unter,
adv. und präposition. schon im urgerm. sind idg. ŋdhér >
lat. infra (
vgl. ai. adhás '
unten', ádhara '
der untere')
und idg. ter,
ai. antár >
lat. inter
zusammengefallen. im got. und an. findet sich '
inter'
nur in der bezeichnung der zwischenmahlzeit (undaúrni-mats, undorn),
in den westgerm. entsprechungen auch als adv. und präposition. got. undar
ὑπό,
präpos. m. acc., undarô
ὑποκάτω,
adv. u. präpos. m. dat. (
in zusammensetzungen uf,
kein undar).
an. undir,
dän. schwed. under.
ags. engl. fries. under.
as. undar.
mnd. under,
mnl. nl. onder.
ahd. untar, undari
adv.; mhd. under, unde.
vgl.unten.
das synonyme nieder (
th. 7, 748)
erscheint selten als adv. u. präposition. formen. 11)
wie unten stellenweise in das gebiet von unter eingreift, reicht anderseits unter
gelegentlich selbst in der n. schriftspr. an unten (
von den gebieten, in denen die bildung unten [
s. d.]
ganz fehlt, ist abgesehen; die bed. '
inter'
kommt hier nicht in betracht).
meist handelt es sich um nachwirkung älteren oder mundartlichen sprachstandes: mhd. under '
unten'
mhd. wb. 3, 187
a; Lexer 2, 1778; Lamprecht
Alex. 5910; 6414
K.; halt ... unter geschribene lehren
M. Stifel
coss Christoph Rudolfs 61; vor ... mir underbenandten notarien J. Ayrer
hist. proc. juris (1600) 541; under an die Bojos haben sich die Lingones geschmuckt Stumpf
Schwytzerchron. 150
b;
nach seinem heimathlichen dialect sagt Kramer (1702) 2, 1201
b: unter herum bedrecket seyn;
mundarten scheiden vielfach nicht, z. b. da unger, grad unger dra Staub-Tobler 1, 326, underne 327, iner Follmann 520
a, underus Staub-Tobler 1, 555 (
vgl. umgangssprachliches unterausrutschen), unge
und unger Hönig
Köln (1877) 158
a.
ebenso bei hinten
und hinter.
auch bei herunter, hinunter (
vgl. dahinter, hinterlader), unterwärts,
untersuchen (
s. d.)
ist von unter
in der alten function für '
unten, nach unten, in die tiefe'
auszugehen. bei unterdurch (
s. d. und unten III 1
b)
hat sich nd. =
nl. lautstand erhalten. vgl. mhd. underbat, -tiefe, -vege,
nhd. untergrund. 22)
der dental.: i. a. s. unten I 2.
ahd. erscheint untar (Graff 1, 380
ff.)
sehr oft; mhd. steht unter
selten allein, öfter in compositis; in der ersten d. bibel findet sich, neben häufigerem under, unter
z. b. 1, 10, 43; 51, 49; 134, 12; 158, 52; 172, 15; 191, 32; 197, 1; 199, 37; 207, 18; 253, 33; 356, 41;
vereinzelt in Arigos
decam., regelmäszig in Luthers
bibel. under
setzt sich, immer seltener werdend, schriftsprachlich bis ins 18.
jh. fort, z. b. Luther 8, 526
W.; 12, 476; 506; 517
W.; Weckherlin 1, 54; Opitz
poemata 34
ndr.; Grimmelshausen 2, 19, 24; 2, 35, 15; 38, 19
Keller; Moscherosch
insomnis cura 5; 85; 93; 95; 97; 107
ndr.; das publicum ...
mit der profondesten logiq
zu underrichten J. J. Schwabe
tintenfässl [1745] 32).
mundartlich ist -d-
weit verbreitet. Stieler 1387
setzt under
mit ableitung von dän. schwed. ond
an, Kramer (1702) 2, 1201
c under
neben unter.
schriftsprachlich ist unter
wie unten
fest durchgedrungen. zwischenformen: undter A. v. Eyb
d. schr. 1, 11, 24; Hutten 2, 182, 26
B.; J. Agricola
sprichw. (1534)
G 8
a; H. Sachs 2, 11, 22
K. u. o.; Heyden
Plin. 3
b; unnder
privatbriefe 1, 253
St.; untter
passionsspiele 27
Wackernell;
acta publ. 1, 48
P.; unther Jobst Buchamer
newe unbekanthe landte (
Nürnberg 1508)
nd. jahrb. 34, 137; Diefenbach-Wülcker 915; Luther 10, 3, 355, 31
W. 33)
umlaut ist nhd. nicht schriftsprachlich, aber sonst (
aus d. adv. undir)
vielfach entwickelt: ahd. intar Graff
ahd. präpositionen 174; ünter Schmeller
mundarten Bayerns 75, 368; Lexer
Kärnten 248; ingr, engr
els. wb. 1, 52; inder Fischer 6, 224; inger, enger, inner Follmann 520
a; inger, ingern
obers. wb. 2, 601
a; innig (üntig)
Wetterau; önner Gangler
luxemb. 317; Spiesz
henneberg. 264; önger Regel
Ruhla 76; enger Hertel
Thüring. 250; binger
ebda; ünderboden Schambach 242
a; ünderhose, ünderkolrabich (
Eilsdorf)
nd. jahrb. 34, 99
a.
unter einwirkung des folgenden sich
entstand ingerschi
els. wb. 2, 785
a, ünnerschi Ruckert 187. 44)
dreisilbige formen, scheinbar ahd. untari, untiri, undere,
mhd. undere,
mnl. ondere
entsprechend, finden sich in mundarten (
z. b. Staub-Tobler 2, 1338; Fischer 6, 229),
sind aber durch zusammensetzung (
z. b. mit hin, unterhin)
entstanden. 55)
einsilbige, nicht als ursprünglich angesehene formen (
vgl.unten I 4, hint > hinter)
stammen aus mhd. unde:
s. Wickram
und Paracelsus
in den sp. 406, 3
angeführten stellen; und den tachtropfen (1651)
öst. weisth. 10, 148, 24. 66)
mit n (ana)-
suffix ergab sich undern (underne, undern
infra Diefenbach
gl. 297
c; Staub-Tobler 1, 327; ingern
obers. wb. 2, 601
a;
nl. onderen
nt. wb. 10, 1297; De Bo 1070
b; undern Doornkaat-Koolman 3, 468
a): lig wir undern J. Ayrer
unter ob 2
a, th. 7, 1111; und soll die (
gebärmutter) undern ... mit ... wein gewaschen werden Gäbelkover
arzneib. (1595) 2, 67. 77)
wie in beneden (
engl. beneath), behinden (
engl. behind)
betont vorgefügtes bi
im gs. zum woher (ana)
das wo (Murray 1, 2, 799
b): bunder = bi under Schambach 36; binger, drbinger Hertel
Thüring. 250.
nicht schriftsprachlich. vgl. von zusammensetzungen auch ags. underneoþan,
engl. underneath,
ä. dän. underneden; untermang
obers. wb. 2, 203
b; mangunter Holtei
bei Sanders
erg. wb. 586
a; unterkönge Train
chochemer loschen (1832) 239
a; unterkenntlich Grolman
wb. d. spitzbubenspr. (1822) 73
a; Fischer
schwäb. wb. 6, 237. 88)
als verkürzung für mitunter: 'unter
wird in einigen gegenden unrichtig als nebenwort für mit unter
gebraucht. ein wenig unter rasen' Heynatz
antibarb. 2, 530.
vgl.unter für unterhalb II A 3. 99)
zusammenziehung mit artikelformen (
th. 2, 975
ff.),
dem mhd. gebrauche entsprechend (
mhd. wb. 3, 187
ff.),
wurde von Adelung pedantisch auf verwendung im gemeinen leben und in vertraulicher schreibart eingeengt; thatsächlich sind unterm, unters
ziemlich allgemein üblich, untern etwas seltener, untert
veraltet und mundartlich: mitten underm todt Luther 12, 460
W.; unterm hertzen A. Gryphius
lustsp. 277
P.; Göthe
Faust 2028; 4868; Schiller 12, 243; unterm nachtwächter Gutzkow
zauberer (1858) 2, 324; untern (= unterm) p- Brendicke 187
a; untern ollen Fritzen
ebda. untern (
dat. plur.) füssen H. Sachs 10, 18, 17
K., händen
Königsberger dichterkr. 29
ndr., palmen Lessing 3, 8, 110
M., dragonern Göthe 16, 61
W., waffen Müllner 3, 62;
als acc. sing. untern scheffel Göthe 6, 14
W., kopf Lenz 1, 70
Tieck, arm Gutzkow (1872) 5, 58. unters gesicht Rinckhart
christl. ritter 32
ndr., maul Harsdörfer
gesprechsp. 1, L 1
a, volk Lessing 3, 8, 107
M., laub Göthe
Faust 4677, militair Holtei
erz. schr. 1, 30. untert (unter die,
acc. sing.) handt H. Sachs 9, 517, 14
K.);
als acc. plur. zum folgenden gezogen under dfüsz R. Manuel
weinspiel 1822;
mundartlich untert = unter das, u. dem Brendicke 187
a.
vereinzelt erscheint undern = unter ihnen (in, en,
vgl. th. 4, 2, 2049, 1
ende, obers. wb. 1, 555
b) Scheit
Grobianus 326
ndr. 1010) unter
im zusammenfall oder wettbewerb mit andern wörtern. 10@aa)
mit hinter (
vgl. Pott etym. forsch. 1
2, 79),
bes. bair.-österreichisch: du bist gebenedeit hinter den weibern; hinter die leut
gehen; hinter der kirche; hinter einem gulden; herhinter; hinterbleiben, -stehen
u. a. Schmeller 1, 1136; under sein erb komen Aventin 5, 245, 23
verglichen mit hinter II 2
c, i; hinter
und unter die bank werfen
th. 1, 1107; unterm kopf hingehen Mathesius
Sarepta (1571) 133
a = hinter
th. 5, 1751
γ; unter das licht führen
th. 6, 868;
dän. sla en under oret
einen hinter die ohren schlagen; hinterlassen = unterlassen
anz. f. d. altert. 25, 260 (
s. hinterlassen 2);
vgl. hintersasse und untersasse,
hinterkorn und unterkorn, hintergedanken
u. untergedanken (E.
M. Arndt [1845] 3, 327),
mnd. underlist
u. nhd. hinterlist,
mnd. hinderbackes,
mhd. hinder rucke
und ags. underbæc,
as. under bak
Heliand 4853,
ags. undergân
decipere und mhd. hindergân,
nhd. hintergehen, hinterschlagen
und unterschlagen, hintertreiben
u. untertreiben,
mhd. underziehen
und nhd. hinterziehen,
mhd. under schilde
u. hinder den schilt
Sperber bedeutungsentwicklung der präpos. über 64
ff. s. hinter II 1
i, 2
i, II 2
a, 1
b; so auch Luther: inspice ergo Sathanam, qui unterm berg helt 28, 58
W.; th. 4, 2, 1488;
th. 1, 1507, 7; hinten
und unten
können die nordseite bezeichnen (Staub-Tobler 2, 1411; Schmeller 1, 1137); Unterseen
und Hindersewen Staub-Tobler 2, 1418. 10@bb)
mit ohne (
inwieweit äuszerlicher zusammenfall einerseits, selbständige bedeutungsentwicklung anderseits gegeneinander abzugrenzen sind, ist nicht allgemein zu entscheiden; vgl. une
und ûne Lenz
Handschuhsheim. [1888] 52
b,
mhd. under danc, Murray 10, 1, 121 under II 9
c, Richthofen 1101
a,
mnl. wb. 5, 313;
auch hier spielt hinter
hinein, s. d. II 1
f, II 2
f, Haltaus 910; rechnungen hinter dem wirt machen Staub-Tobler 2, 1414): daz ich uch under mazin gern sege
privatbriefe 1, 11
Steinhausen; klein unter alle maszen Spee
trutznachtigall (1649) 142; pisz mancher ... sterben must u. seinen dank (1504)
histor. volkslieder 248, 44
L.; wir könnens machen unter dich
els. wb. 1, 52
b.
veraltet und nicht schriftsprachlich. 10@cc)
mundartlich wird unteresse
aus interesse Schmeller 1, 115; unterform
aus uniform
sp. 1074; unter
stammt aus wunder
in underchleine Notker 1, 765, 20
P., -selten, -siech, -got Staub-Tobler 7, 871; 2, 510.
vgl. das mhd. underniuwe
und unerklärtes unterdeine, -meine Fischer 6, 225. 1111)
ableitungen sind für die schriftspr. im wesentlichen unfruchtbar geblieben (
vgl. untig, unnig, unten I 8):
unterig unten befindlich Schmeller 1, 115; 1, 87;
untrisch Schranka
Wiener dial. lex. (1905) 177 ('
unterirdisch');
unterkeit, f. indiv. bildung Fischer 6, 236;
unterlich, adv. adj. (
entsprechend dem mnd. underlank, -lange, -langes, -lankliken;
mnl. onderlinge, -linc;
nl. onderling): sich u. (
wechselseitig, einander) küssen Chr. v. Ryssel
vom seelenfrieden (1685) 519; ohne unterliches (
wechselseitiges, gegenseitiges) geben und empfangen 615; 707; 727.
unterling, m. (
engl. underling,
nl. onderling),
untergebener: Sanders 2, 1413
c;
vgl. hinterling th. 4, 2, 1511; Staub-Tobler 2, 1420.
ünderlen, verb., herabwürdigen Staub-Tobler 1, 327.
untern urinare Höfler 764
a;
mhd. undern
erniedrigen Lexer 2, 1792.
bedeutung und gebrauch. die beiden hauptbedeutungen der in unter
zusammengefallenen wörter ('
infra'
und '
inter')
zu sondern, ist nicht immer möglich. Wilmanns
gramm. 3, 519;
nl. wb. 10, 1234, 22.
im sprachbewusztsein ist der unterschied oft nicht lebendig. wir machen eigentlich keinen unterschied, wenn wir sagen: unter Gustav Adolf dienen
und unter den Schweden dienen:
es bleiben uns zunächst viele ausdrücke unklar wie unter dem fenster liegen, unter den arm nehmen, die katze kommt mir u. die beine, unter den Linden, unter den händen des chirurgen sterben; untergehen ('
inter'
und '
in die tiefe'); u. der feder des übersetzers Lessing 8, 6, 7
M.; die seelen knarrten unter ihren (
der teufel) zähnen Klinger 3, 27; eine u. nachtviolen verversteckte rosenknospe E. Th. A. Hoffmann 10, 25
G. es hat nicht an versuchen gefehlt, die eine bed. aus der andern abzuleiten (J. Grimm
gramm. 3, 260; W. Grimm
th. 2, 804, 4; Graff
ahd. präpos. 177: Pott
etym. forsch. 1
2, 101; Doornkaat-Koolman 3, 468
b),
wodurch jedoch der wortgeschichtliche thatbestand nur verdunkelt, nicht aufgehellt wurde. II.
adverbium. ὑποκάτω,
subter, subtus; inter (
s. unten 5, 6, 7)
kommt schriftsprachlich kaum in betracht. Gabelentz-Löbe 2, 1, 141
a; Cleasby-Vigfusson 653
a; Murray 10, 1, 124
a; Graff 1, 380 (untari, untiri, undera);
mhd. wb. 3, 187
a; Lexer 2, 1178; Lübben-Walther 430
b;
mnl. wb. 5, 313;
nl. wb. 10, 1211. Staub-Tobler 1, 326; Fischer 6, 224.
vgl.unten I 1, III 3.
in nhd. schriftspr. ist die bed. '
von unten'
dem mit suffix ana
gebildeten unten
vorbehalten. vgl. formen 6. I@11) auf und unter,
auf und ab, auf und nieder (
th. 1, 605),
hin und wieder, hier u. da, überall: hörner munter drein erschallen auf und unter durch das grüne Eichendorf 1, 683. laub ober, laub under
von betten, bei denen nicht nur der bettsack, sondern auch die decke mit laub gefüllt ist Staub-Tobler 3, 955. I@22)
substantiviert in der mundartlichen allitterierenden formel unter und über
zur bezeichnung des lebensbedarfs, zunächst an kleidung (
unter- und oberkleid; engl. unders
unterkleider),
dann auch vom lager (
unterbett u. decke)
u. allgemeiner u. unbestimmter von hausrath u. wohnung. u. und über (
genug)
haben Staub-Tobler 1, 59. 326;
vgl.um und an, über und über.
s. auch zur substantivierung nl. ten onder
mnl. wb. 5, 314;
nl. wb. 10, 1215. I@33) '
nach unten, hinab'
in den zusammensetzungen bergunter, stromunter.
th. 1, 1519;
obers. wb. 2, 601
a; 1, 87
a: Faber
thesaurus (1587) 641
a; einen finstern auszgehauenen gang, der gieng immer berg unter Chr. Weise 3
hauptverderber (1673) 43; hastig im bergunterrennen Fr. W. Weber
Dreizehnlinden 1362;
auch in erweitertem sinne, so dasz der begriff berg
in der richtungsbezeichnung untergeht: ich bot ihr die hand bergunter (
beim hinabsteigen vom thurme) Fr. Kind im
obers. wb. 2, 601
a; die zähren haben ... bergunter ihren lauf Picander
ebda. wann nun die fische diese körnung in den reusen mercken, wie
er dann solches den strom unter weit hinab mercken kan
fischbüchlein 24; landunter
titel eines werkes von Wilhelm Lobsien;
selten. der präpos. stehen nahe: meerunter '
unters meer'
th. 6, 1861; Sanders 2, 1413
b; tischunter '
unter den tisch'
ebda; bauchunter '
unter den bauch' Lenau 331
B. vgl. bergüber,
meerüber Paul
wb.3 557
a. I@44) kopfunter
bedeutet '
so, dasz der kopf unten ist' (kopfuntersich, kopfunterst)
th. 5, 1781;
nl. wb. 10, 1212, 32
a. ebenso wagt Göthe
in der unter jählings
th. 4, 2, 2228
angeführten stelle: pferd über, mann unter 25, 296, 18
W. I@55)
in verbindung mit da
und wo,
statt darunter, worunter.
zur trennung s. th. 2, 654; Paul
wb.3 99
a: do entschlieff ich under
Forster fr. t. liedlein 89
ndr.; da ist ein schalckheit under
Eulenspiegel 103
ndr.; rein wachs, da nichts anders under ist O. Gäbelkover
arzneib. (1595) 1, 271;
so noch volkssprachlich allgemein: da liegt ein brett unter; da mische ich mich nicht unter; wo soll ich das unter finden? das versteck, wo der schlüssel unter liegt
u. dgl.; Fischer 6, 24.
selten: welchem lett under ist Österreicher
Columella 1, 322.
heute schriftsprachlich gemieden. nl. onder
darunter. I@66)
in verbindung mit verben: die sonne, der mond, der abendstern ist schon unter Kramer (1702) 2, 797
c; A. v. Eyb
d. schr. 2, 61; Heinse 5, 194
Sch.; Schiller 12, 344;
an. sol er undir, dagr er undir Cleasby-Vigfusson 653
a; Murray 10, 1, 124
b;
nl. wb. 10, 1213;
auch vom glücke: wann das glücke aufgeht, so schneiet es freunde, wenn es aber unter ist, hagelt es feinde P. Winckler 2000
gute gedancken (1685) E 3
a.
vgl.untermachen zu bett gehen Staub-Tobler 4, 44. '
hinunter, darunter': unterschlucken (
hausdeutsch); ein gefäsz unter halten Adelung; Staub-Tobler 1, 326; daʒ gewant, daʒ diu maget under hete
Schwabenspiegel 143
Gengler; eine weste unter haben.
mit der bed. des bezwingens, überwindens: die schwermer meinen wol, wenn sie den Luther unter hetten, so furen sie auff eitel wolcken Luther 23, 37
W.; noch halbsinnlich: die hunde müssen dich (
den wolf) nicht oft unter gehabt haben Lessing 1, 227, 8
M. auch jemanden unter kriegen, halten (
vgl. engl. keep, knock under). viel haben gros drauff verwettet, die lutherischen solten umb Michaelis alle unter sein Luther 30, 3, 452
W.; von sachen '
nichtig, werthlos'
u. dgl. mhd. wb. 3, 187
a; Cleasby-Vigfusson 653
a; Murray 10, 1, 124
b.
mnd. underbeholden
im besitz behalten; dasz der hof mit seinem gewehre, den der leibeigne unter hat, die lohnung des staats ist J. Möser 3, 276; die
nase unter haben (
unter dem rasen, gestorben sein) Staub-Tobler 4, 795; mit unter verstandenem (
sousentendu)
ἐχοντα Lessing 11, 17, 31
M. nach II A 2
d: er ist u. (
untergebracht) Campe.
in verbindung mit verben mit denen auch zusammensetzungen vorliegen: so woll eur gnad den briff unter thun (
vgl. unterschlagen)
privatbr. 1, 65
St.; und ward ein grosses gerühel und lag der pfaff mit der kellerin under (
sie bekamen prügel)
Eulenspiegel 19
ndr.; H. ... schlug ihre augen ... under Spreng
Ilias (1610) 38
a;
th. 9, 378; ich schnallte die stahlschuhe unter Storm (1899) 2, 102;
mit dativ: den ... füszen ... band er ... die sohlen unter Bürger 1, 150
B.; und stützet sich die hand unter G. Stephanie
lustsp. (1771) 113; fasse u. Campe 5, 195
b; sofort faszten mich zwei unter Hoffmann v. Fallersleben
leben 5, 216; kriech unter, die welt ist dir gram Reinwald
henneberg. 1, 114
anhang; irrtümer laufen vielfach u.; man steckt die entlassenen anderswo u.
u. dgl. s. die einzelnen zusammensetzungen und J. Grimms
bemerkungen über unvollendete composition gramm. 2, 893. I@77) unter
ist in der verbindung mitunter (
th. 6, 2428)
noch von Adelung
wb. 4, 1280
als selbständig adverbial aufgefaszt (
mit beispielen wie es musz mit unter gehen, mit unter laufen, mit unter regnete es): wirfft je zu zeiten ein italienisch oder spanisch wort mit under Moscherosch
gesichte (1650) 1, 60; schlaget zuweilen ein trillo mit unter! Stoppe
Parnasz 70;
zeitlich Tiedge 4, 173. unter
für mitunter
s. formen 8.
mnl. onder — ende '
sowohl —
als auch'
mnl. wb. 5, 318
ff. I@88) unter über, unter und über (drüber), unterst oberst (
vgl. 2 unter III 2). Staub-Tobler 1, 60: so kehrt er das schiff under uber Forer
fischb. 113
b;
vgl. unter über sich kehren
th. 11, 2, 102;
schweiz. z' underoben; Heyden
Plinius (1565) 367; dasz alles unter und uber fühle Guarinonius 307; die götter ... kehren alles unterüber
literaturbriefe (1765), 21, 22; jene philosophie, die unter-über mischt Herder 5, 513. unter und überkehren Guarinonius 83; dasz alles under und uber gienge Dreyfelder
histor. d. hauses Est (1580) 28
b; so wollen sie ... ober und unter (
promiscue, inordinate, rabiate) zu gott schreien J. Schmidt
göttliche friedenscondition (1641) 19; der krieg wirft alles unter und drüber Kramer (1702) 2, 1202
b.
vgl.unterst oberst Spiesz
henneberg. 264;
th. 5, 424; 7, 1077
f. IIII.
präposition. II@AA.
infra, sub.; i. a. gth. v. über.
aber auch andere präpositionen erscheinen im gs., z. b. das über
verwandte ob Arigo
decam. 38, 28
K.; auf Lehmann
florileg. 1, 90; wir ... in der sonnen, die infernalischen ... under der sonnen Parac. 2, 477
H.; unter und neben allen sachen Lohenstein
Arm. 1, 8
b; unter und umb ire kessel Mathesius
Sarepta (1571) 1
b; wer nicht mit und aus uns ist, der ist unter uns! Herder 5, 130;
synonym hinter: er ... fühlte alles hinter und unter sich Göthe 21, 60, 17
W. in dem unterscheiden der verbindung mit dem dativ und mit dem acc. folgt das nhd. unter
zunächst der allgemeinen regel; s. über B,
th. 11, 2, 12; 77.
doch ist in über
die accusativische bewegungs- und zielvorstellung stärker, bei unter
die dativconstruction etwas reicher entwickelt und älter als bei über;
noch heute sagt man: über die bäume fliegen,
aber unter den bäumen hergehen; über ein jahr,
aber unter einer woche; über mein erwarten,
aber unter meiner erwartung.
auf die geschichtlich wechselnde, im an., ags., as. von der unsrigen abweichende raumvorstellung wird hier nicht eingegangen. fälle eines von heutiger norm verschiedenen casusgebrauchs sind frühnhd. nicht selten; es kommt darauf an, ob beim sprechenden die vorstellung der ruhe oder die der bewegung überwog. wenn im betbüchlein d. ewigen wiszheit (1518) 70
b acc. u. dativ verbunden werden (gehorsam gelassenheit mynes eygen willen under dich und under allen creaturen),
hat im ersten falle sich lassen unter
als bewegungs- und bewirkungsvorstellung den ausschlag gegeben, im zweiten die vorstellung der gelassenheit
als zustandes der ruhe. man sagte wohl: varn under einer banc J. Grimm
gramm. 4, 808; so die sonn under der erden geht Parac. 2, 547
H.; aus unter (den) augen
stammt der dat. bei: lassen sich nicht unterm angesicht sehen Olearius
pers. reisebeschr. (1696) 309 (
vgl.das keyn man sy recht under iren ougen nie gesach
d. ew. wiszheit betbüchlin 179
b);
umgekehrt: o gott, nun hastu mit menschengesezen nie kein volck also gröszlich beschwehret als uns arme under den römischen stuhl (u.
