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ver

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ver

Bd. 25, Sp. 51
ver , vorsilbe, vor nomina und verba gesetzt, niemals selbständig; neben ge die weitest verbreitete partikel. II. form. I@11) die germanischen sprachen zeigen vier verschiedene partikeln, die in form und bedeutung nahe verwandt sind: far, fir, fur, fra. den germanischen stämmen entsprechen die indogermanischen par (sanskr. parâ, griech. παρά, lat. per, litt. par, per), pur (sanskr. puras), pra (sanskr. pra, griech. πρό, lat. prôd, prae, slav. pra, pro), vgl. Fick indogerm. wb. 1, 140. diese formen scheinen auf einen stamm zurückzugehen (Grimm gramm. 2, 851), welcher die bedeutung 'vorbei, hinweg' hat und den Fick (a. a. o.) und Weber (ind. studien 2, 406) mit dem verbalstamme par (hinweggehen) zusammenstellen. wegen der ableitungen vom germanischen stamme fur ist für, vor zu vergleichen; der germanische stamm fra, goth. fra, ags. frä, altn. frâ (auch selbständig), n. fra, schwed. fr kommt hier nicht in betracht. ins hochdeutsche scheint er keinen eingang gefunden zu haben; denn die wenigen belege, welche Grimm gramm. 2, 731 aus dem althochdeutschen aufführt: frapald, kühn, frasëʒ, rost, frasûmîc, versäumend, können auf einer erst im althochdeutschen sich vollziehenden verschiebung beruhen, die ja oft eintritt, wo liquide laute ins spiel kommen. das bei Graff 1, 530 aufgeführte ahd. frâʒ, präter. zu friʒʒu, könnte zwar aus fraaʒ, gleich goth. frêt, entstanden sein, doch ist es nur einmal als länge nachgewiesen, sonst kürze: fraʒ, vraʒ, wo ver einfach sein e ausgestoszen hat (wie bei vreischen). I@22) dem gothischen fra und fair steht ahd. far (z. b. in den glossen St. Galli 913, den keronischen glossen cod. Par., St. Galli 911, den ambrosianischen hymnen) und fir (z. b. bei Otfrid, Isidorus cod. Par.) gegenüber. far, fir und die weitern entwicklungen treten vor nomina und verba. fir entspricht lautlich goth. fair, doch ist es zweifelhaft, ob wir es als unmittelbare fortsetzung aufzufassen haben, denn fir kann sehr gut aus far geschwächt sein, wie gi aus ga, ir aus ar. die geringe betonung der vorsilbe hat früh weitere schwächungen eintreten lassen, neben obigen formen steht schon ahd. for (z. b. Isidorus Wiener fragment, ev. Matthäi, Augustini sermo 76) und fur (z. b. bei Tatian neben for; vereinzelt im Hildebrandsliede, ambros. hymnen ed. Grimm 29), beides verdumpfungen aus far, doch ist nicht immer festzustellen, ob fur far oder furi vertritt. die schwächung fer, welche später allgemein wird, läszt sich vereinzelt früh nachweisen, z. b. ambros. hymnen 71, 3, in den keronischen glossen (cod. St. Galli 913, Steinmeyer-Sievers 3 ferlaucnen), im Georgsleiche, Ludwigsliede u. s. w. während ga, gi, ar, ir in denselben schriftstücken oft ohne wahl neben einander stehen, tritt bei far und den verwandten formen insoweit eine sonderung ein, dasz viele schreiber sich für eine form entscheiden, die alsdann im allgemeinen festgehalten wird. dasz aber auch in ein und demselben schriftstücke oft schwankungen in den einzelnen formen vorkommen, beweist die aufstellung bei Graff 3, 607. I@33) die schwächung fer wird allgemein bei Notker und Williram und verdrängt allmählich die anderslautenden formen. auch im mhd. ist sie die herrschende, wird aber hier durchgängig mit den sonst vorkömmlichen formen der partikel mit v geschrieben. auch im mhd. finden sich die formen vir, vor, vur, doch sind sie kaum als fortsetzungen der ahd. sprechweise aufzufassen, sondern aus ver neu entwickelt. so zunächst vir. wir finden es in zahlreichen quellen, besonders in Mitteldeutschland; hier aber hält es schritt mit den vocalen der übrigen unbetonten silben, besonders der endsilben. in den mundarten, wo der unbetonte laut zu i wurde, wird auch ver zu vir. schon in verhältnismäszig alten denkmälern zeigt sich diesz (vgl. Müllenhoff-Scherer denkm. 34. 35. 36); aber dieses i ist kein klargesprochenes i, wie das der stammsilbe, sondern der gänzlich tonlose vocal, der in endung und vorsilbe auch mit jedem andern vocale könnte wiedergegeben werden, weil er eben keiner der in der schrift fixierten laute ist. dieser vocal schwankt dialektisch zwischen hellerer und dunklerer färbung und wird darnach in ersterem falle mit i wiedergegeben. bis zum ende des 15. jahrh. findet sich vir neben ver; in das nhd. fand es aber ebensowenig eingang, wie das i der unbetonten endsilben. am ende des mittelalters bürgert sich in der kursächsischen kanzlei vor, vur ein; beide formen sind auch schon in der älteren sprache belegt. für vur im mhd. bringt Weinhold bair. gramm. 