Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Stange f.
Stange f.
Stange f. ‘langer (Holz)stab’, ahd. stanga (um 800), mhd. mnd. stange, asächs. stanga, mnl. stanghe, nl. stang, anord. stǫng, schwed. stång (germ. *stangō) und (i-Stamm) aengl. steng, Bildungen zu dem in aengl. stingan, engl. to sting ‘stechen’, anord. stinga ‘stechen, stoßen’, vielleicht auch in (allerdings erst spätem) ahd. stingen ‘zur Ader lassen’ (Hs. 13. Jh.) bezeugten starken Verb, das mit Stengel (s. d.), got. usstagg ‘stich aus’ (Imperativ) und ablautendem ahd. stung ‘Stich, Stiel’ (?) (um 800), mhd. stunge ‘Stachel, Antrieb, Anreizung’, ahd. stungen ‘stechen, quälen, anstacheln’ (8. Jh.) verwandt ist. Man kann griech. stáchys (στάχυς) ‘Ähre, Kornähre’, übertragen ‘Sprößling’, lit. stangùs, stángus ‘steif, starr’, stangà ‘Anstrengung’, stìngti ‘fest, starr, steif werden’ und wohl auch griech. stóchos (στόχος) ‘aufgerichteter Pfeiler, Pfosten, Mal, aufgestelltes Ziel, Vermutung’ vergleichen und eine Wurzel ie. *stegh-, nasaliert *stengh- ‘stechen; Stange, Halm, Spitzes, Steifes’ ansetzen. In festen Wendungen jmdm. die Stange halten ‘ihn schützen, im Kampf beistehen’ (17. Jh.), eigentlich ‘im mittelalterlichen Turnier mit einer Stange vor dem Sieger schützen’, vgl. auch mhd. der stangen gern ‘(als Besiegter) die Stange, Schutz begehren, sich für überwunden erklären’; bei der Stange halten oder bleiben ‘standhaft ausharren, nicht aufgeben’ (18. Jh.), d. h. bei der Fahnenstange (als Orientierungs- und Sammelpunkt für das kämpfende Heer, s. Standarte). Oder ist besser von einer Mischung der Redensarten die Stange halten und bei der Sache bleiben auszugehen?