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vertrauen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

vertrauen

vertrauen

trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).

2773 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vertrauen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Vertrauen , verb. regul. welches in doppelter Gestalt vorkommt. 1. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben, seine Wohlf…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vertrauen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Vertrauen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Vertrauen

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Vertrauen Band 4, Spalte 4,204

  4. Spezial
    vertrauen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    ver|trau|en vb.intr. (Vertrauen haben) confidé (-da), avëi crëta, se fidé (de), avëi fidënza (te). ▬ jdm. vertrauen ti a…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vertrauen

48 Bildungen · 42 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von vertrauen

ver- + trauen

vertrauen leitet sich vom Lemma trauen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von vertrauen 2 Komponenten

vert+rauen

vertrauen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vertrauen‑ als Erstglied (30 von 42)

Vertrauende

GWB

Vertrauende [bisher nicht publizierter Wortartikel]

vertrauensamt

DWB

vertrauen·samt

vertrauensamt , n. , -angelegenheit , f. : einige wochen lang versah Claire bereits ihr vertrauensamt Ebner-Eschenbach 3, 235 ; in wirkliche…

vertrauensausdruck

DWB

vertrauen·s·ausdruck

vertrauensausdruck , -beweis , m. : einem schönen Neufundländer, der mit ... zärtlichem vertrauensausdruck auf die zuckerstücke wartete Font…

vertrauensbruch

DWB

vertrauen·s·bruch

vertrauensbruch , m. : bitte, verleiten sie mich nicht zu einem vertrauensbruch Auerbach schriften 6, 172 . —

vertrauensbund

DWB

vertrauen·s·bund

vertrauensbund , m. : kaum aber hatten sie einen vertrauensbund mit ihr geschlossen, so nannte man sie treulos Gutzkow zauberer 1, 50 . —

Vertrauensfrage

DERW

vertrauen·s·frage

Vertrauensfrage, F., ›Antrag des Bun- deskanzlers an den Bundestag ihm das Vertrauen auszusprechen‹, 2. H. 20. Jh., s. Vertrauen, Frage

vertrauensfroh

DWB

vertrauen·s·froh

vertrauensfroh , adj. : aber die erinnerung ihres eîgenen geschicks verscheuchte jedesmal das vertrauensfrohe lächeln Spielhagen 5, 348 . —

vertrauensfusz

DWB

vertrauensfusz , m. : die gräfin aber, mit welcher der hofrat seit jahren auf einem heiteren vertrauensfusz stand Mörike werke 3, 36 . —

vertrauensgabe

DWB

vertrauen·s·gabe

vertrauensgabe , f. : einst ein geschenk der urgroszmutter an ihren bräutigam, dann .. eine ehren- und vertrauensgabe an ihn Storm 1, 177 . …

vertrauensgeheimnis

DWB

vertrauen·s·geheimnis

vertrauensgeheimnis , n. : solche ausdrücke, ausbrüche der empfindlichsten seelen, sind gleichsam vertrauensgeheimnisse zwischen gott und de…

Vertrauensinteresse

DERW

vertrauen·s·interesse

Vertrauensinteresse, N., ›negatives Inter- esse, Interesse des durch einen Vertrau- ensschaden Geschädigten‹, 2. H. 20. Jh.?, s. Vertrauen, …

vertrauensmangel

DWB

vertrauen·s·mangel

-mangel , m. : mit den finstersten gedanken, völlig aussichts- und vertrauenslos, trat ich es ( das jahr ) an Hebbel tagebücher 2, 354 ; die…

vertrauensperson

DWB

vertrauen·s·person

-person , f. : Johann ohne land hatte .. aus jeder grafschaft vier vertrauensleute berufen Alten heer u. flotte 3, 373 ; ich werde verhören,…

vertrauensposten

DWB

vertrauen·s·posten

vertrauensposten , m. : Cäsar ( hatte ) ihm den oberbefehl im diesseitigen Gallien übertragen, um diesen vertrauensposten in sichere hand zu…

vertrauensreich

DWB

vertrauen·s·reich

vertrauensreich , adj. adv. : sie .. schob .. den holzriegel auf, der .. die hausthüre sehr unschuldig und vertrauensreich verschlosz Goltz …

Vertrauenssache

LDWB2

vertrauen·s·sache

Ver|trau|ens|sa|che f. (-,-n) 1 (Sache des Vertrauens) chestiun de crëta f. 2 (vertrauliche Sache) cossa confidenziala f. , cossa resservada…

vertrauenssatz

DWB

vertrauen·s·satz

vertrauenssatz , m. : manche seiner dank- und vertrauenssätze schlingen sich wie episch wiederkehrend durch seine gesänge hin Gervinus gesch…

Vertrauensschaden

DERW

vertrauen·s·schaden

Vertrauensschaden, M., ›im Vertrauen auf die Gültigkeit eines in Wirklichkeit nicht bestehenden Rechtsgeschäfts entstandener Schaden (z.B. V…

Vertrauensschutz

DERW

vertrauen·s·schutz

Vertrauensschutz, M., ›rechtliche Berück- sichtigung eines entgegengebrachten Ver- trauens‹, 20. Jh., s. Vertrauen, Schutz vertretbar, Adj.,…

vertrauensseligkeit

DWB

vertrauen·s·seligkeit

-seligkeit , f. : wie sie .. die empörendste komödie mit dem vertrauensseligen gatten gespielt habe Keller 5, 140 ; von der echt deutschen s…

vertrauen als Zweitglied (5 von 5)

Selbstvertrauen

RDWB1

Selbstvertrauen n уверенность в себе, самоуважение (а не "доверие к себе")

anvertrauen

DWB

anvertrauen , nnl. aanvertrouwen, früher confidere, heute fidei alicujus committere: aber der bub hielt sich so geschicklich, dasz ich es ka…

gottvertrauen

DWB

gott·vertrauen

gottvertrauen , n. , vertrauen auf gott. substantivierung der verbalverbindung gott vertrauen ( vgl. gott I D a, sp. 1059). zufrühest um die…

Mißvertrauen

DRW

Mißvertrauen, n. Zweifel, mangelndes Vertrauen vgl. Mißtrauen 1548 SchweizId. XIV 1607 Faksimile so haben wir ... diesen fried-stand, ... da…

selbstvertrauen

DWB

selbst·vertrauen

selbstvertrauen , n. vertrauen auf sich selbst. Campe : einer, der selbstvertrauen auf seinen muth und geist hat. Klinger theat. 2, 151 ; je…

Ableitungen von vertrauen (1 von 1)

unvertrauen

DWB

unvertrauen , v. , für defrudare Terenz (1499) 102 a . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „vertrauen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vertrauen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „vertrauen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vertrauen/pfeifer_etym. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „vertrauen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vertrauen/pfeifer_etym.
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  author       = {Cotta, Marcel},
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