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gram

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gram m.

Bd. 8, Sp. 1761
gram, m. substantivbildung zu gram, adj., wie grimm, m. zu grimm, adj., vgl. s. v. 2grimm, m., sp. 346; nach W. Schulze in: zs. f. vgl. sprachf. 62, 198 sind die maskulinen adjektivabstrakta grimm und gram analog zu iâmar, m. gebildet. mnl. schon um 1350 in der var. des vader gram bei Jac. v. Maerlant wapene Martijn 1, 943 in: stroph. ged. 142 Franck-Verdam (zu: [Christus] versoende den vader gram). die tatsache, dasz das substantiv gram noch bis zur mitte des 18. jhs. obd. fast unbekannt ist, wie noch heute in den meisten obd. maa., und fast ausschlieszlich auf md. und nd. boden begegnet, legt den verdacht nahe, dasz sein überhaupt frühester sicherer deutscher nachweis bei dem Alemannen Hans von Bühel (1412) (s. u. 1 a) mit dem langjährigen aufenthalt dieses autors am hof des erzbischofs von Köln zusammenhängt. auf unsichere spuren für das vorhandensein des wortes auf deutschem boden im 14. und 15. jh. führen freilich noch die varianten einer s. v. gräme zitierten stelle aus Heinrich von Hesler: durch iren morthezzigen grame (Königsberger hs. 14. jh.); durch iren morthezzigen gram (Münchener hs. 15. jh.); dazu noch durch ir morthezziges gramen (Stuttgarter hs. anf. 15. jh.) apokalypse 17165 Helm, ausweichungen, welche die unsicherheit dem worte gegenüber erkennen lassen. auch auszerhalb des obd. behauptet sich das subst. neben dem weit gebräuchlicheren adj. zunächst nur mit mühe, so dasz neben dem älteren gräme, f. (s. d.) und einem nur mhd. gremde 'zorn' (Nicolausvon Jeroschin chronik 12 094; 21 828; 22 024 Strehlke) auch etwas jüngere konkurrenzbildungen wie gramheit, grämnis, grämung, gramsal und namentlich gramschaft (s. überall dort) sich z. t. bis ins 18. jh. hinein erhalten, das substantivierte grämen (s.grämen D) sogar modern noch gram vertreten kann. in die wbb. findet gram, m. erst bei Stieler eingang, durch ihn bei Steinbach und Frisch, nicht aber bei M. Kramer. das mundartl. wenig verbreitete wort erscheint kärnt. in der form grân Lexer 121. der im bedeutungsbereich der wortgruppe gram- auch sonst begegnende wandel von 'zorn, feindschaft' zu 'trauer, schmerz' tritt bei gram, m. besonders deutlich hervor (s. u. 1, 2); er braucht aber nicht unbedingt durch den entsprechenden, sich rascher durchsetzenden vorgang bei grämen, vb. veranlaszt zu sein, da er bereits im ahd. bedeutungsbereich der wurzel auftritt, vgl. ahd. gramizi, gramizzîg tristis, iratus, gelegentlich eindeutig im sinne von 'traurig, betrübt', z. b. tristes erant apostoli cremizze uuarun potun (über Jesu tod) Murbacher hymnen 19, 5 Sievers; wohl auch: (navita) tristis cremizziger (von Charon gesagt) (Aeneis 6, 315) (11. jh.) ahd. gl. 2, 656, 62 St.-S. in der übergangszeit des 17. und 18. jhs. miszverstehen einige theoretiker das nebeneinander der bedeutungen 'zorn' und 'trauer' dahin, dasz sie dafür zwei etymologisch getrennte wörter verantwortlich machen oder eine lautliche verschiedenheit konstruieren, vgl. z. b. Schottel haubtspr. (1663) 278; Wachter gloss. (1737) 608; Frisch (1741) 1, 366a. die dehnung der ursprünglichen, mundartlich z. t. noch erhaltenen vokalkürze wird von den theoretikern des 17. jhs. ausdrücklich gefordert, im gegensatz zum adj. (nachweise s. unter gram, adj.). sie dürfte im ganzen wohl schon für das 16. jh. gelten, in dem die beim adj. häufige schreibung gramm für das subst. ebenso singulär begegnet wie im 17. jh.: vol grammes (1586) bei Fischer schwäb. 6, 2061; gramm Olearius persian. reisebeschr. (1696) 32a, vgl. noch liebes gramm Chr. Reuter Schelmuffsky (fassg. v. 1696) 29 ndr. häufiger dagegen ist die schreibung grahm, z. b. Simon Dach ged. 3, 136 Ziesemer; Gueintz dt. rechtschrb. (1666) 76; Treuer Dädalus (1675) 1, 80; Knittel poet. sinnenfrüchte, absonderl. buch (1677) 16. 11) 'zorn, feindselige gesinnung, feindschaft'; so im frühen gebrauch nahezu ausschlieszlich. 1@aa) selten im sinne von 'zorn, wut' als einer vorübergehenden gefühlswallung, entsprechend gram, adj. (s. d. A 1) und der wurzelbedeutung der wortgruppe noch verhältnismäszig nahe: hiemit der burger die atzel by dem kopffe nam vnd tett das in zornes gram. er zoch das houpt ir von dem libe Hans v. Bühel Diocletian 2706; darumme scholde deme konynge van Vrankrike wesen en grod gram, wurde he (Karl d. kühne) en konynk Schiller-Lübben 2, 139a. noch mundartlich: er hat einen fürchterlichen gramm Fischer schwäb. 3, 786; 'ärger, groll, zorn' Liesenberg Stieger ma. 147; Hertel Thür. 108; vgl. auch rhein. der gramms krige rhein. wb. 2, 1346. 