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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwischen präp.

Bd. 32, Sp. 1321
zwischen, präp. herkunft. vom idg. multiplikativadverb dis 'zweimal', das im germ. in an. tuis-uar, ahd. zuir-or 'zweimal' sowie in got. twis-stass 'zwistigkeit', twis-standan 'sich trennen' vorliegt, wird mittels ko-suffix wgerm. *twiska-, weitergebildet * twiskja-, abgeleitet: ags. betweox, betwix, bet(w)ux 'zwischen' (Sievers-Brunner aengl. gr. [21951] § 204 anm. 4; gekürzt aus *be tweoxum Horn sprachkörper und sprachfunktion [21923] 111), afries. tuisk(a), as. undartuisk 'zwischen', undor tuisk 'unter einander', ahd. zuiski 'zweifach' (die unflektierte form ist belegt: quiski 'alternatim', in quiski, in zuiski 'vicissitur' ahd. gl. 1, 266, 1. 3), in zuisken, untar zuisken 'zwischen' (s. u.). demgegenüber zeigt das an. eine n-bildung (wie lat. bīnī 'je zwei') in an. tuennr, tuinnr 'zwiefach', im pl. 'zweierlei', und das got. eine n-ableitung von *deiko- (ablautend mit ai. dvíka- 'aus zwei bestehend') in tweihnai 'je zwei', miþ tweihnaim markom 'zwischen beiden grenzen', die auch im ags. in be sǣm twēonum 'zwischen den meeren' Beowulf 858 u. ö. vorhanden ist (zum kompositum zusammengezogen betwēonum, verkürzt betwēon, betuihn u. ä., nengl. between, s. Horn a. a. o. 110 f.). vgl. weiter zwei (oben sp. 972), zweifel (sp. 996), zweig (sp. 1036 f.), zwie- (sp. 1126), zwier (sp. 1159) und zwirn (sp. 1304). die ursprüngliche bedeutung von twiska- ist nicht sicher festzustellen, s. Behaghel dt. syntax 2 (1924) 32; in betracht kommen die kollektive und distributive, die auch in lat. bīnī zusammengehen. da nicht alle idg. sprachen distributiva entwickelt haben (beachte besonders das fehlen der distributiva im griech.), wird die kollektive bedeutung älter sein. im ahd. begegnet zuiski im freieren gebrauch in zuuiske, quiste 'bicipiti' ahd. gl. 1, 56, 13; zuuiske 'bini' Benediktinerregel 197, 2 bei Steinmeyer kl. ahd. sprachdenkmäler (qui bini aut terni aut certe singuli sine pastore non dominicis sed suis inclusi ovilibus); ziuuiskemo 'bifido (sub tramite)' ahd. gl. 2, 516, 50; zuiskero zierida 'gemello diademate' 2, 443, 16 und öfter bei Notker in der bedeutung 'zwiefach', z. b. libertas ist zuiskiu, einiu ... anderiu ... 1, 103, 15 P. häufiger aber sind die präpositionalverbindungen in zuiski 'alternatim' (s. o.), in zuisken bei Williram und untar zuisgen 'ad invicem' bei Tatian und under zuisken bei Notker, die ihr gegenstück in as. untar tuisc (erða endi himil) 'zwischen (erde und himmel)' Heliand 591 und undor tuisk 'unter einander' Genesis 125 finden. in untar zwisken hat zwisken sowohl distributive wie kollektive bedeutung. jene deutlich im Tatian tho sprachun thie hirta untar in zuisgen 'pastores loquebantur ad invicem' 6, 4 (ähnlich 87, 8; 174, 2; 203, 3), woraus dann verkürzt untar zuisgen in derselben bedeutung 52, 7 u. ö. mehr kollektive bedeutung finden wir bei Notker diu erda under in zuisken ist 'zwischen ihnen beiden (nämlich sonne und mond)' 1, 271, 1 P.; dar si (der flusz alpheus) under zuisken burgen rinnet, elidem et pisas 1, 248, 8 P. auch hier mit verkürzung under zuisken 'dazwischen', z. b. sezze prepositionem ad undir zuisken 1, 422, 22, auch schon zu einem wort zusammengezogen únderzuísken dero lufte 1, 810, 6 f. die folge dieser univerbierung ist die weitere kürzung zu zwischen; doch findet sich diese zunächst nur in präpositionalem gebrauch, während als adverbialer ausdruck under zuisken noch in mhd., besonders in mnd. denkmälern in der bedeutung 'untereinander, gegenseitig' begegnet: ir dûf (diebstahl) enmoht sich niht verheln, si begonden under zwischen steln und alle ein ander melden Walther v. d. Vogelweide 105, 23 v. Kraus; se hengden sich selven, se sloghen sic selven undertwischen dot sächs. weltchron. 103 Weiland; nu horet wat spreckt de ware breff des ewangelies. hebbet iw leef under twusschen ane hat meister Stephan schachbuch 1535; ock en weren desse vroukens nicht unrustich noch unnutlike beanxtet noch en hedden se oick nicht vele worde undertusschen Johannes Veghe 4 Jostes. heute wird die adverbiale verbindung, vor allem mit zeitlicher bedeutung, noch in der ober- und niederdeutschen mundart bewahrt: under-tüsken inzwischen Doornkaat Koolman ostfries. 3, 470a; undertusken 'inzwischen, interea' brem.-nieders. wb. 5, 145; unterschussen bisweilen, ab und zu, hie und da Unger-Khull steir. 608b; vgl. darüber teil 11, 3, sp. 1926. erst bei Williram tritt zwischen in verbindung mit der vorgesetzten präposition in auf und bedeutet eigentlich 'innerhalb von zweifachen' (vgl. auch Graff ahd. präpos. 188): mîn uuine ist mir also êin gebuntelin mirron, inzuiscon mînen brusten uuonet er Williram 8 Seem. in der nachfolgenden zeit häufiger in der form enzwischen: mer wil ich iv sagen: nidirhalp des magen gat ein wazzirsage in der plateren habe enzwischen den hegirdruosen .... genesis 7 Diemer; ez was doch ein dickiu want enzwischen iu unde mir Hartmann v. Aue armer Heinrich 1327 Wackern. als präposition hat in-, enzwischen vorwiegend den dativ, vereinzelt auch den genitiv nach sich: als aber nu diser künig Ott gestorben was, ward ain grosser unwill entzwischen der ritterschaft des adels und der stet (gen. pl.) (1481) U. Füetrer bayer. chron. 170 Spiller. vom ausgehenden 12. jh. ab begegnet daneben die simplexform zwischen mit dem genitiv, dativ und akkusativ, die sich dann mit dem ende des 15. jhs. ganz durchsetzt: ja Tristan der haet an der stete vater, muoter, mage, man, alle die vriunt, dier ie gewan, zwischen sinen handen da Gottfried v. Straszburg Tristan 3955 Ranke; und liessen ain vrid machen zwischen ir und des purggraven sächs. weltchron. 361 Weiland; sô snel quam zû geloufen der, zwischen die brucke sich machte er Ludwigs kreuzfahrt 5612 Naumann. dativ und akkusativ bei zwischen sind bis heute gebräuchlich; ersterer, wenn ein dasein oder befinden in der mitte zweier oder mehrerer dinge, letzterer, wenn eine richtungsbewegung nach dem raum, der zwei oder mehrere dinge trennt, bezeichnet wird, vgl. auch Adelung umst. lehrg. d. dt. spr. (1782) 2, 179, wobei zwischen, wie schon in-, enzwischen, pluralische begriffe oder mehrgliedrige ausdrücke fordert und im letzteren falle vielfach wiederholt wird; vgl. Konrad v. Megenberg unter A 1 a und Göthe I 10, 227 W. (Tasso 5, 2). der genitiv begegnet früh, vgl. auszer den bei Fischer schwäb. 6, 1468 gegebenen belegen unten Münchener Oswald v. 1686; städtechron. 4, 122; 5, 89; 5, 187; 25, 314; österr. weist. 3, 63; Heyden Plinius (1565) 197; Xylander Polybius (1574) 6b; Calepinus (1579) 764b. Luther hat einmaliges zwischen sabbaths apostelgesch. 13, 42 neben häufigem zwischen abends, s. u.B 4. bei mehrgliedriger ausdrucksweise wird der genitiv häufig mit dem dativ verbunden und tritt dann ganz zurück: item da man zalt 1447 jar in der fasten, ward der krieg verricht zwischen der Schweitzer und den von Zürch (Augsburg) städtechron. 22, 494. formen. 11) anlaut. 1@aa) t-, bezw. z-anlaut: innerhalb des mittel- und rheinfränkischen hat sich zwischen entgegen der für das hochdeutsche geltenden regel der anlautsverschiebung weithin entzogen. es liegt alte doppelformigkeit vor, die in den urkunden des 13. jhs. sichtbar zutage tritt: Köln hat dort stets t-formen, Neuss 1251 tuschen und tüssen (heute tösche und zwesche), Sayn bei Koblenz 1280 zuoschen und zuschen, dagegen 1283 tuschen; Linz nw. Koblenz wiederum 1270 zuochin (!), Naumburg bei Hanau 1280 zuissen, Worms 1283 schuoschen, Würzburg 1289 zuschen, aber das südlichere Zweibrücken um 1250 noch tuoschen. näheres s. PBB 68, 233 f. noch heute reichen die alten t-formen bis in die gegend von Merzig und Saarbrücken. sie gelten für den gesamten Hunsrück und weite gebiete nördlich des oberlaufes der Mosel. töschen ist die form in Luxemburg, Aachen, Köln, Elberfeld und Barmen. rechtsrheinisch hat das Siegerland tescher, der Westerwald teschig, töscher und tesche (neben köscher, köschigt). näheres s. Teuchert in: PBB 71, 267. zur schreibung cz- (vereinzelt auch zc-), die sich von Thüringen aus nach Hessen, Ostfranken und in die weiter östlichen und nordöstlichen gebiete verbreitet (s. jahrb. d. dt. sprache 2 [1944] 102) vgl. die unten angeführten belege.die schreibung tz- diente wohl zur betonung verschärfter aussprache: tzwssin (1350) hess. urk.-buch 2, 573 Wyss-Reimer; tzwisschin (md., 1385) Dietrich v. Gotha predigtslg. 173 Türk; tzusschin Wigand Gerstenberg chron. 10 D.; auch ztuischin (md.-nd. grenzgebiet, 14. jh.) bei Varnhagen waldeck. landes- u. regentengesch. 1 (1825) 188; bei Luther begegnet noch häufig tzwischen, tzwisschen, tzwuschen (z. b. 2, 120; 10, 3, 357; 11, 447 W.). 1@bb) sch-anlaut (schussen) ist im wesentlichen eine mitteldeutsche, besonders rheinisch-hessische eigentümlichkeit; die rheinfränkische handschrift des paradisus anime intelligentis kennt nur die form schussin (s. reg. d. ausg. v. Strauch); vgl. ferner schuoschen (1283 Worms), s. PBB 68, 235; schuozzin (1326) und schozzen (1338) hess. urk.-buch 2, 368 und 475; schussin (1321) lehnsurk. Schles. 2, 127 (dort auch einmal scuzzin), vereinzelt begegnet sch-anlaut auch alemannisch: Weinhold alem. gramm. § 193 belegt enschwischon, enschwischen. 1275 hat Freiburg i. Br. enschŵschon, s. PBB 68, 235; vielleicht rechnen hierhin auch die ebda angeführten formen swischen 1287 Konstanz und swissent 1278 Klingnau (im Aargau). 1@cc) k-anlaut: die formen köscher, köschigt im Ober- und Unterwesterwaldkreis und die form köschen im südosten des rheinischen kreises Altenkirchen (dazu auch höschen, köschen bei Vilmar-Pfister 108) finden sich als kwischen, kwuschen (auch derkwischen, derkwuschen), also in einer phonetisch voraufliegenden stufe im thüringischen Unterharz wieder, s. Liesenberg Stiege 107. gleiche anlautsformen begegnen, wohl in verbindung damit, im meisznischen und weiter südöstlich als kwischer in der umgebung von Liegnitz und in der Zips, s. Jungandreas besiedl. Schlesiens (1928) 92. nach ihm hat dieser lautwandel seinen ursprung an der mitteldeutsch-niederdeutschen sprachscheide. historische belege für diese erscheinung fehlen. 