klaffen ,
crepare, garrire, hiare, ahd. chlaffôn, chlafôn, chlaphôn Graff 4, 556,
mhd. klaffen.
s. weiter klapfen, klappen,
von der verwandtschaft unter klapf 4. 11)
es bezeichnet urspr. ein schallen, tönen sehr verschiedner art. das ahd. wort glossiert sonare, intonare, crepitare, complodere, krachen des donners, rauschen des windes, des wassers nach dem dativisch gebildeten flusznamen Chlaffintinpach Förstemann
nam. 2, 364,
knarren, klirren, knirschen u. a. auch mhd. noch ziemlich allgemein, von klingelnden schellen, rauschendem laube (Berth. 158, 38. 159, 32),
klirrenden waffen (
Neidh. xx, 10),
klappernden zähnen, s. mhd. wb. 1, 835
a,
vom hufschlag Nib. 1541, 2,
hammerschlag, also gleich klopfen Frauenlob
spr. 198, 4,
auch von schallendem gesange Reinh. 238
u. s. w.; klaffendeʒ huofîsen
wird Haupt 8, 577
ein klätscher genannt, hufeisen das locker ist und klappt, klappert. So noch zum theil im 15. 16.
jh.: klaffen
crepere Maaler 244
b; der selben pfeil (
die man aus der stadt schosz) warn vil vergift ... wann ainer nider klafte, prach das eisin vam schafte. Mich. Behaim
Wiener 84, 21; wurfen und schussen daʒ di trumb (
stücken) von den pfeilen und schaften vor dem loch nider klaften. 120, 19,
das fallen durch den davon erzeugten ton bezeichnet, wie bei klappen.
vom zähnklappern (
mhd. zanklaffen):
stridere, knorsen oder claffen mit den zenen.
gemma Str. 1518 BB 1
a; zanklaffen, zenklaffen Dief. 246
c; zanklaffen, hülen und grynen. Kolrosz
betrachtn. D 4
a,
vgl. Braunschweig
unter kläffeln 1
und klappen.
Sonst aber ist es seit dem 16.
jh. eingeschränkt auf folgende abgeleitete bedeutungen, während das nd. md. klappen
ins hd. eindringend (
schon im 16.
jh.)
die eig. bed. fortführte; klaffen
in eig. bed. scheint selbst in den oberd. mundarten erloschen (
nach Adelung
noch für klappern, wo? vgl. kläffeln,
klaffe klapper),
drang aber dafür in der bed. 2
seinerseits ins nd. vor (
s. 2,
g). 22)
schwatzen, viel und laut reden, mit allerlei nebenbegriffen. es wird im gebrauch mehrfach mit doppelsinn an irgend ein eigentliches klaffen
angelehnt, besonders an das klappern der mühle oder mühlklapper (
s.klappern 2, klaffe 2),
auch an das schlagen des glockenklöpfels (
s.kläffel 3),
von Berthold 158, 39. 159, 29
an das klaffen,
rauschen der bäume, vgl. auch das klaffende huofîsen
vorhin und zungendrescher,
worin urspr. an das klopfen des dreschers gedacht ist. welches eigentliche klaffen
aber zuerst die übertragung veranlaszt hat, wird nicht mehr zu ermitteln sein, s. mehr unter klappern 2.
ahd. ist es noch nicht bezeugt. 2@aa)
ursprünglich auch in gutem sinne oder ohne tadel: dâ bî so kan si gemelîchen (
lustig, witzig) klaffen gar âne missewende.
MS. 2, 67
a,
als lob der geliebten: want hie (
er) ist gar ein wiser phaffe, usz der juddischen ee kan hie (
Jesus) viel klaffen.
Alsfelder passionsspiel, Haupt 3, 487,
eifrig reden, freilich im munde eines teufels, wie pass. K. 369, 59 klaffestat
vom sprechzimmer des klosters. nach Adelung
aber noch mundartlich (
wo?) sie weisz so artig zu klaffen,
zu plaudern, wir wollen von etwas andern klaffen.
in den deutschen gemeinden in den venet. Alpen für sprechen, reden, klaffen taitsch, klaffen balsch (
italienisch) Schmeller 136
a.
vgl. das nrh. unter g. auch folg. läszt sich noch hierher ziehen: claff nicht zu viel, sonder hör mehr ... mit schweigen sich vorredt niemand, claffen bringt manchn in sünd und schand.