1@bb) meist für eine andauernde gefühlsbeziehung, soviel wie 'hasz, feindselige gesinnung': do schickett David nach ihr und vorbracht mit ihr den ehebruch, warff ein gram uff ihren mahn (1522) Egranus ungedr. pred. 156 Buchwald; du (gott) bist mir verwandelt in einen grawsamen, vnd zeigest deinen gram an mir mit der stercke deiner hand (var.: hass, bis 1541) Hiob 30, 21; wenn freunde einander feind werden, so bleibet der gram, bis in den tod Sirach 37, 2; allein sollet yhr einen gram auff yhn geworffen haben, das er die laster hart gestrafft hat Luther br. 10, 255 W.; vor zorn vnd gram jr (der feinde) dencken ringt, das fleh vnd klag allein ich dir (1544) bei Wackernagel dt. kirchenlied 3, 185; unnd sich zu im (dem könig v. Polen) verstolen arm edelleut, unnd die dem orden (Deutschritterorden) ein gram schuldig waren S. Grunau pr. chron. 1, 728 Perlbach. vereinzelt bei einem obd., aber in Wittenberg gedruckten autor: vol has, neid, feindtschaft, grammes (1586) bei Fischer schwäb. 6, 2061. so noch im 17. und bis ins frühe 18. jh.: so scheint ihm (einem griech. historiker) noch der gram zu stecken in der stirne. zeugt nicht von seinem hasz und irthum zur genüge, dasz er den Galliern schreibt zu der Teutschen züge? Lohenstein Arminius (1689) 1, e. zu gegensätzlichem begriff gestellt: ein könig bin ich so, mein haus ein königreich, da weder hold noch gram mich roth macht oder bleich Logau sinnged. 99 lit. ver.; die gunst in gram, die lieb in hasz verkehrt J. Chr. Günther ged. (1735) 1010. in substantivischer fassung der ursprünglich adjektivischen formel gram wider gram, s.gram, adj. B 4 b: vor dem aber musz man sich hüten, der schmeychelwort gibt in der güte, vnd tregt doch gram, im hertzen gram; demselben gram ghört wider gram Burkard Waldis Esopus 1, 65 Kurz. in der frühesten lexikalischen verzeichnung des wortes schon neben der jüngeren bedeutung 2: gram odium, rancor, it. mœror, angor, œgritudo, dolor animi Stieler stammb. (1691) 703. 1@cc) objektiver für ein feindseliges verhältnis, das zuständliche einer feindschaft, wenn auch die grenze gegen b flieszend bleibt. gern in formelhafter reihung mit verwandten begriffen: med krige, grame edder afermunde wedder dy collatores des altars (1461) cod. dipl. Brandenburgensis I 9, 195 Riedel; obwol der von Sternberg gerne sihet krige itzunder wider Girsigen, das ist umb sonderlicher fehde und gramis willen, mehr dan in diser gemeinen sache; wan zwischen ime und Girsik grosze feindschaft ist entstanden (1467) Eschenloer gesch. d. st. Breslau 2 (1828) 9; um allen twist, gram unde nadehl, wo vorhen geschehen, bytholegenn (Hamburg 1526) Rüdiger handwerksgesellendocumente 33; darauff geben wir vorgedachten fürsten und herren ... eine gnedig sühne, stellen und thun ab allen gram, unwillen und fheide Letzner dasselische chron. (1596) 1, 49a. vereinzelt jünger: sie deducirt den gram des wolffes mit dem schaafe J. Chr. Günther ged. (1735) 979. 22) 'trauer, kummer, schmerz' als schleichender, andauernder gemütszustand hochgradiger betrübtheit, seit dem 17. jh. die vorherrschende bedeutung des wortes. zum tausch der bedeutungen 'zorn' und 'trauer' s. oben sp. 1761 f. 2@aa) vereinzelt, wenn auch in der abgrenzung gegen 1 nicht ganz eindeutig, schon gegen ende des 15. jhs.: de dat bylck besturen scholden, villichte etlick dynck wolden hebben nicht also dat quam dorch olden had vor egen gram (was damals durch alten hasz angezettelt wurde u. hinterher ihnen zum leide ausschlug) (Braunschweig ende d. 15. jhs.) städtechron. 16, 110. deutlicher, aber auch noch singulär, im 16. jh.: vnd dir mit einer alten sach nicht newen gram im hertzen mach Ringwaldt d. lauter warheit (1586) 117. dann für kummer verschiedenster art, für die trauer über verlust und schicksalsfügung, besonders auf innere menschliche werte und auf das persönliche leben bezogen: der lindert deinen gram, und die gerechten klagen, der sie mit stummer ehrfurcht schaut Heräus ged. u. inschr. (1721) 132; ich kenne den ganzen umfang deines grams (über den verlust eines kindes) (1785) Caroline br. 1, 27 Waitz; ist es nicht diese liebe zu ihm, die euch all den gram macht? Schiller 2, 21 G.; nicht blos mein düstrer mantel, gute mutter, ... noch die gebeugte haltung des gesichts, sammt aller sitte, art, gestalt des grames ist das, was wahr mich (Hamlet) kund giebt Shakespeare 3 (1798) 153; dasz so's in Deutschlands kerne jetzt geht, das macht ihm gram Rückert ges. poet. w. (1867) 1, 90; gram aller art und farbe, das gefühl der reue nicht ausgenommen, war er (Mozart) als eine herbe