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fein

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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22 in 19 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

fein

Bd. 2, Sp. 367
fein Adj.: 1. Rhfrk uNahe fain, –ęi-; sonst -ęi-; Mosfrk -ei-; Rip feŋ [Köln -i-]; Eup fīnə, fi·n.dər, fi·n.stə; Aach fīn, aber flekt. fi·ŋ ə; SNfrk fin, –·n.dər, –·n.stə bis einschl. Jül-Linnich, Erk-Rurich Baal Kalzem Holzw Borschemich, Grevbr-Hochneuk, MGladb-Güdderath Odenk Zoppenbr Neersbr Herrenshf, Neuss-Kaarst Büderich; n. u. w. davon fīn; NBerg fīn; doch w. u. südl einschl. Düss-Hucking Buchholz Lintorf Rating Erkr Hilden Richr, Lennep-Burg Wermelsk (-e-) fiŋ u. um Sol-Ohligs Höhschd Soling Gräfr fin; Klevld fin, finəkəs [davon unterschieden in der Form f. 2, 3]: nicht grob, von den verschiedenartigsten Dingen u. Arbeiten; en f.(ə) Nol (Nadel), Seff (Sieb), Kamm, Ren (Regen), Geföhl, Gewesse, Ongersched; et schneit (rent) f. Rip, Allg.; wat Finges in den Owen duəhn, dat brennt beter Gummb-Berghsn; verstärkt hiəle f. Eup. RA.: So f. wie (as) en Nold (Nadel) Eusk, Aach, — Mötzedoch (Mützentuch) Dür, — Postpapier Berg, Ruhr, — Klontschpapier Elbf, — Spennegewebs Jül-Inden. — en Ert (Erbse) Kref, — en Viülche (Veilchen) Aach-Berensbg. De kann et f. on grof (grob) so wie es ihm in den Kram passt Nfrk, Rip. He het f. Knep (Kniffe) on growe Strek (Streiche) Mörs. We wisch (wäscht) Hasen un Kning (Kanin), de send doch immer gliche f. Bergh-Ahe. So f. bicht (beichtet) gennen Bur Rees. — Im bes. a. von Geweben, zart, f. gesponnen, gewebt (lobend); f. Garn, en f.ə Fadem, f.ə Stoff Rip, Allg. RA.: Es et Leitmess Sonneschin, wörd de Flass lang on f. Mettm-Haan. Nicks es su f. gesponnen, et kömmt endlich an de Sonnen Sol Et fingste Kled ös döck (oft) gefodert met Herzeled Bo-Dransd. Dich darf mer nit angreife, de best əso f. wie Kaufnähts (gekaufter Zwirn) Birkf. — Übertr. He es f. möt growen Enschlag hat sein Gutes, aber auch sein Böses Mörs, — mit grof Opschläg(en) Sol, Ruhr, Mörs, Rees. — b. von Gemahlenem, f.körnig Allg. RA.: Zwei hell (harte) Steng mahle selde f. Monsch. Goddes Möll mahlt langsam, äver f. Bo-Dransd. So f. sin, as wenn me dor en Sölderdör (Söllertüre) gesef (gesiebt) wör Mörs. F. Salz zerstossenes Tafelsalz, im Gegens. zu grof S. Kochsalz Rip, Nfrk (Eifel rein S.); f.ə Zucker Stampfzucker; en f. Zort Mehl; f.ə Stöpp Rip, Allg. — c. von der Stimme; de kann f. on grof senge; en f. Stemmche Rip, Allg. — d. von Körperteilen; en f. Händchen, Näs-chen udgl ; de hät en f. Nas Spürnase Allg., — en f. Züngelchen ist ein Feinschmecker Waldbr-Wildbg. — e. von der Arbeit, zierlich, Kunstfertigkeit verlangend Allg. RA.: F. Arbeit werd nit bezahlt Köln. — f. vom Menschen. α. zart gebaut, zierlich, schwächlich, für harte Arbeit nicht geeignet, von Kindern u. Erwachsenen; en f. Mädche, Kend udgl ; dat Kend sieht f. us; du bös ze f. für die schwer Arbeit Rip, Allg.; f. geknockt (geknocht) zart gebaut Elbf. RA.: Der es f. as en Schnider Ess-Kappenbg; hei es so f. as et Jüfferke von Pentekusen (fingierter ON.) Gummb. — En Feinchen mageres Kind, zierliches Mädchen Neuw-Gladb; dat ös en F.