kirchenlied '
allein auf gott setz dein vertraun'
str. 3, Mützell 715,
noch in gesangbüchern um 1770. 2@bb)
meist aber tadelnd wie schwatzen,
lästig viel reden, unnütz oder sinnlos, vorlaut, anmaszend oder selbstgefällig reden u. ä., garrire, unnutz claffen
voc. inc. teut., klaffen
vel kallen Altenstaig Dief. 257
c,
selbst '
delirare claffen' Dief.
wb. v. 1470 91 (
vgl. unter klaffig): sô man denne wol giʒʒet und getrinket, sô klaffet man ouch gerne, und geschiht dicke daʒ man wênig war nimet waʒ man seit. Nic. v. Straszburg,
myst. 264, 33; sît ouch dise hôchfart dunket si wisse und verstê mêr dan alle menschen, sô wil si ouch mêr claffen dan alle andere menschen.
theol. deutsch cap. 25; er hat im kremerei erkorn (
will krämer werden) und kert sich an (
d. i. legt sich auf) des kramers klaffen.
fastn. sp. 481, 3; darumb solt man das gott befehlen und nicht klaffen und ausschreien, als were man desselben gewis. Luther 1, 165
b; die groszen lerer gehen mit merlin (
geschichten, dingen) umb, da die alten vetteln hinder dem ofen von klaffen. 2, 111
a; also machen sie uns auch ein affen, wölln vil vom ewigen leben klaffen. Murner
schelmenzunft 15
a; ir macht mit ewrem schwatz und klaffen das ich diszmal nit mehr kan schaffen. Waldis
Es. 4, 66, 169 (2, 159
Kurz); der mönch und pfaffen, weiber klaffen. Fischart
groszm. 118 (639
Sch.); weiberlippen sind geschaffen mehr zum küssen als zum klaffen. Logau 2, 1, 14,
überschr. 'das weib schweige'; ist dir wol und traut, klaffe nicht zu laut von der seel' empfindung. Voss 5, 203 (1825 4, 36),
aber es war schon damals im hd. ungewöhnlich ( Adelung). 2@cc)
verläumderisch, angeberisch, verdächtigend hinter dem rücken von einem reden, wie klatschen,
früher auch hinterklaffen: man hat mir auch von dir geklafft (
sagt eine frau zu ihrem manne), solt mir das han am herzen gehaft, ich het kein tag noch nacht kein rue.
fastn. sp. 166, 9; ich bit dich, nicht acht was man klafft, ich wil der deine bleiben.
Ambras. liederb. 22, 19;
klaff wie du wilt, gegen mir nichts gilt (
bewegt mich nicht). 72, 10; klaffen,
klapperen, liegen (
lügen)
und verschwätzen. Maaler 244
b,
vgl.kläffer und lügner
Aimon g 3
a,
von den falschen
klaffern ist im volksmäszigen liebesliede viel die rede. die späteren wbb. geben diese bedeutung übrigens nicht mehr an, sie ist aber noch landschaftlich, s. g. dazu beklaffen, beruchtigen,
diffamare voc. opt. Lpz. 1501 J 1
b,
gemma Cöln 1507 Dief. 181
a,
wie bei Henisch 270 beklaffern. 2@dd)
scheltend, zankend reden, in bösen worten eifern ('
räsonnieren'): du ackergurr, du kuchenknaur, du hast vil ödes klaffen in dir.
fastn. sp. 396, 14; Augsburg hat ain weisen rat, das prüft (
gewahrt) man an ir kecken tat mit singen, dichten und klaffen. si hand gemachet ain singschuol, und setzen oben auf den stuol wer übel redt von pfaffen. Uhlands
volksl. 430, Liliencron 1, 418
b; es (
ein gutes gewissen) darf, wenn böse mäuler klaffen, nicht schamroth in den winkel fliehn. Günther 97.
das meint wol auch Steinbach 1, 857
mit rixari. sie klaffte (
schimpfte) fort, den weg hinan, bis vor die himmelspforte. Bürger 48
a (
frau Schnips); klaff' um staat und kirch', o zänker, lerm vermeid' ich stiller denker. Voss 5, 275 (1825 4, 68); nennts immer hyperbolisch, ihr herrn, und klaft! 4, 121 (3, 123); klaffen mag der kläffer, zähnefletschen mag der neid. Kosegarten
poes. (1798) 1, 98. 2@ee)
selten trans. (
vgl. unter c aus dem Ambraser lb.): das hat man alls meim weib klafft.