235 einige belege, vor zeigt sich bei Nicolaus von Jeroschin, Johannes Rothe und ist im mnd. die gewöhnliche schreibung für ver. vor fand auch eingang in die ältern schriften Luthers, in den spätern steht ver, ebenso in der bibelausgabe von 1545 und ver wurde im nhd. das allgemein übliche; nur die kanzlei hielt noch einige zeit vor. I@44) neben der herabminderung des vocals findet auch gänzlicher ausfall statt, vergl. das oben besprochene fressen (theil 41, 132) neben mhd. verëʒʒen; mhd. vreischen aus vereischen, ahd. nicht vorkommend, die form vereischen bei Müller-Zarncke 1, 425. Lexer 3, 104 vielfach nachgewiesen; vretzen, essen machen, statt veretzen. nach th. 41, 171 gehört auch frevel = verevel hierher. I@55) frühe zeigen sich verstümmelungen der partikel, das auslautende r assimiliert sich dem folgenden consonanten, so bei Otfrid fillorini; dann r spurlos abgefallen, ahd. faslant, fastrihhan, fichaufan, fichoufit (Graff 3, 608). solche formen leiten über zu denen, in welchen nur noch der anlaut geblieben, doch nur vor l nachweisbar. ahd. fliosan, flor, floran statt farliosan u. s. w. und die zusammensetzungen floranheit, flornissida, flornussi, fliosari statt farloranheit u. s. w., flâʒen, flâʒâri statt farlâʒan, farlâʒâri u. ähnl. Graff 3, 608. mhd. hat sich nur vliesen, vlos, vlorn, vlust, vlor = verliesen u. s. w. erhalten. die heutige schriftsprache hat ver festgehalten; in den mundarten ist in Mitteldeutschland der vocal fast ganz geschwunden. man würde bei strenger fixierung der laute die vorsilbe am besten vr schreiben, wiewol immer noch ein leiser vocalischer ton geblieben ist. diesz ersieht man daraus, dasz ver trotz seiner verkürzung noch eine silbe bildet und vor vocalisch anlautender hauptsilbe immer noch selbständig abgetheilt wird: fracht lautet anders als vr-achtung. — in Oberdeutschland, z. b. in gewissen bairischen gegenden wird statt ver gesprochen vo und ve (Schmeller 1, 842 Fromm.); in Ober- und Niederösterreich schwand das r, doch hat es den vocal dem a angeähnelt, wie auch sonst in dieser mundart geschieht. vollständiges auswerfen des e vor vocalischem stammauslaute zeigt sich heute nur selten, so wurde in Baiern im vorigen jahrh. vronst = vergunst gesagt (aus altem verunst Graff 1, 271 entstanden). hierher gehört auch nürnb. und windsheimisch vrecken = verrecken Frommann mundarten 6, 133, 29; im ungarischdeutschen bergdialekte vrengdern = verändern Schröer mundart d. ungarischen berglandes 240. ähnlich führt Schmeller 1, 843 Fromm. aus 'der ältern sprache' vricht = verjicht, vergicht an. IIII. gebrauch und vorkommen. II@11) im gothischen können wir fair nur vor verben nachweisen, fra dagegen tritt vor nomina und verba. das deutsche ver steht vor beiden wortclassen, es ist aber eine partikel, die sich vorzüglich mit verben zusammenfügt, und es macht den eindruck, als seien die nomina mit ver, meist neuere bildungen, erst neben den zusammengesetzten verben oder aus ihnen entwickelt. schwer wird nachzuweisen sein, dasz ver unmittelbar an ein nomen antrat, immer stehen verba mit ver zur seite oder sind leicht zu ergänzen, während ein einfaches substantiv neben der substantivbildung mit ver nicht immer zu finden ist. auszerdem schlieszt sich das substantiv mit ver in der bedeutung aufs engste an das zusammengesetzte zeitwort an, wenn es auch in der form dem einfachen substantive manchmal näher steht. II@1@aa) intransitiva: nhd. verlaufen, vergehen, verscheiden, versterben, verkommen, verbleiben, verblühen, verbluten, verenden, verfallen, verflieszen, verfliegen, verglühen, verrinnen, verschwinden. in der ältern sprache auch schon zahlreich, z. b. ahd. farfaran, farhloufan, farbrinnan, fargân, farwërdan; mhd. vervarn, verloufen, verbrinnen, vergân, verschînen (aufhören zu scheinen), verscheiden, verrinnen u. s. w. II@1@bb) am zahlreichsten sind die transitiva mit ver: verachten, verändern, veranlassen, veranschlagen, verbannen, verbergen, verbieten, verbinden, verblasen, verbohren, verbrennen, verbrechen, verbringen, verdauen, verderben, verdrehen, verehren, verfassen, verfehlen, vergeben, verheben, verhören, verknüpfen, verletzen, verlieren, vernehmen, verrücken, versehen, verzehren u. s. w.; in der älteren sprache: ahd. farbërgan, farbëran, fargëban, farslahan, farzeran, farblâsan; mhd. verbërgen, verbërn, vergëben, verslân, verzern, verblâsen u. s. w. II@1@cc) dasz ver sich sowol mit starken als mit schwachen verben zusammengesetzt findet, ergibt sich zur genüge aus obigen beispielen und bedarf keiner weiteren belege. II@1@dd) alle oben angeführten bildungen setzten ver mit einem einfachen zeitworte zusammen, doch gibt es auch eine nicht geringe anzahl verba, zu denen hein einfaches verbum vorhanden ist, von denen wir vielmehr annehmen, dasz sie aus nomina direct entwickelt sind. das zeitwort mit ver aus einem substantiv gebildet ist in der ältesten sprache nicht nachweisbar, doch schon im mhd. nicht abzuläugnen (Grimm gramm. 