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Seehund

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Seehund

Bd. 18, Sp. 254
Seehund (Phoca L.), Gattung der Robben aus der Familie der Seehunde (Phocidae), Säugetiere mit gestrecktem, nach hinten verdünntem Körper, kurzer, anliegender Behaarung, meist rundlichem Kopf ohne äußeres Ohr, großen Augen mit Nickhaut, verschließbaren Nasenlöchern und Gehörgängen, kurzen Gliedmaßen mit bekrallten Zehen und Schwimmhäuten und sehr kurzem Schwanz. Der gemeine S. (Phoca vitulina L., s. Tafel »Robben II«, Fig. 1), bis 1,9 m lang (die Weibchen sind größer als die Männchen), mit eirundem Kopfe, kurzer Schnauze, kahler, zwischen den Nasenlöchern tief gefurchter Schnauzenspitze und mit steifen Borsten besetzter Oberlippe, ist gelblichgrau, oberseits bräunlich bis schwarz gefleckt. Er bewohnt alle atlantischen Küsten Europas, die Ostseeküsten und die des Weinen Meeres, Spitzbergens, Grönlands, Nordamerikas, erreicht bisweilen selbst Südamerika, entfernt sich im allgemeinen nur 30 Seemeilen von der Küste, geht aber meilenweit in die Flüsse und macht, wenigstens im Norden, wo er sich am häufigsten findet, größere Wanderungen. Er schwimmt und taucht vortrefflich, verweilt aber nicht länger als etwa 8 Minuten unter Wasser. Er schläft im Wasser, rutscht aber gewöhnlich, um zu ruhen, sich zu sonnen oder zu schlafen, auf Eisschollen oder aufs Land, wo er sehr unbeholfen ist, aber doch recht schnell vorwärts kommt. Im Winter hält jeder einzelne S. ein oder mehrere Atemlöcher in der Eisdecke offen. Seine Stimme ist ein heiseres Gebell, seine Sinne sind gut und gleichmäßig entwickelt. Er nährt sich von Fischen, Weichtieren und Krebsen. Das Weibchen wust an öden, unbewohnten Stellen ein, selten zwei Junge, die von den Alten mit großer Zärtlichkeit behandelt, auch tapfer verteidigt werden. Man stellt den Seehunden eifrig nach, weil sie die Fischerei in hohem Grade schädigen, auch die gefangenen Fische rauben. An der deutschen Nordseeküste wurden vom 1. April 1894–1895 rund tausend Seehunde erlegt, ohne eine merkliche Abnahme der Fischräuber zu erzielen. Fell, Fleisch und Fett werden benutzt. Für die Grönländer ist der S. die Basis ihrer Existenz; sie verwerten auch die Därme, Knochen und Sehnen zu Geräten, Kleidungsstücken, Werkzeugen etc. In der Gefangenschaft hält er sich meist nur kurze Zeit, wird sehr zutraulich, läßt sich abrichten und zeigt Wohlgefallen an Musik. Der grönländische S. (Sattelrobbe, P. groenlandica Nilss., s. Tafel »Robben II«, Fig. 2), meist kleiner als der vorige, mit länglicher, kahler Schnauze, flacher Stirn; das erwachsene Männchen ist oberseits heller oder dunkler braungrau, unterseits heller, mit schwarzbraunem Gesicht und leierförmiger Rückenzeichnung. Letztere fehlt dem Weibchen, das stark in der Färbung abweicht und viel kleiner ist. Die Sattelrobbe findet sich nur jenseit des 67.° nördl. Br. im Atlantischen Ozean und im Eismeer, geht aber auch durch die Beringstraße in den Stillen Ozean. Sie meidet das feste Land, lagert sich nur auf Eisschollen und ist daher zu großen Wanderungen genötigt. Man jagt sie namentlich des Tranes halber. Die Kegelrobbe (grauer S., P. [Halichoerus] grypus Nilss.), 4 m lang, ungemein wild, lebt an den Küsten Schottlands und Irlands und kommt auch ziemlich regelmäßig an die deutschen Küsten. Die Mönchsrobbe (Seemönch, Leptonix monachus Wagn.), 4 m lang, mit weißen Flecken und Strichen, lebt im Mittelmeer und gab die Veranlassung zur Sage vom Meerweibchen, ist jetzt aber selten geworden. – Über die Mützenrobbe oder Klappmützes. Blasenrobbe.
3474 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Seehund

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Seehund , des -es, die -e. 1. Ein vierfüßiges Thier mit unförmlichen Füßen, welches einen kurzen Katzenkopf mit Bart…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Seehund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Seehund , s. Robbe ; Seeigel , s. Echinoiden .

