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Fein

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
22 in 19 Wb.
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7 von 16
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Fein

Bd. 1, Sp. 965
Fein 1. Allzu fein taugt nicht. n.: Alt for fiint er og skarn. (Prov. dan., 26.) 2. Auswendig fein, inwendig ein Schwein. – Parömiakon, 551. 3. Bai well sin fin, dai maut li'en Pin. (Iserlohn.) – Woeste, 68, 75. 4. Es ist fein vmb einen Mann, der etwas kan. – Henisch, 1048. 5. Es ist nicht fein, anders zu reden, als man mein'. Lat.: Turpe est aliud loqui, aliud sentire. (Seneca.) (Philippi, II, 226.) 6. Es ist nicht fein noch wolgethan, wenn Jungkfrawen vil spazieren gahn. – Henisch, 1048. 7. Es stehet fein, wenn die grawen häupter weiss vnd die Herren vernünfftig sind. – Henisch, 1734. 8. Fein auf fein hält nicht. 9. Fein gegen fein wird niemals gutes Futter sein. Frz.: Fin contre fin n'est pas bon pour faire doublure. (Bohn I, 18; Lendroy, 757.) Die Entstehung dieses französischen Sprichworts, dessen man sich bedient, um zu sagen, dass zwei listige Personen sich gegenseitig nicht leicht betrügen lassen, soll folgende sein. Der Marquis de Veron hatte den Maler Jean Mabuse in seine Dienste genommen, der in demselben Masse geschickt wie dem Trunke ergeben war. Alle Besserungsversuche, die der Marquis mit ihm anstellte, blieben erfolglos. Eines Tags wurde dem Marquis der Besuch des Kaisers Karl V. angemeldet. Um diesen würdig zu empfangen, sollten seine Leute alle in weissen Damast gekleidet erscheinen. Der Maler Mabuse verkaufte aber den Stoff, vertrank das Geld und erschien in einem Kleide von feinem Papier. Der Kaiser staunte, als er den Maler sah. Noch niemals, erklärte er, habe er so feinen Stoff gesehen, und liess den Künstler näher treten, worauf er in ein schallendes Gelächter ausbrach. Auf die Frage, warum er das gethan habe, antwortete er: »Ich wollte alle Zuschauer durch diese Feinheit in Erstaunen setzen.« – »Ins Gefängniss!« rief erzürnt der Marquis und fügte hinzu: »et sache que fin contre fin n'est pas bon pour doublure.« Doch erwirkte der Kaiser Erlass der Strafe für ihn. 10. Fein zu sein gibt kein gutes Unterfutter. 11. Uemmer fiyn is nümmer fiyn. (Büren.) 12. Wei well fiyn siyn, mot liyn Piyn. (Büren.) 13. Er ist fein wie ein Degen von Blei. 14. Er ist fein wie Senf. (Franz.) Sehr durchtrieben. 15. Er ist fein wie Simson's Philisterklinge (Eselskinnbacken). Ironische Bezeichnung der Grobheit. 16. He düht ok so fîn, as wenn he vandag (heute) noch en den Hemmel käm. (Meurs.) – Firmenich, I, 406, 340. 17. He es fîn met growe Opschleg. (Meurs.) – Firmenich, I, 400, 36. 18. He is nett sô fin as wenn he dör de Ledder (Leiter) büdelt is. (Ostfries.) – Frommann, V, 523; Bueren, 597. 19. He is so fîn as en. Nachtlicht. – Schütze, I, 314. Von einem Schlaukopfe. 20. He is so fîn as en Twêrnsdrat. – Schütze, I, 314. Von einem, dem nicht gut beizukommen ist. 21. He is so fin asn Mennisten1 Bostlappen. 1) Mennoniten. 22. He is so fîn, dat he stenckt (stinkt). (Meurs.) – Firmenich, I, 403, 202. 23. Se is so fîn as Düttjentweern. – Schütze, I, 275. Wird in Holstein gebraucht, um listiges Wesen zu bezeichnen. 24. Sik fîn maken. – Eichwald, 501. 25. So fêin as Bessem-Gehannes, hä kend sik selwer nit. (Grafschaft Mark.) – Frommann, V, 58, 42. 26. So fêin as en gemoaled Bild. (Grafschaft Mark.) – Frommann, V, 58, 42. 27. So fêin as en Hoar oppem Koppe. (Grafschaft Mark.) – Frommann, V, 58, 42. 28. So fêin asse Hoarpéuder. – Frommann, V, 58, 42. 29. So fîn sîn, as wenn me dôr en Sölderdöhr geseef (gesiebt) wöhr. (Meurs.) – Firmenich, I, 400, 39. 30. So fiyn äs en flässen Fâm (Faden). (Büren.) Von einer Sache. 31. So fiyn1 asse en Docke. (Büren.) 1) Hier = geputzt. – Von einer Person. [Zusätze und Ergänzungen] 32. Allzu fein bricht leicht ein Bein. 33. Es stehet fein, wenn Herz und Mund einig seyn. – Petri, II, 840. 34. Es stehet nicht fein, dass die Herren von Balckenberg die Herren von Splitterberg aussschatzen. »Denn sie haben gemeiniglich solche Schambalcken im Gewissen, dass man möchte Sawtröge daraus hawen.« (Herberger, I, 602.) 35. Was fein ist, greife man mit Handschuh an. (Frankenwald.) 36. Es ist so fein wie Kaufnäz (Kaufzwirn). (Rheinpfalz.) 37. Es ist so fein wie Postpapier.
4106 Zeichen · 145 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    feinAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    fein , Adj. Vw.: s. vein