2, 859), besonders zahlreich in der heutigen sprache: vergolden, versilbern, verblechen, verbleien, verzinnen, verbrämen, vergittern, verglasen; verbuben, verschwestern, verbürgern, vergriechen, verbritten, verketzern, vernarben, verpelzen, verpulvern, verthieren, verwaisen, verunglücken, verballhornen; mhd. veraffen, verdieben, vererbschaften, vergîseln, verkebesen, verketzerîen u. s. w. II@1@ee) ebenso finden verbalbildungen aus adjectiven statt: verarmen, verbiestern, verbittern, verblassen, verbösern, verdeutschen, verdichten, verdicken, verdünnen, versauern, versüszen, verspäten, vervielfachen, veranschaulichen, verehelichen, vereinzeln, verweltlichen u. s. w.; mhd. verlützeln, verblîden, verblœden, vereinigen, verwarlôsen, zu denen kein einfaches verbum nachgewiesen ist. zahlreiche andere zeitwörter, z. b. ahd. farbôrôn, farhartjan, mhd. verargen, verbittern, verdorren, verminnern, vervinstern, vervrevelen, verunreinen, nhd. verbessern, vermindern, vermehren u. s. w., sind zweifelhaft, da ein einfaches zeitwort daneben nachgewiesen werden kann. II@22) ver vor substantiven, entweder geradezu aus den zusammengesetzten zeitwörtern oder in engstem zusammenhange mit denselben entwickelt (s. oben). aus ihrer groszen zahl heben wir nur andeutungsweise die wichtigeren bildungen hervor: II@2@aa) substantiva, welche die vorsilbe an den einfachen stamm ansetzen. diese bildung im mhd. nicht selten, gewinnt besonders im nhd. weite verbreitung: nhd. verbrauch, verhau, verkauf, verkehr, verlauf, verrath, verband, verbot, verdrusz; in älterer sprache: ahd. farwurf, mhd. verbërc, verborc, verdrieʒ, verdrinc (verdrängen), vergëʒ (vergessenheit), verwîʒ (tadel), verbunt (bund), verbot, verdruʒ, verzoc (verzug). II@2@bb) substantiva, welche ver vor ein (scheinbar) fertiges substantiv setzen: vernunft, vergunst, verstand, versatz; in der älteren sprache: ahd. farkunst (verzweiflung), farsiht (verachtung), farnumft (einsicht), mhd. vergift, vernunft, vergiht, vergunst, verdienst u. s. w. diese wörter weisen in der form auf die einfachen substantiva zurück, in der bedeutung schlieszen sie sich aufs engste den schon mit ver zusammengesetzten zeitwörtern an. II@2@cc) bei weitem die zahlreichsten substantivbildungen sind die, welche mittels fortbildungssilben das zeitwort, nach allgemeiner auffassung, weiter entwickelt haben. da das wörterbuch alle einzelformen zu besprechen hat, so bedarf es hier nur einiger andeutungen und weniger belege. substantiva auf ver mit vocalischem zusatze weitergebildet, in der alten sprache selten, sind heute, wie es scheint, gänzlich ausgestorben. desto häufiger sind die weiterbildungen mit consonantischen endungssilben: wir heben hervor in früherer zeit die wörter auf -ida, -ede, ahd. fartrostida (sicherheit), fardruchida (verdrückung), farfuorida (verführung), mhd. verendede (ende), verherde (verheerung), verkêrde (verkehrung); nhd. sind diese bildungen aus der schriftsprache geschwunden, Grimm gramm. 2, 247 führt aus nhd. quelle verhengede an. an die stelle dieser bildungen treten die wörter auf -unga, -ung, die im nhd. besonders häufig vertreten sind; ferner die auf -nissî, -nissa, -nis. sie sind schon in der alten sprache zahlreich: ahd. farjëhunga (verkündigung), fargeltunga, fardamfunga, farwâʒunga (verfluchung), mhd. verbietunge, verbindunge, verhaltunge (übele haltung), verrihtunge (ausgleichung); ahd. farlâʒannissî (entlassung), farloranissî (verlust), farrâtnissî, mhd. verbintnisse, verdæhtnisse (verdacht), verjëhnisse (aussage) und ähnl. für das nhd. bringt das wörterbuch genügende belege. neben diesen entwickelungen seien die formen auf -er wegen ihrer wichtigkeit bei der adjectivbildung erwähnt, die eine handelnde person bezeichnen. meist sind sie erst in neuer zeit entstanden: verführer, vermittler, verleger, verkündiger; doch auch schon mhd. verhœrer (examinator), verjëher (bekenner), versager (verläumder), versuocher u. ähnl. II@33) ver zeigt sich nur vor abgeleiteten abjectiven; zusammensetzungen mit nicht abgeleiteten adjectiven sind äuszerst zweifelhaft. vielleicht gehören hierher ahd. frapald (Grimm gramm. 2, 732. Graff 3, 111), das nach allgemeiner annahme aus fra (= ver) + bald geworden ist; dann das adjectiv frevel, wenn die oben (theil 41, 171) aufgestellte herleitung (ver + evel, stolz) die richtige ist. unter den übrigen zahlreichen (auf abgeleitete wörter zurückgehenden) adjectiven heben wir hervor: II@3@aa) mit wirklichen ableitungssilben gebildet, wörter auf -ig und -isch: nhd. verlustig, verdächtig, verständig; in der älteren sprache: farsihtig (verachtet), farnumftig, farsûmig, mhd. verdæhtic (vorbedenkend), verdrieʒic (verdrusz erregend), vergëʒʒic (vergeszlich), vergiftic (giftig), verlustec, vernumstic (vernünftig) u. s. w. adjectiva auf -isch kommen erst im nhd. in gröszerer zahl vor, sie sind früher oft direct aus dem verbalstamme gebildet: mhd. vertuonisch zum verbum vertuonen; nhd. verschwendisch (s. das.); heute sind die mit ver zusammengesetzten von nomina agentis hergeleitet: verschwenderisch, verbrecherisch, verläumderisch, verführerisch, verrätherisch. II@3@bb) aus der zahl der adjectiva, deren endungen ehemals selbständige