22) w-ausfall: oberdeutsch nicht nachweisbar, mitteldeutsch jedoch, und zwar besonders rheinisch-hessisch, als zuschen (zöschen, auch töschen, züschig, zöschig), im niederdeutschen als tüsken, tüschen weit verbreitet (nl. allgemein tusschen). bereits im 13. jh. reichen die formen bis Zweibrücken (ca. 1250 tuschen) und Worms (1283 schuschen), östlich bis Würzburg (1289 zuschen), s. PBB 68, 235. sie haben schon früh als rheinische spracheigentümlichkeit gegolten: wie die Reinlender zischen vnnd wir zwischen sprechen Mathesius Sarepta (1571) 96b. das md. verbreitungsgebiet hat seither starke einbuszen erlitten, aber noch heute reichen die w-losen formen bis Merzig und Saarbrücken, überschreiten jedoch rechtsrheinisch zum osten hin kaum noch das Lahntal. überall sind die zw-formen im vordringen, näheres s. Teuchert PBB 71, 266. zu den dort gegebenen historischen belegen vgl. noch tuschin (Neuss 1251) corp. altdt. originalurk. 1, 32; intuschin (Thorn 1262) ebda 1, 101; entuschen (Köln 1280) städtechr. 12, 46; 147, ferner den bunten wechsel der formen im hess. urkundenb.: tussen (1307) 2, 90; tushen (1308) 2, 104; zischen (1326) 2, 369; tzusschin (1339) 2, 484; zchuschen (1559) 2, 659; ferner zuschen (1272) isenburgischer verzichtsbrief, s. Wackernagel altdt. lesebuch (1839) 725; zuschen (Mainz, mitte d. 15. jhs.) städtechron. 17, 51; tzusschen (hess., um 1500) Wigand Gerstenberg chron. 156 D.; zuschen (md., anf. d. 16. jhs.) Alsfelder passionsspiel 4860 Grein; thüringisch: czsschin (1385) bei Dietrich v. Gotha predigtslg. 173 Türk. auf niederdeutschem boden reichen die formen erheblich weiter östlich, wenn sie auch in jüngerer zeit gleichfalls durch die tw-formen zurückgedrängt werden. tösche(n) ist die form des niederfränkischen grenzgebietes (Köln, Elberfeld, Barmen), tüsken des niederdeutschen westens: Westfalens, des Osnabrücker und Mindener Landes, des Emslandes, Oldenburgs (hier neben twuschen, twüschen) und Ostfrieslands (neben seltenerem twisken). Bremen hat tusken (neben twusken), Baden (kr. Verden) twüschen, Hamburg neben häufigem twüschen auch tüschen. Waldeck kennt nur twisken, twisker (in älterer sprache nur tuschen, s. Bauer-Collitz 177). tüschen ist die form der Mark Brandenburg, in Mecklenburg und Pommern steht sie neben twischen, näheres s. Teuchert a. a. o. 270. nach ihm drangen die w-losen formen aus ihrem ursprungsgebiet nördlich der französischen sprachgrenze im mitteldeutschen bis in die randgebiete des thüringisch-ostfränkischen sprachraums (s. o. Dietrich v. Gotha), niederdeutsch mit der siedlungswelle in die Mark Brandenburg. sie sind von hier aus nach Mecklenburg undstärkernach Pommern ausgestrahlt. Schleswig-Holstein hat nur noch ganz vereinzeltes tüschen, tüssen. Preuszen wurde von dieser sprachbewegung nicht mehr erfaszt. die friesischen maa. kennen nur tw-formen: twesk(e), twesken (Sylt, Föhr, Amrum, Wiedingharde), twūske (Karrharde). 33) der inlautende vokalismus. rundung des alten i zu ü vor sch und nach w (zwischen > zwüschen) ist frühneuhochdeutsch auf schwäbisch-alemannischem boden allgemein, besonders früh (13. jh.) und durchgehend bis zum ende des frühnhd. im hochalemannischen; näheres, insbesondere über das umsichgreifen der rundung in der druckersprache bei Moser frühnhd. gr. § 66. vgl. die nachweise aus den deutschen urkunden des 13. jhs. in PBB 68, 234 (mit karte), ferner auszer den unten gegebenen belegen: Nicolaus v. Straszburg in: dt. mystiker d. 14. jhs. 1, 268 Pfeiffer; Schmoller Straszburger tucherzunft (1879) 40; (etwa 1450) Stretlinger chron. 26 Baechtold; zwüschen Niclas v. Wyle translat. 25 Keller; Seb. Brant narrensch. 10 Zarncke; (1498) urk. z. gesch. d. schwäb. bundes 1, 265; Th. Murner kl. schr. 118 Pfeiffer-Belli; zwüschent Zürcher bibel (1531) 68b; zwüschet J. v. Watt dt. hist. schr. (1877) 2, 127; zwüschend H. R. Manuel weinspiel 3720 ndr.; zwüschen Jac. Frey gartenges. 29 lit. ver.; Zimmer. chron. 1, 375 Barack; zwüschend (vor 1572) Äg. Tschudi chron. Helvet. (1734) 1, 14; zwüschet Stumpf Schweizer chron. (1606) 20a; in der schreibung zwuschen: enzwuschen bei Heinrich Seuse 183 Bihlmeyer; zwuschen (Augsburg 1362) städtechron. 4, 251; Konrad v. Helmsdorf spiegel d. menschl. heils 2261 Lindqvist; zwuschen ist die gebräuchliche form in der Heidelberger pergamenthandschrift des Lancelot (z. b. 208 Kluge). im mitteldeutschen bleibt die rundung selten; dem bayrischen ist sie fremd: zwüschen österr. weistümer 4, 340; 341; 357 steht in einem statut des bischofs von Chur und rechnet daher nicht hierhin. das südalemannische hat die rundung bis heute bewahrt, s. Jutz alem. maa. 150, ferner die register in den beitr. z. schweizerdt. grammatik; sie fehlt im Elsasz und in Schwaben. für das mitteldeutsche (ostfränkische) vgl.dswyše Heilig gramm. d. Taubergrundes 33; dšwyšn Gerbet Vogtland 260. die rheinisch-hessischen und niederdeutschen formen (tüschen, töschen, tüsken usw.) beruhen auf einem anderen lautvorgang, s. Teuchert PBB 71, 266 und die dort gegebene übersicht über die mitteldeutsch-niederdeutschen verhältnisse. wandel des inlautenden i > e findet sich als regel im friesischen (twesk, tweske, twesken auf Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland), dazu vgl. vereinzeltes tessen und tewer in Holstein. das Unterelsasz hat tswešə und das Münsterthal tsweštə, s. Martin-Lienhart 2, 928a. ein entweschen wird 1285 für Konstanz bezeugt, s. PBB 68, 235. vereinzelte schreibungen scheinen auf dehnung des stammvokals zu deuten: zwieschen (Schlesien 1618) acta publica 1, 54; zwieschen (Raitenhaslach a. d. Salzach 1289), s. PBB a. a. o. 44) inlautendes -sch-: zum wandel der ursprünglichen konsonantenverbindung -sk- zum -š-laut vgl. Wilmanns 1, § 56 u. 57 und Behaghel gesch. d. dt. spr. (51928) § 412. in weiten teilen des westlichen niederdeutschen ist die alte form gewahrt als tüsken (Westfalen, Emsland, Ostfriesland, Oldenburg, Waldeck), als tweske, twesken, twuske in den friesischen maa.; östlich hat nur noch die Mark twisken. die weiter nördlich und nordöstlich gelegenen gebiete (Holstein, Mecklenburg, Pommern, Preuszen) kennen nur noch den -sch-laut. in den heutigen maa. läszt sich sporadisch eine weiterentwicklung von -sch- > -ss- beobachten: im westlichen teil Ostfrieslands tussen, in Holstein tüssen, tessen, rheinfränkisch-hessisch zissig, s. PBB 71, 268. die ma. von Jaun hat tswüsset, s. Stucki § 145. alemannische und mitteldeutsche frühe schreibungen mit -ss-, -zs-, -zz- scheinen auf diesen lautwandel zu deuten. aus den ersten deutschen urkunden des 13. jhs. vgl. die schreibungen swissent (1278) Klingnau, scwissent (1284) Hohenrain, zwissent (1279) Marienau, zwissen (1289) Maulbronn, zwissent (1288) Rufach, einmal auch auf md. boden zuissen (1278) Naumburg b. Hanau, s. PBB 68, 233; vgl. ferner zwessen in Mainzer chroniken, s. PBB 71, 267; inzwissen arzneibücher d. 12. und 13. jhs. 18 Pfeiffer; zwissen (burg Hochbarr 1265) corp. altdt. originalurk. 1, 131; zwissent in der niederalem. hs. des Lucidarius um 1300 (z. b. 10 Heidlauf); scuzzin (1321) lehns- u. besitzurk. Schlesiens 2, 127; zwssin (1333) hess. urkundenb. 2, 423; tzuzsin (1350) ebda 2, 571; schussin (14. jh.) in der rheinfränk. hs. des parad. anime intell. (vgl. oben 1 b); auch bei Luther br. 8, 163 in der form zwussen. Martin Lienhart führt 2, 928 zwischten für das Münsterthal an; vgl. dazu: zwisten 1. dt. bibel 5, 272; unainikait zwisten ... Steinhöwel de clar. mulieribus 69 lit. ver., neben zwischen ebda 142. in: zwischten stülen nider sitzen Murner schelmenz. s. 68 ndr. kann vermischung mit dem artikel vorliegen. 55) der vokalische und konsonantische auslaut. 5@aa) die endsilbe erscheint als -in (zwischin) besonders in mitteldeutschen maa. belege s. unten. vereinzelt auch als zwischan, zwischat: entzwischan deutsche pred. d. 13. jhs. 2, 22 Grieshaber; zwischan (Augsburg 1376) städtechron. 4, 183; zwiscan (schwäb. 15. jh.) Diefenbach nov. gl. 384a; zwuschat (alem. 1480) Röhricht pilgerreisen 105. auch zewisnant PBB 68, 235 (1286 Zofingen); zwischont (14. jh.) bei A. Hübner d. dt. geiszlerlieder 196. 5@bb) schwund des auslautenden -n- (vgl. Moser § 134, 4) ist durchaus alemannisch-schwäbisch, s. Martin Lienhart 2, 928; Fischer 6, 1468, auch mitteldeutsch (Lothringen, teile Hessens und Mittelfrankens) und friesisch, s. Jabben Karrharde 107; Jensen Wiedingharde 649. epithetisches -t erscheint mit dem auftauchen der ersten dt. urkunden im 13. jh. zahlreich in südalemannischen denkmälern, s. PBB 68, 235, und ist bis in die gegenwart im schwäbischen und besonders im hochalemannischen lebendig, s. Fischer 6, 1468; Jutz § 150 und die reg. in den beitr. z. schweizerdt. gram.; über die verbreitung in den druckersprachen vgl. Moser § 130, anm. 21 (am schlusz); weitere historische belege unten. ostfränkisch begegnet diese erscheinung nur vereinzelt: zwuschent (Nürnberg 1449) städtechron. 2, 516, ebenso bayrisch, vgl. österr. weist. 3, 311. 5@cc) er-auslaut (zwischer neben zwischen) begegnet vereinzelt in mitteldt. und nd. maa.: zwischp(e)r (aschl. czwuschin, s. Jungandreas besiedl. Schl. 244) Knothe schl. ma. 557; auch zwischer bei Gerhart Hauptmann d. weber (1892) 62; descher Heinzerling-Reuter 40b; tøsər Hasenclever 96b; Waldbrühl Rhingscher klaaf 213 (vgl. auch oben 2); zwiskər (neben zwiskən) B. Martin ma. v. Rhoden 279; vgl. auch die form tewern bei Mensing schlesw.-holst. 5, 51. anwendung und gebrauch. AA. örtlichkeit. A@11) vorwiegend engräumig. unter ausschlusz geogr. verhältnisse (vgl. 2) wird in dieser gruppe ausgedrückt, dasz zwischen zwei häufig, aber nicht ausschlieszlich engräumig zueinander stehenden konkreten faktoren ein dritter faktor bezw. der raum selbst zwischen ihnen sich befindet, bezw. jener dritte faktor in diesen zwischenbefindlichen raum gerät. A@1@aa) von lebewesen und gegenständen, die sich innerhalb einer zweiseitigen begrenzung befinden, auch von dem zwischenbefindlichen raum und dem sich dort abspielenden vorgang: waz half sîn grôziu sterkeunt ouch sîn michel kraft? si erzeigete dem degeneir lîbes meisterschaft, si truoc in mit gewalte(daz muos' et alsô sîn) unt druht' in ungefuogezwischen di want und sin schrîn Nibelungenlied 672 Bartsch; sus was mîn her Îwein zwischen den porten zwein beslozzen unde gevangen Hartmann von Aue Iwein 1128; daz triben sie endelîche vrû unde spâte glîche zwischen disen burgen zwein livländ. reimchron. 