mit acc. hier ausdruck der unterwürfigkeit als ergebnis der handlung) Dürer
tagebuch (1884) 83; ... verhielt (
s. verhalten 7) sie solches under ihr beth
Amadis 28
Keller; ich sah meine geliebte Psyche unter ihre (
der götter) flügel gesichert Wieland 2 (1794) 69; unter die linde soll sich nicht versammelt werden (versammeln
i. ä. spr. oft m. acc.) Bettine
dies buch geh. d. könig 1, 109.
hostes suffodiunt cuniculos graben under die statt Alberus
dict. (1540) 2
a; mein unter die presse hafftendes wercklein (
vermischung mit transitivem heften,
s.haften 7) Harsdörfer
secretarius 1, 16.
nach dem lat. sub peccato (
gegen gr. ὑπὸ τὴν ἁμαρτίαν, unter die sünd Zwingli
d. schr. 1, 308; Mathesius
Sarepta 180
b): verkauft under der súnde
erste d. bib. 2, 32, 31. II@A@11)
mit dativ. II@A@1@aa)
gs. zu über II B 1 (
vgl. Sperber
bedeutungsentwicklung der präp. über 15),
unter dem scheitelpunkt oder der horizontalfläche bei fehlen der berührung (
man stellt sich vielfach den oberen gegenstand punkt- oder strichartig vor, er braucht es nicht zu sein). II@A@1@a@aα)
bisweilen werden masze des zwischenraumes angegeben: das quecksilber steht 6 grad unter dem gefrierpunkte; in Innsbruck fand ich bereits 14 grad unter dem gefrierpunkt vor Pückler
briefwechsel 4, 119; eine handbreit unter der öffnung, stirn, dem auge, ohr, rande, deckel
u. s. w.; 4 meter u. der spitze des turmes, berges;
die erdoberfläche wird als meszpunkt genommen: acht klaffter unter der erden was die thür verporgen schon
lied v. hürn. Seyfried 32
ndr. II@A@1@a@bβ)
ohne solche zahl- und maszbestimmungen mit beziehung auf himmelskörper, himmel, klima u. dgl. (
an nichtberührung oder zwischenraum wird nicht mehr gedacht): unter der sonne
th. 10, 1, 1615; Staub-Tobler 7, 1093; Murray 10, 1, 120, 1;
mnl. wb. 5, 309;
ganz allgemein wie sub sole nüt ist under der sonnen das neuwe sey Tauler
serm. (1508) 247
a;
pred. Sal. 1, 10; der aller verschupfftist und verlasznist mensch, der under der sonnen ist Frisius 497
a; was an mir geschehen ist, bleibt unerhört unter der sonne Gutzkow
ges. w. 4, 55; unter dem monde
th. 6, 2501; vor allen städten u. sonn und mond Bürger 156
B.; unter der erde
mhd. wb. 2, 2, 743
b; wann der mon new oder unter der erden ist Sebiz
feldbau 49;
mit bezug auf die erdoberfläche, wie überall in der a. spr.: ich wolte, das du so tieffe (
vgl.α) under der erden werest, als du hohe dar
oben bist Tappius
adag. (1545) G g 1
a; u. der erde liegen, ruhen
tot sein; formelhaft ohne artikel: mit aller zuogehorung ob erd und under erd Knebel
chron. v. Kaisheim 314
lit. ver.; unter der linie (Chr. Reuter
Schelmuffsky 32
ndr.), dem äquator, breitengrade, klima, himmelsstriche, unter der heiszen zone (Göthe IV 42, 72
W.), u. jedem himmel
th. 4, 2, 1336, unterm süden A. v. Haller
ged. (1882) 12, u. dem norden wohnen Micrälius
Pommerland 1, 3 (
wo aber auch sub '
in der nähe von'
einflieszt; s. ε); unter himile Graff
präpos. 174; unter dem himmel
th. 4, 2, 1334; Staub-Tobler 2, 1290; unter (
gottes) freiem himmel '
ohne sonstige überdachung'
: hypaethrus ein gebeuw, das under dem himmel ist und nit gedeckt, unbedeckt geng, so under blossem himmel sind Frisius 638
b;
sub divo underm heyteren himmel 1251
b; die vögel unter dem himmel,
volatilia coeli, 1. Mos. 1, 26; Göthe 21, 9, 27
W.; danach auch unter des himmels luft Rückert 1, 72; underm lufte Wolfram
Parz. 470, 17; under luften
Rother 3533; unter tage
th. 11, 1, 38. II@A@1@a@gγ)
mit beziehung auf lebende wesen: u. mir ziehen gewitter um den berg;
anthropomorphisch: unter ihm (
Jehova) neigt sich der bogen des friedens Klopstock
oden 1, 137, 108
M.-P.; underm schopf Scheit
Grobianus 468
ndr.; ein kind unter dem herzen tragen 2.
Makkab. 7, 48;
th. 4, 2, 1208;
nl. wb. 10, 1198; G. Hauptmann
weber 28; überall nennt man unten, was man u. den füszen hat J. P. Hebel 2, 3, 30
B. II@A@1@a@dδ)
formelhaft, terminologisch und redensartlich: dem faulen wechst das sein under der stauden (
überall) S. Franck
sprichw. (1541) 2, 132
a; u. dem eisen arbeiten,
im bergbau, von oben nach unten gerade vorwärts das gestein losschlagen Mothes
baulex. (1882) 4, 394; unter der banck beliegen (
unvollendet) bleiben Rollenhagen
froschmeuseler (1595) A 7
a; unter dach
th. 2, 661; lasz nur regen, gelobt sey got, daz wir under dem dach sein (1424)
Bayerns ma. 2, 443; Göthe 3, 341
W.; übertragen unterm dach (
im kopfe)
th. 2, 660, unter dem hut Duez
nomencl. (1652) 98, unter der mütze
th. 6, 2840; man soll die füsz nicht lang unterm tisch stehen lassen (
als gast weilen) Lehmann
florileg. 1, 212;
th. 11, 1, 508;
nicht ohne einwirkung des lat.: abzug u. dem joch Mommsen
röm. gesch. 2, 25;
veraltet: untersich (
nach unten) Bech
Agricolas bergwerckb. (1621) 412,
am boden Hohberg
georg. 1, 349
b.
in ä. zeit sagte man noch anschaulich: ich swer under mîner krône Stricker
Karl 9622; die kirch, under (
heute '
in') welcher die predig sin Eberlin v. Günzburg 1, 110
ndr. (
so schon ahd. untar themo temple Graff
präpos. 175); ein stück vieh, das unter der metzig gehet Lehmann
florileg. 1, 479 (
th. 6, 2155); das ros u. dem schwantz zeumen Luther 30, 2, 634
W.; wein u. dem zapfen ausschenken Guarinonius 846; grind underm antlitz Alberus
dict. 59
a; die bäume stehen under dem laub Fischart
practik 18
ndr.; unter segel (sein, stehen, sich halten
th. 10, 1, 87; Murray 10, 1, 121
c, 5
c; Lübben-Walther 341
c;
nl. wb. 10, 1199)
ursprünglich örtlich: þæt scip wæs yrnende under segle Bosworth-Toller 1199;
dann '
auf der fahrt begriffen': als wir ein wenig u. segel gewesen v. Mandelslo
morgenl. reiseb. (1696) 99; das schiff war u.
s. Shakespeare 4, 63;
darnach u. dampf sein, liegen, gehalten werden Sanders
erg. wb. 133
c;
nl. wb. 1199; Murray 10, 1, 122
c. unter deutscher flagge fahren. II@A@1@a@eε)
besonderheiten bei ortsangaben: unter den toren
in foribus erste d. bibel 3, 96, 35; under irer haustüre
d'avanti la sua porta Arigo
decam. 51, 20
K.; unter der thür
ante aedes B. Faber
thesaurus (1587) 204
a; unter der hausthüre spukt ein kerl des ministers Schiller 3, 408; wer ist denn der bursche unterm hause? (
s.haus 3
hausflur) Waiblinger
Britten in Rom 114
Z.; underem hus '
kann in wirklich verticalem sinne verstanden sein, kann aber auch bedeuten vor dem h. mit beziehung auf die höher liegende wohnstube oder spec. auf derjenigen seite des h., deren terrain niedriger liegt' Staub-Tobler 1, 324; er wohnt u. mir
ein stockwerk tiefer; unter dem rathaus
im erdgeschosz des rathhauses H. Sachs 22, 209, 8
G.; mnl. wb. 5, 309; die burg Sucusa ... unter dem Palatin (
am fusze, sub) Mommsen
röm. gesch. 1, 89; unter den mauern (der stadt) beider städte 3, 14; u. den augen unsrer schulfenster E.
M. Arndt (1892) 1, 46; unter den fenstern schlug eine nachtigall Storm 1, 32 (1899);
arm. Heinrich 325;
unmittelbar (
nahe)
bei nl. wb. 10, 1205, 18;
mnd. '
auf der höhe von'
im seewesen Lübben-Walther 430
a.
auch bei der th. 1, 791 (
mhd. wb. 2, 1, 451
b; 3, 187; Lexer 2, 184; Staub-Tobler 1, 133)
behandelten verbindung unter augen
ist in der mehrzahl der fälle für unter
von dieser bed. '
dicht vor, unmittelbar bei'
auszugehen (
berufssprachlich von der vorderseite eines gebäudes: dise heuser sol man ietlichs fünfftzig schuoch lang machen und under augen dreyszig schuoch preyt Dürer
underr. z. befest. d. stett [1527] E 3
a; Staub-Tobler 1, 133; under augen [
a fronte] angreifen [
gs. a tergo] Xylander
Polyb. 127; S. Franck
weltb. 96
b; völcker, wie under augen [
in der äuszeren beschaffenheit] also auch mit sitten underscheiden
ebda 151
a;
u. a. kennen [
genau]
passionsspiele 60
Wackernell; H. Sachs 6, 376, 11
K.; vgl. under angesicht Bech
Agricolas bergwerkb. 25;
sub oculis, sous le regard, under the eye; vgl. e: der u. meinen augen aufgewachsenen lieben gattin meines sohnes Göthe 4, 78
W.; II 2, 2
W.; Fontane I 1, 37. unter den augen des legaten [
so dasz er es hörte] bezeichnen sie den papst als den antichrist Ranke 2, 96. jemand immer u. den augen behalten Heynatz
antibarb. 2, 530,
der für wo er den tod zum erstenmal u. den augen sah
verbessert: vor augen). dem groszen Ingelheim under (
stromabwärts von) Maintz Füetrer
bayer. chron. 85; Aventin 1, 262, 11;
so auch: hab ich (
lamm) doch under dir (
wolf) gestanden Kirchhof
wendunmuth 1, 66; alles was die Baiern under (
gs. ob) der Ems hetten Aventin 1, 289, 13; unter (
unterhalb) Ofen Birken
Donaustrand (1684) 66; u. (
südlich von) Wittenberg Schwan; gleych under dem auszgang des sees im Rheyn ligt ein insel Stumpf
Schwytzerchron. 410
a; unter der kuppe des berges;
mhd. wb. 3, 187
b. II@A@1@a@zζ)
auch bei bewegungsvorstellungen kann ein punkt der ruhe festgehalten werden: der erwachende Lazarus antwarp (
warf sich hin und her) undar themu giwâdie
Heliand 4102; wasser, das unter ... paumen sinen lauff hett Arigo
dec. 53, 31
K.; unter dem sich ausbreitenden nebel bewegte sich der zug vorwärts; die arbeit am stollen schritt unter der erde fort; sich u. dem banner der freiheit schaaren, sammeln. des steinwerffens ... seyn vilerley manier ... u. und ober hand Guarinonius 1214.
mit ortsadverbien: domit aller wuost und unflat under dem erdtrich hinweg flösz Carbach
Livius 12
a; so blank, als wären sie (
die strümpfe) eben u. dem glättstein hervorgegangen Göthe 24, 174, 12
W.; unter dem regen hinlaufen Adelung
lehrgeb. 2, 175; wie wettersaus gings ... gerade unter meinem standpunkte vorüber H. v. Barth
Kalkalpen 273; mir so u. der nase hin ein wild wegzuknallen Fontane I 6, 34; während ein rosenstrauch ... sein ... gezweig u. dem strohdach hin ausspannte I 6, 38. II@A@1@bb) über II B 2
entsprechend, mit eintritt der berührungsvorstellung in das bewusztsein. die berührung kann ohne oder mit annahme einer ursächlichkeit als gegeben betrachtet werden (
b),
sie kann druck, bedrückung, last, bürde werden (
c),
oder bedeckung, schutz, betrug (
d),
oder sie kann zur vorstellung der unterordnung, abhängigkeit, gewalt, einwirkung führen (
e)
oder zur vorstellung des zurückbleibens hinter jemandem (
etwas),
der minderung an werth, würde, eigenschaften, menge, zahl, zeit, preis (
f). II@A@1@b@aα)
das verhältnis von ursache und wirkung (
die absicht)
tritt zunächst in den hintergrund: das holz under der rinden
mhd. wb. 3, 187
b; unter dem wasser schwimmen Frisius 1413
a;
th. 13, 2310; unter wasser stehen Kramer (1702) 2, 1201
c;
mnl. wb. 5, 309; he mot lyslik gan, de eier heft under den voten Tunnicius
sprichw. 649
Hoffmann; die eiskruste brach unter den füszen der armen kleinen thiere Moltke 1, 137; das pferd wurde ihm u. dem leibe erschossen; ein pferd ... wird ... u. dir ein Bucephalus v. König
gedichte (1745) 35; vielleicht auch brannte ihr das hiesige steinpflaster unter den füszen Holtei
erz. schr. 1, 87;
th. 2, 368; merkwürdig ist es jedoch, dasz dieses widerspenstige feuer schon funfzig jahre unter poetischer asche (
vgl. d) fortglimmt Göthe IV 33, 28
W.; in ausdrücken der berufssprache: unter dem winde (
vom entgegenwehenden winde berührt, bestrichen) seyn heiszt bei der schiffahrt den wind wider sich haben Voigt
geschäftsführung (1807) 2, 527;
th. 14, 2, 247; Murray 10, 1, 121
b, 7;
mnl. wb. 5, 310;
nl. wb. 10, 1199; wir segelten nordwärts, die insel Juan Fernandes unter dem winde,
d. i. im westen lassend Chamisso 1, 110;
in der jägerspr.: wenn er (
d. hirsch) unter wind ist (
vgl.er suchet u. wind zu kommen) Heppe
jagdlust (1783) 1, 149; unter wind und schauer seyn Döbel
jägerpractica (1751) 1, 30; man beschleicht sie (
seehunde) ... unter dem winde Allmers
marschenbuch5 330;
übertragen: dasz das
haus V. auch wieder bergan ziehen und nicht immer geduckt unterm winde stehen werde Fontane I 1, 15;
ähnlich unter see liegen '
vor topp und takel beiliegen, bei starkem winde ohne alle segel das schiff treiben lassen' Krünitz 200, 62; Murray 10, 1, 122
a, 12;
nl. wb. 10, 1199. II@A@1@b@bβ)
das mit präpositionsbestimmung bezeichnete verhältnis wird deutlicher als ergebnis einer (
gewollten oder gemiedenen)
einwirkung vorgestellt: sin uuinstra ist unter minemo hoibete (
mit der absicht der stützung) Graff
ahd. präpos. 175; damit brach die grundlage seiner machthaberschaft unter ihm zusammen Mommsen
röm. gesch. 2, 121;
vgl. 2, 211; unsern verbündeten ... den boden u. den füszen wegziehen Bismarck
gedanken u. erinn. 2, 21
v.; th. 4, 1, 1, 988; under einer übelen troufe Walther v.
d. Vogelweide 33, 10; ein mohr schwärzt den andern nicht, sagt eine nonn unter desz münchs kutten Lehmann
florileg. 1, 350; die leiche lag unter der seines gegners; u. dem schwerte (
mnd. wb. 5, 25
a), dem messer des chirurgen sterben; hiernebenst war ein defensionswerck ... u. der schmiede Chemnitz
schwed. krieg 4, 1, 107
b; generale, den hut unterm arm, folgten dem zuge Gutzkow
zauberer 1, V;
th. 1, 552
f.; unter den stücken (kanonen) stehen Kramer (1702) 2, 1201
c; Brentano 5, 8; wo sein haupt unter dem beil des scharfrichters fiel H. v. Kleist 3, 248
E. Schm.; u. den pfeilen der Spartaner fallen Klinger
neues theater 1, 12; das stück kunst und alterthum, jetzt u. der presse, schicke ich nächstens Göthe IV 36, 235
W.; blumen ... entsprangen u. seinen fuszsolen Wieland
Agathon 1, 9; Göthe 2, 55
W.; ist mir doch als dröhnt die erde schallend unter eiligem pferde
Faust 7320; u. dem finger erseufzt die saite
th. 5, 930; Müllner 2, 5;
an das causalverhältnisz (
s. e)
reichend: die gedanken sprühen ihm hervor wie u. dem hammerschlag die funken Ranke 1, 210; 1, 53; Schiller 15, 1, 10; die linden frühlingslüfte, unter denen drauszen die braunen knospen springen Pückler
briefw. 1, 373. II@A@1@cc)
die berührung macht sich als druck, bedrückung, last, bürde, zwang, drohung u. dgl. fühlbar (Murray 10, 1, 122
b, 15): wie ein grosz crütz legst du uff din kind, under dem es vylicht ewiglich versinckt Eberlin v. Günzburg 1, 27
ndr.; under dem schweren joch desz blutdurstigen Türcken H. Sachs 1, 221, 3
K.; es erstickt keyn mausz ... unter eym hewschober Vogelgesang-Cochläus
gespräch v. d. trag. J. Hussen 35
ndr.; da bogen sich orangenbäume u. dem gewichte ihrer früchte J. Kerner
bilderb. 4; reisende, die ... u. der last von begriffen, die auf sie zudrangen, gleichsam erlagen Göthe IV 8, 169; die seelischen vorgänge eines unter schwerer last ringenden menschen G. Freytag 14, 53; unter sklavenketten, beschwerde, gefahr, bedrängnis, gewalt, angriffen
u. s. w. erliegen
sammlung v. schausp. (1764) 1, 4; A. v. Haller
Fabius u. Cato 6; Göthe 19, 8; 24, 120
W.; Eichhorn
staats- u. rechtsgesch. (1821) 1, 69; der cristenlichen warheyt, die u. so vil vortruckern not leydt Hutten 1, 410
B.; machet, dasz ich nicht drunter leide oder zu kurtz komme Kramer (1702) 2, 1202
a;
th. 6, 660;
nl. wb. 10, 1208; u. dem adelshasse zu leiden haben Bismarck
gedanken u. erinn. 1, 32
volksausg.; u. solchem forterbenden fluche litt das häuschen nicht O. Ludwig 2, 305;
th. 10, 2, 1620; die güte meines herzens ist unterm druck des leidens ganz erstickt Klinger
neues theater 1, 128; die sich desz tages nagen, liegen desz nachts unter plagen Lehmann
florileg. 3, 42; u. dem zwange leben Adelung; u. dem druck der verhältnisse; u. drohungen etwas tun. die hände unterm fasz (
gebundne hände) haben Staub-Tobler 1, 324. II@A@1@dd)
die berührung bedeckt oder verdeckt, bietet schutz, sichert verborgenheit, heimlichkeit, list, betrug. II@A@1@d@aα)
mit beziehung auf kleidung u. ausstattung: auch hatte die mutter.,.. u. dem blauen mantel ein röthliches zartgefärbtes unterkleid Göthe 24, 7, 2
W.; u. dem mantel bergen 3, 3
W.; wer sollte sie u. dieser kleidung suchen? G. Stephanie
lustsp. (1771) 65; under kreuze, krône
mhd. wb. 3, 187
b; ein altes gesicht unter einem jugendlich verwegenen hute. II@A@1@d@bβ)
besonders schützen rüstung und waffe: under helme Bosworth-Toller 1096
a; Lexer 1, 1240; unterm helme fechten Göthe 6, 53
W.; alterthümelnd: u. helme gehen Weber
Dreizehnlinden136 132; unter schilde Sperber
bedeutungsentwicklung d. präp. über 63—67; du wirst dein friedensamt, groszmächtigster, verwalten allein mit deinem schwerdt und unter dem gewehr J. v. Besser
schriften (1732) 1, 23; Schiller 9, 18; binnen einem halben jahre standen ... 400 000 Engländer u. waffen E.
M. Arndt (1845) 1, 292; u. waffen sein, bleiben
u. dgl. th. 13, 273
f.; 10, 2, 16, 18
f., ähnlich under herefona '
bei aufgepflanzter fahne' Richthofen 1101
a; u. den fahnen jemandes dienen, sich sammeln Göthe 22, 103
W.; Archenholz
England u. Italien 1, 1, 22; under dem creutz widder die Turcken fechten Eberlin v. Günzburg 1, 172
ndr.; mit geschwächter schutzvorstellung: damit er ... u. unserm geleit in seiner väter gefilde ... komme J. H. Voss
Odyssee 122
B. aber auch vieles andere kann deckend schützen oder so gedacht werden: u. der decke liegen
u. dgl. th. 2, 885; 882
ff.; sie liegen unter einer decke (
sind einig) Lehmann
florileg. 1, 186; dasz die mit dem prinzen u. der decke liegen würden A. U. v. Braunschweig
Octavia 3, 645; das kommt nun unter einer decke (
zusammen) dem guten leser in die hand Göthe 1, 11
W.; unter zelten leben 1, 65
W.; entwelen unter seim schaten
erste d. bibel 1, 134, 12; unter flocken eingeschneit sein Rückert 1, 11;
wie stark gelegentlich die ortsvorstellung von der schutzvorstellung zurückgedrängt ist, zeigt unter glas und rahmen (Stifter 14, 104),
wobei unter
zu rahmen
nur theilweise oder gar nicht paszt. ursprünglich der sicherung diente auch das siegel: gegebin undir mime ingesygil
privatbriefe 1, 10
St.; Hutten 1, 418
B.; die unter seinem (
des kaisers) siegel solches thun Luther
w. Hans Worst 45
ndr.; darnach unter eygenhändiger unterschrifft Grimmelshausen 4, 504
Keller; übertragen unter dem siegel der verschwiegenheit Klinger 3, 80;
th. 10, 1, 901; Göthe 22, 122
W.; u. dem fürstlichen secret produciret
acta publ. 1, 72
Palm; th. 10, 1, 404; unter schlosz u. riegel liegen, halten; unter verschlusz halten Gutzkow
zauberer 4, 4; unter kreuzband Herwegh
briefe (1896) 284. II@A@1@d@gγ)
halbsinnlich: u. dem schirme einer weiten buche Droste - Hülshoff 2, 273; Luther 6, 26
a Jen.; th. 4, 2, 996; gott ... welcher ... die gest under seinem schirm und schutz helt Schaidenreiszer
Od. 56
c; lasse sie ihre zuversicht haben unter seinen flügeln Schupp
schr. (1663) 2;
bildlich: unter dem flügel, der hülle der nacht Klopstock
oden 1, 202, 1
M.-P.; Göthe 21, 96
W.; u. den flügeln seiner liebe 21, 45
W.; allgemein: u. dem schutze der nacht, der hauptstadt, der konsuln Tieck 4, 327; Mommsen
röm. gesch. 2, 31; Moltke 1, 139.
unsinnlich, verblassend undir bedechedo
sub velamento, gleichniszweise (
s. g) Notker
ps. 89, 17; er ... verbarg seine klugheit unter einem artigen ... unverstande Chr. Weise
polit. redner 53; systeme, welche im wurm noch u. der allgemeinen hülle verborgen lagen Göthe II 8, 14
W., was u. solcher milde lauert Fouqué
held d. nordens 2 A;
transsubstantiiert (
s. g): das under dem brot sey der warhafftige leib Luther 12, 476, 11
W. II@A@1@d@dδ)
heimlichkeit, list und betrug werden möglich; mnl. wb. 5, 311: die decke zu lüpfen, unter welcher autor und publicum bedrängt und betrogen sind Göthe IV 41, 129
W.; u. fremder, falscher flagge segeln (
in übertragener bed.); unter dem hütlein spielen, stechen, es geht u. dem hütlein zu
th. 4, 2, 1991;
ähnlich wie in der tasche: dann habt ihr sie all unterm hut Göthe
Faust 2028; unter der kappe lachen Gerstenberg
recens. 67, 21
lit. denkm.; der hat etwas u. der kappe Fischer 6, 225; unter der hand
als gs. zu auf der hand
th. 4, 2, 328; etwas u. der hand thun Kramer (1702) 2, 1202
a; u. de hand
im stillen Brendicke 187
a;
successive Sperander (1727) 700
a;
vgl. dän. unterhaanden,
schwed. under hand,
nl. onder de hand,
engl. under-hand (
heimlich, gelegentlich, nach u. nach); ich gebe ihnen diese nachricht u. der hand Lessing 17, 26
M.; es giebt menschen, denen u. der hand alles, was sie als mittel behandeln, zum zweck wird Schleiermacher
Athenäum 1, 2, 136; überdies ging u. der hand das gerede ... G. Keller 1, 132.
an g rührend: hie ist heimlich berürung siner bitt für sin leben under den worten Riederer
rhetoric (1493) b 2
a;
in modale bed. übergehend: die sünden gesellen sich den menschen under ainer füchsen haudt A. v. Eybe
spiegel d. sitten (1511) A 3
a; die warheyt hatt lange genug unter der lügen gelegen Luther 11, 356
W.; sie weren yhr leben lang juden unter dem christenmantel blieben 11, 315
W.; unterm mantel
unversehens Lehmann
florileg. 2, 610;
th. 6, 1609; unter dem deckmantel der armuht Grimmelshausen 2, 348, 8
Keller; th. 2, 893; der religion Kramer (1702) 2, 25
b; wir ... sind ... unter der maske so aufrichtig, als wir wollen Göthe 21, 187, 5
W.; u. der larve der freundschaft hintergehen Adelung
lehrgeb. 2, 175; er erkannte sich nur u. dem bilde des durch einen dritten zu vollendenden ganzen Göthe 46, 17
W.; unter dem firnisz der höflichkeit Archenholz
England u. Italien 1, 1, 50. II@A@1@ee)
an c schlieszt sich die entwicklung, die zu den vorstellungen der unterordnung, abhängigkeit, unterthänigkeit, gewalt, einwirkung führt (Murray 10, 1, 121
b, II;
vgl. th. 10, 2, 1619
f.). II@A@1@e@aα)
der ausgang von der sinnlichen vorstellung ist dabei noch oft deutlich; z. b. ein schôn schip wart mi under de vote gedân '
meiner führung anvertraut'
mnd. wb. 5, 25
a; unter dem zaume halten, unter der rute (
als rechtssymbol), u. dem pantoffel stehen, sein, halten
u. dgl. Keisersberg
bilgersch. 102
b;
th. 8, 1561;
th. 7, 1426; unterm schwert leben Hebbel 2, 232; etwas u. dem schlüssel haben Pfeffel
pros. vers. (1810) 5, 17; dich u. meiner hand zu wissen Gerstenberg
Ugolino (
nat. lit. 48) 225, 34; Deutschland liege ihm ganz u. den füszen E.
