zwischen,
präp. herkunft. vom idg. multiplikativadverb dis '
zweimal',
das im germ. in an. tuis-uar,
ahd. zuir-or '
zweimal'
sowie in got. twis-stass '
zwistigkeit', twis-standan '
sich trennen'
vorliegt, wird mittels ko-
suffix wgerm. *twiska-,
weitergebildet * twiskja-,
abgeleitet: ags. betweox, betwix, bet(w)ux '
zwischen' (Sievers-Brunner
aengl. gr. [
21951] § 204
anm. 4;
gekürzt aus *be tweoxum
Horn sprachkörper und sprachfunktion [
21923] 111),
afries. tuisk(a),
as. undartuisk '
zwischen', undor tuisk '
unter einander',
ahd. zuiski '
zweifach' (
die unflektierte form ist belegt: quiski '
alternatim', in quiski, in zuiski '
vicissitur'
ahd. gl. 1, 266, 1. 3), in zuisken, untar zuisken '
zwischen' (
s. u.).
demgegenüber zeigt das an. eine n-
bildung (
wie lat. bīnī '
je zwei')
in an. tuennr, tuinnr '
zwiefach',
im pl. '
zweierlei',
und das got. eine n-
ableitung von *deiko- (
ablautend mit ai. dvíka- '
aus zwei bestehend')
in tweihnai '
je zwei', miþ tweihnaim markom '
zwischen beiden grenzen',
die auch im ags. in be sǣm twēonum '
zwischen den meeren'
Beowulf 858
u. ö. vorhanden ist (
zum kompositum zusammengezogen betwēonum,
verkürzt betwēon, betuihn
u. ä., nengl. between,
s. Horn
a. a. o. 110
f.).
vgl. weiter zwei (
oben sp. 972), zweifel (
sp. 996), zweig (
sp. 1036
f.), zwie- (
sp. 1126), zwier (
sp. 1159)
und zwirn (
sp. 1304).
die ursprüngliche bedeutung von twiska-
ist nicht sicher festzustellen, s. Behaghel
dt. syntax 2 (1924) 32;
in betracht kommen die kollektive und distributive, die auch in lat. bīnī
zusammengehen. da nicht alle idg. sprachen distributiva entwickelt haben (
beachte besonders das fehlen der distributiva im griech.),
wird die kollektive bedeutung älter sein. im ahd. begegnet zuiski
im freieren gebrauch in zuuiske, quiste '
bicipiti'
ahd. gl. 1, 56, 13; zuuiske '
bini'
Benediktinerregel 197, 2
bei Steinmeyer
kl. ahd. sprachdenkmäler (
qui bini aut terni aut certe singuli sine pastore non dominicis sed suis inclusi ovilibus); ziuuiskemo '
bifido (
sub tramite)'
ahd. gl. 2, 516, 50; zuiskero zierida '
gemello diademate' 2, 443, 16
und öfter bei Notker
in der bedeutung '
zwiefach',
z. b. libertas ist zuiskiu, einiu ... anderiu ... 1, 103, 15
P. häufiger aber sind die präpositionalverbindungen in zuiski '
alternatim' (
s. o.), in zuisken
bei Williram
und untar zuisgen '
ad invicem'
bei Tatian und under zuisken
bei Notker,
die ihr gegenstück in as. untar tuisc (erða endi himil) '
zwischen (
erde und himmel)'
Heliand 591
und undor tuisk '
unter einander'
Genesis 125
finden. in untar zwisken
hat zwisken
sowohl distributive wie kollektive bedeutung. jene deutlich im Tatian tho sprachun thie hirta untar in zuisgen '
pastores loquebantur ad invicem' 6, 4 (
ähnlich 87, 8; 174, 2; 203, 3),
woraus dann verkürzt untar zuisgen
in derselben bedeutung 52, 7
u. ö. mehr kollektive bedeutung finden wir bei Notker diu erda under in zuisken ist '
zwischen ihnen beiden (
nämlich sonne und mond)' 1, 271, 1
P.; dar si (
der flusz alpheus) under zuisken burgen rinnet, elidem et pisas 1, 248, 8
P. auch hier mit verkürzung under zuisken '
dazwischen',
z. b. sezze prepositionem ad undir zuisken 1, 422, 22,
auch schon zu einem wort zusammengezogen únderzuísken dero lufte 1, 810, 6
f. die folge dieser univerbierung ist die weitere kürzung zu zwischen;
doch findet sich diese zunächst nur in präpositionalem gebrauch, während als adverbialer ausdruck under zuisken
noch in mhd., besonders in mnd. denkmälern in der bedeutung '
untereinander, gegenseitig'
begegnet: ir dûf (
diebstahl) enmoht sich niht verheln, si begonden under zwischen steln und alle ein ander melden Walther v.
d. Vogelweide 105, 23
v. Kraus; se hengden sich selven, se sloghen sic selven undertwischen dot
sächs. weltchron. 103
Weiland; nu horet wat spreckt de ware breff des ewangelies. hebbet iw leef under twusschen ane hat meister Stephan
schachbuch 1535; ock en weren desse vroukens nicht unrustich
noch unnutlike beanxtet noch en hedden se oick nicht vele worde undertusschen Johannes Veghe 4
Jostes. heute wird die adverbiale verbindung, vor allem mit zeitlicher bedeutung, noch in der ober- und niederdeutschen mundart bewahrt: under-tüsken
inzwischen Doornkaat Koolman
ostfries. 3, 470
a; undertusken '
inzwischen, interea'
brem.-nieders. wb. 5, 145; unterschussen
bisweilen, ab und zu, hie und da Unger-Khull
steir. 608
b;
vgl. darüber teil 11, 3,
sp. 1926.
erst bei Williram
tritt zwischen
in verbindung mit der vorgesetzten präposition in
auf und bedeutet eigentlich '
innerhalb von zweifachen' (
vgl. auch Graff
ahd. präpos. 188): mîn uuine ist mir also êin gebuntelin mirron, inzuiscon mînen brusten uuonet er Williram 8
Seem. in der nachfolgenden zeit häufiger in der form enzwischen: mer wil ich iv sagen: nidirhalp des magen gat ein wazzirsage in der plateren habe enzwischen den hegirdruosen ....
genesis 7
Diemer; ez was doch ein dickiu want enzwischen iu unde mir Hartmann v. Aue
armer Heinrich 1327
Wackern. als präposition hat in-, enzwischen
vorwiegend den dativ, vereinzelt auch den genitiv nach sich: als aber nu diser künig Ott gestorben was, ward ain grosser unwill entzwischen der ritterschaft des adels und der stet (
gen. pl.) (1481) U. Füetrer
bayer. chron. 170
Spiller. vom ausgehenden 12.
jh. ab begegnet daneben die simplexform zwischen
mit dem genitiv, dativ und akkusativ, die sich dann mit dem ende des 15.
jhs. ganz durchsetzt: ja Tristan der haet an der stete vater, muoter, mage, man, alle die vriunt, dier ie gewan, zwischen sinen handen da Gottfried v. Straszburg
Tristan 3955
Ranke; und liessen ain vrid machen zwischen ir und des purggraven
sächs. weltchron. 361
Weiland; sô snel quam zû geloufen der, zwischen die brucke sich machte er
Ludwigs kreuzfahrt 5612
Naumann. dativ und akkusativ bei zwischen
sind bis heute gebräuchlich; ersterer, wenn ein dasein oder befinden in der mitte zweier oder mehrerer dinge, letzterer, wenn eine richtungsbewegung nach dem raum, der zwei oder mehrere dinge trennt, bezeichnet wird, vgl. auch Adelung
umst. lehrg. d. dt. spr. (1782) 2, 179,
wobei zwischen,
wie schon in-, enzwischen,
pluralische begriffe oder mehrgliedrige ausdrücke fordert und im letzteren falle vielfach wiederholt wird; vgl. Konrad v. Megenberg
unter A 1 a
und Göthe I 10, 227
W. (
Tasso 5, 2).
der genitiv begegnet früh, vgl. auszer den bei Fischer schwäb. 6, 1468
gegebenen belegen unten Münchener Oswald v. 1686;
städtechron. 4, 122; 5, 89; 5, 187; 25, 314;
österr. weist. 3, 63; Heyden
Plinius (1565) 197; Xylander
Polybius (1574) 6
b; Calepinus (1579) 764
b. Luther
hat einmaliges zwischen sabbaths
apostelgesch. 13, 42
neben häufigem zwischen abends,
s. u.B 4.
bei mehrgliedriger ausdrucksweise wird der genitiv häufig mit dem dativ verbunden und tritt dann ganz zurück: item da man zalt 1447 jar in der fasten, ward der krieg verricht zwischen der Schweitzer und den von Zürch (
Augsburg)
städtechron. 22, 494.
formen. 11)
anlaut. 1@aa) t-,
bezw. z-
anlaut: innerhalb des mittel- und rheinfränkischen hat sich zwischen
entgegen der für das hochdeutsche geltenden regel der anlautsverschiebung weithin entzogen. es liegt alte doppelformigkeit vor, die in den urkunden des 13.
jhs. sichtbar zutage tritt: Köln hat dort stets t-
formen, Neuss 1251 tuschen
und tüssen (
heute tösche
und zwesche),
Sayn bei Koblenz 1280 zuoschen
und zuschen,
dagegen 1283 tuschen;
Linz nw. Koblenz wiederum 1270 zuochin (!),
Naumburg bei Hanau 1280 zuissen,
Worms 1283 schuoschen,
Würzburg 1289 zuschen,
aber das südlichere Zweibrücken um 1250
noch tuoschen.
näheres s. PBB 68, 233
f. noch heute reichen die alten t-
formen bis in die gegend von Merzig und Saarbrücken. sie gelten für den gesamten Hunsrück und weite gebiete nördlich des oberlaufes der Mosel. töschen
ist die form in Luxemburg, Aachen, Köln, Elberfeld und Barmen. rechtsrheinisch hat das Siegerland tescher,
der Westerwald teschig, töscher
und tesche (
neben köscher, köschigt).
näheres s. Teuchert in:
PBB 71, 267.
zur schreibung cz- (
vereinzelt auch zc-),
die sich von Thüringen aus nach Hessen, Ostfranken und in die weiter östlichen und nordöstlichen gebiete verbreitet (
s. jahrb. d. dt. sprache 2 [1944] 102)
vgl. die unten angeführten belege. —
die schreibung tz-
diente wohl zur betonung verschärfter aussprache: tzwssin (1350)
hess. urk.-buch 2, 573
Wyss-Reimer; tzwisschin (
md., 1385) Dietrich v. Gotha
predigtslg. 173
Türk; tzusschin Wigand Gerstenberg
chron. 10
D.; auch ztuischin (
md.-nd. grenzgebiet, 14.
jh.)
