Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Pflug m.
Pflug m.
Pflug m. ‘landwirtschaftliches Gerät zum Umbrechen von Erde’, ahd. phluog (8. Jh.), mhd. phluoc, mnd. plōch, plūch, mnl. ploech, plouch, nl. ploeg, afries. plōch, anord. plōgr, schwed. plog sowie aengl. (wohl aus dem Anord. entlehnt) plōh ‘Stück Land, das ein Ochsengespann an einem Tag umpflügen kann’, engl. plough ‘Pflug’ und langobard. (latinisiert) plōvus (oder plōvum) ‘Pflug’. Herkunft ungewiß. Es scheint sich um einen Ausdruck für eine verbesserte Form des alten, aus einem Gabelholz bestehenden Hakenpflugs zu handeln. Vgl. offensichtlich ältere Bezeichnungen wie got. hōha ‘(Haken)pflug’, ahd. huohilī(n) ‘Furche, Graben’, eigentlich wohl ‘kleiner Pflug’ (10. Jh.), verwandt mit aind. śā́khā ‘Ast, Zweig’, lit. šakà ‘Ast, Zweig’, aruss. socha ‘Pfahl, Knüppel, Stützbalken, Hakenpflug’, russ. sochá (соха) ‘Hakenpflug’; ferner asächs. erida ‘Pflug’, anord. arðr ‘(Haken)pflug’, verwandt mit got. arjan ‘pflügen, ackern’, ahd. erien, erren (um 800), aengl. erian sowie lat. arāre ‘pflügen’, arātrum ‘Pflug’, griech. arū́n (ἀροῦν) ‘pflügen’, árotron (ἄροτρον) ‘Pflug’, zur Wurzel ie. *ar(ə)- ‘pflügen’ (s. 1Art); schließlich aengl. sūl, sulh, asächs. sulh ‘(Haken)pflug’, verwandt mit lat. sulcus ‘Furche’, zu ie. *selk- ‘ziehen’ (s. Seehund). Unsichere Herleitungsversuche bei Nl. 529 f. und in: PBB 67 (1945) 122 ff. in: Untersuchungen zur eisenzeitlichen u. frühmittelalterlichen Flur 2 (1980) 77 ff. schlägt vor, germ. *plōgaz (bei Annahme eines unverschobenen Anlauts) mit lit. plė́šti ‘reißen, zerren, zum ersten Mal pflügen’ zu verbinden und an ie. *plēk̑-, *plōk̑- ‘(ab)reißen’ anzuschließen, wozu auch schwundstufiges aengl. flēan, anord. flā ‘schinden’ gestellt werden kann (s. ferner Fleck und Fleisch). – pflügen Vb. ‘Erde mit dem Pflug umbrechen’, spätmhd. pflüegen; Pflüger m. ‘wer pflügt’ (Ende 17. Jh.), mhd. phluoger ‘wer Pflüge herstellt’, mnd. plōger ‘wer pflügt’.