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Scham

mhd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
31 in 23 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
92
Verweise raus
87

Eintrag · Rheinisches Wb.

Scham

Bd. 7, Sp. 891
Scham, Schämde das Wort ist allg., meist Schämde; šām u. -- Nahe, Saargeb (doch auch die Verb. kE šęmp(t) šām u. šę·m.t Trier-Stdt (doch šęmbt Wend-Marping; šīm (šīmd veralt.) Birkf; Hunsr -ā- [doch vielfach -ī-, z. B. Simm-Ellern Laub, Goar-Steeg]; auch sonst dringt in jüngerer Zeit šām ins übrige Geb. ein); die mdl. Form ohne Umlaut unter Einfluss des Nhd. ša·m. Neuw-Dattenbg Ehrenst Kurtschd; ša·m.bə Datzeroth; ša·m.ən Wittl-Honth Krinkhf, May-Kruft Mittelbaar Nachtsh (-o-), Altk-Neitersen, Sieg-Wielpütz; šāmə Bernk-Wolzb, Waldbr-Dattenf, Malm-Grüffl, Rheinb-Mutschd, Rees-Ringenbg; šu·m.t Merz-Büschf Mond Stdt, Trier-Metzd; -- Wittl-NKail, Daun-Stdt Wallenborn; -ū- Bitb-Röhl; šāmt Geld-Nieukerk Hartef Pont Wemb; Klev-Hassum šamt; Geld-Aldekerk šamdə; sonst hat Saarbr, die moselfrk. Saar in Saarl šę·m.(b)t; n. einschl. Saarl-Guerlfang Fremersd, Merz-Menningen Merchingen Riml Rissen th Wahlen in Merz, Saarbg, Hochw ši·m.t [Merz-Mitlosh šim]; Trier (Mos Hochw)-Ld -ī-, –ē-; Wittl, Bitb -ē-, –ēă-, –E-, –ī-; Daun-Deudesf šēm; Brockschd OEhe šimbt, Goar-Weiler; sonst Mosfrk šę·m.(b)t [Zell-Senhals šimp; Lautzenhsn -mbt; Lötzbeuren šīmt; Koch-Auderath Urmersb šimt; Ulmen šęm, Kobl-Kaltenengers šim; May-Kirchesch Kürrenbg Trimbs šimbt]; Neuw-Giershf Raub Rodenb šEm; Altenhf -i-; Leubsd -ę-; Altk šęmdə, –E-; Eichelhard -y-; Rip šę·m.də [in Malm, Monsch, Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Sieg auch šę·m.p; Schleid-Üdelhv šęmp; Dreiborn Hellenth Kronenbg Scheven šE:mdə, –mt; homburg. sēəmdə; Berg, Monsch-Hammer, Dür-Bürvenich, Eusk šø·m.də; Rheinb-Queckenbg -y-; Monsch-Witzerath š·m.t]; Siegld šEmdə; O-Berg -ēə-, –Eə-, –ę-; Nberg šę·m.də; Eup, šę·m.də [Grevbr auch -e-; Eup-Raeren -ē:-; Klevld SNfrk šęmt, –E- [Mörs-Neuk šęmb(də)] Sg. t. f.: 1. Schamgefühl, in folg. Wend.: Der hät ken (gar k., net e bessche, für ken zwien Pennek) Sch. en (em Lif, Balg, Arsch) Rip, Allg., — Schämb on Scham em Leib Saarbg. — ken Ihr noch (of) Sch. en LRip; der hot Sch. bei sich Birkf; et sett gen Sch. mehr drin; de Sch. geht der ganz üt Klevld. RA.: Do üs de Sch. in verbrennt äs Polver elf Meiderich. Der steckt (steckt) de Sch. onder den Stuhl er ist unverschämt Geld-Nieukerk. Me mutt (muss) de Sch. en de Täsch steke sich nicht genieren Kemp. Der hat de Sch. mit em Schaumleffel gefress Saarl-Wadgassen. Wo ken Sch. dren es, doə geht er och gen erut SNfrk, Jül. Do wäre mer zwien Pennek lever wie de Sch. Sieg-ODollend. De Sch. in de Aue (Augen) holle dreist sein, sich nicht genieren Saarbr. — Er wuərd rut wie ne Kribs van Sch.; he woss net, war he va Sch. kruffe sollt Rip, Allg. — 2. Schamteile bei Mann u. Frau (einzeln Gemächt beim Manne, Lif, Mösch, Prum, seng Dengen bei der Frau); dat Kengk (Kind) hatt esu kuərt (kurzes) Hembchen an, dat et de Sch. kom bedecke konnt, seng Sch. net b. könne arm, zerlumpt sein; he wess net mih, womöt dat e seng Sch. b. sall hat nichts mehr, um sich ehrbar zu kleiden Rip, Allg. RA.: Dat sät (sagt) he bloss für de Sch. ze b. er gebraucht eine Ausrede.
3069 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHAM

