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Scheinen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
18 in 18 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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180
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105

Eintrag · Campe (1807–1813)

Scheinen ntr, trs

Bd. 4, Sp. 100b
Scheinen, v. unregelm. unl. verg. Z. ich schien, Mittelw. der verg. Z. geschienen, Befehlw. scheine. — I) ntr. mit haben. 1) Einen Schein von sich geben, besonders einen bleibenden Schein von sich geben, wie auch, dieses seines Scheines wegen sichtbar sein. Die Sonne, der Mond scheinet. Die Sonne scheinet hell, warm, sagt man besonders, wenn die Lichtstrahlen derselben ungehindert in unser Auge fallen und auf unser Gefühl wirken können, Sonne und Mond selbst also sichtbar sind, gewöhnlich sagt man aber nicht, daß die Sonne, der Mond scheine, wenn die Lichtstrahlen derselben durch Dünste und Wolken nicht in unser Auge dringen und Sonne und Mond selbst von uns nicht gesehen werden können, ob man gleich sagt, es sei Mondschein, wenn auch der Mond hinter Wolken ganz unsichtbar ist. »Ein scheinend Licht.« Joh 1, 35. »Der Blitz scheinet vom Aufgang bis zum Niedergang.« Matth. 24, 27. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung (1) Glänzen, durch sein glänzendes, schönes Außeres schon von weiten sichtbar sein, sich auszeichnen. — das Gewand, daß scheine der Bord und das goldene Stickwerk. Voß. Also schien vor den Mädchen an Reiz die erhabene Jungfrau. Ders. Nicht begehrst du zu scheinen in der Montur (im Dienstkleide) vor dem Mädchen. Göthe So auch von unkörperlichen Dingen, durch seine Vorzüglichkeit, Schönheit  bemerkbar werden  »Meine Lehre scheinet ferne.« Sir. 24, 44. — — nun wars, wo jegliches Tugend Schien — — — Voß. »Die Seligen werden helle scheinen.« Offenb. 3, 7. (2) * * Sich zeigen, erscheinen. Nu freute sich Herr Ywain, Daz Er also ungewaffent schain. Iain 7, 666. Ersichtlich, deutlich werden, gewöhnlicher erhellen. »Wie aus den Büchern scheint.« Opiz. 2) Auf eine gewisse Art empfunden werden, ohne daß die Sache gerade so ist, wie sie empfunden wird, und oft, daß die Sache ganz anders ist, als sie empfunden wird, als sie uns vorkömmt, wo dann das Scheinen dem Sein, der wirklichen und wahren Beschaffenheit entgegengesetzt ist. Die Dinge scheinen oft anders als sie sind. Es scheinet wol nur so. Was in der Nähe groß ist, scheint in der Entfernung klein. Ein Andres ist scheinen, ein Andres ist sein. Scheine was du bist, und sei was du scheinest. Besser scheinen wollen, als man ist. Dies scheint ein gutes Mittel zu sein. Es scheint, als würde nichts aus der Sache werden. Es scheint regnen zu wollen, oder, daß es regnen will, daß es regnen werde, oder als wolle, als würde es regnen. So scheint es. Mir scheint es nicht so. »Jede Stunde scheint ihm eine traurige Winternacht.« Geßner. Dem einen scheint die Sache so, dem andern anders. (3) † I Meißen sagt man auf dem Lande, das Getreide scheinet, wenn es vor der Zeit, ehe es noch kernet, gelb und zu Stroh wird, wo es theils ein uneigentlicher Gebrauch der ersten Bedeutung sein, da solche Getreidehalme wegen ihrer gelben hellern Farbe vor den übrigen frischen grünen in die Augen fallen und leuchten, oder auch zu dem N. D. verscheinen, vergehen, verschwinden gehören kann, welches sich jedoch auch recht gut als uneigentlicher Gebrauch von scheinen in seiner eigentlichen Bedeutung erklären läßt. II) * * trs. sichtbar machen; dann, zeigen, weisen, und beweisen. — D. Scheinen.
3192 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    scheinenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    scheinen swv. BMZ schînen machen, sichtbar werden lassen, zeigen, erweisen Barl. Albr. , mit dat. d. p. Roth. R. 2281. M…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scheinensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    scheinen , sw. V. Vw.: s. schēnen (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Scheinen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Scheinen , verb. irreg. neutr. Imperf. ich schien; Mittelw. geschienen; Imperat. scheine. Es wird mit dem Hülfsworte hab…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    scheinen

