie trat dem gast ... mit strahlenden augen entgegen ..., beide fühlten sich so froh und glücklich ebda 13, 37; sie gab ihm nochmals die hand ... und mit strahlenden augen, die sich mit tränen füllten, sagte sie: ich danke ihnen für ihre edle neigung Gottfr. Keller ges. w. (1889) 6, 221; als er die thür geöffnet hatte, sagte sein strahlendes gesicht alles; wie durch einen zauberschlag entzündet, glänzte sein glück auf dem antlitz der geliebten M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 1, 158; das schöne mädchen, strahlend vor freude Fontane ges. w. I 6, 210; 'zum reichsten paladin von westen bis nach osten mach ich dich ohne kosten'. 'was soll ich thun? so fragt der held mit strahlender geberde' Pfeffel poet. vers. (1816) 4, 49. die anwendung auf die freudige erregung ist so fest, dasz jede nähere bestimmung fehlen kann: eines tages kam er strahlend und sagte ... Laube ges. schr. 1 (1875) 401; herabgestiegen von der kanzel rauscht er strahlend, kopf und schulter wiegend rasch vorbei Mörike ges. schr. 1, 183 G.; (er) kam strahlend aus der haustür zurück: 'gott sei dank, (sie) ist garnicht daheim' A. Seghers die toten bleiben jung (1950) 233. in jüngerer zeit erweitert sich der anwendungsbereich: (diese klagende melodie) wird bald abgelöst durch den strahlenden siegeston: 'der held aus Juda siegt mit macht' J. Müller-Blattau J. S. Bach, leben und schaffen 48 Reclam; nach e weisend: dies von stunden höchster beglückung und strahlenden selbstgefühls unterbrochene leben H. Hesse glasperlenspiel (1943) 1, 81; s. auch zusammenrückungen wie: strahlend vergnügt Kahlenberg Eva Sehring (1901) 152. der gebrauch greift auch auf das verbum über: (er) strahlte, als sein auge auf die eng beschriebenen zwei bogen fiel Fontane ges. w. I 1 (1905) 147; (er) strahlte vor wohlwollen Carossa tag in Terracina (1947) 37. mit anderem ausgangspunkt: es war ein blick strahlenden zornes und ein tief entrüstetes antlitz Stifter s. w. 1 (1904) 23; dazu vgl.: vor zorn strahl und feuer schicken Spreng Ilias (1610) 27a, ebenso 57a, s. o. sp. 757; ferner: im hellen zorne strahlen Lenau Faust 84, s. o. sp. 798 und das compositum zornstrahl (bezeugt seit Jacob Böhme, s. teil 16, sp. 120) überleitend zum folgenden: dieses duftende haar der Melite, die stralenden augen, ihre göttergestalt einem altare zu weihn Herder 26, 34 S. 10@dd) von der glanzvollen äuszeren erscheinung; auch hier kann ein näher bestimmender zusatz fehlen: so kam die göttin an, und des gefolges menge, die strahlend sie umringt, macht fast den saal zu enge Zachariae poet. schr. (1763) 1, 35; du stehst auf den sonnigen gipfeln der Alpen ..., und wohin du blickest im weiten kreise des auges, naht die göttin dir sichtbar in herrlich strahlender bildung Athenäum 3 (1800) 35; strahlend von gesundheit, frisch und kräftig fürst Pückler briefw. (1873) 4, 102; sie ist auch ohne gold und edelstein so voll, groß und strahlend wie eine königin Tieck schr. 19 (1845) 128; (sie) schlosz die in dem mächtigsten liebreiz strahlende Emanuela in die arme E. T. A. Hoffmann s. w. 9, 171 Gr.; weitergreifend: wie sie fallen, fallen der Griechen strahlende söhne Grillparzer s. w. 5, 181 S.; Electra ... mit der aschenurne des Orest in den armen, diesem nichts von dem strahlenden, den sie einst fortliesz Justi Winckelmann (1866) 1, 154; (Brunhild) weisz, dasz der vielkundige strahlende Sigurd allein die feuerflamme, die sie umgiebt, durchdringen kann W. Grimm an Lachmann, s. briefw. 2, 797 L.; überleitend zum folgenden: bei dem allen stand (Ludwig XIV.) doch zuletzt auch in der abendstunde seines lebens strahlend da Dahlmann franz. revol. (1845) 5. 10@ee) weiterhin dann, dem persönlichen begriff ferner rückend, im sinne von 'glanzvoll, leuchtend', besonders von ruhm und ansehen: stralende vollkommenheiten S. v. Laroche frl. v. Sternheim (1771) 182; der liebe volle, strahlende verklärung Schiller 5, 105 G.; schauplätze ihres (der ketzer) triumpfs und ihrer strahlenden tugend ders. 7, 118 G.; von der strahlendsten herrlichkeit machtvollen geisteslebens bis zu seiner völligen verdunkelung Justi Winckelmann (1866) 1, 459; viele haben länger geschaltet und strahlender, wenige wohltätiger (als Waldemar d. Gr.) Dahlmann gesch. v. Dännemark 1 (1840) 323; eines künstlers strahlender ruhm Herman Grimm Michelangelo 1 (1890) 315; alle groszen, strahlenden gefahren hat mein schicksal von mir abgewandt Novalis schr. 1, 147 M.; die strahlende kraft des ruhms St. Zweig welt von gestern (1947) 61; substantivisch: es liebt die welt das strahlende zu schwärzen und das erhabene in den staub zu ziehn Schiller 11, 336 G.; vom leuchtenden vorbild: (von solchen kämpfen) meldet die geschichte in drei strahlendsten beispielen E. M. Arndt schr. f. u. an s. lb. Deutschen 3 (1845) 186; strahlende wunden Jung-Stilling s. schr. (1835) 1, 533; strahlende taten Jean Paul w. 45/47, 296 H. 10@ff) in der botanischen fachsprache vom stand der blüten und blütenblätter, vgl. strahl 8 b, sp. 769: radians strahlend 'wenn in einem blüthenstande, dessen blüthen gleich hoch gestellt sind ..., die randblüthen gröszer sind und eine strahlige einfassung bilden' z. b. in den blüthenkörbchen von helianthus, chrysanthemum Bischoff wb. (1839) 166; etwas strahlend Schlechtendal flora v. Deutschl. 27, 193; wegen des abstehenden, strahlenden kelches Ratzeburg standortsgewächse (1859) 80.
34698 Zeichen · 807 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strahlen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Strahlen , verb. regul. act. & neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert, Strahlen von sich werfen,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    strahlen

