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Staken

mnd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DRW
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Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch

Staken

Staken, m., Stake, f., selten m.

I lange Holzstange, Pfahl (I), Zaunpfahl, Palisade; ua. bei Umzäunungen, Grenzmarkierungen und Fischzäunen; auch als Marktzeichen
  • beo þær gemeten nygon fet of þam stacan to þære mearce be þæs mannes fotan, þe þarto gæð [es werde da 9 Fuß, gemäß des Mannes Füßen, der dort zu (dem Ordal) schreiten wird, ausgemessen von den Pfählen bis zum Ziele]
    936/58 Liebermann,AgsG. 386
  • men mut ok wol vesten enen hof mit tünen oder mit staken oder müren also ho, alse en man gereken mach op eneme orse sittene
    1224/35 Ssp.(Eckh.²)LR. III 66 § 3 Textarchiv: SspLR. III 66
  • [Schenkung:] alle myne buwete mynes huses unde hoves unde myner molen tho deme L. myt staken und stene
    1411 SchleswHUSamml. I 280 Faksimile
  • den pieron mitten trompetten ende eynen staeck uprichten, gebiende dairmit die vryheit des marckx
    1480 CartSTrond II 386 Faksimile
  • en schal me nene staken schlan ofte dike in de Wesser diken, negenogen edder ander fische to fangen
    1498 Bremen/Pufendorf II 117
  • wir 11 bohlsmänner mit unsern ehrwürdigen capellan sollen jeder gleich viele stacken in unserer gemeinen weidezäune setzen
    1638 SchleswDorfO. 342
  • zeune und stacken bey wieden, kaͤmpen und garten schendtlig aufgerißen
    17. Jh. Stadthagen 106
  • wer einen notweg verenget ... freventlich, so manigen stock oder staken, so manige ein mark
    oJ. Hattingen/GrW. III 48 Faksimile
II Pfahl (I 2); insb. zum Festbinden der Verurteilten auf dem Scheiterhaufen (I) sowie zum Aufstecken und Ausstellen des Kopfes von Enthaupteten; auch Schandpfosten
  • dat mense soude met recht bernen an een stake
    um 1350 MnlWB. VII 1902
  • an dem water richtede wy 5, unde hebben em de hovede up en staken ghesat
    1381 HanseRez. III 121 Faksimile
  • he schal ... beteren der stad vnde deme rechte syne bosheyt myt teyn marken suluers en heft he des nicht, me schal ene setten an den staken
    um 1400 LübMndStR. 179
  • die haren heer of steden verraden, salmen halsen ende na quartiren, ende setten thooft op een stake ter hoechster poirten van des heren hove of vander steden
    Anf. 15. Jh. BrielRb. 207 Faksimile
  • demsulften H. mit zinem hovede, dat men ... uppe den staken gesettet scholde hebben
    1467 Pauli,Zust. II 81
  • betaelt meester C.d.M. scarpcoc van J.J. ende H.v.B. te naghelen metten ooren ande stake der vischmaerct
    1483 Claeys,BourreauGant VI 462
  • bröchte oldinges eine ehegade den andern umme, de deder werd ... gerädert, de kop up den staken gesettet
    vor 1531 RügenLR. 122 § 1
  • dat man ohnen wegen ohres begangen frevels ... die kopfe abschlahn muege, und man solle die kopfe uf die staken und die lichname in die erde zu begraben
    1588 Dittmer,Sassenrecht 104 Faksimile
III eine Schlag- oder Stichwaffe; Speer, ¹Spieß (I) auch Heugabel?; offen zu Bed. I
  • wer do treit eynen stacken ... adder desglichen in heißin mude, der sal der stat eyne marg geben
    1335 Heiligenst.(Wolf) Urk. 5
  • de vangenen leth he vmmedriven vnde mit staken sere slan
    1342 LübUB. II 703 Faksimile
  • we eynen staken edder eyn yseren opneme by deme stekene, de brickt dat hogeste wedde
    1393 WernigerodeUB. 114 Faksimile
  • off yemant den anderen sloege myt staeken
    1399 MnlWB. VII 1903
  • weret sake, dat twen lustede to hope riden myd sper ofte myd staken myd vrien willen, deit de ene deme anderen schaden, oft steket [ene] aldoet, man schal den man nicht beteren
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 229 Textarchiv: DithmLR. 1447(Eckh.) § 229
  • we den anderen sleit ... mit staken edder mit swerdesklote ... botæ sæx mark
    1492 FlensburgStR. Art. 75 Faksimile (Abschnittsbeginn)
  • dem bischoffen zu V. gehoret die herstrasse ... so ferne als ein hoffmann uff einem pferde ... mit einer glebigen stacken, welche vierzehen schue lang ist, ablangen kan uff beiden seiten
    1577 Harburg/GrW. III 228 Faksimile
IV Schließblock zum Einlegen der Beine eines Straftäters; auch: Gefängnis
  • alle desse borghere leghen in vengnisse unde in staken
    1358 HanseRez. I 142 Faksimile
  • [wo he] ene vink vnd settede [ihn] ... in den stake vnd schattede eme aff iic mk.
    1447 DithmUB. 50 Faksimile
  • minen armen wichter in den staken geworpen, jamerlyken mishandelt unde upt uterste geschattet
    1498 OstfriesUB. II 522 Faksimile
  • se ... leten dussen H.S. gripen, unde wart gesat in der deve kelre ... unde leten one unbarmhertigen teyn in dem staken
    1514 BrschwSchichtb. 378 Faksimile
  • vorde de vangen in de staken to K. uppe de borch
    1514 BrschwSchichtb. 404 Faksimile
  • hebbet ene wedder inn de stadt gebracht unnd hebbet enne inn ere stake unnd blocke inn ere vencknisse geslotten
    1528 RietbergStB. nr. 47
  • dath ampt mach des fagedes knecht nemen und lathenn den heymelykenn scroeder in denn staken setthen
    1537 HusumUB. 130
V diejenige Menge Erntegut, die auf einmal gestakt (IV) werden kann
  • de averst sienen tins uht mothwillen nicht geven will, schall laten wo vorgemelt den 3ten stacken und de 3te gahr im velde
    1570 Niedersachsen/GrW. III 232 Faksimile
VI mnl.: wie Stammlinie (I)
  • ben ic van minen vader commen, hij van den zynen ... ende alzo altijds voort, so moetic emmer teenen eesten stake of struke gheraken, daer alle tgheslachte af desendeert
    1462 MnlWB. VII 1904
VII Beteiligter, Berechtigter an einer Unternehmung