bei Varnhagen
waldeck. landes- u. regentengesch. 1 (1825) 188;
bei Luther
begegnet noch häufig tzwischen, tzwisschen, tzwuschen (
z. b. 2, 120; 10, 3, 357; 11, 447
W.). 1@bb) sch-
anlaut (schussen)
ist im wesentlichen eine mitteldeutsche, besonders rheinisch-hessische eigentümlichkeit; die rheinfränkische handschrift des paradisus anime intelligentis kennt nur die form schussin (
s. reg. d. ausg. v. Strauch);
vgl. ferner schuoschen (1283
Worms),
s. PBB 68, 235; schuozzin (1326)
und schozzen (1338)
hess. urk.-buch 2, 368
und 475; schussin (1321)
lehnsurk. Schles. 2, 127 (
dort auch einmal scuzzin),
vereinzelt begegnet sch-
anlaut auch alemannisch: Weinhold
alem. gramm. § 193
belegt enschwischon, enschwischen. 1275
hat Freiburg i. Br. enschŵschon,
s. PBB 68, 235;
vielleicht rechnen hierhin auch die ebda angeführten formen swischen 1287
Konstanz und swissent 1278
Klingnau (
im Aargau). 1@cc) k-
anlaut: die formen köscher, köschigt
im Ober- und Unterwesterwaldkreis und die form köschen
im südosten des rheinischen kreises Altenkirchen (
dazu auch höschen, köschen
bei Vilmar-Pfister 108)
finden sich als kwischen, kwuschen (
auch derkwischen, derkwuschen),
also in einer phonetisch voraufliegenden stufe im thüringischen Unterharz wieder, s. Liesenberg
Stiege 107.
gleiche anlautsformen begegnen, wohl in verbindung damit, im meisznischen und weiter südöstlich als kwischer
in der umgebung von Liegnitz und in der Zips, s. Jungandreas
besiedl. Schlesiens (1928) 92.
nach ihm hat dieser lautwandel seinen ursprung an der mitteldeutsch-niederdeutschen sprachscheide. historische belege für diese erscheinung fehlen. 22) w-
ausfall: oberdeutsch nicht nachweisbar, mitteldeutsch jedoch, und zwar besonders rheinisch-hessisch, als zuschen (zöschen,
auch töschen, züschig, zöschig),
im niederdeutschen als tüsken, tüschen
weit verbreitet (
nl. allgemein tusschen).
bereits im 13.
jh. reichen die formen bis Zweibrücken (
ca. 1250 tuschen)
und Worms (1283 schuschen),
östlich bis Würzburg (1289 zuschen),
s. PBB 68, 235.
sie haben schon früh als rheinische spracheigentümlichkeit gegolten: wie die Reinlender zischen vnnd wir zwischen sprechen Mathesius
Sarepta (1571) 96
b.
das md. verbreitungsgebiet hat seither starke einbuszen erlitten, aber noch heute reichen die w-
losen formen bis Merzig und Saarbrücken, überschreiten jedoch rechtsrheinisch zum osten hin kaum noch das Lahntal. überall sind die zw-
formen im vordringen, näheres s. Teuchert
PBB 71, 266.
zu den dort gegebenen historischen belegen vgl. noch tuschin (
Neuss 1251)
corp. altdt. originalurk. 1, 32; intuschin (
Thorn 1262)
ebda 1, 101; entuschen (
Köln 1280)
städtechr. 12, 46; 147,
ferner den bunten wechsel der formen im hess. urkundenb.: tussen (1307) 2, 90; tushen (1308) 2, 104; zischen (1326) 2, 369; tzusschin (1339) 2, 484; zchuschen (1559) 2, 659;
ferner zuschen (1272)
isenburgischer verzichtsbrief, s. Wackernagel
altdt. lesebuch (1839) 725; zuschen (
Mainz, mitte d. 15.
jhs.)
städtechron. 17, 51; tzusschen (
hess., um 1500) Wigand Gerstenberg
chron. 156
D.; zuschen (
md., anf. d. 16.
jhs.)
Alsfelder passionsspiel 4860
Grein; thüringisch: czsschin (1385)
bei Dietrich v. Gotha
predigtslg. 173
Türk. auf niederdeutschem boden reichen die formen erheblich weiter östlich, wenn sie auch in jüngerer zeit gleichfalls durch die tw-
formen zurückgedrängt werden. tösche(n)
ist die form des niederfränkischen grenzgebietes (
Köln, Elberfeld, Barmen), tüsken
des niederdeutschen westens: Westfalens, des Osnabrücker und Mindener Landes, des Emslandes, Oldenburgs (
hier neben twuschen, twüschen)
und Ostfrieslands (
neben seltenerem twisken).
Bremen hat tusken (
neben twusken),
Baden (
kr. Verden) twüschen,
Hamburg neben häufigem twüschen
auch tüschen.
Waldeck kennt nur twisken, twisker (
in älterer sprache nur tuschen,
s. Bauer-Collitz 177). tüschen
ist die form der Mark Brandenburg, in Mecklenburg und Pommern steht sie neben twischen,
näheres s. Teuchert
a. a. o. 270.
nach ihm drangen die w-
losen formen aus ihrem ursprungsgebiet nördlich der französischen sprachgrenze im mitteldeutschen bis in die randgebiete des thüringisch-ostfränkischen sprachraums (
s. o. Dietrich v. Gotha),
niederdeutsch mit der siedlungswelle in die Mark Brandenburg. sie sind von hier aus nach Mecklenburg und —
stärker —
nach Pommern ausgestrahlt. Schleswig-Holstein hat nur noch ganz vereinzeltes tüschen, tüssen.
Preuszen wurde von dieser sprachbewegung nicht mehr erfaszt. die friesischen maa. kennen nur tw-
formen: twesk(e), twesken (
Sylt, Föhr, Amrum, Wiedingharde), twūske (
Karrharde). 33)
der inlautende vokalismus. rundung des alten i
zu ü
vor sch
und nach w (zwischen > zwüschen)
ist frühneuhochdeutsch auf schwäbisch-alemannischem boden allgemein, besonders früh (13.
jh.)
und durchgehend bis zum ende des frühnhd. im hochalemannischen; näheres, insbesondere über das umsichgreifen der rundung in der druckersprache bei Moser
frühnhd. gr. § 66.
vgl. die nachweise aus den deutschen urkunden des 13.
jhs. in PBB 68, 234 (
mit karte),
ferner auszer den unten gegebenen belegen: Nicolaus v. Straszburg in:
dt. mystiker d. 14.
jhs. 1, 268
Pfeiffer; Schmoller
Straszburger tucherzunft (1879) 40; (
etwa 1450)
Stretlinger chron. 26
Baechtold; zwüschen Niclas v. Wyle
translat. 25
Keller; Seb. Brant
narrensch. 10
Zarncke; (1498)
urk. z. gesch. d. schwäb. bundes 1, 265; Th. Murner
kl. schr. 118
Pfeiffer-Belli; zwüschent
Zürcher bibel (1531) 68
b; zwüschet J. v. Watt
dt. hist. schr. (1877) 2, 127; zwüschend H. R. Manuel
weinspiel 3720
ndr.; zwüschen Jac. Frey
gartenges. 29
lit. ver.; Zimmer. chron. 1, 375
Barack; zwüschend (
vor 1572) Äg. Tschudi
chron. Helvet. (1734) 1, 14; zwüschet Stumpf
Schweizer chron. (1606) 20
a;
in der schreibung zwuschen: enzwuschen
bei Heinrich Seuse 183
Bihlmeyer; zwuschen (
Augsburg 1362)
städtechron. 4, 251; Konrad v. Helmsdorf
spiegel d. menschl. heils 2261
Lindqvist; zwuschen
ist die gebräuchliche form in der Heidelberger pergamenthandschrift des Lancelot (
z. b. 208
Kluge).
im mitteldeutschen bleibt die rundung selten; dem bayrischen ist sie fremd: zwüschen
österr. weistümer 4, 340; 341; 357
steht in einem statut des bischofs von Chur und rechnet daher nicht hierhin. das südalemannische hat die rundung bis heute bewahrt, s. Jutz
alem. maa. 150,
ferner die register in den beitr. z. schweizerdt. grammatik; sie fehlt im Elsasz und in Schwaben. für das mitteldeutsche (
ostfränkische)
vgl.dswyše Heilig
gramm. d. Taubergrundes 33; dšwyšn Gerbet
Vogtland 260.
die rheinisch-hessischen und niederdeutschen formen (tüschen, töschen, tüsken
usw.)
beruhen auf einem anderen lautvorgang, s. Teuchert
PBB 71, 266
und die dort gegebene übersicht über die mitteldeutsch-niederdeutschen verhältnisse. wandel des inlautenden i > e
findet sich als regel im friesischen (twesk, tweske, twesken
auf Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland),
dazu vgl. vereinzeltes tessen
und tewer
in Holstein. das Unterelsasz hat tswešə
und das Münsterthal tsweštə,
s. Martin-Lienhart 2, 928
a.
ein entweschen
wird 1285
für Konstanz bezeugt, s. PBB 68, 235.
vereinzelte schreibungen scheinen auf dehnung des stammvokals zu deuten: zwieschen (
Schlesien 1618)
acta publica 1, 54; zwieschen (
Raitenhaslach a. d. Salzach 1289),
s. PBB a. a. o. 44)
inlautendes -sch-:
zum wandel der ursprünglichen konsonantenverbindung -sk-
zum -š-
laut vgl. Wilmanns 1, § 56
u. 57
und Behaghel
gesch. d. dt. spr. (
51928) § 412.
in weiten teilen des westlichen niederdeutschen ist die alte form gewahrt als tüsken (
Westfalen, Emsland, Ostfriesland, Oldenburg, Waldeck),
als tweske, twesken, twuske
in den friesischen maa.; östlich hat nur noch die Mark twisken.
die weiter nördlich und nordöstlich gelegenen gebiete (
Holstein, Mecklenburg, Pommern, Preuszen)
kennen nur noch den -sch-
laut. in den heutigen maa. läszt sich sporadisch eine weiterentwicklung von -sch- > -ss-
beobachten: im westlichen teil Ostfrieslands tussen,
in Holstein tüssen, tessen,
rheinfränkisch-hessisch zissig,
s. PBB 71, 268.
die ma. von Jaun hat tswüsset,
s. Stucki § 145.
alemannische und mitteldeutsche frühe schreibungen mit -ss-, -zs-, -zz-
scheinen auf diesen lautwandel zu deuten. aus den ersten deutschen urkunden des 13.
jhs. vgl. die schreibungen swissent (1278)
Klingnau, scwissent (1284)
Hohenrain, zwissent (1279)
Marienau, zwissen (1289)
Maulbronn, zwissent (1288)
Rufach, einmal auch auf md. boden zuissen (1278)
Naumburg b. Hanau, s. PBB 68, 233;
vgl. ferner zwessen
in Mainzer chroniken, s. PBB 71, 267; inzwissen
arzneibücher d. 12. und 13. jhs. 18
Pfeiffer; zwissen (
burg Hochbarr 1265)
corp. altdt. originalurk. 1, 131; zwissent
in der niederalem. hs. des Lucidarius um 1300 (
z. b. 10
Heidlauf); scuzzin (1321)
lehns- u. besitzurk. Schlesiens 2, 127; zwssin (1333)
hess. urkundenb. 2, 423; tzuzsin (1350)
ebda 2, 571; schussin (14.