fastn. sp. 757, 20,
zu der bed. c; wil ich den fluch herusher klaffen. Murner
luth. narr 21
Scheible; wirstu nichts reden und nichts klaffen, so machest du dir nichts zu schaffen. Olearius
pers. ros. 4, 3; einen hinterklaffen,
verläumden s. Scherz 672. ausklaffen. 2@ff)
in den oberd. mundarten, wo es noch lebendig ist, hat es meist einen andern nebenbegriff angenommen, tirol. '
unehrbar, ausgelassen reden' Schöpf 318: die buben hatten ziemlich viel brantwein getrunken und klafften dasz es eine schande war. Alpenburg
Alpensagen 339,
mit der erklärung: zoteten, läuteten die sauglocke.
ebenso bair., 'heng auf (
hör auf) mit dein klaffen!
läszt ein oberländer den keuschen Joseph zu Potiphars weibe sagen',
daher klaffreden,
zoten Schmeller 2, 353.
auch kärnt. kloafn,
und höchst merkwürdig skloafn, sgloafn Lexer 161. 232.
danach auch sloven. kláfati '
zoteln', kláfar
zotenreiszer, mit heimischem ausdruck klobasiniti,
das gleichfalls eigentlich nur schwatzen heiszt (
s. unter klapf
die sl. verwandten)
; so gibt im 16.
jh. Megiser (
dict. quat. lingu. Gräz 1592)
slov. klaffati, klaffar
nur für klapperen, klapperer, blaterare H 3
a;
da hat es sich in der sprache ausgeprägt, dasz lustiges männergespräch sich selbst überlassen gern in zoten ausläuft. vgl. klaff 2,
a a. e. 2@gg)
aber auch in nordd. mundarten ist es erhalten, und zwar ausgedehnter und dem älteren gebrauche näher. so nrh. klafen
plaudern, sprichw. klafen en es gê geld,
worte sind kein geld. Aach. mundart 108.
nicht anders in rein nd. gebiete, in Pommern klaffen
schwatzen Dähnert 230
a,
um Lübeck trotzig reden Adelung,
in Bremen ût der schole klaffen,
auch nâklaffen, ûtklaffen,
ein klaffer, klaffert, klaffat
der alles verschwatzt (
brem. wb. 2, 780),
ebenso in Hamburg, Holstein Schütze 2, 263,
westf. kleffen;
selbst fries., auf Wangeroge farklaf
verklaffen, ju hä mi farklafet
ihr habt mich ausgeschwatzt, verläumdet Ehrentraut
fries. arch. 1, 60.
Das kann nur hd. einflusz sein, denn die nd. form ist klappen
fabulari, futire Dief. 221
c. 254
c, cleppere
kläffer Haupt 3, 308, cleppesch
kläffisch (
s. d.): den crestenloven (
so l.) sint si utraden (
ausrottend) mit eren düdeschen klappen. Soltau 282,
von Luthers freunden. so auch in nordd. hochdeutsch: Grevink, wilstu noch viel klappen und vertreten Reinke fuchs?
Reineke fuchs Rostock 1650
s. 49.
jetzt dagegen scheint diese echte form sogar vergessen, denn das brem. wb. 2, 788
bezieht klappsnute '
klaffmaul'
auf klapp
fertig. nl. heiszt es nur klappen (
auch eingestehn), verklappen
u. s. w., mnl. clappen,
ebenso altengl. clappe (
mit clappe
maul),
noch dial. clap,
schott. clep.
Aber merkwürdig auch in den scand. sprachen die hd. form: schwed. klaffare
schwätzer, verläumder, früher und noch dial. auch klaffa
beklatschen, dän. (
veraltet) klaffe, klaffer, klaffersk
verläumderisch, klaffermund
lästermaul, heimisch besonders in den altdän. volksliedern, wo auch von falske klaffere
die rede ist (Molbech
dansk gloss. 1, 438);
eben durch das volkslied des 15. 16.
jh. wird die verbreitung des oberd. wortes nach dem norden geschehen sein. merkwürdig ist dagegen in gleicher bed. das nd. geformte klappern
noch früher ins hd. gedrungen, wie Maaler
unter c klaffen
damit erklärt. 2@hh)
vom sprechen der staare, papageien. Adelung.
