Eintrag · Rheinisches Wb.
- Anchors
- 1 in 1 Wb.
- Sprachstufen
- 1 von 16
- Verweise rein
- 3
- Verweise raus
- 4
schnauben II das Wort, auf snûben zurückgehend, zu dem im Westerw, Siegld auch schnieben (-ē:w-) steht u. im Rip, Berg schnäuben (< snäuben) u. schnuffen, schnuppen u. im Rhfrk, Mosfrk schnaufen, schnaupen, ist als -ū:və, –ūv-, –ūw- (im nfrk. Geb. ohne Schärfung) (mhd., md. snûben »schnarchen«; ndl. snuiven »schnauben«) verbr. im Rip, Nfrk [in Kref-Fischeln, Geld-Kevelaer, NKlev, Rees -ȳw-; in Dür, Jül, Aach auch -uv-]; südl. des Geb. -auw-, –ǫuw-, –ouw-, –ǫ·u.w- in Birkf-Schwarzenb, Saarl, Merz, Saarbg, Mos, Goar-Salzig, Eif; -o·u.w- im Diphthonggeb. der Ahr; -ǫuw- Altk-Birnb; -w- OAltk; -ūw- Weierzhg Weitef; -ȳw-, –ī-, Prät. -übdə [Weidenau -ūw-; in Siegen u. südl. davon -ēwə s. schnieben] Siegld; -w- Koch-Lutzerath, Daun-Boxbg, Neuw-Datzeroth; -ęiw- Bernk-Haag; flektiert en šnauft, Part. gəšnauft in Geb. von -auwən; hE šnū:f(t) Rip, -uft Nfrk; doch -ȳ:f(t) vielfach RRip, Berg, Köln; -yf(t) NBerg, Eusk-Liblar, Köln-Ld, Bergh, Dür, Jül, Aach, SNfrk, Klevld (u. -ø-); Prät. im Geb. von -ū:və, -ū-, –ū:fdə, –u-, veralt. -of, –ōf (SNfrk -ūəf), Part. meist jəšnū:f(t), –u-; doch noch Berg, Ruhr jəšnōwə, –ǫw- (Wermelsk -ouw-); SNfrk jəšnəvə, –ōə- schw., st.: 1. absol. a. den Atem häufig u. heftig durch die Nase ziehen, geräuschvoll durch die Nase schwer, keuchend atmen, infolge Anstrengung, Asthma udgl., von Mensch u. Tier, auch beim Weinen schluchzen, schwer atmend seufzen, stöhnen; erregt, schwer atmend sprechen; durch die Nase sprechen; niesen; fauchen, von der Katze [schnaubend wiehern, vom Pferde Ruhr]; de Berg herop es he am schn.; (heran-, herop)geschnuf komme; lot us jet schn. Atem schöpfend rasten; et Veh schnuf bläst das Futter aus der Krippe Allg. RA.: He schnuf wie ene Das (Dachs) Rip, MGladb, — en Bär Wermelsk, — enen Hengs Klev-Calcar, — e Postperd Siegld-Helberhsn, — met de Nas we en Elefant Ruhr. — b. den Inhalt der Nase hinaufziehen; he es am Schn.; botz den Nas en loss dat Schn. sen! Rip, Nfrk. — c. schnuppern, bes. von Pferden; dat Perd schnuf (an alles), — öm sech eröm, — an de Krepp eröm, — doröm Rip, Allg. — d. den Atem in schneller Wiederholung durch die Nase ziehend riechen, durch den Geruch suchen, nach etwas spüren, wittern, bes. vom Hunde; übertr. vom Menschen, untersuchend durchstöbern, schnüffeln, vorwitzig sein, nach Neuigkeiten lauern, heimlich erkunden; der Hongk (Hund) es am schn., — schnuf no jet; en ener Kes (Kiste) erömschn.; he geht erömschn. Rip, Allg. — e. et schnuf (-ȳ-) es weht ungestüm, es geht rasend schnell, es dröhnt, auch der Wengk (Wind) schn. (arg); de Arbet schn. der ävver geht sehr flott vonstatten Rip, Berg, Ruhr. RA.: Dat geiht, dat et schnüf Ruhr, Allg. Dat schnüft, dat schn., har (hatte) der Fuss (Fuchs) gesat, do kom he op er Sau geriən (geritten) Gummb-Berghsn. — 2. trans. a. etwas aus einem Behälter durch Schn. blasen; dat Perd schnuf de Heckels us der Krepp Sieg, Allg. — b. de Nas (erop)schn. den Naseninhalt hinaufziehen; sech de Nas schn. die Nase schnäuzen, putzen