jh.)
in der rheinfränk. hs. des parad. anime intell. (
vgl. oben 1 b);
auch bei Luther
br. 8, 163
in der form zwussen. Martin Lienhart
führt 2, 928 zwischten
für das Münsterthal an; vgl. dazu: zwisten 1.
dt. bibel 5, 272; unainikait zwisten ... Steinhöwel
de clar. mulieribus 69
lit. ver., neben zwischen
ebda 142.
in: zwischten stülen nider sitzen Murner
schelmenz. s. 68
ndr. kann vermischung mit dem artikel vorliegen. 55)
der vokalische und konsonantische auslaut. 5@aa)
die endsilbe erscheint als -in (zwischin)
besonders in mitteldeutschen maa. belege s. unten. vereinzelt auch als zwischan, zwischat: entzwischan
deutsche pred. d. 13.
jhs. 2, 22
Grieshaber; zwischan (
Augsburg 1376)
städtechron. 4, 183; zwiscan (
schwäb. 15.
jh.) Diefenbach
nov. gl. 384
a; zwuschat (
alem. 1480) Röhricht
pilgerreisen 105.
auch zewisnant
PBB 68, 235 (1286
Zofingen); zwischont (14.
jh.)
bei A. Hübner
d. dt. geiszlerlieder 196. 5@bb)
schwund des auslautenden -n- (
vgl. Moser § 134, 4)
ist durchaus alemannisch-schwäbisch, s. Martin Lienhart 2, 928; Fischer 6, 1468,
auch mitteldeutsch (
Lothringen, teile Hessens und Mittelfrankens)
und friesisch, s. Jabben
Karrharde 107; Jensen
Wiedingharde 649.
epithetisches -t
erscheint mit dem auftauchen der ersten dt. urkunden im 13.
jh. zahlreich in südalemannischen denkmälern, s. PBB 68, 235,
und ist bis in die gegenwart im schwäbischen und besonders im hochalemannischen lebendig, s. Fischer 6, 1468; Jutz § 150
und die reg. in den beitr. z. schweizerdt. gram.; über die verbreitung in den druckersprachen vgl. Moser § 130,
anm. 21 (
am schlusz);
weitere historische belege unten. ostfränkisch begegnet diese erscheinung nur vereinzelt: zwuschent (
Nürnberg 1449)
städtechron. 2, 516,
ebenso bayrisch, vgl. österr. weist. 3, 311. 5@cc) er-
auslaut (zwischer
neben zwischen)
begegnet vereinzelt in mitteldt. und nd. maa.: zwischp(e)r (
aschl. czwuschin,
s. Jungandreas
besiedl. Schl. 244) Knothe
schl. ma. 557;
auch zwischer
bei Gerhart Hauptmann
d. weber (1892) 62; desch
er Heinzerling-Reuter 40
b; tøsər Hasenclever 96
b; Waldbrühl
Rhingscher klaaf 213 (
vgl. auch oben 2); zwiskər (
neben zwiskən) B. Martin
ma. v. Rhoden 279;
vgl. auch die form tewern
bei Mensing
schlesw.-holst. 5, 51.
anwendung und gebrauch. AA.
örtlichkeit. A@11)
vorwiegend engräumig. unter ausschlusz geogr. verhältnisse (
vgl. 2)
wird in dieser gruppe ausgedrückt, dasz zwischen zwei häufig, aber nicht ausschlieszlich engräumig zueinander stehenden konkreten faktoren ein dritter faktor bezw. der raum selbst zwischen ihnen sich befindet, bezw. jener dritte faktor in diesen zwischenbefindlichen raum gerät. A@1@aa)
von lebewesen und gegenständen, die sich innerhalb einer zweiseitigen begrenzung befinden, auch von dem zwischenbefindlichen raum und dem sich dort abspielenden vorgang: waz half sîn grôziu sterkeunt ouch sîn michel kraft? si erzeigete dem degeneir lîbes meisterschaft, si truoc in mit gewalte(daz muos' et alsô sîn) unt druht' in ungefuogezwischen di want und sin schrîn
Nibelungenlied 672
Bartsch; sus was mîn her Îwein zwischen den porten zwein beslozzen unde gevangen Hartmann von Aue
Iwein 1128; daz triben sie endelîche vrû unde spâte glîche zwischen disen burgen zwein
livländ. reimchron. 5533
Meyer; von dem blûte Âbel bis zuo dem blûte Zacharîê der da vortarp zwischen dem altâre und dem hûse
Matthias v. Beheim evangelienb. 146
Bechst.; nu merke waz iz muge sin. hi was ein cleines vogellin zuschen mir und dirre want
d. leben d. hl. Elisabeth 8917
Rieger; so aber der mon ist in dem haubt oder dem zagel des draken oder nahent da pei, und daz geschiht in der samenung des monen mit der sunnen, so mag geschehen, daz der mon kümt zwischen unser gesiht und zwischen die sunnen Konrad v. Megenberg
dt. sphära 44, 3
M.; es wass ein enges gesslein czwischen czweyen heüsern Arigo
decameron 84
Keller; do weyset man die stat, do der engel ir (
Maria) erschynnen ist und wu Maria gesessen ist zwischen zweyen sewlen (
ca. 1440)
bei Röhricht
pilgerreisen 70; und die mül zwischen der vischer und des siechhaus ward volbracht in dem 58. jar (
Augsburg 1468)
städtechron. 5, 187; Lucrecia hatt ain huse zwüschent des kaisers hofe vnd Euriols herberg gelegen Niclas v. Wyle
translat. 26
Keller; du salt uff der erden zuschen zwein tiern geborn werden, das ein ein esel, das ander ein rint: zuschen zweien thiern sal ligen das kint
Alsfelder passionssp. 4860
Grein; 4862; ist der forgenant alt Walther gestorben und ligt ... in der pfarkirchen for der hailgen zwelf botten altar for dem chor ... czwischen des weichkesselsz und desselbigen altar (
Augsburg 1511)
städtechron. 22, 383; zwischen den andern zwen thürnen hielt man das katzenspil Fischart
Garg. 450
ndr.; wan ein mitlautender buchstabe zwischen zweyen selblautenden gesetzet wird Gueintz
dt. rechtschrb. (1666) 19; darzue ain gemaine gassen zwischen das unter- und mitern velts, und sonderbar ain gemaine gassen zwischen des hofs und der herrschaft guets zue lassen verpunden (1644)
österr. weist. 3, 63; der cheruskische fürst ... nam endlich seine stelle zwischen den zweyen hörnern der gleichsam in einen halben mond sich umbkrümmender taffeln Lohenstein
Arminius (1689) 1, 17
a; kein krieg soll unser recht entweihen, sprach er, der thron sey dem bestimmt, der zwischen zween ergrimmten leuen das diadem vom kampfplatz nimmt Pfeffel
poet. vers. (1816) 2, 4; der notarius hielt die spitze seiner feder zwischen der lampe und seinem auge J. J. C. Bode
Yoricks empfinds. reise (1768) 2, 115; zwischen zwei gegebenen säulen soll der prachtsitz aufgeführt werden Göthe I 24, 22
W.; zwischen der wand und dem kasten befindet sich als balkentreter ein gerippe Mörike
ges. schr. (1905) 3, 15; das haus hatte keine flur, insofern man nicht den unbedeckten raum zwischen der hausthür und der strasze dafür nehmen will Mommsen
röm. gesch. (1856) 1, 215; zwischen dem Fraumünster und dem Groszmünster musz er stehen (
der ritterturm) G. Keller
ges. w. (1889) 6, 23; das ende des gartens ..., wo zwischen zwei silberpappeln eine bank stand Fontane
ges. w. (1905) I 5, 146; der zwerg ... trat hinter den teppich ... und glitt ungesehen zwischen wand und teppich bis zu dem groszen kamine Sperl
söhne d. hrn. Budiwoj (1927) 148.
mundartlich: de jung' ös möt e fôt twösche hûseda on schwell jekme, on nû jeit a läm Fischer
plattdt. ma. 189.
erweiterte zwischenräumlichkeit: czuosschin himmel vnd erdin Dietrich v. Gotha
predigtslg. 173
Türk; sie (
die nacht) fleucht mit siebenfachen flügeln zwischen erd' und himmel maler Müller
w. (1825) 1, 56; vielleicht könnt ihr noch eh ihr zu grabe geht, eine wallfahrth nach seinem monumente thun, das er sich zwischen himmel und erden errichtet Schiller 2, 19
G. A@1@bb)
es werden zwei gleich- oder verschiedenartige körperteile vorgestellt, zwischen denen sich ein oder mehrere körperliche oder gegenständliche dinge befinden oder von jenen erfaszt werden bezw. zwischen denen sich etwas vollzieht, wobei auch die verbindung von körperteil und kleidungsstück auftreten kann: zwuschent lefczen und kinne warent blos zwai klainu winkellu, nut gros Schweizer Wernher
Marienleben 5941
Päpke; den burklutin slugen si di houbt abe ane viij, der vleysch man nicht mochte gewinnen mit keynem ysin, von dem das der eyn iclichir hatte czwischin hut unde vleysch edil gesteyn lozen bewachsin odir hattin an iren armen
mitteldt. Marco Polo 51
Tscharner; und als er in schieszen wolt, do sach er zwüschent den hornen des hirzen ein bild eines crützes
Stretlinger chron. 4
Bächtold; mein herre ist wie eyn buschel mirrhen, der mir zcwischen den brusten hengt Luther 9, 649
W.; in der schlacht er geschossen wart zwischen magen und lungen hart Hans Sachs 1, 225
lit. ver.; insecta ... allerley kleine thierlin so zwischen dem haupt vnd brüst, oder zwischen der brüst vnnd dem bauch sähen, als ob sie zerschnitten wAerend Calepinus
dict. (1579) 764
b; dauon nim ... so vil man zwischen zwen fingern heben kan Gäbelkover
artzneyb. (1596) 65;
diaphragma ein vnderschlacht, item, ein vehl im leib oder netze von einer seiten zu der anderen zwischen den oberen eyngeweiden, hertz vnd lungen, vnd zwischen den nieren Calepinus
XI ling. (1598) 416
b; verbirget dieses längstgewündschte kleinod zwischen fell und hembde Gryphius
lustsp. 64
Palm; von einem schusz, der ihn (
Wilhelm) zwischen der brust und dem linken arm verwundete Göthe I 22, 38
W.; die ... streifen des rückens liefen zusammen auf dem scheitel zwischen den ohren (
des katers) E. T. A. Hoffmann
s. w. 10, 29
Gr.; das helle wasser tropft ... herab, und rinnt zwischen halsbinde und nacken Gaudy
s. w. (1844) 2, 47; eine zwischen augenwinkel und linker schläfe sitzende pocke Fontane
ges. w. (1905) I 5, 123; sie kam sofort zu ihm. sie hockte sich auf den boden vor ihm zwischen seine knie, dasz ihr kopf auf seinen knieen lag Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 25; so ging es also, wenn der tod einen zwischen den schultern berührt hatte Wiechert
missa sine nomine (1950) 7.