würze jeder lust auf seinen teil gewöhnt Mörike w. 3, 220 Maync; um seinen gram und seine gewissensbisse zu betäuben, trinkt und spielt und lebt er noch wilder wie gewöhnlich Spielhagen s. w. (1877) 1, 54. speziell für den schmerz unerwiderter oder enttäuschter liebe, den liebeskummer: dieser erfindung (einer wohlmeinenden lüge) gebrauchte er sich, um diesen (verschmähten) liebhaber aus dem verzweifelten gram zu bringen A. U. v. Braunschweig Octavia (1711) 1, 114; in wälder floh mit seinem grame ein ritter, den verschmäht die dame Uhland ged. (1898) 1, 374. gern auf brust und herz als sitz des grams bezogen: der gram im busen fühlet allg. dt. bibl. (1765) 5, 10; kannst du ein krankes gemüth von seinem grame nicht befrein? Schiller 13, 145 G.; das böse der herzen und der gram der herzen hat bis zu den wurzeln gereicht E. Wiechert missa sine nomine (1950) 353. der für den gram typische seelische ablauf und gefühlsgrad grenzt das wort gegen verwandte begriffe wie zorn, grimm, ärger ab, die sich von ihm nicht nur durch anderen gehalt, sondern vor allem durch eine andere affektstufe unterscheiden: meine beruhigung wäre alsdann diese, dasz bey einem gewaltsamen zorne kein wehmütiger gram raum haben könne Lessing 2, 304 L.-M.; zorn — dieser heiszhungrige wolf friszt sich zu schnell satt — sorge? — dieser wurm nagt mir zu langsam — gram? diese natter schleicht mir zu träge Schiller 2, 58 G.; den grimm verjagt ihr der gram (um die erschlagenen brüder) R. Wagner ges. schr. u. dicht. (1897) 6, 10; kann das sein, dasz ich (Goethe) über den (sekretär John) einen ärger hab, der schon mehr einem gram ähnlich sieht? Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 394. 2@bb) gern mit anspielung darauf, dasz der gram als ein schleichender, zehrender zustand das leben kürzt und die lebenskraft schwächt: vnd (es) dient dein (des menschen) gram sonst nirgend zu, als dasz du dich aus deiner ruh zu angst und schmerzen stürtzest vnd selbst das leben kürtzest Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel ev. kirchenlied 3, 368a; ich bitte, doch vergebens! und kürze, durch den gram, die hälfte meines lebens Gottsched ged. (1751) 1, 367; wenn ausschweifungen, oder heimlicher gram meine nerven abspannte Schubart leben (1791) 2, 10; gram und alter näherten den alten marchese dem grabe Schiller 4, 237 G. hier in mehr oder weniger festen wendungen: dem hoffnungslosen, dem der gram die seele bricht Göthe I 4, 96 W.; der gram, das lange kerkerelend nagt an meinem leben Schiller 12, 407 G.; hör auf mit deinem gram zu spielen, der, wie ein geier, dir am leben friszt Göthe I 14, 79 W.; trinken sie man nich, wenn ihnen der jram das herz abfriszt Cl. Viebig die vor d. toren (1949) 247; er hofft, und hofft umsonst; wird durch den gram verzehret Schwabe belust. (1741) 1, 198; wenige jahre zehrte der gram an ihrer gesundheit; dann sank sie schmerzlich lächelnd in ihr stilles grab Fouqué zauberring (1812) 1, 173; ihn ... verzehrte der gram, dasz die befreiung seiner heimat ohne ihn vorgegangen war Ric. Huch kampf um Rom (1925) 170. 2@cc) jünger oft mit ausdrücklichem hinweis darauf, dasz der gram als ein innerlich zehrender zustand dem gesicht des menschen sichtbare spuren aufdrückt oder sonst das aussehen verändert: ein stiller gram war auf ihrem gesichte verbreitet S. v. Laroche frl. v. Sternheim (1771) 1, 5; (der winterkönig hatte) immer musikalische bedienten um sich, die ihm die wolke des grams durch schmelzende accorde von der stirne scheuchten Schubart ästhetik d. tonkunst (1806) 128; der innere gram verräth sich aus den hohlen, tiefliegenden augen Schiller 1, 161 G.; der knabe, den du siehst, war bey dem schiffbruch, und entstellt' ihn gram, der schönheit wurm, nicht, nenntest du mit recht ihn wohlgebildet Shakespeare 3 (1798) 35; als sie erschreckt das reine antlitz zu dem ihres pflegevaters emporhob, blickte ihr daraus ein gram entgegen, wie sie ihn nie in einem menschenangesichte noch gesehen hatte Storm s. w. (1900) 5, 96; sie ist grau geworden vor gram E. M. Arndt schr. f. u. an s. lb. Deutschen (1845) 2, 42; die königin ward ... vernommen, ... man fand ein bild des grames vor; ihre haare waren ... weisz geworden Dahlmann gesch. d. frz. revol. (1845) 381; ein bleicher junger mann mit der tiefen falte des grams zwischen den augenbrauen H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 205; in ihren kleinen, tiefliegenden augen glänzt nicht der friede der selbstüberwindung, sondern ein unbekannter gram Werfel Bernadette (1948) 401; ihr gesicht ... es war versteint wie von gram E. Wiechert d. Jerominkinder (1945) 36; einen armen verlasznen greis, gebeugt von gram und jahren Herder 5, 256 S.; die arme, von mangel und gram gebeugte frau zitterte bei der strahlenden erscheinung Langbein s. schr. (1835) 31, 21. 