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Dirne

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Dirne

Bd. 1, Sp. 1503
Die Dirne, plur. die -n. 1) Eine junge unverheirathete Person des andern Geschlechtes. In dieser Bedeutung war dieses Wort ehedem in edlem Verstande üblich, indem nicht nur die Nonnen, sondern auch die Jungfrau Maria damit beleget wurden. Heut zu Tage ist es in derselben im Hochdeutschen beynahe veraltet, und man nennet in Niedersachsen nur noch die ledigen Weibespersonen gemeiner Leute Dirnen. Wie manche frische Dirne Schminkt sich aus jenem Bach, Haged. Denn oft die Natur auf eine der blühenden Dirnen Ihre glücklichsten Reitze verschüttet, Zachar. 2) Eine Magd, welche Bedeutung gleichfalls nur noch im Niedersächsischen angetroffen wird. Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort in beyden Bedeutungen Deren. Thiarna, Thierna, ist schon bey dem Ottfried und Willeram eine Jungfrau, und Thiarnaduam bey dem erstern die Jungfrauschaft. Eben derselbe gebraucht Thiarna auch für eine Kindbetterinn. Bey den Schwäbischen Dichtern ist Diuren so viel als ein Mädchen, und Älfrik braucht Dyrna für eine Hure. Wachter glaubt, daß dieses Wort aus Thienerne, eine Dienerinn, zusammen gezogen sey. Allein die Bedeutung einer Magd ist neuer, wenigstens kommt sie bey den ältern Fränkischen und Alemannischen Schriftstellern bey weitem nicht so häufig vor. Das Schwed. Taerna, und Isländ. Therna bedeuten gleichfalls eine Magd, und in der erstern Sprache ist Thyr ein Knecht.
1365 Zeichen · 19 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    dirneAdj. (ja)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    dirne , Adj. (ja) Vw.: s. dierne

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dirnest. F., sw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    dirne , st. F., sw. F. Vw.: s. dierne

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dirne

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Dirne , plur. die -n. 1) Eine junge unverheirathete Person des andern Geschlechtes. In dieser Bedeutung war dieses W…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dirne

    Goethe-Wörterbuch

    Dirne 1 junges Mädchen, bes das einfache Bürgermädchen od Mädchen vom Lande, mehrf mit erot Nebensinn [ Schüler: ] Blitz…

  5. modern
    Dialekt
    Dirne

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Dirne Band 3, Spalte 3,1754–1758

  6. Sprichwörter
    Dirne

    Wander (Sprichwörter)

    Dirne 1. De Dêrn steilt sick as de Katt mit en Aaalkopp. – Volkskalender, II. 2. Dêiern un Jungens hört binein 1 äs Spec…

  7. Spezial
    Dirne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dir|ne f. (-,-n) 1 ‹ant› (junge Frau) jona (-nes) f. 2 prostituta (-tes) f. 3 ‹vulg› putana (-nes) f. , scroa (-oes) f. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dirne

114 Bildungen · 32 Erstglied · 82 Zweitglied · 0 Ableitungen

dirne‑ als Erstglied (30 von 32)

Dirnenfüt

RhWB

dirne·n·fuet

Dirnen-füt dī·ə.r(ə)fȳt Kref m.: ein Junge, der immer hinter den Mädchen her ist; Knabe, der viel mit M. spielt.

Dirnenhaus

Campe

dirne·n·haus

○ Das Dirnenhaus , des — es, Mz. die — häuser, ein Haus, in welchem sich liederliche feile Dirnen aufhalten; ein Hurenhaus ( Bordell). » Die…

dirnenkind

DWB2

dirne·n·kind

dirnenkind n. mädchen: hs.E12.jh. priester Wernher D 1088 W. 1349/50 Konrad v. Megenberg b. d. natur 38 P.

Dirnenknecht

Campe

dirne·n·knecht

○ Der Dirnenknecht , des — es, Mz. die — e, der unmännlich an den Dirnen hängt, und sich von ihnen beherrschen läßt.

dirnenporträt

DWB2

dirne·n·portraet

dirnenporträt n. : 1966 zeit 12,23. c äußerungen, erscheinungsformen und körperteile von dirnen:

dirnenstand

DWB2

dirne·n·stand

dirnenstand m. : 1810 Jahn w. 1,280 E. 2 überwiegend und im 20. jh. ausschließlich zuss. mit dirne f. 3. a räumlichkeiten für dirnen:

dirnenvolk

DWB2

dirne·n·volk

dirnenvolk n. : v1697 Grob epigr. 215 LV. e existenzweisen der dirnen:

dirne als Zweitglied (30 von 82)

Bauerndirne

Campe

bauern·dirne

Bauerndirne , Mz. die — n; Verkleinerungsw. das Bauerdirnchen, O. D. Bauerdirnlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. s. Bauermädchen.

Großdirne

BWB

Großdirne Band 3, Spalte 3,1761f.

Handschuhdirne

Wander

handschuh·dirne

Handschuhdirne Hanschudêre un Tüflknecht (Pantoffelknecht) dênt beide ärn Herrn slecht. ( Süderdithmarschen. )

hausdirne

DWB

haus·dirne

hausdirne , f. dienstmagd eines hauswesens: zum ersten ist sie hausdierne, nicht die fraw. Luther 4, 135 a ; got grusz die zarten hausdiern,…