mundartlich: zwischpr a benn
zwischen den beinen Knothe
schl. ma. i. Nordböhmen 557; schüschen in (
den) schinken
zwischen den beinen Schmeller
cimbr. 167
b. A@22)
weiträumig, geographisch, eng bei 1
stehend. zweiheitlich aufeinander bezogene, rein geographische begriffe wie städte, berge, inseln, flüsse, meere u. ä. bilden den geographischen raum für einen entsprechenden oder auch nichtgeographischen begriff: ein ... felt, das litt zwúschen Godoazere und Maigne
Lancelot 1, 190
Kluge; zwissent dem mer unde dem berge, vermurte der kunic Alexander zueiger slahte lút
Lucidarius 10
Heidlauf; ouch andersît der stat Gwîdô der kunic den sînen (
markt) hât, den sînen ouch het daz dritte her, daz zwischen der stat lac und dem mer (1301)
kreuzf. Ludw. d. Frommen 1292
Naumann; eyne stat ... genant Cyngui ... unde ist gelegin von der stat Cyngiasu dri tage reyse; czwischin den sint gelegin vil andir stete unde burge
mitteldt. Marco Polo 43
Tscharner; item zwuschat Barut und Domascus ... ist der berg Sordonay genampt (1480)
bei Röhricht
pilgerreisen (1880) 105; da haben sich die mechtigen völcker Sicambri ... Cherusci so zwischen der Elb vnd dem wasser Wessera ligen ... auffgemacht S. Franck
chron. Germ. (1538) 11
a; so ain landtschaft teutscher nation gegen mitternacht, die weit in das mer sich zeucht und zwischen dem brittannischen und teutschen oceano gelegen
Zimmer. chron. (1881) 1, 1
Barack; dar hinder zwischen der insel Sardinia vnd dem land Liguria ligt die insel Corsica Stumpf
Schweizerchron. (1606) 3
a; bisz in den Moszpach, der zwischen Obermosz und Schlipfenpach herab rint (1625)
österr. weist. 1, 15; gewaltig wüthete ... in dem gefilde zwischen Simois und Xanthus wogenströmen das gefecht Bürger
s. w. 169
a Bohtz; wenn man sich zwischen ihnen (
dem nord- u. südpol) eine gerade linie vorstellt Schubert
verm. schr. (1823) 1, 11; diese landspitze ... endigt hier in den beiden höhen ..., zwischen denen die fläche von El Mersa sich ausdehnt Mommsen
röm. gesch. 2 (1874) 28; das haus ... stand zwischen zwei strömen und hatte doch schon jahrhunderte überdauert J. Schaffner
irrfahrten (1905) 5. A@33)
die zweiheit tritt zurück gegenüber der vorstellung der mehrseitigen begrenzung des umschlossenseins: hetts das meer nicht gethan, so hetten die felsen sich müssen auffspalten und raum geben und den Pharaonen zwischen sich erklemmet und zerquetzschet haben Luther 53, 475
W.; ein junges bäumlein, das ... zwischen mawren eingesperrt ist, das wächst nicht wol Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 148; ich hasse die wände, zwischen denen ihr mich schon so lange gefangen haltet Göthe I 23, 14
W.; die bittende scheint zwischen die neuen landes- und staatsverhältnisse gequetscht zu seyn
ders. IV 29, 21
W.; wie jener zwischen vier mauern eingeschlossene zehn fusz ins gevierte grosze garten E. T. A. Hoffmann
s. w. 14, 149
Gr.; denn du (
seejungfrau) bist sicher zwischen felsenzacken, nicht sorgend, dasz durch deine ozeane des feuers gluth ein haar dir seng' am nacken Rückert
ges. poet. w. (1867) 1, 12.
diese nuancierung zur vorstellung des umschlossenseins hin findet sich auch bei der unter 1 b
belegten anwendung: diu maget schoub ir vingerlîn zwischen die zene sîn Wolfram v. Eschenbach
Parzival 576
Lachm.; gleich wie nusz, die man mit groszem krachen zwischen den zähnen pflegt aufzumachen Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 394.
weiter abstehend: ich knirschte zwischen den zähnen: dasz du lebtest! Klinger
w. (1809) 4, 92; ja es ist aus, murmelte er zwischen den zähnen E. T. A. Hoffmann
s. w. 4, 8
Gr.; ein mann ... summte eine zigeunermelodie zwischen den zähnen Storm
s. w. (1898) 1, 35; nun endlich steckte sie dem schreihals den zulp zwischen die lippen Polenz
Büttnerbauer (1895) 12.
mundartlich: zwische
n de
n zäh
nen habe
n essen Fischer
schwäb. 6, 1469.
hinwieder deutlich bei ausdrücken des umfassens, umschlieszens: daz nimt er sanfte zwischen die klâ (
der adler sein junges) Wolfram v. Eschenbach
Willehalm 189
Lachm.; da syn meister das sah, er wonde yn begriffen zwuschen syne arme
Lancelot 1, 40
Kluge; was du dann rausz hast klaubt so frey, bsichs zwischen fingern was es sey Scheit
Grobianus 878
ndr.; der best grund ist der schwartz, der sich gern zwischen den händen zerreiben lasst Sebiz
feldbau (1580) 22; ha! wurm! so brüllte der despot und hielt ihn zwischen seinen klauen (
der löwe den igel) Pfeffel
poet. vers. (1816) 2, 34; indem er ihre hand zwischen die seinigen drückte Heinrich v. Kleist
w. 3, 419
E. Schmidt. ähnlich: dann sie (
die nachlässigen ärzte) netzen lumpen, fetzen oder anders in jrem balsam oel oder salben vnd stossen dasselbige mit gewalt zwischen die hefft in die wunden hinein Würtz
wundartzney (1624) 19. A@44)
es werden mehrere gleichartige zwischenräume zugleich erfaszt, wobei zwischen
nicht vor einem wortpaar, sondern hier ausschlieszlich vor plural. begriffen steht und entweder zwischen allen vorgestellten zwischenräumen oder nur zwischen einem beliebigen von ihnen sich etwas befindet: sollen von gedachter farb seidene knöpf ... angeheftet werden, zwischen denen jedesmal eine güldene schelle hange Abraham a
s. Clara
w. 2, 58
Strigl; mit etlichen zwischen den spaltungen der leitern hangenden strohalmen Treuer
dt. Dädalus (1675) C 3
b; als die Römer dieses wahrnahmen, huben sie an, zwischen alle wörter einen punct zu machen Gottsched
dt. sprachkunst (1748) 56; und mich dünkt', dasz zwischen jeder welle mir ein feuchtes grab sich öffnete E. v. Kleist
s. w. (1766) 1, 84; zwischen den stämmen der bäume flatterten fruchtbare gesträuche S. Gessner
schr. (1777) 2, 24; eh' der odem wird zur stimme, faszt er jenen schon, der bebt, und zum abgrund zwischen zacken stürzt sein hauch des frevlers nacken Rückert
ges. poet. w. (1867) 3, 19; mit einem grossen fremden vogel in einem käfig, den er ... zwischen dem gitter durch mit einem stäbchen anstach G. Keller
ges. w. (1889) 4, 20; mit dem schwarz gestrichenen gebälk und den weisz abgeputzten lehmvierecken zwischen den balken Polenz
Büttnerbauer (1895) 1, 19.
ebenso von mehreren zwischenräumen zwischen gleichartigen körperteilen: wofern man nicht ... einen tüchtigen messerstich zwischen den rippen davon zu tragen beliebe Gaudy
s. w. (1844) 2, 113; beim kartenspiel musz er sich die karten zwischen die finger stecken (
durch die behinderung des linken armes) G. Freytag
br. an seine gattin (1912) 220.
mundartlich: tswišən dən tsē
iwən
zwischen den zehen Hotzenköcherle
Mutten 355.
redensartlich: he hett wat twischen de fingern
ist wohlhabend (
Schwansen) Mensing
schlesw.-holst. 5, 221. A@55)
übergang von reiner ortsbestimmung zur bezeichnung einer ordnung, anordnung, nebenordnung, wobei anders als bei den unter A 1
angeführten belegen eine gewisse gleichartigkeit innerhalb der betr. faktoren vorherrscht: so in dem vollen monen der mon ist in dem haubt oder in dem zagel des drakken under der sunnen gegenpunct, so wirt daz ertreich gesatzt zwischen den mon und der sunnen Konrad v. Megenberg
dt. sphära 43
Matthaei; und todet sie an dem libe gar und hengket Jhesum zuschen sie beide hen
Alsfelder passionssp. 5424
Grein; aber von solchem (
dasz Christus für uns gelitten) werden wir ursach haben ferner zu reden, wenn wir jn an das creutz und zwischen die zwen mörder bringen Luther 52, 787
W.; was solt er thuon, er setzt sich nider, zwischen zwey aller schönste bildt, die waren züchtig, hübsch vnd milt Scheit
grobianus 3418
ndr.; wenn sich die erd zwischen sonn vnnd mond legt, so gibts eine finsternusz Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 832; und nun setze dich da hin, zwischen herr und frau Dörr, dann hab ich dich gegenüber Fontane
ges. w. (1905) I 5, 137.
deutlicher mit der reinen bedeutung der ordnung im sinne von nebenordnung, wobei sowohl gleichartigkeit als auch gleichwertigkeit der faktoren besteht (
vgl. schon: daz ter mâno fone imo selbemo lîcht nehabet unde in diu sunna anaskînendo lîchten getûot unde er îo in ferte ist fone dero sunnûn alde zûo dero sunnû
n. fone diu geskihet, tanne er in plenilunio sô gegât, taz er dero sunnûn rehto inchît anderhalb tes himeles unde diu erda under in zuiskên ist Notker 1, 271
Piper): och mohte man dâ schouwen ie zwischen zwein frouwen einen clâren rîter gên Wolfram v. Eschenbach
Parzival 639, 22
L.; er sprach zuo dem gaste sîn zwischen iuwer unde mîn mîn wîp muoz sitzen hiute
die heidin 1, 390
Pfannmüller; als nun sovil herschaft da was, da kamen grosz herren, die ritten zwischen des künigs und der Hussen und gaben dem künig gar guete wort (
Augsburg um 1460)
städtechron. 5, 89; nach jhr giengen zwuo jungkfrawen, zwischen welchen si ... steende ... also redet (1537) Schaidenreiszer
Odyssea 17
Weidling; haben sie (
die Andronika) zwischen sich
schausp. engl. comöd. 23
Creizenach; Nathan: sultan, ich bin ein jud':
Saladin: und ich ein muselmann. der Christ ist zwischen uns Lessing 3, 88
L.-M.; zwischen Lavater und Basedow sasz ich bei tisch des lebens froh Göthe I 2, 266
W.; pfarrer Mannheim ging und nahm ungebeten seinen platz zwischen der gnädigen frau und dem fräulein Lenz
ges. schr. 3, 112
Tieck; da geht er (
der abbé) zwischen Natalien und Theresen Göthe I 23, 219
W.; das war meine wirtin, sie ging zwischen zwei anderen frauen Carossa
winterl. Rom (1947) 22.