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    SCHAM s. ich SCHIM .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schamAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    scham , Adj. nhd. armselig, bedürftig Hw.: s. schāmel (1); vgl. mhd. scham (2) E.: s. schāme (1) L.: MndHwb 3, 44 (scham…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Scham

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Scham , plur. car. ein Wort, welches in einer doppelten Hauptbedeutung üblich ist. 1. Der Zustand, da man sich schäm…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Scham

    Goethe-Wörterbuch

    Scham auch -aa-; mehrf in Paarformeln wie ‘S. und Schande’, ‘S. und Scheu’ 1 Schamgefühl a Schamhaftigkeit, Schüchternhe…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schâm

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Schâm (arab. asch-schâm ), Syrien und die Hauptstadt dieses Landes, Damaskus, das jedoch zur Unterscheidung gern mit ein…

  6. modern
    Dialekt
    Scham

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Scham [ʿSâm Co. Mütt. K. Z. ; auch mit Kürze ʿSàm] f. Scham, Schamgefühl, aber beide selten. Wo ke i n S. is t , do is t…

  7. Sprichwörter
    Scham

    Wander (Sprichwörter)

    Scham 1. Besser Scham im Gesicht als Weh im Herzen. Holl. : Beter is de schaamte in de oogen, dan eene vlek in het hart.…

  8. Spezial
    Scham

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Scham f. 1 (Schamhaftigkeit, Schamgefühl) dodanza (-zes) f. , dodadú m. 2 (starke Verlegenheit) dodanza (-zes) f. 3 (Sch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scham

505 Bildungen · 489 Erstglied · 8 Zweitglied · 8 Ableitungen

scham‑ als Erstglied (30 von 489)

Scham I

Idiotikon

Scham I Band 8, Spalte 755 Scham I 8,755

Scham II

Idiotikon

Scham II Band 8, Spalte 756 Scham II 8,756

Scham'mal

DRW

Scham'mal, n. oder Bestw. eine verschliffene Form von Schand-? wie ¹Schamwunde bdv.: Schandmal (I) wass nicht handt und halss antrifft, alss…

Scham'pfand

DRW

Scham'pfand, n. zu Scham (III) hier: Geschlechtsakt als Pfand (I) ob frei mann oder weiber zu ainem wirt kämen und ir gelt bei im zertn, so …

Scham(e)lot

Idiotikon

Scham(e)lot Band 8, Spalte 766 Scham(e)lot 8,766

scham(e)lotin

Idiotikon

scham(e)lotin Band 8, Spalte 766 scham(e)lotin 8,766

Schamlippe

SHW

Scham-lippe Band 5, Spalte 175-176

Schamreise

SHW

Scham-reise Band 5, Spalte 177-178

Schamrock

SHW

Scham-rock Band 5, Spalte 177-178

schamrot

SHW

scham-rot Band 5, Spalte 177-178

scham

KöblerMhd

scham... , . Vw.: s. schame...

Schamachel

RhWB

scham·achel

Schamachel , Pl. -ələ Sieg-Fussh f.: verächtl. klatschsüchtiges Weib.

schamade

DWB

scha·made

schamade , f. , franz. chamade, zeichen durch trommel oder trompete zur übergabe einer festung an den feind ( zu lat. clamare) Diez wb. 4 54…

Schamadi

Wander

scha·madi

Schamadi Er schlot Schamadi. – Sutermeister, 92. Er gibt sich verloren.

