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Trauen

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
19 in 15 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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23
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15

Eintrag · Campe (1807–1813)

Trauen v., intrs

Bd. 4, Sp. 863a
1. Trauen, v. intrs. Glauben beimessen. Wer leicht trauet, wird leicht betrogen, wer leicht glaubt. Traue seinen Worten nicht. I engerer und gewöhnlicher aber zum Theil uneigentlicher Bedeutung, 1) Den Äußerungen, Versprechungen und Versicherungen Anderer Glauben beimessen, in die Wahrheit eines Andern keinen Zweifel setzen, sondern das Beste von ihnen glauben und erwarten. Wer noch nicht getäuscht und betrogen ist, trauet jedem Menschen. Es ist keinem Schelme zu trauen. Sprichw. Traue! schaue wem? d. h. traue zwar dem Menschen, aber schaue oder untersuche vorher wohl, welchen Menschen du trauen willst, ob sie es verdienen. Im kann man blindlings trauen. »Trauen Sie doch der Vorsehung!« Gellert. Seltener kömmt es vor in Verbindung mit auf. »Auf Gott trauen.« Ps. 18, 3. »Wer redlich ist und auf die Götter traut, der wandelt nicht auf trügendem Sumpf.« Geßner. Zuweilen auch uneigentlich von ledlosen Dingen für zuverlässig, unbedenklich halten  Diesem Wasser ist nicht zu trauen, es ist trüglich, es scheinet nicht gefährlich und ist es doch. Dem Dinge ist nicht zu trauen, es ist bedenklich, sich damit oder darauf einzulassen  Ih traue dem Wetter nicht, man kann sich nicht darauf verlassen, ob es so bleibt als es ist, oder ob es so wird als es den Anschein hat. »Traue nicht auf das Vermögen,« halte es für keine zuverlässige Sache. Sir. 16, 2. 2) Sich trauen. Ih traue mir nicht dies zu thun, ich glaube nicht, oder ich bin ungewiß, ob ich die Kräfte, die Fähigkeit, das Geschick dazu habe. Er trauet sich nicht näher zu gehen, er hält es bedenklich für sich, er waget es nicht, er fürchtet sich. So auch, sich nicht trauen, die Augen aufzuschlagen »Dorft ir euch trauen, diesem Ritter anzusygen?« Theuerdank K. 77. I diesen Fällen ist der dritte Fall allein richtig, und es ist falsch zu sagen, ich traue mich nicht hinzugehn. Aber richtig ist der vierte Fall, wenn man sagt, ich traue mich nicht hin, wo mich nicht zu trauen gehört, sondern wo trauen allein für sich stehet, und wo zu erklären ist, ich traue nicht, d. h. ich halte es für bedenklich, mißlich, mich hinzubegeben. Er trauet sich nicht weg, er trauet nicht, sich wegzubegeben, sich zu entfernen. Es ist demnach trauen in dieser Fügung eben so wenig ein rückdeutendes Wort, als sich getrauen, wie bei diesem Worte unrichtig angegeben ist. Diesen Unterschied zwischen ich traue mir  und ich traue mich  machte auch Heynatz im Antibarbarus: »Ih mache einen Unterschied zwischen ich traue mir nicht über die Straße (d. i. ich kann nicht sicher sein, daß ich nicht, wenn ich nur von einem Hause quer über die Straße in ein anderes gehe, aus Leichtsinn mich von einem Fehler überraschen lasse) und ich traue (wage) mich nicht über die Straße.« D. Trauen.
2749 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Trauen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Trauen , verb. regul. act. welches in einem doppelten Verstande üblich ist. 1. * Heirathen, eine im Hochdeutschen ver…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trauen

    Goethe-Wörterbuch

    trauen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Trauen

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Trauen Band 4, Spalte 4,204

  4. Sprichwörter
    Trauen

    Wander (Sprichwörter)

    Trauen 1. Aus Trauen wird leicht Trauern. – Körte, 6031; Simrock, 10431. Engl. : If you trust before you try, you may re…

  5. Spezial
    trauen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    trau|en I vb.tr. maridé (-da), dé adöm, uní tl matrimone II vb.intr. 1 (glauben) crëie (crëi, cherdü) 2 (sich verlassen)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trauen

29 Bildungen · 0 Erstglied · 23 Zweitglied · 6 Ableitungen

trauen als Zweitglied (23 von 23)