mundartlich: ik seet twischen den preester un den köster Mensing
schlesw.-holst. wb. 3, 585. A@66)
der duale charakter obiger gruppen tritt hinter der vorstellung der menge, zwischen bezw. innerhalb der sich eine oder mehrere personen oder gegenstände befinden, völlig zurück: er schlug zwuschen yn allen mit der helenbarten und schlug yn anderwert darnyder
Lancelot 1, 82
Kluge; also verandert sich deu sunne und daz jar vorderleich in den vier zaichen, aber deu reich haizzent die himelzaichen, die zwischen den virn sint Konrad v. Megenberg
dt. sphära 35
Matthaei; tzusschin den allin was die unschullige Elyzabeth alsz eyne bluhen lylie tzusschen den dornern (
um 1500) Wigand Gerstenberg
chron. 156
Diemar; vnd ist altzeit tzwischen diese der Baal kummen (1538) Luther
tischr. 4, 150
W.; wir giengen hin vnd theten zwischn die feind vns vnerkanntlich mischn Spreng
Äneis (1610) 31
b; da ich mich nun solcher massen zwischen ihnen befande Grimmelshausen 2, 32
Keller; gärten ..., wo tausend marmorne najaden ... kleine murmelnde bäche zwischen die blumen hingossen Wieland
Agathon (1766) 2, 54; dem knaben sei diesz lied geweiht, der zwischen rosen spielt Göthe I 1, 54
W.; zwischen den pflanzungen blühender obstbäume ragten die strohdächer geselliger dörfer hervor Musäus
volksmärchen 1, 6
Hempel; anordnend ihre kunstgeschäfte, sasz Helene zwischen ihrer mägde schaar Bürger
s. w. 173
a Bohtz; sie (
Bella) verkroch sich zwischen den säulen einer kleinen kapelle A. v. Arnim
s. w. (1853) 1, 143; zwischen fichtenbäumen in der öde find' ich, teure blüte, dich so spat? Platen
w. 1, 25
Hempel; der architekt ... sandte mir einen grundrisz, mir sehr angenehm, weil daraus zu ersehen: dasz in einem bedeutenden raum zwischen bürgerhäuser das theater hineingestellt ward Göthe IV 38, 279
W.; sie (
die prozession am fronleichnamstage) ist vorübergegangen, meine gute Jenny mitten drin, zwischen lauter alten frauen (1842) A. v. Droste-Hülshoff
br. 2, 34
Schulte-K.; auf einen freien Platz hinaus, wo blaue falter zwischen den einsamen waldblumen flatterten Storm
s. w. (1898) 1, 10; neugierig ... stieg er über die ... steinmauer fort und schritt zwischen den gräbern hin Fontane
ges. w. (1905) I 1, 8; zwischen den binsen am ufer stiegen weisze, dünne wölkchen auf Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 24; zwischen allerlei stauden stand ein wilder rosenstrauch Carossa
eine kindheit (1925) 156; wir (
schüler) drängten uns nachmittags zwischen die studenten der universität Stefan Zweig
welt v. gestern (1947) 58.
ähnlich: ... als Achill noch zwischen euern reihen focht ... Bürger
s. w. 167
b Bohtz. übertragen: zwischen alle diese zustände ist das heitere, das lustige, das neckische ausgesäet Göthe I 40, 84
W.; der zug ... drängte sich schon zwischen manchen verwunderten blick Bettine
die Günderode (1840) 1, 82.
die mengenvorstellung setzt sich aus zwei mengenhaften gliedern zusammen: auff dasz jm nichts war hinterlich, da fing er an zu schmatzen, wült sich herumb in wein vnd kost zwischen bechern vnd platten Fischart
Garg. 9
ndr.; der grausame behängt die rüstung seines pferdes mit sieben todtenköpfen; drey sind der schrecken derer, die ihm von hinten nachzusehen das glück haben; und viere pochen von vorne. er hat sich zwischen denselben hingesetzt Lessing 8, 33
L.-M.; und er muszte manchen abend die freude, seine geliebte zu sehen, mit dem verdrusz, zwischen rädern und kindern zu sitzen, erkaufen J. Möser
s. w. 1, 130
Abeken; dann forschte er genau, wie es ihnen zwischen säulen und höhlen gegangen sei Göthe I 24, 62
W.; er ist unten im saal ..., zwischen allen bedienten und kutschern Tieck
schr. (1828) 4, 271; und schlummernd zwischen goldenem geschirr und unreifen früchten (1833) Pückler
briefw. u. tageb. 1, 125
Assing; lachend steckte der wächter die nase zwischen nelken und lindenblüten Sperl
söhne d. herrn Budiwoj (1927) 23.
neben allgemein-geographischen begriffen: die hôchgelobeten degen begunden sich schône ze velde legen, zwischen der berge ûf daz velt wart gerihtet manic hêrlîche gezelt
Münchener Oswald 1686
Baesecke; du lest brunnen quellen inn den gründen, dass die wasser zwischen den bergen hyngehen Agricola 750
teütscher sprichw. (1534) a 8
a; ein enges thal zwischen waldichten hügeln A. v. Haller
Usong (1771) 13; der meerbusen, an dessen ufer zwischen nackten felsen Stavanger liegt H. Steffens
was ich erlebte (1840) 1, 15.
neben einem begriff, der mit mehreren, ihn umgebenden begriffen in einen geographische beziehung gesetzt wird: dardurch sie (
die Römer) ... in krieg gegen der statt Carthago in Africa gelegen, gewachsen, welche in Africa vnd Hispania auch den inseln, zwischen deren vnnd Italia gelegen, grosse macht hetten Xylander
Polybius (1574) 6
b vorr.; das zwischen dem Rhein, der Nord- und Ostsee, Sarmatien und der Donau gelegene land
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778) 1, 1. A@77)
an die örtliche vorstellung schlieszen sich verschiedene wendungen und redensarten an, die oft aus frühnhd. zeit stammen und sich zuweilen in mundart und umgangssprache bis in die neueste zeit gehalten haben: ich hab Christum vnd den bapst an einander gehangen vnd bin also zwischen thur vnd angel kommen Luther
tischr. 1, 24
W.; zwischen thür vnd angel S. Franck
sprichw. (1541) 2, 64
b; zwüschend thür vnnd angel, zwüschend kugel vnnd zil ston, in grosser angst seyn, die nit wüssend was sy thuon sllend, die stond zwüschend dem opffer vnd altar Frisius
dict. (1556) 1172
a s. v. inter sacrum et saxum stare; der sich zwischen mutter vnd sohn mischet, leget sich zwischen thür vnd angel Friedrich Wilhelm
sprichw. reg. (1577) e 2
d; wer sein finger zwischen angel vnd thür stecket, der klemmet sich gern Lehmann
floril. polit. (1662) 3, 473; desch
er dī
e r on ang
e unentschlossen Heinzerling-Reuter
Siegerländer wb. 40
b; zwischen thür vnnd wand lege niemand sein hand,
zu: red nicht dann guots zu eim dinge, es geräth dannoch wie es mag
klugreden (1548) 43
c. ich stehe zwischen kugel vnd zil S. Franck
sprichw. (1541) 2, 64
b; zwischen kugel und ziel komme
n Fischer
schwäb. 6, 1469; er wuszt des Catons spruch, das gessen vngetruncken sey gehuncken vnd im gegenspiel, getruncken vngessen, sey zwischen zweien stülen nidergesessen Fischart
Garg. 75
ndr.; zwische
n zwei stüe
hl
hina
b sitze
n die wahl verpassen, besonders bei heiraten Martin-Lienhart
elsäss. 2, 928
a; tüssken zwee stoolen in de asske sitten
in der klemme, in groszer verlegenheit sein Stürenburg
ostfries. 291
b.
entsprechend auch: Doornkaat Koolman
ostfries. spr. 3, 450
a;
bremisch-niedersächs. 5, 145; wer sich zwischen stro vnd feür leget, der brennet sich gern Tappius
adag. cent. septem (1545) 228
b; wer mit beschwernussen geplagt wird, von dem wird gesagt: man hat jhn ... zwischen den sporn Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 95; er ist zwischen dem hammer vnd dem ambos kommen Friedrich Wilhelm
sprichw. reg. (1577) C 2
a; zwischen baum und borke stecken:
zur bezeichnung einer kritischen lage, in der man weder vorwärts noch zurück kann Borchardt-Wustmann
sprichw. redensarten (1925) 46; twashe hōlt an burk satten
zwischen tür und angel sitzen Bendsen
nordfries. spr. 392
de Vries; he sitt twischen bork un boom
er ist in einer peinlichen lage Mensing
schlesw.-holst. 1, 431.
als ist im medizinischen bereich die feste wendung eine krankheit zwischen fell und fleisch
für '
wassersucht, intercus'
: intercus ein sucht zwischen fel vnd fleysch
voc. ex quo (
um 1475) k 6
a;
voc. theut. (
Nürnberg 1482) qq 7
a; Tortellius
gemma (1495) L 7
a;
intercus ein kranckheit zwyschen vell vnd fleisch
voc. gemma gemm. (1508) n 2
a;
vgl. auch en suke twisschen vel vnd vlesch.
hd. waszersucht, waterzuchtich Diefenbach
gl. 303
c s. v. intercus; das zwüschend haut vnd fleisch ist, wassersucht Frisius
dict. (1556) 110
a s. v. aqua intercus; vgl. weiterhin: zwischen fell vnd fleisch
inter cutem et carnem, intercus Duez (1664) 2, 743
b; zwischen fell und fleisch
frà, trà cuoio pelle e carne Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1500
c; zwischen fell und fleisch Rädlein (1711) 1125
a; zwischen haut und fleisch
intercus Dentzler
clavis ling. lat. (1716) 2, 372
b.
vielleicht schlieszt sich daran die mundartliche redensart dat stecket meck noch twischen fell un fleische
weisz noch nicht, wofür ich mich entscheide Flemes
Kalenberg in: hann. geschichtsbl. (1920) 115. BB.
