Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
slôʒ stn.
1. schloss, womit etwas verschlossen wird. sera, claustrum, pessulum sumerl. 35,64. voc. o. 4, 106. eʒn wart nie sloʒ sô manicvalt daʒ vor dir gestüende, diebe meisterinne Walth. 55,32. vil slôʒe si besluʒʒen W. l. 3,13. noch sloʒ noch sluʒʒel was dar an Trist. 16998. daʒ sloʒ si für die tür dô stieʒ das. 1278. leite zwei gûte sloʒ vor di tor Ludw. 86,3. hieʒ ûf ietwedern schrîn vil grôʒe spangen güldîn und slôʒ von golde rîche würken meisterlîche Barl. 47,3. ûf tuot er âne slüʒʒel alliu sloʒ und îsenhalt Helmbr. 1204. der slüʒʒel vromt, swâ man sol slôʒ ûf slieʒen Frl. 56,12. einem türnagel, der halber ûʒ dem sloʒʒe hienc krone 159. b. gedanc ist âne slôʒ bespart Parz. 466,17. diu porte was mit slôʒe alsô behuot W. Wh. 229,6. ein buoch daʒ was besloʒʒen mit siben insigeln, mit siben sloʒʒen Bert. 567,19. vgl. 570,28. mahte die tür veste mit rigeln und mit slôʒen krone 232. b. — si wâren triuwen gar ein rigel, ein vesteʒ sloʒ der stæte Engelh. 475. der kristenheit sloʒ und tor Lohengr. 135. wande ich in dem munde trage daʒ slôʒ dirre aventiure Parz. 734,7. gotes wîsheit diu himel und erde slôʒ treit Barl. 155,2. 231,32. gotes wîsheit die sloʒ der ordenunge treit Pass. K. 443,42, ich hân der minne slôʒ gewalt MS. 1,186. a.
2. fessel, knoten, überhaupt das was etwas festhält, einschliesst, umschliesst. der schanden slôʒ unde bunt Suchenw. 24, 297. vgl. bunt. luft unde wâc, der slôʒ deren verbindung muoʒ viuhte werden Frl. 240,11. — âne sloʒ und âne bant betwingen Iw. 28. Tôt, din sloʒ und dîn gebende bindet und besliuʒet daʒ dâ von diu ougen werdent naʒ Wigal. 7793. — daʒ sloʒ und der schrîn dâ er inne gevangen lît Iw. 206. — bildl. sîns herzen slôʒ (Repanse de schoie) truoc dan den grâl Parz. 815, 29. dîn minne ist slôʒ unde bant mîns herzen unt des fröude das. 76,26. valsches sloʒ, untriuwen zil, daʒ was der heiden Wigal. 7625. dîn herze ist aller tugende sloʒ troj. s. 250. d. dîn wort ist aller dinge slôʒ Barl. 2, 25. ich entrete vil gelîche in ûwers geloubens sloʒ Pass. K. 638,71. die dîn bœse rât in ungeloubens sloʒʒen vil lange hât besloʒʒen Türl. Wh. 136. a. als der leu der in des tôdes sloʒʒen sîn welf erschrîet Frl. l. 4,5,3. — scham ist ein slôʒ ob allen sîten Parz. 3,5. nu muoʒ ich alze fruo begraben ein slôʒ ob dem prîse das. 160,17. ir sît slôʒ ob dem sinne das. 292,28. vgl. 440,15. 643,8. 715,9.
3. schlussstein eines gewölbes. und hân mich oben an daʒ gôʒ, an daʒ gewelbe und an daʒ slôʒ mit blicke vil gefliʒʒen Trist. 17132. daʒ gewelbe daʒ was oben besloʒʒen wol ze lobene: obene ûf dem slôʒe ein krône das. 16713. vgl. 16948.