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Vertrauen

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Adelung
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17 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Vertrauen

Bd. 4, Sp. 1162
Vertrauen, verb. regul. welches in doppelter Gestalt vorkommt. 1. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben, seine Wohlfahrt zuversichtlich von dem andern erwarten, wo es auf doppelte Art gebraucht wird. Sowohl mit der dritten Endung der Person oder Sache, von welcher man seine Wohlfahrt oder ein Gutes überhaupt erwartet. Einem vertrauen. Gott vertrauen, dem Herren vertrauen, sehr oft in der Deutschen Bibel. Du Heiland derer, die dir vertrauen, Ps. 17, 7. Vertraue unter tausenden kaum einem, Weish. 6, 6. Vertraue keinem Freunde, du habest ihn denn erkannt in der Noth, V. 7. Da es denn oft auch für das einfache trauen gebraucht wurde, jemandes Versicherungen für wahr halten. Als auch mit dem Vorworte auf. Auf Gott, auf den Herren vertrauen, in der Deutschen Bibel. Ihr Fels, darauf sie vertrauen, 5 Mos. 32, 37. Aufs eitle vertrauen, Es. 59, 4. Und so in andern Stellen mehr. Ehedem auch nur trauen. In beyden Fällen ist es in dem gemeinen Sprachgebrauche veraltet, wo man dafür lieber durch eine Umschreibung sagt, sein Vertrauen auf etwas setzen. S. auch vertraut. 2. Als ein Activum (1) Ein Ding dem andern mit zuversichtlicher Erwartung der Sicherheit desselben, übertragen, mit der vierten Endung der Sache, und der dritten der Person; eine Fortsetzung der vorigen Bedeutung. Einem etwas vertrauen. Die Menschen vertrauen ihr Leben geringem Holz, dem Schiffe, Weish. 14, 5. Dem der König viel vertrauete, 1 Macc. 7, 8. Jemanden sein Vermögen, seine Sicherheit vertrauen. Sich jemanden vertrauen, seine Person, seine Sicherheit, seine Wohlfahrt u. s. f. in dessen Gewalt geben. So vertraut sich ein Kranker dem Arzte. In engerer Bedeutung vertrauet man jemanden etwas, wenn es ihm in zuversichtlicher Erwartung seiner Verschwiegenheit, oder seiner Unfähigkeit eines üblen Gebrauches, entdeckt wird; im Vertrauen sagen. Jemanden ein Geheimniß vertrauen. Vertraue du ihnen nichts wenn sie gleich freundlich mit dir reden, Jer. 12, 6. Vertrauen sie mirs doch Gell. Ich möchte ihnen gern ein Paar Worte vertrauen, eben ders. So auch, als ein Reciprocum: sich jemanden vertrauen, sich ihm entdecken, ihm sein Anliegen offenbaren. In dieser ganzen Bedeutung ist in der Sprache des gesellschaftlichen Lebens auch anvertrauen üblich, wo das Vorwort an die Bedeutung verstärken soll. (2) Verloben, zur Ehe versprechen. Eine Magd seinem Sohne vertrauen, 2 Mos. 21, 9. Eine Jungfrau, die noch nicht vertrauet ist, Kap. 22, 16. Ich will euch mir vertrauen, Jer. 3, 14. Ich habe mich vertrauet einem Manne, 2 Cor. 11, 2. Ingleichen mit dem Vorworte mit. Ich will mich mit dir vertrauen, Hos. 2, 19. Im Hochdeutschen ist diese Bedeutung ungewöhnlich, aber nicht im Niederdeutschen, woher Luther sie vermuthlich entlehnet hat. S. Trauen in der Bedeutung der ehelichen Verbindung. Schon bey dem Notker in dem Neutro und der ersten thätigen Bedeutung vertrouen.
2865 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vertrauen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Vertrauen , verb. regul. welches in doppelter Gestalt vorkommt. 1. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben, seine Wohlf…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vertrauen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Vertrauen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Vertrauen

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Vertrauen Band 4, Spalte 4,204

  4. Spezial
    vertrauen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    ver|trau|en vb.intr. (Vertrauen haben) confidé (-da), avëi crëta, se fidé (de), avëi fidënza (te). ▬ jdm. vertrauen ti a…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vertrauen

48 Bildungen · 42 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von vertrauen

ver- + trauen

vertrauen leitet sich vom Lemma trauen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von vertrauen 2 Komponenten

vert+rauen

vertrauen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vertrauen‑ als Erstglied (30 von 42)

Vertrauende

GWB

Vertrauende [bisher nicht publizierter Wortartikel]

vertrauensamt

DWB

vertrauen·samt

vertrauensamt , n. , -angelegenheit , f. : einige wochen lang versah Claire bereits ihr vertrauensamt Ebner-Eschenbach 3, 235 ; in wirkliche…

vertrauensausdruck

DWB

vertrauen·s·ausdruck

vertrauensausdruck , -beweis , m. : einem schönen Neufundländer, der mit ... zärtlichem vertrauensausdruck auf die zuckerstücke wartete Font…

vertrauensbruch

DWB

vertrauen·s·bruch

vertrauensbruch , m. : bitte, verleiten sie mich nicht zu einem vertrauensbruch Auerbach schriften 6, 172 . —

vertrauensbund

DWB

vertrauen·s·bund

vertrauensbund , m. : kaum aber hatten sie einen vertrauensbund mit ihr geschlossen, so nannte man sie treulos Gutzkow zauberer 1, 50 . —