staken, v.

I Palisaden (als Schutzzaun) setzen; auch übtr.
  • sullen sy ... laten penden alle de gene, de tegen dusse vurs. puncte doen, van ... vergettenheyt laten, dat on geboden is, dat were waken, grauen, staken
    15. Jh. ZWestf. 7 (1844) 213
  • eine gilde ... de se mochten halden und waren, staken und waken und gelick ander gilde borger recht doen
    1525 MünsterGew. 46 Faksimile
  • dat alle geistlichen gelick den borgern sollen staken vnd waken
    1525 Niesert,Beitr. I 110
II jn. gefangen setzen
III jn. mit einem Staken (I) züchtigen; übtr.: jn. im Kampf schlagen, bezwingen
  • de van Lubeck ... wulden 18 schepe utmaken, de de Ostse schulden bescharmen; dar mede wulde se de feinde staken
    um 1511 HistVolksl.(Lilienc.) III 48
  • van schlegen kein wyff frommer wert, doch moth ... man bewylen den ruggen staken
    1606 Schiller-Lübben IV 352 Faksimile
IV (Garben, Heu) mit Heugabel oder Staken (I) auf- oder abladen
  • eyner vrouwen gheuen to byndende vppe dem velde vnde to stakende vnde korne to legghende in de schune
    1515 Schiller-Lübben IV 352 Faksimile
  • beym einfahren des getraides werden zum aufladen wenigstens drey personen erfordert, eine welche die garben stacket ... und zwey lader
    1788 Gadebusch,Staatskunde II 9 Faksimile
V festlegen, bestimmen
VI (ein Gericht) hegen (II), eröffnen
  • bailliu: "also volchdys, ghy heeren die mannen zyt; ic staeke thof"
    16. Jh. CoutVieuxBGand II 545

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    staken

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    staken, sw. v. 1. Pallisaden setzen; Stäbe in eine Flechtwand einsetzen. 2. Garben, Heu etc. mit der Heu-, Korngabel auf…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Staken

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Staken , des -s, plur. ut nom. sing. ein nur im Niederdeutschen übliches Wort, einen langen Stock, eine Stange zu be…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Staken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Staken ( Ausstaken, Klaiben ), bei Fachwerkswänden das Ausfüllen der mit Flechtwerk oder Schwartenverschlag geschlossene…

  4. modern
    Dialekt
    staken

    Mecklenburgisches Wb. · +6 Parallelbelege

    staken 1. Getreide oder Heu mit der Forke (Stakelfork) auf-, abladen, bes. vom Wagen in das Fach, auf den Boden beförder…

  5. Sprichwörter
    Staken

    Wander (Sprichwörter)

    Staken En ollen Staken mot me zuiren (zieren). ( Sauerland. )

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staken

41 Bildungen · 21 Erstglied · 18 Zweitglied · 2 Ableitungen

staken‑ als Erstglied (21 von 21)

stākendikke

WWB

stāken-dikke Adj. unvernünftig betrunken ( Mes Br).

stākendǖster

WWB

staken·duester

stāken-dǖster Adj. [Sos, verstr. Ahs Stf Kos Wdf Rek Lhs Bek Wie Dor Unn Isl Arn Mes] völlig dunkel; stockfinster ( Bek Al).