wörter bildeten (bar, sam, haft, lich), heben wir die auf -lich wegen ihres häufigen vorkommens hervor. sie stehen oft neben bildungen auf ig und verdrängen dieselben oder nehmen eine etwas geänderte bedeutung an: nhd. verächtlich, verdrieszlich, vergeszlich, vernehmlich, verständlich, vertraulich, verbesserlich, verträglich u. s. w. in der älteren sprache besonders mhd. zahlreich: ahd. farkouflîh, fardamlîh, fardankitlîh (verächtlich), farholanlîh (heimlich), mhd. verdæhtlich (überlegt), verdienstlich, vergëbelich (nachsichtig), vergëʒʒenlich, vergenclich, versëhenlich (voraussichtlich), vertregelich (erträglich), verkêrlich (verkehrt), verlâʒenlich (ausgelassen), verlustlich (mit verlust verbunden), vernëmelich, verwâʒenlich (verabscheuungswert) u. s. w. auch sei erwähnt, dasz aus den participien praet. und den adjectiven durch antreten des ehemals selbständigen wortes heit sich zahlreiche substantiva mit ver bilden: nhd. verdrossenheit, verschiedenheit, verborgenheit, verlassenheit, verdrieszlichkeit, verderblichkeit, verwerflichkeit, verständigkeit; in der älteren sprache: ahd. farloranheit, farmëʒanheit, mhd. verdroʒʒenheit, verborgenheit, verlâʒenheit (ausgelassenheit), vermügelîcheit, verborgenlîcheit, vernëmelîcheit (verständnis), vernünsticheit (kunde), versinnicheit (bewusztsein) u. s. w.mit diesem überblicke sind die wichtigeren formen, in denen sich ver zeigt, erschöpft, für das weitere sind die einzelartikel nachzusehen. IIIIII. bedeutung. die ursprüngliche indogermanische bedeutung der partikel 'fort, hinweg, ab' (s. sp. 51) hat sich auch als germanische grundbedeutung erhalten, doch hat sie in der zusammensetzung manigfache nebenbedeutungen angenommen. wir stellen hier die hauptgruppen zusammen. die bedeutung spaltet sich nach zwei richtungen, sie bezeichnet a) ein hinweggehen, hinwegschaffen vom bisherigen wege, b) ein fortgehen, fortschaffen auf dem eingeschlagenen wege bis zum vorgesteckten ziele. III@11) die erstere bedeutung tritt noch klar hervor im nhd. verlaufen, vergehen, verfahren (sterben), verscheiden, verrauschen; in der älteren sprache: ahd. farloufan, farfaran, fargân, fargangan, mhd. verloufen, verfarn, vergân; in den nhd. transitiven: verblasen, verbannen, vertreiben, verwerfen, verweisen, verdrängen, vergieszen, den verblaszteren verloben, verheirathen, verkaufen u. ähnl.; ahd. farblâsan, fargioʒan, fartrîban, farjagôn, mhd. verblâsen, vergieʒen, vertrîben, verjagen u. s. w. III@22) der ort, dem etwas zustrebt, wird als der falsche, unrichtige aufgefaszt, so erhält abgehen, wegschaffen vom wege eine tadelnde nebenbedeutung: nhd. verführen, verleiten, verlegen, verbiegen, verdrehen, verrenken; besonders zahlreich in den reflexiven verben: sich vergreifen, sich verlaufen, sich versteigen, sich verirren; in der älteren sprache: ahd. farirrôn (auf falschen weg kommen), farligan (eigentlich an falschem orte liegen, d. h. buhlerei treiben), mhd. vergrîfen, verlenken, sich verjagen, sich verrîten, sich vergân u. s. w. der begriff des örtlichen irregehens wird auf geistige thätigkeit übertragen: verschreiben, verdrucken, sich verrechnen, sich verlesen, sich versprechen. im mhd. findet sich diese bedeutung auch schon bei einigen dieser verba: sich verreden (falsch, unrichtig reden), sich versprëchen (falsch sprechen). III@33) aus obiger sinnlicher bedeutung entwickelt sich eine abstracte: die negation. ver verkehrt den begriff des einfachen zeitwortes in das gegentheil: nhd. verwesen, verbieten, versagen, verbitten, verschwören, vergessen (s. d., gegensatz zu verlornem gessen, erreichen), verachten u. ähnl.; in der älteren sprache: ahd. farwërdan (zu nichte werden), fargëʒan, farbiotan, farkiosan (verschmähen), farsëhan (verachten), fardenkjan (den gedanken von etwas lenken), farsagên; mhd. verwërden, vergëʒʒen, verschînen (aufhören zu scheinen) u. s. w. III@44) in zweiter linie hat ver die bedeutung 'fort, bis zum ende', bezeichnet also ein vorwärtsschreiten, vorwärtsbringen der im einfachen zeitworte ausgesprochenen thätigkeit auf dem eingeschlagenen wege bis zur vollendung. daraus entsteht die bedeutung voller durchführung: nhd. verblühen, verbluten, verbleiben, verbrausen, verbrennen, vertoben, verschnaufen, verblinden, vertilgen, verbrechen, versenken; in der älteren sprache: ahd. farbrinnan, fardorrên, farbluojan, farsinkan, farsenkan, fartiligôn, farsiodan; mhd. verbrinnen, verdorren, verblüejen, verbluoten, verblîben, verblinden, vertîligen, versieden u. s. w. III@55) wir schlieszen hier jene wörter an, welche Grimm gramm. 