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Weizen

ahd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Weizen

Bd. 4, Sp. 155
Weizen 1. Auch im Weizen findet man Unkraut. – Hausfreund, XVI, 495. 2. Aus Weizen, gemengt mit Korn, wird gutes Brot geben. 3. Dar Wêze zoigt 'ne. (Lausitz.) Von wirkungslosen Geschenken. 4. De Weîte öss öm Fack, de Vesperkost öm Dack. (Dönhofstädt.) Wenn der Weizen eingeerntet ist, hört bei den Arbeitern die Vesperstunde auf. 5. Den Weiten in de Wasch, den Roggen in d' Asch'. – Wunderlich, 5. Den Weizen soll man in nasses, den Roggen in trockenes Land säen. 6. Den Weizen sä' in Schollen, so hast du alles im vollen. – Wunderlich, 8. 7. Der beste Weizen hat seine Spreu. 8. Der schönste Weizen hat sein Unkraut. – Parömiakon, 2931. Der beste Mensch hat seine Fehler. 9. Der Weizen auf dem Feld ist noch (lange) kein Geld. Frz.: Quand le froment est aux champs, il est à Dieu et à ses saincts; et quand il est au grenier l'on n'en a point qui n'a denier. (Leroux, I, 49.) 10. Der Weizen fragt nicht nach den Feiertagen. Er will, wie jeder andere Samen auch, gesäet sein, wenn die Witterung günstig ist. Böhm.: Pšenice nedbá, zdali pátek anebo svátek. (Čelakovsky, 424.) 11. Der Weizen sagt zum Bauer: Baust mö du ö's Lakl, sa fül dar ich dei' Sakl. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 52. Der Weizen wird häufig um Michaelis gesäet. 12. Es ist kein Weizen so fein, er hat seine Hülsen. Schwed.: Bästa hwetet har ock agnar. (Wensell, 10.) 13. Guter Weizen und gute Menschen finden überall Absatz. Böhm.: V poli pšenice co rok se rodí, a dobrý človĕk vždycky (všude) se hodí. (Čelakovsky, 29.) 14. Im besten Weizen ist Unkraut. n.: Beste hvede har og avner. (Prov. dan., 319.) 15. Ist der Weizen auch misrathen, sä' nur weiter deine Saaten. – Ehrmann, 164. Empfiehlt Ausdauer, wenn auch einmal der Erfolg ausbleibt. 16. Jeder Weizen findet seine Scheune. 17. Kein Weizen ohne Wicken (Disteln). – Parömiakon, 297. 18. Man muss nicht blos Weizen säen, sondern auch Rüben pflanzen. – Altmann VI, 396. 19. Me' lobt d'n Wess nar emâel. (Meiningen.) – Frommann, II, 411, 119. 20. Mei Wêzen stiht gutt, soite der Teifel, an koam aus ar Synode. (Schles.) 21. Wei den Wéiten besuit im Mäte (März), déi kick better der Kau unnern Stä(r)te. (Sauerland.) 22. Weizen gibt Kuchen, aber Brot stillt den Hunger. Lat.: Tortam dat granum penam famis empcio panum. (Reuterdahl, 1011.) Schwed.: Korn giwer kako ok hunger köpir leeff. (Reuterdahl, 1011.) 23. Weizen muss man in die frische Furche säen. (Köln.) – Boebel, 136. 24. Weizen und Weinreben haben kleine Blumen, aber Frucht. – Eiselein, 543. »Siehe die Aeher an, welche raget ufrecht, die ist ler, und welcher Ast über sich süht, der hat nicht viel Aepfel, aber die Aeher, so das Haupt gegen das Erdrich neiget und der Ast, so niederbeugt, die sind voller Waissen und Aepfel.« (Eiselein, 532.) 25. Wenn der Weizen verkaufft ist, so sol man die Hand vom Wagen lassen. – Petri, II, 640. 26. Wenn der Wêzen auswächst, hoat as sihr eilig und kimmt 'rausgefoahr'n, wie Gott's Wôrt aus a Studenta. (Kunnersdorf bei Hirschberg.) 