ən ein Mensch, der sich an schwerer Arbeit vorbeidrückt Allg.; dat es äver en f. Ber (Birne) den man zart anfassen muss Köln, Bergh, Dür, Jül, Geilk, — en f. Petterzelleje Dür-Gürzenich. — β. geziert, vornehm tuend, etwas stolz, schmutzige Arbeit scheuend Rip, Nfrk. RA.: Der es su f. wie Poppedreck Köln, — gestote (gestossener) Poppendrit (-scheisse) Kref. Man nennt solche Menschen en f.ə Möpp Aach-Steinfurt; en f. Duəs (Dose) (Döske) MGladb; en f. Botter MGladb Korschenbr; en f. Beging Sieg-NDollend; f.ə Krau die Vornehmen Aach-Strasbg; ene f.ə Her vornehmer, gut gekleideter Mann Rip; f. Tön em Kopp han vornehm tun Rip. RA.: F. Mädcher were knoseltige Wiver Monsch-Strauch. Ove fing, onge gring! hui — pfui Bo-Dransd; op der Strosse f. un juchhei, derheim statt Kaffe Zuckerei (Zichorie)! Köln. He düht so f., as wenn hej van Dag (heute) en den Himmel köm Mörs; he es so f., dat he stenkt ebd., Köln. He üs f. büs op et Hemden MülhRuhr. De es ze f., för Bruət ze käue Neuss. — De es wie der schroə Jane, de ho et Fint va bennes sein Benehmen ist freundlicher. als man sich vorher gedacht hat Eup. En Feinche zimperliches Frauenzimmer Simm-Laub; det es en Finge vornehm Tuender Rip. — Ne F.ə Feinschmecker Köln-Weiss; f. em Esse nicht herzhaft zugreifend Jül-Inden, Rip; f. dohne Monsch-Rohren; f. falle Geilk-Üb; ne f.ə Eter Heinsb-Birgelen; du bös ene f.ə Gos (Gast) Heinsb-Arsbeck. — Ene gonze Finne ein Schlaumeier Heinsb-Arsbeck. — γ. gleisnerisch, heuchlerisch, scheinheilig Schleid, Monsch, Eup, Dür, Aach, Seltk, uWupp; dat es ene F ə (f.ə Kamerad) Aach, Allg.; de F.ə spelle gleisnerisches Wesen zeigen Geilk. Erk. Prüm-Mürlenb 1860, — afgeve Monsch-Mulartzhütte; f. doh schmeicheln ebd., — kalle schöne Worte machen Schleid-Hellenth, Monsch-Rohren, Selfk, — schwätzen Neuw; sich f. mache schmeicheln Dür-Pier; he hat f.ə Kall feil weiss schön zu reden Eup. RA.: De kret dat f. mom Hohnderkläuche durch List u. Schmeichelei, durch kluge, schlaue Berechnung; he het dat (su) f. krig Rip. He is f. wie Puppestrunt (Puppenkot) so geschmeidig u. einnehmend ist seine Freundschaft. aber berechnend und hinterhältig Heinsb-Millen. — δ. frömmelnd, pietistisch, orthodox-fromm Berg, Ruhr, MGladb, Grevbr, Mörs. RA.: De F.ə send noch lang net, wie se schine MGladb; de F.ə send net, wie se schinge; se setze henge de Gadinge on sage: do geht de Minge von spröden Mädchen Grevbr-Otzenr; de F.ən schinen Mörs. De F.ən maken Mienen on stehlen de Growen de Weck ut dem Owen Mörs. F.ə Kall frömmelndes Gespräch MGladb; ne f.