2, 858 unter der bedeutung des zuthuns, zudeckens aufführt. ihre bedeutung beruht zunächst auf der verstärkung des im stamme liegenden begriffes, aus dem die anschauung des zuthuns, zudeckens, abschlieszens erst in zweiter linie folgt: nhd. verheilen, verbauen, vergraben, versperren, verzäunen, verschneien, versteinen (mit steinen bedecken), verplatten, vernähen, verriegeln, versiegeln, verkleben, verleimen, verlöten, verstopfen; in der älteren sprache: ahd. farheilan, farslahan (durch verschlag absperren); mhd. verheilen, verslahen, vergraben, versigelen, verrigelen, verkleiben, verlîmen, verlœten, verstopfen u. s. w. III@66) eine andere art der steigerung des grundbegriffes zeigt sich in den wörtern verwachsen, verflechten, verklammern, verstricken, verketten, verweben, vernähen, wo wir ver als 'zusammen' auffassen; mhd. verwahsen, verstricken, verklamben (verklammern), verwëben, versiuwen (vernähen), vernæjen u. s. w.; auch jene wörter, die nur im partic. praet. erhalten sind: verhaszt, und mit activer bedeutung verbuhlt, verhurt, verliebt, verschämt finden mit Grimm gramm. 2, 859 wol am besten hier ihre stelle. III@77) weiter entwickelt sich die nebenbedeutung des aufbrauchens: verarbeiten, verbacken, verbrauen, verspielen, vertrinken, verbauen, verzehren; in der älteren sprache: ahd. farzeran, farsûfan; mhd. verzern, versûfen, vertrinken, verbachen, verbûwen, verspiln u. s. w. III@88) neben der bedeutung des zu ende führens entwickelt sich der begriff 'über das ziel hinaus', ver = zu viel, zu sehr: veralten (zu alt werden), verliegen, im part. verlegen (was zu lange gelegen hat), verschlafen, versalzen, versauern; zahlreiche reflexiva: sich verheben, sich verbeiszen, sich versteifen u. s. w.; in der älteren sprache: ahd. faraltên (vgl. firaltêt cariosus Graff 1, 201), farligan, dazu das partic. ferlëgener segnis Graff 2, 88; mhd. veralten, verligen, versitzen, sich vermëʒʒen, sich verslâfen u. s. w. viele der oben genannten wörter kommen aber daneben bis ins nhd. ohne diese tadelnde nebenbedeutung vor, so mhd. versiuren, versalzen (säuern, salzig werden), veralten (alt werden). näheres bei der einzelbesprechung der wörter. III@99) die oben besprochene bedeutung der steigerung, die sich besonders auch bei abstractis findet, verblaszt oft gänzlich, so dasz das zusammengesetzte wort vom einfachen sich nicht mehr unterscheidet: nhd. vergeben, verdauen (neben dem bei Luther noch vorkommenden däuen), verlassen, vermeiden, verdrücken, verändern, verhehlen, verläugnen; in der älteren sprache: ahd. fargëban, fardoujan, farlâʒan, farmîdan, farfâhan, farhëljan, farlougnjan; mhd. vergëben, verdöuwen, verlâʒen, vermîden, verfâhen, verhëln, verlougenen, verandern, verendern u. s. w. III@1010) ver zeigt die bedeutung des veränderns, verwandelns, ein begriff, der aus 'fort, hinweg' leicht abzuleiten ist. diese bedeutung tritt vorzüglich hervor bei den verben, die aus substantiven und adjectiven hergeleitet sind. eine gröszere anzahl derselben ist oben aufgeführt, wir heben einige beispiele hervor. gewöhnlich bezeichnet das wort, dasz ein gegenstand zu dem im stamme liegenden begriffe sich umgestalte: vergîseln (zur geisel machen), verwitewen, verwittwen (zur witwe werden), verblassen (blasz werden), verweltlichen (weltlich machen). oft aber ist diese umgestaltung nur eine scheinbare und das mit ver zusammengesetzte zeitwort bedeutet nur 'eine sache dem im stamme liegenden begriffe anähnlichen': versilbern, vergolden, verzinnen, verbrüdern, vergöttern u. s. w. III@1111) oben ist bemerkt worden, dasz durch fortbildungssilben sich aus allen verben mit ver nomina entwickeln können und sich auch meist wirklich entwickelt haben. aber auch jene nomina, die vielleicht neben und nicht geradezu aus dem verbum entsprossen sind, nämlich die, welche ver mit dem nackten stamme, der auch dem zeitworte zu grunde liegt, verbanden, haben die bedeutung, wie sie sich im verbum ausgebildet hat, gleichmäszig im nomen entwickelt. unter ihnen treten darum die hauptbedeutungen, die wir für ver in der verbalbildung erkannten, vielfach zu tage. wir heben folgendes hervor: III@11@aa) die ursprüngliche bedeutung 'fort, hinweg' fühlen wir noch nach in nhd. verschleisz, versatz, verkauf, vertrieb; in der älteren sprache: mhd. verdrinc (verdrängung), vervluht (wegfliehen), vertrîp, verzoc, verborc u. s. w. III@11@bb) der begriff der negation: nhd. verdacht, verbot, verruf, verrath; in der älteren sprache: ahd. farwurt (untergang), mhd. verdacht, verruof, verbû, und daneben, in der form dem einfachen substantiv nahe stehend: ahd. farkunst (mistrauen), farsiht (verachtung), mhd. verbunst (misgunst) u. s. w. III@11@cc) zahlreich sind auch jene nomina, welche, verglichen mit dem wirklich vorhandenen oder leicht zu ergänzenden einfachen nomen, intensive bedeutung zeigen: nhd. verschlusz, verstosz, verbrauch, verband, verhalt; mhd. verbërc, verbunt, vergiht (verkündung), vergift (toxicum, gift); nhd. verbleib, verhau, verhack, verheisz, verkehr, vermerk, vertrag, verweis, mhd. versorc, verschaf, verdrieʒ. — dieser überblick über die bedeutungen, welche ver annimmt, möge genügen; über die weiteren ableitungen und feineren begriffsunterschiede sind die einzelnen wörter nachzusehen. III@1212) hier seien noch einige bemerkungen angeschlossen. in