2@dd) stehende beiwörter kennzeichnen das wort in obigem sinne; so das nach innen gewandte, verborgen schleichende, stumme des gemütszustandes: sehr schön gebildete theile (an ägyptischen statuen), in denen ... z. b. der tiefe, stille gram ... wohl ausgedruckt sei Herder 16, 72 S.; ein einziger mensch, für seine zeit geboren, deckt ihr (der nation) das gefährliche geheimnusz ihrer kräfte auf, und bringt ihren stummen gram zu einer blutigen erklärung Schiller 7, 22 G.; sie verglich oft in der stille ihr ärmliches leben mit ihrem vorigen zustande, und dann meldete sich ein geheimer gram Jung-Stilling s. schr. (1835) 6, 78; stumm seh ich die edle gestalt, von heimlichem grame gequält moderne dichtercharaktere 42 Arent-C.-H.; und einen gewissen schleichenden gram, der tief in meiner seele sizt Schubart br. in: Strausz ges. schr. 8, 99; Schiller br. 1, 167 Jonas. farbe, stärke, ablauf und dauer des gefühls bezeichnend: verzagnisz, herber gram, und übermachter schmerz bei Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 3, 199; in bitterem gram Mommsen m. gesch. 1 (1856) 728; was er darüber empfand, war ein tiefer gram M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 1, 118; wann lieb und phantasie den langen gram betäubt Haller ged. 179 Hirzel; wo mein ewiger gram jeglichen stundenschlag, welcher näher mich bringt dem trauten grabe, mit dank begrüszt Hölderlin ges. dicht. 1, 43 Litzmann. auf das zehrende, lebenbedrohende der empfindung anspielend: ewig nagender gram, ungewiszheit meiner aussichten kämpfte gegen meine wiedergenesung (1784) Schiller br. 1, 211 Jonas; der tödliche gram, der die sinne umnebelt Musäus volksmärchen 1, 16 Hempel. nur vereinzelt in oxymorischer verbindung: wenn in deinen silbertönen sich mein süszer gram verliert Goethe-jahrb. 11, 19 Geiger. 33) als 'schmerz, trauer' im sinne einer vorübergehenden, durch den augenblick bestimmten gefühlswallung heftigen traurigseins; 2 gegenüber nur periodisch und beschränkt gültig, aber im 18. jh. und noch bis ins mittlere 19. jh. deutlich nachweisbar, vereinzelt auch modern (s. u. 5 a; b α): uberlegten sie mit gram, weil die zeit nicht wieder kam. bruder! sagte darauf einer: was verlohren ist, sey hin! J. Chr. Günther ged. (21739) 194; Ebert, mich scheucht ein trüber gedanke vom blinkenden weine tief in die melancholey! ... weggehn musz ich und weinen! vielleicht, dass die lindernde thräne meinen gram mir verweint Klopstock oden 1, 39 M.-P.; so war doch mein unwille und mein gram (nach einem unangenehmen vorfall) auf den höchsten grad gestiegen. ich kam in der leidenschaftlichsten gemüthsbewegung nach hause Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 3, 99; meine verwunderung über den gram, womit er die trümmer seiner klause betrachtete Pfeffel pros. versuche (1810) 5, 11; da versetzte gekränkt der könig, ihm sey unwohl, ... ihn übernahm der gram (über eine soeben erlittene beleidigung), er muszte das bett suchen Dahlmann gesch. v. Dännemark (1840) 1, 322; und wie den namen er vernahm, vom rosse stieg er ohne gram Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 33; vgl. 1, 190; uns aber dünkte die sache nicht spaszhaft, und wir saszen mit wirklichem grame (nach dem ersten austausch von zärtlichkeiten) an dem wasser, das um keinen grad reiner war, als Annas seele G. Keller ges. w. (1889) 1, 396. hier dann auch auf affektgeladene wörter bezogen, mit denen sich gram sonst nicht verbindet: sprich, welcher gram bestürmt dein herz? Bürger s. w. 146b Bohtz; heftig war des vaters gram, als er von der heerde kam, und die wechselbälge sah (die ihm geboren waren) Lichtwer Äsop. fabeln (1748) 63; Sal. Gessner schr. (1777) 1, 67. 44) objektiviert und vergegenständlicht für das, was trauer schafft, also nicht für den gemütszustand selbst, sondern für das, was ihn auslöst: und gieb mir doch nur so viel zeit von nothdurfft, gram und dürfftigkeit, damit ich mich recht bessern könne J. Chr. Günther ged. (21739) 88; oft schon hatt er hinunter geschaut an dem marmor des strandes, immer neuen gram, scheiter und leichen gesehn Klopstock oden 2, 83 M.