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Schnauben

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schnauben v., intrs, trs

Bd. 4, Sp. 228b
Schnauben, v. intrs. u. trs. regelm. u. unregelm. unl. verg. Zeit, ich schnob oder † schnieb, Mittelw. d. verg. Z. geschnoben (s Schnieben) den Athem durch die Nase heftig und mit einigem Geräusch, welches durch das Wort selbst nachgeahmt wird, einziehen und ausstoßen, und so athmend mit der Luft ausstoßen, welche Handlung in einem stärkern Grade durch schnaufen ausgedruckt wird. »Ire Rosse schnauben zu Dan.« Jer. 8, 16. Flammen, Funken schnauben, durch die Nase mit der Luft ausstoßen. — ein porzellänener Wallfisch Schnob den kristallenen Spring — Voß. I engerer Bedeutung, durch heftiges Ausstoßen der Luft aus der Nase einen andern in derselben befindlichen verstopfenden Körper herausbringen, und sie reinigen. Die Nase schnauben, oder sich schnauben, die Nase auf solche Art von darin befindlichem Rotze reinigen. S. Schnäuzen. I einer andern engern Bedeutung im N. D. wo es sknuven lautet, und woher schnupfen kömmt, † mit der Luft in die Nase in die Höhe ziehen. Tabak schnauben, schnupfen. I weiterer Bedeutung in der Bibel, stark Athem holen und athmen überhaupt. »Da schnaubete der Knabe sieben Mahl.« 2 Kön. 4, 35. »So lange das Schnauben von Gott in meiner Nase ist.« Hiob 27, 3. Uneigentlich, schnaubend d. h. heftig athmend, sofern dies ein Zeichen und Ausdruck gewisser heftiger Gemüthsbewegungen ist, eine Gemüthsbewegung äußern, etwas thun, nach etwas streben , wo es in weiterer Bedeutung auch solches Handeln aus heftiger Gemüthsbewegung bezeichnet, ohne daß jenes heftige Athmen wirklich damit verbunden zu sein braucht. Doch die Achäer rückten still heran, Wut schnaubend, und gefaßt in ihrem Sinn Für Einen Mann zu stehn. Bürger. (R.) — — und im Qualmdampf Schnauben sie Feuer des Lasters — Baggesen. Es schnaubt der Doggen Spürkraft durch die Wälder, Schiller, d. h. die spürenden Doggen eilen schnaubend oder heftig athmend und die Spur aufsuchend und verfolgend durch die Wälder. Geht hin, die ihr nach Golde schnaubet, Uz; d. h. die ihr eine heftige Begierde nach Golde äußert. »Saul schnaubete mit Dräuen und Morden.« Apostelg. 9, 1. Vor Wut schnauben. »Wenn wir in spätern Sprachen den Zorn — — nur sehen und denken: so hört ihn der Morgenländer, hört ihn schnauben, höret ihn brennenden Rauch und stürmende Funken sprühen. Das ward Name des Worts, die Nase Sitz des Zorns; das ganze Geschlecht der Zornwörter und Zornmetaphern schnauben ihren (schnaubet seinen) Ursprung.« Herder. D. Schnauben. D. — ung.
2454 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnauben

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schnauben , verb. reg. act. noch häufiger aber neutr. mit dem Hülfsworte haben. Es ist eine Onomatopöie und ahmet das he…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnauben

    Goethe-Wörterbuch

    schnauben 1 (in gespannter Aufmerksamkeit, Wut od Aufgeregtheit) geräuschvoll durch die Nase atmen, insbes die Luft heft…

  3. modern
    Dialekt
    schnaubenschw.

    Pfälzisches Wb.

    schnauben schw. : 1. 'Luft durch die Nase oder Nüstern blasen', vom Vieh (Pferd, Kuh), schnaube (šnaubə) [KU-O'staufb RO…

  4. Sprichwörter
    Schnauben

    Wander (Sprichwörter)

    Schnauben 1. Et gaid, dat et sniuwed, sach de Junge, doa räit hä opper Suege. ( Hemer in der Grafschaft Mark. ) – Fromma…

  5. Spezial
    schnauben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schnau|ben (schnaubt, schnob, geschnoben) vb.intr. 1 fladé (-da) 2 (keuchen) süsté (-ta), cristé (-ta).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnauben

11 Bildungen · 3 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schnauben 2 Komponenten

schnau+ben

schnauben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnauben‑ als Erstglied (3 von 3)

schnauben II

RhWB

schnauben II das Wort, auf snûben zurückgehend, zu dem im Westerw, Siegld auch schnieben (-ē:w-) steht u. im Rip, Berg schnäuben ( < snäuben…

schnauben als Zweitglied (4 von 4)

anschnauben

DWB

anschnauben , n. afflatus: so ist uns auch umgekehrt mitten in der warmen freude das kalte anschnauben des windigen schicksals am schädlichs…

ausschnauben

DWB

aus·schnauben

ausschnauben , respirare, nnl. uitsnuiven: er musz erst ausschnauben; das pferd ausschnauben, verschnauben lassen. s. ausschnaufen .

beschnauben

DWB

beschnauben , naribus explorare, beriechen: Iduna ( eine stute! ) geführt von mir, bestraft, gestreichelt, heftiger angeredt, dann leiser, s…

verschnauben

DWB

ver·schnauben

verschnauben , verb. aufhören zu schnauben, nach einer heftigen bewegung wieder zu atem kommen, sich erholen. jetzt gewöhnlicher verschnaufe…

Ableitungen von schnauben (4 von 4)

beschnauben

DWB

beschnauben , naribus explorare, beriechen: Iduna ( eine stute! ) geführt von mir, bestraft, gestreichelt, heftiger angeredt, dann leiser, s…

erschnauben

DWB

erschnauben , erschnaufen , respirare, verschnaufen. 1 1) refl. sich erschnauben, erathmen, erholen: der gehend kompt noch vor eim laufenden…

verschnauben

DWB

verschnauben , verb. aufhören zu schnauben, nach einer heftigen bewegung wieder zu atem kommen, sich erholen. jetzt gewöhnlicher verschnaufe…

Zerschnauben

Campe

Zerschnauben , v. trs . durch Schnauben zertheilen, zersprengen. D. Zerschnauben .