5533 Meyer; von dem blûte Âbel bis zuo dem blûte Zacharîê der da vortarp zwischen dem altâre und dem hûse Matthias v. Beheim evangelienb. 146 Bechst.; nu merke waz iz muge sin. hi was ein cleines vogellin zuschen mir und dirre want d. leben d. hl. Elisabeth 8917 Rieger; so aber der mon ist in dem haubt oder dem zagel des draken oder nahent da pei, und daz geschiht in der samenung des monen mit der sunnen, so mag geschehen, daz der mon kümt zwischen unser gesiht und zwischen die sunnen Konrad v. Megenberg dt. sphära 44, 3 M.; es wass ein enges gesslein czwischen czweyen heüsern Arigo decameron 84 Keller; do weyset man die stat, do der engel ir (Maria) erschynnen ist und wu Maria gesessen ist zwischen zweyen sewlen (ca. 1440) bei Röhricht pilgerreisen 70; und die mül zwischen der vischer und des siechhaus ward volbracht in dem 58. jar (Augsburg 1468) städtechron. 5, 187; Lucrecia hatt ain huse zwüschent des kaisers hofe vnd Euriols herberg gelegen Niclas v. Wyle translat. 26 Keller; du salt uff der erden zuschen zwein tiern geborn werden, das ein ein esel, das ander ein rint: zuschen zweien thiern sal ligen das kint Alsfelder passionssp. 4860 Grein; 4862; ist der forgenant alt Walther gestorben und ligt ... in der pfarkirchen for der hailgen zwelf botten altar for dem chor ... czwischen des weichkesselsz und desselbigen altar (Augsburg 1511) städtechron. 22, 383; zwischen den andern zwen thürnen hielt man das katzenspil Fischart Garg. 450 ndr.; wan ein mitlautender buchstabe zwischen zweyen selblautenden gesetzet wird Gueintz dt. rechtschrb. (1666) 19; darzue ain gemaine gassen zwischen das unter- und mitern velts, und sonderbar ain gemaine gassen zwischen des hofs und der herrschaft guets zue lassen verpunden (1644) österr. weist. 3, 63; der cheruskische fürst ... nam endlich seine stelle zwischen den zweyen hörnern der gleichsam in einen halben mond sich umbkrümmender taffeln Lohenstein Arminius (1689) 1, 17a; kein krieg soll unser recht entweihen, sprach er, der thron sey dem bestimmt, der zwischen zween ergrimmten leuen das diadem vom kampfplatz nimmt Pfeffel poet. vers. (1816) 2, 4; der notarius hielt die spitze seiner feder zwischen der lampe und seinem auge J. J. C. Bode Yoricks empfinds. reise (1768) 2, 115; zwischen zwei gegebenen säulen soll der prachtsitz aufgeführt werden Göthe I 24, 22 W.; zwischen der wand und dem kasten befindet sich als balkentreter ein gerippe Mörike ges. schr. (1905) 3, 15; das haus hatte keine flur, insofern man nicht den unbedeckten raum zwischen der hausthür und der strasze dafür nehmen will Mommsen m. gesch. (1856) 1, 215; zwischen dem Fraumünster und dem Groszmünster musz er stehen (der ritterturm) G. Keller ges. w. (1889) 6, 23; das ende des gartens ..., wo zwischen zwei silberpappeln eine bank stand Fontane ges. w. (1905) I 5, 146; der zwerg ... trat hinter den teppich ... und glitt ungesehen zwischen wand und teppich bis zu dem groszen kamine Sperl söhne d. hrn. Budiwoj (1927) 148. mundartlich: de jung' ös möt e fôt twösche hûseda on schwell jekme, on nû jeit a läm Fischer plattdt. ma. 189. erweiterte zwischenräumlichkeit: czuosschin himmel vnd erdin Dietrich v. Gotha predigtslg. 173 Türk; sie (die nacht) fleucht mit siebenfachen flügeln zwischen erd' und himmel maler Müller w. (1825) 1, 56; vielleicht könnt ihr noch eh ihr zu grabe geht, eine wallfahrth nach seinem monumente thun, das er sich zwischen himmel und erden errichtet Schiller 2, 19 G. A@1@bb) es werden zwei gleich- oder verschiedenartige körperteile vorgestellt, zwischen denen sich ein oder mehrere körperliche oder gegenständliche dinge befinden oder von jenen erfaszt werden bezw. zwischen denen sich etwas vollzieht, wobei auch die verbindung von körperteil und kleidungsstück auftreten kann: zwuschent lefczen und kinne warent blos zwai klainu winkellu, nut gros Schweizer Wernher Marienleben 5941 Päpke; den burklutin slugen si di houbt abe ane viij, der vleysch man nicht mochte gewinnen mit keynem ysin, von dem das der eyn iclichir hatte czwischin hut unde vleysch edil gesteyn lozen bewachsin odir hattin an iren armen mitteldt. Marco Polo 51 Tscharner; und als er in schieszen wolt, do sach er zwüschent den hornen des hirzen ein bild eines crützes Stretlinger chron. 4 Bächtold; mein herre ist wie eyn buschel mirrhen, der mir zcwischen den brusten hengt Luther 9, 649 W.; in der schlacht er geschossen wart zwischen magen und lungen hart Hans Sachs 1, 225 lit. ver.; insecta ... allerley kleine thierlin so zwischen dem haupt vnd brüst, oder zwischen der brüst vnnd dem bauch sähen, als ob sie zerschnitten wAerend Calepinus dict. (1579) 764b; dauon nim ... so vil man zwischen zwen fingern heben kan Gäbelkover artzneyb. (1596) 65; diaphragma ein vnderschlacht, item, ein vehl im leib oder netze von einer seiten zu der anderen zwischen den oberen eyngeweiden, hertz vnd lungen, vnd zwischen den nieren Calepinus XI ling. (1598) 416b; verbirget dieses längstgewündschte kleinod zwischen fell und hembde Gryphius lustsp. 64 Palm; von einem schusz, der ihn (Wilhelm) zwischen der brust und dem linken arm verwundete Göthe I 22, 38 W.; die ... streifen des rückens liefen zusammen auf dem scheitel zwischen den ohren (des katers) E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 29 Gr.; das helle wasser tropft ... herab, und rinnt zwischen halsbinde und nacken Gaudy s. w. (1844) 2, 47; eine zwischen augenwinkel und linker schläfe sitzende pocke Fontane ges. w. (1905) I 5, 123; sie kam sofort zu ihm. sie hockte sich auf den boden vor ihm zwischen seine knie, dasz ihr kopf auf seinen knieen lag Kahlenberg Eva Sehring (1901) 25; so ging es also, wenn der tod einen zwischen den schultern berührt hatte Wiechert missa sine nomine (1950) 7. mundartlich: zwischpr a benn zwischen den beinen Knothe schl. ma. i. Nordböhmen 557; schüschen in (den) schinken zwischen den beinen Schmeller cimbr. 167b. A@22) weiträumig, geographisch, eng bei 1 stehend. zweiheitlich aufeinander bezogene, rein geographische begriffe wie städte, berge, inseln, flüsse, meere u. ä. bilden den geographischen raum für einen entsprechenden oder auch nichtgeographischen begriff: ein ... felt, das litt zwúschen Godoazere und Maigne Lancelot 1, 190 Kluge; zwissent dem mer unde dem berge, vermurte der kunic Alexander zueiger slahte lút Lucidarius 10 Heidlauf; ouch andersît der stat Gwîdô der kunic den sînen (markt) hât, den sînen ouch het daz dritte her, daz zwischen der stat lac und dem mer (1301) kreuzf. Ludw. d. Frommen 1292 Naumann; eyne stat ... genant Cyngui ... unde ist gelegin von der stat Cyngiasu dri tage reyse; czwischin den sint gelegin vil andir stete unde burge mitteldt. Marco Polo 43 Tscharner; item zwuschat Barut und Domascus ... ist der berg Sordonay genampt (1480) bei Röhricht pilgerreisen (1880) 105; da haben sich die mechtigen völcker Sicambri ... Cherusci so zwischen der Elb vnd dem wasser Wessera ligen ... auffgemacht S. Franck chron. Germ. (1538) 11a; so ain landtschaft teutscher nation gegen mitternacht, die weit in das mer sich zeucht und zwischen dem brittannischen und teutschen oceano gelegen Zimmer. chron. (1881) 1, 1 Barack; dar hinder zwischen der insel Sardinia vnd dem land Liguria ligt die insel Corsica Stumpf Schweizerchron. (1606) 3a; bisz in den Moszpach, der zwischen Obermosz und Schlipfenpach herab rint (1625) österr. weist. 1, 15; gewaltig wüthete ... in dem gefilde zwischen Simois und Xanthus wogenströmen das gefecht Bürger s. w. 169a Bohtz; wenn man sich zwischen ihnen (dem nord- u. südpol) eine gerade linie vorstellt Schubert verm. schr. (1823) 1, 11; diese landspitze ... endigt hier in den beiden höhen ..., zwischen denen die fläche von El Mersa sich ausdehnt Mommsen m. gesch. 2 (1874) 28; das haus ... stand zwischen zwei strömen und hatte doch schon jahrhunderte überdauert J. Schaffner irrfahrten (1905) 5. A@33) die zweiheit tritt zurück gegenüber der vorstellung der mehrseitigen begrenzung des umschlossenseins: hetts das meer nicht gethan, so hetten die felsen sich müssen auffspalten und raum geben und den Pharaonen zwischen sich erklemmet und zerquetzschet haben Luther 53, 475 W.; ein junges bäumlein, das ... zwischen mawren eingesperrt ist, das wächst nicht wol Lehmann floril. polit. (1662) 1, 148; ich hasse die wände, zwischen denen ihr mich schon so lange gefangen haltet Göthe I 23, 14 W.; die bittende scheint zwischen die neuen landes- und staatsverhältnisse gequetscht zu seyn ders. IV 29, 21 W.; wie jener zwischen vier mauern eingeschlossene zehn fusz ins gevierte grosze garten E. T. A. Hoffmann s. w. 14, 149 Gr.; denn du (seejungfrau) bist sicher zwischen felsenzacken, nicht sorgend, dasz durch deine ozeane des feuers gluth ein haar dir seng' am nacken Rückert ges. poet. w. (1867) 1, 12. diese nuancierung zur vorstellung des umschlossenseins hin findet sich auch bei der unter 1 b belegten anwendung: diu maget schoub ir vingerlîn zwischen die zene sîn Wolfram v. Eschenbach Parzival 576 Lachm.; gleich wie nusz, die man mit groszem krachen zwischen den zähnen pflegt aufzumachen Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 394. weiter abstehend: ich knirschte zwischen den zähnen: dasz du lebtest! Klinger w. (1809) 4, 92; ja es ist aus, murmelte er zwischen den zähnen E. T. A. Hoffmann s. w. 4, 8 Gr.; ein mann ... summte eine zigeunermelodie zwischen den zähnen Storm s. w. (1898) 1, 35; nun endlich steckte sie dem schreihals den zulp zwischen die lippen Polenz Büttnerbauer (1895) 12. mundartlich: zwischen den zähnen haben essen Fischer schwäb. 