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Rücken

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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28 in 16 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Rücken

Bd. 3, Sp. 1188
Der Rücken, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Rücklein. 1. Überhaupt, der sich in die Länge erstreckende erhabene Theil eines Dinges, in welchem Verstande dieses Wort noch in mehrern Fällen üblich ist. Der Rücken der Nase, ist der erhabene Theil derselben, welcher sich in die Länge erstrecket. Der Rücken eines Gebirges, der Bergrücken, der sich in die Länge erstreckende erhabene Theil eines Gebirges oder Berges. Dort, wo waldige Höhe den blauen Rücken verbreitet, Zachar. Wer hat allhier der Vorgebirge Rücken Zu Tempeln und Pallästen ausgehöhlt? Raml. Der Rücken eines Ackers, der mittlere sich in die Länge erstreckende erhabene Theil, da denn auch wohl ein ganzer zwischen zwey Furchen eingeschlossener Acker ein Rücken genannt wird. In der Landwirthschaft wird das abgemähete Heu, wenn es trocken ist, an einigen Orten in Rücken gelegt, d. i. in lange Haufen, welche um Stade Rucken heißen. 2. In engerer Bedeutung ist der Rücken an dem menschlichen Körper der breite etwas erhabene Theil hinter der Brust, im gemeinen Leben der Buckel oder Puckel, dessen obere Theile die Schultern sind. 1) Eigentlich. Einen breiten Rücken haben. Einen krummen Rücken machen. Die Hände auf den Rücken legen. Jemanden auf den Rücken nehmen. An den Thieren ist der Rücken der ganze erhabene Theil des Körpers, von dem Halse bis an den Schweif. Ein Rehrücken, dieser Theil von einem Rehe. Zu dem menschlichen Rücken gehören auch folgende figürliche R. A. Jemanden den Rücken kehren, sich von ihm entfernen, und nach einer noch weitern Figur, ihm seine Hülfe und Neigung versagen. Die Kinder müssen ihren Feinden den Rücken kehren, Jos. 7, 12, müssen vor ihnen fliehen. Wir[] haben falsche Freunde gefüttert, die uns verächtlich den Rücken kehren, Weiße. Den Rücken wenden, sich umdrehen, sich ein wenig entfernen. Ich darf nur den Rücken wenden, so ist er wieder fort. Jemanden den Rücken halten, ihn unterstützen, ihn vertheidigen, S. Rückenhalt. Etwas mit dem Rücken ansehen müssen, es verlassen müssen. Sein Vaterland mit dem Rücken ansehen müssen. Etwas hinter jemandes Rücken thun, wider dessen Wissen und Willen. Dem Feind in dem Rücken haben, hinter sich. Den Feind in dem Rücken angreifen, von hinten. 2) Der breitere, zuweilen erhabene hintere Theil eines Dinges. Der Rücken eines Messers, der Messerrücken, im Gegensatze der Schneide. Der Rücken eines Hirschfängers, einer Art. Bey den Jägern werden die kleinen hornigen Theile, welche den Hunden und allem Wildbrete zu beyden Seiten unten an den Läuften gleich über den Ballen heraus gewachsen sind, die Rücken und Oberrücken genannt; bey andern heißen sie die Afterklauen, das Geäfter, die Spornen. Das Rücklein, oder die Rückendrüse, in der Anatomie, ist eine zusammen gesetzte Drüse an dem ersten Lendenwirbel unten am hintersten Theile des Magens; Pancreas. Anm. In der engern Bedeutung im Isidor Hrucca, bey dem Kero Hrucki, bey dem Ottfried Rugge, bey dem Notker Rukke, bey den heutigen Oberdeutschen Ruck und Ruggen, im Nieders. Rugge, Rügge, im Angels. Hrecg, Rige, im Engl. Rigg, Ridge, im Schottländ. Rig, im Schwed. Rygg, im Isländ. Riggur, im Griech. ῥαχης, welches so wohl einen Bergrücken, als auch den Rückgrath bedeutet. Es ist mit dem vorigen Eines Geschlechtes und eine Figur von rücken, so fern es das Intensivum von rechen, regen ist, und so wie dieses ursprünglich eine Bewegung nach allen Richtungen bedeutet hat. Daher kommt es denn auch, daß in diesem Worte bald der Begriff der Höhe, bald der Länge, bald der Breite der herrschende ist. Als eine Figur von dem menschlichen Rücken, ist das ehemahlige Nebenwort rück anzusehen, wofür wir jetzt zurück sagen, welches noch in einigen der folgenden Zusammensetzungen vorkommt. Die Rücke, eine Stange, welches Frisch bey diesem Worte hat, ist Niederdeutsch und heißt eigentlich die Ricke oder das Rick, gehöret auch zunächst zu Reihe, Nieders. Riege, obgleich auch dieses mit Rücken Eines Geschlechtes ist.
3941 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rückenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    rücken stn. vil maneger furcht daʒ rukken ( das zücken der schwerter, s. o.? ), man werd mit slegen prucken (?), daʒ im …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rücken