zeitlichkeit. B@11)
ein bestimmtes, singuläres ereignis wird innerhalb eines durch zwei bestimmungen begrenzten zeitraumes vorgestellt: darnach an der nächsten mitwochen nach sand Giligen tag des morgens frü zwischen vieren und fünfen des tags, da ward Newburg gebunen (
erobert) mit sturm
sächs. weltchron. 370
W.; und uns des ir offenen besigelten briefe geben zwischent hie und sant Margareten tag (1341)
hess. urk.-buch 2, 497
Wyss-Reimer; in der jarzal unsers herren in dem 1373 jar zwischen dem obresten (
dreikönigstag) und liechtmess do sant kaiser Karl seinen raut gen Gmünd (
Augsburg 1373)
städtechron. 4, 32; dat hij ons betael end voldoe tusghen hier end sente Victoers misse (
um 1376)
bei Steinhausen
privatbr. d. mittelalt. 1, 12; vnnd machten eynen gutlichen tag czwusschen Michaelis vnnd sente Jorgen tag anno ... Stolle
thür. chron. 9
lit. ver.; am sonntag zwischen dem hailigen tag vnd seinem achten tag Tauler
pred. (1508)
reg. 1
c; dasz niemand ... weder antvögel noch ander wassergefügel ... schieszen und deren vögel kainen zwischen hie und sant Johans tag sonnwenden (24. juni) nechstkünftig ... verkauffen solle (
Augsburg um 1565)
städtechron. 33, 30
anm. 2; item den groszen kornzins soll man zinsen zwischend sanct Martins tag und der liechtmesz (1586)
österr. weist. 3, 311; vierzig jahr — des lebens mitte, zwischen wiege, zwischen grab! G. Kinkel
ged. (1868) 2, 44; ich will ihm auch das stück pfarracker ... zedieren, wenn ich solche hochzeit zwischen heut und einem jahre erlebe Fontane
ges. w. (1905) I 5, 164.
mundartlich: des ist g
eschehe
n zwische
n pfingste
n und neujahr Fischer
schwäb. 6, 1469.
zurücktreten des singulären ereignischarakters zugunsten gröszerer zeitlicher unbestimmtheit (
vgl.C): do liz her alle dy kinder tote, dy czwisschin czwen iaren vnd eyner nacht woren Dietrich v. Gotha
predigten (1385) 22
b; ain junger man zwuschen 27 und 28 jaren (
Augsburg 1534)
städtechron. 29, 58; zwischen ostern vnnd pfingsten heyraten die vnseligen
klugreden (1548) 59
a; es ist ietzo gleich zwischen 11 und 12 Chr. Reuter
Schelmuffsky 21
ndr. B@22)
ein begrenzter zeitraum wird in seiner ganzheit erfaszt, bezw. als von einem oder mehreren ereignissen ausgefüllt gedacht: der nar wüst wie lang es was zwüschen weihnachten vnd der herren fastnacht alle iar Pauli
schimpf u. ernst 40
lit. ver.; so haben wir ... gewilliget, dasz sich doctor Jonas zwischen hier und fasnach dahin zu einem prediger gebrauchen lassen muge Luther
br. 8, 174
W.; ausz gleicher obseruation meynen sie (
Demokrit u. Apuleius) auch, die kältest zeit errege sich zwischen dem 7. vnnd 14. tag des mertzens
M. Herr
feldbau (1551) 16
a; zwischen weinacht vnd aller narren fasznacht sind vngleiche wochen vnnd tag Fischart
praktik (1607) a 2
a; zwieschen dato vnndt ostern leicht in die viertzik vnndt mehr tausendt ... anlauffen dürffte (1618)
acta publica 1, 54
Palm; zwischen allerheiligen und christtag es nicht viel regen noch winden mag Prätorius
saturnalia (1663) 308; die zeit zwischen weihnacht und fastnacht
the interval, or the space of time, between christmas and lent Ludwig
t.-engl. (1716) 2669; recht so! zwischen der wieg' und dem sarg wir schwanken und schweben auf dem groszen kanal sorglos durchs leben dahin Göthe I 1, 309
W. B@33)
die beiden begrenzenden zeitbestimmungen stehen im polaritätsverhältnis zueinander, wobei ein mittel- bezw. übergangszustand gedacht wird, der als solcher zum ausdruck kommen kann; nur lückenhaft nachweisbar: disz was zwuschen tag und nacht, und brachten so viel lattern und fackeln, das es als liecht wart als zu mittemtag
Lancelot 1, 70
Kluge; alse di messe ist schussin tage und nacht, also ist di geburt halb tac halb nacht
parad. anime intell. 19
Strauch; zwischen tag und nacht Kramer
t.-it. 2 (1702) 1500
c; denn oft säumet, zwischen dem tod und dem leben, ein schlummerleben; ist nicht leben, nicht tod! Klopstock
oden 2, 124
M.-P.; dabei murmelte er noch zwischen schlaf und wachen einige dunkle worte Eichendorff
s. w. (1864) 3, 126.
mundartlich, mit teilweise formelhafter erstarrung: zwische
n licht und mo
ndschei
n Fischer
schwäb. 6, 1469; desch
er dach on donk
el
in der dämmerung Heinzerling-Reuter
Siegerl. wb. 40
b; zwüche tag e nacht; zw. für und liecht
ebenfalls in der dämmerung Hunziker
Aargau 316.
entsprechend auch: Fischer
schwäb. 6, 1469; Martin-Lienhart
elsäss. 2, 928
a;
Elberf. ma. 164
a.
dazu aus friesischen maa.: twisken ljacht en tsjuster Dijkstra
friesch wb. 3, 358
b; twesken ual an nei
zwischen altem u. neuem jahr Schmidt-Petersen
nordfries. 143
b; Jensen 649. B@44)
auf formeln dieser art gehen wendungen zurück, die auf syntaktisch einen zeitbegriff verkürzt sind. sie sind z. t. schon in ahd. zeit nachweisbar, bleiben in neuester zeit jedoch fast ganz auf den mundartlichen bereich beschränkt. B@4@aa) zwischen abend(s) '
gegen abend, abends'.
von Luther
häufig angewandt zur wiedergabe von lat. ad vesperum
bezw. vespere,
vor allem in der übersetzung der bücher Mosis: und das soltu mit dem altar thun, zweiyierige lemmer soltu alle wege des tages drauff opffern, ein lamb des morgens, das ander zwisschen abends (
unum agnum mane et alterum vespere)
2. Mos. 29, 39,
so auch die Zürcher bibel (1531) 1, 80
a;
dagegen in der 1.
dt. bibel: ein lamb an dem morgen und das ander an dem abend.
vgl. ferner bei Luther
2. Mos. 12, 6; 16, 12; 29, 41; 30, 8;
3. Mos. 23, 5;
4. Mos. 9, 3; 9, 5; 9, 11; 28, 4; 28, 8;
daneben gibt er ad vesperum
auch wieder mit umb vesperzeit
1. Mos. 8, 11, des abends
ebda 30, 16;
2. Mos. 12, 18;
auch: am abend
Josua 5, 10.
nur einmal steht bei ihm formelhaftes zwischen sabbats
apostelgesch. 13, 42 (
rogabant ut sequenti sabbato loquerentur sibi verba haec),
wo die 1.
dt. bibel einen andern sambstag
übersetzt. B@4@bb) zwischen licht(es), zwischen lichten '
in der abenddämmerung'; zwischen abends, zwischen lichten, zwischen tag und nacht
al barlume, all' imbrunirsi della sera, all' Ave Maria Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1500
c: anno dni 1384 jaur an sant Stephans nacht in den weichennächten zwischent liecht (
Augsburg um 1400)
städtechron. 4, 226;
auch: in den weichennechten zwischen liechtes
ebda 4, 75; abends zwischen licht, in einem zimmer beim musikanten Schiller
s. schr. 3, 473
G.; zwischen lichten ist's, ahne. soll ich die knaben rufen? Sperl
söhne d. herrn Budiwoj (1927) 435; zwüsche liecht
in der dämmerung Seiler
Basel 331
a;
vgl. auch: Fischer
schwäb. 6, 1469; Martin-Lienhart
elsäss. 2, 928
a; Gebhardt
Nürnb. ma. 341; Beck
Markgräfler ma. 84. B@4@cc)
durch verschiebung des blickpunktes auf den endtermin entsteht die bedeutung '
bis': dasz es jme (
Christus) nicht müglich sey, hie zwischen dem jüngsten tag ... leiblicher weise auff erden zu sein Gretter
erkl. d. ep. S. Pauls a. d. Römer (1566) 693,
für ursprüngliches: zwischen hie und dem jüngsten tag;
vgl. dazu die von Fischer
schwäb. 6, 1469
gegebenen belege mit der gleichen umstellung und ellipse: hie und zwischen Sankt Bartolomeus tag; hie und zwuschen dem achtenden tag; hie zwischen ostern.
die bedeutung '
bis'
findet sich jedoch auch auszerhalb solcher formeln: Beniamin hatt 10 sune und keine tochter zwischen seim 33. jar Luther
tischr. 5, 165
W. B@55)
an die stelle von begrenzenden zeitbestimmungen kann auch die bezeichnung des zeitraumes treten. nur vereinzelt in nicht formelhaftem gebrauch: und darnach, da man zalt 1457 zwischen des achteden der hailigen drei küng, da kam ain erdpidem (
Augsburg um 1467)
städtechron. 25, 314. B@5@aa)
nur der mundart gehören die plural. formeln an zwischen den jahren, zwischen den tagen
u. ä. als bezeichnung des zeitraumes zwischen weihnachten und hl. drei könige bezw. neujahr: zwischen den jahren Kehrein
Nassau 1, 458; Fischer
schwäb. 6, 1469; Heinzerling-Reuter
Siegerl. wb. 130
b; Pfister
nachtr. z. Vilmars id. v. Hessen 348; Woeste
westfäl. ma. 278
b;
auch twesken di heligen Mungard
Sölring spraak 232; tewern twölften Mensing
schlesw.-holst. wb. 5, 51; twischen de daag 5, 221. B@5@bb)
nur in älterer sprache begegnet die formel zwischen der zeit,
d. h. innerhalb eines aus dem zusammenhang ersichtlichen zeitraumes; zwischen der zeit ...
entre cy et là Duez (1664) 2, 743
b: tuschen desser tijd (15.
jh.)
bei Schiller-Lübben 4, 663
b; gen dem kaiser Ludwig, der nu zwischen der zeit was kaiser worden (1481) Füetrer
bayer. chron. 177
Spiller; item zwischen und ynn der zeit haben sich seine freunt sehr und hoch bemühet ledigung halben des gefangnen mit groszer erbietung, bit und beger und suplicacion gestelt Luther 23, 462
W.; wie denn zwischen der zeit (
zw. 200
u. 500) anno Christi 433 die Wandali Bohemen eingenommen haben Entzelt
altmärk. chron. (1579) 86; als die Latiner triben fort dergleichen reden an dem ort, begundt der troianisch hauff mit aller macht zu brechen auff das läger zwischen diser weil thät rucken zu der statt in eyl Spreng
Äneis (1610) 230
a; wenn man nicht mit groszem fleisz das unkraut zwischen der zeit umhacken und ausjäten will
allg. haushalt.-lex. (1749) 1, 22
b;
mundartlich: zwischen der zeit essen
zwischen der regelmäszig für das essen bestimmten ... zeit essen Kehrein
Nassau 1, 458.