27. Wenn du Weizen bist, so mische dich nicht unter die Trespe. (Wend. Lausitz.) 28. Wer aus Weizen sogar Pumpernickel bäckt, wird aus Hafer keinen Kuchen1 backen. 1) Die Russen: Kołačen. (Altmann V, 103.) 29. Wer den Weizen stiehlt und Opferkuchen bäckt, preist Gott nicht. 30. Wer guten Weizen ernten will, muss keine Trespe säen. Frz.: Bon fruit vient de bonne semence. (Leroux, I, 49.) 31. Wer Weizen säet am Simonstage, dem trägt er goldne Aehren ohne Frage. Böhm.: Kdo seje pšenici na den Šimona Zelota, tomu se urodí jako zlato. (Čelakovsky, 449.) 32. Wer Weizen säet, dem wächst Weizen. – Parömiakon, 3181. 33. Wo der Weizen nicht will gerathen, gedeihen wol noch Hafersaaten. In Habesch sagt man: Fehlt dir der Mais, lass dir den Teff genügen. (Altmann II.) 34. Wo man Weizen gesäet, wächst oft Rade und Trespe. Lat.: Post frumenta sata fit sepe nigella renata. (Reuterdahl, 740.) Schwed.: Klint waexir opta aepte hweto saedh. (Reuterdahl, 740.) 35. Dadurch kommt sein Weizen nicht in Schuss. Oder: zum Schossen. Wenn sich jemand in der Erwartung und Berechnung günstiger Folgen und Vortheile täuscht. 36. Den sei Wäss blüaht. (Franken.) – Frommann, VI, 326, 401. Die Umstände sind für ihn günstig. Holl.: Zijn koren bloeit er. (Harrebomée, I, 440a.) 37. Den Weizen mit dem Unkraute ausjäten. Das Gute mit dem Bösen vernichten. 38. Der hat alten Weizen zu verkaufen, er hat die Mütze schief aufgesetzt. 39. Der Weizen streut noch nicht. Die Sache hat keine Eile. 40. Du wirst deinen Weizen schon verkaufen. (Meiningen.) Du wirst schon einmal an den Rechten kommen. 41. Hier wird sein Weizen nicht grünen (blühen, gedeihen, reifen). Holl.: Zijn koren groeit hier nicht. (Harrebomée, I, 440a.) 42. Mein Weizen ist zeitig. 43. Sein Weizen blüht. – Klix, 122. Die Umstände sind für seinen Erwerb sehr günstig. Lat.: Adhuc tua messis in herba est. (Philipps, I, 8.) 44. Sein Weizen ist noch nicht reif. Holl.: Zijn koren is nogniet riep. (Harrebomée, I, 440a.) 45. Seinen weitz darunder schüren. – Aventin, CCCXLIIIb. Im Trüben fischen. » ... etlichen seyn solch Zwitrachten nit vnnütz, die scharren jren Waitz darunder.« (Aventin, CCCCLXa.) 46. Seinen Weizen schneiden. Seinen Vortheil von etwas haben. »De Sidenkramer (Seidenhändler) schnit seinen Weiten.« (Lauremberg, II, 638.) 47. Seinen Weizen wohl scheren. »Der schur dann sein Weitzen gar wol.« (Aventin, CXIa.) 48. Und wenn der Weizen am Band (Seil, Strohseil) liegt. In der Gegend von Eger, um zu sagen, dass irgendetwas dessenungeachtet geschehen oder unternommen werden solle. In dem Sinne: Und wenn's Keulen schneit, geh' ich, oder: soll's geschehen. [Zusätze und Ergänzungen] 49. Wer reinen Weizen haben will, der muss im Frühling jäten.
5760 Zeichen · 206 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    weizensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    weizen , sw. V. (1a) nhd. zeigen, hinweisen, hinweisen auf, zum Zeugen anrufen (?) ne. show (V.), hint (V.), call (V.) t…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    weiʒenadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    weiʒen adj. s. weiʒîn.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    WeizenDer

