Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Seehund m.
Seehund m.
Seehund m. Der seit dem Ende des 15. Jhs. (seehont, Köln 1495) belegte Name einer Robbe ist eine an See (s. d.) angeschlossene volksetymologische Umdeutung von mnd. sēl-, sālhunt, mnl. sael-, seelhont, woraus nhd. Seelhund (vereinzelt noch im 17. Jh.). Diese sind ihrerseits verdeutlichende, die Robbenart als ‘Hund des Meeres’ deutende Zusammensetzungen mit voraufgehendem ahd. selaho (9. Jh.), selaha (10. Jh.), selah (um 900), mhd. seleh, sel(e), nhd. Seel (vereinzelt noch im 16. Jh.), mnd. sāle, sēl(e), mnl. seel, aengl. seolh (vgl. engl. seal), anord. selr, schwed. säl ‘Robbe’ (germ. *selha-). Herkunft ungeklärt. Falls sich aengl. sūl, sulh ‘Furche, Pflug’, lat. sulcus ‘Furche’, sulcāre ‘pflügen’, griech. hélkein (ἕλκειν) ‘ziehen, schleppen’, armen. helg ‘träge’, italoalban. helq, alban. heq ‘zieht (heraus, in die Länge)’, toch. B sälk- ‘herausziehen, vorführen’ vergleichen lassen, ist Anschluß an ie. *selk- ‘ziehen’ (hier etwa ‘sich mühsam schleppen’) möglich. Auch Verbindung mit air. selige ‘Schildkröte, Schnecke’, lit. selė́ti ‘schleichen, leise auftreten’ (zur Wurzel ie. *sel- ‘schleichen, kriechen’) ist denkbar, vgl. in: Naamkde 17 (1985) 284 ff. Oder sind die germ. Formen mit in: Die Sprache 12 (1966) 65 f. als Entlehnungen aus dem Ostseefinn., vgl. finn. hylje (Genitiv hylkeen), karel. hyleh, estn. hüljes ‘Seehund, Robbe’, anzusehen?