6, 1469. hinwieder deutlich bei ausdrücken des umfassens, umschlieszens: daz nimt er sanfte zwischen die klâ (der adler sein junges) Wolfram v. Eschenbach Willehalm 189 Lachm.; da syn meister das sah, er wonde yn begriffen zwuschen syne arme Lancelot 1, 40 Kluge; was du dann rausz hast klaubt so frey, bsichs zwischen fingern was es sey Scheit Grobianus 878 ndr.; der best grund ist der schwartz, der sich gern zwischen den händen zerreiben lasst Sebiz feldbau (1580) 22; ha! wurm! so brüllte der despot und hielt ihn zwischen seinen klauen (der löwe den igel) Pfeffel poet. vers. (1816) 2, 34; indem er ihre hand zwischen die seinigen drückte Heinrich v. Kleist w. 3, 419 E. Schmidt. ähnlich: dann sie (die nachlässigen ärzte) netzen lumpen, fetzen oder anders in jrem balsam oel oder salben vnd stossen dasselbige mit gewalt zwischen die hefft in die wunden hinein Würtz wundartzney (1624) 19. A@44) es werden mehrere gleichartige zwischenräume zugleich erfaszt, wobei zwischen nicht vor einem wortpaar, sondern hier ausschlieszlich vor plural. begriffen steht und entweder zwischen allen vorgestellten zwischenräumen oder nur zwischen einem beliebigen von ihnen sich etwas befindet: sollen von gedachter farb seidene knöpf ... angeheftet werden, zwischen denen jedesmal eine güldene schelle hange Abraham a s. Clara w. 2, 58 Strigl; mit etlichen zwischen den spaltungen der leitern hangenden strohalmen Treuer dt. Dädalus (1675) C 3b; als die Römer dieses wahrnahmen, huben sie an, zwischen alle wörter einen punct zu machen Gottsched dt. sprachkunst (1748) 56; und mich dünkt', dasz zwischen jeder welle mir ein feuchtes grab sich öffnete E. v. Kleist s. w. (1766) 1, 84; zwischen den stämmen der bäume flatterten fruchtbare gesträuche S. Gessner schr. (1777) 2, 24; eh' der odem wird zur stimme, faszt er jenen schon, der bebt, und zum abgrund zwischen zacken stürzt sein hauch des frevlers nacken Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 19; mit einem grossen fremden vogel in einem käfig, den er ... zwischen dem gitter durch mit einem stäbchen anstach G. Keller ges. w. (1889) 4, 20; mit dem schwarz gestrichenen gebälk und den weisz abgeputzten lehmvierecken zwischen den balken Polenz Büttnerbauer (1895) 1, 19. ebenso von mehreren zwischenräumen zwischen gleichartigen körperteilen: wofern man nicht ... einen tüchtigen messerstich zwischen den rippen davon zu tragen beliebe Gaudy s. w. (1844) 2, 113; beim kartenspiel musz er sich die karten zwischen die finger stecken (durch die behinderung des linken armes) G. Freytag br. an seine gattin (1912) 220. mundartlich: tswišən dən tsēiwən zwischen den zehen Hotzenköcherle Mutten 355. redensartlich: he hett wat twischen de fingern ist wohlhabend (Schwansen) Mensing schlesw.-holst. 5, 221. A@55) übergang von reiner ortsbestimmung zur bezeichnung einer ordnung, anordnung, nebenordnung, wobei anders als bei den unter A 1 angeführten belegen eine gewisse gleichartigkeit innerhalb der betr. faktoren vorherrscht: so in dem vollen monen der mon ist in dem haubt oder in dem zagel des drakken under der sunnen gegenpunct, so wirt daz ertreich gesatzt zwischen den mon und der sunnen Konrad v. Megenberg dt. sphära 43 Matthaei; und todet sie an dem libe gar und hengket Jhesum zuschen sie beide hen Alsfelder passionssp. 5424 Grein; aber von solchem (dasz Christus für uns gelitten) werden wir ursach haben ferner zu reden, wenn wir jn an das creutz und zwischen die zwen mörder bringen Luther 52, 787 W.; was solt er thuon, er setzt sich nider, zwischen zwey aller schönste bildt, die waren züchtig, hübsch vnd milt Scheit grobianus 3418 ndr.; wenn sich die erd zwischen sonn vnnd mond legt, so gibts eine finsternusz Lehmann floril. polit. (1662) 2, 832; und nun setze dich da hin, zwischen herr und frau Dörr, dann hab ich dich gegenüber Fontane ges. w. (1905) I 5, 137. deutlicher mit der reinen bedeutung der ordnung im sinne von nebenordnung, wobei sowohl gleichartigkeit als auch gleichwertigkeit der faktoren besteht (vgl. schon: daz ter mâno fone imo selbemo lîcht nehabet unde in diu sunna anaskînendo lîchten getûot unde er îo in ferte ist fone dero sunnûn alde zûo dero sunnûn. fone diu geskihet, tanne er in plenilunio sô gegât, taz er dero sunnûn rehto inchît anderhalb tes himeles unde diu erda under in zuiskên ist Notker 1, 271 Piper): och mohte man dâ schouwen ie zwischen zwein frouwen einen clâren rîter gên Wolfram v. Eschenbach Parzival 639, 22 L.; er sprach zuo dem gaste sîn zwischen iuwer unde mîn mîn wîp muoz sitzen hiute die heidin 1, 390 Pfannmüller; als nun sovil herschaft da was, da kamen grosz herren, die ritten zwischen des künigs und der Hussen und gaben dem künig gar guete wort (Augsburg um 1460) städtechron. 5, 89; nach jhr giengen zwuo jungkfrawen, zwischen welchen si ... steende ... also redet (1537) Schaidenreiszer Odyssea 17 Weidling; haben sie (die Andronika) zwischen sich schausp. engl. comöd. 23 Creizenach; Nathan: sultan, ich bin ein jud': Saladin: und ich ein muselmann. der Christ ist zwischen uns Lessing 3, 88 L.-M.; zwischen Lavater und Basedow sasz ich bei tisch des lebens froh Göthe I 2, 266 W.; pfarrer Mannheim ging und nahm ungebeten seinen platz zwischen der gnädigen frau und dem fräulein Lenz ges. schr. 3, 112 Tieck; da geht er (der abbé) zwischen Natalien und Theresen Göthe I 23, 219 W.; das war meine wirtin, sie ging zwischen zwei anderen frauen Carossa winterl. Rom (1947) 22. mundartlich: ik seet twischen den preester un den köster Mensing schlesw.-holst. wb. 3, 585. A@66) der duale charakter obiger gruppen tritt hinter der vorstellung der menge, zwischen bezw. innerhalb der sich eine oder mehrere personen oder gegenstände befinden, völlig zurück: er schlug zwuschen yn allen mit der helenbarten und schlug yn anderwert darnyder Lancelot 1, 82 Kluge; also verandert sich deu sunne und daz jar vorderleich in den vier zaichen, aber deu reich haizzent die himelzaichen, die zwischen den virn sint Konrad v. Megenberg dt. sphära 35 Matthaei; tzusschin den allin was die unschullige Elyzabeth alsz eyne bluhen lylie tzusschen den dornern (um 1500) Wigand Gerstenberg chron. 156 Diemar; vnd ist altzeit tzwischen diese der Baal kummen (1538) Luther tischr. 4, 150 W.; wir giengen hin vnd theten zwischn die feind vns vnerkanntlich mischn Spreng Äneis (1610) 31b; da ich mich nun solcher massen zwischen ihnen befande Grimmelshausen 2, 32 Keller; gärten ..., wo tausend marmorne najaden ... kleine murmelnde bäche zwischen die blumen hingossen Wieland Agathon (1766) 2, 54; dem knaben sei diesz lied geweiht, der zwischen rosen spielt Göthe I 1, 54 W.; zwischen den pflanzungen blühender obstbäume ragten die strohdächer geselliger dörfer hervor Musäus volksmärchen 1, 6 Hempel; anordnend ihre kunstgeschäfte, sasz Helene zwischen ihrer mägde schaar Bürger s. w. 173a Bohtz; sie (Bella) verkroch sich zwischen den säulen einer kleinen kapelle A. v. Arnim s. w. (1853) 1, 143; zwischen fichtenbäumen in der öde find' ich, teure blüte, dich so spat? Platen w. 1, 25 Hempel; der architekt ... sandte mir einen grundrisz, mir sehr angenehm, weil daraus zu ersehen: dasz in einem bedeutenden raum zwischen bürgerhäuser das theater hineingestellt ward Göthe IV 38, 279 W.; sie (die prozession am fronleichnamstage) ist vorübergegangen, meine gute Jenny mitten drin, zwischen lauter alten frauen (1842) A. v. Droste-Hülshoff br. 2, 34 Schulte-K.; auf einen freien Platz hinaus, wo blaue falter zwischen den einsamen waldblumen flatterten Storm s. w. (1898) 1, 10; neugierig ... stieg er über die ... steinmauer fort und schritt zwischen den gräbern hin Fontane ges. w. (1905) I 1, 8; zwischen den binsen am ufer stiegen weisze, dünne wölkchen auf Kahlenberg Eva Sehring (1901) 24; zwischen allerlei stauden stand ein wilder rosenstrauch Carossa eine kindheit (1925) 156; wir (schüler) drängten uns nachmittags zwischen die studenten der universität Stefan Zweig welt v. gestern (1947) 58. ähnlich: ... als Achill noch zwischen euern reihen focht ... Bürger s. w. 167b Bohtz. übertragen: zwischen alle diese zustände ist das heitere, das lustige, das neckische ausgesäet Göthe I 40, 84 W.; der zug ... drängte sich schon zwischen manchen verwunderten blick Bettine die Günderode (1840) 1, 82. die mengenvorstellung setzt sich aus zwei mengenhaften gliedern zusammen: auff dasz jm nichts war hinterlich, da fing er an zu schmatzen, wült sich herumb in wein vnd kost zwischen bechern vnd platten Fischart Garg. 9 ndr.; der grausame behängt die rüstung seines pferdes mit sieben todtenköpfen; drey sind der schrecken derer, die ihm von hinten nachzusehen das glück haben; und viere pochen von vorne. er hat sich zwischen denselben hingesetzt Lessing 8, 33 L.-M.; und er muszte manchen abend die freude, seine geliebte zu sehen, mit dem verdrusz, zwischen rädern und kindern zu sitzen, erkaufen J. Möser s. w. 1, 130 Abeken; dann forschte er genau, wie es ihnen zwischen säulen und höhlen gegangen sei Göthe I 24, 62 W.; er ist unten im saal ..., zwischen allen bedienten und kutschern Tieck schr. (1828) 4, 271; und schlummernd zwischen goldenem geschirr und unreifen früchten (1833) Pückler briefw. u. tageb. 1, 125 Assing; lachend steckte der wächter die nase zwischen nelken und lindenblüten Sperl söhne d. herrn Budiwoj (1927) 23. neben allgemein-geographischen begriffen: die hôchgelobeten degen begunden sich schône ze velde legen, zwischen der berge ûf daz velt wart gerihtet manic hêrlîche gezelt Münchener Oswald 1686 Baesecke; du lest brunnen quellen inn den gründen, dass die wasser zwischen den bergen hyngehen Agricola 750 teütscher sprichw. (1534) a 8a; ein enges thal zwischen waldichten hügeln A. v. Haller Usong (1771) 13; der meerbusen, an dessen ufer zwischen nackten felsen Stavanger liegt H. Steffens was ich erlebte (1840) 1, 15. neben einem begriff, der mit mehreren, ihn umgebenden begriffen in einen geographische beziehung gesetzt wird: dardurch sie (die Römer) ... in krieg gegen der statt Carthago in Africa gelegen, gewachsen, welche in Africa vnd Hispania auch den inseln, zwischen deren vnnd Italia gelegen, grosse macht hetten Xylander Polybius (1574) 6b vorr.; das zwischen dem Rhein, der Nord- und Ostsee, Sarmatien und der Donau gelegene land M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 1. A@77) an die örtliche vorstellung schlieszen sich verschiedene wendungen und redensarten an, die oft aus frühnhd. zeit stammen und sich zuweilen in mundart und umgangssprache bis in die neueste zeit gehalten haben: ich hab Christum vnd den bapst an einander gehangen vnd bin also zwischen thur vnd angel kommen Luther tischr. 