lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

2. Trauen

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
19 in 15 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
34
Verweise raus
35

Eintrag · Adelung (1793–1801)

2. Trauen

Bd. 4, Sp. 651
2. Trauen, verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1. Glauben, jemandes Worte für wahr halten, nur der dritten Endung der Person, eine noch gangbare Bedeutung, welche aber in den meisten Fällen mit der folgenden zusammen schmilzt. Weder Gott noch Menschen trauen, glauben. Trauen sie meinen Worten. Wer leicht traut (glaubt), wird leicht betrogen. 2. In engerer und theils figürlicher Bedeutung. (1) Jemandes Versprechungen und Versicherungen für wahr halten, die Leistung eines Guten mit Zuversicht von ihm erwarten. Auch mit der dritten Endung. Es ist niemanden zu trauen. Sprichw. trau, schau, wem. Ich traue ihm nicht recht. Man kann ihm schon trauen. Es ist nicht wohl zu trauen. Trauen sie doch der Vorsehung, Gell. Die Wortfügung mit auf kommt jetzt im Hochdeutschen seltener vor. Ihre Götter, darauf sie traueten, 5 Mos. 32, 37. Auf Gott trauen, Ps. 18, 3. Wer redlich ist und auf die Götter traut, der wandelt nicht auf triegendem Sumpf, Geßn. (2) In noch weiterm Verstande auch von leblosen Dingen, sich verlassen. Der Fuchs trauet dem Eise nicht. Es ist dem Wetter nicht zu trauen. Die Wortfügung mit auf ist hier noch seltener. Traue nicht auf das Vermögen, Sir. 16, 2. (3) Als ein Reciprocum, sich trauen, Fähigkeit und Kräfte, zuweilen auch Recht zu etwas zu haben glauben. Ich traue mir nicht, dieses zu unternehmen. Er trauete sich nicht, die Augen aufzuschlagen. Sich nicht trauen zu verantworten, Weish. 17, 12. Dorft ir euch trauen diesem Ritter anzufygen? Theuerd. Kap. 77. Aus den vorigen Bedeutungen erhellet schon, daß dieses einfache Zeitwort auch hier die dritte Endung haben müsse; daher es irrig ist, wenn einige die vierte gebrauchen; ich traue mich nicht, ihn anzureden. Indessen ist diese Bedeutung nur noch im gemeinen Leben gangbar, indem in anständigern Sprecharten getrauen üblicher ist. S. dasselbe. So auch das Trauen. Anm. Schon bey dem Ulphilas thravahn, bey dem Notker thruunen, im Nieders. trouen, im Angels. treowian, im Engl. to trow, im Schwed. tro, im Ißländ. trua. Wachter leitete dieses Wort sehr unschicklich von θάρρειν her, welches eher mit dürfen und dem veralteten dürften, sich unterstehen, verwandt seyn könnte. Es scheinet, daß die heutige Bedeutung dieses Zeitwortes eine Figur der Ruhe ist, daher es vermittelst des intensiven Vorlautes t von diesem Worte gebildet seyn kann. Auch Trost ist allem Ansehen nach damit verwandt. Siehe dasselbe, noch mehr aber Treue.
2426 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Trauen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Trauen , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1. Glauben, jemandes Worte für wahr halten, nur der dritten En…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trauen

    Goethe-Wörterbuch

    trauen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Trauen

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Trauen Band 4, Spalte 4,204

  4. Sprichwörter
    Trauen

    Wander (Sprichwörter)

    Trauen 1. Aus Trauen wird leicht Trauern. – Körte, 6031; Simrock, 10431. Engl. : If you trust before you try, you may re…

  5. Spezial
    trauen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    trau|en I vb.tr. maridé (-da), dé adöm, uní tl matrimone II vb.intr. 1 (glauben) crëie (crëi, cherdü) 2 (sich verlassen)…

Verweisungsnetz

63 Knoten, 61 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 1 Kompositum 44 Sackgasse 14

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trauen

29 Bildungen · 0 Erstglied · 23 Zweitglied · 6 Ableitungen

trauen als Zweitglied (23 von 23)

Selbstvertrauen

RDWB1

Selbstvertrauen n уверенность в себе, самоуважение (а не "доверие к себе")