den fällen, wo das zusammengesetzte zeitwort in der bedeutung vom einfachen verschieden war, haben sich im allgemeinen beide verba ohne rücksicht auf einander entwickelt. da aber, wo das zusammengesetzte zeitwort dieselbe bedeutung wie das einfache oder eine verstärkte gewann (s. III, 9), haben die verschiedenen formen mitunter verschiedene functionen übernommen und so ist der überflusz der formen zur deutlichmachung geistiger unterschiede benutzt worden. zusammengesetzte und einfache form ergänzen sich. hier nur das wichtigste, das weitere in der besprechung der einzelnen wörter. oft ist das einfache zeitwort intransitiv, das zusammengesetzte transitiv, z. b. dagen, verdagen; folgen, verfolgen; schlafen, verschlafen. häufiger noch findet sich das einfache zeitwort in intransitiver und transitiver bedeutung, das zusammengesetzte nur in letzterer, aber das zusammengesetzte zeitwort ist für die transitive bedeutung das beliebtere, z. b. danken (das leben danken), verdanken, säumen (mhd. sûmen transitiv und intransitiv, heute intransitiv), versäumen. umgekehrt kommt auch vor: recken transitiv, verrecken mhd. noch transitiv und intransitiv, nhd. (= sterben) intransitiv; enden transitiv und intransitiv, verenden nur noch intransitiv (mhd. daneben noch transitiv). oft ist das mit ver zusammengesetzte zeitwort nur für die abstraction des begriffes im gebrauche, während das simplex noch sinnlich gebraucht wird, z. b. veranlassen, mhd. veranlâʒen nur in geistiger beziehung, anlassen vielfach sinnlich gebraucht; veranschlagen nur in abstracter bedeutung, anschlagen sinnlich und abstract. manchmal tritt der fall ein, dasz die zusammensetzung mit ver das einfache zeitwort, dem es in der bedeutung gleichkommt, gänzlich verdrängt hat. so ist derben (mhd. dërben Lexer 1, 420) durch verderben, drieszen (mhd. drieʒen Lexer 1, 462) durch verdrieszen gänzlich verdrängt. auch dauen, däuen, das noch ins nhd. hereinragt, ist heute dem zusammengesetzten verdauen gewichen. andere einfache bildungen sind im schwinden begriffen. hierher rechnen wir diejenigen, welche heute aus der umgangssprache in die dichterische verbannt sind: künden, bergen, während im täglichen deutsch verkünden, verbergen üblich ist.zum schlusse sei noch bemerkt, dasz die mit ver zusammengesetzten verba sich vielfach mit solchen auf er und zer berühren und für dieselben eintreten. es liegt diesz in der bedeutung dieser partikeln, indem der begriff 'fort, hinweg', der ver zu grunde liegt, mit der bedeutung von er (aus) und zer (auseinander) vielfach sich deckt. zer ist intensiver als ver, er wol schwächer. in der mundart zeigt sich am deutlichsten dieses schwanken; dieselbe bevorzugt im ganzen ver, im westlichen Mitteldeutschland z. b. ist zer unbekannt; in der Wetterau wird jedes hochdeutsche zer durch ver wiedergegeben. aber auch statt der schriftdeutschen composita mit er bevorzugt die mundart das stärkere ver, z. b. verkälten neben erkälten, verfrieren neben erfrieren u. s. w., schon in theil 3, 694 ist auf diesen engen zusammenhang hingewiesen worden. III@1313) mitunter ist ver eine schwächung der präposition vor. dasz die partikel ver hier und da auch aus älterem vor entstellt ist, ist möglich, kann aber nur selten festbestimmt werden, da neben bildungen mit vor meist auch compositionen mit ver hergehen oder wenigstens angenommen werden können. die entwicklung des ver ist daher bei den einzelnen wörtern näher zu prüfen. die präposition vor ist in einigen wortzusammenstellungen, die zu einem worte zusammenwuchsen, zu ver geworden; es trug dazu jedenfalls bei, dasz ihr durch die composition der ton verloren gieng. besonders weist das 16. und 17. jahrh. viele solcher schwankungen auf, heute ist in der schriftsprache vor wieder in seine alten rechte eingetreten; daneben gehen bildungen mit für. verbei gleich vorbei, z. b.: ein wölklein geht ja bald verbei. P. Gerhard 12, 54 Gödeke. vergut haben gleich vorgut Dasyp. 68c; hab ubel verguot. 34a; bit wölt mit mir haben vergut. H. Sachs 1, 470 (5, 18, 12 Keller). verhanden gleich vorhanden: sihet stündlich, ob dann nicht verhanden sei ihr tageliecht. Opitz 3, 131, daneben jedoch: (er selbst wird) erzeigen weit und ferren, dasz er fürhanden sei. 3, 148; vielleicht mir auch gestanden im weg die jüngling sein, dasz nit was ja verhanden, ich recht hab nommen ein. Spee 49, 329 Balke. verlangst gleich vorlängst, s.fürlängst theil 41, 763: zu dem, weil ich verstanden, das e. e. verlangst ein büchlein ... hat auszgehen lassen. Fischart bienenk. 6b. verlieb: ich nam verlieb. Simpl. 2, 290, 13 Kurz; ich muste im pferdtstall verlieb nehmen. 24; damit solte ich auch verlieb nehmen. 2, 292, 11. verwahr: (er hat) auch solchs selbist von jme dermaszen bescheen, verwar gewust. Weimar. staats-archiv (Erfurt) 1518. weiteres unter vorgut, vorhanden u. s. w.
29590 Zeichen · 454 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +19 Parallelbelege