ebenso nl. klappen. 33) klaffen
von hundegebell, besonders von kurz abgestoszenem, noch jetzt gebräuchlich (
vgl.kläffen),
gewiss nur eine einzelne anwendung der vorigen bed., Bürger
und Voss
werden in den stellen unter 2,
d das hundegekläff mit im sinne gehabt haben: klaffen,
latrare. Wachter 842; der fuchs kann klaffen, bellen. Heppe
jagdlust 1783 1, 390; laut klifft und klafft es, frei vom koppel. Bürger
in der wilden jagd (
vgl. kliffklaff); ein fleischerhund bemächtigte sich des throns. dieser ... hauste hündisch im reich, klaffte, bisz und nagte die knochen seines volks. Schiller 156
a (
Fiesco 2, 8); aristokratische hunde, sie knurren auf bettler, ein echter demokratischer spitz klafft nach dem seidenen strumpf.
xenien 211; der hund verbringt ein grimmig klaffen. Lenau
Faust 58.
das wort verbirgt sich auch in franz. glapir
kläffen, von hunden, füchsen (Diez 644),
so mögen es schon die Franken gehabt haben, vgl. übrigens schwed. glafsa
kläffen und dazu 4,
f. 44)
dehiscere, hiare, die jetzt herschende bedeutung, obwol sie Adelung
nur als oberdeutsch kennen will. 4@aa)
von einem offnen maule, rachen: der haifisch klafft, du lachst ihm in den rachen. Göthe 41, 63; eckzähne (
des höllenschlundes) klaffen. 41, 324; sie (
die jagenden hunde) jappen, klaffen nach der beute. Annette v. Droste
ged. 42,
das nach
von dem darin liegenden 'schnappen
wollen'.
auch Schillers klaffen nach ..
vorhin meint wol zugleich dieses mit, und in dem klaffen
bei der Droste
kann selbst mehr oder ganz das bellen gemeint sein, wie es ebenda nachher heiszt: und ihnen nach klafft ein versprengter hund.
seibst bei dem klaffen
belfern der menschen 2,
d liegt diesz klaffen
zugleich nahe: was bekümmert dich ein maul, das nichts anders kan als klaffen ... schnell auf schmach (
schmähen), auf loben faul. Fleming 459 (
oden 4, 34).
aber das ist nur eine zufällige berührung zweier bedeutungen, von der sache herbeigeführt. ein altes zeugnis für das wort scheint vorzuliegen in zaneclaffen Leyser
pred. 74, 21, '
die zähne zeigen, lachen',
grinsend lachen; '
obgannire, widerclaffen'
in der gemma zeigt auch schon das verflieszen der beiden bed., wie sie auch bei greinen
vom hunde alt ist. 4@bb)
von sprüngen, rissen, öffnungen an todten dingen, mhd. ûf klaffen,
mnd. klappen: von manegem swanc in klaffent ûf die næte. Helbling 2, 1367,
sprichwörtlich, eigentlich wol: von häufigem schwertes schwang sind die nähte des panzerhemds geplatzt; aus dem 15.
jh. 'futilis, ein claffende oder leer oder zulechst (
zersprungnes) vas',
s. Dief. 254
c,
nd. en clappende vat
das.; die thür klaffet,
aedes hiscunt. Stieler 961,
ebenda die erde klaffet voneinander,
tellus aestu hiat, das holz zerklaffet,
lignum rimas agit; klaffen
einen risz oder sprung haben, nicht recht zugehen wollen, die thüre klafft,
läszt sich nicht genau schlieszen. Rädlein 538
b; ein klaffender krug,
dessen deckel schlecht schlieszt. teutsch-engl. wb. Lpz. 1716; die erde klafft auf,
humus hiat. Steinb. 1, 857; das klaffen,
hiatus. das.; klaffende wunde,
vulnus diductum. Frisch 1, 517
c; der deckel klaffet,
schlieszt nicht, klaffendes holz,
das spalten hat. Adelung; der schrank der klafft und geistig riechts (
nach schnaps im schrank). Göthe 47, 85 (
Gutmann u. Gutweib, altschott.); die ihm (
die pforte der unterwelt), so nahe sie klafft, noch nächtliche dunkel umhüllen. 40, 358; (
oben) klaffte gespalten der baum fast ellenweit. 40, 24; rechts klaffte die thür eines zweiten, aber erleuchteten zimmers. J. Paul
Titan 3, 198,
stand nur angelehnt; klaffende eisspalten.
Hesp. 2, 168; stecken sie ihr halstuch fester, das ein wenig klafft. Thümmel 3, 348; die wunden klaffen blutigroth. Körner
leier u. schwert (1814) 16; doch eher nicht, bis meine wunden klaffen. Platen 192.