-P.; der furchtbaren Persefone nachtbezirk voll wustes und grams J. H. Voss antisymb. (1824) 1, 233; die welt mit ihrem gram und glücke will ich, ein pilger, frohbereit betreten nur wie eine brücke zu dir, herr, übern strom der zeit Eichendorff s. w. (1864) 1, 572; die geschichte ist die überlieferung dessen, weswegen zu leben am ende wert gewesen ist — vor einem berge von gram, was die menschengeschichte überdies ist, würden wir erstarren Ponten rhein. zwischenspiel (1937) 63. mit ausdrücklicher inhaltsbestimmung: ich sehe mit vergnügtem herzen dich so beglückt, so sorgenfrey des lebens gram von dannen scherzen Ramler fabellese (1783) 3, 268; der ferien allzu kurze pause befreit ihn von der schule gram R. Kögel ged. 439. vgl. noch: es starb vor liebes gramm ein Lieszgen in dem bette Chr. Reuter Schelmuffsky (fassg. v. 1696) 29 ndr. 55) in besonderen anwendungsformen. 5@aa) häufig in synonymer bindung, seltener auch in antithetischer beziehung. aus der fülle möglicher bindungen werden solche mit leid, sorge, kummer, schmerz und trauer fest, die der vorherrschenden bedeutung 2 gemäsz sind; in der wortfolge steht gram meist an erster stelle: da wird all jhr gram und leid lauter freud und lachen Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 385a; anhub die fiedel zum drittenmal aufweinend in gram und leide Agnes Miegel balladen u. lieder (1922) 2; andere schwächen solches durch eitele sorge und gram Schupp schr. (1663) 419; allen meinen gram und sorgen, werf ich, herr, in deinen schooss Neukirch ged. (1744) 57; 'jetzt denkt er meiner', sagte sie vor sich hin, 'denn mir will das herz zerspringen vor sorge und gram um ihn' G. Freytag ges. w. (1886) 13, 154; da niemand sich mit grahm und kummer müssen schlagen Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 80; er würde sich aus kummer und gram nicht zu retten wissen, verlieh ihm die muse nicht auch zu diesem falle die unschätzbare gabe, jenes bedrängende gefühl ... harmonisch gewaltig auszustürmen Göthe I 40, 276 W.; du hochbetrübtes heer, bey denen gram und schmertze sich häuft je mehr und mehr Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 324; soll auch sie sich heute freuen, ... und vergessen gram und schmerz Hoffmann v. Fallersleben ges. w. (1890) 6, 293; noch unentweiht von gram und traurigkeit Gleim briefw. 1, 52 Körte; wie eingehüllt in trauer und in gram Grillparzer s. w. 7, 52 Sauer. durch anlaut- oder endreim bestimmte bindungen zielen nicht auf synonymen zusammenschlusz und entbehren z. t. begrifflicher schärfe; zumal in der häufigen verbindung scham und gram, in der gram meist wohl nur scham verstärkt und daher gewöhnlich an zweiter stelle der verbindung steht: er (der brief) macht mich vor gram und scham vergehen Gentz schr. 1, 136 Schlesier; ohne furcht und scheu, ohne schaam und gram Körte sprichw. (1837) 323; der herzog von Alençon ... war vor scham und gram einige wochen nach der schlacht vor Pavia gestorben H. Laube ges. schr. (1875) 3, 95; he hett ni schaam noch graam 'kein ehrgefühl' Mensing schlesw.-holst. 2, 464; gram und groll J. Chr. Günther ged. (1735) 786; um groll und gram zu verwinden C. F. Meyer d. heilige (1910) 42. zu den zahlreichen nur gelegentlichen verbindungen gehört auch die mit harm, obwohl sie bedeutungsmäszig besonders nahe liegt und im verbalgebrauch ganz geläufig ist (s.grämen C 2 a): .. voll gram und innerm harm schaut er um sich herum Zachariae poet. schr. (1763) 1, 96 gram und wut entspricht der bedeutung 3: der nach durchwachter nacht, von gram und wuth gekränkt, sein tiefes augenlied vor mattigkeit gesenckt Pietsch geb. schr. (1740) 5; (er) knirschte vor wut und gram G. Frenssen Dummhans (1930) 324. auch in gegensätzlicher beziehung gelegentlich von 3, meist von 2 her: unser leben bringts so mit: abends gram und morgens lachen J. Chr. Günther s. w. 2, 237 Krämer; er weisz zu trauern mit dem gram und sich des glücks zu freuen mit enthaltsamkeit Schiller 6, 200 G.; dasz eine neue seligkeit dem herzen aufgeht, wenn es aushält und die mitternacht des grams durchduldet Hölderlin s. w. 2, 288 Hell.; erweck den raschen leichten geist der lust, den gram verweise hin zu leichenzügen Shakespeare 1 (1797) 178; indesz getheilt in gram und lust das herz, ... ist Walther leise dem gemach entwankt A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 227. 5@bb) in präpositionaler beziehung. 