Stakeneisen

Wander

staken·eisen

Stakeneisen Der sieht durch ein Stakeneisen. ( Trier. ) Um zu sagen: er ist pfiffig, verschlagen, vorsichtig, es erräth und erspäht die verb…

stakengabel

DWB

staken·gabel

stakengabel , f. , vgl. stakforke : einst erzürnte er sich über mich; er stand im stall, ... da erwischte er die stakengabel und schosz die …

Stakenhaken

PfWB

staken·haken

Staken-haken m. : ' Fährstange, Schifferstange mit Eisenspitze ', Stḁkehḁke (ˈšdkə̩hkə) [ IB-Bliesmg/Bolch ]; vgl. Stachen . Zur Sachkunde…

Staken II

RhWB

Staken II -:k- Sg. u. Pl. Köln-Stdt m.: Schifferstaken.

Stākenpisser

WWB

staken·pisser

Stāken-pisser m. [KSauerl Alt] 1.1. junger, halbstarker Bursche; Schulentlassener ( Bri Nf ). — 1.2. (lange ( Alt Lü )), schwächliche Person…

Stākentūn

WWB

staken·tun

Stāken-tūn m. Lattenzaun ( Isl Is ); Einfriedung mit Latten (Frbg.) ( Sos Gü).

stākenunwīs

WWB

staken·unwis

stāken-un-wīs Adj. [Münsterl KSauerl] 1. total verrückt, völlig irre ( KkWb ), übergeschnappt ( WmWb ). — 2. aufgebracht, zornig ( Mes Br).

stakenwerk

DWB

staken·werk

stakenwerk , n. : staket, stakenwerk. Ludwig teutschengl. lex. (1716) 1829 , s. Weigand 2, 790 . vgl. stakwerk .

stakenzaun

DWB

staken·zaun

stakenzaun , m. sepes palata. Frisch 2, 315 c ; ein aus staken (3, b ) zusammengesetzter zaun. Campe. Frischbier 2, 360 b ; stackenzaun, lat…

staken als Zweitglied (18 von 18)

afstāken

MNWB

afstāken , swv. , Heu abladen.

bestāken

MNWB

best·aken

bestāken , swv. , 1. mit stāken, Pallisaden besetzen, durch stāken schützen.

bistaken

MeckWBN

bist·aken

Wossidia bistaken die Garben auf den Wagen bringen, mit der Forke hochreichen Müll. Reut. 15 a .

Drög'staken

MeckWBN

droeg·staken

Wossidia Drög'staken m. runde Stange, auf der die Garnstücke zum Trocknen hängen Wi Wismar@Mecklenburg Meckl .

Jag'staken

MeckWBN

jagst·aken

Wossidia MeckWB Jag'staken m. eig. wie Jag'raud' 2 die lange Stange, womit die Zugleine des Netzes bei der Eisfischerei unter dem Eis entlan…

Kluwer (staken)

MNWB

Kluwer (staken) , doch vgl. zur Bildung ° klôt 4 und ° klûtstāke ); Feuergabel für den Backofen ? (Schl.-H.-L. Ub. 1, 401).

Spießstaken

DRW

spieß·staken

Spießstaken, m. ¹Schaft (I) eines ¹Spießes (I), langer, angespitzter Stock; ua. als (ungefähres) Längenmaß 180 ℔ pro 1350 langhe spetszaken …

Stinkstaken

Wander

stink·staken

Stinkstaken He hett de Stinkstaken ümmer in de Mund. – Dähnert, 462 b . Im verdriesslichen Tone von Tabackspfeife.

ümmestāken

MNWB

uemmes·taken

° ümmestāken , swv. : durch Stochern ausfindig machen, „ also denne worden de Schimmelpoͤtte vmmegestaket / vnd de Schaͤtte hervor gehalet /…

upstāken

MNWB

upstāken , swv. : auf eine Forke/Heugabel spießen und nach oben schaffen, aufladen, „ Dat how vp den marstal to vorende vnnd vptostakende ” …

vlōtstaken

KöblerMnd

vlōtstaken , Pl. Hw.: s. vlōtstāke L.: Lü 486b (vlôtstaken)

ēlstaken

KöblerMnd

ēlstaken , M. Vw.: s. ēlstāke*

ūtstaken

KöblerMnd

ūtstaken , sw. V. Vw.: s. ūtstāken*

Ableitungen von staken (2 von 2)

bestāken

MNWB

bestāken , swv. , 1. mit stāken, Pallisaden besetzen, durch stāken schützen.

verstaken

DWB

verstaken , verb. , mit staken ' pfahl, stange ' ( th. 10, 2, 586) zusammengesetzt. 1) in Esthland: verstaken, mit staken, staket versehn Sa…

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APA
Cotta, M. (2026). „staken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/staken/drw
MLA
Cotta, Marcel. „staken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/staken/drw. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „staken". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/staken/drw.
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