Vertrauensfrage

DERW

vertrauen·s·frage

Vertrauensfrage, F., ›Antrag des Bun- deskanzlers an den Bundestag ihm das Vertrauen auszusprechen‹, 2. H. 20. Jh., s. Vertrauen, Frage

vertrauensfroh

DWB

vertrauen·s·froh

vertrauensfroh , adj. : aber die erinnerung ihres eîgenen geschicks verscheuchte jedesmal das vertrauensfrohe lächeln Spielhagen 5, 348 . —

vertrauensfusz

DWB

vertrauensfusz , m. : die gräfin aber, mit welcher der hofrat seit jahren auf einem heiteren vertrauensfusz stand Mörike werke 3, 36 . —

vertrauensgabe

DWB

vertrauen·s·gabe

vertrauensgabe , f. : einst ein geschenk der urgroszmutter an ihren bräutigam, dann .. eine ehren- und vertrauensgabe an ihn Storm 1, 177 . …

vertrauensgeheimnis

DWB

vertrauen·s·geheimnis

vertrauensgeheimnis , n. : solche ausdrücke, ausbrüche der empfindlichsten seelen, sind gleichsam vertrauensgeheimnisse zwischen gott und de…

Vertrauensinteresse

DERW

vertrauen·s·interesse

Vertrauensinteresse, N., ›negatives Inter- esse, Interesse des durch einen Vertrau- ensschaden Geschädigten‹, 2. H. 20. Jh.?, s. Vertrauen, …

vertrauensmangel

DWB

vertrauen·s·mangel

-mangel , m. : mit den finstersten gedanken, völlig aussichts- und vertrauenslos, trat ich es ( das jahr ) an Hebbel tagebücher 2, 354 ; die…

vertrauensperson

DWB

vertrauen·s·person

-person , f. : Johann ohne land hatte .. aus jeder grafschaft vier vertrauensleute berufen Alten heer u. flotte 3, 373 ; ich werde verhören,…

vertrauensposten

DWB

vertrauen·s·posten

vertrauensposten , m. : Cäsar ( hatte ) ihm den oberbefehl im diesseitigen Gallien übertragen, um diesen vertrauensposten in sichere hand zu…

vertrauensreich

DWB

vertrauen·s·reich

vertrauensreich , adj. adv. : sie .. schob .. den holzriegel auf, der .. die hausthüre sehr unschuldig und vertrauensreich verschlosz Goltz …

Vertrauenssache

LDWB2

vertrauen·s·sache

Ver|trau|ens|sa|che f. (-,-n) 1 (Sache des Vertrauens) chestiun de crëta f. 2 (vertrauliche Sache) cossa confidenziala f. , cossa resservada…

vertrauenssatz

DWB

vertrauen·s·satz

vertrauenssatz , m. : manche seiner dank- und vertrauenssätze schlingen sich wie episch wiederkehrend durch seine gesänge hin Gervinus gesch…

Vertrauensschaden

DERW

vertrauen·s·schaden

Vertrauensschaden, M., ›im Vertrauen auf die Gültigkeit eines in Wirklichkeit nicht bestehenden Rechtsgeschäfts entstandener Schaden (z.B. V…

Vertrauensschutz

DERW

vertrauen·s·schutz

Vertrauensschutz, M., ›rechtliche Berück- sichtigung eines entgegengebrachten Ver- trauens‹, 20. Jh., s. Vertrauen, Schutz vertretbar, Adj.,…

vertrauensseligkeit

DWB

vertrauen·s·seligkeit

-seligkeit , f. : wie sie .. die empörendste komödie mit dem vertrauensseligen gatten gespielt habe Keller 5, 140 ; von der echt deutschen s…

vertrauen als Zweitglied (5 von 5)

Selbstvertrauen

RDWB1

Selbstvertrauen n уверенность в себе, самоуважение (а не "доверие к себе")

anvertrauen

DWB

anvertrauen , nnl. aanvertrouwen, früher confidere, heute fidei alicujus committere: aber der bub hielt sich so geschicklich, dasz ich es ka…

gottvertrauen

DWB

gott·vertrauen

gottvertrauen , n. , vertrauen auf gott. substantivierung der verbalverbindung gott vertrauen ( vgl. gott I D a, sp. 1059). zufrühest um die…

Mißvertrauen

DRW

Mißvertrauen, n. Zweifel, mangelndes Vertrauen vgl. Mißtrauen 1548 SchweizId. XIV 1607 Faksimile so haben wir ... diesen fried-stand, ... da…

selbstvertrauen

DWB

selbst·vertrauen

selbstvertrauen , n. vertrauen auf sich selbst. Campe : einer, der selbstvertrauen auf seinen muth und geist hat. Klinger theat. 2, 151 ; je…

Ableitungen von vertrauen (1 von 1)

unvertrauen

DWB

unvertrauen , v. , für defrudare Terenz (1499) 102 a . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „vertrauen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vertrauen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „vertrauen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vertrauen/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „vertrauen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vertrauen/adelung.
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