  3. modern
    Dialekt
    Seehundm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Seehund m. Seehund; die hd., wenn auch ursprünglich nd.-ndl. Bezeichnung des Tieres, die im binnenländischen Mecklenburg…

  4. Sprichwörter
    Seehund

    Wander (Sprichwörter)

    Seehund 1. Aus einem Seehunde wird keine Landratte. Holl. : Die ter zee gewoon is, kan op het land niet aarden. ( Harreb…

  5. Spezial
    Seehund

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    See|hund (Phoca vitulina) m. (-[e]s,-e) ‹zool› foca (foches) f. , cian dl mer m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seehund

22 Bildungen · 22 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von seehund 2 Komponenten

see+hund

seehund setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

seehund‑ als Erstglied (22 von 22)

Seehundfang

MeckWB

seehund·fang

Seehundfang m. das hd. Wort: min Mudder ehr Brauder is ok drei Johr lang nah Grauland wääst tau 'n Seehundfang Lu TewsW .

seehundsbraten

DWB

seehund·s·braten

seehundsbraten , m. : um einen seehundsbraten lohnt sich's schon der mühe ins meer zu springen. Wander 4, 490 .

seehundsfamilie

DWB

seehund·s·familie

seehundsfamilie , f. : eine seehundsfamilie soll ganze zeitalter hindurch von einer bequemen promenade am strande geträumt haben. Anzengrube…

seehundsfell

DWB

seehund·s·fell

seehundsfell , n. , vergl. -haut und seehund 2, a, abgezogenes fell eines seehundes, mit oder ohne haar ( im letzteren falle körnig, chagrin…

seehundsfett

DWB

seehund·s·fett

seehundsfett , n. fett vom seehund ( als medikament ), s. Frischbier 2, 334 b .

seehundshaut

DWB

seehund·s·haut

seehundshaut , f. , s. seehund 2, a und seehundsfell, haut von seehunden, zu kofferüberzügen, tabaksbeuteln u. dergl. gebraucht, s. Jacobsso…

seehundsheerde

DWB

seehund·s·heerde

seehundsheerde , f. : darob erschrak die seehundsheerd' und glotzt' und hob die runden köpfe. Immermann 13, 101 Hempel.

seehund(s)insel

DWB

seehund·sinsel

seehund(s)insel , f. : der glückliche fang des vorigen tages, bewog ihn eine abermalige reise nach den seehundinseln vorzunehmen. Forster re…

seehund(s)jagd

DWB

seehund·s·jagd

seehund(s)jagd , f. : es ist beynahe unglaublich, wie zerstörend der mensch auf die thiergeschlechter einwirkt .. um davon nur ein beyspiel …

seehundskappe

DWB

seehund·s·kappe

seehundskappe , f. : der schloszherr verlor seine seehundskappe vom haupte. Immermann Münchh. 3, 142 .

Seehundskopf

GWB

seehund·s·kopf

Seehundskopf in anatom Zshg [ Liste von anatom Präparaten zur Bildung des Knochenschädels ] Ein S., obere und untere Kinnlade LA II 9A,27,19…

seehund(s)leib

DWB

seehund·s·leib

seehund(s)leib , m. : ihre ( der sirenen ) flossenbeine sind viel zu schwach, um die masse des körpers zu bewältigen, und dieser besitzt auc…

Seehundsmütz

MeckWB

Seehundsmütz f. Mütze aus Seehundsleder: de grot Seehundsmütz, de ick up 'n Kopp hadd Bri. 6, 37.

seehundsmütze

DWB

seehund·s·muetze

seehundsmütze , f. : er setzte dazu seine gelb und schwarz gefleckte seehundsmütze auf. Immermann Münchh. 2, 58 .

seehundspeck

DWB

seehund·speck

seehundspeck , m. : ( der hanseat ) verkaufte in seinem stahlhofe in London getreide, weisze falken, hermelin, heringe und seehundspeck aus …

seehundstornister

DWB

seehund·s·tornister

seehundstornister , m. : von Dorpat aus nahm ich hohen muthes meinen sicilianischen seehundstornister wieder selbst auf eigene schultern. Se…