Vertrauen

RDWB1

Vertrauen n j-n ins Vertrauen ziehen idiom. - довериться кому-л.; сделать кого-л. доверенным лицом; рассказать кому-л. обо всём без утайки e…

antrauen

DWB

ant·rauen

antrauen , animo, matrimonio jungere: er hat sich das mädchen gestern antrauen lassen; freilich hat er alles an eine innig geliebte, ihm dur…

anvertrauen

DWB

anvertrauen , nnl. aanvertrouwen, früher confidere, heute fidei alicujus committere: aber der bub hielt sich so geschicklich, dasz ich es ka…

betrauen

DWB

bet·rauen

betrauen für bedrauen, bedräuen, bedrohen: nachdem sich ein reich begibt, das leichtfertige underthanen ... ihre herschaft oder derselben un…

getrauen

DWB

get·rauen

getrauen , n. , substantivierter infinitiv zum vorigen; er tritt im 14. jahrh. auf und wird bei Luther, über dessen sprache er noch hinausre…

gottvertrauen

DWB

gott·vertrauen

gottvertrauen , n. , vertrauen auf gott. substantivierung der verbalverbindung gott vertrauen ( vgl. gott I D a, sp. 1059). zufrühest um die…

herantrauen

RDWB1

heran·trauen

herantrauen, sich umg. sich an j-n ~ / heranwagen - отважиться подойти, приблизиться к кому-л.; отважиться заговорить, познакомиться с кем-л…

mißtrauen

Pfeifer_etym

miss·trauen

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…

Mistrauen

Wander

mist·rauen

Mistrauen 1. Misstrawen kan nichts guts erbawen. – Lehmann, 518, 7. Die Chinesen sagen: Die Erfahrung in der Welt führt zu Mistrauen, Mistra…

Mißvertrauen

DRW

Mißvertrauen, n. Zweifel, mangelndes Vertrauen vgl. Mißtrauen 1548 SchweizId. XIV 1607 Faksimile so haben wir ... diesen fried-stand, ... da…

selbstvertrauen

DWB

selbst·vertrauen

selbstvertrauen , n. vertrauen auf sich selbst. Campe : einer, der selbstvertrauen auf seinen muth und geist hat. Klinger theat. 2, 151 ; je…

umtrauen

BWB

umtrauen Band 4, Spalte 4,206

vertrauen

DWB

vert·rauen

vertrauen , verb. , eine ausgesprochene fair- bildung ohne mischung mit anderen typen; vgl. Wilmanns gramm. 2 , § 127. ahd. sih fertrûen bei…

wohltrauen

DWB

wohl·trauen

wohltrauen , n. , gutes vertrauen, im gegensatz zu misztrauen: trawe keinem, so bescheiszt dich keiner, item woltrawen reyt das pfert hynweg…

zurücktrauen

RDWB1

zurueck·trauen

zurücktrauen, sich (Lakune) рискнуть вернуться, отважиться вернуться

zutrauen

DWB

zutrauen , v. , erscheint erst im 16. jh., nd. tôtruwen Schiller-Lübben 4, 595 , im gegensatz zu misztrauen th. 6, 2315, das dort und Lexer …

Ableitungen von trauen (6 von 6)

betrauen

DWB

betrauen für bedrauen, bedräuen, bedrohen: nachdem sich ein reich begibt, das leichtfertige underthanen ... ihre herschaft oder derselben un…

enttrauen

BWB

enttrauen Band 4, Spalte 4,205

getrauen

DWB

getrauen , n. , substantivierter infinitiv zum vorigen; er tritt im 14. jahrh. auf und wird bei Luther, über dessen sprache er noch hinausre…

mißtrauen

Pfeifer_etym

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…

untrauen

DWB

untrauen , n., m. a) wie mhd. untriuwen untreu werden: so das brueder G. M. ... der Füerggen u. ( n. ) vernamb, hat er angefangen mit graff …

vertrauen

DWB

vertrauen , verb. , eine ausgesprochene fair- bildung ohne mischung mit anderen typen; vgl. Wilmanns gramm. 2 , § 127. ahd. sih fertrûen bei…