5@b@aα) mit voraufgehender präposition. mit, bei gram in modalem sinne: wies aber mag ums geldgen (ums geld einer alten frau, die man heiratet) sein bewandt, das wirst du nach der hand, mit grossem gram erfahren Morhof unterr. v. d. dt. sprache (1682) 1, 762; wer hier bey gram und herzeleid mit Hiob in der asche sitzet Stoppe Parnasz (1735) 202. namentlich in, im gram, verbal gebunden und mit betonung des zuständlichen: allda er ... im gram und kummer ergrauet Butschky Pathmos (1677) 527; im sichern vaterhause, wo die mutter mir in gram zurückblieb und die zarte süsze braut Schiller 13, 240 G.; voll unerfüllter träume, verwaist, in gram versenkt Platen w. 1, 22 Hempel; in seinen gram versunken Mörike ges. schr. (1905) 3, 25. auch hier vereinzelt im sinne von 3 auf einen augenblickszustand bezogen: du willst doch nicht, dasz ich in gram gehe (von dir abschied nehme) Gmelin Konradin reitet (1933) 23. vor gram, aus gram, in kausalem sinne: deine brust war schwer zu zwingen, aber da sie fessel trug, wollte sie vor gram zerspringen Gottsched ged. (1751) 1, 240; der gute herzog Friedrich scheint ... vor gram sein gedächtnisz verloren zu haben J. v. Müller s. w. (1810) 11, 285; so dasz ich nicht nur nicht ausgehen, sondern auch nicht schreiben konnte, aus lauter gram (1789) W. A. Mozart br. 2, 305 Schiederm.; er wehrt sich wie einer, der aus gram nicht genesen will Werfel Bernadette (1948) 71. in fester wendung aus, vor gram sterben: Konrad starb 1101 zu Florenz, ... aus gram, da er sah, dass er von den päbstlichgesinnten ... wenig mehr geachtet ward M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 2, 315; man sagt aber, er sei gestorben aus gram Feuchtwanger Simone (1950) 285; ah, Lilla starb vor gram, und hat mirs nie vergeben, dasz ich so allein ihn reiten lassen Lessing 3, 121 L.-M.; der knabe verging fast in seiner sehnsucht und starb schier vor gram Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 374. seltener: er starb am gram Niebuhr m. gesch. (1811) 2, 31; dort (in Amerika) ist er in gram gestorben H. Laube ges. schr. (1875) 16, 96; es ist besser, als dasz sie vor gram vergehe H. v. Kleist w. 2, 245 E. Schmidt. 5@b@bβ) nachfolgende präposition bezieht sich auf anlasz und gegenstand des grams. gram um, gram über mit folgendem sachlichem oder persönlichem objekt: dasz) wir nicht dem gram um ihn (den verstorbenen freund) aus freundschaft gränzen setzen Giseke poet. w. (1767) 46; vor gram um dich gab ich den geist auf ... ich liege erblaszt im grabe Herder 3, 28 S.; also, mitten im gram um verlorene jahre des siechbetts, überraschet und weckt leuchtende hoffnung mich oft Mörike ges. schr. (1905) 1, 94; daselbst ergab ich mich aus mangel und gram über mein unglück der räuberei Bürger s. w. 261b Bohtz; sie ... war fast mager geworden — (vielleicht aus gram über ihn?) Holtei erz. schr. (1861) 3, 8; in seinem gram über die missethat entsagte er selbst seiner herrschaft G. Freytag ges. w. 11 (1887) 25. 5@b@gγ) nur älter kann an die stelle des präpositionalen vereinzelt ein genitivisches objekt treten: mein abschied ist gesetz und pflicht, ob dessen grahm ist, oder nicht Simon Dach ged. 3, 136 Zies.; vgl. 718 Österley. 5@cc) in bildhaft personifizierendem gebrauch: der sorgen lagerstatt, wo zwischen gold und zierden, der bleiche gram regiert Gottsched neueste ged. (1750) 111; der unmuth weckt dich früh, gram schlieszt dein auge zu Löwen schr. (1765) 1, 17; gram kämmte mit eisernem kamm mein haar, mein blondes haar Agnes Miegel ges. ged. (1927) 18. anders, in der bezeichnung einer person, die gram verursacht: Ferdinand, du bist in deinem egoismus mein täglicher herzzerreiszender gram und wirst mein tod sein W. Raabe s. w. II 2, 262 Klemm. 66) das subst. gram hat, im gegensatz zum adj., kompositionsbildende kraft, aber, von ganz vereinzelten ausnahmen abgesehen, nur in seinen jüngeren bedeutungen 'kummer, trauer, schmerz' (s. ob. 2; 3). vor 1750 sind nur wenige bildungen belegt, dann setzt eine starke bewegung ein, die aber entschieden erst in der poetisierenden sprache des 19. jhs., mit zahlreichen gelegenheitsbildungen, ihren höhepunkt erreicht, um dann wieder rückläufig zu werden. den stärksten anteil stellen adjektivisch gebrauchte partizipia präteriti, nach ihnen die substantivkomposita, reine adjektiva treten sehr zurück. was die form der komponierung betrifft, so herrscht die fugenlose bildungsweise fast ausschlieszlich, nur für substantiva (gramesfalte, -nacht u. a.) und adjektiva (gramesmatt, -tief u. a.) ist neben der fugenlosen form in gewissem umfang auch die möglichkeit der -es-fuge gegeben. kompositionstypen. aa) die mehrzahl der bildungen umfaszt bezeichnungen für innere und äuszere zustände, in denen der gram die rolle einer wirkenden und bestimmenden macht spielt. a@aα) vor allem von der vorstellung aus, dasz der gram den menschen innerlich angreift, belastet, bedrängt, einschränkt und verändert, vornehmlich von gram 2 her. hier durchweg in der form des part. prät.: grambedrängt Hepp Renate (1850) 177,
27361 Zeichen · 557 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    gramAdj.

