Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
mez
8. Jh.s, alem.), im Abr, in der Sam und zahl-
reichen weiteren Gl., I, T, OT, B, GB, FP, O,
MH, WB, BaGB und NBo, NCat, NMC, Nm,
Nps, Npg, Npw: ‚Maß, Maßeinheit, Hohlmaß,
Gefäß zum Messen, Ausmaß, Maßgabe, Re-
gelung, Größe, Umfang, Rang, Stand, zuge-
messene Menge, erreichtes Maß, Grenze, Art
und Weise; cadus, corus, cyatus [= cyathus],
gomor, hemina, mensura, metreta, modulus,
modus, munus, norma, numerus, ordo, passer ?
[= passus ?], placitum, ratio, satum, sestertius,
summa, terminus, urna, venalia‘, mez quitio
‚Versmaß; tropus‘, adverbial verwendet in des
mezzes ‚dann, sogleich, simul; dergestalt, als-
dann, tunc‘, desses mezzes ‚nur, bloß; dum-
taxat‘, sâr des mezzes ‚in vollem Ausmaß, ganz
und gar; omnino‘‚ sô … sôso – des mezzes ‚so
… wie – ebenso‘, suslîches mezzes ‚von solcher
Art; huiusmodi‘, demo mezze ‚auf diese Weise‘,
zi demo mezze ‚so, auf diese Weise, sic; in
gleicher Weise, wie, quemadmodum‘, al zi de-
mo mezze ‚auf diese Weise, so; sic‘, zi desamo
mezze ‚nur, allein; dumtaxat‘, zi mezze ‚in mä-
ßiger Weise, in Maßen, nicht eben viel; medio-
criter‘, ni zi mezze sô ‚nicht im gleichen Aus-
maß, in beschränktem Maße; non ad mensu-
ram‘, after mezze ‚nach Maßgabe (von); se-
cundum‘, iowelîchemo mezze ‚in jeder Hinsicht,
auf alle Fälle; omnimodis‘, fora mezze ‚gemäß,
entsprechend; pro modo‘, mezzu ‚freilich, näm-
lich; modo, modulo, quippe‘, ni deheinu mezzu
‚auf keine Weise‘, diu mezzu ‚auf diese Weise,
eo modo; in dem Maße, wie, quemadmodum‘,
desu mezzu ‚auf diese Weise; huiusmodi, isto
modo‘, welîchu mezzu ‚auf welche Weise; ve-
luti‘, eddewelîchu mezzu ‚einigermaßen; aliquo
modo‘, einu mezzu ‚allein, nur; solummodo‘,
iogiwelîchu mezzu ‚in jeder Hinsicht; omni-
modis, omnimodo‘, noheinu / neiningu mezzu
‚keineswegs, keinesfalls, durchaus nicht; nul-
latenus, nullo modo‘, sô welîchu mezzu ‚auf
welche Weise auch immer; quolibet modo‘,
suslîchu mezzu ‚von solcher Art, so; eiusmodi‘,
ni einîgeru mezzu ‚in keiner Weise; nullo
modo‘, in mez ‚nach Art; in modum‘, ubar mez
‚zu viel; supra modum‘, ubar mez wesan ‚zu
viel sein; superesse‘ <〈Var.: -z-, -zz-, -zss->〉. –
Mhd. mëz, gen.sg. mëzzes, auch mes, messes
st.n. ‚Maß, womit gemessen wird [Flüssig-
keiten, Getreide], Richtung, Wendung, Aus-
dehnung‘, frühnhd. mes n., vereinzelt auch m.
‚Maß, Längen-, Flächenmaß, Maßeinheit für
Holz, Klafter, Messgerät, hohes Ausmaß‘, das
mes tun ‚dem Maß entsprechen‘, auf alles
mes ‚vollständig, ganz und gar‘, nhd. mdartl.
schweiz. mëss ‚Maß, besonders Längen-, Hohl-
maß, Messgerät‘, els. mëss n. ‚Maß, die nach
einer Maßeinheit bestimmte Größe eines Ge-
genstands oder der so festgesetzte Inhalt eines
Gefäßes‘, in der Wendung der hat s mëss ‚jmd.
hat eine gehörig große Körperlänge‘, bad.
meß n. ‚Maß, Maßzahl, altes Hohlmaß‘,
schwäb. mess n. ‚Maß, Maßzahl, Messinstru-
ment, Hohlmaß‘, vorarlb. mess n. ‚Maß, Län-
genmaß, Hohlmaß, Messgerät‘, in der Verbin-
dung ’mess han ‚das vorgeschriebene Maß
haben‘, bair. meß n. ‚Maß, Maßeinheit für Ge-
treide‘, ält. steir. mess n. ‚Hohlmaß [für Ge-
treide]‘, pfälz. mess ‚Hohlmaß [für Getreide,
Nüsse], Lademenge eines Schubkarrens‘, lothr.
mess n. ‚Maß, Maßeinheit für Getreide (= 20 l)‘,
schles. meß ‚Maßeinheit [Fingerspanne]‘; vgl.
tirol. mess f. ‚das Milchmessen auf der Alm‘.
Nhd. Maß n. ‚Einheit zum Messen von Grö-
ßen‘ ist spätmhd. durch Vermischung von mhd.
mâze st./sw.f. (s. mâza) und mez (s. o.) ent-
standen.