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Rücken , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Rücklein. 1. Überhaupt, der sich in die Länge erstreckende erhaben…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rücken

    Goethe-Wörterbuch

    Rücken auch ‘Rüken’; im Vers gelegentl apostrophiert ‘Rück(')’; vereinzelt oberdt ‘Rucken’ 1 Rückseite des menschlichen …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rücken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Rücken ( Dorsum ), die dem Bauch gegenüberliegende Seite des tierischen Körpers, im engern Sinn bei den Säugetieren die …

  5. modern
    Dialekt
    Rücken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Rücke n , Rucke n [Rìkə, Rəkə fast allg.; Rùkə Dü. Str. (aber Rìkkhòrp CS. 84)] m. 1. Rücken, wie hochd., doch im eigent…

  6. Spezial
    Rückenm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    Rücken , m корешок , м (книги) → FiloSlov Buchrücken, m

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruecken

293 Bildungen · 207 Erstglied · 80 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von ruecken 2 Komponenten

ruc+ken

ruecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ruecken‑ als Erstglied (30 von 207)

rückenab

DWB

ruecke·nab

rückenab , adv. den rücken hinunter: streicht man sie ( die katzen ) glatt rucken ab, so recken sie den schwantz. Garg. 213 a .

rückenader

DWB

ruecke·nader

rückenader , f. , älter rückader: ruck-, rucke-, rugge-, rugader, varex. Dief. gloss. 606 c . eine der durch den rücken laufenden adern. Cam…

rückenast

DWB

ruecke·nast

rückenast , m. : rückenast eines nerven, ramus posticus s. dorsalis. Meckel anat. 3, 625 ; rückenäste ( einer ader ) der zehen, arteriae dig…

Rückenau

GWB

ruecke·nau

Rückenau Figurenname der Äffin in ‘Reineke Fuchs’; ‘Frau R.’ Reineke sagte..Martin der Affe,|Und Frau R. sind mir verwandt 50,160 ReinF XI 1…

rückenband

DWB

ruecken·band

rückenband , n. ligamentum dorsale Nemnich : an anderen stellen ( des körpers ) haben sich diese hautmuskeln in sehnige ausbreitungen verwan…

rückenbein

DWB

ruecken·bein

rückenbein , n. 1 1) spina dorsi. in glossen des 10.—11. jahrh. erscheint ruggebein, rukkipeini. Schm. 2, 80 Frommann; daʒ tier ( das grabth…

rückenbesitzer

DWB

ruecken·besitzer

rückenbesitzer , m. einer, der ein gut mit eigenem rücken besitzt. Schm. 2, 48 Frommann ( vergl. rücken oben sp. 1354 h ).