    Campe (1807–1813) · +5 Parallelbelege

    Der Weizen , — s , o. Mz . 1) Eine bekannte vorzügliche Getreide= art, welche sich durch ihre breitern fettern und dunkl…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weizen

    Goethe-Wörterbuch

    Weizen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weizen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Weizen , lat. triticum , Getreideart mit mehrblütigen Bälgen, stehenbleibenden Spelzen mit oder ohne Granne, gezähnten A…

  6. modern
    Dialekt
    Weizen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Weise n , Weize n I [Wèisə M. ; Wǽsə Barr ; Waitsə Kerzf. ; Demin. Waisələ Geberschw. ] m. Urinblase des Schweines; Kind…

  7. Sprichwörter
    Weizen

    Wander (Sprichwörter)

    Weizen 1. Auch im Weizen findet man Unkraut. – Hausfreund, XVI, 495. 2. Aus Weizen, gemengt mit Korn, wird gutes Brot ge…

  8. Spezial
    Weizen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wei|zen (Triticum sp.) m. (-s) ‹bot› formënt m. ▬ großkörniger Weizen formënt da granü m. ; dünnschalige Weizen sorte se…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weizen

271 Bildungen · 255 Erstglied · 16 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von weizen 2 Komponenten

wei+zen

weizen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weizen‑ als Erstglied (30 von 255)

Weizenei

SHW

Weizen-ei Band 6, Spalte 437-438

Weizengeld

SHW

Weizen-geld Band 6, Spalte 437-438

Weizenkern

SHW

Weizen-kern Band 6, Spalte 437-438

Weizenachel

PfWB

weizen·achel

Weizen-achel f. : = Weizenspreu , nur Pl. Waazeachele [ LU-Altr LA-Diedf ]; vgl. Agen , Achel , Spreu und K. 8. —

weizenacker

DWB

weizen·acker

weizenacker , m. , ' ein acker, welcher mit weitzen bestellet wird; ingleichen, welcher geschickt ist, weitzen zu tragen ' Adelung. auch wei…

weizenähre

DWB

weizen·aehre

weizenähre , f. : nim waitzenähern, brenn sie zu aschen Gäbelkover artzneybuch (1595) 2, 334 ; dieses haar, das so gelb ist wie die reife we…

weizenälchen

DWB

weizen·aelchen

weizenälchen , n. , eine art der fadenwürmer: das seit 1743 bekannte weizenälchen tylenchus scandena Schneider Brehm tierleben (1918) nieder…

weizenale

DWB

weizen·ale

weizenale , n. , eine art weizenbier: gersten- und weizenale, ein getränk, das zu einer ähnlichkeit mit wein zusammengefälscht sei G. Freyta…

weizenamtmann

DWB

weizen·amtmann

weizenamtmann , m. : wenn man ein fetter weizenamtmann, ein glücklich spekulirender aktienkönig ... ist B. Goltz typen d. gesellsch. 2, 21 .…

weizenart

DWB

weizen·art

weizenart , f. : einige ... eingeführte spielarten, wie die ... gerühmten weizenarten aus Tunis und Candia Thaer grundzüge 4, 64 ; dinkel, .…

weizenausfuhr

DWB

weizen·ausfuhr

weizenausfuhr , f. : weitzenausfuhr und wollenwaaren ... sind hauptgegenstände des verkehrs Ritter erdkde 6, 965 . —

weizenbäumlein

DWB

weizen·baeumlein

weizenbäumlein , n. : spiegel des menschen und weitzenbäumleins der alchemey ( titel ) allg. dtsch. bibliothek 32, 143. —