1, 24 W.; zwischen thür vnd angel S. Franck sprichw. (1541) 2, 64b; zwüschend thür vnnd angel, zwüschend kugel vnnd zil ston, in grosser angst seyn, die nit wüssend was sy thuon sllend, die stond zwüschend dem opffer vnd altar Frisius dict. (1556) 1172a s. v. inter sacrum et saxum stare; der sich zwischen mutter vnd sohn mischet, leget sich zwischen thür vnd angel Friedrich Wilhelm sprichw. reg. (1577) e 2d; wer sein finger zwischen angel vnd thür stecket, der klemmet sich gern Lehmann floril. polit. (1662) 3, 473; descher dīe r on ange unentschlossen Heinzerling-Reuter Siegerländer wb. 40b; zwischen thür vnnd wand lege niemand sein hand, zu: red nicht dann guots zu eim dinge, es geräth dannoch wie es mag klugreden (1548) 43c. ich stehe zwischen kugel vnd zil S. Franck sprichw. (1541) 2, 64b; zwischen kugel und ziel kommen Fischer schwäb. 6, 1469; er wuszt des Catons spruch, das gessen vngetruncken sey gehuncken vnd im gegenspiel, getruncken vngessen, sey zwischen zweien stülen nidergesessen Fischart Garg. 75 ndr.; zwischen zwei stüehl hinab sitzen die wahl verpassen, besonders bei heiraten Martin-Lienhart elsäss. 2, 928a; tüssken zwee stoolen in de asske sitten in der klemme, in groszer verlegenheit sein Stürenburg ostfries. 291b. entsprechend auch: Doornkaat Koolman ostfries. spr. 3, 450a; bremisch-niedersächs. 5, 145; wer sich zwischen stro vnd feür leget, der brennet sich gern Tappius adag. cent. septem (1545) 228b; wer mit beschwernussen geplagt wird, von dem wird gesagt: man hat jhn ... zwischen den sporn Lehmann floril. polit. (1662) 1, 95; er ist zwischen dem hammer vnd dem ambos kommen Friedrich Wilhelm sprichw. reg. (1577) C 2a; zwischen baum und borke stecken: zur bezeichnung einer kritischen lage, in der man weder vorwärts noch zurück kann Borchardt-Wustmann sprichw. redensarten (1925) 46; twashe hōlt an burk satten zwischen tür und angel sitzen Bendsen nordfries. spr. 392 de Vries; he sitt twischen bork un boom er ist in einer peinlichen lage Mensing schlesw.-holst. 1, 431. als ist im medizinischen bereich die feste wendung eine krankheit zwischen fell und fleisch für 'wassersucht, intercus': intercus ein sucht zwischen fel vnd fleysch voc. ex quo (um 1475) k 6a; voc. theut. (Nürnberg 1482) qq 7a; Tortellius gemma (1495) L 7a; intercus ein kranckheit zwyschen vell vnd fleisch voc. gemma gemm. (1508) n 2a; vgl. auch en suke twisschen vel vnd vlesch. hd. waszersucht, waterzuchtich Diefenbach gl. 303c s. v. intercus; das zwüschend haut vnd fleisch ist, wassersucht Frisius dict. (1556) 110a s. v. aqua intercus; vgl. weiterhin: zwischen fell vnd fleisch inter cutem et carnem, intercus Duez (1664) 2, 743b; zwischen fell und fleisch frà, trà cuoio pelle e carne Kramer t.-ital. 2 (1702) 1500c; zwischen fell und fleisch Rädlein (1711) 1125a; zwischen haut und fleisch intercus Dentzler clavis ling. lat. (1716) 2, 372b. vielleicht schlieszt sich daran die mundartliche redensart dat stecket meck noch twischen fell un fleische weisz noch nicht, wofür ich mich entscheide Flemes Kalenberg in: hann. geschichtsbl. (1920) 115. BB. zeitlichkeit. B@11) ein bestimmtes, singuläres ereignis wird innerhalb eines durch zwei bestimmungen begrenzten zeitraumes vorgestellt: darnach an der nächsten mitwochen nach sand Giligen tag des morgens frü zwischen vieren und fünfen des tags, da ward Newburg gebunen (erobert) mit sturm sächs. weltchron. 370 W.; und uns des ir offenen besigelten briefe geben zwischent hie und sant Margareten tag (1341) hess. urk.-buch 2, 497 Wyss-Reimer; in der jarzal unsers herren in dem 1373 jar zwischen dem obresten (dreikönigstag) und liechtmess do sant kaiser Karl seinen raut gen Gmünd (Augsburg 1373) städtechron. 4, 32; dat hij ons betael end voldoe tusghen hier end sente Victoers misse (um 1376) bei Steinhausen privatbr. d. mittelalt. 1, 12; vnnd machten eynen gutlichen tag czwusschen Michaelis vnnd sente Jorgen tag anno ... Stolle thür. chron. 9 lit. ver.; am sonntag zwischen dem hailigen tag vnd seinem achten tag Tauler pred. (1508) reg. 1c; dasz niemand ... weder antvögel noch ander wassergefügel ... schieszen und deren vögel kainen zwischen hie und sant Johans tag sonnwenden (24. juni) nechstkünftig ... verkauffen solle (Augsburg um 1565) städtechron. 33, 30 anm. 2; item den groszen kornzins soll man zinsen zwischend sanct Martins tag und der liechtmesz (1586) österr. weist. 3, 311; vierzig jahr — des lebens mitte, zwischen wiege, zwischen grab! G. Kinkel ged. (1868) 2, 44; ich will ihm auch das stück pfarracker ... zedieren, wenn ich solche hochzeit zwischen heut und einem jahre erlebe Fontane ges. w. (1905) I 5, 164. mundartlich: des ist geschehen zwischen pfingsten und neujahr Fischer schwäb. 6, 1469. zurücktreten des singulären ereignischarakters zugunsten gröszerer zeitlicher unbestimmtheit (vgl.C): do liz her alle dy kinder tote, dy czwisschin czwen iaren vnd eyner nacht woren Dietrich v. Gotha predigten (1385) 22b; ain junger man zwuschen 27 und 28 jaren (Augsburg 1534) städtechron. 29, 58; zwischen ostern vnnd pfingsten heyraten die vnseligen klugreden (1548) 59a; es ist ietzo gleich zwischen 11 und 12 Chr. Reuter Schelmuffsky 21 ndr. B@22) ein begrenzter zeitraum wird in seiner ganzheit erfaszt, bezw. als von einem oder mehreren ereignissen ausgefüllt gedacht: der nar wüst wie lang es was zwüschen weihnachten vnd der herren fastnacht alle iar Pauli schimpf u. ernst 40 lit. ver.; so haben wir ... gewilliget, dasz sich doctor Jonas zwischen hier und fasnach dahin zu einem prediger gebrauchen lassen muge Luther br. 8, 174 W.; ausz gleicher obseruation meynen sie (Demokrit u. Apuleius) auch, die kältest zeit errege sich zwischen dem 7. vnnd 14. tag des mertzens M. Herr feldbau (1551) 16a; zwischen weinacht vnd aller narren fasznacht sind vngleiche wochen vnnd tag Fischart praktik (1607) a 2a; zwieschen dato vnndt ostern leicht in die viertzik vnndt mehr tausendt ... anlauffen dürffte (1618) acta publica 1, 54 Palm; zwischen allerheiligen und christtag es nicht viel regen noch winden mag Prätorius saturnalia (1663) 308; die zeit zwischen weihnacht und fastnacht the interval, or the space of time, between christmas and lent Ludwig t.-engl. (1716) 2669; recht so! zwischen der wieg' und dem sarg wir schwanken und schweben auf dem groszen kanal sorglos durchs leben dahin Göthe I 1, 309 W. B@33) die beiden begrenzenden zeitbestimmungen stehen im polaritätsverhältnis zueinander, wobei ein mittel- bezw. übergangszustand gedacht wird, der als solcher zum ausdruck kommen kann; nur lückenhaft nachweisbar: disz was zwuschen tag und nacht, und brachten so viel lattern und fackeln, das es als liecht wart als zu mittemtag Lancelot 1, 70 Kluge; alse di messe ist schussin tage und nacht, also ist di geburt halb tac halb nacht parad. anime intell. 19 Strauch; zwischen tag und nacht Kramer t.-it. 2 (1702) 1500c; denn oft säumet, zwischen dem tod und dem leben, ein schlummerleben; ist nicht leben, nicht tod! Klopstock oden 2, 124 M.-P.; dabei murmelte er noch zwischen schlaf und wachen einige dunkle worte Eichendorff s. w. (1864) 3, 126. mundartlich, mit teilweise formelhafter erstarrung: zwischen licht und mondschein Fischer schwäb. 6, 1469; descher dach on donkel in der dämmerung Heinzerling-Reuter Siegerl. wb. 40b; zwüche tag e nacht; zw. für und liecht ebenfalls in der dämmerung Hunziker Aargau 316. entsprechend auch: Fischer schwäb. 6, 1469; Martin-Lienhart elsäss. 2, 928a; Elberf. ma. 164a. dazu aus friesischen maa.: twisken ljacht en tsjuster Dijkstra friesch wb. 3, 358b; twesken ual an nei zwischen altem u. neuem jahr Schmidt-Petersen nordfries. 143b; Jensen 649. B@44) auf formeln dieser art gehen wendungen zurück, die auf syntaktisch einen zeitbegriff verkürzt sind. sie sind z. t. schon in ahd. zeit nachweisbar, bleiben in neuester zeit jedoch fast ganz auf den mundartlichen bereich beschränkt. B@4@aa) zwischen abend(s) 'gegen abend, abends'. von Luther häufig angewandt zur wiedergabe von lat. ad vesperum bezw. vespere, vor allem in der übersetzung der bücher Mosis: und das soltu mit dem altar thun, zweiyierige lemmer soltu alle wege des tages drauff opffern, ein lamb des morgens, das ander zwisschen abends (unum agnum mane et alterum vespere) 2. Mos. 29, 39, so auch die Zürcher bibel (1531) 1, 80a; dagegen in der 1. dt. bibel: ein lamb an dem morgen und das ander an dem abend. vgl. ferner bei Luther 2. Mos. 12, 6; 16, 12; 29, 41; 30, 8; 3. Mos. 23, 5; 4. Mos. 9, 3; 9, 5; 9, 11; 28, 4; 28, 8; daneben gibt er ad vesperum auch wieder mit umb vesperzeit 1. Mos. 8, 11, des abends ebda 30, 16; 2. Mos. 12, 18; auch: am abend Josua 5, 10. nur einmal steht bei ihm formelhaftes zwischen sabbats apostelgesch. 13, 42 (rogabant ut sequenti sabbato loquerentur sibi verba haec), wo die 1. dt. bibel einen andern sambstag übersetzt. B@4@bb) zwischen licht(es), zwischen lichten 'in der abenddämmerung'; zwischen abends, zwischen lichten, zwischen tag und nacht al barlume, all' imbrunirsi della sera, all' Ave Maria Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1500c: anno dni 1384 jaur an sant Stephans nacht in den weichennächten zwischent liecht (Augsburg um 1400) städtechron. 4, 226; auch: in den weichennechten zwischen liechtes ebda 4, 75; abends zwischen licht, in einem zimmer beim musikanten Schiller s. schr. 3, 473 G.; zwischen lichten ist's, ahne. soll ich die knaben rufen? Sperl söhne d. herrn Budiwoj (1927) 435; zwüsche liecht in der dämmerung Seiler Basel 331a; vgl. auch: Fischer schwäb. 6, 1469; Martin-Lienhart elsäss. 2, 928a; Gebhardt Nürnb. ma. 341; Beck Markgräfler ma. 84. B@4@cc) durch verschiebung des blickpunktes auf den endtermin entsteht die bedeutung 'bis': dasz es jme (Christus) nicht müglich sey, hie zwischen dem jüngsten tag ... leiblicher weise auff erden zu sein Gretter erkl. d. ep. S. Pauls a. d. Römer (1566) 693, für ursprüngliches: zwischen hie und dem jüngsten tag; vgl. dazu die von Fischer schwäb. 6, 1469 gegebenen belege mit der gleichen umstellung und ellipse: hie und zwischen Sankt Bartolomeus tag; hie und zwuschen dem achtenden tag; hie zwischen ostern. die bedeutung 'bis' findet sich jedoch auch auszerhalb solcher formeln: Beniamin hatt 10 sune und keine tochter zwischen seim 33. jar Luther tischr. 5, 165 W. B@55) an die stelle von begrenzenden zeitbestimmungen kann auch die bezeichnung des zeitraumes treten. nur vereinzelt in nicht formelhaftem gebrauch: und darnach, da man zalt 1457 zwischen des achteden der hailigen drei küng, da kam ain erdpidem (Augsburg um 1467) städtechron. 