M. Arndt
schr. (1845) 1, 237. II@A@1@e@bβ)
von unterordnung im verhältnis zu gott: alle ... creatur ist u. gott P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 387
b; dem newen priesterthum u. Christo Luther 8, 493
W. II@A@1@e@gγ)
von rechtlicher unterthänigkeit und verpflichtung: D. Sefeldt undir dem herren bischove zu Sameland dedit 20
m. Marienburger treszlerb. 3, 16
J.; u. tyrannen denkt der bürger nur an sich Klinger
neues theater 1, 8; u. des soldan herschaft und gewalt Arigo
decam. 149, 18
K.; unterm krummstab wohnen
th. 5, 2466; ietliche stat soll obgemelter vogtien zehen under ir haben Eberlin v. Günzburg 1, 122
ndr.; zum zeychen, dasz sie (
d. braut) under dem mann were Alberus
dict. 70
b;
1. Mos. 16, 6;
Römer 7, 2; unterm joch des stammesherrn stehen Rückert 1, 112; ein vormund, u. dem ich stehe Gellert 4, 300; u. vormundschaft stehen (Raumer
Hohenstaufen 4, 4;
bgb. § 1409), sein, sich befinden; alle ding seind under deiner ee
erste d. bibel 7, 42, 6; dienen under dem zinsz 5, 159, 33; u. dem gesetze leben Adelung
lehrgeb. 2, 175;
Römer 3, 19; under eines gericht und gebieten seyn Frisius 744
a; diesz wollen wir under dem urtheil der historienschreiber stehn lassen Fischart
bienenk. 236
b (
vgl. sub judice); u. jemandes botmäszigkeit leben Kramer (1702) 2, 54
b; derjenigen herrn, u. deren jurisdiction selbige gelegen Grimmelshausen 2, 348, 11
Keller; u. dem gebote der schlechtesten menschen erniedrigt Göthe 22, 87, 16
W.; u. der tyrannei einer stiefmutter O. Ludwig 2, 11;
auch an keinem, so under seinem muosz und brot sein wöllend Wickram 2, 129, 33
B. II@A@1@e@dδ)
vom verfügungsrecht über sachen, vom besitz u. gewahrsam (Lexer 2, 1777): etwas u. händen, u. sich haben Frisius, Adelung;
städtechron. 6, 25, 15;
mnd. wb. 5, 25
b; Staub-Tobler 2, 1390; u. händen lassen
th. 4, 2, 530; mein kleinet untern juden stehnt H. Sachs 12, 440, 28
K. II@A@1@e@eε)
hierarchisch: u. dem papste stehen, u. dem papsttum sein, leben Luther 10, 2, 137; 26, 147; 23, 322
W. II@A@1@e@zζ)
von regierung u. regierungszeit (
oft blosz '
bei lebzeiten'
u. ä. Staub-Tobler 1, 325): under Sorobabel
erste d. bibel 5, 1, 19; under und bey regierung des ... keysers Caroli Fronsperger
kriegsbuch 1,
titel.; unter der vorigen regierung O. Ludwig 2, 362; liebe für das vaterland auch unter monarchien Abbt 6, 2, 20; unter seinem scepter vereinigen. II@A@1@e@hη)
von constellation: Parac. 2, 374
H.; welche u. dem zill diser monde geboren werden Heyden
Plinius (1565) 16; u. sonderbaren aspecten Göthe IV 11, 98
W.; under dem blöden Jupiter Fischart
praktik 9
ndr.; Schiller 12, 28. II@A@1@e@thθ)
militärisch: ich habe unter mir kriegsknechte
Math. 8, 9; musquedirer u. den Schweden Grimmelshausen 2, 7, 17
Keller; u. den Deutschen dienen Göthe 23, 263, 19
W.; herr capitain v. U. u. ihro kgl. majestät regiment zu fusz
Casseler zeitg. 1731, 15; gegen die ... flotte u. Preuszens führung Moltke 1, 26; u. dem commando Brentano 5, 13;
unterordnung u. zugehörigkeit auf grund rein örtlichen verweilens bezeichnend: gerichtsweybel, der da wissen sol, unter welchem fendlin die gerichtsleut ligen Fronsperger
kriegsb. 1, 3
a. II@A@1@e@iι)
von aufsicht, controlle, fürsorge: Petrus, do er sach alle christgloubige menschen under im als schefflin, die im entpfollen worent als einem hirten Keisersberg
bilgersch. 2
a; die selben nunnen söllen für hin sein under der visitation ires pfarrers Eberlin v. Günzburg 1, 136
ndr.; unterm aug des artzts Schiller 5, 80; u. controlle, sequester, quarantaine, beobachtung, censur, ärztlicher behandlung; u. der pflege und sorge gütiger, schöner wesen Klinger 4, 15; u. dem vorsitz eines lords Archenholz
England u. It. 1, 1, 13. II@A@1@e@kκ)
von erziehung, bildung, unterweisung: eyn knabe, der unter seynem zuchtmeyster ist Luther 10, 1, 1, 450
W.; zeichnungen u. seiner aufsicht Göthe IV 8, 45
W.; er hat eine grosze anzahl von künstlern u. sich 17, 20, 11
W.; die oberhofmeisterin, u. der meine schwester sich zu bilden das glück hatte 22, 303, 10
W. II@A@1@e@lλ)
von freierer abhängigkeit und bloszer einwirkung: hie sichstu klarlich alle ding under den menschen oder zuo dienst dem menschen, nit zuo einer beschwAerd den menschen verordnet sin Zwingli
freiheit d. speisen 13
ndr.; die vernunft äuszert sich u. (
vgl. d) seiner (
des kindes) sinnlichkeit schon so würklich, dasz ... Herder 5, 32; dasz ich u. bacchischen eindrücken eines frühstücks gesprochen hätte Bismarck
gedanken u. er. 2, 25
volksausg.; u. dem eindruck des gehörten; L. wuszte nicht, wie sie unter den eindrücken, die ihr inneres bestürmten, in dem wirtshause des ortes ankam Gutzkow
zauberer 2, 55; u. verdacht, u. einem gefühle, einer regel
u. dgl. stehen
th. 10, 2, 1620; dadurch werden ... ewere gedancken ... geleutert werden, damit sie under der losen eytelkeit nicht verderben Moscherosch
insomnis cura 97
ndr.; dasz diese sachen u. der plumpheit seiner ausdrücke verächtlich werden J. E. Schlegel 3, 220; dasz unter denselben (
den regeln unsrer d. grammatiker) der styl hinkt und ermattet Zimmermann
einsamkeit 1, XVII;
die zeichnungen sind von der besten art, u. dem einflusz des edelsten geistes hervorgetreten Göthe IV 42, 231
W.; die handlung stieg u. seiner einwirkung schnell Brentano 5, 288; Ranke 14, 4;
fast causal: u. diesem gefühl der unendlichkeit des raums komme einem die hauptstadt der welt wie ein übelplaciertes kloster vor Justi
Winckelmann 2, 1, 170; aufs neu der ton herüber treibt, doch schwach nur unterm winde bleibt Droste-Hülshoff 2, 52; u. hitzestrahlung, u. chloroformnarkose. II@A@1@e@mμ)
vieles steht auf der grenze von 1unter II B;
z. b. der witz des geschichtsschreibers ... verläszt die wahrheit u. der anmuth des vortrages A. v. Haller
tageb. s. beobachtungen 1, 8; glorie, die u. jeder beschreibung verliert Schubart
ästhet. d. tonkunst 44; schreiben u. dictat Bismarck
gedanken u. er. 1, 24
volksausg. II@A@1@ff)
mit dem begriff der unterordnung (
e)
verbindet sich oft der eines zurückbleibens hinter einem oder etwas an werth, würde, eigenschaften, preis, menge, zeit, alter. Murray 10, 1, 123
b. II@A@1@f@aα)
auch hier ist der sinnliche ausgangspunkt sichtbar: der ratsherr hat u. dem doctor zu sitzen (geht u. dem doctor '
zur linken hand' Adelung); u. der stufe der menschheit Schiller 1, 14; u. dem masze eines mannes O. Ludwig 2, 310; unterm strich (
schlecht) sein Staub-Tobler 1, 324; Fischer 6, 225; 5, 1862; Sanders
erg. wb. 534
c.
der gs. zu über (ober)
wird hier oft so lebhaft gefühlt, dasz die präposition einen ungewöhnlich starken satzton erhält und die folg. bestimmung fast tonlos bleibt. II@A@1@f@bβ)
infra unter, minder Aventin 1, 457, 5; Murray 10, 1, 123
c; under mazin
s. formen 10
b und unten 2
f; ich waisz, dasz mein hauszfraw P. mit schöne und kundigkait ferrn under dir ist Schaidenreiszer
Odyssea (1537) 21
a;
hypodidascalus ... der under dem schuolmeister ist Frisius 638
b; er ist noch weit u. ihm Kramer (1702) 2, 1202
a; wie dann ein jedes wesen oder corpus u. dem geiste ist J. Böhme 2, 29; u. einem (etwas) stehen
th. 10, 2, 1570;
nicht ohne einflusz des franz. audessous de qn: er sprach von seinen werken, als von kleinigkeiten, die u. ihm wären Gerstenberg
recens. 140, 6
lit. denkm.; etwas u. sich (
seiner würde) finden Jean Paul 15, 28, halten J. H. Voss
georgica (1789) XI; Müllner 4, 186; steht denn mein herr ... nicht tief u. dem elephanten? Immermann 2, 99; wer nicht mit und aus uns ist, der ist u. uns! der fremdling ist schlechter als wir, ist barbar Herder 5, 130; leider geht er (
Fichte) auch nur meist mit jungen leuten um, die zu sehr u. ihm sind Göthe IV 10, 233, 12
W.; er ... fühlte alles hinter und u. sich, er hatte sich von allem los gemacht 21, 60, 17
W.; unter der (aller) kritik (
audessous de la, toute critique) sein
th. 5, 2335
f.; Herder 3, 259; Sturz 2, 26;
ebenso u. der (aller) kanone (kanallje)
obers. wb. 2, 13
a; Brendicke 64
b; unterm hund Staub-Tobler 1, 324; Fischer 5, 225; u. allen (-m) affen
obers. wb. 1, 11
a; u. dem (reitenden) nachtwächter
th. 7, 222
obers. wb. 2, 269
a; Sachs-Villatte 1842
b; merkwürdig ... bei ihnen ist immer alles gleich supra oder unterm nachtwächter Gutzkow
zauberer 2, 324; das ist u. dem kredit
obers. wb. 2, 103
b; untern p — Brendicke 187
a; u. der natur, dem muster, der aufgabe sein, bleiben Lessing 9, 7
M.; Kretschmann 5, 396; Lessing 8, 74
M.; (Schiller 10, 532;) so lange man u. sich (
inter se) selbst ist, ist man um so viel mehr auch u. seiner zeit 11, 273
M.; von handelshäusern u. sich sein
in unterbilanz gerathen Sanders
erg. wb. 585
c; etwas, das noch u. der vollkommenheit ist J. E. Schlegel 1, 411; einwürfe u. einer widerlegung Herder 3, 32; ich ... finde es (
Darwins buch) wirklich u. meiner erwartung Göthe IV 13, 39
W.; Dalbergs und meine ideen ... sind sehr u. unserm wunsche aufgenommen Schiller
briefe 1, 189
J.; um nicht u. meinem glauben an ihre güte zu sein Brentano 8, 212; ihr seyd u. meiner rache Klinger 2, 88; Tieck 17, 8; u. der würde des weisen Sturz 1, 199; das ist u. meiner (aller) würde; sie lieben unterm stand Müllner 6, 129; unter einem millionär tut ers nicht. II@A@1@f@gγ)
vom preis (Murray 10, 1, 123
c, 22
c): etwas u. dem preise lassen
th. 7, 2089, u. preis verkaufen; sehr viele (
sind) höchst billig und der gröszte theil noch u. unsern gewöhnlichen preisen Göthe IV 29, 108, 27
W.; unnedäm (
wohlfeiler, geringer) kann ekt nich verköpen Danneil 231
b. II@A@1@f@dδ)
von zahl u. menge: welcher burger under hundert guldin wärt hat, darff nicht geben Eberlin v. Günzburg 1, 131
ndr.; Grimmelshausen 2, 415, 24
Keller; u. 5 gulden thue er es keinenfalls H. v. Barth
Kalkalpen 531; deren ... waren nit under achtzehen tusent
histor. volksl. 204, 9
L.; mein zal ist under 20 Stifel
die coss Rudolffs gebessert (1553) 424
a; (er) speiste nicht gern u. sechs schüsseln Immermann 1, 54; ein rehbock unter 70 pfund K. Stieler
gedichte 3, 24. II@A@1@f@eε)
von zeitangaben (
mnd. wb. 5, 25
b; Murray 22
d; Staub-Tobler 1, 325; Fischer 6, 225; Schambach 242
a): '
vor ablauf von' under driu tagin Müllenhoff
u. Scherer
denkm.3 37, 6, 14; ob uns nit kumpt die hilff under fúnf tagen
erste d. bibel 7, 58, 40; under jars frist
öst. weisth. 6, 224, 30; wo aber ein empfangnes meidlin u. 3 monaten auszfert Wirsung
arzneib. (1588) 547
c; u. 10 jahren werde ich ... schwerlich wiederkommen Chr. Reuter
Schlamp. krankheit u. tod 102
ndr.; Göthe IV 27, 141
W.; ich bin nicht imstande, u. den ersten 8 tagen an einen brief zu denken 47, 182
W.; so dasz ich das ganze geschäft u. vierzehen tagen nicht los werde IV 16, 370
W.; nd. under korten '
vor kurzem u. in der nächsten zeit' Schambach
a. a. o. II@A@1@f@zζ)
vom alter: die jüngest u. 18 jaren Arigo
decam. 8, 35
K.; Göthe 23, 162
W.; ihr (
der zuchtstuten) alter soll nicht u. dreien und nicht uber zehen jar sein
M. Herr
feldbau (1551) 184
b;
eigenschaften, die zu ihrer reife gewisse jahre erfordern, weit u. welchen er starb Lessing 9, 211
M.; alles, was auch der beste kopf in dieser gattung u. dem dreyszigsten jahre leisten kann, sind versuche 6, 212
L.; under de jare
nicht confirmiert Staub-Tobler 1, 324; unter seinen (den) jahren Fischer 6, 225;
engl. under age, years;
mhd. under sînen tagen (
minderjährig) sîn Lexer 2, 1385;
th. 11, 1, 60;
mnl. wb. 5, 313, 8. II@A@1@gg)
lat. verbindungen (
sub poena, jurejurando, obtentu, praetextu, conditione, circumstantia, specie, voce, rosa, uno),
bes. aus urkunden- und geschäftsspr., scheinen vielfach eingewirkt zu haben (
zs. f. d. wortf. 4, 131);
beziehungen zu eigensprachlicher entwicklung fehlen freilich nicht immer. manches reicht an B 1
f. dem gemeingermanischen wie den mundarten gehen diese ausdrücke i. a. ab (
doch vgl. z. b. Bosworth-Toller 1096
b; Wullen
der synt. gebrauch der präp. fram, under
u. s. w. in d. ags. poesie 1, 35): unter strafe des bannes Kramer (1702) 2, 1202
a; u. strafe des todes gebot das edikt Klinger 4, 151; u. androhung schwerer strafe; Murray 15
b;
s. bei 7;
vgl. oben c, e; oft nur zur bezeichnung des begleitenden umstandes (
vgl.über c, th. 11, 2, 97): untar kankanuuirdu
sub presentibus ahd. gl. 1, 250, 27;
sub attestatione jurisjurandi under der bezeugung des aides
erste d. bibel 3, 192, 37; unter eid (
mnd. wb. 5, 25
b;
mnl. wb. 5, 312) aussagen, vernommen werden
u. dgl.; sub praetextu under der fürwort (
s. d. 5, 6) Xylander
Polyb. (1574) 374; underm vorwand Grimmelshausen 2, 38, 14
Keller; u. keinem vorwande Lessing 8, 3, 12
M.; u. vorbehalt halbjähriger kündigung; u. beziehung auf das frühere schreiben; u. der hinsicht auf Göthe II 8, 31
W.; u. vermittlung, beihülfe jemandes etwas durchsetzen; u. der aufforderung, dem versprechen H. v. Kleist 3, 229
E. Schm.; Tieck 4, 388; u. verzicht auf H. v. Barth
Kalkalpen 168; u. zulassung der Römer Mommsen
röm. gesch. 2, 52; u. beschuldigung (anklage) des mordes vor gericht stehen; u. gefahr, weniger gelehrt zu werden Göthe 46, 91
W.; under danger Murray 15
c; obschon ... das zwanzigste flämmchen u. einem winkel von kaum sechs linien gesehen wird
Christian Hügens weltbeschauer a. d. lat. übersetzt (1767) 194; u. einem winkel von 71° niederhängen Brentano 5, 357; underm guten glauben der freuntschafft (
vgl.δ,
under trust Murray 19
b); B. Waldis
Esopus 1, 296
K.; wir ... sind also u. der hoffnung einer gütigen genehmhaltung bewogen worden Menantes
neue briefe (1723) 279; damit sie zeigten, u. welcher zuversicht sie auszögen E.
M. Arndt
schr. (1845) 1, 238. under solicher gestalt (
vgl.auf andere g., durch diese g., mit der g.
th. 4, 1, 2, 4181,
quae cum ita essent) hat man in vil Oerden und klOestern verbotten den Luther zuo läsen by hoher pein Eberlin v. Günzburg 1, 95
ndr.; ich glaube u. gewissen fällen das gegentheil Herder 5, 15 ('
besser in gewissen fällen' Adelung); dein opticismus wäre mir ... u. deiner lage ... ein zu feiner ableiter Knebel
an Göthe nr. 109; u. allen verhältnissen Göthe 7, 161
W.; u. künstlerischen beziehungen betrachten 46, 77, 20
W. (
ausdrücke wie u. ungünstigem lichte
werden im nl. wb. 10, 1210
mit voraussetzung einer von oben einfallenden beleuchtung erklärt; unter diesem gesichtspunkte
giebt franz. sous ce point de vue wieder); die hiebevor unter gewisser condition zum nachlasz bewilligten 30 000 thl.
acta publ. 1, 42
P.; u. dieser bedingung Göthe 22, 122
W.; die umstände, unter welchen sie diese arbeit von mir verlangen, machen sie mir zu einem vergnügen Lessing 8, 5, 1
M.; u. welchen umständen bist du erzogen? Göthe 21, 30
W.; u. diesen, den gegebenen, vorwaltenden, gleichen, gewissen, allen
u. dgl. umständen 46, 94
W.; IV 29, 2
W.; IV 41, 15
W.; Droste-Hülshoff 2, 262; Mommsen
röm. gesch. 2, 59; u. umständen; verkaufft also mein new testament unter seinem namen (
der name steht oben darauf) Luther 30, 2, 634
W.; mein schlechtes schauspiel u. dem namen des friedewünschenden Teutschlands J. Rist
friedew. Teutschland (1648) 11; u. fremdem namen Grimmelshausen 2, 30, 7
Keller; u. den buchstaben, dem titel (
th. 11, 1, 524), der adresse, devise Gottsched
crit. dichtkunst 5; Eberlin v. Günzburg 1, 82
ndr.; Göthe 22, 172
W.; Gutzkow
zauberer 1, 308; Fontane I 5, 153;
sub specie (
s.name 12, Murray 16
d, 20): fürnemlich wirt under dem nammen und person Ulyssis die auszpündigst contrafactur aines weisen manns fürgespiegelt Schaidenreiszer
Odyssea vorrede 2; ich reise u. dem karakter eines partikuliers Gaudy 2, 45; unter dem schein der warheit Luther 30, 2, 126
W.; vgl. th. 8, 2429; Fischer 5, 749; Murray 16; under guotem schein Eberlin v. Günzburg 1, 52
ndr.; u. dem schalten der gerechtigkeit Klinger 3, 25; u. geleichnuosz einer lautern peichte Arigo
decam. 176, 1
K.; u. der gestalt ains jünglings Schaidenreiszer
Odyssea 56
b;
vgl.unter bei ausdrücken der transsubstantiationslehre; unter wie mancherlei formen, u. einem andern äuszern Göthe II 6, 9
W.; I 24, 85, 24
W. was uszerhalb (
des klosterlebens) ist, sy alles von Christo under dem wort wält verworffen Eberlin v. Günzburg 1, 90
ndr.; u. etwas verstehen
th. 12, 1, 1687
f.; Lessing 8, 11, 9
M.; mehrere unter einem allgemeinen namen verbundene völker
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 95; u. sich begreifen Adelung
lehrgeb. 2, 5 (
acc.?); die ... vereinbarkeit zweier ... naturgesetze u. einem sie beide befassenden princip Kant 7, 27
H.; die ... organe ... lassen sich u. diesem begriff vereinigen Göthe II 6, 51
W.; was u. einem begriff enthalten ist Kant 3, 333; 1, 425; daher die moralischen eigenschaften der gottheit u. den vorstellungen des zorns
u. dgl. vorgestellt werden 3, 72; eine andere art der anschauung ... u. der ein solcher gegenstand gegeben werden könnte 2, 248; das ... u. andern worten nochmals vorzubringen Schopenhauer 1, 11
Gr. also singen sie ... under dem gefälschten 7. psalm Nas
antip. eins u. hundert 4, 233
a; unter einer melodie singen Neumark
lustwald (1657) 57; unter seiner eignen hand und unterschrift Adelung;
beim datum: u. dem dato des 18. septembris
acta publ. 1, 61
Palm; unter dem 11. juli Bismarck
gedanken u. erinn. 1, 98
v.; u. dem jahr 1747 führt er ... an Lessing 8, 40, 25
M.; also zeuget ... Augustinus unterm newen testament. Mathesius
Sarepta 75
b; schlaget unterm kalbfleisch solches nach Amaranthes
frauenz. lex. 1122;
sub uno unter einem Graff
präpos. 177 (
vgl. Murray 17
c, nl. ondereen); unter einem zug neun stund schlaffen Guarinonius 1299; nicht alte gewohnheit unter einmal, sonder fein nach und nach lernen zu rechtem weg zubringen 987; unter 2 malen
auf 2
male vertheilt, unter zweien malen 2
male bald nach einander, under zwiret
in 2
malen Staub-Tobler 1, 325;
vgl. engl. all under one
alle auf einmal. gelehrter herkunft scheint auch unter der rose
th. 8, 1179;
individuell: bös leumund aber und affterkosn, sey uber oder unter der rosn (
öffentlich oder heimlich), das acht er ihm vor keinen rhum
M. Hayneccius
Hans Pfriem 15, 128
ndr. kirschenbäume müssen scharf unterm messer (
sub cultro esse, relinquere) gehalten werden ... das ist, ihnen wenig äste zu lassen Ehrhart
pflanzenhistorie (1753) 1, 250.
auch bei ausdrücken wie unter den mauern der stadt, u. dem joche, u. den augen
war mit lat. einwirkung zu rechnen. II@A@22)
mit accusativ. die accusativverbindungen bewegen sich i. a. in denselben vorstellungskreisen wie die dativverbindungen (1
a—
g),
nur stellt der acc. den gesichtspunkt der richtung, des zieles, eines herbeigeführten verhältnisses voran. '
die fügung des acc. ist lebhafter, dem passiv ziemt mehr der dativ'
meinte J. Grimm
th. 1, 1304
bei unterscheidung der acc.- u. dativconstruction des verbums begraben.
in die ursprünglich dativische verbindung u. segel gehen (
s. oben 1 a
δ)
trägt das neuere sprachgefühl aus der richtungsbestimmung etwas accusativisches hinein (ginge O. ... u. segel A. U. v. Braunschweig
Octavia 3, 310; nach Westindien u.
s. zu gehen Pfeffel
pros. vers. 4, 5;
th. 10, 1, 87; Adelung
und Heyne
faszten segel
als acc. auf).