ə Knoək (Knochen) Frömmler Mettm; f. met growen Opschlägen scheinheilig Mettm-Cronenbg, Elbf. — De Finen werden die evangelischen Gemeinschaftler der Brüdergemeinde genannt; en de F.ənversammleng gohn; de F.ənpastur Berg, Nfrk. — 2. Rhfrk, Mosfrk fain, –ęi-, –ei-; Eup, NBerg, Klevld -ī-, –i-; aber Rip (Ahr wie NPrüm aber noch feŋ). Sol, SNfrk bis Mörs im Unterschied von f. 1 (feŋ) fein: nett, schön, sauber, sehr geputzt, gut; f. on nett; dat es ene feine Zaldat hübsch, auserlesen, stramm, prächtig; aber en fenge Z. schmächtig; fein angedohn sen schön gekleidet; sech f. mache sich herausputzen; de Hor f. mache; aber feng angedohn sen dünnes Kleidchen anhaben Rip, Allg.; wat best dau weil (jetzt) en f. Oz (Aas)! Zell-Raversbeuren. RA.: Ove fein, onge de Kammele hui — pfui Jül-Linnich. We fein geht werke, geht fleddig (beschiəte) te Kerke Heinsb-Kirchhv Karken (fin); we ger emmer wär fein, de kemmt Sonndes wie e Schwein Wittl-Gr-Littgen; wen fein geiht an't Werk, geiht schmäreg ene Kerk Mörs; Weardes [Werktags) fein a Sonndes wie e Schwein Bitb. Beəter e schro Stöck äs e fi Lok Eup. Wossde bliwen en fin Kind, wahr di för Märtelecht un Aprilwind Ruhr. Dat es schonder fi Keind Eup. E fi K., dat se Vadder art ebd. Et finnste Mädje ohne Geild rümmt (räumt) et schrottste (hässlich) deck (oft) et Feild Eup. Feine Leit, f.ə Sache, wat se net hon, lossen se sich mache Bernk-Bruchw. Hübsch, fein on nett, de Mann es ene Geck (o. O.). — De Stuff (Stube) fein mache putzen, schmücken; et f. mache anstreichen Rip; et wor su f. bei der bi en em Kapellche Sieg-Ägid. — Ös et Ferke rein, ös et Flesch fein Kemp-STönis. Wenn de de Katze got fodersch, dann göt et fein Weər MGladb-Rheydt, Allg. Do häs en fein Schnäppche gemach vorteilhaft erworben Rip. — Ironisch: Su fein wie Schöppenbur bes. hässlich Kemp-UWeiden, Gummb, Rees. O, dau bescht e f.ə Jong, wenn de schləifscht (schläfst) Merz-Saarhöizb. — He hät et fein gekonnt vortrefflich, schön; dat rüch (riecht) f. Rip, Allg.; he stuckt et f. tritt nobel auf MGladb; do beste f. erus Rip, Allg. RA.: F. getroffen, sei de Jong, du hat hej sin Moder en Aug ut de Kopp geschmeten Mörs. »Züchtig, fromm, bescheiden, rein, das steht allen Menschen f.« Mos (o. O.). — Se sen op et allerfeinst on allerneust gekled Rip, Allg. — 3. fęŋ WBitb; -a- Bitb-Neuerbg; -e- Prüm, Malm; fęi Wittl, Daun OBitb, gegenüber fein 1, 2 [in Prüm auch feŋ für 1, 2; nur alte Leute unterscheiden feŋ 1, 3 von fein 2]: ziemlich, sehr; fei viel, dack (oft), got, sihr, kalt, sching usf.; et get feng vill Gromperen, on se sen och noch feng deier Prüm-Ihren; hean as fäng gilige (jäh) gestuarwen Bitb. — Auch in folg. Konstr. dat Stöck hot nach fei (ziemlich) gen Prüm-Mürlenb 1860; sogar flekt. en wor alt en feiən ale Kerl Wittl-Bettenf, u. en Fei Flesch ordentliches Stück Trier-Schweich.
8421 Zeichen · 232 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    feinAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    fein , Adj. Vw.: s. vein