    Köbler Ae. Wörterbuch

    gram , Adj. nhd. gram, zornig, wild, feindlich Vw.: s. -lic, -līce Hw.: vgl. got. *grams, as. gram, ahd. gram, as. graum…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    gramadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    gram adj. , mhd. nhd. as. mnd. mnl. ae. gram; an. gramr. — Graff IV,320. gram: Grdf. Nb 28,28 [32,9]. erzürnt, ergrimmt,…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GRAM

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +10 Parallelbelege

    GRAM s. ich GRIMME .

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gramF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    gram , F. nhd. Grummet, Nachmahd Hw.: s. gramme E.: s. mat? L.: Lü 128a (gram)

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gram

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Gram , adv. welches nur mit den Zeitwörtern seyn und werden gebraucht wird, eine anhaltende mit Widerwillen verbundene A…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gram

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gram nur präd mit Dat der Pers, einmal der Sache (c) a erzürnt, böse; auch mit verstärkenden Zusätzen [ Baronesse zum Ho…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gram

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gram , Hans , dän. Geschichts- und Sprachforscher, geb. 28. Okt. 1685 in Bjergby (Jütland), gest. 19. Febr. 1748 in Kope…

  8. modern
    Dialekt
    gram

    Schweizerisches Idiotikon · +13 Parallelbelege

    gram Band 2, Spalte 731 gram 2,731

  9. Spezial
    Gram

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gram m. (-[e]s) 1 crüze (-zi) m. , afliziun (-s) f. 2 (Kummer) fistide (-di) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gram

432 Bildungen · 412 Erstglied · 16 Zweitglied · 4 Ableitungen

gram‑ als Erstglied (30 von 412)

Gram (Adj.)

Wander

Gram (Adj.) Gram (Adj.). 1. Wem man gram, den wünscht man lahm. Lat. : Quem quis odit, periisse expetit. ( Seybold, 478. ) 2. Einem gram sei…

gramänzelig

PfWB

gramänzelig Adj. : ' verschnörkelt, kraus ', krawenzelisch [ Wilms Alph. 24]; vgl. Gramänzel 1.

Gramässen

ElsWB

grama·essen

Gramässe n [Kràmasə Bf. ] Pl. Gram, Kummer, Reue. Du machs t d i r viel ze viel G. um dis Maid e l. Hätts t Sp i ele n bliwe n le ( gelassen…

Gramätschel

PfWB

gra·maetschel

Gramätschel n. : ' Nörgelei, Gejammer ', Gramätschel [vereinzelt NWPf]. Was haschde heit morje nor for e G.? [ KU-Blaub ]; vgl. gramätscheln…

gramätscheln

PfWB

gramätscheln schw. : 1. a. 'durcheinander reden', gramätschele [KL-Gimsb u. Umg.]; vgl. Gramanzel 2 b. — b. 'geheimnisvoll tun' [ KU-Blaub ]…

gramalium

MLW

* gramalium (-us) v. * cramacula. Weber

gramangir

MWB

grama·n·gir

gramangir stN. aus afrz. grant mangier (vgl. Suolahti 1,99, vgl. manger stN.). ‘große Mahlzeit, Festmahl’ nv wart niht lenger gespart, / wan…

Gramantselen

WWB

Gramantselen Pl. 1. „wilde, ungebärdige Kinder“. Dai hät en gantsen Tropp Gramantseln ( Sos St ). — 2. dumme Späße, Possen. Ik sin deïne Kri…

Gramantselerīe

WWB

Gramantselerīe f. Gramantselerigge „wildes Durcheinander von Lärm und Getöse“ ( Sos St ).

Gramantsen

WWB

Gramantsen Pl. „Blagenzeug (Kinder)“. De Luie hätt en ganzen Tropp Kramanzen ( Lst Eh ). ⟨ G- u. K- ⟩

Gramanzel

PfWB

gram·anzel

Gramanzel , Gramänzel n. : 1. 'Verzierung, Schnörkel', gegenst. u. übertr., Kramänzel [BZ-Dernb Spey (PfId. 51)]; vgl. Gegramänzel , Geschnö…

Gramanzelwesen

PfWB

gramanzel·wesen

 Gramanzel-wesen n. : ' übertriebene Putzsucht, Modetorheit ', Gramanselwese [ Beam Penns 44]; vgl. Gramanzel 2 a.

gramanzen

DWB

gram·anzen

gramanzen , vb. , zum vorigen, fast durchweg ohne finite formen; besonders im 17. jh. gebräuchlich. die bedeutung des verbums gramanzen geht…

gramanzer

DWB

gram·anzer

gramanzer , m., nomen agentis zum vorigen, aber wohl kaum sprachläufig: gramanzer gestuosus, gesticulator, spermologus, ostentator, ampullat…

gramarsi

KöblerMhd

gramarsi , st. M., Interj. Vw.: s. gramerzī

gramasse

DWB

gram·asse

gramasse , f. , ' grimasse '. mundartliche mischform aus grimasse und gramanzen, welch letzteres wort im literarischen gebrauch seit dem 18.…

gramassig

DWB

gra·massig

gramassig , adj. , s. das vorige und s. v. gremassig; doch vgl. auch gramausig s. v. gramaunzen, gramausen.