    ver stf. die fähre. ubir die vere, die genante vere vorkoufen Kulm. r. s. 5. 6. als stn. scheint das wort krone 250. Sch…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    verst. M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +16 Parallelbelege

    ver , st. M. nhd. „Farre“, junger Stier Hw.: s. varre, var (2) E.: s. varre R.: me drīvet ēnen ver tō Mompelēr kumt hē w…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ver

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ver , eine sehr alte Partikel, in der Deutschen sowohl, als allen mit derselben verwandten Sprachen, welche ehedem auch …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ver

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Ver (lat.), Frühling, personifiziert mit einem Blumenkranz.

  5. modern
    Dialekt
    ver

    Elsässisches Wb. · +18 Parallelbelege

    ver alteriere n [fəràltərìèrə Horbg. ] refl. sich aufregen. — frz. s'altérer.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ver

25.118 Bildungen · 24.180 Erstglied · 927 Zweitglied · 11 Ableitungen

ver‑ als Erstglied (30 von 24.180)

ver (

KöblerMhd

ver ( , Präp.) Vw.: s. vür

Ver(ge)waltiger

Idiotikon

Ver(ge)waltiger Band 15, Spalte 1656 Ver(ge)waltiger 15,1656

Ver(ge)waltigung

Idiotikon

Ver(ge)waltigung Band 15, Spalte 1656 Ver(ge)waltigung 15,1656

veraasen

SHW

ver-aasen Band 2, Spalte 431-432

verabreden

SHW

ver-abreden Band 2, Spalte 433-434

veracheln

SHW

ver-acheln Band 2, Spalte 433-434

verachten

SHW

ver-achten Band 2, Spalte 433-434

Verachtung

SHW

Ver-achtung Band 2, Spalte 433-434

veralbern

SHW

ver-albern Band 2, Spalte 433-434

veralten

SHW

ver-alten Band 2, Spalte 433-434

verandern

SHW

ver-andern Band 2, Spalte 433-434

veranlagen

SHW

ver-anlagen Band 2, Spalte 435-436

verargen

SHW

ver-argen Band 2, Spalte 435-436

verarmen

SHW

ver-armen Band 2, Spalte 435-436

verarten

SHW

ver-arten Band 2, Spalte 437-438

verasten

SHW

ver-asten Band 2, Spalte 437-438

ver als Zweitglied (30 von 927)