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fein

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Fein , adverb. welches das vorige Wort ist, aber in der vertraulichen Sprechart und im gemeinen Leben noch auf eine beso…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fein

    Goethe-Wörterbuch

    fein Die relativ hohe Frequenz (rd 750 Belege) entspr der zeitgenöss Verbreitung des Worts 1) u bedingt durch die häufig…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fein , Georg, geb. 1803 zu Helmstädt, studierte die Rechte, war nach der Julirevolution 1830 Mitredactor der deutschen T…

  5. modern
    Dialekt
    fein

    Mecklenburgisches Wb. · +5 Parallelbelege

    fein und Abl. s. fin .

  6. Sprichwörter
    Fein

    Wander (Sprichwörter)

    Fein 1. Allzu fein taugt nicht. Dän. : Alt for fiint er og skarn. ( Prov. dan., 26. ) 2. Auswendig fein, inwendig ein Sc…

  7. Spezial
    feinadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    fein , adj тонкий , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fein

295 Bildungen · 285 Erstglied · 5 Zweitglied · 5 Ableitungen

fein‑ als Erstglied (30 von 285)

Feinreiter

SHW

Fein-reiter Band 2, Spalte 413-414

Feinabstimmung

LDWB2

fein·abstimmung

Fein|ab|stim|mung f. (-,-en) 1 ‹tecn› regolaziun de prezijiun f. , r egolaziun fina f. 2 (Radio) sintonisaziun (-s) f.

feinäderig

PfWB

fein·aederig

fein-äderig Adj. : ' von dünnen Adern durchzogen ', feiⁿäderich [ NW-Frankeck ]. Südhess. II 413 .

Feinarsch

PfWB

fein·arsch

Fein-arsch m. : spöttisch von einem, der immer fein daherkommt, Feinaaʳsch [ KU-Krottb ]; vgl. fein 6.

feinbarchen

DWB

feinbarchen , von feinem barchent: auch feinbarchene kissen mit schwanflaum. Luise a. l. h. 199 .

fein als Zweitglied (5 von 5)

Allzu fein

Wander

allzu·fein

Allzu fein 1. Allzu fein hält nicht. 2. Allzu fein ist eitel Schein. Holl. : Al te fijn is maar schijn.

bergfein

DWB

berg·fein

bergfein , vom silber, so fein es in der hütte erhalten werden kann. man nennt so das gewachsene silber, welches beinahe 16 löthig ist, und …

Katzenfein

Wander

katzen·fein

Katzenfein Katzenfeyn, Gold und Geld werden gleich in jener Welt. Frz. : Fiente de chat, or et argent seront tout un au jugement. ( Kritzing…

piekfein

Pfeifer_etym

piek·fein

piekfein Adj. ‘ganz besonders fein, exklusiv’, Übernahme des im Nd. entstandenen, eigentlich tautologischen Kompositums pǖkfein, dessen ǖ im…

superfein

DWB

super·fein

superfein , adj. , selbständige zusammenrückung des deutschen, bei der an kein unmittelbares vorbild im lat. oder frz. zu denken ist ( frz. …

Ableitungen von fein (5 von 5)

entfeinen

DWB

entfeinen , venustatem delere, deformem reddere. Stieler 459 . s. verunfeinen.

feine

DWB

feine , f. subtilitas, puritas, nitor, besser, doch ungebräuchlicher als feinheit: die feine des goldes, silbers; die feine halten, sich als…

unfein

DWB

unfein , adj. adv. , im allgemeinen gegentheil von fein . mhd. unvîn. mnl. onfijn, -icheit. dän. ufin, -hed. zwar von Stieler , Dentzler, St…

unfeine

DWB

unfeine , unfeinheit , f. Stieler. das erste trotz Campe ungebräuchlich: die unfeinheit des zeitalters war nicht ... jene rohe natureinfalt,…

verfeinen

DWB

verfeinen , verb. fein machen, eigentlich etwas dickes schmal machen, mit dem begriff des dicken verbinden wir leicht den begriff plump, dah…