25, 314. B@5@aa) nur der mundart gehören die plural. formeln an zwischen den jahren, zwischen den tagen u. ä. als bezeichnung des zeitraumes zwischen weihnachten und hl. drei könige bezw. neujahr: zwischen den jahren Kehrein Nassau 1, 458; Fischer schwäb. 6, 1469; Heinzerling-Reuter Siegerl. wb. 130b; Pfister nachtr. z. Vilmars id. v. Hessen 348; Woeste westfäl. ma. 278b; auch twesken di heligen Mungard Sölring spraak 232; tewern twölften Mensing schlesw.-holst. wb. 5, 51; twischen de daag 5, 221. B@5@bb) nur in älterer sprache begegnet die formel zwischen der zeit, d. h. innerhalb eines aus dem zusammenhang ersichtlichen zeitraumes; zwischen der zeit ... entre cy et Duez (1664) 2, 743b: tuschen desser tijd (15. jh.) bei Schiller-Lübben 4, 663b; gen dem kaiser Ludwig, der nu zwischen der zeit was kaiser worden (1481) Füetrer bayer. chron. 177 Spiller; item zwischen und ynn der zeit haben sich seine freunt sehr und hoch bemühet ledigung halben des gefangnen mit groszer erbietung, bit und beger und suplicacion gestelt Luther 23, 462 W.; wie denn zwischen der zeit (zw. 200 u. 500) anno Christi 433 die Wandali Bohemen eingenommen haben Entzelt altmärk. chron. (1579) 86; als die Latiner triben fort dergleichen reden an dem ort, begundt der troianisch hauff mit aller macht zu brechen auff das läger zwischen diser weil thät rucken zu der statt in eyl Spreng Äneis (1610) 230a; wenn man nicht mit groszem fleisz das unkraut zwischen der zeit umhacken und ausjäten will allg. haushalt.-lex. (1749) 1, 22b; mundartlich: zwischen der zeit essen zwischen der regelmäszig für das essen bestimmten ... zeit essen Kehrein Nassau 1, 458. anders: twuschen tiden mitunter, zwischendurch Böning Oldenburg 120b; seit 1884 habe ich zwischen zeiten einzelne bezügliche artikel ... veröffentlicht Lüpke seemannsspr. (1900) XII. B@5@cc) bis in die jüngere zeit reicht ein gebrauch, wo an die stelle eines zeitbegriffes der über einen zeitabschnitt andauernde vorgang tritt: denn zwischten sorgen, die man dreyt, sol man zu zyten bruchen freydt Murner gäuchmatt 13 Uhl; zwischen den drüncken red nit viel! Hans Sachs 4, 105 lit. ver.; am h. sontag zwischen der predigt, sie solchen dingen ... nachdencken Moscherosch insomnis cura par. 107 ndr.; letztlich ist zwischen unterschiedlichen rathschlägen der tag vergangen Schupp schr. (1663) 714; er kommt gerne zwischen der abendmahlzeit oder währender abendmahlzeit Ludwig t.-engl. (1716) 2669; die erlaubnisz ..., vier wochen zwischen der messe ein paar groschen mehr an einem orte circuliren zu lassen Göthe I 21, 79 W.; zwischen der arbeit schaute ich oft nach ihr Brentano ges. schr. (1852) 4, 33; die mutter spricht zwischen dem lesen: du irrst, es starben nur vier H. Heine s. w. 1, 109 Elster. hierher auch formelhaftes zwischen weges 'unterwegs': derselbige vor dem andern kremer zwischen weges ermordet wart Heyden Plinius (1565) 197; noch vereinzelt mundartlich: sich zwischen (während) der predigt still und eingezogen halten Martin-Lienhart elsäss. 2, 928a. CC. zwischen bei der indirekten bestimmung eines mittelwertes oder zwischenzustandes. C@11) ein nicht näher bestimmbarer zahlenwert wird durch zwei feste grenzzahlenwerte indirekt bestimmt: ain vergulte verdeckte scheurn zwuschen 60 und 70 guldin wert (Augsburg 1490) städtechron. 22, 270 anm. 2; die anzahl der studenten (in Jena) ist zwischen 7 bisz 800, und soll jezt, wie der ruhm der universität, im zunehmen seyn (1787) Schiller br. 1, 400 Jonas; sie hatten zwischen einer und vier mark gekostet Feuchtwanger geschw. Oppermann (1948) 88. dazu vgl. die im voraufgehenden unter B 1 angeführten belege für zeitliche bestimmungen dieser art. C@22) in gleicher weise wird ein mittelwert oder zwischenzustand durch zwei grenzwerte oder grenzzustände, die auch in einem polaren gegensatz zueinander stehen können, näher umrissen; vgl. auch die unter E 1 d (sp. 1342) angeführten zusammensetzungen: und hett eyn roten bart und das hare wedder wol rott noch wol schwarcz, zwuschen beyden gemenget Lancelot 1, 26, 20 Kluge; nicht ist schussin gode und der sele geschaffin dan englisch nature. wan di sele ist geschaffin in deme nidersten grade fornuftiger nature, und des englis ammit ist daz he irluchte parad. anime intell. 46 Str.; zwischen armuot vnd reichthumb ist das best leben klugreden (1548) 146a; wir sein des lebens ende, des wesens ende, des nichtwesens anfang, ein mittel zwischen in beiden ackermann a. Böhmen 17 Hübner; (der teutsche barde) ist zwar noch nicht der veredelte homerische Grieche, aber auch keineswegs der ungeschlachte Irokese, sondern steht zwischen Homer und Ossian in der mitte Kretschmann s. w. (1784) 1, 16; nun habe das mittelding zwischen kind und jüngling angefangen, seinen verdrusz zu zeigen Göthe I 21, 223 W.; da eine graue fläche zwischen hell und dunkel innen steht ders. II 1, 14 W.; in einem ... mittelzustand zwischen formeller souveränetät und thatsächlicher unterthänigkeit Mommsen m. gesch. 2 (1874) 19. ähnlich: geht zwischen hasz und enthusiasmus die mittelstrasze, die von den weisen ... immer die goldne genannt wurde Immermann w. 1, 37 Boxb. C@33) ebenso von der situation seelischer zwiespältigkeit oder allgemeiner ungewiszheit zwischen zwei extremen (vgl. schon: so hanget rechte der mensche enzwuschent himmel und erden: mit sinen ubersten kreften so ist er erhaben uber sich selber und uber alle ding und wonet in gotte, aber mit sinen nidersten kreften so ist er verdunst under alle ding in den grunt der demütekeit Tauler pred. 88 Vetter): sie alle hiengen wanckelbar zwischen der forcht vnd hoffnung gar Spreng Äneis (1610) 7a; Rom schwebte nun zwischen furcht und hoffnung A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 2; o mein vater, ... lassen sie mich nicht zwischen himmel und erde, zwischen hoffnung und verzweiflung schweben Lenz ges. schr. 1, 80 Tieck; nur des höchsten abglanz, der gerechte, welcher in dem schröklichen gefechte zwischen lust und pflicht jener sich entringt ... Schiller 1, 264 G.; so strauchelt die jungfrau, welche die glühenden küsse des geliebten auf dem busen fühlt, zwischen den lehren der mutter und dem zuge der natur Klinger w. (1809) 3, 14; dasz doch die jugend immer zwischen den extremen schwankt! Göthe I 21, 65 W.; drei volle wochen schwebte er zwischen tod und leben Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 195; ... schwankend zwischen ruhm und schmach Gaudy s. w. (1844) 4, 30; zwischen süszem schmerz, zwischen dumpfem wohlbehagen Mörike w. 1, 43 Maync. DD. zwischen zum ausdruck einer inneren bezogenheit von konkreten oder abstrakten faktoren aufeinander. es kann sich dabei um ein bestehendes verhältnis (s. u. 1 und 2) oder um die verwirklichung einer beziehung zwischen zwei oder mehreren faktoren durch einen akt des vermittelns, vergleichens, wählens, entscheidens, richtens usw. (s. u. 3—5) handeln. die spanne reicht von einer unmittelbaren beziehung, welche von einem abstrakten zwischenfaktor (liebe, freundschaft, gespräch usw., vgl. 1) direkt bezeichnet wird, bis in die nähe fast örtlicher befindlichkeit, ohne dasz jedoch die vorstellung eines irgendwie bestehenden verhältnisses aufgegeben würde. D@11) von einer besonderen art der bezogenheit zweier personen, personifizierter begriffe, personengruppen, völker oder gattungen aufeinander neben ausdrücken wie freundschaft, liebe, ehe, spiel, gespräch, briefwechsel; streit, zorn, feindschaft, zweikampf, krieg, bestrafung u. dgl.: hêrre, der künec Gramoflanz iuch bitet daz ir machet ganz gelübde, diu dâ sî getân zwischen im unt Gâwân Wolfram v. Eschenbach Parzival 717 Lachmann; mislîchiu beswærde huop sich dô under in, zwischen dem herren unde in drin Hartmann v. Aue armer Heinrich 994 Wackern.; zwischen in beiden werte lange der strît heldenbuch 2, 261b Martin (Rabenschlacht 450); unde ob dîn brûder sundet wider dich, gê und bestrâfe en zwischen dir und ime alleine evangelienb. d. Matth. v. Beheim 43 Bechstein; das 33. capitel; in dem sprichet got aus das vrteil des krieges zwischen dem tode vnd dem clager ackermann a. Böhmen 83 Bernt-B.; ich setze veintschaft zwischen dir vnd dem weib 1. dt. bibel 3, 53 Kurr.; (der abt) wol vernomen het alle rede czwischen dem wirt vnd Allessander Steinhöwel decameron 69 Keller; er (Christus) soll unser hilff und trost sein, das fortan zwischen gott und uns aller zorn auffgehoben Luther 52, 48 W.; und thu mit im die mainung reden, wie wir beschlossen zwischen uns beden Hans Sachs 1, 34 lit. ver.; darüber sich die grossen drey kriege zwischen denen von Rom und Carthago erhuben Mathesius Sarepta (1571) 78b; unverhoffte doch gewünschte liebesgeschicht zwischen Filidor und Julienen Neumark fortgepfl. mus.-poet. lustw. (1657) 1, 437; ob der heirath zwischen dem junckern und der damoisellen möchte fortgehen Grimmelshausen 2, 346 Keller; es (ein altes, schottisches lied) ist ein gespräch zwischen mutter und sohn Herder 5, 172 S.; indessen fand sich mit der zeit eine stärke in meine arme, dasz das spiel zwischen meinem vater und mir ungewisz ... wurde Hippel lebensläufe (1778) 1, 60; es sind noch briefe auf uns gekommen, die zwischen den grafen von Egmont und Mannsfeld gewechselt worden Schiller 7, 140 G.; ohne zweifel waltet ein zarter und unschätzbarer bezug zwischen einem jeden lande und den berühmten männern, die aus seinem schosse hervorgingen Göthe I 41, 1, 8 W.; ein zweikampf zwischen dem grafen und dem freiherrn Arnim s. w. (1853) 2, 45; jedes noch so flüchtige verhältnisz zwischen den zwei geschlechtern müsse streng überwacht werden A. v. Droste Hülshoff ges. schr. (1879) 2, 357; das (zeichnen) ist eigentlich die einzige kunst, die man betreiben sollte, zwischen mann und weib Kahlenberg Eva Sehring (1901) 172; 'sis nischt zwischen uns gewest' G. Hauptmann Rose Bernd (1904) 123; dies bleibt nicht zwischen uns, dasz er's weisz Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 36. auch im gedanklich-geistigen bezw. abstrakten bereich häufig belegt: der geist were gerne drap und di sele wil blibin, und alsus ist ein strit schussin deme geiste und der sele in deme einvaldigin wesine parad. anime intell. 