Unter umständen gewinnt es den schein einer bewegung: und schwarz aus dem weiszen schaum klafft hinunter ein gähnender spalt. Schillers
taucher; beleuchtet mir des herzens tiefe risse, die durch und durch hinab zur hölle klaffen. Lenau
Faust 43; weiter klafft die felsenhalle und die wand naht sich zum falle. Körner 1, 122; weit aus einander klaffen.
In bildlichem ausdruck: die ungeheure kluft zwischen unsern denkweisen klaffte nur desto entschiedener. Göthe 60, 255.
Ist die öffnung einem '
schlund'
gleich der etwas aufzunehmen strebt, so mischt sich das wieder mit vorigem gebrauch. so bei J. Paul
in aufklaffen nach ... 1, 674,
mit dem doppelsinn der wunde und des mundes. 4@cc)
sich aufthun mit einem risse (
s. e): doch wenn es heiszt, ein gott beschlossen hats, so müssen mauern, auch dreifache, klaffen. Rückert
ges. ged. 1, 203. 4@dd)
eigen schweiz. klaffen
einschnitte machen, wol erst gebildet von klaffe
kerbe (
s. d.)
; denn das causativum zu klaffen
ist kläffen (
s. d. 6).
dem schweiz. worte aber entspricht wol it. schiappare
vom kleinspalten des brennholzes, es ist unser wort aus alter zeit her (
s. sp. 892
unten)
und bedeutet auch intr. platzen; dazu in Brescianer mundart s'ciapa
f. stück brennholz u. ä., s'ciapada
spalte, kerbe, s'ciapar
platzen machen, s. Malaspina 4, 66
fg. 4@ee) Adelung
meinte, es sei eig. '
mit klaffendem schalle (
s. 1)
bersten, aufspringen',
und so wird es sein, obwol das zeugnis für diese bed. (
c)
zu spät ist und es auffallen musz dasz diese eig. bed. sich nicht gehalten hat; aber das mhd. ûf klaffen
unter b läszt sich auch so fassen, und für hohes alter der bed. zeugt genug das ital. unter d. ein plötzlicher risz geschieht meist mit einem knall, krach, daher finden sich oft beide begriffe in einem wort oder wortstamm. lat. fragor
z. b. ist bruch und krach, fragosus
zerbrechlich und krachend, fragilis
zerbrechlich und prasselnd, crepare
prasseln und zerplatzen (
auch lärmen, viel redens machen, wie klaffen,
vgl. increpare
schelten)
; ganz ebenso wie fragor
von frango,
ist von brechen
hd. bracht
lärm (
s. 2, 283);
beide bed. zeigen bei uns z. b. auch krachen, knallen, platzen,
frz. éclater,
das deutschen stammes ist, vgl. auch knellen,
knittern,
knitschen, zerschellen,
besonders klaff 3, klack, klecken. 4@ff)
für tiefere ermittelung der herkunft ist ein nahliegendes nord. wort wichtig. wie genau stimmt, nur mit andrer stufe im anlaut, mit klaffen, kläffen
schwed. dial. bei Rietz glapa, gläpa
klaffen (
z. b. von einer angelehnten thüre)
und schwatzen, dazu glap
n. spalt, glaper
schwätzer, glappa
öffnen, gläppa
platzen (
wie eine naht)
und schwatzen (
altschw. auch ungehöriges reden, s. klaffen 3,
d);
ferner glipa,
und diesz starkformig, klaffen (
von einer naht),
norw. glipe,
altn. gleipa
schwatzen (
auch glaupsa),
altschwed. glapran
f. geschwätz (
vgl.klaffern).
der abweichende anlaut kann sein wie bei keichen, kitzeln
u. a. (
sp. 870),
er findet sich auch hd. spurweise in glaffern
schwatzen, gleffen, glefzen
klaffen (
s. unter klaffern, kläffen 5, kläffzen).
aber das schwed. wort zeigt nichts von klaffen
schallen, welche bed. ihm fremd ist, es weist vielmehr auf einen stamm mit der bed. des offnen mundes (glaffsa
schlucken, schlingen, glp
rachen, altn. glefsa
schnappen, gleypa
verschlingen, schott. glep),
und auch davon sind hd. spuren da in glaffen
gaffen Frank
chron. 296
b,
ein glück verglaffen und vermaulaffen
ders. sprichw. 1, 153
a, gleffe
lippe Dief. 314
a,
vgl.kläffen 4
von thieren. so scheinen in klaffen
wieder zwei stämme mit ihren zweigen durch einander verwachsen.