Selbstvertrauen

RDWB1

Selbstvertrauen n уверенность в себе, самоуважение (а не "доверие к себе")

Vertrauen

RDWB1

Vertrauen n j-n ins Vertrauen ziehen idiom. - довериться кому-л.; сделать кого-л. доверенным лицом; рассказать кому-л. обо всём без утайки e…

antrauen

DWB

ant·rauen

antrauen , animo, matrimonio jungere: er hat sich das mädchen gestern antrauen lassen; freilich hat er alles an eine innig geliebte, ihm dur…

anvertrauen

DWB

anvertrauen , nnl. aanvertrouwen, früher confidere, heute fidei alicujus committere: aber der bub hielt sich so geschicklich, dasz ich es ka…

betrauen

DWB

bet·rauen

betrauen für bedrauen, bedräuen, bedrohen: nachdem sich ein reich begibt, das leichtfertige underthanen ... ihre herschaft oder derselben un…

getrauen

DWB

get·rauen

getrauen , verb. , verstärktes trauen ( s. d. ); althochd. gatrûên, gatrûwên, vgl. Graff 5, 469 ; mhd. getrûwen, getriuwen, getrouwen mhd. w…

gottvertrauen

DWB

gott·vertrauen

gottvertrauen , n. , vertrauen auf gott. substantivierung der verbalverbindung gott vertrauen ( vgl. gott I D a, sp. 1059). zufrühest um die…

herantrauen

RDWB1

heran·trauen

herantrauen, sich umg. sich an j-n ~ / heranwagen - отважиться подойти, приблизиться к кому-л.; отважиться заговорить, познакомиться с кем-л…

mißtrauen

Pfeifer_etym

miss·trauen

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…

Mistrauen

Wander

mist·rauen

Mistrauen 1. Misstrawen kan nichts guts erbawen. – Lehmann, 518, 7. Die Chinesen sagen: Die Erfahrung in der Welt führt zu Mistrauen, Mistra…

Mißvertrauen

DRW

Mißvertrauen, n. Zweifel, mangelndes Vertrauen vgl. Mißtrauen 1548 SchweizId. XIV 1607 Faksimile so haben wir ... diesen fried-stand, ... da…

selbstvertrauen

DWB

selbst·vertrauen

selbstvertrauen , n. vertrauen auf sich selbst. Campe : einer, der selbstvertrauen auf seinen muth und geist hat. Klinger theat. 2, 151 ; je…

umtrauen

BWB

umtrauen Band 4, Spalte 4,206

vertrauen

DWB

vert·rauen

vertrauen , verb. , eine ausgesprochene fair- bildung ohne mischung mit anderen typen; vgl. Wilmanns gramm. 2 , § 127. ahd. sih fertrûen bei…

wohltrauen

DWB

wohl·trauen

wohltrauen , n. , gutes vertrauen, im gegensatz zu misztrauen: trawe keinem, so bescheiszt dich keiner, item woltrawen reyt das pfert hynweg…

zurücktrauen

RDWB1

zurueck·trauen

zurücktrauen, sich (Lakune) рискнуть вернуться, отважиться вернуться

zutrauen

DWB

zutrauen , v. , erscheint erst im 16. jh., nd. tôtruwen Schiller-Lübben 4, 595 , im gegensatz zu misztrauen th. 6, 2315, das dort und Lexer …

Ableitungen von trauen (6 von 6)

betrauen

DWB

betrauen für bedrauen, bedräuen, bedrohen: nachdem sich ein reich begibt, das leichtfertige underthanen ... ihre herschaft oder derselben un…

enttrauen

BWB

enttrauen Band 4, Spalte 4,205

getrauen

DWB

getrauen , verb. , verstärktes trauen ( s. d. ); althochd. gatrûên, gatrûwên, vgl. Graff 5, 469 ; mhd. getrûwen, getriuwen, getrouwen mhd. w…

mißtrauen

Pfeifer_etym

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…

untrauen

DWB

untrauen , n., m. a) wie mhd. untriuwen untreu werden: so das brueder G. M. ... der Füerggen u. ( n. ) vernamb, hat er angefangen mit graff …

vertrauen

DWB

vertrauen , verb. , eine ausgesprochene fair- bildung ohne mischung mit anderen typen; vgl. Wilmanns gramm. 2 , § 127. ahd. sih fertrûen bei…