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Schnauben

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Verweise raus
22

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schnauben

Bd. 3, Sp. 1589
Schnauben, verb. reg. act. noch häufiger aber neutr. mit dem Hülfsworte haben. Es ist eine Onomatopöie und ahmet das heftige Ausstoßen und Einziehen des Athems durch die Nase genau nach, dessen noch stärkerer Grad durch schnaufen ausgedruckt wird. 1) Den Athem mit Heftigkeit durch die Nase einziehen und ausstoßen. Ihre Rosse schnauben zu Dan, Jer. 8, 16. Wie schnaubte die grimmige Nase Flammen umher! Zachar. Im Niedersächsischen bedeutet es auch noch theils schnäutzen, die Nase schnauben, theils schnupfen, oder Schnupftobak nehmen, welche beyde Bedeutungen, besonders aber die letzte, im Hochdeutschen ungewöhnlich sind. 2) In weiterm Verstande bedeutet es in der Deutschen Bibel nach einer Morgenländischen Figur stark Athem hohlen, und athemen überhaupt. Da schnaubete der Knabe sieben Mahl, 2 Kön. 4, 35. So lange das Schnauben von Gott in meiner Nase ist, Hiob 27, 3. Das Schnauben in unserer Nase ist ein Rauch, Weish. 2, 2. Im Hochdeutschen ist es hier ungewöhnlich. 3) Figürlich, wo es ein Ausdruck gewisser heftiger Gemüthsbewegungen ist, welche oft mit einem Schnauben verbunden sind. Geht hin, die ihr nach Golde schnaubet, Uz; die ihr eine heftige ungesittete Begierde nach Gold habet. Saul schnaubete mit Dräuen und Morden, Apost. 9, 1. Wenn wir in spätern Sprechen den Zorn schon als Phänomen des Gesichts oder als Abstractum in den Wurzeln charakterisiren und ihn also nur sehen und denken: so hört ihn der Morgenländer, hört ihn schnauben, höret ihn brennenden Rauch und stürmende Funken sprühen. Das ward Nahme des Worts, die Nase Sitz des Zorns; das ganze Geschlecht der Zornwörter und Zornmetaphern schnauben ihren Ursprung, Herd. Die Engl. to snib und to snub, die Schwed. snäfa und snubba, das[] Isländ. snubba, werden gleichfalls von ungestümen Ausbrüchen des Zornes gebraucht. So auch das Schnauben. Anm. Im Nieders. snuven, im Holländ. snuyven, im Engl. to snuff, to sniff, im Schwed. snufva. Im Nieders. ist daher Snuff und Snuffe, und ohne Zischlaut Nibbe und Nüff, so wohl die Nase als die Schnautze. Es ist eine Nachahmung des Lautes, wohin ohne den intensiven Zischlaut auch das Hebr. בפה, blasen, gehöret. Im Oberdeutschen hat man für schnauben auch das Zeitwort schnieben, welches irregulär gehet, ich schnieb, oder noch häufiger schnob, Mittelw. geschnoben. Die Hochdeutschen verwechseln dieses zuweilen mit dem regulären schnauben, und machen dieses im Imperf. und Partic. nicht selten schnob, geschnoben; welches aber minder richtig ist. Schnauben, schnaufen und dessen verkleinernde Iterativa schnaufeln und schnüffeln, schnaupen, schnupfen und schnäutzen sind alle Wörter Eines Stammes, nur daß sie verschiedene Abänderungen einer und eben derselben Sache bezeichnen.
2707 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnauben

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schnauben , verb. reg. act. noch häufiger aber neutr. mit dem Hülfsworte haben. Es ist eine Onomatopöie und ahmet das he…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnauben

    Goethe-Wörterbuch

    schnauben 1 (in gespannter Aufmerksamkeit, Wut od Aufgeregtheit) geräuschvoll durch die Nase atmen, insbes die Luft heft…

  3. modern
    Dialekt
    schnaubenschw.

    Pfälzisches Wb.

    schnauben schw. : 1. 'Luft durch die Nase oder Nüstern blasen', vom Vieh (Pferd, Kuh), schnaube (šnaubə) [KU-O'staufb RO…

  4. Sprichwörter
    Schnauben

    Wander (Sprichwörter)

    Schnauben 1. Et gaid, dat et sniuwed, sach de Junge, doa räit hä opper Suege. ( Hemer in der Grafschaft Mark. ) – Fromma…

  5. Spezial
    schnauben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schnau|ben (schnaubt, schnob, geschnoben) vb.intr. 1 fladé (-da) 2 (keuchen) süsté (-ta), cristé (-ta).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnauben

11 Bildungen · 3 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schnauben 2 Komponenten

schnau+ben

schnauben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnauben‑ als Erstglied (3 von 3)

schnauben II

RhWB

schnauben II das Wort, auf snûben zurückgehend, zu dem im Westerw, Siegld auch schnieben (-ē:w-) steht u. im Rip, Berg schnäuben ( < snäuben…

schnauben als Zweitglied (4 von 4)

anschnauben

DWB

anschnauben , n. afflatus: so ist uns auch umgekehrt mitten in der warmen freude das kalte anschnauben des windigen schicksals am schädlichs…

ausschnauben

DWB

aus·schnauben

ausschnauben , respirare, nnl. uitsnuiven: er musz erst ausschnauben; das pferd ausschnauben, verschnauben lassen. s. ausschnaufen .

beschnauben

DWB

beschnauben , naribus explorare, beriechen: Iduna ( eine stute! ) geführt von mir, bestraft, gestreichelt, heftiger angeredt, dann leiser, s…

verschnauben

DWB

ver·schnauben

verschnauben , verb. aufhören zu schnauben, nach einer heftigen bewegung wieder zu atem kommen, sich erholen. jetzt gewöhnlicher verschnaufe…

Ableitungen von schnauben (4 von 4)

beschnauben

DWB

beschnauben , naribus explorare, beriechen: Iduna ( eine stute! ) geführt von mir, bestraft, gestreichelt, heftiger angeredt, dann leiser, s…

erschnauben

DWB

erschnauben , erschnaufen , respirare, verschnaufen. 1 1) refl. sich erschnauben, erathmen, erholen: der gehend kompt noch vor eim laufenden…

verschnauben

DWB

verschnauben , verb. aufhören zu schnauben, nach einer heftigen bewegung wieder zu atem kommen, sich erholen. jetzt gewöhnlicher verschnaufe…

Zerschnauben

Campe

Zerschnauben , v. trs . durch Schnauben zertheilen, zersprengen. D. Zerschnauben .