gramatel

DWB

gram·atel

gramatel , grametel , u. ä., f., im steir. ' erzröststätte, in der auf eine schicht holz und kohlen erzstücke gelegt werden, hierauf wieder …

gramatelle

DWB

grama·telle

gramatelle , f. , squilla, pisciculus Scherz-Oberlin gloss. (1781) 1, 567 ( hier zugleich mit richtiger deutung der von Frisch t.-lat. [1741…

grâmatic

Lexer

grama·tic

grâmatic stf. an der grâmatic wart er schier vol varnde j.Tit. 174. grâmaticâ die kunst die sol man brîsen, sie kan gedanke wol ze worten wî…

gramatica

KöblerMhd

gramatica , st. F. nhd. Grammatik Hw.: vgl. mnd. grāmatike Q.: Suol (FB grāmatic), Minneb (grâmaticâ), Ack, Frl, HvNst, JTit, Kolm, Lannz, L…

gramatica1

LDWB1

gramatica 1 [gra·mạ·ti·ca] f. (-ches) 1 Grammatik f. , Sprachlehre f . 2 (liber) Grammatik f. , Lehrbuch der Grammatik ◆ gramatica normativa…

gramatica2

LDWB1

gramatica 2 [gra·mạ·ti·ca] f. (-ches) Grammatikerin f.

gramatical

LDWB1

gramatical [gra·ma·ti·cāl] adj. (-ai, -a) 1 grammatikalisch, grammatisch 2 (conform ales regoles dla gramatica) grammatisch, der Grammatik g…

gramatichāri

KöblerAhd

gramatichāri , st. M. (ja) Vw.: s. grammatihhāri*

gram als Zweitglied (16 von 16)

Griesgram

RDWB1

Griesgram m ворчун, брюзга, бука разг.

Angram

BMZ

ang·ram

Angram , Angran sper von Angram werden als vorzüglich starke erwähnt. zwelf schärpfiu sper von Angram, stark rœrîne schefte drîn von Oraste …

gotegram

KöblerMhd

gote·gram

gotegram , M. nhd. Gott Erzürnender, Gott feindlich Gesonnener Hw.: s. gotegram (1), gotesgram (2) Q.: Märt (vor 1300) E.: s. got (1), gram …

gotesgram

MWB

gotes·gram

gotesgram Adj. ‘Gott erzürnend, Gott feindlich gesonnen’ nu wart in den zeiten / darümb gepotenn weytenn, / das die christen chämen zesam / …

griesgram

DWB

gries·gram

griesgram , m. , in alter sprache swm.; zur form und herkunft vgl. das reicher entwickelte vb. griesgramen. 1 1) das knirschen der zähne: st…

grisgram

Lexer

gris·gram

gris-gram stm. BMZ zähneknirschen Leys. griesgram od. klapperung der zene, stridor Voc. 1482. ain griesgram der zende Vintl. 9823. — gris = …

hundesgram

KöblerMnd

hundes·gram

hundesgram , Adj. nhd. „hundsgram“, feindlich wie Hund und Katze seiend E.: s. hunt (1), gram (2) L.: MndHwb 2, 386 (hundesdine/hundesgram) …

Liebesgram

Wander

liebes·gram

Liebesgram Liebesgram, Liebesschlamm (Liebesflamm'). – Gruter, III, 64; Lehmann, II, 380, 61; Körte, 3905.

malgram

KöblerMhd

mal·gram

malgram , st. M. nhd. Granatbaum, Granatapfel, Granatapfelbaum Q.: JTit, Loheng, Minneb, SalArz (Anfang 13. Jh.), StRMünch E.: s. lat. mālog…

pilgram

DWB

pil·gram

pilgram , m. was pilger ( s. bilgram th. 2, 26), eine nun veraltete, aus pilgeram ( Dief. 425 b ) contrahierte form; pilgeram ist aus pilger…

Podagram

BWB

Podagram Band 2, Spalte 2,1542f.

Spinnegram

Wander

spinne·gram

Spinnegram 1. Einem so spinnegram sein als dem Teuffel aus der Hellen. – Herberger, Hertzpostille, I, 714. 2. Einem spinnengram sein. »Die C…

Umlegram

Idiotikon

Umlegram Band 6, Spalte 892 Umlegram 6,892

ungram

KöblerMhd

ung·ram

ungram , Adj. nhd. „ungram“ Q.: HvBer (1325-1330) (FB ungram) E.: s. un, gram W.: nhd. DW- L.: FB 385b (ungram)

Ableitungen von gram (4 von 4)

ergramen

Lexer

er-gramen swv. intr. in zorn geraten, zürnen mit dat. wir sîn in sô harte niht ergramt Priesterl. 551, ohne dat. Schame und Zuht sint ergram…

grame

MWB

grame stF. ‘Grausamkeit’ (vgl. grim ): alle tier uff ertrich / macht man schier mit guͤti zam / denn mit uͤbelkait und gram Teichn 574,58; d…

ungram

KöblerMhd

ungram , Adj. nhd. „ungram“ Q.: HvBer (1325-1330) (FB ungram) E.: s. un, gram W.: nhd. DW- L.: FB 385b (ungram)

vergramen

Lexer

ver-gramen swv. intr. mit dat. einem gram werden Dür. chr. s. 8,2.