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fein

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Fein , adverb. welches das vorige Wort ist, aber in der vertraulichen Sprechart und im gemeinen Leben noch auf eine beso…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fein

    Goethe-Wörterbuch

    fein Die relativ hohe Frequenz (rd 750 Belege) entspr der zeitgenöss Verbreitung des Worts 1) u bedingt durch die häufig…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fein , Georg, geb. 1803 zu Helmstädt, studierte die Rechte, war nach der Julirevolution 1830 Mitredactor der deutschen T…

  5. modern
    Dialekt
    fein

    Mecklenburgisches Wb. · +5 Parallelbelege

    fein und Abl. s. fin .

  6. Sprichwörter
    Fein

    Wander (Sprichwörter)

    Fein 1. Allzu fein taugt nicht. Dän. : Alt for fiint er og skarn. ( Prov. dan., 26. ) 2. Auswendig fein, inwendig ein Sc…

  7. Spezial
    feinadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    fein , adj тонкий , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fein

295 Bildungen · 285 Erstglied · 5 Zweitglied · 5 Ableitungen

fein‑ als Erstglied (30 von 285)

Feinreiter

SHW

Fein-reiter Band 2, Spalte 413-414

Feinabstimmung

LDWB2

fein·abstimmung

Fein|ab|stim|mung f. (-,-en) 1 ‹tecn› regolaziun de prezijiun f. , r egolaziun fina f. 2 (Radio) sintonisaziun (-s) f.

feinäderig

PfWB

fein·aederig

fein-äderig Adj. : ' von dünnen Adern durchzogen ', feiⁿäderich [ NW-Frankeck ]. Südhess. II 413 .

Feinarsch

PfWB

fein·arsch

Fein-arsch m. : spöttisch von einem, der immer fein daherkommt, Feinaaʳsch [ KU-Krottb ]; vgl. fein 6.

feinbarchen

DWB

feinbarchen , von feinem barchent: auch feinbarchene kissen mit schwanflaum. Luise a. l. h. 199 .

fein als Zweitglied (5 von 5)

Allzu fein

Wander

allzu·fein

Allzu fein 1. Allzu fein hält nicht. 2. Allzu fein ist eitel Schein. Holl. : Al te fijn is maar schijn.

bergfein

DWB

berg·fein

bergfein , vom silber, so fein es in der hütte erhalten werden kann. man nennt so das gewachsene silber, welches beinahe 16 löthig ist, und …

Katzenfein

Wander

katzen·fein

Katzenfein Katzenfeyn, Gold und Geld werden gleich in jener Welt. Frz. : Fiente de chat, or et argent seront tout un au jugement. ( Kritzing…

piekfein

Pfeifer_etym

piek·fein

piekfein Adj. ‘ganz besonders fein, exklusiv’, Übernahme des im Nd. entstandenen, eigentlich tautologischen Kompositums pǖkfein, dessen ǖ im…

superfein

DWB

super·fein

superfein , adj. , selbständige zusammenrückung des deutschen, bei der an kein unmittelbares vorbild im lat. oder frz. zu denken ist ( frz. …

Ableitungen von fein (5 von 5)

entfeinen

DWB

entfeinen , venustatem delere, deformem reddere. Stieler 459 . s. verunfeinen.

feine

DWB

feine , f. subtilitas, puritas, nitor, besser, doch ungebräuchlicher als feinheit: die feine des goldes, silbers; die feine halten, sich als…

unfein

DWB

unfein , adj. adv. , im allgemeinen gegentheil von fein . mhd. unvîn. mnl. onfijn, -icheit. dän. ufin, -hed. zwar von Stieler , Dentzler, St…

unfeine

DWB

unfeine , unfeinheit , f. Stieler. das erste trotz Campe ungebräuchlich: die unfeinheit des zeitalters war nicht ... jene rohe natureinfalt,…

verfeinen

DWB

verfeinen , verb. fein machen, eigentlich etwas dickes schmal machen, mit dem begriff des dicken verbinden wir leicht den begriff plump, dah…