unerkennbar bleibt der casus in der verb. unter schutt begraben (Bürger 165
B.),
zweifelhaft ich lob under augen '
in faciem' Alberus
dict. 15
b (
vgl. in
u. a. murren Bugenhagen
Braunschw. kirchenordnung X 3
a), unter sich (
auf der aasseite) krispeln (
gerberei) Krünitz 200, 63, den schweren u. sich brennen Walther
pferde- u. viehzucht (1658) 133, u. sich gehen, stehen
von fehlern des pferdes Krünitz 200, 63 (
vgl. unterständig, -keit)
u. a. II@A@2@aa) A 1
a entsprechend, II@A@2@a@aα) das quecksilber sank 6° unter den gefrierpunkt; der bergsteiger muszte sich 100 m u. die felsenspitze hinablassen; wie ... der mon u. die erde gehet Sebiz
feldbau 9;
mit einschlag von d einen u. die erde bringen W. Spangenberg
ausgew. dicht. (1887) 148; O. Ludwig 2, 308; u. die erde wünschen Schiller 2, 21, vergraben Füetrer
bayer. chron. 88
Sp., verbergen Göthe 23, 104
W.; die sonne verschwindet u. den horizont; sich ... vor dy stad under dy widen ... schicken Stolle
thüring. chron. 1; setze es (
das gefäsz) under freien himmel Gäbelkover
arzneib. (1595) 1, 18; so sieht man sich ... u. den reinen, schönen himmel Italiens gezaubert und kann sich u. keinen anderen himmelsstrich hindenken Solger
nachgel. schr. 1, 6; u. das pferd stechen, u. die rosse fallen
Eulenspiegel 36
ndr.; Schweinichen
denkw. (1878) 53; u. den tisch werfen Scheit
Grobian. 3535
ndr.; fremden leuten die füsze u. den tisch strecken; u. den tisch leuchten Amaranthes
frauenz. lex. 1153; untern tisch mit dieser classischen kleinelei Bürger 179
B.; gäste u. den tisch saufen Rabener 3, 44; sich u. das thor setzen, u. die thür gehen, treten Schaidenreiszer
Odyssea 39
a; Göthe 24, 31, 12
W.; sich u. einen baum hinwerfen Wieland
Agathon 1, 3; die träne unters mikroskop (Herder 5, 8), etwas unter die lupe bringen, nehmen (
auch uneigentlich wie: nym sy [
gottes lehre] under dyne ougen
betbüchlein [1518] 56
a; ihnen dieses phänomen u. die augen zu bringen Göthe IV 11, 153
W.); die anmerkung u. den text setzen Wieland
Agathon (1766)
vorbericht; alles u. einen hut bringen; das heer unters joch schicken; einen strich (
s. d.) u. etwas machen
u. s. w. von erstreckung: u. die ganze bergkette hin zog sich der nebel; Thusnelden stieg nun allererst die schamröthe u. die augen Lohenstein
Arm. 1, 80
a; bis u. den höhenrücken; bis u. die kanzel studieren,
theologie studieren, aber das staatsexamen nicht machen Staub-Tobler 1, 324;
u. dgl. losgelöst vom verbum: item 1
m. vor lynwot under die ricke
Marienb. treszlerb. 361, 32; ein teppich u. den tisch;
sonst es paszt kein teppich u. diesen tisch;
2. Mos. 37, 27.
mnd. '
auf die höhe von',
nautisch Lübben-Walther 430
a.
an. und isl. in zeitbestimmungen ('
close to, hard upon') Cleasby-Vigfusson 653
a. II@A@2@a@bβ)
unter sich legen
sog. Wolfenbüttler priamelhs. 48; H. Sachs 2, 11, 22
K., werfen, treten Staub-Tobler 7, 161; mit handschuhen fasse ich diese münze an, mit ekel trete ich sie u. mich Nietzsche 8, 376; alles u. sich gehen lassen (
s.gehen II 11
m. untern
urinare Höfler 764
a)
die natürlichen bedürfnisse nicht halten können Staub-Tobler 7, 161;
els. wb. 1, 52
b;
obers. wb. 2, 601
a; Danneil 231
b; Brendicke 119; Göthe 45, 92, 20
W.; alles u. sich machen Brendicke 187
a; under sük don Doornkaat Koolman 3, 468
a; es geht u. sich
der kranke leidet an durchfall els. wb. 2, 322
a;
vgl.u. sich
und über sich laxieren Staub-Tobler 7, 159; 3, 1546; Fischer 6, 251; 6, 63. unter sich,
oft in einem wort geschrieben, adverbial u. substantiviert gebraucht, festgeworden auch für die 1.
u. 2.
pers.: Paul
prinzipien4 236;
th. 10, 1, 710, 4; J. Grimm
gramm. 4, 319; Staub-Tobler 7, 160;
els. wb. 2, 322; Fischer 6, 250; Schmeller 2, 213;
cimbr. wb. 180; Lexer
Kärnten 248; Unger-Khull 609
a ('
in gerader richtung nach unten'); Schöpf 672; 783; Spiesz
henneberg. 264; Ruckert 187; Lenz
Handsschuhsheim (1888) 52
b;
scheint nicht nd.; heute veraltet u. mundartlich; vgl. nidsich th. 7, 741
und über sich
th. 11, 2, 102; mein schilt und helm hangt under sich
Hätzlerin 278, 210; das macht die grosze schwere, die allweg under sich zücht Keisersberg
bilger 54
c; Luther 26, 132
W.; sein (
des papstes) gwalt gang auch under sich zun toten und ins himelrich Schade
satiren 2, 222, 959; die kinder aber, wann sie nun erwachsen seind, gehen mit ihrer liebe undersich (
auf die enkel) nit übersich (
den vater)
klugreden (1548) 79
a; u. sich springen, stürzen, sich lassen
b. d. liebe 278
c; 278
d; 279
a;
lucus in viam devexus ein wald, der unter sich auf eine straszen leufft Bas. Faber
thes. (1587) 204
a; die sprache wird müde ... zeucht u. sich 966
b; Fleming
d. gedichte 1, 5
L.; die sonne brennt und wirft die stralen u.
s. Rabener 2, 136; u.
s. wurzeln, wachsen Maaler 458
b;
haushalt.-lex. (1749) 1, 3
b;
th. 13, 87; Fischer 6, 319;
volkssprachlich: im alter wächst man u.
s.;
vgl. hinter sich wachsen
th. 13, 100; unter sich gewachsen wie ein kuhschwanz Binder 200; Staub-Tobler 7, 160; Fischer 6, 319;
els. wb. 2, 785
a;
gs. überwachsen Höfler 771
b; u.
s. gebuckt
pandus Dentzler (1716) 2, 331
b; u.
s. schauen, sehen, blicken, die augen schlagen
u. ä. th. 10, 1, 136; ihr angesicht war u.
s. gekehrt J.
N. Götz
ged. 33
lit. denkm. voran drei Schlegelkönge, zu fusz, demüthiglich, mit unbedecktem haupte, die augen untersich Uhland (1898) 1, 283; finster u. sich blickend maler Müller 1, 74; dieses untersichschauen Auerbach (1892
ff.) 13, 61; untersichkucker
heimtücker Lenz
Handschuhsheim (1888) 52
b; die untersicherübe Spiesz
henneberg. 176; 264;
in verbindung mit über (ober) sich: darnach zeuch zwo parallel ausz peden puncten p q ubersich und undersich Dürer
underweysung der messung (1525)
L 2
a; Grimmelshausen
traumgesichte 12;
fischbüchlein 18; ober und unter sich gehen maler Müller 3, 64; unterübersich (unterobsich) kehren Frisius 985
a; Staub-Tobler 7, 157; 159; L. Rabus
historien der martyrer (1571) 162
a; undersich übersich kehren Weckherlin 1, 55; den besen untersüberse an die wand lehnen Reiser
sagen des Allgäus 2, 426. unterubersich
inversus ordo Schönsleder (1647) L l l 4
b.
in der formel aufgegangen ist u.: die piemarckt und die perckwerck ... die sullen fürbas untersich, übersich und nebensich (
in jeder beziehung) ein ewige gang gen Lori
bergrecht 4 (1308). II@A@2@a@gγ)
stärker als die dativverbindung (
vgl. oben)
ist die acc.-verb. bei unter augen entwickelt: u. a. sehen
th. 1, 791; sie ... schauet ihm mit wohlwollenden blicken unter die leuchtenden augen maler Müller 1, 64;
in ä. zeit auch: als ich dir under dein schönes, wolgestaltes angesicht sach
Fortunatus (1509) 117
ndr.; A. U. v. Braunschweig
Octavia 1, 883. einem u. (die) augen gehen (Seuse
d. schr. 72, 15
B), sich stellen (Arigo
decam. 177, 35
K.), stehen (Spreng
Ilias 115
b), reiten (
Marienburger treszlerb. 598, 2
J.; Teuerdank 32, 44
G.), ziehen (Reutter v. Speir
kriegsordnung 2), treten (D.
F. Strausz 1, 21;
übertragen J. Böhme 2, 208), kommen (H. Sachs 9, 248, 23
K.; du sollst mir nicht mehr u. die a. kommen Göthe 43, 43, 22
W.), springen (Scheit
Grobian. 582
ndr.)
; auch unters gesicht rücken (Stumpf
chron. 274
a; C. rückt ihnen unerschrocken u. das gesicht
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 86;
veraltet), kommen (Fischart
Eulensp. 484
H.; sie erkannte ihn ... hütete sich aber, ihm u. das gesicht zu kommen, und eben so sehr, ihn aus dem gesicht zu verlieren G. Keller 6, 404), treten (A. Gryphius [1698] 1, 108). bringt mir die jungkfraw
u. a. H. Sachs 11, 346, 8
K.; weil ihnen die warheit des evangelii u. die ougen leuchtete Micrälius
Pommerland 3, 520;
ungewöhnlich: min lichnam sol bestattet werden under die ougen der ganzen pfaffheit (
mit dem ziel, dasz alle es sehen sollen)
N. Manuel
testament d. messe 233, 5
B. festgeworden, so dasz kein bezug aufs sehvermögen mehr stattfindet: da stancke im der treck under augen
Eulenspiegel 22; 118
ndr.; under ougen sagen Richental
chron. 114
lit. ver.; was ich den leuten zu sagen habe, sage ich ihnen unter die augen (
geradeheraus) Lessing 5, 225
M.; Gellert 4, 21.
veraltet: einen u. die augen (
heuchlerisch) loben Wille
sittenlehre 148.
vgl. b. II@A@2@bb) 1
b entsprechend: unter die rinde dringen; u. wind kommen (
s. 1
b α und vgl. über den wind
th. 11, 2, 82); das hölzerne keilchen, welches u. die spiegel geschoben wird Göthe IV 28, 32
W.; er legte ihr ... seinen mantel u. das haupt zusammen Tieck 4, 332; feuer u. den topf machen Brentano 5, 22; etwas u. den arm aufs blosze fleisch binden Bahrdt
leben (1790) 1, 196; etwas u. den arm schlagen
th. 9, 375
l; den teppich unter den arm nehmen Göthe 21, 184
W.; mit der vorstellung des stützens: einem u. die arme greifen
th. 4, 1, 6, 43 (mit geld Grimmelshausen 2, 373, 4
Keller; Gaudy 2, 67;
ähnlich Brentano 5, 392; unterdiearmgreifer Nestroy
zeitschr. f. d. wortf. 12, 247); under alle elenbogen ein küszlin machen S. Franck
sprichw. (1545) 1, 6
b; unter die füsze fallen
Heliand 2565; den weg u. die füsze nehmen
u. ä. th. 4, 1, 1, 988
f.; übertragen: u. seinen fusz treten
Königsberg. dichterkreis 84
ndr.; noch ehe ich eingeschlafen war, da hatte ich schon die ganze prüfungskommission mit samt dem bürgermeister u. meine füsze gelegt K. Fischer
denkw. u. erinn. eines arbeiters (1903) 117
Göhre; sich die sohlen u. die füsze binden J. H. Voss
Odyssee 18
B.; schöne weiber binden die hauszsorg unters knie Lehmann
florileg. 1, 170; sein haupt unter das beil bringen Ranke 3, 7; u. die presse fordern, bringen, geben, schicken J. Prätorius
saturnalia 25; Rabener 1, 147; L. Mozart
bei O. Jahn 1, 13; Göthe IV 14, 71
W.; u. den hammer bringen (
eigentlich) Göthe II 1, 19
W.; u. den hammer kommen (
sub hastam) Polenz
Grabenhäger 2, 256; u. die räder, pferde, das messer des chirurgen (Göthe 25, 84
W.), die kanonen kommen Kramer (1702) 2, 201
a; Jacobsson 8, 57
a; ruderer führten uns schnell den strom hinab unter die festung (
an den eingang zur f.) Moltke 1, 127; bis unters dach Göthe 16, 134
W.; bis dicht u. die thorsperre Gutzkow
zauberer 1, 231; wann ich nicht wäre bisz u. die arme in den dreck gefallen Chr. Reuter
Schlampampes krankh. u. tod 2, 1, 105
ndr.; es ist mir eine schöne gelegenheit u. die hand kommen Kramer (1700) 1, 616
a (
veraltet; jemandem u. die hände geraten
s. inter); einem etwas u. die nase stoszen, reiben, sprechen, sagen Luther 8, 526
W.; Kramer (1702) 2, 108
c; Luther 18, 89, 16
W.; 34, 1, 490, 1
W.; sags ihm rund u. die nase maler Müller 1, 253;
s.nase I 5
h.; ähnlich (
vgl. a) unter das maul, unters gesicht sagen Parac. 2, 302 B
H.; Rädlein (1711) 999
b; under gesicht sagen Moscherosch
gesichte 2 (1650), 2; einem etwas u. die nase halten Fr. Wilhelm
sprichw. reg. f 2
b ; man wirt euch under die nasen faren Eberlin v. Günzburg 1, 64
ndr.; dem feinde u. die nase ziehen Stumpf
chron. 16
b, stehen H. R. Manuel
weinspiel 1082
ndr.; sich wind u. die nase gehen lassen Chr. Reuter
ehrl. frau 34
ndr.; den feynden unders angesicht gieng Stumpf
chron. 187
a; u. das gesicht werfen Micrälius
Pommerland 2, 174; u. augen speien Notker 1, 104, 31
P.; man schutt in heisz wasser under die augen Uhland
volksl. 1, 507; unter die augen stieben, blasen, schlagen Parac.
chirurg. 383 A
H.; L. Fries
würzb. chron. 95
a; Lexer
Kärnten 12.
in den mhd. u. frühnhd. ausdrücken u. (die) augen gehen, schlagen, stoszen
hat sich bei abstractem subject die berührungsvorstellung (
vgl. Konrad v. Würzburg
Part. 17385;
troj. 14 812)
in die des unmittelbaren erlebens verwandelt: gehet einem solche angst u. die augen Luther 24, 94, 25
W.; darff mir auch die süsze liebligkeit des anmutigen schlaffs unter augen stoszen?
engl. com. 216, 26
Creizenach; am frühesten bezeugt: ellende im under ougen sluog Kistener
jacobsbrüder 378;
erz. a. ad. hss. 374, 15
Keller; th. 3, 408;
vgl. 9, 405; 375; Staub-Tobler 1, 133;
Terenz (1499) 143
b. II@A@2@cc) 1
c entsprechend: under die burde ston
onus subire dorso Maaler 455
d; sich stehen (stellen) u. etwas
um es zu ergreifen, zu heben, zu nehmen, sich vermessen th. 10, 2, 1631; sich u. die bürde, last, fügen, beugen; u. den druck der sorge, u. die bedrückung des tyrannen geraten; das die heidenchristen ... nit wurden von den judenchristen under die beschwärd des gsatzes zogen Zwingli
freiheit d. speis. 33
ndr.; wirst du dich einmal disen bawrenson under sein joch bringen lassen Wickram 2, 15, 24
B.; unter das joch zwingen Tschudi
chron. 1, 4; sich unter das joch geben
Königsberg. dichterkr. 54
ndr.; ich mögte ihr zartes haupt u. das joch des verses beugen Göthe IV 8, 32
W.; Treitschke
d. gesch. 1, 254.
nach dem lat.: unters joch schicken, bringen Lohenstein
Arm. 1, 24
b u. o. II@A@2@dd)
wie bei 1
d treten die vorstellungen der bedeckung, verdeckung (
gs. über A 3),
des schutzes, der heimlichkeit, des betruges hervor: ibai lukarn qimiþ duþe ei uf melan satjaidau aiþþau undar ligr?
Marc. 4, 21;
erste d. bibel 1, 17, 29; ich bin nicht werth, dasz du u. mein dach gehest
Marc. 8, 8;
Lucas 7, 6; u. (das) dach kommen, gelangen Barth
Kalkalpen 371 (
uneigentlich Göthe IV 8, 134
W.), sich stellen, stehen Fischart
Dominic. 135, 63
K.; das land u. wasser setzen Kramer (1702) 2, 1201
c; Stifter 5, 1, 90; in eben diesem bade zog unsern bruder
F. ein zuckender krampf unters wasser bis zur tiefe Gerstenberg
Ugolino (
d. nat.-lit. 48) 231, 26; unters eis geraten E.
M. Arndt (1892) 1, 16; sich unter einen baum setzen, legen Grimmelshausen 2, 35, 15; 366, 18
Keller; unter die bank stecken Luther 26, 197
W.; mit der warheit u. die banck 19, 326
W.; th. 1, 1107; es kompt wol alles an tag, was man under den schnee verbirgt
klugreden (1548) 63
a; nachdem der wahre mond am himmel sich u. dicke wolcken verkrochen
polit. maulaffe vorrede; ein reiner zeug dienet nicht zu futtern unter groben zeug Lehmann
florileg. 1, 349;
elliptisch eyn futer deme meister undir eynen rock
treszlerbuch 74, 15
J.; hende under die gürteln stecken Arigo
decam. 154, 30
K.; Röschens hand schlüpft u. meinen schlafrock Schubart
ged. (1825) 2, 240; den seckel unders küsse legen Maaler 457
c; viele köpfe unter einen hut bringen
th. 4, 2, 1981; haar u. das häubchen stecken Lenz 1, 73
Tieck; u. die haube bringen, kommen
th. 4, 2, 564; sich u. einen erdenklosz schmiegen Pfeffel
poet. vers. 5, 178; wie eine henne versamlet ire küchlein u. ire flügel
Matth. 23, 37; Brentano 5, 53; nym mich under deinen schirm
d. ew. wiszheit betbüchlein (1518) 39
a; sich u. den schutz gottes stellen Ranke 14, 42; vertraue der vorsicht, sie wird ... dich u. ihre pflege nehmen Pfeffel
pros. vers. 5, 179; Spreng
Ilias 14
b; u. schlosz und riegel bringen, u. siegel legen Görres
briefe 3, 90;
ra., 1
d δ entsprechend, untern kelch stürtzen H. Sachs 9, 4, 10
K.; s. th. 5, 505; der gwandfal, den im der baur under den härd geflöchnet Stumpf
chron. 372
a.
mit der vorstellung des bloszen ersatzes: italiänische worte u. die stücke einer partitur legen Göthe IV 8, 284
W.; vgl. unterlegen, -schieben
und III 2
b δ. II@A@2@ee) 1
e entsprechend, gth. von über A 6.
mit erkennbarem sinnlichen ausgangspunkt: die hend under die füsz legen, sich underdienstig machen Frisius 708
b; '
ausdruck einer liebreichen unterwerfung' Reinwald 2, 165; demütige dich unter ire hand
1. Mos. 16, 9; er duckte trotzig sein haupt u. meine hand maler Müller 1, 22.
wesentlich unsinnlich: eine u. die hand (
in obhut) nehmen H. Sachs 15, 98, 9
K.; eine grosze bibliothek u. die hände zu bekommen Justi
winckelmann 1, 136; do im S. ... groszes gelt unter seine hende gabe Arigo
dec. 151, 1
K.; man sal das geld legen undir den roth
handelsrechn. d. d. ordens 311, 5
S.; das irs (
das haus) nicht schier alle stund den tachdecken müszt u. die hand lassen Sebiz
feldbau 30; was mir u. die finger kam Brentano 5, 191; er wird die völker unter uns zwingen und die leute u. unsere füsze
psalm 47, 4; der geytzig reiszet undersich was er kan G. Mayr
sprichw. (1567) D 6
b; sye solten sich under den könig von S.
ergeben Keisersberg
bilger 26
d; da nu diszer erste frembdling ... das regiment u. sich bracht Luther 10, 1, 1, 558
W.; Christus ... sich habe u. das gsetz geworffen 34, 1, 147, 5
W.; der ... wirfft die gewissen u. sich 18, 140
W.; G. ... warff ein grosz theil Meckelenburg u. sich (
heute unterwarf sich) Micrälius
Pommerland 2, 164; wer knechtisch ist gesinnt, musz under herren kommen J. W. Zinkgref
auserl. ged. 64
ndr.; u. vormundschaft, aufsicht, beobachtung, controlle
u. s. w. stellen, gestellt werden
u. ä.; doch würd ich mich under keines gewalt lassen zwingen Zwingli
freih. d. speisen 6
ndr.; seinen fürsatz, die gantz christenheit under sein verderblich ketzerey zu bringen Nas
antip. eins u. hundert 1, 4
a; an dem jüngsten zwang J. die fürsten under sein herschaft Füetrer
bayer. chron. 10
Sp.; u. seine botmäszigkeit bringen; u. die botmäszigkeit jedes irrwahns gegeben Immermann 1, 8; du schmiegst dich u. vasallen? Göthe 8, 30, 28
W.; alle fürsten und herren, so under den künig von C. gehorten
Fortunatus (1509) 142
ndr.; u. das gesetz gehören Luther 11, 251
W. (
vgl. unten B 2
c β); da lauffe ein iglicher frisch und frölich u. sein panier, da er u. geschworen ist 30, 2, 115
W.; auf ... u. ihre fahnen! Rückert 1, 13; u. die fahnen sich sammeln Ranke 1, 10, drängen Mommsen
röm. gesch. 2, 277; u. die waffen rufen 2, 195; die masse stellte sich u. die befehle Sullas 2, 302, u. hauptmann W. ... Rückert 1, 69;
in abhängigkeit von subst.: diemütikait under got Tauler
serm. (1508) A 8
b; unterwürfigkeit der geistlichen u. das kaiserthum Ranke 1, 18.
freier: ob wir ... an und under dise und jene zyt gebunden syen Zwingli
freiheit d. sp. 11
ndr.; sprache und vers u. sich zu bändigen Bürger 182
B.; Göthe 2, 88, 39
W.; u. portugiesischen einflusz zu stehen kommen Ritter
erdk. 1, 261; so gab er seine zweifel u. den wortlaut gefangen Ranke 3, 58;
2. Corinth. 10, 5. II@A@2@ff) 1
a f entsprechend; gth. über A 6, 13: u. alle maszen
s. I 10
b begrifflich mit über alle maszen (über A 13
e β,
δ)
zusammenfallend; undersich gon Keisersberg
th. 11, 2, 103, 12; secht undersich, nicht secht so verr S. Birck
Beel C 4
a; die thorheit, dasz wir nicht u. uns, sondern über uns sehen Chr. Weise
testament (1684) 81; Tugenand will itzund unter sich Hoffmannswaldau
heldenbr. (
nat.-lit. 36) 66, 13; wenn er (
Shakespeare) irgendwo u. sich selbst falle, so sey es in scenen ohne leidenschaft Gerstenberg
recens. 126, 22
lit. denkm.; dasz ihn der mönch so tief u. den teufel setzte Klinger 3, 174; wer immer under die banck tracht, den läst man billich darunder ligen Lehmann
florileg. 1, 55 (
zu armuth); unter alle kritiken erniedriget
briefe d. neueste lit. betr. 11, 150; wie ... das baukünstliche bey uns u. das gemeinste handwerk hinunter gesunken ist Göthe IV 29, 184
W.; das gehört u. den strich; wenn das schicksal sie u. ihre sphäre erniedrigt Pfeffel
pros. vers. 5, 196; die groszen heiligthümer eines edlen menschen, volk und vaterland, stellten sie tief u. das prunkende ding, das sie soldatenehre nannten E.
M. Arndt (1845) 1, 273; nicht viel under zehen tausent Xylander
Polyb. (1574) 48; beim verkauf nicht u. einen bestimmten preis heruntergehen.
abhängig v. subst.: der stand des menschen war durch die schöpfung u. die engel Claudius 7, 115 (
ungewöhnlich); das sinken unter seinen stand, u. bestimmten preis
u. dgl. II@A@2@gg)
wie bei A 1
g kommt fremde einwirkung in frage; die acc.-verb. wird bisweilen erst aus der dativverbindung gewonnen: etwas u. strafe stellen; die begebenheit unter ein bestimmtes datum einreihen; unter die mauern der stadt vorrücken; das heer unters joch schicken; das Christus ... sich ... under die gestalt des brotz verwandeln lasz Gebweiler
beschirmung des lobs Marie (1523) 27
b; auff berührtem reichstag wurden ... die Niderland under einen kreiss begriffen, der burgundische kreiss genannt Stumpf
chron. (1606) 119
a; vieles u. einen sehepunkt bringen Gerstenberg
litbr. 121, 9
lit. denkm. wenn sie (
eine hypothese) viele phänomene u. einen begriff versammelt Göthe IV 10, 287
W.; 9, 316
W.; u. wenige hauptpunkte bringen A. W. Schlegel
Athenäum 1, 34; von York her ist C. aufgebrochen, um den osten und westen desselben noch einmal unter eine verwaltung zu vereinigen Ranke 14, 9; u. die sinne fallen (
sub sensus cadere) J. H. Lambert
organon (1764) 2, 85; Heynatz
antibarb. 2, 530. II@A@33)
mit genitiv (
wie ober 2)
für unterhalb (
vgl.B 3): unter des wasservall (15.
jh.)