anders: twuschen tiden
mitunter, zwischendurch Böning
Oldenburg 120
b; seit 1884 habe ich zwischen zeiten einzelne bezügliche artikel ... veröffentlicht Lüpke
seemannsspr. (1900) XII. B@5@cc)
bis in die jüngere zeit reicht ein gebrauch, wo an die stelle eines zeitbegriffes der über einen zeitabschnitt andauernde vorgang tritt: denn zwischten sorgen, die man dreyt, sol man zu zyten bruchen freydt Murner
gäuchmatt 13
Uhl; zwischen den drüncken red nit viel! Hans Sachs 4, 105
lit. ver.; am h. sontag zwischen der predigt, sie solchen dingen ... nachdencken Moscherosch
insomnis cura par. 107
ndr.; letztlich ist zwischen unterschiedlichen rathschlägen der tag vergangen Schupp
schr. (1663) 714; er kommt gerne zwischen der abendmahlzeit oder währender abendmahlzeit Ludwig
t.-engl. (1716) 2669; die erlaubnisz ..., vier wochen zwischen der messe ein paar groschen mehr an einem orte circuliren zu lassen Göthe I 21, 79
W.; zwischen der arbeit schaute ich oft nach ihr Brentano
ges. schr. (1852) 4, 33; die mutter spricht zwischen dem lesen: du irrst, es starben nur vier H. Heine
s. w. 1, 109
Elster. hierher auch formelhaftes zwischen weges '
unterwegs': derselbige vor dem andern kremer zwischen weges ermordet wart Heyden
Plinius (1565) 197;
noch vereinzelt mundartlich: sich zwischen (
während) der predigt still und eingezogen halten Martin-Lienhart
elsäss. 2, 928
a. CC. zwischen
bei der indirekten bestimmung eines mittelwertes oder zwischenzustandes. C@11)
ein nicht näher bestimmbarer zahlenwert wird durch zwei feste grenzzahlenwerte indirekt bestimmt: ain vergulte verdeckte scheurn zwuschen 60 und 70 guldin wert (
Augsburg 1490)
städtechron. 22, 270
anm. 2; die anzahl der studenten (
in Jena) ist zwischen 7 bisz 800, und soll jezt, wie der ruhm der universität, im zunehmen seyn (1787) Schiller
br. 1, 400
Jonas; sie hatten zwischen einer und vier mark gekostet Feuchtwanger
geschw. Oppermann (1948) 88.
dazu vgl. die im voraufgehenden unter B 1
angeführten belege für zeitliche bestimmungen dieser art. C@22)
in gleicher weise wird ein mittelwert oder zwischenzustand durch zwei grenzwerte oder grenzzustände, die auch in einem polaren gegensatz zueinander stehen können, näher umrissen; vgl. auch die unter E 1 d (
sp. 1342)
angeführten zusammensetzungen: und hett eyn roten bart und das hare wedder wol rott noch wol schwarcz, zwuschen beyden gemenget
Lancelot 1, 26, 20
Kluge; nicht ist schussin gode und der sele geschaffin dan englisch nature. wan di sele ist geschaffin in deme nidersten grade fornuftiger nature, und des englis ammit ist daz he irluchte
parad. anime intell. 46
Str.; zwischen armuot vnd reichthumb ist das best leben
klugreden (1548) 146
a; wir sein des lebens ende, des wesens ende, des nichtwesens anfang, ein mittel zwischen in beiden
ackermann a. Böhmen 17
Hübner; (
der teutsche barde) ist zwar noch nicht der veredelte homerische Grieche, aber auch keineswegs der ungeschlachte Irokese, sondern steht zwischen Homer und Ossian in der mitte Kretschmann
s. w. (1784) 1, 16; nun habe das mittelding zwischen kind und jüngling angefangen, seinen verdrusz zu zeigen Göthe I 21, 223
W.; da eine graue fläche zwischen hell und dunkel innen steht
ders. II 1, 14
W.; in einem ... mittelzustand zwischen formeller souveränetät und thatsächlicher unterthänigkeit Mommsen
röm. gesch. 2 (1874) 19.
ähnlich: geht zwischen hasz und enthusiasmus die mittelstrasze, die von den weisen ... immer die goldne genannt wurde Immermann
w. 1, 37
Boxb. C@33)
ebenso von der situation seelischer zwiespältigkeit oder allgemeiner ungewiszheit zwischen zwei extremen (
vgl. schon: so hanget rechte der mensche enzwuschent himmel und erden: mit sinen ubersten kreften so ist er erhaben uber sich selber und uber alle ding und wonet in gotte, aber mit sinen nidersten kreften so ist er verdunst under alle ding in den grunt der demütekeit Tauler
pred. 88
Vetter): sie alle hiengen wanckelbar zwischen der forcht vnd hoffnung gar Spreng
Äneis (1610) 7
a; Rom schwebte nun zwischen furcht und hoffnung A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 1, 2; o mein vater, ... lassen sie mich nicht zwischen himmel und erde, zwischen hoffnung und verzweiflung schweben Lenz
ges. schr. 1, 80
Tieck; nur des höchsten abglanz, der gerechte, welcher in dem schröklichen gefechte zwischen lust und pflicht jener sich entringt ... Schiller 1, 264
G.; so strauchelt die jungfrau, welche die glühenden küsse des geliebten auf dem busen fühlt, zwischen den lehren der mutter und dem zuge der natur Klinger
w. (1809) 3, 14; dasz doch die jugend immer zwischen den extremen schwankt! Göthe I 21, 65
W.; drei volle wochen schwebte er zwischen tod und leben Pfeffel
pros. vers. (1810) 5, 195; ... schwankend zwischen ruhm und schmach Gaudy
s. w. (1844) 4, 30; zwischen süszem schmerz, zwischen dumpfem wohlbehagen Mörike
w. 1, 43
Maync. DD. zwischen
zum ausdruck einer inneren bezogenheit von konkreten oder abstrakten faktoren aufeinander. es kann sich dabei um ein bestehendes verhältnis (
s. u. 1
und 2)
oder um die verwirklichung einer beziehung zwischen zwei oder mehreren faktoren durch einen akt des vermittelns, vergleichens, wählens, entscheidens, richtens usw. (
s. u. 3—5)
handeln. die spanne reicht von einer unmittelbaren beziehung, welche von einem abstrakten zwischenfaktor (
liebe, freundschaft, gespräch usw., vgl. 1)
direkt bezeichnet wird, bis in die nähe fast örtlicher befindlichkeit, ohne dasz jedoch die vorstellung eines irgendwie bestehenden verhältnisses aufgegeben würde. D@11)
von einer besonderen art der bezogenheit zweier personen, personifizierter begriffe, personengruppen, völker oder gattungen aufeinander neben ausdrücken wie freundschaft, liebe, ehe, spiel, gespräch, briefwechsel; streit, zorn, feindschaft, zweikampf, krieg, bestrafung
u. dgl.: hêrre, der künec Gramoflanz iuch bitet daz ir machet ganz gelübde, diu dâ sî getân zwischen im unt Gâwân Wolfram v. Eschenbach
Parzival 717
Lachmann; mislîchiu beswærde huop sich dô under in, zwischen dem herren unde in drin Hartmann v. Aue
armer Heinrich 994
Wackern.; zwischen in beiden werte lange der strît
heldenbuch 2, 261
b Martin (
Rabenschlacht 450); unde ob dîn brûder sundet wider dich, gê und bestrâfe en zwischen dir und ime alleine
evangelienb. d. Matth. v. Beheim 43
Bechstein; das 33. capitel; in dem sprichet got aus das vrteil des krieges zwischen dem tode vnd dem clager
ackermann a. Böhmen 83
Bernt-B.; ich setze veintschaft zwischen dir vnd dem weib 1.
dt. bibel 3, 53
Kurr.; (
der abt) wol vernomen het alle rede czwischen dem wirt vnd Allessander Steinhöwel
decameron 69
Keller; er (
Christus) soll unser hilff und trost sein, das fortan zwischen gott und uns aller zorn auffgehoben Luther 52, 48
W.; und thu mit im die mainung reden, wie wir beschlossen zwischen uns beden Hans Sachs 1, 34
lit. ver.; darüber sich die grossen drey kriege zwischen denen von Rom und Carthago erhuben Mathesius
Sarepta (1571) 78
b; unverhoffte doch gewünschte liebesgeschicht zwischen Filidor und Julienen Neumark
fortgepfl. mus.-poet. lustw. (1657) 1, 437; ob der heirath zwischen dem junckern und der damoisellen möchte fortgehen Grimmelshausen 2, 346
Keller; es (
ein altes, schottisches lied) ist ein gespräch zwischen mutter und sohn Herder 5, 172
S.; indessen fand sich mit der zeit eine stärke in meine arme, dasz das spiel zwischen meinem vater und mir ungewisz ... wurde Hippel
lebensläufe (1778) 1, 60; es sind noch briefe auf uns gekommen, die zwischen den grafen von Egmont und Mannsfeld gewechselt worden Schiller 7, 140
G.; ohne zweifel waltet ein zarter und unschätzbarer bezug zwischen einem jeden lande und den berühmten männern, die aus seinem schosse hervorgingen Göthe I 41, 1, 8
W.; ein zweikampf zwischen dem grafen und dem freiherrn Arnim
s. w. (1853) 2, 45; jedes noch so flüchtige verhältnisz zwischen den zwei geschlechtern müsse streng überwacht werden A. v. Droste Hülshoff
ges. schr. (1879) 2, 357; das (
zeichnen) ist eigentlich die einzige kunst, die man betreiben sollte, zwischen mann und weib Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 172; 'sis nischt zwischen uns gewest' G. Hauptmann
Rose Bernd (1904) 123; dies bleibt nicht zwischen uns, dasz er's weisz Th. Mann
Lotte in Weimar (1946) 36.
