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schlimm

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

schlimm

Bd. 7, Sp. 1341
schlimm das Wort ist allg., doch unterscheiden sich hinsichtl. der Bed. 3 Geb. α. das WMosfrk mit Ausläufern nach allen Seiten, wo ausschl. die ursprüngliche Bed. »schief, krumm« gilt (s. Bed. 1); β.Heinsb, wo die Bed. »schlau« gilt; γ. das übrige Geb. mit der nhd. Bed.; u. zwar Rhfrk -i-, sonst -e- [u. Merz-Düppenw, Saarl-Diefflen Nalb Bilsd Aussen Limb u. weiterhin zum Hochw. ö. einschl. Merz-Brotd Bachem Hausb Bergen, Saarbg-Greimerath Serrig Ockfen Schoden -eə-, –əa-; weiterhin im WMosfrk im Geb. 1 -emp, flekt. m.ə u. bei tiefster Senkung in NWSaarbg, Trier, Wittl, SPrüm, WDaun -amp, fl. m.ə; NPrüm, Malm, Schleid -ǫmp, Pl. m.ə; Prüm-Stdt -ę-; Daun-Strohn, Koch-Urschmitt [] -ump, flekt. -u·m.ə im Geb. 2 a bei tiefster Senkung -ǫm, –-, –ø-, –ǫ-, –ę-; Eup-Stdt -ęmə; in Heinsb (2 b) -øm, -y- Adj.: 1.a. schief, schräge, krumm, gebogen, dies die ursprüngl. Bed., mhd. slimp, slim; das Geb. hat hierfür die alte Form -emp, –a-, –ę-, –ǫ-, fl. m.ə, während Bed. 2, falls sie vorkommt, -em, –i-, –ø- lautet; im Kerngeb. fehlt diese nhd. Bed., dafür arg, bös, übel Verbr. im Hauptgeb. mosfrk. Saar von Mettlach an, Mos von Trier bis Koch-Greimersbg Bertrich, WEif in Wittl, WDaun, Bitb, Prüm, Malm, mit Ausläufern in Trier in den Hochw hinein, in folg. auch Bed. 2 in Bernk-Allenb, Birkf-Idar (-emp, 2 -em), Simm-Laub (-imp, 2 -im), Goar-NGondershsn (ebenso); -em May-Kollig, Aden-Herschb, Ahrw-Sinzig Ramersb Vettelhv (-ę-); -ǫm Schleid-Ahrhütte Dollend Dreiborn Rohr; -ø- Monsch-Witzerath, Eusk-Cuchenh Stdt; -e- Aach-Stdt 1836, Kemp veralt.), rrhn. -e- Neuw vielfach; -- Sieg-Braschoss Heisterbacherrott Hennef Ittenb ODollend, in Zus. u. im Zeitw. noch weiter gehend; das übrige Rhfrk, Mosfrk hat für diese Bed. schepp, das Rip, Nfrk scheif (s. d. W.); de Schuh (udgl.) sein ganz schl. schief getreten; schl. Schuh; en schl. Fur (Furche) (de schlamm Gewan Flurabteilung Bitb); e schl. Gesicht; en schl. Maul machen aus Unzufriedenheit; schl. Bän krumme u. lahme, hinkende Beine; e Schlammen ein Krummer, Lahmer, Hinkender; e schl.ən Hund Schimpfw. für diesen, — Itzik, Teis, Pest, Deiwel, Heppekrat, Haspel; e schlamp Dingen, Geschier, Dier, Bäschtchen; de Won (Wagen) as schl. geloden; dau hos dengen Hot (Hut) schl. opsetzen; dat Renfass hot su schl. gestann, dat et Wasser bal half fortgelof es; schl. leien (liegen), — stohn; den Stofft reisst schl.; ebbes schl. schnegden (schneiden); schl. gohn in schiefer Haltung, lahmen, hinken infolge krüppeligen Fusses oder eines Leidens am Fusse Bitb, Allg. in diesem Geb. RA.: Schl. es engelesch Neuw-Dattenbg. — b. -amp, flekt. m.ə links; de schl. Hand (Faust); e Schlammer Linkshänder Daun-Gerolst Hillesh, Prüm-Steffeln (-ǫ-), Schleid (s. 1 a), -øm Monsch-Witzerath; de schlömm Seck die gegenüberliegende Seite des Wahnbaches (nur in dieser Verb.) Sieg-Braschoss. — 2. in nhd. Bed. Verbr. im übrigen Geb. (also mit Ausnahme von 1 a, wo dafür arg, böse, übel, u. 2 b, wo dafür arg, quad), auch Trier-Stdt inmitten von Geb. 1 a, dessen Bed. hier fehlt; Formen auf -mp fehlen für diese Bed. a. den Übergang von 1 a zu 2 vermittelnd, in den Wend.: Die Sach steht schl. bedenklich; et steht schl. met der Sach, met em seiner Gesundheit, geschäftlichen Lage, — öm de Sach, öm en, et sieht schl. us met der Sach, met em; et s. sech schl. met em an Rip, Allg. — b. sehr weh, entzündet; ene schl.