    Goethe-Wörterbuch

    strahlen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    strahlen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    stra h le n [trûlə Horbg. ] mit Steinchen spielen. Die Mädchen legen die Steinchen auf die Hand, werfen sie in die Höhe…

  4. Spezial
    strahlen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    strah|len vb.intr. 1 (Strahlen aussenden) raié (raia) 2 (scheinen) slominé (-na) 3 sflandoré (-rëia) 4 ‹fig› (glücklich …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strahlen

344 Bildungen · 330 Erstglied · 10 Zweitglied · 4 Ableitungen

strahlen‑ als Erstglied (30 von 330)

strahlenabend

DWB

strahlen·abend

strahlenabend , m. , bei untergehender sonne ( vgl. oben ) F. v. Sonnenberg ged. (1808) 94 . —

Strahlenachsen

Meyers

strahlen·achsen

Strahlenachsen , die Richtungen in optisch zweiachsigen Kristallen, in denen nur ein einziger Lichtstrahl sich fortpflanzt; vgl. Doppelbrech…

strahlenähnlich

DWB

strahlen·aehnlich

strahlenähnlich , adj. : mit einem strahlenähnlichen zirkel von weiszen federn J. G. Forster schr. 2, 54 ; mit strahlenähnlichem federschmuc…

strahlenäugig

DWB

strahlen·aeugig

strahlenäugig , adj. ( entspr. oben 4): das strahlenäugige mägdelein Bürger 186 a Bohtz ( Pröhle volksl. 49, 3 ). —

strahlenangesicht

DWB

strahlen·angesicht

strahlenangesicht , n. , entsprechend oben 4: ein muster ... klärt, wenn es mit seinem str. auftritt, mehr auf, als hundert leichenfackeln d…

strahlenantlitz

DWB

strahlen·antlitz

strahlenantlitz , n. , wie oben -angesicht: R. Z. Becker mildheim. lb. 2 ; Rückert w. (1867 f. ) 7, 274; o wende dein strahlenantlitz mit de…

Strahlenarm

Campe

strahlen·arm

◬ Der Strahlenarm , — es, Mz. — e , ein strahlender, von Schönheit und Weiße glänzender Arm. Michael schlang mit dem Strahlenarme ihn enger …

strahlenart

DWB

strahlen·art

strahlenart , f. ( physikalisch ) s. oben 3 c: Muspratt chemie 8, 1618 ; 1695; Karmarsch-Heeren 3 2, 628; Lueger 7, 55 . —

strahlenartig

DWB

strahlen·artig

strahlenartig , adj. : der kranz, der strahlenartig sein haupt umgibt F. G. Welcker alte denkmäler 3, 172 ; str. zugespitzt B. Gräf antike v…

strahlenauge

DWB

strahlen·auge

strahlenauge , n. , entspr. oben 4: die strahlenaugen seines herzenskindes J. Meszner 199 bibl. deutscher schriftst. a. Böhmen ( A. Bäuerle …

strahlenbach

DWB

strahlen·bach

strahlenbach , m. : zu den strahlenbächen, die plötzlich durch die wolken brechen und helle glut entzünden Brentano schr. 2, 525 . —