auch im gedanklich-geistigen bezw. abstrakten bereich häufig belegt: der geist were gerne drap und di sele wil blibin, und alsus ist ein strit schussin deme geiste und der sele in deme einvaldigin wesine
parad. anime intell. 119
Strauch; da ist ein grosser streit vnd ein kampff zwischen der seelen vnd dem leib vnd zwischen der vernunfft vnd der sinlichkeit Keisersberg
brösamlin (1517) 2, 65
c; gedanken über den streit zwischen vernunft und glauben Kästner
verm. schr. 1 (1755) 102; wahrscheinlich würde mehr harmonie zwischen seinen frühern und spätern meinungen zu bemerken sein Göthe I 46, 82
W.; die ganze ideenverbindung zwischen diesen ereignissen und meines ahnherrn worte Immermann
w. 1, 23
Boxb.; wir haben jetzt nach auszen frieden, aber im innern den sozialen krieg zwischen capital und arbeit (1890) G. Freytag
br. an s. gattin (1912) 421; eine dritte, noch fundamentalere relativität auf das subjekt als person besteht schlieszlich in dem verhältnis zwischen wert und wertträger
N. Hartmann
ethik (1935) 131; und sie (
die kluft) wurde in seiner vorstellung immer mehr zur kluft aller klüfte, zum weltabgrund zwischen mann und weib, zwischen ja und nein, zwischen seele und leib H. Hesse
glasperlenspiel (1943) 2, 388. D@22)
von einem verhältnis bezw. einer besonderen art der verbundenheit oder beziehung zwischen den gliedern einer menge: machte sich ein zweitracht zwuschin den korforsten, also daz zwene gekorn wordin zu dem romischin riche (
um 1315) Fr. Ködiz v. Salfeld
leben d. hl. Ludwig 6
Rückert; das sie dienen, eynickeyt und fride zwischen den leütten zur halten Luther 18, 419
W.; zwischen den frummen ist grösser freündschafft dann vnder den bluots verwandten G. Mayr
sprüchw. (1567) E 2
b; ich sorgte, es möchte hernach uneinigkeit zwischen den erben setzen Grimmelshausen 2, 374
Keller; wollt ihr mit uns, um zu sehen, ob auch zwischen den erwachsenen ein gutes verhältnisz entstehen könne? Göthe I 24, 7
W.; so sei doch damit der grund zu einer unausbleiblichen entzweiung zwischen den Deutschen selbst gelegt Ranke
s. w. (1867) 2, 8.
nahestehend scheinen verbindungen innerhalb des abstrakten bereichs zu sein, in denen zwei fast personifiziert gedachte begriffe in einem verhältnisbestimmenden sinne ganz ineinander übergehen: man sol zwischen minne mit genuht triuwe in glanzer stæte mischen: daz birt ganzer fröuden fruht Konrad v. Würzburg
kl. dicht. 3, 38
E. Schröder; denn wo solcher zorn nicht zu weylen keme zwischens die liebe, so würde die liebe faul und der rost fresse sie wie ein eyssen Luther 23, 516
W. D@33)
bei begriffen des vermittelns. es wird kein gegebenes verhältnis vorgestellt, sondern es findet zwischen zwei gegensätzen eine vermittlung statt: ich wil hie teidingen zwischen im und der herzogîn Wolfram v. Eschenbach
Parzival 719, 15; und machten ainen frid zwischen des kaisers und der stet (
Augsburg 1376)
städtechron. 4, 48; daz weir getedegit haben czvussen den hochgeboren fursten hern Prsemissla ... an eyme teyle und hern Bolken ... an dem andirn teyle (1385)
lehns- u. besitzurk. Schlesiens (1881) 1, 348; den schickt er zuo dem benanten küng Sigmund gen Basel, der redt sampt mit im und bracht die sach zuo guot zwischen des und seins vatters (
Augsburg 1434)
städtechron. 4, 122; understuend er sich zbischen dem selben kayser Fridrichen ... und hertzog Albrechten güetlicher handlung und vertrueg sy mit ain ander (1481) Füetrer
bayer. chron. 227
Spiller; Jesus allein ist der mittler zwischen uns und gott Zwingli
dt. schr. (1828) 1, 131
Sch.-Sch.; sondern nennen jn (
den mond) gleichsam den ehman der sonnen, der ... zwischen jr vnd der erden mittelt Sebiz
feldbau (1580) 47; als die königin in Engelland sich zur unterhändlerin zum frieden anno 1567 zwischen Spannien vnd den Staden anerbotten Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 238; und fragen wir nun, worin er die vermittelung zwischen göttlicher vollkommenheit und menschlicher sündlichkeit sieht, so ist es allein ... das geoffenbarte wort Ranke
s. w. (1867) 1, 202.
hierher auch: schlaf und tod, der macht vergleich zwischen arm und zwischen reich, zwischen fürst und zwischen bauer, zwischen biedermann und lauer Logau
s. sinnged. 117
lit. ver. D@44)
bei begriffen des vergleichens und unterscheidens (
vgl. schon: sô ist er [
der mensch] wêrlîche daz selbe von gnâden, daz got ist von nâtûre, unde got bekennet sîn selbes enkeinen underscheit enzwischen im und disem menschen meister Eckhart in:
dt. mystiker d. 14.
jhs. 2, 185
Pf.; und herumb ist gros underscheit enzwúschent den die der geschrift lebent, und in den die alleine sú lesent Tauler
pred. 78
Vetter): glychnen ist, da man etwas glychgestalts oder glychförmigs zwüschend zweyen dingen findt Zwingli
dt. schr. 1, 93
Sch.-Sch.; hie (
in der fastenpostille) las ich yderman unterscheyd suchen und treffen zwischen dem eusserlichen scheynenden priesterthumb und diesem ynnerlichem, geystlichem priesterthumb Luther 17, 2, 6
W.; ir sollet heut sehen was da vnderscheid ist ... zwischen den Römern vnd andern völckern Carbach
Livius (1551) 60
a; diser Noa welet, ordnet vnd bestetiget ... oberkeit vnd lerer, vnnd vnterscheid zwischen heuptern vnnd vnterthanen Mathesius
Sarepta (1571) 82
b; ein grosser vnderscheid ... ist zwischen der justici, welche auffm pappier ... stehet vnd zwischen der, welche im werck bestehet Albertinus
hirnschleiffer (1664) 110; zum unterscheide zwischen ihrer (
der italienischen) und der lateinischen sprache Gueintz
dt. rechtschrb. (1666) 15; was für ein unterscheid zwischen diesem elenden leben und dem jenigen seye, dass ich den verwichnen tag gesehen Grimmelshausen 2, 409
Keller; unterscheidende kennzeichen zwischen Homers mahlerey und Virgils Breitinger
crit. dichtkunst (1740) 1, 29; eine vergleichung zwischen Petersen und Wielanden würde diesem auf keine weise schimpflich seyn Lessing 8, 17
L.-M.; indesz bleibt ... ein unterschied ... zwischen dem schlimmen und dem schlimmern Göthe I 21, 78
W.; welcher grosze unterschied zwischen dem sogenannten heftigen temperament und der von grund aus reinen weiblichkeit ist Brentano
ges. schr. (1852) 5, 288; dein etwaiger vergleich zwischen heute und vor fünf jahren
br. v. u. an Herwegh (1896) 39.
spärlicher bezeugt ist die präposition in mengenhaften vergleichsvorstellungen: wir seind alle menschen, alle fallen wir in sünd, aber es ist gar grosser vnterschied zwüschen denen die da fallen Keisersberg
pred. teütsch (1508) K 1
a; item es soll keyn vnnderscheid sein, der besoldung halben, zwischen den kriegs leüten Cronberg
schr. 69
ndr.; aus diesem gesichtspunkte betrachtet, verschwindet der unterschied zwischen bauer, bürger, soldat und edelmann Th. Abbt
verm. w. (1768) 2, 1, 16. D@55)
bei begriffen des wählens, entscheidens und richtens. es wird gewählt bezw. gerichtet oder entschieden zwischen zwei möglichkeiten, die erst durch diese entscheidung in beziehung zueinander gesetzt werden: nu het herzog Albrecht von München vor geschriben und poten in all stet und in all märkt im Oberland, die herzog Ludweigs sälig gebesen warn, daz man weder herzog Hainrich noch in einlassen solt, unz daz ein austräg geschäch zwischen ir paider, welcher des landes dann ein herre wurde
sächs. weltchron. 376
Weiland; dit ist die scheidunge, die wir ... geordent han zussen den ersamen geistlichen luden den duzen herren (
Deutschherren) und deme clostere zu Schiffinburg (1339)
hess. urk.-buch 2, 478
Wyss-R.; von slages unpilde si kluben vor den henden. es mochte niemanndt wenden zwischen in dan der dot Heinrich v. Neustadt
Apollonius 7679
Singer; denn sie (
die tyrannen in gottes volk) sind schwach ym gewissen und konnen nit frey tzwisschen dem scheyn unnd grund, tzwischen dem gleyssen und der warheyt urteyllen Luther 10, 1, 1, 666
W.; wann zu grossen sachen als zwischen dem gemeynen nutz vnd der menschen blut zurichten, grosser ernstlicher fleiss gehört
Carolina 131
b Zoepfl; derhalben er so ain kluoge, rechte urtail zwischet den zwaijen wibern, ... zuo fellen wisset Kessler
sabbata (1912) 167; die wahl zwischen deinem richterspruche und dem eines höhern Gerstenberg
Ugolino 269
Hamel; wenn des weltgerichts wag durch den Olympus schallt, dich verruchter zu wägen zwischen himmel und Erebus Schiller 1, 43
G.; sie (
Wilhelm) sollen, sprach Serlo, schiedsrichter sein zwischen uns (
Serlo und Aurelia) Göthe I 52, 252
W.; ... du lässest mir zwischen ja und nein die wahl? Müllner
dram. w. (1828) 2, 15; die entscheidung zwischen königthum und gemeindeherrlichkeit Mommsen
röm. gesch. 1 (1856) 17; und ehe sich frau Dörr zwischen punsch und tee entscheiden konnte Fontane
ges. w. (1905) I 5, 144. D@66)
bei begriffen der trennung. ein trennender faktor tritt zwischen ein bestehendes verhältnis: zwischen uns stand rauh und wild ein mittlerer, und trennte schon im spiel der ersten jugend einigkeit und lust Göthe I 10, 36
W.; wer bist du, übermütiger, dasz du dich zwischen zwei vermählte drängst? H. v. Kleist
w. 2, 224
E. Schmidt; und meine zufriedenheit wird ungetrübt bleiben, wenn auch ferner niemand zwischen mich und die sonne tritt Thibaut
üb. d. notwendigk. e. allg. bürg. rechts (1814) 405; und legt ihr zwischen mich und sie auch strom und thal und hügel, gestrenge herrn, ihr trennt uns nie, das lied, das lied hat flügel Geibel
ges. w. (1883) 1, 27.
ähnlich: eine verdrüszliche sache scheint zwischen meine hoffnung die räuber aufführen zu sehen, zu treten (1781) Schiller
br. 1, 52
Jonas; doch schau! entsetzen liegt auf deiner mutter; tritt zwischen sie und ihre seel' im kampf, in schwachen wirkt die einbildung am stärksten
Shakespeare 3 (1798) 275. EE.
zusammensetzungen. E@11)
substantiva. sie sind nur vereinzelt im mhd. nachweisbar (
s. zwischensatz sp. 1370),
werden im 17.
jh. im schriftsprachlichen bereich häufiger und entwickeln sich fruchtbar seit beginn des 18.
jhs., später gefördert durch die technik und naturwissenschaften des 19.
jhs. E@1@aa)
der grundwortbegriff des kompositums befindet sich im mannigfach örtlichen, aber auch zeitlichen sinne zwischen zwei einzelfaktoren, gruppen usw., die sich aus dem satzbezw. sinnzusammenhang ergeben. zunächst von einem rein örtlichen oder auch zeitlichen dazwischensein: zwischenarm: die Elbe fliesze hier, die ... inseln und zwischenarme mitgerechnet Fr. L. Jahn
w. (1884) 1, 486;