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Fein

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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22 in 19 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Fein adj, adv, adv

Bd. 2, Sp. 43a
Fein, — er, — ste, adj. u. adv. 1) Dünn, zart, mit dem Nebenbegriffe des daran gewendeten Fleißes, und guten Aussehens und daraus fließenden größern Werthes; in Gegensatz des Groben. Feiner Zwirn, feines Garn, feine Wolle, feine Haare, feines Gespinnst, feine Nadeln. Fein geriebene Farben. Eine Sache erst ins Grobe und dann ins Feine arbeiten. Einen feinen Faden spinnen. 2) Aus feinen Theilen gemacht, bestehend. Feine Leinwand, feines Tuch, feine Spitzen. Ein feiner Hut. Feines Mehl, feiner Sand. Ein feiner Sandstein. Feine Kreide. Ein feines Pulver. I weiterer Bedeutung, ein feiner Kamm, der feine d. h. dünne, eng beisammenstehende Zähne hat. Eine feine Feder, mit der man fein d. h. klein schreiben kann. Uneigentlich. (1)) Von fremdem Zusatze gereiniget, geläutert. Feiner Zucker. Feines Gold. Feines Silber. Feiner Bleistift. (2) Aus solchem gereinigten Golde, Silber  oder auch bloß mit Kunst und Fleiße gemacht. »Der feine Leuchter.« 1 Mos. 31, 8., nach Michaelis, der Leuchter von feinem Golde. »Der feine Tisch vor dem Herrn.« 3 Mos. 24, 6. »Er machte das Bild mit aller Kunst auf das feinste.« Weish. 14, 19. Feine Arbeit machen. Feine Waaren, sowol aus feinen, gereinigten Theilen, als auch mit Kunst und Fleiß gemacht. I gemeinen Leben versteht man darunter oft bloß solche, die aus Gold, Silber, Seide und andern theuren und kostbaren Stoffen verfertigt sind. (3) Fähig, auch die weniger hervorstechenden, ja selbst die verborgensten Eigenschaften einer Sache zu bemerken und zu entdecken, Er hat einen feinen Geruch, eine feine Nase, einen feinen Geschmack, hat noch Empfindung und bemerkt Unterschiede, wenn sie andere nicht mehr haben, nicht mehr bemerken. So auch, einen feinen Geschmack haben, das Wort Geschmack im uneigentlichen Sinne genommen, die kleinen Schönheiten und Fehler, deren Bemerkung Andern entgeht, bemerken, empfinden. Ein feines Gefühl, eigentlich und uneigentlich. Fein empfinden. Feine Empfindung haben. Ein feiner Kopf, der eine Sache in ihren kleinsten Theilen gleichsam durchdringt; dann auch, ein listiger Kopf. Er ist sehr fein, ein feiner Fuchs. Wie fein! Ein fein angelegter, angesponnener Plan. Ein feiner Staatskünstler, Staatsmann. So auch die Kunst desselben, eine feine Staatskunst. Da eine listige Person sich oft verstellt, heuchelt, so nennt man eine frömmelnde Person, sofern sie Frömmigkeit nur heuchelt, auch einen Feinen, eine Feine; Verkleinerungsw. das Feinchen. »Kaum hatten Sie den Rücken gewandt — so erkundigte ich mich — nach dem lieben Feinchen « Müller. Derselbe Verfasser sagt hiebei in einer Anmerkung: »Die Feinen nennt man in Holland eine heuchlerische, frömmelnde, aus Pietismus und Quäkerei zusammengeschmolzene Sekte « (4) Von feiner, zarter Empfindung zeigend, und für einen Andern, der nicht feine Empfindung hat, unbemerkbar. Ein feines Lob, ein feiner Tadel. Eine feine Antwort. Etwas auf eine feine Art sagen. Einen auf eine feine Art behandeln. Einen feinen Unterschied machen. I diesen Worten liegt ein feiner Unterschied. Ein feiner Sinn. Einen feinen Sinn in ein Wort legen. (5) Gut oder angenehm in die Augen fallend, ein gutes Äußeres habend, hübsch. Eine feine Gestalt. Eine feine Haut. Ein feines Mädchen. »Moses war ein feines Kind.« 2 Mos. 2, 2. »Eure feinsten Jünglinge.« 1 Sam. 8, 16. »Ja, lockig Haar steht fein.« Gellert. Ein feines Liebchen, zusammengezogen Feinsliebchen. I weiterer Bedeutung. Ein feines Haus. Ein feiner Garten. »Dir zu geben große und feine Städte.« 3 Mos. 6, 10. Ein verhungert Hühnchen fand Einen feinen Diamant. Hagedorn. O welch ein schöner Kopf! wie fein die Miene ist. Willamow. † Sich fein machen, sich putzen. Sich fein tragen. Fein gekleidet gehen. I weiterer Bedeutung, Х hübsch, gut, viel  Einen feinen Brief schreiben. Er hat ein feines Vermögen. Ein feines Einkommen. »Sie kriegt nach ihres Vaters Tode einen feinen Thaler Geld.« Gellert. Er hat feine Gaben, Anlagen. »Ih war ein Kind guter Art, und habe bekommen eine feine Seele.« Weish. 8, 19. »Linden und Buchen, denn die haben feine Schatten.« Hos. 4, 13. Zuweilen auch spöttisch. Das ist eine feine Frage! Das wäre fein! »Wie fein hast du uns bracht in ein Land « 4 Mos. 16, 14. Oft wird fein bloß als adv. im gemeinen Leben so wie hübsch gebraucht, und steht häufig nur des Nachdrucks wegen. »Daß es fein anläge auf dem Leibrocke.« 2 Mos. 39, 19. Sei fein artig, fein fleißig, fein ruhig. Lernt fein viel. Mach es fein kurz, geschwind. Ein kleiner Feind, dies lerne fein, Will durch Geduld ermüdet sein. Gellert. (6) Dem Wohlstande, den guten Sitten gemäß. »Er ist ein ganz feiner Mensch.« Gellert. Ein feines Betragen. Er hat viel feine Lebensart. Feine Leute, von gutem Stande, feiner Lebensart. Die feine Welt. »Ir Männer, das klingt nicht fein.« Gellert. »Euer Ruhm ist nicht fein.« 1 Kor. 5, 6.
4811 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    feinAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    fein , Adj. Vw.: s. vein