öst. weisth. 1, 296, 15; ober oder unter des markts 6, 137, 40;
vgl. 5, 2, 939
b; 6, 657
a; unter des weiten himmel ist nichts ärgers Luther
briefe 1, 510
De Wette; mnd. under dakes, under waters Lübben-Walther 430
b;
westf. unnerdâks
unter dach, in sicherheit; lux. önnerdâchs; unter wassers Kramer (1702) 2, 1201
c.
nicht schriftsprachlich und veraltet. vgl. nl. onderdeks, onderduims, onder(s)hends;
mnl. ondercoops. II@BB.
inter. Delbrück
vgl. syntax (1893) 1, 672; 766; Brugmann
kl. vgl. gramm. (1904) 466; Murray 10, 1, 124
a, 24; 25; Richthofen 1101
b; Wadstein
as. sprachdenkmäler 234
a; Behaghel
syntax d. Heliand 151
f.; mnd. wb. 5, 25
b f.; mnl. wb. 5, 316
ff.; nl. wb. 10, 1222
ff.; Graff
ahd. präpositionen 178
ff.; mhd. wb. 3, 188
a ff. nicht nur in den zusammensetzungen hat das durchschnittssprachbewusztsein gegenüber dieser bedeutung oft versagt, sondern auch z. b. in der merkwürdigen tatsache, dasz im 18.
jh. die bed. '
inter'
völlig geleugnet und der ä. spr. abgesprochen wurde; Adelung
und Graff
bekämpfen das noch. die bedd. A
und B
können ohne anstosz nebeneinander stehen: die Argonauten, Odysseen und Lusiaden unter wehendem segel, unter rasselndem steuer Herder 5, 169; mich nur unter lauter wohlgezogenen knaben und unter der aufsicht des ... lehrerpersonales wähnend G. Keller 1, 131;
im wortspiel: so lange man noch u. sich selbst ist, ist man um so viel mehr auch unter seiner zeit Lessing 11, 273
M.; übergänge von A
zu B
finden statt; z. b. jeder hat sein eigen glück u. den händen (
inter manus, aber auch in seiner gewalt, sub), wie der künstler eine rohe materie, die er zu einer gestalt umbilden will Göthe 21, 109
W.; R. Hildebrand
sprachunterricht 23
10; was er eigentlich meinte mit, unter und hinter den vorgetragenen gedanken
ebda 47
10.
in der casusverbindung treten idg. der accusativ, der locativ, der genitiv und der instrumentalis auf, im nhd. der dativ, acc. und genitiv. während der gen. sich auf wenige verbindungen beschränkt, folgen dat. und acc. der gewöhnlichen, auch bei A
wirksamen casusunterscheidung. abweichungen, in der ä. spr. nicht selten, sind in der n. spr. fast nur individuell; z. b. das man dich zelt under denen (
sonst der acc.; th. 15, 54, 6
b; s. 2
c β), die gewonheit halten Eberlin v. Günzburg 1, 75
ndr.; Parac. 2, 317
H.; so könten sie mit guten fug unter fürstlichen damen gerechnet werden Chr. Reuter
ehrl. frau 8
ndr. (
th. 8, 352
acc.); daz ewangelium muosz ... werden geprediget unter (
als richtungsbezeichnung gefaszt, vulg. in omnes gentes Marc. 13, 10) alle leut
erste d. bibel 1, 172, 15;
ebenso der acc. bei Luther,
s. Franke schriftspr. Luthers 3
2, 182;
Römer 1, 5;
Kolosser 1, 23; 12, 506, 13
W.; Mathesius
Sarepta (1571) 4
b; Luther 14, 35, 18
W.;
mehr bei Adelung 4, 1286;
aus sie
für sich (
th. 10, 1, 761
d)
erklärt sich der acc. bei Liscow 421: sie haben dich biszher noch u. sie geduldet.
individuell: eine vollständige designation aller u. benannte beyde regimenter noch befindlichen angesessenen cantonisten Lessing 18, 481
M. II@B@11)
mit dativ. II@B@1@aa)
zwischen, vom befinden zwischen zwei wirklichen oder angenommenen endpunkten, zwei gegenständen (
personen)
oder gruppen. der begriff der zweiheit hat sich in dem jungen zwischen,
der ableitung gemäsz, besser erhalten als bei dem ursprünglich nur das '
darinnen'
bezeichnenden unter (Brugmann 466).
zum verhältnisz von unter, zwischen, mang
s. Adelung 4, 1183; Weigand
syn. 3, 882; Eberhard-Lyon
16 720.
vgl. unterzwischen. II@B@1@a@aα)
zwischen zwei punkten (
ausgangs- und endpunkt, wirklichen oder gedachten)
oder linien: aer inter caelum et terram suep untar himile anti erdu
ahd. gl. 1, 32, 32; een rechthoek onder twee lijnen
nl. wb. 10, 1227; unter dem fenster (
zwischen den beiden fensterpfosten, fensterflügeln) liegen Staub-Tobler 1, 325; der meister hatte lachend u. dem fenster gelegen G. Keller 4, 263; ob ainer ain agker oder wisen unter andern ligent het
öst. weisth. 6, 486, 24;
in ortsnamen wie Underschächen (
am zusammenflusz zweier bäche gelegen), Underseen (
Interlaken), -bächen, -wasser, -walden Staub-Tobler 1, 325;
zwischen ausgangs- und endpunkt mit dem begriff der unterbrechung und hinderung (
vgl. 2
und die zusammensetzungen III A 2
β, B 1
b β): under dem weg zuo ligen Wickram 1, 143, 19
B.; s. th. 13, 2864; onder beiden
bald so, bald anders; es onder beiden han
bald besser, bald schlimmer sich befinden Staub-Tobler 4, 1018;
vgl. thiz selba was imo untar zuein
er war darüber zweifelhaft Otfried 4, 15, 25.
heute fast ganz durch zwischen
verdrängt. II@B@1@a@bβ)
zwischen zwei nur in zweizahl vorhandenen gegenständen (
reihen, gruppen, begriffen),
besonders zwischen zwei in zweizahl vorhandenen gliedern des körpers: das pferd fest u. den sporen haben, halten (
vgl.u. die sporen fassen, nehmen,
s. 2); undar thên kaflun
Heliand 3205; u. den zähnen haben
u. dgl. th. 15, 141; Scheit
Grobian. 4397
ndr.; under den beinen blekchen
mhd. wb. 3, 188
a; ein muoter ir sugendez kindli hat under den armen uf der schosse stende Seuse
d. schr. 15, 10
B.; deszhalb er under den armen siner junger gefrt ward Keisersberg
pred. (1508) 109
a; der reiche gehet von hier unter den armen der freunden Schupp
schr. 699; 746;
mhd. wb. 3, 188
a;
veraltet, vgl. 2.
die vorstellung der zweiheit verflüchtigt sich: dem bricht es (
das rohr) under den henden Keisersberg
bilger 24
c;
in übertragung: din hoffnung zerbricht dir under den henden 35
c; u. den händen schwinden, sterben, wachsen
th. 4, 2, 350
g; so scheuszt das gold uber ... und wird im unter sein henden zu wasser Mathesius
Sarepta (1571) 14
a; Herder 5, 163; L. Steub
wanderungen im bayr. gebirge (1862) 12;
an A
d reichend H. v. Kleist 3, 175
E. Schm.; ohne artikel formelhaft unter händen
th. 4, 2, 325; Kramer (1700) 1, 616
a; Wille
sittenlehre 200;
von thieren: das buch, das ich ... u. den klauen habe E. Th. A. Hoffmann 10, 32
Gr. undirsceidento undir ubele unde guote Notker
ps. 98, 4; Graff
präpos. 178; kein underscheid ist under der hell und dem fegfüer Keisersberg
bilgersch. (1512) 3
c; Hutten 1, 448, 9
B.; Trebellius
polit. narrenkappe (1683) 55; sie machet einen unterscheid unter natur und kunst Liscow (1739) 534; 541; 618; disse tzwytracht unter der schrifft und menschen lere konnen wyr nicht eynes machen Luther 10, 2, 91
W.; wie man ... eine proportion u. credit und debet anstellen solle J. B. Schupp
schr. 29.
heute ist zwischen
das übliche. die zweizahl wird nicht festgehalten: ain underschid ist under schweren, fluchen und schelten Eberlin v. Günzburg 1, 198
ndr. II@B@1@a@gγ)
zwischen 2
personen oder personengruppen: Galater 4, 1; verachtunge und zorn unter den eheleuten
engl. comedien (1624) A 6
b; es ist ein groszer unterschied u. dem könig David und einem hutmachers-gesellen Reinwald
henneberg. idiot. 1, 114
anhang; Heynatz
antibarb. 2, 530
e; derhalben auch
s. Paulus gar einen feinen unterscheid machet unter der Sara und Hagar und den zweien söhnen Isaac und Ismael Luther
tischreden (1568) 1, 75; es wurde weniger miszverstand u. autoren und lesern seyn, wenn ... Gerstenberg
Schleswig. litbr. 330, 6
lit. denkm.; Tieck 4, 24; den faden ... der sich u. uns (
Göthe u. Sartorius) so freundlich angeknüpft hat Göthe IV 15, 260
W.; auch wurde es u. beiden fest beschlossen Brentano 5, 113 (
vgl. c γ); unter vier augen (2
personen)
th. 12, 2, 260
h.; bei ausdrücken wie unter brüdern (wert), u. uns, u. einander
kann auch die zweizahl verstanden sein. statt u. uns (gesagt Hoffmannswaldau-Neukirch 7, 70, gesprochen Rabener
briefe 265, geredt Lichtwer
äsop. fabeln 70; ich sage u. uns Lichtenberg
briefe [1901] 2, 164; denn, u. uns, er hört sich gerne loben Göthe 22, 100
W.; das bleibt u. uns Rabener
sämtl. w. 6, 143)
werden selten die beiden einzelpersonen genannt: drum, schwesterchen, (doch unter dir und mir) was nützt der lärm? Wieland 10, 136;
corripe inan untar thir inti inan einon
Tatian 98, 1;
vgl. mnl. onder mi ende di
für onder ons beiden
wb. 5, 318. II@B@1@a@dδ)
unlogisch ist es eigentlich, wenn die präposition doppelt gesetzt wird: strit, der under Boetio und under dero Fortuna ist Graff 1, 382; 383
f.; was underscheids ist under dir und under eim weltlichen menschen? Keisersberg
bilger (1512) 156; Chr. Reuter
Schlamp. krankheit u. tod 93
ndr.; beispiele des 18.
jahrhs. bei Paul
wb.3 575
b;
die volksspr. kennt es noch heute. II@B@1@a@eε)
man darf das verhältnis der zweiheit nicht pressen; da unter
auch von
und den partitiven genitiv vertritt (
s. d),
so ergeben sich verbindungen, die an sich nicht logisch ('
unter der mit u.
angeknüpften bezeichnung wird der gegenstand mit begriffen, der als darunter befindlich bezeichnet wird' Paul),
aber üblich sind: er (
der schächer) hangeta untar zuein (
zu zweit, er und ein zweiter) Otfried 4, 31, 1; jedoch mus man under zweyen bösen das geringste annemen Fr. Wilhelm
sprichw. reg. (1577)
y 1
b nr. 86; Gotfried
Tristan 7323; Boner 26, 33; Kaufringer 6, 1; Wander 4, 1385; welches under disem par Scheit
Grobian. 3550
ndr.; welcher ist u. den zweyen der fromm mann? Lehmann
florileg. 1, 246; auf der flachen küstenterrasse findet sich u. hausthieren nur rindvieh Ritter
erdkunde 1, 136; der mittleren u. den drei halbinseln Mommsen
röm. gesch. 2, 4; da unter (
zugleich mit, vgl. b) den beiden erhandelten stücken ein drittes, kleineres aus versehen zurückgeblieben war Mörike 3, 11. II@B@1@bb)
umgeben von, mitten in, gemischt mit, verbunden mit u. dgl.: under dien mitten (
mitten zwischen groszen u. kleinen meeresthieren) farent ieo doh skef Notker 2, 440, 2
P.; also der lilio ist undir dornin
ps. 47, 10; Luther 19, 573
W.; so lag ich nieder unter kraut und steinen Droste-Hülshoff 2, 112; mitten unter den kostbaren ... denkwürdigkeiten, unter zahllosen ... archivalischen schätzen wohnt
M. Gutzkow (1872) 7, 138; der meuszdreck wil alle zeit under dem pfeffer sein Tappius (1545) 41
b; verbindung unter einzelnen dingen Wieland
Agathon 1, 6;
undeutlicher: da ich u. meinen papieren krame Göthe IV 41, 205
W.; thôh siu undar ira liðon êgi barn (
vgl. ein kind u. dem herzen tragen A)
Heliand 323;
fieber oder das freien under de läden hebben Doornkaat-Koolman 3, 468
a; unterm loch
zwischen den rändern des loches Staub-Tobler 1, 325; under den tischen
in macello erste d. bibel 2, 87, 21; unter den bänken Göthe 43, 13
W.; in straszennamen wie u den siebmachern, u. sechzehn häusern (Untersachsenhausen Theele-Wrede
Köln als stätte der bildung [1922] 109), u. den linden (Holtei
erz. schr. 1, 108). II@B@1@cc)
in gemeinschaft von. es wird mehr das ganze als der theil (
s. d)
ins auge gefaszt. II@B@1@c@aα)
zusammen mit (
mnl. wb. 5, 317, 2): mitten unter
th. 6, 2417; da bin ich mitten u. ihnen
Matth. 18, 20; Novalis 4, 176
M.; einem kinde, das aus seines vaters land u. fremden leuthen im elend und jamer lebt Luther 2, 83
W.; der handwercksman lobet den kauffman, das er reych und unter den leutten sey 10, 1, 1, 314
W.; under der wält läben Frisius 484
b; auch unter den leuten gewesen seyn Kramer (1702) 2, 1202
a; nicht viel unter menschen, u. den leuten sein;
nl. wb. 10, 1226; ich war so vergnügt als u. meinen kindern Göthe 16, 26
W.; sie wissen, dasz ich ... drüben in Jauer war, wien verbrecher, u. lauter gesindel Fontane I 6, 11; sich als mensch u. menschen fuhlen; ich will einmal mensch u. menschen sein; die christin spielen u. christen Lessing 3, 158, 322
M.; wer u. den wölfen ist, musz mit ihnen heulen Spanutius (1720) 573;
th. 4, 2, 1288; ein hasse u. den rüden Luther 18, 442
W.; wie eine eule unter den krähen; doctores ... die etwa höher denn u. den hünern gesessen haben Luther 30 3, 355
W.; Saul u. den propheten
1. Sam. 10, 11; Büchmann
24 19; da ich wie herzog Ludwig zu Giengen 'unter meinem volk' sein wollte L. Steub
wanderungen im b. geb. 11;
bes. innerhalb einer bestimmten gesellschaftlichen grenze, eines standes, berufs, einer classe, zeitgenossenschaft u. s. w.: under sibbe Richthofen 1101
a; es ist u. den gelerten ein gemeines sprichwort Arigo
decam. 141, 28
K.; der ... rückzug ... beweist hinreichend, dasz auch u. den alten nicht immer thätige tapferkeit sich den rühmlichen tod errungen habe Abbt 6, 2, 34; u. einem ganz sinnlichen volke leben Göthe IV 8, 38
W.; die signora ... ging ... u. den versammelten bäckern und metzgern herum Brentano 5, 140; nicht u. dem militär gebraucht werden Justi
Winckelmann 1, 42; mir is s ni schlecht gangen under a soldaten G. Hauptmann
d. weber 31; u. freunden Ranke 1, 271; sich befinden u.
th. 1, 1261, 5
c; wir sind u. uns mädchen '
wir sind traulich bei einander'
als beliebte ra. bei Weigand
syn. wb. 3, 883; wij zijn onder ons meisjes
nl. wb. 10, 1232;
auch von männern gesagt; indessen, da wir u. uns sind ... so kann das gespräch immer vorwärts gehen Göthe 24, 177
W.; wir sind ganz u. uns, es soll ja gar kein festessen sein Hoffmann v. Fallersleben 8, 64; die katholische kirche will ja nur bei den todten wie bei den lebenden 'unter sich' sein Gutzkow
zauberer 2, 186;
subst.: F. hatte die gewohnheit, beim 'unter uns' nicht die vornehme reserve zu beobachten, die ihm sonst eigen war 3, 325.
im nl. ist ein onderonsje
gebildet; nl. wb. 10, 1426. II@B@1@c@bβ)
in gegenwart von: nuer under zweyen oder dreyen gezeugen
erste d. bibel 2, 219, 21; morgen thuot der herre wunder unter euch (
vor euren augen) 4, 258, 60;
veraltet, doch ähnlich noch: ich muszte ... dinge sagen, die man unter weiblichen augen (
in gegenwart eines weiblichen wesens) nur lateinisch denkt Zimmermann
einsamkeit 1, XVI. II@B@1@c@gγ)
stark vertreten sind ausdrücke, die eine besondere art des verbundenseins bezeichnen wie friede, freundschaft, verkehr, verhandlung, ordnung; feindschaft, streit, krieg, hasz, zorn, wut u. dgl.; vertheilung: ahd. under einmuotigen ist ieo frido; wortherta under gelerten Notker
bei Graff
präpos. 179; 180;
erste d. bibel 1, 158, 52; uneinikeit und kriege under guoten freunden Arigo
decam. 20, 5
K.; unnützem geschwatze uf den gassen under umstenden lüten
N. v. Wyle
transl. 14, 8
K.; Luther 19, 358
W.; uffruor aber und groszes geschrey erhebt sich unter ihnen (
trinkern) Ambach
zusauffen C 3
a; ordnung u. dem gesind Spreng
Ilias 21
a; wüthen u. unserm volk Bürger 166
B.; hält man sein wort u den männern nicht besser? Gellert 3, 68; eine ausgebreitete bekanntschafft u. angenehmen leuten Göthe IV 1, 250
W.; dieses und mehreres wurde noch u. ihnen abgehandelt 21, 109
W.; die erneuerung ... welche seit monaten u. den nachbarn das gesprächsthema bildete Polenz
Grabenhäger 2, 211; eigentlich ist diese sprache der natur eine völkersprache für jede gattung u. sich Herder 5, 8; Otfried 4, 10, 26; sy teilten die herde under in
erste d. bibel 3, 144, 26; u. sich theilen Rachel 86
ndr.; vertheilen
th. 12, 1, 1886. II@B@1@c@dδ)
ein gegenseitiges verhältnisz bezeichnend (
vgl. die zusammensetzungen III A 2
b ε, III B 1
b ε): ir iuih minnot untar iu Otfried 4, 13, 8; etliche von den schreibern sprachen unter in
erste d. bibel 1, 32, 36; sy halten sich under einander eintrechticlichen 3, 32, 7; disz haben ich und du under uns geredt Apherdianus
methodus disc. (1601) 19; wie unterschiedlich wir menschen auf dieser welt u. einander lebten Grimmelshausen 2, 412, 16
K.; ich sah schon in gedanken gutes und schlechtes ... gefeiltes und ungefeiltes u. einander stehen J.
M. Miller
gedichte III; daher nun der ... widerspruch dieser werke u. und gegen einander Klinger 3, V; sie sind sich alle u. einander so ungünstig Göthe IV 8. 122
W.; die andern heiligen (
auf dem bilde) ... haben kein verhältnis u. einander IV 33, 107
W.; bald stritten sie mit dem wirthe, bald u. sich selbst 21, 141
W. veraltet '
für sich': im andern (
saustall) allerlei säw u. einander verschlossen seien Sebiz
feldbau 35; '
durch einander': wie wunderlich das weltwesen u. einander gehet Chr. Weise
polit. redner 55;
th. 3, 144
p. mnd. under ander(en)
wb. 5, 26
a. II@B@1@dd)
das theilverhältnis wird deutlicher gefühlt, man faszt den gegensatz des einzelnen zum ganzen ins auge (
vgl. c und a ε).
oft von
und dem partitiven genit. entsprechend: Notker
ps. 45, 2; 85, 8; du bist gesegnet unter den weiben
erste d. bibel 1, 199, 37;
Luc. 1, 28; u. allen rittern er den preise trüg Arigo
decam. 39, 30
K.; so wirdt man sehen, welicher under uwer lieb und mir den andern in der kunst der waydneye ubertreff
privatbriefe 1, 253
Steinhausen; welches u. den dreyen Arigo
decam. 35, 6
K.; kein teyl under unsz
urk. z. g. d. schwäb. bundes 2; etlich under uns Zwingli
freiheit d. speisen 3
ndr.; müller und becker seyn die letzten u. den handwerckern, die hungers sterben Lehmann
floril g. 1, 394; alle heftigen und die heftigsten u. den heltigen, die schmerzhaften empfindungen Herder 5, 5; unter diesen wil einer hier, der andere dort hinaus Lohenstein
Arm. 1, 3; es giebt noch viele unter unsern gelehrten Rabener 1, 157; der junge E. zeichnete sich u. allen seinen mitschülern ... aus Pfeffel
pros. vers. 5, 178; zuerst u. allen stämmen Mommsen
röm. gesch. 1, 118;
se war wie eine riesin u. ihnen Brentano 5, 180; so bin ich u. tausenden erlesen Tieck 1, 72; liebes geschöpf ... du bist auch mit u. meinen schmerzen Göthe 21, 227
W.; '
gegenüber': du bist verfluocht under allen seligen dingen
erste d. bibel 3, 53, 40; schön ist des mondes mildere klarheit unter der sterne blitzendem glanz Schiller 14, 25 (
braut v. Messina 1, 261). unter manchen, unter andern: Arigo
decam. 149, 35
K.; dessen besuch mir unter ... manchen ... aufklärungen auch die gewährte, dasz ... Göthe IV 41, 41
W.; dem die künigin u. andern sunden peychtet ... das grosze ungötlich unrecht, das sie dem graffen ... zuo gezogen hat Arigo
decam. 138, 31
K.; da sprach er u. andern wortten Luther 10, 2, 292, 28
W.; Mathesius
Sarepta (1571) 2
b; die frucht des glaubens synd under andern auch die zwo, frid und freud Luther 12, 517, 7
W.; aber under anderm sagt ein edelman Frey
gartengesellschaft 55, 20
B.; Brentano 5, 87; unter andern aber ward ihm auch disz gegenwertige büchlein zu läsen gegeben Rollenhagen
froschmeuseler (1595) A 7
a;
ohne rücksicht auf congruenz: da er u. andern also redet Prätorius
saturnalia (1663) 17; weil
V. u. andern behauptet Göthe 43, 16
W.; nl. wb. 10, 1230
f.; abgekürzt: u. a. II@B@1@ee)
zeitlich. II@B@1@e@aα)
zwischen: pfanhauszarbeiter ..., welche ... under iren schichten ... ihr hausnotdorf hacken
öst. weisth. 10, 38, 8; under liechten, liecht, liechts
zwischen tageslicht und lichtanzünden Staub-Tobler 1, 326 3, 1052; u. der zeit (
zwischen, auszer den hauptmahlzeiten) essen
aus d. Wetterau bei Diefenbach
got. wb. 1, 115; Meisinger
Rappenauer ma. 222
a;
volkssprachlich im nw. Deutschland; es war unterm halben abende (
in der vesperpause)
obers. wb. 2, 601
a;
vgl. untern. II@B@1@e@bβ)
während eines zeitraumes oder der diesen füllenden thätigkeit (
also zu unterscheiden von A 1
f ε); Graff
ahd. präpos. 178;
mhd. wb. 3, 188
a; Lexer 2, 1777;
mnd. wb. 25
a;
mnl. wb. 5, 321;
nl. wb. 10, 1227; Staub-Tobler 1, 325; Fischer 6, 225;
obers. 2, 601
a; Schambach 242
a; Doornkaat-Koolman 3, 468
a.