119 Strauch; da ist ein grosser streit vnd ein kampff zwischen der seelen vnd dem leib vnd zwischen der vernunfft vnd der sinlichkeit Keisersberg brösamlin (1517) 2, 65c; gedanken über den streit zwischen vernunft und glauben Kästner verm. schr. 1 (1755) 102; wahrscheinlich würde mehr harmonie zwischen seinen frühern und spätern meinungen zu bemerken sein Göthe I 46, 82 W.; die ganze ideenverbindung zwischen diesen ereignissen und meines ahnherrn worte Immermann w. 1, 23 Boxb.; wir haben jetzt nach auszen frieden, aber im innern den sozialen krieg zwischen capital und arbeit (1890) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 421; eine dritte, noch fundamentalere relativität auf das subjekt als person besteht schlieszlich in dem verhältnis zwischen wert und wertträger N. Hartmann ethik (1935) 131; und sie (die kluft) wurde in seiner vorstellung immer mehr zur kluft aller klüfte, zum weltabgrund zwischen mann und weib, zwischen ja und nein, zwischen seele und leib H. Hesse glasperlenspiel (1943) 2, 388. D@22) von einem verhältnis bezw. einer besonderen art der verbundenheit oder beziehung zwischen den gliedern einer menge: machte sich ein zweitracht zwuschin den korforsten, also daz zwene gekorn wordin zu dem romischin riche (um 1315) Fr. Ködiz v. Salfeld leben d. hl. Ludwig 6 Rückert; das sie dienen, eynickeyt und fride zwischen den leütten zur halten Luther 18, 419 W.; zwischen den frummen ist grösser freündschafft dann vnder den bluots verwandten G. Mayr sprüchw. (1567) E 2b; ich sorgte, es möchte hernach uneinigkeit zwischen den erben setzen Grimmelshausen 2, 374 Keller; wollt ihr mit uns, um zu sehen, ob auch zwischen den erwachsenen ein gutes verhältnisz entstehen könne? Göthe I 24, 7 W.; so sei doch damit der grund zu einer unausbleiblichen entzweiung zwischen den Deutschen selbst gelegt Ranke s. w. (1867) 2, 8. nahestehend scheinen verbindungen innerhalb des abstrakten bereichs zu sein, in denen zwei fast personifiziert gedachte begriffe in einem verhältnisbestimmenden sinne ganz ineinander übergehen: man sol zwischen minne mit genuht triuwe in glanzer stæte mischen: daz birt ganzer fröuden fruht Konrad v. Würzburg kl. dicht. 3, 38 E. Schröder; denn wo solcher zorn nicht zu weylen keme zwischens die liebe, so würde die liebe faul und der rost fresse sie wie ein eyssen Luther 23, 516 W. D@33) bei begriffen des vermittelns. es wird kein gegebenes verhältnis vorgestellt, sondern es findet zwischen zwei gegensätzen eine vermittlung statt: ich wil hie teidingen zwischen im und der herzogîn Wolfram v. Eschenbach Parzival 719, 15; und machten ainen frid zwischen des kaisers und der stet (Augsburg 1376) städtechron. 4, 48; daz weir getedegit haben czvussen den hochgeboren fursten hern Prsemissla ... an eyme teyle und hern Bolken ... an dem andirn teyle (1385) lehns- u. besitzurk. Schlesiens (1881) 1, 348; den schickt er zuo dem benanten küng Sigmund gen Basel, der redt sampt mit im und bracht die sach zuo guot zwischen des und seins vatters (Augsburg 1434) städtechron. 4, 122; understuend er sich zbischen dem selben kayser Fridrichen ... und hertzog Albrechten güetlicher handlung und vertrueg sy mit ain ander (1481) Füetrer bayer. chron. 227 Spiller; Jesus allein ist der mittler zwischen uns und gott Zwingli dt. schr. (1828) 1, 131 Sch.-Sch.; sondern nennen jn (den mond) gleichsam den ehman der sonnen, der ... zwischen jr vnd der erden mittelt Sebiz feldbau (1580) 47; als die königin in Engelland sich zur unterhändlerin zum frieden anno 1567 zwischen Spannien vnd den Staden anerbotten Lehmann floril. polit. (1662) 1, 238; und fragen wir nun, worin er die vermittelung zwischen göttlicher vollkommenheit und menschlicher sündlichkeit sieht, so ist es allein ... das geoffenbarte wort Ranke s. w. (1867) 1, 202. hierher auch: schlaf und tod, der macht vergleich zwischen arm und zwischen reich, zwischen fürst und zwischen bauer, zwischen biedermann und lauer Logau s. sinnged. 117 lit. ver. D@44) bei begriffen des vergleichens und unterscheidens (vgl. schon: sô ist er [der mensch] wêrlîche daz selbe von gnâden, daz got ist von nâtûre, unde got bekennet sîn selbes enkeinen underscheit enzwischen im und disem menschen meister Eckhart in: dt. mystiker d. 14. jhs. 2, 185 Pf.; und herumb ist gros underscheit enzwúschent den die der geschrift lebent, und in den die alleine sú lesent Tauler pred. 78 Vetter): glychnen ist, da man etwas glychgestalts oder glychförmigs zwüschend zweyen dingen findt Zwingli dt. schr. 1, 93 Sch.-Sch.; hie (in der fastenpostille) las ich yderman unterscheyd suchen und treffen zwischen dem eusserlichen scheynenden priesterthumb und diesem ynnerlichem, geystlichem priesterthumb Luther 17, 2, 6 W.; ir sollet heut sehen was da vnderscheid ist ... zwischen den Römern vnd andern völckern Carbach Livius (1551) 60a; diser Noa welet, ordnet vnd bestetiget ... oberkeit vnd lerer, vnnd vnterscheid zwischen heuptern vnnd vnterthanen Mathesius Sarepta (1571) 82b; ein grosser vnderscheid ... ist zwischen der justici, welche auffm pappier ... stehet vnd zwischen der, welche im werck bestehet Albertinus hirnschleiffer (1664) 110; zum unterscheide zwischen ihrer (der italienischen) und der lateinischen sprache Gueintz dt. rechtschrb. (1666) 15; was für ein unterscheid zwischen diesem elenden leben und dem jenigen seye, dass ich den verwichnen tag gesehen Grimmelshausen 2, 409 Keller; unterscheidende kennzeichen zwischen Homers mahlerey und Virgils Breitinger crit. dichtkunst (1740) 1, 29; eine vergleichung zwischen Petersen und Wielanden würde diesem auf keine weise schimpflich seyn Lessing 8, 17 L.-M.; indesz bleibt ... ein unterschied ... zwischen dem schlimmen und dem schlimmern Göthe I 21, 78 W.; welcher grosze unterschied zwischen dem sogenannten heftigen temperament und der von grund aus reinen weiblichkeit ist Brentano ges. schr. (1852) 5, 288; dein etwaiger vergleich zwischen heute und vor fünf jahren br. v. u. an Herwegh (1896) 39. spärlicher bezeugt ist die präposition in mengenhaften vergleichsvorstellungen: wir seind alle menschen, alle fallen wir in sünd, aber es ist gar grosser vnterschied zwüschen denen die da fallen Keisersberg pred. teütsch (1508) K 1a; item es soll keyn vnnderscheid sein, der besoldung halben, zwischen den kriegs leüten Cronberg schr. 69 ndr.; aus diesem gesichtspunkte betrachtet, verschwindet der unterschied zwischen bauer, bürger, soldat und edelmann Th. Abbt verm. w. (1768) 2, 1, 16. D@55) bei begriffen des wählens, entscheidens und richtens. es wird gewählt bezw. gerichtet oder entschieden zwischen zwei möglichkeiten, die erst durch diese entscheidung in beziehung zueinander gesetzt werden: nu het herzog Albrecht von München vor geschriben und poten in all stet und in all märkt im Oberland, die herzog Ludweigs sälig gebesen warn, daz man weder herzog Hainrich noch in einlassen solt, unz daz ein austräg geschäch zwischen ir paider, welcher des landes dann ein herre wurde sächs. weltchron. 376 Weiland; dit ist die scheidunge, die wir ... geordent han zussen den ersamen geistlichen luden den duzen herren (Deutschherren) und deme clostere zu Schiffinburg (1339) hess. urk.-buch 2, 478 Wyss-R.; von slages unpilde si kluben vor den henden. es mochte niemanndt wenden zwischen in dan der dot Heinrich v. Neustadt Apollonius 7679 Singer; denn sie (die tyrannen in gottes volk) sind schwach ym gewissen und konnen nit frey tzwisschen dem scheyn unnd grund, tzwischen dem gleyssen und der warheyt urteyllen Luther 10, 1, 1, 666 W.; wann zu grossen sachen als zwischen dem gemeynen nutz vnd der menschen blut zurichten, grosser ernstlicher fleiss gehört Carolina 131b Zoepfl; derhalben er so ain kluoge, rechte urtail zwischet den zwaijen wibern, ... zuo fellen wisset Kessler sabbata (1912) 167; die wahl zwischen deinem richterspruche und dem eines höhern Gerstenberg Ugolino 269 Hamel; wenn des weltgerichts wag durch den Olympus schallt, dich verruchter zu wägen zwischen himmel und Erebus Schiller 1, 43 G.; sie (Wilhelm) sollen, sprach Serlo, schiedsrichter sein zwischen uns (Serlo und Aurelia) Göthe I 52, 252 W.; ... du lässest mir zwischen ja und nein die wahl? Müllner dram. w. (1828) 2, 15; die entscheidung zwischen königthum und gemeindeherrlichkeit Mommsen m. gesch. 1 (1856) 17; und ehe sich frau Dörr zwischen punsch und tee entscheiden konnte Fontane ges. w. (1905) I 5, 144. D@66) bei begriffen der trennung. ein trennender faktor tritt zwischen ein bestehendes verhältnis: zwischen uns stand rauh und wild ein mittlerer, und trennte schon im spiel der ersten jugend einigkeit und lust Göthe I 10, 36 W.; wer bist du, übermütiger, dasz du dich zwischen zwei vermählte drängst? H. v. Kleist w. 2, 224 E. Schmidt; und meine zufriedenheit wird ungetrübt bleiben, wenn auch ferner niemand zwischen mich und die sonne tritt Thibaut üb. d. notwendigk. e. allg. bürg. rechts (1814) 405; und legt ihr zwischen mich und sie auch strom und thal und hügel, gestrenge herrn, ihr trennt uns nie, das lied, das lied hat flügel Geibel ges. w. (1883) 1, 27. ähnlich: eine verdrüszliche sache scheint zwischen meine hoffnung die räuber aufführen zu sehen, zu treten (1781) Schiller br. 1, 52 Jonas; doch schau! entsetzen liegt auf deiner mutter; tritt zwischen sie und ihre seel' im kampf, in schwachen wirkt die einbildung am stärksten Shakespeare 3 (1798) 275. EE. zusammensetzungen. E@11) substantiva. sie sind nur vereinzelt im mhd. nachweisbar (s. zwischensatz sp. 1370), werden im 17. jh. im schriftsprachlichen bereich häufiger und entwickeln sich fruchtbar seit beginn des 18. jhs., später gefördert durch die technik und naturwissenschaften des 19. jhs. E@1@aa) der grundwortbegriff des kompositums befindet sich im mannigfach örtlichen, aber auch zeitlichen sinne zwischen zwei einzelfaktoren, gruppen usw., die sich aus dem satzbezw. sinnzusammenhang ergeben. zunächst von einem rein örtlichen oder auch zeitlichen dazwischensein: zwischenarm: die Elbe fliesze hier, die ... inseln und zwischenarme mitgerechnet Fr. L. Jahn w. (1884) 1, 486;
71690 Zeichen · 1428 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zwischenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    zwischen s. zwisc swv. in underzwischen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zwischen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zwischen , eine Präposition, welche eine Richtung nach dem Raume, welcher zwey Dinge trennet, und ein Daseyn in demselbe…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zwischen