ə Fenger; schl. Oge usf.; verallgemeinert he hät en schl. Krankhet, ene schl.ə Hos (Husten) usf. Rip, Allg.; ek sin schl. dran krank, in üblen Verhältnissen; et geht em wiər vill schl.ər OBerg, Allg.; et ös op et Schlömms gewes es heilt nun wieder, die Krise ist überstanden Kemp. — c. nicht gut, verderblich, [] Schaden bringend, zu bedauern; ene schl.ə Fall gedohn han; do häste ävver ene schl.ə Prozess am Hals; en schl. Wedder; schl. Sorgen usf. Rip, Allg.; da's schl. vör de Froch (Getreide), wenn et so früs (friert), da's ös schl., dat e alles verloəren hät; et kös (könnte) noch schl.ər siən; schl.ər konn (kann) et wall nit siən; mer mutt (muss) sech marr (nur) ömmer jet Schlömmeres (— mersch) füərstelle Kemp, Allg., o, dat es half so schl. damit begütigt man Kinder oder Kranke; dat es nich schl. dass wir zu früh am Bahnhof waren, es ist gradezu erfreulich; et es net su schl., wie et ussüht Rip, Allg.; et ös te (zu) bister (stürmisch) van Dag (heute), noch schl.ər äs gister Mörs; mak (drif) et nich te schl. sei nicht ausgelassen, halte Mass, überfordere nicht; der macht och alles glech schl.ər wie et es er übertreibt in seinen Klagen Gummb-Wiehl, Allg.; er duht noch schl.ər wei e klä Kend übertreibt sein Ungemach Birkf, Allg. RA.: Et es geng (keine) schl.ər Lag, äls wenn me sich net helpe ka Aach, Monsch. Schl. Deng, saij N., duw hatt de Geit (Ziege) et Nerwefiewer Geld-Kevelaer. Schl. för en Mus, wenn se märr (nur) Louch (Loch) hat Aach, Allg. Dat es (hei) noch schl.ər as (en) de Hell (Hölle) Geld, Allg. Nicks es schl., wo men et Engk (Ende) van süht MGladb. Es et schl., dann mache (binne, drehe) mer e Limpche (Läppche) drim! halb ironisch, halb tröstende Antw. auf die Behauptung: das äs schl. Simm, Allg. — d. beträchtlich, wichtig Siegld; sehr, mit bösen Folgen et brennt schl.; he es schl. gefalle, herengefalle; et es schl. kalt (usf.); der es (bei dem es et) schl. dür (teuer) Rip. — e. vom Charakter des Menschen. α. sittl. schlecht; dat ös ene Schl.ə ein Taugenichts, ein Gauner, ein Durchtriebener (halb anerkennend auch ein Schalk, der einen zum Besten hält, bes. auch in witzigen, bedenklichen Reden zu Frauen); da's de Schlömmste noch long net Kemp, Allg. RA.: Hej es noch schl.ər as der Düwel en der Hell, der D. un sin Grotvadder Rees, Allg., — ennen Apotheker Rees, — e Jödd (Jude) Sieg, Allg., — ene welche Schmuggeler Eup, — en Hemd Kreuzn-Langenth. Je frommer, je schl.ər Schleid-Hellenth. Wu krummer (krüppelhaft), wu schl.ər Trier, Bernk, Koch, Daun (z. T. also auch im Geb. 1 a) Heinsb (im Geb. 2 b). Je dummer, je krummer; je schl.ər, je deiwelhaftiger Saarl-Berus. Di van Noət ze Broət kommen, dat seng de Schl.sten Gummb-Wiehl; die von neischt her sin, dat sin de Schl.schten Saarl. — β. geizig; der es su schl., dat er sech net satt esst Neuw-Rossb; erpicht; der is so schl. uf den wie der Deiwel uf e arm Seel Saarbr-Berschw. — b. der hot schl.ə Ogen em Kopp er sieht alles OWesterw; -ø-, –y- schlau; enen te schl. af sin; schl. kike; he es su schl. as ene Foss (Fuchs). Schl. Houhnder leggen auch wahl ens in de Netele (Nesseln) Heinsb.
6577 Zeichen · 200 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlimm

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schlimm , -er, -ste, adj. et adv. 1. * Schief, von der geraden Horizontal- oder Perpenticular-Linie abweichend; eine im …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schlimm

    Goethe-Wörterbuch

    schlimm ‘schlimste’ GWB A1,80,9 ; häufig im Komp u Superl, oft intensiviert durch ‘sehr, äußerst’ uä sowie durch ‘viel, …

  3. modern
    Dialekt
    schlimm

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB schlimm [lìm, lem fast allg.; læm M. ] Adj. 1. schlimm. M i r hän schlimmi Zite n vor Bf. Schlimmi M…

  4. Sprichwörter
    Schlimm

    Wander (Sprichwörter)

    Schlimm 1. Das hätte schlimm werden können, sagte der Bauer, als der Stier ihm den Bauch aufgeschlitzt hatte und er ster…

  5. Spezial
    schlimm

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schlimm I adj. 1 (übel) burt (burc, -a) 2 (unangenehm) burt (burc, -a), desplajor (-s, -a), che desplej 3 (bösartig) mal…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlimm

65 Bildungen · 61 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

schlimm‑ als Erstglied (30 von 61)

schlimmassel

DWB

schlim·massel

schlimmassel , subst. , nebenform zu schlamassel, schlammassel, s. dieses oben sp. 428. im sinne von unglück in den redensarten: wann e schl…

Schlimmbein

RhWB

schlimm·bein

Schlimm-bein n.: 1. -ǫmbE:n Pl. X-Beine Aden-Herschb . — 2. -ømbēn, Merkuriəs Schl. der Planet Merkur, weil er als Jahresregent ein schlecht…

Schlimmbertes

RhWB

Schlimm-bertes -ømbEətəs ( Hubert ) Rhein-Meckenh m.: verächtl. einer, der die Beine nach Art der Kühe nach aussen wirft.

schlimmbessern

DWB

schlimm·bessern

schlimmbessern , verb. verschlechtern in der absicht zu verbessern, auch verschlimmbessern: verschlimmbesserte codices gab es schon früher. …

Schlimmchen

RhWB

schlimm·chen

Schlimmchen -e·m.χə, Pl. -χər n.: 1. verächtl. a. einer mit einem schiefen Bein Köln-Stdt . — b. Schlaumeier ebd. — 2. Türangel Aden-Nohn ; …

Schlimme (der)

Wander

schlim·meder

Schlimme (der) Wenn man die Schlimmen für gut hat, so bist du der best. – Chaos, 1060.

schlimmen

DWB

schlim·men

schlimmen , verb. zu schlimm, schlimm machen oder schlimm werden Campe, in letzterem sinne schweizerisch Stalder 2, 329 . Hunziker 223 , in …

Schlimmer

ElsWB

schlim·mer

Schlimmer [ʿSlimər Wh. ] m. Splitter. s. auch Schliffer III.

schlimmeren

LothWB

schlim·meren

ElsWB PfWB RhWB schlimmere n intr. v. fast allg. gleiten auf dem Eise, schlittern: M'r gehn uf's Is schlimmere. — ElsWB els. 2, 463 schlimer…

schlimmerer

DWB

schlim·merer

schlimmerer , m. zu schlimmern, et verschlimmerer, corruptor, malefactor, adulterator, seductor, sycophanta Stieler 1852 .

schlimmereⁿ I

Idiotikon

schlimmereⁿ I Band 9, Spalte 552 schlimmereⁿ I 9,552

schlimmereⁿ II

Idiotikon

schlimmereⁿ II Band 9, Spalte 553 schlimmereⁿ II 9,553

schlimmern

DWB

schlim·mern

schlimmern , verb. zu schlimmer, comparativ von schlimm. 1 1) schlimmer machen, in heutiger schriftsprache nur im compositum verschlimmern g…

schlimmern II

RhWB

schlimmern II = Eisbahn schlagen s. schleimern.

schlimmern III

RhWB

schlimmern III -i- vereinzelt Siegld-Freudenbg schw.: et schlimmert mir für den Ogen es schimmert.

Schlimmert

RhWB

schlim·mert

Schlimmert -e·m.-, Pl. -tə m.: verächtl. 1. ein schwächlicher, armseliger Mensch, der sich kaum auf den Beinen hält Daun-Dreis Boxbg Neroth …

schlimmerung

DWB

schlim·merung

schlimmerung , f. zu schlimmern, schlimmer machen, werden, heute wie dieses nur in zusammensetzung mit ver-, schlimmerung, et verschlimmerun…

schlimmes

DWB

schlim·mes

schlimmes , n.? ein kleines sichelförmiges messer zum beschneiden der weinstöcke Klein provinzialwb. (1792) 2, 122 ( Coblenz ). Jacobsson 7,…

schlimmeⁿ

Idiotikon

schlimmeⁿ Band 9, Spalte 552 schlimmeⁿ 9,552

schlimmgesinnt

DWB

schlimm·gesinnt

schlimmgesinnt , adj. , substantiviert: die neutralen fingen an zu wanken, die getreuen zu verzagen, nur die schlimmgesinnten hatten muth. S…

schlimm als Zweitglied (2 von 2)

hauptschlimm

DWB

haupt·schlimm

hauptschlimm , adj. in hohem grade schlimm: was uns vergnügen sol, musz entweder hauptgut oder hauptschlim sein. Chr. Weise abs. com. 303 ; …

stocksteiⁿschlimm

Idiotikon

stocksteiⁿschlimm Band 9, Spalte 549 stocksteiⁿschlimm 9,549 u.

Ableitungen von schlimm (2 von 2)

schlimme

DWB

schlimme , f. zu schlimm, schiefe ( vgl. schlimm 1), veraltet, ahd. slimbi: crehti alde crumbi unde daʒ tien gelich ist, so slimbi ist unde …

Verschlimmen

Campe

Verschlimmen , v. I) trs . schlimm machen, was noch nicht schlimm war. II) ntr . mit sein , u. rec . Sich verschlimmen , schlimm werden. D. …