Schamadrossel

Meyers

Schamadrossel ( Kittacincla macroura Gmel .), Vogel aus der Familie der Drosseln, von der Größe der Rotdrossel, mit auffallend langem Schwan…

Schamakoko

Meyers

Schamakoko , südamerikan. Indianerstamm mit eigner Sprache, der in kleinen Gruppen einen großen Waldbezirk des Gran Chaco südlich von Coimbr…

Schamane

Pfeifer_etym

scha·mane

Schamane m. ‘Zauberpriester, Geisterbeschwörer’, entlehnt (Ende 17. Jh.) aus tungus. šaman, weiteres ungewiß. Letztlich vielleicht aus aind.…

Schamanen

Herder

scham·anen

Schamanen , von den Grönländern Angegoks genannt, die Priester, Geisterbeschwörer u. Zauberer vieler Volksstämme im nördl. Theile der Erde, …

schamanisch

GWB

scha·manisch

schamanisch dämonisch, unheimlich, nicht geheuer Zugleich schicke ich Ihnen [ in Vorbereitung eines Auftritts der Adressatin als Schamanin, …

Schamanismus

Meyers

scha·manismus

Schamanismus , das Religionssystem der meisten niedern Naturvölker, deren geistige Führer sich als Zauberer und Herren über die Natur gebärd…

schamarêren

MNWB

*+ (schamarêren) , swv. (nur Part. prät. schamarêrt [chamarrert]), ausstaffieren, herausputzen (Lauremberg ed. Lappenberg 50; franz. chamarr…

Schamari

RhWB

scha·mari

Schamari  , Pl. -rīə Wend-Pfeffelb m.: verächtl. langer Sch. hageres Weib.

schamarēren

KöblerMnd

schamarēren , sw. V. nhd. ausstaffieren, herausputzen E.: franz. chamarrer, V., verbrämen (Gamillscheg 2, 207b) L.: MndHwb 3, 44 (schamarêre…

Schamas

PfWB

scha·mas

Schamas m. : 1. 'billiger baumwollener (meist blauer) Stoff älterer Zeit, der bes. für Schürzen und Werktagskleider verwendet wurde', Schama…

scham als Zweitglied (8 von 8)

Frau(w)e(n)scham

Idiotikon

Frau(w)e(n)scham Band 8, Spalte 756 Frau(w)e(n)scham 8,756

gescham

DWB

ges·cham

gescham , f. pudenda Dief. nov. gl. 308 a ( von 1429); östr. das gescham, die schamtheile Hügel 72 a .

houbetscham

KöblerMhd

houbet·scham

houbetscham , st. F. nhd. „Hauptscham“ Q.: Reinfr (nach 1291) E.: s. houbet, scham (1) W.: nhd. DW- L.: DRW

hundsscham

DWB

hunds·scham

hundsscham , f. weibliches glied eines hundes; auch cynometra, eine ostindische pflanzengattung.

Kretscham

Pfeifer_etym

Kaschemme f. ‘schlechte Kneipe, Ganovenkneipe’, im 19. Jh. aus rotw. katschemme, gertschemiha, gritschimm übernommen, das über romani katšim…

lasterscham

KöblerMhd

laster·scham

lasterscham , st. F. nhd. „Lasterscham“, Schmach, Schande Q.: MinnerII (um 1340) (FB lasterscham), MinneR481 E.: s. laster, scham W.: nhd. D…

Nobiskretscham

Wander

nobis·kretscham

Nobiskretscham In Nobis-Kretscham, da man die Aepffel auff den Fensterrahmen zu braten pflegt. – Fischer, Psalter, 169, 2.

Ableitungen von scham (8 von 8)

beschamen

Lexer

be-schamen swv. BMZ refl. mit gen. od. infin. sich schämen Ms. Griesh. kirchen unde pfründen die sint worden veile, sît man sich wirde niht …

erschamen

Lexer

er-schamen swv. BMZ intr. u. refl. voll scham werden, in scham geraten über ( gen. od. nachs. ) Kl. Walth. Greg. daʒ ich michs erschamt Neid…

gescham

DWB

gescham , f. pudenda Dief. nov. gl. 308 a ( von 1429); östr. das gescham, die schamtheile Hügel 72 a .

geschamen

Lexer

ge-schamen swv. BMZ refl. mit gen. scham empfinden über Iw. Trist. Nib.

¹schām(e)

MNWB

1 schām(e) , f. , 1. Scham, Schamgefühl, Keuschheit, Sittsamkeit; Schande, Unehre, sch. unde schande krîgen, nôt unde sch. lîden. 2. Scham, …

unscham

DWB

unscham , adj. : Wackernagel kirchenlied 5, 749 . vgl. unschad. —

unschame

Lexer

un-schame stf. impudentia Dfg. 290 b , impudenda n. gl. 212 a .

verschamen

BMZ

verschamen swv. 1. sich verschamen aufhören sich zu schämen, die scham verlieren. sô er sich denne verscamet Genes. fundgr. 21,10. durch waʒ…