strahlenbahn

DWB

strahlen·bahn

strahlenbahn , f. , so der sonne Schiller 13, 8 ( Macbeth 1, 2) G. ; sein ( des mondes ) wiederschein eine glitzernde str. durch die wellen …

strahlenball

DWB

strahlen·ball

strahlenball , m. : in Selenens sanfterem strahlenballe W. v. Humboldt w. 4, 378 . —

strahlenband

DWB

strahlen·band

strahlenband , n. : str. der sonne vgl. Raimund w. 2, 201 ( Laistner nebelsagen [1879] 31 ; der sterne Stolberg w. 3, 371 ); im auge ( wie o…

strahlenbande

DWB

strahlen·bande

strahlenbande , f. : die sonne ... suchte wie mit strahlenbanden die halme aufzurichten B. Auerbach schr. 11, 142 ( Herder 29, 561 S. ). —

strahlenbang

DWB

strahlen·bang

strahlenbang , adj. : str. vor den strahlen des lichts der erkentnis Baggesen poet. w. 4, 208 . —

strahlenbau

DWB

strahlen·bau

strahlenbau , m. , strahlenförmige anlage eines gebäudes Mothes 2, 409 . —

strahlenbekränzt

DWB

strahlenbekränzt , adj. : der strahlenbekränzte Mithras Wieland bei Böttiger lit. zustände 2, 170 ( Welcker alte denkm. 3, 72 ; Ed. Gerhard …

strahlenbild

DWB

strahlen·bild

strahlenbild , n. : das zurückreflektirende str. Göthe II 5, 2. 350 W.; das str. der sonne vgl. Jean Paul 34, 38 H, eines sternes Körner 2, …

strahlen als Zweitglied (10 von 10)

anstrahlen

DWB

anstrahlen , irradiare, nnl. aanstralen: die sonne strahlt den mond, der mond die erde an; sanft angestrahlt. Brockes 2, 148. 287 ; der herl…

ausstrahlen

DWB

aus·strahlen

ausstrahlen , radiare, nnl. uitstralen: ausstrahlende wärme; nicht dies die sonne, deren licht einst ausgestralet auf barbaren. Rückert 295 …

bestrahlen

DWB

bestrahlen , irradiare, collustrare, umstrahlen, bescheinen, nnl. bestralen, schw. bestrla, dän. bestraale: wie kein morgen sie brachte, ke…

durchstrahlen

DWB

durch·strahlen

durchstrahlen , 1 1. untrennbar, mit leuchtendem glanz durchdringen, erfüllen. die sonne durchstrahlt das feld. die flammen durchstrahlten d…

losstrahlen

MeckWBN

los·strahlen

Wossidia losstrahlen auf jem. strahlend zugehen: Bräsig strahlte up em los Reut. 3, 107; 6, 109.

rinstrahlen

MeckWBN

rin·strahlen

Wossidia rinstrahlen strahlend hereinkommen: (Pomuchelskopp) strahlte ... in de Dör rinne Reut. 2, 108; 6, 231; as hei ... in 'n Saal rinstr…

rutstrahlen

MeckWBN

rut·strahlen

Wossidia rutstrahlen im Strahl herauskommen: dat (Milch aus dem Euter) strahlt man so rut Ro Rostock@Rethwisch Rethw ; de Sirup würd' ruters…

überstrahlen

DWB

ueber·strahlen

überstrahlen , v. 1 1) in untrennb. verbindung. 1@a a) etwas ü., mit strahlendem lichtglanz überdecken, erfüllen, in eigentlichem und bildl.…

umstrahlen

DWB

umstrahlen , vb. , untrennbar, ringsum bestrahlen, mit strahlen umgeben: Saul der verfolger fällt zur erden, umstrahlt von gott und licht Lo…

Wiederstrahlen

Adelung

wieder·strahlen

Wiederstrahlen , verb. regul. act. & neutr. im letzten Falle mit dem Hülfsworte haben, einen Strahl und strahlenden Glanz zurück werfen; ing…

Ableitungen von strahlen (4 von 4)

bestrahlen

DWB

bestrahlen , irradiare, collustrare, umstrahlen, bescheinen, nnl. bestralen, schw. bestrla, dän. bestraale: wie kein morgen sie brachte, ke…

entstrahlen

DWB

entstrahlen , 1 1) refulgere: der abendstern entstrahlte dem himmel. Messias 15, 1241 ; des ritters angesicht entstrahlten stolz und freude.…

erstrahlen

DWB

erstrahlen , radios emittere, erglänzen: der mond erstrahlt sanft vom lichte der sonne; ihr gesicht erstrahlt von schönheit; der hoheit edle…

verstrahlen

DWB

verstrahlen , verb. , selten, aber in verschiedenartiger verwendung. Campe. 1 1) intrans., ' aufhören zu strahlen, sich strahlend erschöpfen…