Rip, Nfrk. RA.: Schnuf dech de Nas self! kehre vor deiner Türe MGladb. — c. absol. u. Tabak, eine Prise schn., Schnupftabak nehmen; en hot stork geschnauft all sei Lewe langk Bitb, Allg.; komm, schnuf ens (met)! MGladb, Allg. RA.: We rock (raucht), de rück (riecht) wie e Ferke; we schnüff, süht ut wie e F., un we prümmt (Tabak kaut), dat es e F. MGladb. Du bes geck en du net luəs (schlau), da schn. für (wir) allebeids us eng (einer) Duəs wir kennen uns u. haben uns gegenseitig nichts vorzuwerfen Aach-Stdt. E schnuf gern us ander Löcks (Leute) Dus ist ein Schmarotzer, ein Weiberjäger MüEif. Kalt schn. in einem kalten, schlecht geheizten Zimmer sich aufhalten; he mott k. schn. ist in seiner Erwartung getäuscht; loss en k. schn.! lass ihn abfahren Eusk, Köln-Stdt, Monsch, Jül, Aach, MGladb. De (mit seiner grossen Nase) kann Hauklotzer schn. Sülzt, — klen Eərpel (Kartoffeln) schn. Sieg-Lohmar. Schnuff dich die Radies, da has de et Gröngt (Grüne) en auch et Grist (Graue) Aach, Neuss. Ene fette Has schn. vorteilhaften Einkauf machen Aach-Stdt. Loss mich och ens schn.! gesagt, wenn ein befreundeter reicher Mann in seinem Geldbeutel herumkramt MGladb. Enge (einem) jet ze schn. gevve Unannehmlichkeiten bereiten Aach, Allg. Sich jet schn. einen Vorteil erhaschen; schnuff dich dat! merke dir das Aach. — d. etwas schn., Leckeres essen; ebbes Feines schn.; mer kriet elei (hier) neist Örndliches ze schn.; göt et neist ze schn.? Trier-Stdt (-ouw- u. -ā:w); en enem Nu hatt he de ganze Brode (Braten) geschnuf MüEif. — e. (sich) enen schn. einen trinken, sich einen genehmigen; he schnuf (sich) gern ene Rheinb, Berg, Ruhr, Mörs. — f. se enem schn.; der hät se geschnuf kreg er hat einen starken Verweis erhalten, ist ausgeschimpft worden, ist geprügelt w. Bo, Prüm-Mürlenb 1860. — Abl.: die Schnauwerei (-ū:v-, –ūv-), dat Geschnauf(s).
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.
-
modern
Dialektschnauben II
Rheinisches Wb.
schnauben II das Wort, auf snûben zurückgehend, zu dem im Westerw, Siegld auch schnieben (-ē:w-) steht u. im Rip, Berg s…
Verweisungsnetz
6 Knoten, 7 Kanten
Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen
Filter:
Anchor 1
Kompositum 5
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit schnaubenii
0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen
Keine Komposita gefunden — schnaubenii kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.
Zitieren als…
- APA
-
Cotta, M. (2026). „schnaubenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnaubenii/rhwb?formid=S10264
- MLA
-
Cotta, Marcel. „schnaubenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnaubenii/rhwb?formid=S10264. Abgerufen 16. May 2026.
- Chicago
-
Cotta, Marcel. „schnaubenii". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnaubenii/rhwb?formid=S10264.
- BibTeX
-
@misc{lautwandel_schnaubenii_2026, author = {Cotta, Marcel}, title = {„schnaubenii"}, year = {2026}, howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern}, url = {https://lautwandel.de/lemma/schnaubenii/rhwb?formid=S10264}, urldate = {2026-05-16}, }