    Goethe-Wörterbuch

    zwischen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    zwischen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    zwische n ni n dazwischen hinein Dü.

  5. Sprichwörter
    Zwischen

    Wander (Sprichwörter)

    Zwischen 1. Zwischen zwölf (Uhr) und Mittag vieles noch geschehen mag. – Eiselein, 663. Engl. : Many things fall between…

  6. Spezial
    zwischen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    zwi|schen praep. amesa, inanter, danter, itamez a: zwischen zwei und drei Uhr danter les döes y les trëi; er setzt sich …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zwischen

470 Bildungen · 454 Erstglied · 15 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von zwischen

zwis + -chen

zwischen leitet sich vom Lemma zwis ab mit Suffix -chen.

zwischen‑ als Erstglied (30 von 454)

zwischendin

SHW

zwischen-din Band 6, Spalte 1005-1006

Zwischenact

Herder

zwischen·act

Zwischenact , bei dramatischen Vorstellungen der Zeitraum zwischen 2 Acten od. 2 Stücken, meistens mit Musik ausgefüllt, daher Z. auch Name …

Zwischenahn

Meyers

zwischen·ahn

Zwischenahn , Dorf und klimatischer Kurort im Großherzogtum Oldenburg, am Ausfluß der Aue aus dem 600 ha großen Zwischenahner Meer und an de…

zwischenakt

DWB

zwischen·akt

zwischenakt , m. 1 1) ' nennt man die zeit zwischen zwei theatralischen stücken oder deren abschnitten. in Deutschlands theatern wird in die…

zwischenaktmusik

DWB

zwischenakt·musik

-musik , f. : in der zwischenaktsmusik zu Händels oper Amadis Chrysander Händel (1858) 2, 134 ; die ... zwischenaktsmusik ... ist ein ... ze…

zwischenan

RhWB

zwisc·henan

zwischen-an : nur in dem Rätsel: Vier Geschwisterche sossen op enem Kössen (Kissen) on kēnt soss töschenan? das Kuheuter mit den vier Zitzen…

zwischenarbeit

DWB

zwischen·arbeit

zwischenarbeit , f. 1) verschiedene, aus einer hauptbeschäftigung sich ergebende nebenarbeiten, die entweder innerhalb jener und zu ihrer be…

zwischenart

DWB

zwischen·art

-art : wir sind freie unangeheftete zwischenwörter, es leidet unsere angeborne zwischenart nicht, viel ordnungen und regulmessiges zu halten…

zwischen als Zweitglied (15 von 15)

daenzwischen

KöblerMhd

daen·zwischen

daenzwischen , Adv. nhd. dazwischen, darin, währenddessen Q.: Anno (1077-1081), HartmKlage, Herb, LAlex, MNat, Mor, Parz, PrOberalt, Rol, Sa…

dar enzwischen

KöblerMhd

dar enzwischen , Adv. nhd. dazwischen Q.: HartmKlage, MNat, PrOberalt, Rol, VMos (1130/1140), Walth, Wig E.: s. dar, en, zwischen W.: nhd. D…

dazwischen

DWB

daz·wischen

dazwischen , adv. inter binos, inmitten. im strengahd. nur das adject. zwiski binus, erst bei Tatian , Notker und Williram die präpos. und d…

derzwischen

KöblerMhd

der·zwischen

derzwischen , Präp. nhd. zwischen Hw.: s. dazwischen (?) E.: s. dar, der, zwischen W.: nhd. DW2- L.: Hennig (derzwuschent)

dâ(r)/ da(r) enzwischen

MWB

dâ(r)/ da(r) enzwischen Adv. i.d.R. Formen mit da-, vereinzelt der-; auch -in-, -’n-, -zwisken. steht als Pron.-Adv. im Satz anstelle eines …

dâ(r)/ da(r) zwischen

MWB

dâ(r)/ da(r) zwischen Adv. auch der-; keine Distanzstellung im Belegmaterial. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit z…

dāzwischen

KöblerMhd

dāzwischen , Adv. nhd. dazwischen, währenddessen Hw.: s. darzwischen Q.: Ot (FB dāzwischen), BdN, Berth, Erlös, Greg (1186/1190), Kzl, Lanc,…

entzwischen

DWB

ent·zwischen

entzwischen für enzwischen, inzwischen, mit derselben verwilderung, die in entgegen, entzwei, entwicht obwaltet, ahd. in zuiskêm ( Graff 5, …

enzwischen

MWB

enz·wischen

enzwischen Adv., Präp. auch inzwischen, enzwischent, en-/intuschen. 1 Adv. 1.1 lokal ‘dazwischen’ 1.2 temporal ‘inzwischen’ 1.3 ‘untereinand…

hierzwischen

DWB

hier·zwischen

hierzwischen , adv. in medio spatio. Frisch 1, 452 a ; hierzwischen stecke ich mich nicht, his me non immisceo. das.; hierzwischen war es ze…

inzwischen

DWB

inzwischen , adv. interea, ceterum. die ahd. fügung in zwiskêm, in zwiskôn in binis, die seltener vorkommt als unter zwiskên, inter binos ( …

Ableitungen von zwischen (1 von 1)

entzwischen

DWB

entzwischen für enzwischen, inzwischen, mit derselben verwilderung, die in entgegen, entzwei, entwicht obwaltet, ahd. in zuiskêm ( Graff 5, …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zwischen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zwischen/dwb?formid=Z13801
MLA
Cotta, Marcel. „zwischen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zwischen/dwb?formid=Z13801. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zwischen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zwischen/dwb?formid=Z13801.
BibTeX
@misc{lautwandel_zwischen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„zwischen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-19},
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