Rückenbirn

Campe

ruecken·birn

Die Rückenbirn , Mz. — en , eine Sorte sehr großer Birnen, die Pfundbirn.

rückenblatt

DWB

ruecken·blatt

rückenblatt , n. der theil eines kleidungsstückes, welcher den rücken bedeckt; auch rückblatt eines harnisch. Kramer 2, 172 a .

rückenblech

DWB

ruecken·blech

rückenblech , n. rückenstück eines harnisches: ruckplech, humerale. Dasypod. ( arm. bellic. nom. ) ; ruckblech, humerale, genus armorum ad t…

rückenblumen

DWB

ruecken·blumen

rückenblumen , plur. die abtheilung epiphyllospermi der blätterlosen pflanzen im Tournefortschen system. Schäffer arzneikräuterwiss. (1770) …

rückenblut

DWB

ruecken·blut

rückenblut , n. eine krankheit des viehes, wobei sich im mastdarm blut ansammelt. Nemnich. Woeste 220 a . ten Doornkaat Koolman 2, 64 b . da…

rückenbogen

DWB

ruecken·bogen

rückenbogen , m. ein adernetz an der hand- und der fuszwurzel, arcus dorsalis carpi, a. d. tarseus. Meckel anatom. 3, 182 und 295.

rückenbraten

DWB

ruecken·braten

rückenbraten , m. das weiche, eszbare fleisch vom rücken eines thieres in gebratenem oder rohem zustande. in älterer sprache auch vom weiche…

Rückenbruch

RhWB

ruecken·bruch

Rücken-bruch Sol m.: Br. im Rücken des Messers; beim Plisten der Messer entstehen infolge Erwärmens Spannungen auf dem dicken Rücken gegenüb…

Rückenbürge(r)

RhWB

ruecken·buerger

Rücken-bürge(r) Siegld , Altk m.: Brett, das man in der Frühstückspause als R.lehne benutzt, in der Bergmspr.

Rückenbütte

RhWB

ruecken·buette

Rücken-bütte -γənbyt Rees-Haldern Pl.: die auf dem Rücken der Kuh verlaufenden Dornfortsätze des R.grates.

ruecken als Zweitglied (30 von 80)

Fußrücken

RDWB1

Fußrücken m (kein Bezug zu "спина") стопа, подъём стопы

Handrücken

RDWB1

Handrücken m (kein Bezug zu "спина") тыльная сторона ладони

Herzdrücken

RDWB1

Herzdrücken n nicht am ~ sterben idiom. - высказаться / высказаться, открыто высказывать / высказать своё (нелицеприятное) мнение, говорить …

abdrücken

DWB

abdrücken , exprimere, nnl. afdrukken, von einem auf das andere drücken. ein bild, siegel, eine münze abdrücken. einem das herz abdrücken, a…

abrücken

DWB

abrücken , removere, absetzen: den stuhl von der wand, den kessel vom feuer, zeile von zeile abrücken, auch die zeilen abrücken. nnl. afrukk…

af-(āve-)rücken

MNWB

af-(āve-)rücken , swv. , wegrücken; trans. fortziehen, fortreißen.

afdrücken

MNWB

afdrücken , swv. , drücken, abdrücken.

afkrücken

MeckWBN

Wossidia afkrücken verprügeln Schö Schönberg@Menzendorf Menz .

andrücken

DWB

and·ruecken

andrücken , apprimere, imprimere, nnl. aandrukken: das bild der geliebten fest ans herz andrücken; die waffe, den schild andrücken; den leim…

anrücken

DWB

anrücken , admovere, nnl. aanrukken, accedere, anmarschieren: der feind rückt an, ist angerückt, der sommer rückt an; deine todesstunde wird…

aufdrücken

DWB

auf·druecken

aufdrücken , imprimere, wenn sonst von drücken eines gegenstands auf den andern die rede ist: einen kus den lippen aufdrücken; die lippen au…

aufrücken

DWB

auf·ruecken

aufrücken , sursum movere, schon ahd. ûfrucchan gegenüber dem nidarrucchan ( Graff 2, 434 ), mhd. ûfrucken. 1 1) die frauen, im mittelalter,…

ausdrücken

DWB

aus·druecken

ausdrücken , exprimere, nnl. uitdrukken, einzelne, zumal ältere bedienen sich der unumgelauteten form, auch Göthe früherhin, in die späteren…

Auskrücken

Adelung

aus·kruecken

Auskrücken , verb. reg. act. mit der Krücke reinigen. Den Backofen auskrücken, bey den Bäckern.

