lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

schnaufen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
35
Verweise raus
75

Eintrag · Pfälzisches Wb.

schnaufen schw.

Bd. 5, Sp. 1263
schnaufen schw.: 1.a. 'atmen, Luft holen', von Menschen und Vieh, schnaufe (šnaufə) [verbr. außer lothr. SWPf, Bertram § 130 Christmann Kaulb 20 Höh 132 Kühn Hamet 134 Mang 125 Müller Dietschw 66 Schneckenburger 29, 49, Lambert Penns 137 Krämer Gal 190], schnufe (šnūfə) [mancherorts lothr. SWPf]; Part. Perf. geschnauft [verbr.]; vgl. Ausschnaufer, Geschnaufe; Zs.: auf-, aus-, verschnaufen; dorch die Nas schnaufe, vom Pferd [WD-Niedkch]. Er kann net sch. [LU-Opp]. Er schnauft noch 'Er atmet, lebt noch' [LU-Opp]. Ich kann net recht sch. [BZ-Dernb]. Der kann seim Nochber 's Schnaufe net vergunne 'Der ist neidisch auf seinen Nachbarn und gönnt ihm nichts' [KU-Liebsth]. Er schmeißt de Hinkel Welschkarn 'Maiskörner' hie / Un gebt ne aa zu saufe; / Ach! Hett er's juscht so gut wie die, / Noh kennd er freier schnaufe [Birmelin Penns Gezw. 63]. Noh kummt en Ochs an's Wasser bei / Un fangt mol aa zu saufe; / Der Bullfrack 'Ochsenfrosch' schpringt in's Wasser nei, / Hot gnapps die Zeit fer schnaufe [Birmelin Penns Gezw. 80]. Schnaufsch durch die Nos in Intervalle [Damm Nachtdischlamp 56]. RA.: ufhere se sch. 'sterben' [Höh 160]. Er hot 's letschtmol geschnauft 'Er ist gestorben' [SPf]. (Der) Er hot's Schnaufe vergesse 'Er ist gestorben' [LU-Friesh, KU-Schmittw/O NW-Freinsh Kallstdt Hebel 27 Otterstetter 226]. Er hot mim Schnaufe ze schaffe 'Es fällt ihm schwer, Luft zu bekommen' [LU-Friesh]. Jemanden schlagen, bis er 's Schnaufe loßt [KU- Wahnwg.] Volksgl.: Wammer in en Vogelnescht schnauft, gehn die Alte nimme druf [Fogel Beliefs Penns Nr. 2068]. Fer Schlickser trink drei, sibe oder nein Schluck Wasser uhne (ohne) geschnauft [Fogel Beliefs Penns Nr. 1526]. Wann ens der Blohuschte 'Keuchhusten' hot, fangt mer 'n Fisch aus em Wasser, loßt 's draⁿ rieche oder loßt der Fisch uf 's Schnaufe, no geht der Huschte weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1805]. — b. 'schnell atmen, hörbar keuchen und Luft (durch die Nase) ausstoßen, nach Luft schnappen, bes. bei Anstrengung', von Menschen und Vieh, schnaufe [verbr. außer lothr. SWPf, Juner 90, Don-Schowe Torscha Gal-Josbg], schnoufe (šnoufə) [IB-Seelb], schnufe [HB-Nd'gailb Seyw Utw IB-Gersh Habkch]; Syn.: atmen, aufziehen III4, balgen 3, pfeifen 1 c, blähen1 3, blasen 4, blästern 2, pumpen 2 b, pusten, trämchen, verfangen 1aβ, gapchen, gaupsen 1, heben I 2 d, hecheln1, hechen, hechten, hechzen, hetzen2, holen 1 f, hörcheln 1, jächen, japsen, jasten, jästen 1bγ, kärmsen 1aε, keichen, keifen, keuchen, kräcksen1 2, krucksen 1, lällen, lechern1 1, lechzen, quarchen, quärchen 1, rasseln 1fα, röcheln, schlägebäucheln, schnappen 7 a, schnarcheln 2, schnarksen 2, schnauben 1, schnausen 7, schneuzen 1 b, schöpfen 2; arich (arg) sch. [KU-Bedb NW-Wachh LA-Nußd GH-Bellh Sondh]; hart sch. [LU-Opp NW-Rödh]; fescht sch. [NW-Ungst LA-Edh GH-Wörth]; korz sch., vom Hund [PS-Geisbg]; dief sch. [ZW-Battw]. Die Kuh schnauft [NW-Forst, mancherorts], arich [PS-Rodalb], hart [PS-Hintwdth LA-Insh BZ-Eußth GH-Schwegh]. Der schnauft so hart [NW-Duttw]. Wenn die Kuh üwerhascht oder üwerjascht ist, dann tut sie hard sch. [LA-Siebdg]. Ich muß fescht sch. [PS-Erfw]. Gell, es geht zu schnell, du muscht sch.! [BZ-Dernb]. Ich häbb sch. misse [GH-Kand]. Ich hab orndlich sch. misse [Frankth]. E Pälzer Musikant, der schnauft in sei Trombeet [Kraus Pat 28]. Die Kleidung ist so eng, mer kann kaum drin sch. [ZW-Gr'bundb]. RA.: sch. wie en (e) dämbicher (dämpfig 'asthmatisch') Gaul [FR-Bockh, Krämer Gal 190], wie en alder Gaul [KL-Stelzbg], wie e Poschtgaul [PS-Gersb], wie e Perd [ZW-Mörsb], wie 'n Ochs [NW-Freinsh], wie e g(e)stoppd(i) Gans [KU-Schmittw/O LU-Dannstdt Friesh SP-Dudhf W'see LA-Birkw Herxhwey Roschb GH-Knitth, L. Hartmann in: Bayerland 1933 480, mancherorts Don Gal Buch], wie e Stoppgans [Don-Schowe], wie e fedd(i) Gans [KB-Kerzh Stett FR-Bockh Carlsbg Höning NW-Lambr, Gal-Dornf], wie e fedder Gansert [RO-Semb], wie e Dampappel (Dampfapfel) [KU-Wolfst], wie e Dampfmaschin [GH-Kand], wie e Dreschmaschin [KB-Kriegsf]. Du schnaufscht jo wie e fedder Gansert [KL-Heilmosch], als wannsche Hase gejaht häscht [KL-Heilmosch]. Du schnaufsch jo, als wann de de Eelberg (Ölberg) abtraa mischt [Kaislt]. Dem iss sei' Maul a Stiefkind unn er schnauft wie e feddi Gans [Westricher Kalender 1957 102]. Schnaufscht wie e Jagdhund, wer war dann hinne an der? [KU-Dennw/Frohnb]. — c. 'bei heftigem Ein- und Ausatmen die Nüstern aufblähen', vom Pferd [KU-Hefw RO-Dielkch]; vgl. schneuzen 1 b. — d. verschnaufen 'nach einer Anstrengung wieder zu normalem Atem kommen, ausruhen'. — 2. 'stehlen, entwenden' [KU-Hachb]. — Rhein. VII 1566/67; Lothr. 462, Els. II 495/96 schnufen; Hess.-Nass. III 333; Frankf. V 2777.
4793 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnaufen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schnaufen , verb. reg neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches einen etwas stärkern Grad des Schnaubens bezeichnet, wo d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnaufen

    Goethe-Wörterbuch

    schnaufen einmal -ff- angestrengt tief u geräuschvoll atmen [ Brander, mBez auf die vergiftete Ratte: ] Sie kam vor Angs…

  3. modern
    Dialekt
    schnaufenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schnaufen schw. : 1. a. 'atmen, Luft holen', von Menschen und Vieh, schnaufe (šnaufə) [verbr. außer lothr. SWPf, Bertram…

  4. Sprichwörter
    Schnaufen

    Wander (Sprichwörter)

    Schnaufen 1. Das geht, dass es schnauft, sagte der Bauer, und ritt auf der Sau. 2. Wer schnauffet als ein dachs vnd trin…

  5. Spezial
    Schnaufen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Schnau|fen n. (-s) fladé m. ▬ einmaliges Schnaufen fladada f. ; längeres Schnaufen fladamënt m. ; cristamënt m.

Verweisungsnetz

81 Knoten, 88 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 1 Kompositum 69 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnaufen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schnaufen 2 Komponenten

schna+ufen

schnaufen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnaufen als Zweitglied (1 von 1)

verschnaufen

DWB

versch·n·aufen

verschnaufen , verb. die jetzt gewöhnliche nebenform zu verschnauben in gleicher bedeutung, ( s. das. ) mhd. noch nicht belegt, doch begegne…

Ableitungen von schnaufen (3 von 3)

beschnaufen

DWB

beschnaufen , dasselbe: welchen der bär beschnaufte. Zinkgref apophth. 76, 16 .

ERSCHNAUFEN

DWB2

ERSCHNAUFEN vb. präfixbildung zu schnaufen vb. vgl. erschnauben. 1 sich verschnaufen, sich ausruhen: 1537 recipe animum, fass den athem, ruͦ…

verschnaufen

DWB

verschnaufen , verb. die jetzt gewöhnliche nebenform zu verschnauben in gleicher bedeutung, ( s. das. ) mhd. noch nicht belegt, doch begegne…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schnaufen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnaufen/pfwb?formid=S04355
MLA
Cotta, Marcel. „schnaufen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnaufen/pfwb?formid=S04355. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schnaufen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnaufen/pfwb?formid=S04355.
BibTeX
@misc{lautwandel_schnaufen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schnaufen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/schnaufen/pfwb?formid=S04355},
  urldate      = {2026-05-15},
}