veraltet: unterzwischen (
s. d.). unter tage(n)
th. 11, 1, 31
θ.; Staub-Tobler 1, 326; Fischer
a. a. o.; Cleantes ... der zu nachts auff einer bleich mit wasserschöpffen ... seine narung suchte, dasz er unter tag musz halben studiren möchte Heyden
Plinius (1584) 67; u. tagszeit Guarinonius 511; unter einer nacht 1216 (
engl. under night); u. abend Bruns
volkswörter2 70
b. under disen zeiten Füetrer
bayer. chron. 10
Sp.; u. dieser zeit Gellert 4, 325; under der zeit des kirchgangs (1523)
öst. weisth. 10, 12, 36; unter der zeit
engl. comöd. 273, 10
Creizenach; Göthe 43, 313
W.; under diser wiel Spreng
Ilias 151
a; unter der zeit wann, dasz, wo, da Schupp
schr. 208; Polenz
Grabenhäger 2, 89; Bismarck
br. a. s. frau 312; unter zeiten Rinckhart
chr. ritter 87
ndr.; Opitz
Zlatna 5; under stunden Seuse
d. schr. 236, 8
B., quandoque Diefenbach
ml. hd. böhm. wb. 229; untern jahr
während, im lauf des jahrs öst. weisth. 6, 392, 1; unter wegen (
s. d.); unter weilen (
s. d.); unter dem wege Möser
osnabr. gesch. 1, 29; unter diesem Wickram 2, 147, 18
B.; Schupp
schr. 734; unter dem (
für altes diu Wilmanns
gramm. 2, 631) Füetrer
bayer. chron. 14; Staub-Tobler 1, 325;
conjunctional: Arigo
decam. 214, 21
K.; unter dem das
Aimon f 3
a; untar zuaim
interdum ahd. gl. 1 24, 9 under solichem Arigo
decam. 305, 11
K. bei vorgängen, die eine bestimmte zeit in anspruch nehmen; auch in concretis steckt oft der zeitverlauf: untar tranchum Graff
ahd. präp. 178; u. dem trunck Schütz
hist. rer. Prussic. 3, S 4
d; undir der messe
Marienb. treszlerb. 81, 15
J., der predigt Moscherosch
insomnis cura 107
ndr., der kirche O. Ludwig 2, 458; u. dem trojanischen kriege Stieler
geh. Venus 3
ndr.; unterm schauspiel Göthe IV 35, 171
W.; u. dem druck IV 3, 61
W.; u. der arbeit 43, 116
W.; u. der operation Hufeland
kunst d. m. l. zu verlängern 30; under dem singen
Wilw. v. Schaumburg 9, wachsen Guarinonius 869, essen Luther 8, 507
W. (unterm mahle Grillparzer 4, 161, tische Steffens
was ich erlebte 1, 37), underm gsicht
während des zusehens Fischart
gl. schiff 396
ndr., unterm schliffe Rückert 1, 47, kusse Hebbel 6, 80; unter den unaufhörlichen religionsstreitigkeiten Eichhorn
rechtsgesch. (1821) 1, 261; under (
fast '
mit',
vgl. f) vil worten
Endinger judensp. 97
ndr.; u. diesen worten Grimmelshausen 2, 21, 27
Keller, verhandlungen Göthe 7, 170
W., betrachtungen Fontane I 5, 157; u. dem vorhergehenden G. Hauptmann
biberpelz 11; dieses alles schreibe ich u. einem bedeutenden gewitter Göthe IV 29, 221
W.; mitten u. schmerzen IV 8, 144
W.; ich weisz eine zeit, wo man ... auf den aderschlag lauerte, u. dem ich erscheinen sollte Schiller 3, 481;
mit während
th. 13, 805
ff.; obers. wb. 2, 635
a; Heynatz
antibarb. 2, 530;
vgl. under de wären Doornkaat-Koolman 3, 468
a; u. währendem unserm essen und trinken O. Ludwig 2, 498 (
veraltet). unter (
für während) meiner abwesenheit
tadelt Heynatz
a. a. o.;
vgl. dä
n. under mit ophold i udlandet
u. dgl. II@B@1@ff)
zur einführung eines begleitenden umstandes; dieselben vorgänge und zustände lassen sich bisweilen bald zeitlich, bald modal betrachten (
z. b. Otfried 2, 4, 35);
vgl. auch A 1
g. ursprünglich örtliche anschauung (
nach unter A)
kann hineinspielen: da fiel diser Otho ... das keyserthumb an und kam under den auffrhuorn hinder das keyserthumb S. Franck
chron. Germ. (1538) 23
a; die wollust schimmert unter einem so frommen glanze aus ihren augen Klinger 3, 166. II@B@1@f@aα)
von dem logischen verhältnis wird abgesehen: glaubst du mir nicht unter diesem (
daneben, zugleich) Schupp
schr. 701; unter diesem bedencke 702; u. solch wichtigen geschäfften ist das 1523. jahr anbrochen Frz. A. v. Brandis
des tirol. adlers ehrenkränzel (1678) 196; mich unter den besten wünschen zudringlich empfehlend Göthe IV 29, 5
W.; ich muszte ... u. groszem gelächter meiner zuschauer wieder abziehen 21, 37
W.; u. einem strom von thränen 45, 119
W.; verschwinden u. donner und blitz Schiller 13, 6; 12, 29; Brentano 5, 28; u. zweideutigen blicken auf den kämmerer H. v. Kleist 3, 228
E. Schm.; u. banger erwartung Tieck 4, 328;
M. führte hierauf seinen ... krieg fort u. mannigfaltigem glückswechsel Ranke 1, 130; in der glühhitze wird es (
das eisen) u. gewichtsvermehrung schwarz Stöckhardt
chem. feldpred. (1851) 1, 4; worauf das junge paar u. artigen verbeugungen abschied nahm Fontane I 5, 145; bis der zug unter einem einzigen, langgedehnten ton stillstand G. Hauptmann
bahnwärter Thiel 57; u dem gewehr
in vorschriftsmäsziger bewaffnung Posener
rechtslexikon 2, 688
b. II@B@1@f@bβ)
an ein causalverhältnis reichend: in diser scena ist ein feine betrübnis, under welcher sie all under einander erzürnt werden Boltz
Terenz (1539) 19
a; ich kan aber ... nicht für billich achten ... das man ... das menschenblut distillieren lasse ... sintemal es kan unter so viel anderen herrlichen artzeneien (
da es so viele ... giebt) wol unterlassen werden Sebiz
feldbau 417; unter diesem
quam ob rem Schupp 722; B. und B. waren unter zertrennten verlöbnüsse Adelgundens und As. in vollen freuden Lohenstein
Arm. 2, 1398
b; ich glaubte u seinen feurigen liebkosungen zu zerschmelzen Novalis 4, 198
M.; fälle, wo diese beschränkten menschen ... u. den fragen eines richters so über sich in unklarheit geriethen Gutzkow
ritter vom geist 2, 7. II@B@1@f@gγ)
ans concessive streifend: das sie (
die bosheit der welt) auch u. unser trewen vormanung immer erger wirt Musculus
hosenteuffel 9
ndr.; unter der zeit
indessen Menantes
allern. art zu schreiben (1718) 361; auch mitten u. sturm und kriegen B. Neukirch
ged. (1744) 6; dasz sich ... das ... geschlecht der Welfen als edles geschlecht u. allen stürmen in seinen herrschaften behauptete Eichhorn
rechtsgesch. (1821) 1, 324; Gutzkow
zauberer 2, 75; ich lachte fast u. den thränen Stifter 5, 1, 25. II@B@1@gg)
unter einwirkung des lat.: u. den waffen schweigen die gesetze Wander 4, 1724, 10; Herder 17, 29; u. den waffen erzogen
th. 13, 274.
für die lat. inter manus, vias, paucos, haec, quae entsprechenden deutschen verbindungen kommt ebenfalls lat. einwirkung in frage. II@B@22)
mit accusativ. über schwanken des gebrauchs in der wahl des dat. und acc. s. oben B
absatz 1. jemandem etwas unter vier augen sagen
hat Adelung
als acc. verstanden. II@B@2@aa) 1
a α entsprechend, zwischen hinein, hin zwischen zwei gegenstände oder punkte: unter die hausthür (thürpfosten), unters haus gehen. sich unters fenster legen Staub-Tobler 1, 325,
heute gemeinsprachlich nach A
umgedeutet. zwischen ausgangs- und zielpunkt sich stellen, kommen, laufen, um das erreichen des zieles zu verhindern: seine hauszfraw ... liefe Clementen unter die streich
b. d. liebe (1587) 8
d;
vgl. unterlaufen; ihm auszubeugen, war der streich zu schnell gefallen; unter den zu kommen, ich so lang und viel mich weigerte Lessing 3, 98 (
Nathan 3, 8, 602)
M.; sich nächtlicher weyle u. den weg zu stellen
quelle (1716)
bei Fischer 6, 225;
veraltet. 1
a β entsprechend: das pferd u. die sporen fassen, nehmen
th. 10, 1, 2681
c; furchtsame hund schlagen den schwantz unter die bein Lehmann
florileg. 1, 254; freundlich empfing die es u. ihre beine und tränkt es maler Müller 1, 13; unnücze ding, die sich under euere füsze wickeln Arigo
decam. 27, 38
K.; einem (es) gut u. die zähne (u. den zahn) geben
th. 15, 141
μ; den leuten u. die zähne kommen
ebda ν; etwas den leuten u. die zähne bringen; u. die hände geben
livrer entre les mains Frisch (1730) 631: dem arczte under henden geben ward ein krancker Arigo
decam. 300, 36
K.; u. handen kommen J. A. v. Brandis
landeshauptleute v. Tirol 23; etwas u. die hand nehmen
M. Stifel
coss Christoph Rudolfs 7; jemand u. die arme nehmen A. U. v. Braunschweig
Octavia 2, 1022;
dafür sing. (
wie unter den zahn
für u. die zähne
th. 15, 141; R. Hildebrand
beiträge z. d. unterr. 226): jeder nähme sein mädchen u. den arm Göthe 23, 238
W.; vgl. unterfassen. 1
a γ entsprechend: u. die streitenden eheleute treten; unter die sachen reden
zwischen den beiden parteien des streithandels vermitteln Staub-Tobler 1, 325; er schlug ohne unterschied u. beide parteien hinein Tieck 17, 206. II@B@2@bb)
wie 1
b: sie ... stach sich selbs under ir hertz hinein S. Franck
chron. Germ. (1538) 39
b; die andern vieln under die dörner (
in spinas)
erste d. bibel 1, 48, 41;
Jerem. 4, 3;
nl. wb. 10, 1226; sich u. die blumen setzen Wieland
Agathon 1, 17; Ramler
lyr. ged. (1772) 19; sich auch wieder u. diese ungeheuren naturphänomene zu begeben Göthe IV 12, 317
W.; ich hab mich under die klyen gemischt Murner
die mühle 23
Albr.; th. 5, 1084; Scheit
Grobian. 3041
ndr.; wasser u. den wein schütten Fischart
practik 9
ndr., thun, mischen, mengen
u. dgl.; under die fürgeschribne notten ire läufflein machen Scheit
Grobian. 17
ndr.; gib es ihme (
dem pferde) u. das futter zu essen J. Walther
pferdezucht (1658) 142; hanf ... giebt gleichfalls ein gutes gespinste ab und kan u. den flachs gebrauchet werden
allg. haush. lex. (1749) 1, d 2
b; Logau 320
E.; die bücher u. einander schmeiszen (
veraltet) Menantes
n. briefe (1723) 341; regengüsse ... führten das widerwärtigste unheil u. die zelte Göthe 33, 14
W.; den knüttel u. die hunde werfen Luther 26, 304
W.; lauff hin u. die fleischbenck H. Sachs 6, 140, 13
K.; das du ... ufsteckest minen huot in die strasz under die linden
schweiz. schausp. d. 16.
jhs. 3, 23, 200
B. II@B@2@cc)
mit dem ziel, ein dazwischen, eine gemeinschaft oder zugehörigkeit herzustellen; vgl. 1
c α γ; Graff
ahd. präp. 180;
mhd. wb. 3, 188
b;
mnl. wb. 5, 321;
nl. wb. 10, 1225. II@B@2@c@aα) do kam Chr. J. und stund zwischent mitten under sye Keisersberg
post. 3, 10
a; vermisch dich mit schieszen nit under uns Schaidenreiszer
Odyssea (1537) 90
a; etwas u. den umstand (
die umstehenden) werfen Fischer 6, 107; unter den haufen schlagen, reden
u. ä. Scheit
Grobian. 3324;
b. d. liebe 203
c; Göthe 3, 237; 2, 84
W.; Arminius bleibt ... u. die helden aufgethrönet Lohenstein
Arm. 1, b
0; u. die leute fallen
ruere in homines th. 3, 1279; u. die mörder, räuber, diebe
u. dgl. fallen
th. 3, 1281; Lessing 3, 106
M.; erste d. bibel 1, 253, 33; u. die frembde ziehen Schupp
schr. 168; ein grosz sterbe von pestilencz under das kristenvolcke kam Arigo
decam. 648, 2
K.; ich hatte ... befehl ... feuer u. sie zu geben Stoppe
Parnass (1735) 531; doch bald mischte sich die Zwietracht u. die vertraulich tanzenden Klinger 3, 32; sich u. die menge verlieren
F. Schlegel
Athenäum 2, 36; uneinigkeit u. die gesellschaft bringen Göthe 21, 293
W.; wer will unter die soldaten, der musz haben ein gewehr Ferd. Güll
kinderheimat (1836) 126; u. die soldaten gerathen Chr. Reuter
Schlamp. krankheit 102
ndr.; stecken Brentano 5, 354; u. die güteragenten gehen Polenz
Grabenhäger 1, 151;
so auch u. die heuchler, u. die bühne (
schauspieler)
obers. wb. 2, 601
a; u. (die) leute (menschen) kommen Ferdinand II. v. Tirol
speculum vitae hum. 79
ndr.; Lichtwer
äsop. fabeln (1748) 67;
nl. wb. 10, 1226; etwas u. die leute bringen Kramer (1702) 2, 1202
a; auf das es nicht einreisze u. das volk
apostelgesch. 4, 17; ideen u. das publicum ausbreiten Gerstenberg
recens. 101
lit. denkm.; haben ... die gefangnen schiff under die ihren gethon Xylander
Polyb. (1574) 21; u. seine truppe aufnehmen Göthe 22, 80
W.; eine handlung u. die alten Ägypter verlegen G. Freytag 14, 50. II@B@2@c@bβ) stadt Sagan restieret, so, weiln niemandt erschienen, untter die klaren rest gesetzt worden, 3408 thl.
acta publ. 1, 48
P.; Moses ... zelets (
das igelfleisch) u. die unreine speisz Heyden
Plinius (1565) 191; under das spielen rechnen Xylander
Polyb. (1574) 2
a; Grimmelshausen 2, 365, 22
Keller; Göthe 2, 235, 261
W.; bei gehören unter (
meist mit acc.)
wird heute an gemeinschaft oder zugehörigkeit gedacht; zum sinnlichen untergrund s. oben A 2
e; th. 4, 1, 2, 2510, 5
c γ; 2512, 6
f; 2520, 10
g; ähnlich stehen passen, taugen (
th. 11, 1, 199)
u. dgl. mit acc.: wer für dem creutze weichet, taug übel unter christen Logau 188
Eitner. II@B@2@c@gγ) 9
m. 19 scot vor 8 groe laken, dy man undir yre knechte teylete
Marienb. treszlerb. 116, 24
J.; do ich brach die 5 brot unter fúnff thausent
erste d. bibel 1, 151, 11; was seint dise unter als vil? 1, 356, 41;
Matth. 16, 9; 10;
Joh. 6, 9; 6, 7; Luther 26, 490
W.; Göthe 33, 104
W.; nachdem er u. dessen drei söhne ... das reich getheilt hatte Mommsen
röm. gesch. 2, 32. II@B@2@dd)
in der verbindung under bede '
in beiderlei weise', es gits under bede '
beides kommt vor' (Staub-Tobler 1, 325)
entsteht der acc. aus es gibt;
in der verb. unter die lauten, eine weltliche weisz singen (Alberus
dict. t t 4
a; Fischart
Garg. 5
ndr.; vgl. in die laute singen
th. 10, 1, 1074
f.)
ergiebt sich der acc. aus dem thätigkeitsbegriff des singens. schriftsprachlich sind solche verbb. nicht. II@B@33)
mit genitiv: vgl. oben 2
e und über II C.
organisch ist der gen. nur, wo unter
für unterhalb
steht (
s. II A 3),
nachwirkung des idg. gen. höchstens für unterdes (Brugmann 466)
zu erwägen; im übrigen hat die präpositionale verbindung die form des adverbialen genitivs angenommen. Willmanns
gramm. 3, 709.
im wesentlichen veraltet; Heynatz
antibarb. 2, 520; Adelung 4, 1284; unterdes, unterdessen (
s. d.). unter tags
th. 11, 1, 31
θ; Staub-Tobler 1, 325; Fischer 6, 225;
obers. wb. 1, 186
b; J. Grimm
gramm. 3, 131 (
vgl.über tags); Rauwolff
beschreibung (1581) 189, 363, 368; Gäbelkover
arzneib. (1595) 1, 65; Hulsius (1618) 265
a; Hohberg
georg. 2, 125
a; besuche unter tags und in der woche waren ... nicht sitte Mohl
lebenserinnerungen (1902) 1, 103; Hans Grimm
gang durch den sand (1916) 380;
nl. onderdaags. unter lichts
th. 6, 868, 8; Staub-Tobler 1, 325, 326; Fischer 6, 225, 239;
vgl. zwischen lichts, abends. under singens Lexer 2, 1777; unter essens
th. 3, 1168; J. Grimm
gramm. 3, 130; 4, 262;
zeitschr. f. d. wortf. 4, 60, 69, 326; Gabr. Rollenhagen
ind. reis. 80; Joh. Peter de Memel
lustige gesellschaft (1655) 20;
vgl.über essens. untereins(t), unterwegs (
s. d.). IIIIII. unter
als präfix. die zusammensetzungen ergänzen mit einer fülle von sonderentwicklungen den thatbestand des präpositionalen gebrauchs nicht unwesentlich. composita mit unter-
fehlen im got. ganz, sind aber sonst allen german. sprachen gemeinsam; allerdings in verschiedener vertheilung und ausbreitung. im an. finden sich überwiegend nominalcomposita, im Heliand solche gar nicht, im ags., afries. verbal- und nominalcomposita; im as., das übrigens auch einige nominalcomposita aufweist, fällt gegenüber den zahlreichen mnd. und mnl. zusammensetzungen die geringe anzahl der überlieferten bildungen auf. fürs ahd. verzeichnet Graff
über 70
verbal- und über 40
nominalcomposita, fürs mhd. Lexer 186
und 246,
während Campe im
ganzen über 800
nhd. composita hat. erschöpfend sind natürlich diese zahlen in keinem falle. die triebkraft in der schaffung neuer bildungen ist im nhd. auch heute noch erheblich. von den decompositis, deren zahl fast unbegrenzt ist, wird abgesehen. die vermehrung der trennbaren verbalcomposita ist noch immer möglich (
z. b. únterbrüllen Klinger
theater 1, 190,
und entsprechende verba, die neue geräusche oder arbeitsthätigkeiten bezeichnen mit dem ziele, etwas zu übertönen oder eine grundlage herzustellen)
; die untrennbaren treten geschlossener auf ohne nennenswerthe weitere ausbreitung. die nominalcomposita haben nicht aufgehört sich zu vermehren, wenn auch manches nicht über gelegenheitsbildungen oder termini technici hinauskommt (
z. b. unterbrettl,
im wortspielenden gs. zu überbrettl,
grenzboten 69, 436, unterwert, -ig, unterseele, -wille Nietzsche I 7, 30).
auch die unter B 2
a γ aufgeführten adj. gehören meist der n. spr. an. nach gr. ὑπό,
lat. sub, contra, extra, infra ist unter
in fachsprachlichen kunstausdrücken verwendet wie unterweibig
hypogynisch, unterschwefliche säure
hyposulfit, subsulphurosum acidum, unterschwefelsäure
subsulphuricum acidum, unterchlorsauer, unterchlorig, unterchlorigsäuresalz, -phosphorsauer, -salpetersauer, -schwefelsauer, -stickstoffsauer, unterphosphorige säure
u. s. f.; unterdominante, -mediante, -octave, -quinte, -terz; unterhalber ton, unterhalbnote
die grosze septime, subsemitonium modi; unterbasz
contrabasz der orgel, unterbaszton
contraton; unteralpisch
subalpinus; unterachselig
subaxillaris; unterblattständig
extrafoliaceus, unterwinkelständig
infra-axillarius. blosze übersetzungen sind nicht selten und meist unfruchtbar geblieben, z. b. ahd. untarambahtan
subministrare (
vgl. mhd. underdienen, -dienest, -dienstbar, -dienstic,
nhd. unterdienstlich), untarfallan
intercidere, -folgen
subsequi, -jauhhan
subjugare (
mhd. underjochelich
subjugalis, vgl. ahd. untarzam), -queman
intervenire (
mhd. underkomen), -quemo
interventor, -wurf
subjectum, untarhabitha
sublevatio; mhd. underkêrunge
subversio, underknebel, -knäufel
internodium, -lege, -legunge, -setzunge, -wurf
subjectum (
nl. onderwerp), underleser
sublector, -liger
succubus, -mâne
interlunium, -mittel
intermedius, -rede
interlocutio, -sanc
succentus, -stendunge
substantia, -snîdic
intercise, -versenen, -vüeʒen
suppeditare, supplantare. vereinzelt blieb auch Konrads v. Megenberg
versuch, subamarus u. dgl. durch underbitter, -bleich, -gel, -rôt, -swarz
wiederzugeben, ebenso von Diefenbach
in seinem gl. verzeichnete nachbildungen wie underhôren
subaudire (
ags. underhlystan), -schînen
subfulgere, -gên
subintrare, -lûchten
sublustrare, -stinken
subolere, -netzen
subrigare, -vallen
subruere, oder underruofen
succlamare (
erste d. bibel 1, 320, 13),
engl. undercry,
mnd. underlesen
sublegere, ne audiantur (
zs. f. d. wortf. 15, 302).
dem engl. entlehnt ist im 17.
jahrh. unterhaus (
lower house),
im 18.
jahrh. unterbalanz (
allg. d. bibl. 50, 142; unterbilanz
handelsgesetzb. 329, 1;
engl. underbalance,
dän. underskud, underbalance,
schwed. underbalans;
s. 1unter III B 1
a ε),
im 19.
jahrh. unterernährung, -schätzen, -werten, untergrundbahn (
underground railway), unterwasserboot (
under-water vessel), unterseeboot,
gekürzt uboot (
undersea vessel, submarine).
einer dem afranz. typus s'entreaimer, -baiser, -garder nachgeformten gruppe (
mhd. sich underminnen, -küssen, -sehen; -bâgen, -dringen, -kennen, -nemen, -vâhen
u. s. w. '
vicissicim, mutuo' J. Grimm
gramm. 2, 878; 885; 3, 83; W. Wackernagel
afr. lieder u. leiche 198;
zeitschr. f. d. wortf. 3, 236;
s. unten A 2
b ε)
entsprechen nhd. sich unterhalten, sich unterreden.
in der schreibung ist für die n. spr. worteinheit das ziel, während die ä. spr. lässiger verfährt. im 17.
jahrh. ist schreibung mit trennungszeichen (
z. b. unter-bediente)
die regel. für die sog. unvollendete composition im sinne J. Grimms
oder für fälle, in denen falsche verbindung abgewehrt werden soll (
z. b. unter-holzgraf,
nicht unterholz-graf)
oder unter
einem ober
entgegengestellt wird (
z. b. Unter-Aichen, Unter-Hausen, Unter-Türkheim Fischer
schwäb. wb. 6, 226),
verwendet man wohl das trennungszeichen, aber ohne verbindliche geltung. in der betonung ordnet sich das präfix in verbalcompositis, wenn untrennbares unter
sich präpositional auf das object beziehen läszt, dem ton des verbums unter; liegt adverbiales trennbares unter
vor, so pflegt es haupttonig zu sein (Wilmanns
gramm, 3, 513);
z. b. unterbreíten,
aber únterbreiten.
part. prät. können sich der einen wie der andern gruppe anschlieszen (
z. b. untersétzt, úntertan),
je nachdem sinnliche oder abstracte, verbale oder nominale vorstellung obwaltet. unterscheide unterbaúer
machinator und únterbauer
valet im kartenspiele. bei der betonung únterernährt, -nähren, únterordnen
ist der stark gefühlte gs. ǘberernährt, ǘberordnen
entscheidend gewesen. die nominalcomposita betonen i. a. das präfix, auch die zu verben gehörigen, wie únterhalt
zu unterhalten;
doch mit ableitungssilben verlängert, folgen sie der betonung der verba: unterháltung, -háltsam; Wilmanns
gramm. 1
3, 436.
schwankungen treten bei längeren wörtern ein wie unterróllnerv, unterstaátssekretär, unterbórnmeister, unterhéimbürge, unterhólzgraf, unterstállmeister, unterfèldháuptmann. Adelung
betont unterhaendler, Paul únterhändler. unterdés, unterdém, -wéilen
u. ä. behalten die betonung der syntactischen verbindung, aus der sie entstanden sind; doch betont man wieder únterhalb, únterwärts, úntereinst.
es kann sich bei den folgenden übersichten immer nur um die grundzüge der allgemeinen bildungsweise handeln; die einzelbehandlung eines wortes ergiebt fast stets eine menge von hier nicht berücksichtigten besonderheiten. III@AA.
verbalcomposita. sie sind entweder trennbar (
unfest)
oder untrennbar (
fest)
; im ersten falle folgt die partikel im hauptsatze dem verbum finitum und tritt im inf. zu,
im part. prät. ge
zwischen partikel und verbum. abweichungen sind theils wortgeographisch (
z. b. für unterstehen: welchem gericht steht er unter?
als österreichisch bei Heynatz
antibarb. 2, 536),
theils wortgeschichtlich (
zs. f. d. wortf. 1, 314
f.; vgl. über III A 1
h),
theils individuell (Paul
gramm. 5, 35
f.)
zu erklären. bei nachbildung fremder wörter herrscht unsicherheit; z. b. bildet das aus unterabtheilung
subdivisio gewonnene v. unterabtheilen
subdividere, franz. subdiviser, engl. subdivide zwar nach art der trennbaren zus.-s. das part. prät. unterabgetheilt,
vermeidet aber den ind. präs.; ähnlich wird bei unterabordnen
subdelegare verfahren. zahlreiche zus.-s. sind trennbar und untrennbar; schwankungen sind dabei nicht ausgeschlossen. im ahd. zeigen sich nur wenige spuren trennbarer zusammensetzung (untarfolgen, untarbringen Graff 3, 511, 197),
im as. fehlen sie ganz, im mnd. sind sie selten (
z. b. underbreken, -holden, -stutten
mnd. wb. 5, 27
a, 28
b, 37
b),
im mnl. scheinbar zahlreich (
in wirklichkeit dürfte onder
oft adv. sein); Lexer
verzeichnet 28
trennbare mhd. neben 186
untrennbaren, Campe
fürs nhd. 330
trennbare zus.-s. die vermischung von unter A
und B (
sub und inter)
geht in den verbalcompositis am weitesten; raumanschauung und sprachgefühl haben sich oft geschichtlich geändert. in der uns geläufigsten bed. des verb. untergehen
verstehen wir heute unter
meist als '
nach unten, zu grunde, unter den horizont'
u. dgl., ebenso wie das nl. (
wb. 10, 1218, 49
a);
doch lehren die idg. entsprechungen (Delbrück
vergleichende syntax 1, 671),
dasz hier die bed. '
zwischen etwas hineingehen und darin verschwinden'
der ausgangspunkt ist. im mlat. wird mhd. underkoufer
ebensowohl durch subemptor wie durch interemptor wiedergegeben; vgl. nl. wb. 10, 1222, 51; Wilmanns
gramm. 3, 519.
bei wörtern wie unterrichten, -weisen
versagt das neuere sprachgefühl ganz. viele verba haben beide bedd., A
und B,
entwickelt. III@A@11)
zusammensetzungen mit unter A (
sub). III@A@1@aa)
trennbare. vgl. die bedd. des adv. oben I. III@A@1@a@aα)
in räumlich-örtlichem sinne '
unten, von unten, hinunter, darunter, in die tiefe, zu grunde', unter II A 1
a, 2
a entsprechend. '
unten'
: mhd. undergeligen, -legen Lexer 2, 1778;
im nhd. ist in diesem falle meist adverbiales unten
an die stelle getreten. '
von unten': understutten
von unten stützen mnd. wb. 5, 37
b;
nd. understôten
mit dem kopfe von unten her an etwas stoszen Schambach 242
b; undergucken Staub-Tobler 2, 183;
nhd. nicht schriftsprachlich. am häufigsten in der bed. '
nach unten, darunter, hinunter, nieder, zu boden, zu grunde'
u. dgl.: mhd. transitiv undergedrücken, -graben, -schieben, -schürn, -senken, -setzen, -spreiten, -stôʒen, -treten, -tûchen,
intransitiv underbocken, -ligen, -sîgen, -tûchen;
nhd. transitiv unterackern, -arbeiten, -ären, -binden, -breiten, -drücken, -eggen, -fassen, -feuern, -flechten, -flicken, -fügen, -hacken, -haken, -halten, -hämmern, -harken, -heften, -kämmen, -kleben, -klecksen, -kleistern, -klemmen, -kneten, -knöpfen, -legen, -leimen, -löten, -nageln, -pflügen, -pinseln, -prägen, -rammeln, -rechen, -scharren, -schichten, -schieben, -schlagen, -schlingen, -schlucken, -setzen, -spannen, -spreiten, -stampfen, -stellen, -stemmen, -stempeln, -steppen, -sticheln, -sticken, -streuen, -stülpen, -tauchen, -trampeln, -walzen, -wickeln;
intransitiv unterhuschen, -kauern, -schlüpfen, -sinken, -tauchen. III@A@1@a@bβ)
mit der vorstellung des stützens, unter II A 1
b, 2
b entsprechend: mhd. undervarn;
nhd. unterbreiten, -fassen, -stützen. III@A@1@a@gγ)
wie bei II A 1
d, 2
d sind die vorstellungen der deckung, des schutzes, der obhut, sicherung, versorgung, aber auch die der verheimlichung ausgebildet: mhd. undertuon;
nhd. unterbringen, -kommen, -kriechen, -legen (der osterhase legt unter Fischer
schwäb. wb. 6, 238), -stehen, -stellen, -schlüpfen; unterknöpfen, -stecken, -wickeln. II A 2
d (
ende)
entspricht die vorstellung des ersatzes in unterlegen, -schieben.