weizenbau

DWB

weizen·bau

weizenbau , m. , auch weizbau, ' der bau oder anbau des weizens ' Campe : sind etliche ... örte zum weitzenbaw oder saet sehr gut und bequem…

weizenbauend

DWB

weizenbau·end

weizenbauend , partiz.-adj. : in den weizenbauenden riesenfarmen handwb. d. staatswiss. 2 5, 532. —

weizenbauer

DWB

weizen·bauer

weizenbauer , m. : eine freundliche warnung an alle schnarchhansen, pracher, reiche, schwülstige weitzenbauer Herberger Jesus Sirach (1698) …

weizen als Zweitglied (16 von 16)

gisweizen?

KöblerAhd

*gisweizen? , sw. V. (1a) Hw.: vgl. as. *giswētian

Abtweizen

DRW

abt·weizen

Abtweizen vam have to E. ..., bort men an abtweyte 24 mlr 1518 WerdenUrb. II 652 absweyt oJ. WerdenUrb. II 574

Buchweizen

Pfeifer_etym

buch·weizen

Buchweizen m. ‘Heidekorn’ (Knöterichgewächs mit Mehlfrüchten), Buchweiß, Buchweytzen (16. Jh.), nach voraufgehendem mnd. bukweten (15. Jh.),…

ersweiʒen

Lexer

ers·weizen

er-sweiʒen swv. BMZ intr. u. refl. in schweiss geraten Krone , Karlm. 49,32. vgl. erswitzen.

giweizen

KöblerAhd

giweizen , sw. V. (1a) nhd. zeigen, beweisen, bezeugen, dartun, Anweisung geben ne. show (V.), attest, order (V.) Q.: O (863-871) E.: s. gi,…

Kahlweizen

Wander

kahl·weizen

Kahlweizen Du wirst keinen Kahlweizen zu schneiden haben. ( Meiningen. ) Warum so eilig? Der Kahlweizen muss vor seiner völligen Reife gesch…

Pachtweizen

DRW

pacht·weizen

Pachtweizen, m. Weizen als Pachtabgabe vgl. Pachtkorn dat alle die pachtweyt der prostyen ys urdinsche mate 1479 WerdenUrb. II 559 soll ein …

Pflugweizen

DRW

pflug·weizen

Pflugweizen, m. Weizen als Abgabe von einem Pflug (VI) vgl. Pflugkorn das dorff dedit 4 m. an 4 sc. vor pflugweise und korn 1403 MarienburgK…

Schaftweizen

DRW

schaft·weizen

Schaftweizen, m. als ²Schaft (I) abzugebender Weizen vgl. Schaftkorn an schaftweizen 2 malter 1553 Blieskastel 64

Schuldweizen

DRW

schuld·weizen

Schuldweizen, m. Weizen als Abgabe bdv.: Schuldgetreide 1/2 last schultweisse dem lande gelegen, item von hinderstelligem czenden 50 scheffe…

Schutzweizen

DRW

schutz·weizen

Schutzweizen, m. für ¹Schutz (II) zu leistende Getreideabgabe bdv.: 1Schutz (VI) daß stiefft ... hat ahn äcker, weingarten und wießen 104 1/…

sommerweizen

DWB

sommer·weizen

sommerweizen , m. weizen, der als sommergetreide gebaut wird. Adelung, triticum aestivum. Nemnich, triticum trimestre, setaneum. Stieler 248…

Torweizen

DRW

tor·weizen

Torweizen, m. Weizen als Teil des Torwärterlohns dorzu [burgkamechte] gehorin ouch tzwelff scheffil tor weiß vnd noch deme scheffil ein schi…

traubenweizen

DWB

trauben·weizen

-weizen triticum spici multiplici heiszt derjenige, der auf einen halm 6, 8 oder mehr ähren hat Marperger vollst. küch. dict. (1716) 1315 b …