ausrücken

DWB

aus·ruecken

ausrücken , nnl. uitrukken, 1 1) intransitiv, egredi, exire: das heer rückt aus gegen den feind, ist ausgerückt; man liesz tausend mann ausr…

Bak (Rücken)

Wander

bak·ruecken

Bak (Rücken) Bak (Rücken). 1. Eenen up dem Bak sitten. 2. Eenen up den Bak kamen. – Richey. 3. He lîgt êm ümmer up'n Bake. – Richey. Hochdeu…

bebrücken

DWB

beb·ruecken

bebrücken , amnem jungere ponte: die flut bebrückt. Brockes 1, 327 .

bedrücken

Pfeifer_etym

bed·ruecken

drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bed…

Bêrgrücken

Adelung

berg·ruecken

Der Bêrgrücken , des -s, plur. ut nom. sing. der oberste Theil einer Bergkette oder Bergreihe.

berücken

DWB

berücken , decipere, fallere, bestricken, in die falle locken, gleichsam hinterwärts ( mhd. berücke, adv. krone 27241) fangen. 1 1) ursprüng…

Beydrücken

Adelung

bey·druecken

Beydrücken , verb. reg. act. eine Sache neben der andern drücken. Sein Siegel beydrücken. Daher die Beydrückung. S. Adelung Drücken .

Beyrücken

Adelung

bey·ruecken

* Beyrücken , verb. reg. act. mit Worten hinzu setzen; gleichfalls am häufigsten im Oberdeutschen.

durchdrücken

DWB

durch·druecken

durchdrücken , perprimere, vi penetrare Henisch 757 . 1 1. etwas mit gewalt hindurch drängen, treiben. der saft ist durchgedrückt durch ein …

eindrücken

DWB

ein·druecken

eindrücken , imprimere, nnl. indrukken, schw. intrycka, dän. indtrykke. 1 1) in etwas: der hirsch drückt seine ballen, das pferd seinen huf …

entrücken

DWB

ent·ruecken

entrücken , subducere, celeriter amovere, fern rücken, aus den augen rücken, nnl. ontrukken, meist mit der vorstellung des plötzlichen, gewa…

erdrücken

DWB

erd·ruecken

erdrücken , ahd. irdrucchan, mhd. erdrücken. 1 1) opprimere, zu tode drücken: da was daʒ ertreich gar ze lind und ertrukt ein michel gesind.…

Êselsrücken

Adelung

esel·s·ruecken

Der Êselsrücken , des -s, plur. ut. nom. sing. in der Baukunst, ein auf Gothische Art eingerichteter Gewölbebogen, welcher aus zwey zusammen…

fortrücken

DWB

fort·ruecken

fortrücken , 1 1) latius, altius moveri: die sonne rückt fort; die sterne waren schon westwärts fortgerückt; er rückt langsam in seinen ämte…

gewehrrücken

DWB

gewehr·ruecken

gewehrrücken , m. : gewehrrücken, chevalets, sind stützen, auf welchen das aus der hand gelegte gewehr der soldaten vor einer wacht, piquet …

Ableitungen von ruecken (6 von 6)

berücken

DWB

berücken , decipere, fallere, bestricken, in die falle locken, gleichsam hinterwärts ( mhd. berücke, adv. krone 27241) fangen. 1 1) ursprüng…

entrücken

DWB

entrücken , subducere, celeriter amovere, fern rücken, aus den augen rücken, nnl. ontrukken, meist mit der vorstellung des plötzlichen, gewa…

gerücken

Lexer

ge-rücken swv. BMZ geructe, -ruhte Nib. Alph. Ms. Pass. mit ûf.

verrücken

DWB

verrücken , verb. von der bisherigen stelle fortrücken, mhd. verrucken, verrücken, mnd. vorrucken, ahd. weisz Graff 2, 435 einen beleg aufzu…

zerrücken

DWB

zerrücken , verb. , für das häufigere verrücken ( th. 12, 1, 1020) theils landschaftlich begründet, theils um den doppelsinn von verrückt zu…