vōderhāver

KöblerMnd

*vōderhāver , M. nhd. Futterhafer? Hw.: s. vōrhāver; vgl. mhd. vuoterhaber E.: s. vōder (2), hāver W.: s. nhd. Futterhaber, Futterhafer, M.,…

wīver

KöblerMnd

*wīver , Sb. Vw.: s. under-* E.: s. wīf?

ōver?

KöblerMnd

*ōver? , Adj. nhd. wieder, erneut Hw.: s. ōvermāl, ōvermālich E.: s. ōver (2)

Ablenkungsmanöver

RDWB1

Ablenkungsmanöver n übertr. als ~ - для отвода глаз идиом.

Pulver

RDWB1

Pulver n порошок порох er hat das Pulver nicht erfunden idiom. - этот пороха не выдумает идиом.

Achteröver

Wander

achter·oever

Achteröver Achteröver (hintenüber) segt Berg, hest mînen Hamel nich sehn? [Zusätze und Ergänzungen] 2. Achteröver stikt de Bur dat Spêt. – S…

aever

KöblerMnd

aever , Präp. Vw.: s. ȫver (1)

aflēver

MNWB

aflēver , m. , der Überlebende.

aflēver

KöblerMnd

aflēver , M. Vw.: s. aflēvære*

afver

MNWB

afver- s. noch afvor-.

allûnpulver

MNWB

allûnpulver , n. , pulvriges Alaunsalz.

allūnpulver

KöblerMnd

allūnpulver , N. nhd. „Alaunpulver“, pulvriges Alaunsalz E.: s. allūn, pulver L.: MndHwb 1, 59 (allûn/allûnpulver)

aloēpulver

KöblerMnd

aloēpulver , N. Vw.: s. ā̆loēpulver*

alrûn|pulver

MWB

alrûn|pulver stSubst. ‘Pulver aus der Mandragorapflanze’ wilt dû den slâfen machen, der in ainer suht ligt, sô nim alraunpulver und misch da…

alrūnenpulver

KöblerMnd

alrūne·n·pulver

alrūnenpulver , N. nhd. „Alraunenpulver“ Hw.: vgl. mhd. alrūnpulver E.: s. alrūne, pulver L.: MndHwb 1, 61 (alrûne/alrûnenpulver) Son.: ein …

alrūnpulver

KöblerMhd

alrūn·pulver

alrūnpulver , st. M., st. N. nhd. „Alraunpulver“, Pulver aus der Alraune, pulverisierte Alraune Hw.: vgl. mnd. alrūnenpulver Q.: BdN (1348/1…

alsevēr

MNWB

alse·ver

alsevēr , -vērne , alsõverre , conj. S. alsô, alsôvērn.

alver

MNWB

* alver , alvern , alwer , adj. , (aus dem Hd.) töricht, dumm. S. elwern.

ambachtschrîver

MNWB

ambacht·schriver

ambachtschrîver , m. , Amtsschreiber, in der Verwaltung, im Amt beschäftigter Schreiber, Schreiber des Amtmanns.

angēver

MNWB

ange·ver

angēver , m. , Anstifter, Urheber; nom. ag. zu angēven in den verschiedenen Bedeutungen .

Ableitungen von ver (11 von 11)

bēver

MNWB

bēver , m. , Biber; Fell des Bibers. bēvervel, ~gê(i)le, ~hôt, ~stērt, ~wamme.

bevêren

MNWB

bevêren s. bevâren, swv. , gefährden.

entvēren

MNWB

entvēren , entvērnen , entverren , swv. , c. A. p. entfernen, fortschaffen, entwenden, entziehen (der Strafe, der Obrigkeit); e. van befreie…

ervêren

Lexer

er-vêren swv. s. erværen.

gēver

MNWB

gēver , -êr(e) , m. , 1. Geber, Gabenspender, Austeiler, Almosenspender; Geldgeber, Käufer . 2. Geldausgeber, Verschwender.

¹gevêr(e)

MNWB

1 gevêr(e) , adj. , feindselig, ênem gev. sîn jem. nachstellen.

unver

DWB

unver- . auch bei dieser wortgruppe ist auf behandlung der zahlreichen rein verbalen verbindungen verzichtet. —

unvēre

MNWB

° unvēre , adj. : nicht ferne, „ Ten derden eist goet, dat men se (die daghelixe sonden ) vlie, Dat gheene hooftzonde wasse in die, Bi dat d…

urver

KöblerMhd

urver , st. M. Vw.: s. urvar

vere

Lexer

vere s. ver;

Zerver

RhWB

Zerver s. Servatius.