    Goethe-Wörterbuch

    scheinen Großschr 38,51 Vs 107 ; auch subst; 3. PersSg wiederholt (poetisch) ‘scheinet’; gelegentl apokopiert. - Von ca …

  5. modern
    Dialekt
    scheinen

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schein , scheinen s. Schin, schinen.

  6. Sprichwörter
    Scheinen

    Wander (Sprichwörter)

    Scheinen 1. Nicht alles, was scheint, wird Gold vermeint. – Parömiakon, 2338. 2. Oft scheint, wer weint. – Sprichwörterg…

  7. Spezial
    scheinen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schei|nen (schien, geschienen) I vb.intr. 1 (leuchten, glänzen) slominé (-na), fá löm 2 (Sonne, Mond) dé (dá) 3 (den Ans…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheinen

16 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von scheinen 2 Komponenten

sche+inen

scheinen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scheinen‑ als Erstglied (1 von 1)

scheinen als Zweitglied (11 von 11)

anscheinen

DWB

anscheinen , apparere, nnl. aanschijnen, ahd. aber nicht anascînan, sondern scînan ana: daʒ skînet tir ana, alsô darana schînet ( Graff 6, 5…

bescheinen

DWB

bescheinen , monstrare, sehen lassen, zeigen, bewähren, ahd. pisceinan, pisceinta ( Graff 6, 509 ), mnd. beschênen. Ssp. 2, 42; mhd. beschei…

durchscheinen

DWB

durch·scheinen

durchscheinen , durchleuchten, durchstralen pellucere, Voc. incip. teut. d 4. Henisch 774 . Stieler 1751 , Rädlein 207 b , ahd. durhskînan G…

entscheinen

DWB

ent·scheinen

entscheinen , entleuchten, entglänzen: sie stammen auch von eines engels schimmer, ich aber bin dem blicke selbst entschienen ( sagt der ede…

überscheinen

DWB

ueber·scheinen

überscheinen , v. , untrennb. verbindung; bezügl. des nebeneinander der präterita -schien und -scheinte s. d. simplex th. 8 sp. 2442. 1 1) m…

umscheinen

DWB

umscheinen , vb. , untrennbar, ' ringsum bescheinen ' oder ' strahlend rings umgeben ' : circunfulgere umbscheynen, umbglantzen Frisius (155…

verscheinen

DWB

versch·einen

verscheinen , verb. aufhören zu scheinen, mhd. verschînen, mnd. vorschînen. das wort zusammengesetzt mit schînen, scheinen. ver hat verneine…

vorscheinen

DWB

vorsch·einen

vorscheinen , verb. , vgl. fürscheinen th. 4, 1, 1, sp. 795 ( nur lexikographisch belegt ); mhd. vorschînen mhd. wb. 2, 2, 143 a ; preeminer…

Ableitungen von scheinen (4 von 4)

bescheinen

DWB

bescheinen , monstrare, sehen lassen, zeigen, bewähren, ahd. pisceinan, pisceinta ( Graff 6, 509 ), mnd. beschênen. Ssp. 2, 42; mhd. beschei…

entscheinen

DWB

entscheinen , entleuchten, entglänzen: sie stammen auch von eines engels schimmer, ich aber bin dem blicke selbst entschienen ( sagt der ede…

erscheinen

DWB

erscheinen , n. was erscheinung, nur mit stärkerer abstraction.

verscheinen

DWB

verscheinen , verb. aufhören zu scheinen, mhd. verschînen, mnd. vorschînen. das wort zusammengesetzt mit schînen, scheinen. ver hat verneine…