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fein

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Fein , adverb. welches das vorige Wort ist, aber in der vertraulichen Sprechart und im gemeinen Leben noch auf eine beso…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fein

    Goethe-Wörterbuch

    fein Die relativ hohe Frequenz (rd 750 Belege) entspr der zeitgenöss Verbreitung des Worts 1) u bedingt durch die häufig…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fein , Georg, geb. 1803 zu Helmstädt, studierte die Rechte, war nach der Julirevolution 1830 Mitredactor der deutschen T…

  5. modern
    Dialekt
    fein

    Mecklenburgisches Wb. · +5 Parallelbelege

    fein und Abl. s. fin .

  6. Sprichwörter
    Fein

    Wander (Sprichwörter)

    Fein 1. Allzu fein taugt nicht. Dän. : Alt for fiint er og skarn. ( Prov. dan., 26. ) 2. Auswendig fein, inwendig ein Sc…

  7. Spezial
    feinadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    fein , adj тонкий , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fein

295 Bildungen · 285 Erstglied · 5 Zweitglied · 5 Ableitungen

fein‑ als Erstglied (30 von 285)

Feinreiter

SHW

Fein-reiter Band 2, Spalte 413-414

Feinabstimmung

LDWB2

fein·abstimmung

Fein|ab|stim|mung f. (-,-en) 1 ‹tecn› regolaziun de prezijiun f. , r egolaziun fina f. 2 (Radio) sintonisaziun (-s) f.

feinäderig

PfWB

fein·aederig

fein-äderig Adj. : ' von dünnen Adern durchzogen ', feiⁿäderich [ NW-Frankeck ]. Südhess. II 413 .

Feinarsch

PfWB

fein·arsch

Fein-arsch m. : spöttisch von einem, der immer fein daherkommt, Feinaaʳsch [ KU-Krottb ]; vgl. fein 6.

feinbarchen

DWB

feinbarchen , von feinem barchent: auch feinbarchene kissen mit schwanflaum. Luise a. l. h. 199 .

fein als Zweitglied (5 von 5)

Allzu fein

Wander

allzu·fein

Allzu fein 1. Allzu fein hält nicht. 2. Allzu fein ist eitel Schein. Holl. : Al te fijn is maar schijn.

bergfein

DWB

berg·fein

bergfein , vom silber, so fein es in der hütte erhalten werden kann. man nennt so das gewachsene silber, welches beinahe 16 löthig ist, und …

Katzenfein

Wander

katzen·fein

Katzenfein Katzenfeyn, Gold und Geld werden gleich in jener Welt. Frz. : Fiente de chat, or et argent seront tout un au jugement. ( Kritzing…

piekfein

Pfeifer_etym

piek·fein

piekfein Adj. ‘ganz besonders fein, exklusiv’, Übernahme des im Nd. entstandenen, eigentlich tautologischen Kompositums pǖkfein, dessen ǖ im…

superfein

DWB

super·fein

superfein , adj. , selbständige zusammenrückung des deutschen, bei der an kein unmittelbares vorbild im lat. oder frz. zu denken ist ( frz. …

Ableitungen von fein (5 von 5)

entfeinen

DWB

entfeinen , venustatem delere, deformem reddere. Stieler 459 . s. verunfeinen.

feine

DWB

feine , f. subtilitas, puritas, nitor, besser, doch ungebräuchlicher als feinheit: die feine des goldes, silbers; die feine halten, sich als…

unfein

DWB

unfein , adj. adv. , im allgemeinen gegentheil von fein . mhd. unvîn. mnl. onfijn, -icheit. dän. ufin, -hed. zwar von Stieler , Dentzler, St…

unfeine

DWB

unfeine , unfeinheit , f. Stieler. das erste trotz Campe ungebräuchlich: die unfeinheit des zeitalters war nicht ... jene rohe natureinfalt,…

verfeinen

DWB

verfeinen , verb. fein machen, eigentlich etwas dickes schmal machen, mit dem begriff des dicken verbinden wir leicht den begriff plump, dah…