vgl. b δ. III@A@1@a@dδ) II A 1
e, 2
e entsprechend, mit dem ziel der unterwerfung, besiegung, erniedrigung, demüthigung: mhd. underbrechen, -bringen, -slahen, -tuon; underwesen;
nhd. unterbeiszen, -halten, -kriegen, -zwingen; untersaufen, unterbrüllen, -schreien; unterducken, -füttern. III@A@1@a@eε)
nach II A 1
f, 2
f: mhd. underlegen,
nhd. unterordnen, -ziehen (
beim gesange; vgl. untersingen mit halber stimme singen th. 5, 1089). III@A@1@a@zζ)
wenige von diesen verben werden mit dem dativ verbunden (Wilmanns
gramm. 3, 640, 643);
z. b. mhd. einem underwesen, -ligen, sich einem undertuon, einem etw. underbringen, -legen;
nhd. einem (sich) etw. unterbinden, -breiten, -halten, -legen, -schieben, -ordnen, -setzen, -spannen, -spreiten.
die übrigen sind entweder intransitiv oder mit accus. verbunden. III@A@1@a@hη)
vereinzelt steht unteräschern
incinerare, vielleicht aus präpos. verbindung (unter asche)
hervorgegangen. III@A@1@a@thθ)
über synonymes nieder-
s. Sanders
syn. (1882) 575
ff.; Weigand 2, 474. III@A@1@bb)
untrennbare. J. Grimm
gramm. 2, 877, 844; Wilmanns 3, 520. III@A@1@b@aα)
ursprünglich örtlich. '
unten, unterwärts, untenhin'
: ahd. untargraban, -chresan, -lîdan, -sliufan, -ziuhan;
ags. underdelfan, -flôwan, -irnan, -stregdan;
afries. understeta;
mhd. undergraben, -telben, -houwen, -künten, -neigen, -stôʒen;
mnd. undersegeln
zu nahe heransegeln; nhd. unterbluten, -eitern, -faulen, -feilen, -fressen, -laufen, -rinnen, -schwären, -wachsen; unterschreiben, -hauen, -klauen, -klecksen, -kreuzen, -kritzeln, -schmieren, -siegeln, -stempeln, -zeichnen;
unterfassen, -malen, -streichen. '
von unten' (
vgl. Murray 10, 1, 125
a, 4
c)
: ahd. untarstân
surrigere, underskînan Notker 2, 790, 7
P. (
gs. obenân anaskînan);
mhd. underswingen
beim ringen von unten fassen, underrouchen
subfumigare, mnl. nl. onderroken;
mnl. underholen (
ags. underholung);
nhd. unterhöhlen, unternebeln (
von undernebel
nebel aus der tiefe Staub-Tobler 4, 632). '
nach unten, zu boden'
: mhd. underdrumen
in stücken niederwerfen; nhd. unterschnappen ('
ab, hinab' Fischer
schwäb. wb. 6, 249),
schriftsprachlich nur in dem worttypus untersuchen '
bis auf den grund suchen'
erhalten, der durch ags. undersêcan,
as. undarsuocan, -sôkian, undarfindan, -grîpan,
mnd. undersoken, -tasten, -vinden,
mnl. ondergronden, -haspen, -polsen, -proeven, -roeren, -sacken, -vinden, -vragen,
afries. underfinda,
schweiz. undersäcklen, -näusen (Staub-Tobler 1, 326; 7, 675; 4, 803)
gesichert ist; daran schlieszen sich ags. underþencan,
ahd. untarwiʒʒan (Otfried 2, 14, 92),
mnl. onderkennen, -denken, -pensen,
as. undarhuggian, -tellian (
ahd. untarzellan). -thenkian, -witan,
mnd. underdenken,
die nach 2
b γ hinüberführen (
zum typus internosco, intelligo). III@A@1@b@bβ)
mit der vorstellung des stützens, der hilfe, sicherung und einer allgemeinen einwirkung (
vgl. II A 1
b β, 2
b)
: ahd. untarfâhan
suscipere, -chnuphen, -leggen, -queman;
mhd. underbulzen, -bûwen, -dringen, -leinen, -machen, -mûren, -phælen, -rüsten, -schieben, -spriuzen, -stân, -stellen, -stiuren, -stivelen, -stôʒen, -stützen, -vâhen, -vlicken, -vüeren, -vüeteren, -ziehen;
mnd. underbuwen, -setten;
mnl. onderdragen, -gorden, -lichten, -schoren, -schorsen, -schragen, -setten, -spannen, -stellen, -stippen, -stiven, -stutten, -welven;
nhd. intransitiv unterstehen;
transitiv unterbauen, -fahren, -futtern, -füttern, -hacken, -halten, -hauen, -höhlen, -mauern, -minieren, -nagen, -pfählen, -setzen (
in untersetzt), -sperren, -spreizen, -spülen, -steinen, -stemmen, -stiefeln, -stöcken, -stützen, -waschen, -wölben, -wühlen.
nur die allgemeine vorstellung des bewirkens bleibt übrig in mhd. underrihten
einrichten, zustande bringen. übertragen: mit eiden underhouwen
bekräftigen; mnd. understêdigen
bestätigen;
nhd. untergraben.
an ε reicht mnl. onderpanden,
nhd. einem etwas unterbreiten. III@A@1@b@gγ) II A 1
c, 2
c entsprechend: ahd. untarjauhhan, -leggan (
collum jugo), -ligen (
subjacere poenae), sich untarwintan;
as. underbadôn (Falk-Torp 41);
mhd. einen under etw. underdrücken, underkomen, -ligen, -stân, sich undernemen, -vâhen, -winden, -ziehen;
ags. undergân
perdere (
vgl.δ)
; mnd. undergan, -maten;
mnl. onderbevelen, -nemen;
nhd. unterliegen, sich unterfangen, -stehen, -winden, -ziehen; unternehmen.
nach analogie von sich unterfangen, -stehen
u. s. w. ist sich unterkühnen
für erkühnen
gebildet. III@A@1@b@dδ)
wie II A 1
d, 2
d, '
verdeckt, von unten, heimlich, allmählich, mit absicht der schädigung, widerrechtlich'
u. dgl.: ags. undergân
decipere; ahd. untarfaran
subire, -dringan (
as. undarthringan), -graban, -chresan, -chriphan, -scuphan, -sliufan, -ziohan;
afries. underwinna;
mnl. onderwinnen;
mnd. underhuren,
mnl. onderhuren, -gripen, -copen;
mnd. underrucken, -schicken, -slân, -tên; sich undermachten, -maten, -weldigen
sich unberechtigterweise anmaszen; understeken (understekinge
durchstecherei)
; dän. underkjøbe
bestechen (
mnd. underkôpen);
mhd. underdringen, -grîfen, -nemen, -schupfen, -sliefen, -ziehen, -zücken;
nhd. unterschlagen (
mnd. underslân), -stechen (
mit jem.), untertuschen (= vertuschen), unterschleifen
im geheimen mit fortschleppen; frühnhd. untertreten
hintergehen (
1. Mos. 27, 36);
rotwälsch untermackenen
betrügen; mit der vorstellung des auswechselns, ersetzens, an die stelle tretens: mnd. understeken,
dän. understikke, -skyde;
engl. understudy;
nhd. unterlegen, -schieben,
ὑποτιθέναι,
supponere. III@A@1@b@eε)
wie bei II A 1
d, 2
d mit der vorstellung der unterordnung: ahd. untardaubôn, -geban, -mahhôn, -sizzan, thiutan, -tuon, -werfan;
ags. underbîgan, -bûgan, -dôn, -hnîgan, -îcan, -licgan, -sittan, -þeódan;
as. undarwerpan;
mnd. underbogen, -breken, -bringen, -danigen, -don, -drucken, -dwingen, -geven, -holden, -krigen, -liggen;
mnl. onderdringen, -driven, -drucken, -duwen, -dwingen, -horen, -vallen (
den procesz verlieren)
; mhd. underbiegen, -geben, -machen, -neigen, -smücken, -strîten, -swingen, -tænigen, -treten, -walten;
nhd. unterdrücken, -geben, -haben (die unterhabende sache
passiv), -liegen, -stehen, -stellen, -tun (untertan), -werfen.
nach subdelegare: unterabordnen.
an β reichend: mnl. onderpanden;
afries. undersetta;
mnd. underbeholden, -hebben,
mnl. onderbehouden, -hebben. III@A@1@b@zζ) II A 1
f entsprechen wenige im 19.
jahrh. wahrscheinlich dem engl. nachgebildete verba: unterschätzen (
vgl. dän. underkjende Falk-Torp 1333,
nl. onderachten, -schatten), -werten, -ernähren.
im engl. sind underbuy, -charge, -prize, -rate, -reckon, -sell, -value
seit dem 16.
jahrh. entwickelt (Murray 10, 1, 126, 10).
ein mhd. underprîsen (
wb. 2, 534
b)
ist nicht gesichert; mnl. onderbliven
ist trennbar. ganz neu ist unterschreiten
als gs. zu überschreiten. III@A@1@b@hη)
hauptsächlich im part. praet. üblich sind: unterblutet, -eitert, -fault, -fressen, -laufen, -ronnen, -schworen, -wachsen; untersetzt; untergeben, -legen, -tan; unterbevölkert, -ernährt;
im part. präs.: eine unterhabende sache, die unterhabenden (
untergebenen Fischer
schwäb. wb. 6, 233),
beides veraltet. nur in der zus.-s. erscheinen mhd. underversenen, -vüeʒen (
zur bildung Wilmanns
gramm. 3, 530
anm.)
; unüblich bleiben nhd. höhlen
neben unterhöhlen, aushöhlen, jochen
neben unterjochen,
mhd. stivelen
neben understivelen.
aus subst. gewonnen sind mhd. undertiefen
abteufen, schweiz. undernebeln,
nhd. unterabtheilen.
neben ein intrans. mhd. strîten, walten
tritt transitives understrîten, -walten;
neben actives mhd. underkomen
ein passives underkomen '
erschrecken'.
manche verba erfahren in der zus.-s. mit unter
keine constructionsänderung; z. b. unterdrücken, -stützen, -stempeln, -suchen; unterschätzen.
die mehrzahl wird mit dem acc. verbunden (Wilmanns
gramm. 3, 521),
auch wenn das einfache verbum intransitiv oder dessen accusativverbindung nicht ganz derselben art ist; z. b. unterfahren, -laufen, -wühlen; unterschreiben, -kritzeln, -streichen, -zeichnen, -graben, -pfählen, -spülen.
dativische verbindungen gehen ein: unterliegen, -stehen,
zugleich mit einem acc.: unterbreiten, -geben, -stellen, -werfen;
vgl.untertan.
mit gen. und dat. stehen: sich unterfangen, -stehen, -winden. III@A@22)
zusammensetzungen mit unter B (
inter, dis). III@A@2@aa)
trennbare. vgl. I 5, 6, 7.
α)
ein völlig verdunkelter rest räumlicher bed. liegt im umgedeuteten nhd. untergehen
vor; Delbrück
vgl. syntax 1, 671.
β)
mit der bed. der trennung (
vgl.B 1
a, 2
a):
mhd. underslîchen, -vallen.
γ) B 1
b c, 2
b c entsprechend, mischung oder gemeinschaft bezeichnend: intransitiv mhd. undergehœren;
nhd. unterlaufen;
trans. unterkauen (ich fürcht, sie käu mir ein spinnen unter H. Sachs [1558] 1, 476
a); Campe
verzeichnet: únterbacken, -brocken, -gieszen, -hacken, -kneten, -krämpeln, -krümeln, -mahlen, -mähren, -manschen, -mengen, -mischen, -panschen, -pflanzen, -querlen, -reiben, -säen, -schaben, -sieben, -spinnen, -stecken.
nach B 1
b δ reciprok: unterschlagen (mit untergeschlagenen armen; er schlug die arme unter), sich unterfassen. III@A@2@bb)
untrennbare. III@A@2@b@aα) II B 1
a, 2
a entsprechend, mit örtlicher grundbed. '
dazwischen, zwischen hin'
: ahd. untarweban
intertexere, mhd. underweben,
mnl. nl. onderweven,
nhd. unterweben;
mhd. underbrîden, -snîden, -vlehten,
mnl. ondervlechten,
nhd. unterflechten;
mhd. undersitzen
sich wo zwischen setzen, -stechen
dazwischen stoszen; underspicken
mit dazwischen vertheilten stücken speck besetzen Staub-Tobler 1, 326; undersâtelen
eine undersatele,
unbesäte lücke, lassen 7, 1424; untergehen
dem säemann vorangehen zwischen dem zu bestreuenden und dem bereits bestreuten gebiete, um ihn vom übersäen abzuhalten 2, 23;
vom viehhüter, an gefährlichen stellen unter- oder auszerhalb des viehes, zwischen diesem und dem abgrund schreiten, um ihm vertrauen einzuflöszen, es vom umkehren abzuhalten, ebda; auch bei mhd. underdigen
fürbitten, intercedere, undersagen (
mnl. onderseggen, -talen)
mittheilen, mhd. underrihten, -wîsen, -zeigen
ist von der vorstellung ausgegangen, dasz zwischen zweien eine vermittlung oder ein austausch stattfindet (
für unterrichten, -weisen
wird im nl. wb. 10, 1223,
mnl. wb. 5, 468
an ὑποδιδάσκειν,
submonere angeknüpft).
besonders ist die vorstellung der abgrenzung herausgebildet: ahd. untarhegan, -markôn, -rîʒan, -tailen
intersaepire u. s. w.; mhd. undermarken, -steinen, -stocken, -ziunen;
mnd. underschêten; underlachen
mit grenzzeichen versehen, abtheilen Fischer
schwäb. wb. 6, 237, -machen, -marken, -pfählen, -schlagen, -stecken, -steinen, -stocken, -zeichen
ebda 239
ff. alt und weitverbreitet ist untergehen (
s. d.) '
dazwischen schreitend gehen zum zweck der grenzbesichtigung'.
das dazwischen (
mitten in, mitten hinein, dazwischensein, dazwischen treten)
kann sowohl zur trennung (
β,
γ)
als zur verbindung (
δ,
ε)
führen, wie beides z. b. im mhd. underbinden
entwickelt ist. III@A@2@b@bβ)
mit der hauptvorstellung der trennung, verhinderung, des wegfallens, der verhütung; Delbrück
vergl. syntax 1, 672; Wilmanns
gramm. 3, 519
f. wie lat. intercidere, in der mitte durchschneiden, zertheilen, mhd. underschicken
auseinandertheilen; schweiz. underrichten
disturbare. trennung, hemmung, hinderung bezeichnend: ahd. untarfâhan
intercipere, intercludere; untargân
intercedere, intercidere; untarsehan
intercedendo impedire; as. undarneman
interrumpere; mhd. underdringen, -grîfen, -houwen, -komen, -loufen, -nemen, -rîten, -sâʒen, -schrôten, -sehen, -slahen, -snîden, -springen, -stân, -swingen, -tuon, -vâhen, -varn;
mnd. undergân, -gripen, -komen, -lopen, -nemen, -riden, -stân, -vân;
mnl. onderhalen
abschneidend einholen, -comen, -lopen, -riden, -roeyen, -scheppen, -sniden, -stellen (den wech;
vgl. sich unter den weg stellen);
frühnhd. unterkommen;
nhd. unterlaufen.
privativem ent-, weg-, ab-
entsprechend: wie lat. interbibere ags. underetan
to eat away; ahd. untarfallan
wegfallen; mhd. underænen = entænen; underbrechen
beseitigen, -lâʒen
intermittere; mnd. underhalen
wegholen, -rucken
wegrücken, -sluten
abschlieszen, -tên
entziehen; mnl. ondervaen, -scheppen
abfangen, -sperren
abschlieszen, -vlien
entfliehen (
vgl. aber auch subterfugere)
; frühnhd. unterziehen
entziehen, -lassen
bei seite lassen, nicht berücksichtigen, verlassen. verhütung, verbot bezeichnend, wie lat. interdicere: ahd. untarquedan, -rachon;
mhd. undersagen,
mnd. underseggen,
nhd. untersagen;
mhd. underschaffen.
undeutlich bleibt dem heutigen sprachgefühl unterschlagen,
das z. b. von Paul
zu unter B
gestellt wird (
trennung von der richtigen stelle, dazwischen schlagend verschwinden lassen),
aber auch durch unter A 2
d erklärung findet. die trennung ist bisweilen nur eine unvollkommene oder zeitweilige, nur eine unterbrechung. so bedeutet schwäb. und schweiz. unterziehen, -lassen '
beim läuten einhalten' Fischer 6, 260; Staub-Tobler 3, 1406;
mhd. underlâʒ
das innehalten, intervallum, pausa, mora, dazu mhd. underlâʒen,
nhd. unterlassen
und als passivum unterbleiben (
mhd. underblîbunge,
mnl. onderbliven)
; vgl. lat. intermittere '
dazwischen legen, dazwischen leer lassen, offen lassen'
; ahd. untarfâhan,
mhd. undervâhen,
nhd. unterfangen
intereipere, '
durch dazwischengreifen zwischen ausgangs- und endpunkt der bewegung zeitweilig die erreichung des zieles hindern'
; ahd. untarstandan
resistere, '
zwischen dem endpunkt der bewegung und dem verfolger stehen bleiben, um sich zu vertheidigen' (
vgl. mnd. sik understân
sich widersetzen)
subsistere, '
zwischen zielpunkt und dem standpunkt des beobachters stehen bleiben'
; mnd. underspreken
durch widerspruch unterbrechen; mhd. sich undernemen, -schîben
dazwischen abbrechen, understôʒen, -tragen
unterbrechen; underreden, -sprechen
in die rede fallen, wie noch im ä. nhd. unterfahren, -reden, -sprechen,
allgemein unterbrechen;
nhd. unterschleichen
schleichend unterbrechen Kramer Moerbeek;
t. t. unterbüszen
aufhören zu arbeiten. oft ergiebt sich der begriff der abwechslung, einer trennung durch zwischenräume u. dgl.: mnd. onderwisselen
abwechseln; mhd. underscheiden
in zwischenräumen schmücken; underhouwen
verschiedentlich auszieren; undermeʒʒen
in abständen mit zinnen versehen; undersnîden, -strîchen
mit verschiedenen stoffen bunt zusammensetzen, in abwechselnden farben malen; underwieren, -würken;
mnl. onderschieten;
ein rest dieser bed. bleibt in den unter a erwähnten unterflechten, -spicken, -weben, -wachsen (
vgl.durchwachsen).
s. auch unterschneiden. III@A@2@b@gγ)
das dazwischensein und -treten, die trennung dient der unterscheidung, bes. zum zweck der erkenntnis und deren vermittlung: unterscheiden
in der mitte trennen; mhd. underlesen,
mnl. onderlesen, -slaen
auseinander scheiden, auslesen (die wahren ein wenig unterlesen
assortire un poco le robbe Kramer [1700] 1, 945
b);
vgl.untersuchen oben III A 1
b α, untergründen, -finden (Hoffmann v. Fallersleben
findlinge 163);
von geistiger unterscheidung (
vgl. internosco, intelligo)
mhd. underscheiden
belehren, mnd. underschêden,
mnl. onderscheiden
beurtheilen; ahd. untarsagên
disserere, auseinanderreihen; ähnlich übertragenes mhd. underschrôten;
mnl. ondernamen, -noemen
verdeutlichend durch namen bestimmen; mnl. onderkennen
unterscheiden; mhd. underordinieren
zweckmäszig ordnen; underdenken
erdenken; undervarn
dazwischen fahrend kennen lernen, erfahren; mnd. understan (
engl. understand)
dazwischen tretend in die kenntnis des gegenstandes hineinkommen, mitten darin weilend erfassen, verstehen (
s. th. 12, 1, 1665).
vielleicht steckt auch in unterrichten, -weisen
etwas von dieser bedeutungsentwicklung, die im nhd. verdunkelt ist. III@A@2@b@dδ)
mit der vorstellung des verbindens, mischens: mhd. underbinden, -stricken,
mnl. onderketenen, -cnopen
verbinden; ahd. untarmisken,
mhd. undermischen,
nhd. untermischen;
mhd. undermengen, -parrieren, -schieʒen, -swingen, -tuon
in der gleichen bed.; underwerfen
in die erbschaftsmasse werfen; sich underteilen under
sich dazwischen vertheilen; mnd. undermengen;
mnl. onderbinden, -doen, -gieten, -mengelen, -mengen, -saeyen, -stellen, -vlechten, -wassen;
nhd. unterflechten, -gieszen, -mengen, -wirken, undermieten
unter dem futter darreichen Staub-Tobler 4, 567. III@A@2@b@eε)
verkehr, vermittlung, austausch, gegenseitiges verhältnis bezeichnend, (
vgl. oben mhd. undersagen, -vrâgen, -digen, -zeigen, -wîsen,
nhd. unterrichten, -weisen
unter α)
: mnd. undergân
von einem zum andern, hin und her gehen, vermitteln; mhd. sich mit einem undergân
schiedsrichterlich vergleichen; ähnlich undertegedingen, -tragen, -treten;
nhd. unterhandeln (
mnd. underhandelinge)
eigentlich '
verhandeln zwischen zwei parteien'
; nhd. unterkaufen,
mnd. underkôpen,
mnl. ondercopen,
nl. onderkoopen
zwischen erzeuger und verbraucher vermitteln; auch bei mnl. onderpanden
kann '
inter'
gefühlt sein, die sicherung geschieht zwischen zwei contrahenten (
vgl.unterpfand);
ähnlich mnd. undermanen,
mnl. ondermanen,
wo allerdings auch als vorbild submonere, ὑπομιμνήσκειν in frage kommt; im schwäb. heiszt unterschwätzen
einem zu gefallen reden (Fischer 6, 250),
vgl. einem schwätzen, einem gut schwätzen
schmeicheln, mit einer schwätzen
lieben (5, 1253, 1252, 1251).
die sp. 1481
angeführten, dem afranz. nachgebildeten verba reciproca sind im mhd. und mnl. am häufigsten: mhd. underbâgen, -bîʒen, -grâʒen, -grüeʒen, -houwen, -küssen, -lachen, -loufen, -minnen, -nemen, -reden, -reiʒen, -rennen, -schieʒen, -sehen, -sprechen, -stechen, -vâhen, -werren;
mnd. sik undergeven
sich gegenseitig etwas geben, -hiliken, -kussen, -licken, -minnen, -riden, -sên, -spreken, -truwen;
mnl. ondergramen, -groeten, -haten, -helsen, -horten, -houwen, -huwen (-hiliken, -huweliken), -kennen, -cussen, -lachen, -lecken, -lopen, -minnen, -moeten, -nemen, -platten, -quetsen, -riden, -schelden, -schouwen, -schriven, -sekeren, -senden, -sien, -slachten, -slaen, -soeken, -soenen, -steken, -stoken, -striden, -trecken, -troosten, -trouwen, -vechten, -vinden, -voegen, -vragen, -wonden, -wriven;
nl. wb. 10, 1237;
nhd. sich unterhalten, -reden
bezeichnen auch gegenseitigkeit; wie weit das nhd. sprachgefühl von der mhd. auffassung entfernt ist, zeigt Campes
erläuterung des verb. untersehen: '
unter andern, indem diese gleichsam darüber wegsehen, sehen.' III@A@2@b@zζ)
zeitlich: mhd. underruowen
interpausare (Diefenbach
n. gl. 283
b; Staub-Tobler 6, 1897)
zu underruowe,
f. III@BB.
nominalcomposita. III@B@11.
substantivcomposita. das präfix steht regelmäszig an erster stelle; ausnahme bilden laubunter
der laubsack, auf dem man liegt, Staub-Tobler 1, 51
und schiedunter,
das im scherz (
selten in ernster rede)
der umgangsspr. und mundart (Schwabe
tintenfässl 4; Fischer
schwäb. wb. 5, 813;
obers. 2, 601
b; Askenasy 48;
berlinisch nd. korrespondenzbl. 31, 32; Genthe
slang 52;
zur bildung vgl. J. Grimm
gramm. 2, 547; mangunter
und untermang)
erscheint. bisweilen concurriert das präfix mit dem adj. (
s. 2unter): underschu
subtalares ahd. gl. 3, 174, 55; 290, 3
wohl = niederschuh
th. 7, 793; dein under drum (
penis, zur bed. unten II 2
a ende)
Sterzinger spiele 11, 262; hundert streiche auff den undern leib (
hintern? mhd. underlîp
venter) Moscherosch
gesichte 2 (1666), 588;
fausse braye der unter wallgang v. Fleming
soldat (1726) 50
a; Unterhausen
neben unteres Hausen
u. dgl. Fischer
schwäb. wb. 6, 226;
nhd. untertheil,
dän. underdelen, der untere theil;
bes. in zahlreichen zus.-s. wie unterarzt, -könig (
s. a ε)
liegt adjectivische auffassung dem neueren sprachgefühl nahe, das aber für die entstehung und beurtheilung der verbindung nicht maszgebend ist; die verbindungen sind schon im ags. und an. zahlreich vertreten, in denen das adj. noch nicht ausgebildet ist. Frisch, Adelung, Heyne, Paul
ziehen adjectivische auffassung vor; zur frage s. Wilmanns
gramm. 2, 542.
