Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gesinde stN.
2 zu einer Haus- oder Hofgemeinschaft Gehörende (vgl. 2 HRG 2,319-325, LexMA 4,1402f.)
2.1 ‘Familie’
2.2 ‘Dienerschaft, Gesinde’
1 ‘Gefolgsleute, Begleiter, Gefährten’ (s.a. ingesinde stN.): wer leitet nu die lieben schar? / wer wîset diz gesinde? Tr 4797. 15599; Irmschart und Heimrîch / dâ kômen mit grôzem gesinde: / vier vürsten, ir zweir kinde, / siben tûsent ritter oder mêr Wh 142,25; darnach solt ir myn [der Königin] ritter sin und von mym gesinde Lanc 345,34; der tiuvel unde die gîtigen unde die ketzer unde die wider den heiligen geist dâ sündent, daz ist allez éin kumpanîe und éin gesinde PrBerth 1:245,19; Iw 5934; Wig 3720. 11290. – ‘ich urteile, als ich vinde’, / sprach er zu sim gesinde [Jünger Jesu] , / mit sant Johannes ich ez wol beziugen wil Frl 9:21,8. – in Verbindung mit himelisch: [Maria] is ruom allis himiliscis gisindis WernhvN 259; in den alten zîten / vor aller slahte liuten / do erwelete im daz gotes kint / in sîn himelischen gesint / ein juncfrowe guote, / sante Margarête MargAntiochII 88. – im Kampf oder Streit (s.a. vuoʒgesinde , reitgesinde ): dô was ouch daz gesinde ze strîte hêrlîchen gar NibB 196,4. 177,3; die von ir gesinde dâ / ze velde lâgen erslagen, / die hiezen si ze grabe tragen Tr 5612; weliche stat die andern also manti umbe ein gesinde, die sol dem gesinde halben kosten und schaden geben, die wil ez in irme dienste ist UrkBasel 4:55,23 (a. 1326). – übertr.: der tôt der suochte sêre, dâ sîn gesinde was. / der von Bechelâren dô langer einer niht genas NibB 2224,3; der jeger [...] gesach zehant dar inne / daz gesinde der minne: / niwan ein wîp und einen man Tr 17438; galander unde nahtegal / die begunden organieren, / ir gesinde salûieren ebd. 17356; füeret in eht gegen dem galgen unde gegen des galgen gesinde [ die erhangenen unde die erslagenen ] PrBerth 1:395,7; KLD:UvL 13:2,2. – Paarformel: dû erlâst dîns nîdes niht / daz gesinde noch die geste Iw 143; von gesinde noch von gesten / wart geherberget / sô wunneclîchen alse hie Tr 600. 2 zu einer Haus- oder Hofgemeinschaft Gehörende (vgl. 2HRG 2,319-325, LexMA 4,1402f.) 2.1 ‘Familie’ in der arche obene was mit sinem gesinde Noe / er und sine gemahele, sine snur und ir winige GenM 28,17; die dritten die dir bî den füezen sint bezeichent, daz ist dîn gesinde, daz under dir ist: kint und hûsfrouwen PrBerth 2:129,39; BuchdKg 25,12 2.2 ‘Dienerschaft, Gesinde’ der butil der in sal abir nicht gebietin deme gesinde in irs herrin hus UrkCorp (WMU) 1161A,35 u.ö.; vil grôze klage man dâ vant / under dem gesinde Wig 5236. 2727. leigen unde alle der gesinde [ familia ] , dî dâheime wonent StatDtOrd 106,16. 115,14; von dem erbe sol man alrêrste gelten dem gesinde ir verdientez lôn SpdtL 99,22; man sol daz gesinde behalten biz zem drizegesten, daz si sich die wile besteten SchwSp 15b; des vicetuͦms gesinde, die zu irme brode gen und die in irme huse slafen, uber die sulen si richten WeistErf 23 (a. 1289); SAlex 2896
MWB 2 569,10; Bearbeiter: Helmich