vereinzelt bleiben bildungen wie unterziehhosen, strümpfe,
hosen zum unterziehen, gs. überziehhosen,
und die auf präpositionsverbindungen beruhenden zus.-s.: mhd. underaschen brôt,
nhd. unterglasurmalerei, -technik (
zs. f. bild. kunst 45, 82), untermondwelt, unterartischocke, -kohlrübe, untersichrübe, unternachtgedanke (
inter, zs. f. d. wortf. 10, 25);
bisweilen klingt die präpos. verbindung nur an: mhd. underuohse,
nhd. unterüchse
locus sub bracchiis; vgl. unterjährig, -bewuszt, -schwellig;
bisweilen beruht die zus.-s. auf fremdem vorbild: underburgære
suburbanus; untererdgeschosz
souterrain; unterseeboot
under-sea vessel. gelegentliche contaminationen (
z. b. unterpflegung = verpflegung
und unterhaltung)
kommen bildungsgesetzlich nicht in betracht. III@B@1@aa)
mit unter A (
sub). III@B@1@a@aα)
örtlich räumliche vorstellung liegt zu grunde. von kleidungsstücken, die unter andern getragen werden (
gs. über III B 1
und ober-):
an. undirklæði, -kyrtill, -stakkr;
ags. underhwitel, -syrc;
fürs engl. Murray 10, 1, 125, 5
a; mhd. underhemede, -gippe, -joppe, -kleit, -roc, -schurlitz, -tuoch, -wambes;
mnd. undermowe, -rock;
mnl. ondercleet, -couse, -roc;
fürs nl.: wb. 10, 1216, 44
b α 2;
nhd. unterbeinkleid, -gewand, -hemd, -hose, -kappe, -kleid, -rock, -strumpf, -tuch, -weste, -zeug, -zug
u. a. daran schlieszt sich mhd. underfurrier, -vuoter, -ziuc, -zuc, -zoc,
nhd. unterfutter.
den unteren von paarweise vorhandenen, übereinander liegenden körpertheilen bezeichnend (
gs. ober): unterkiefer, -lefze (Diefenbach
gl. 314
a; Höfler 360
b), -lippe (Diefenbach
n. gl. 225
a).
den unteren oder vorderen theil desselben gliedes oder körpertheils bezeichnend: mhd. underbalc
venter; nhd. unterarm, -bauch, -fusz, -gesicht, -kinn (
ahd. untarchinni,
mhd. underkinne,
vgl. an. undirhaka,
engl. undercheek), -körper, -leib (
mhd. underlîp), -maus, -muskel, -rippe
u. dgl.; ganz allgemein den sitz an den schamtheilen bezeichnend: mhd. underdrum, -giel, -hâr;
in seltener abstractbildung: underbat
bad an den schamtheilen. von unten oder unter andern befindlichen dingen: an. undirdjúp
abyssus; schweiz. untergang
durchgang unter einer überbrückung Staub-Tobler 2, 344;
mnl. ondervoet
weg unten am deich, nhd. unterberme;
mnl. onderslach,
nhd. unterschusz
der bäume; an. undirbúð, -búr, -klefi, -skáli, -skemma
cellarium, undirhús,
mhd. mnd. underhûs,
nhd. unterhaus
in verschiedenen bedd.; nhd. untersaal
saal im erdgeschosz; nhd. unterluft
die unten an oder über der erde befindliche luft; unterbaum
ein unterwärts am webstuhl befindlicher baum; unterbeistosz
gs. des oberbeistoszes
in der tischlerei; mnd. underbarme,
mnl. ondergeste,
nl. ondergist,
nhd. unterhefe
die sich an den boden setzende hefe, gs. spundhefe, oberhefe; unterholz, -schiff
ein unter wasser befindlicher theil des holzes, schiffes; unterlast
ballast im untern schiffsraum verlagert (J. H. Vosz
sämtl. ged. 3, 212),
die bäume des flosses im gs. zur oberlast,
der ladung; unterartischocke, -kohlrübe (
unter der erde wachsend)
; an. undirheimar,
nhd. unterreich
inferi, untergott
gott der unterwelt (Herder),
mnd. onderwiver
unterirdische weiber; underhûser
der fürst der unterwelt, teufel Staub-Tobler 2, 1706;
als t. t. bebezeichnet unterton
den mitklingenden ton der untertonreihe, woraus die mollconsonanz ihre erklärung findet. den unteren theil eines gegenstandes bezeichnend: an. undiralda, -hlutr, -húfr;
mhd. undervege
reinigung des unteren theils des mühlgrabens; nhd. unterarche, -beute
der untere theil einer leine, beute u. s. w., bes. in kunstwörtern des handwerks und der technik; zur bezeichnung der rückseite eines stoffes in unterkette,
gs. vorderkette (
weberei).
von einer der zwei seiten eines gegenstandes: unterfläche, -seite,
gs. oberfläche, -seite;
von dem unteren bei paarweise vorhandenen dingen: mnl. onderdrempel,
nhd. unterschwelle;
mhd. underbet,
nhd. unterbett, -mühlstein, -tasse.
von dem zweiten theil (
einer unteren hälfte)
desselben gegenstandes: unterboden (
des knopfes), -thür;
es kommen bisweilen nur zwei dinge der selben bestimmung in frage wie in untergewehr. unter-
bezeichnet auch einen gegenstand, der verglichen mit einem andern, niedriger ist: mhd. underschemel,
nhd. unterbank, -herd (
bank unter dem herd), -lauf (
niedriger wall vor dem hauptwall, fausse braye)
; mnd. underholt,
nhd. unterholz, -wuchs, unterroggen (
maipflanzen), unterhaar (
vgl. Murray 10, 1, 125, 5
d).
bei ags. underburh (
mhd. underburge, -gære
suburbanus; mnl. onderburch
suburbanum, landgut bei einer stadt)
hat lat. suburbium als vorbild gedient (
sub '
dicht vor, bei'
; vgl. mnd. undersegelen).
geographisch: an. undirlendi
niederland; nhd. unterland (
s. d.)
in mannigfacher entfaltung; unterdorf, -stadt
weisth. 6, 28; Fischer 6, 226; unterernte
ernte im unterlande 6, 229; Untarberc Graff 1, 384; Unterharz, -innthal; Unterrhein, unterlauf
eines flusses; mnd. underschare
das untere ufer. unterluft
ist auch west-, ost- und nordwind; in länder- und ortsnamen concurriert unter-
stark mit nieder- (Staub-Tobler 4, 671;
obers. wb. 2, 285
a): Unter-Baiern Aventin 1, 358, 13; Unter-Baierland
hist. volksl. 235, 18, 157 (1504)
L.; Ober- und Unter- oder Nider-Bayrland Schönsleder (1647) P p 8
b; Schmeller 1, 222;
heute Niederbayern;
zum wettbewerb des adj. s. oben; '
in den zus.-s. ist in diesen fällen nieder
üblich: Niederungarn, -sachsen, -schlesien, -lausitz, -rhein, -baiern;
doch sagt man Unteritalien, -steiermark, die Unterelbe' Adelung.
übertragung fand sehr früh statt: an. undirrót
causa, origo; undirstaða
ὑπόστασις; mnl. onderstant
substantia, hypostasis; nhd. unterlage;
vgl. β.
verbalabstracta (
ahd. untargrabanî
suffossio; mhd. undergrabunge;
nhd. untergrabung;
ags. underholung;
mhd. underval
das niederfallen, -sturz, -schranc,
ahd. untarscranc
s.δ)
sind nhd. theilweise zurückgewichen, theilweise begünstigt: unterschreibung, -zeichnung, -schrift. III@B@1@a@bβ)
mit der vorstellung der stützung, sicherung, hilfe (A 1
b)
: ags. underwrædel
subfibulum, subligaculum, underfang
susceptor; an. undirgörð
kissen unter dem sattel, undirstallr, -stóð, -stokkr, -stólpi;
ahd. untargurtil;
mhd. undergurt, -gegürte, -gürtel, -saz, -schoʒ, -stant, -stivel, -ströu, -zepfel;
mnd. undergrunt, -lage, -settinge, -slach, -stutte;
mnl. onderhaspe, -holdinge, -holt, -sate, -stant, -stipinge, -stal;
nhd. unterbau, -blatt
hintergrund, folie, -lage, -satz, -stütze, -stützung;
übertragen: mhd. underlouf
succursus, -schup;
mnl. onderstandicheit;
nhd. unterbau, -lage, -stützung.
der übergang von sinnlicher zu abstracter verwendung ist hier besonders leicht und flieszend geblieben. III@B@1@a@gγ)
nach A 1
c: an. undirland
unterworfenes land, -maðr, undirbrot, -varpning;
ags. underþeów
ein unterworfener; ahd. untardeo, undirtân; undirtânî
subjectio, -worfanî, -wurf;
afries. underhava
lehen; hier schlieszt sich auch eine auffassung von unterpfand (
ags. underwed
arrhabo)
an, die in dem pfand eine zur sicherung der forderung oder verpflichtung zur verfügung stehende sache sieht; mhd. undersâʒe, -tân, -woner; underdrücker, -treter; undersic; underböugicheit, -drückunge, -tænigunge;
mnd. underbreker, -sate; underbrekinge, -druckinge, -danicheit, -horicheit, -sateschup;
mnl. ondersate, -boginge, -druckinge, -horicheit, -werpinge, -worpenheit;
nhd. untersasz, -tan; unterdrücker, -drückung, -jocher, -jochung; der untergebene, die untergebenheit; unterlegenheit; unterwerfer, -werfung, -worfenheit. III@B@1@a@dδ) II A 1
d entsprechend: mnd. underdak, -lât,
mnl. onderdac, -laet,
frühnhd. unterlasz
dach, gelasz, unter das man zum schutze tritt oder etwas bringt, zuflucht, unterkunftsort; nhd. unterstand, -kunft, das unterkommen.
heimlichkeit, unmerkliches, allmähliches, betrug, list, hinterlist, gefährlichkeit, unrechtmäszigkeit bezeichnend: ags. underhlystung;
an. undirmál
geheime abmachung, hintergedanken; undirhyggja '
underthought, cunning, wiles' (
nhd. untergedanken: neben vielen schälken, die unter solcher winkung und weisung ihre napoleonischen untergedanken verstecken E.
M. Arndt
schr. [1845] 3, 327);
mnd. underkôp
kauf unter der hand (
vgl. dän. underkjøbe
bestechen, mnd. underkôpen), -list, -stekinge;
mnl. ondercruper
supplantator, ahd. undarscranc Graff 6, 584, untarscuphâri, -sliufâri;
mhd. underlist = trügelist, undersleipf, -slouf, -sluf, -sliufære, -schupfære, -tribel, -vüerer, -vüerunge;
nhd. untergedanken
s. o., -schleif, -schlupf, -schub, -stecherei.
ersatz: unterlegepferd. III@B@1@a@eε)
wie II A 1
e minderung an rang, wert, bedeutung, wesen, art, beschaffenheit u. dgl. bezeichnend. vgl. wieder γ (
ags. underþeów,
ahd. untardeo,
nhd. unterlegenheit, -gebenheit).
von personen: ags. undercyning, -diácon, -gerêfa, -lâdteów;
an. undirbiskup, -byrli, -konungr, -prestr;
im ahd. und as. scheinen diese bildungen nicht beliebt; mhd. underackerman, -ambetman, -diener, -enke, -genôʒ (
gs. übergenôʒ), -hovemeister, -huober, -kelner, -kemerer, -kirchener, -kneht, -kuchenmeister, -lantvoget, -lesemeister, -leser, -loufer, -maget, -marschal, -meier, -meister, -pharrer, -rentmeister, -rihter, -schenke, -schrîber, -schultheiʒe, -singer, -vierman, -voget;
mnd. undermêster, -singer;
mnl. onderambetman, -bailliu, -bisschop
u. s. w. in ähnlicher fülle wie im mhd.; nhd. (Frisius 638
b; Kinderling
reinigkeit 152)
verzeichnet Campe
etwa 80
wörter derart, worunter aber z. b. uns so geläufige wörter wie unterstaatssecretär
noch fehlen. im nhd. ist heute der gs. ober,
ein oberlehrer
etwas anderes als ein überlehrer.
nach lat. und franz. vorbildern: unteragent, -abgeordneter, -aufseher, -einnehmer
u. s. w.; in sittlicher bed. engl. underfellow
ein schlechter kerl (Lucas).
von nichtpersönlichem: ags. underfolgoþ
subsequela, underservice; mhd. underâhte
niederer grad der acht, -bilde
niedere karte, -name
beiname; mnl. ondergerichte, -wet, -gilde (
gs. hooftgilde);
dän. underskud;
dän. undermaal
zu kleines maasz, mindermasz, nhd. untermasz, -korn
geringhaltiges korn (
vgl. hinterkorn, -frucht, -getreide), untergewicht
mindergewicht, fehlgewicht (underwigt Doornkaat-Koolman 3, 470
a), unterjagd (
gs. hohe jagd); untergericht, -herrschaft, -klasse, -meierding, -obrigkeit, -ordnung, -schule, -zweck (
gs. hauptzweck); unterpacht, -miete, -versicherung (
subconductio, vgl. afterpacht
u. s. w.).
nach lat. subdistinctio, -divisio u. dgl.: ags. undertôdâl,
ahd. untarteilida,
nhd. unterabtheilung, -theil; unterabart
subspecies, -abordnung
subdelegatio, -gattung, -stelle, -stufe, -titel (H. Sachs 23, 5, 10
G.); unterbewusztsein
subconscientia. zu unteraufseher
u. s. w.: unteraufsicht
u. s. w. nach engl. vorbild: unterbilanz, -druck, -ernährung, -völkerung (
internat. wochenschr. 5, 297), -preis, -wert.
im witz: unterbrettl.
individuell: unterseele, -wille (Nietzsche). III@B@1@bb)
zusammensetzungen mit unter B (
inter, dis; vgl. II A 2). III@B@1@b@aα)
wie unter III A 2
a, b α: mhd. underganc,
mnd. undergank,
mnl. onderganc,
nl. ondergang,
afries. undergung,
isl. undirgangr,
dän. undergang,
schwed. undergng,
nhd. untergang
interitus, occasus; ahd. untarganc
interceptum, zwischengang; untarstall
intervallum, -brawa,
mhd. underbrâ,
nhd. unterbraue
intercilium; mhd. underknebel, -knöufel
internodium; underschîn
das dazwischenleuchten, -spalt
zwischenspalt, -trit
vermittlungsstück, nhd. untertritt
verbindungsstück zwischen den beiden hosenbeinen (
schneiderspr.),
mhd. underviz
der die einzelnen garnstränge von einander trennende faden; undersatele, -satel
streifen, der zwischen zwei saatwürfen unbesät bleibt, wenn der sämann nicht acht giebt (Staub-Tobler 7, 1424; Fischer 6, 245;
zum verb. undersatelen); unterhärte, -schulter
interscapula Höfler 607
a;
mhd. underganc, -genger,
nhd. untergang, -gänger
grenzbegehung, einer, der die grenze begeht und festsetzt; ahd. untarmerchî
finis, mhd. undermarke, -merke,
mnl. ondermarke, -merke,
nhd. untermark,
f., n., -ziel
grenzzeichen, grenze. mhd. underbint
heiszt trennung und verbindung. III@B@1@b@bβ) III A 2
b β entsprechend (
trennung)
: ahd. unterbant
discriminale (
ahd. gl. 3, 151, 31),
mhd. underbant, -bende, -gebende, -bint
discerniculum; mhd. underslac,
mnd. underslach,
mnl. onderslach,
nhd. unterschlag
zwischenwand, abgesonderter raum; mhd. underscheit,
nhd. unterscheid,
mhd. undertât
scheidewand der nase, disipium, interfinium, diaphragma; mhd. undervanc
intersignum, -viz
zwischenraum. mit privativem unter (III A 2
b β):
mhd. underzuc
entziehung; frühnhd. unterbunst
miszgunst. '
unterlassung, verzug'
: mhd. underbint, -blîbunge, -lâʒ, -wint;
nhd. unterbleiben, -bleibung, -lasz, -lassung. '
wechsel, abwechslung'
: mhd. underbruch, -schuz, -snit;
ahd. untarprust
vorago, -swaloht
intercapedo; mnl. onderstont
vertigo. '
hemmung, hinderung'
: ahd. untarquemo
interventor; mhd. undersprâche
einsprache, -swanc, -stant, -wurht;
mnd. underbrekinge
hinderung, undergripinge
intercapedo. '
unterbrechung'
: as. undarfard
interruptio, ahd. untarpruht, -nomanî,
mhd. underbrich, -bruch, -grif, -lâʒ, -lîbe, -lîbunge, -setze, -stôʒ, -swanc, -wende, -wint;
nhd. unterbrechung, -lasz, -lassung, -zug.
mhd. underreit
einschub. wortübersetzungen: ahd. untarlâʒ
interpositio, -punctio, comma; mhd. underslac,
nhd. unterschlag
interjectio. III@B@1@b@gγ) III A 2
b γ entsprechend: in unterschied (
s. d.)
und seiner sippe finden sich fast alle bedd. der gruppe b ausgebildet; mhd. underbræche
unterscheidung; ahd. untarprievida
numeratio; mhd. underschiht
bedingung; underdiuter
dolmetscher; undername '
unterscheidender name',
durch mnl. ondernamen, -noemen
erläutert; mnd. underbeschêdinge
bestimmung, -kantenisse
erkenntnis (
vgl. dän. underkjende,
schwed. underkänna);
mnl. onderkennisse, -schouwinge;
nhd. untergang '
untersuchung' (Staub-Tobler 2, 345, 4); unterricht, -suchung, -weisung
sind von dieser bedeutungsentwicklung nicht unbeeinfluszt geblieben. III@B@1@b@dδ) '
verbindung, mischung' (III A 2
b δ)
: mhd. underbint, -mische, -rit, -trit;
mnl. ondercnopinge, -vlechtinge;
nhd. untertritt, -mengung, -mischung. III@B@1@b@eε)
wie III A 2
b ε: ahd. untarboto,
mhd. underbote,
mnd. underbode,
mnl. onderbode,
nhd. unterbote
mediator, internuntius; mhd. underbot
vermittlung; underganc
vermittelnde dazwischenkunft, schiedsgericht, schiedsrichterlicher vergleich; mnd. undergenger,
mnl. ondergaenre
vermittler, onderwinder
bevollmächtigter von zwei parteien; ahd. untarchunft,
mhd. underkunft
vermittlung; mhd. underteidinger,
frühnhd. undertedinger,
mhd. undertreter
unterhändler; mnd. underdegedink
verhandlung; undermanebrêf
erinnerungsschreiben; mhd. underkouf,
mnd. underkôp,
mnl. ondercoop,
nhd. unterkauf (
s. d. und seine sippe)
kaufvermittlung, zwischenhandel. reciprok: mhd. underdinge
gegenseitige abmachung, -ganc
gegenseitiger vergleich, -kîp
gegenseitige gehässigkeit, streit, -kündel
gegenseitiges zündemittel, -rede
gegens. unterredung, -rahtunge
gegens. übereinkommen, -vrâge, -zweiunge
gegens. übereinkommen. mnd. underhevenisse, -standenisse
vicissitudo, -trouwe,
ostfries. undertrau
feierliche verlobung. nhd. unterhandlung (
mnd. underhandelinge), -händler; unterredung (
mhd. mnd. underrede
mnd. undersprake), -redner, -weiser, -weisung.
von franz. beeinfluszt: unterhaltung. III@B@1@b@zζ)
zeitlich (III A 2
b ζ)
: ahd. untarhwîla
intervallum, -frist
intercapedo; mhd. undertwâle
zwischenaufenthalt. -mâne
interlunium, -lâʒ, -schiet, -val
mora, pausa, -valle
intervallum, -stic
interstitium, schwäb. unterstizium
schulpause Fischer 6, 254;
mhd. underlîbe
zeitweise schonung, nhd. unternächte
die zwölften zwischen weihnachten und epiphanie; ahd. underimbiz (
ahd. gl. 3, 153, 3),
mhd. undereʒʒen
zwischenmahlzeit, -imbiʒ, -mâl, -trahte;
mnd. undermâl;
nhd. unteressen, -mahl, -suppe, -zeche, -zeit, -zerung
u. s. w.; s. untern. III@B@22)
adjectivcomposita. III@B@2@aa)
mit der bedeutung sub. III@B@2@a@aα)
örtlich-sinnlich: nhd. untereiterig, -kötig
unter der haut von innen heraus eiternd; unterschlächtig
den druck des wassers von unten erhaltend; unterständig
als fehlerhafte eigenschaft beim pferde und in botanischer terminologie. geographisch: nhd. unterländisch, -harzisch, -rheinisch, -bayerisch
u. dgl. III@B@2@a@bβ)
mit der vorstellung des heimlichen, betrügerischen: an. undirdráttul, -förull;
mnd. undervundich =
dän. underfundig
hinterlistig; nhd. unterschleiflich Campe. III@B@2@a@gγ)
zurückbleiben hinter einer norm, minderung an rang, wert, wesen, eigenschaften, beschaffenheit bezeichnend: dän. undermaalig
unter der für die aushebung erforderlichen normalgrösze; nhd. untergültig
minderwerthig, engl. underhonest
von geringer ehrlichkeit. die n. spr. bildet: unteranschaulich
nicht vollanschaulich, -betont
minderbetont, -bewuszt
nicht völlig bewuszt (
aber auch '
unter der schwelle des bewusztseins'
verstanden; vgl. ζ), -christlich (
d. literaturzeitung 1924, 1820), -deutsch, -literarisch, -menschlich, -normal, -persönlich. unter mittlere typen Nietzsche 15, 346; untermittelgrosz.
dasz hier wortbildungen wie lat. subamarus eingewirkt haben, ist nicht ersichtlich; eine unmittelbare fortsetzung der bildungen Konrads von Megenberg (underbitter, -bleich, -gel, -rôt, -swarz)
liegt nicht vor; vielmehr scheinen sie in anlehnung an die t. t. der fachsprachen mit ὑπό,
sub, infra (unterbromig, -chlorig, -phosphorig, -schweflich, -weibig
u. dgl.; s. sp. 1480)
als gs. zu den entsprechenden zss. mit über
und als ergänzung zu den un-
composita gedacht. III@B@2@a@dδ) unter-
in unterdienstbar, -dienstlich, -dienstwillig
stammt wohl aus lat. sub (
in subministrare und seiner sippe; vgl. ags. undergeoc,
ahd. untarzâmi
subjugalis); unterhilfig (Fischer
schwäb. wb. 6, 234)
scheint aus sub sidiarius übersetzt; unterwertig
gehört zu unterwert
engl. undervalue. III@B@2@a@eε)
die ableitungen aus verbalcompositis bilden eine alte und verbreitete gruppe: an. undirgefinn, -orpinn,
mhd. underworfen,
nhd. untergeben, -worfen;
ags. underlæded, -þeód
subjectus; underfôndlîc
suscipiendus; nhd. unternehmend;
mhd. undertân, -tænic,
nhd. untertan (
s. d. und seine sippe), -würfig; undergänd
unterschlächtig Staub-Tobler 2, 22;
schwäb. unterfällig
baufällig. nhd. untereitert, -fressen, -höhlt, -wachsen
u. dgl.; unter bevölkert, -entwickelt, -ernährt
hinter dem normalen bevölkerungs-, entwicklungs-, ernährungsstand zurückbleibend. weniger gebräuchlich sind bildungen wie unterdrückbar, -jochbar
u. s. f.; häufiger ununterdrückbar
u. s. f. III@B@2@a@zζ)
einige adj. sind aus präpositionalen verbindungen hervorgegangen oder werden vom sprachgefühl mit ihnen in zusammenhang gebracht: ahd untarmuari Otfried 1, 19, 7;
mnl. onderjarich,
nhd. unterjährig
noch nicht volljährig, unter seinen jahren; mnd. undererdisch,
mnl. ondererdsch,
nhd. unterirdisch;
nl. ondermanig
untermondig; nhd. unterseeisch; unterschwellig
Fleischers d. revue 34, 2, 316; untergehörig.
auch bei untermäszig, -menschlich, -mittelgrosz
u. a. wird oft an die entsprechende präpos. verb. gedacht. zum unterschied s. J. Grimm
gramm. 2, 438
f. III@B@2@bb)
mit unter '
inter'.
örtlich nhd. untergänglich
zu untergang
grenzbegehung; ahd. untarmarclih (
adv. untarmarclîho)
distinctus. mhd. undermittel
giebt intermedius wieder, nhd. unterredlich
interlocutorius. unterlässig
dilatorius. trennung, hemmung, hinderung, unterbrechung bezeichnend: nhd. unterbindbar, -brechbar, -bunden, -brochen (
häufig mit un-);
mnl. onderstondich
turbinosus; schwäb. untergrün
theilweise grün Fischer
schwäb. wb. 6, 233
wie 1
b γ: ahd. untarsceidlih,
mhd. underscheidelîche, -scheidic, -schidelîchen
u. s. w., nhd. unterschiedlich, -scheidbar;
mhd. undertân '
verschieden'; undersnîdic
intercise. 1
b ε entsprechend: mhd. underwîsic
informativus; frühnhd. underwisiglich
lehrreich; unterhaltbar, -haltend, -haltlich; unterrichtlich, -richtend, richtet. untermäszig '
im verhältnis etwas kleiner'.
zeitlich: unterdeszlich. III@B@33)
partikelcomposita: unteraus, -durch (
1unter
formen 1), her, -hin (
s.unten l 1).
vgl. noch unterdes, -eins(t), -halb, -handen, -stunden, -wärts, -weg, -wegen -wegens, -wegs, -zwischen.