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Schap

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Schap Pl., n.

Bd. 5, Sp. 1242
Wossidia MeckWBNSchap Pl. Schap, seltener Schœp n. Schaf, enger das weibliche I. Sachliches 1. das Schaf und seine Namen: es wurde früher zum erstenmal mit 2 Jahren gedeckt; kam 'gewöhnlich erst im dritten Herbste zum Bock' Land. Ann. 1824, S. 640; heute bereits mit 15 bis 18 Monaten; 'die gewöhnliche Zeit des Lammens fällt in die Monate Januar, Februar und März' 647; die Trächtigkeit beträgt 150 Tage; das Mudderschap wirft in der Regel ein, manchmal 2 Lämmer; über deren Namen nach Geschlecht, Alter u. a. s. Lamm (Bd. 4, 812); man läßt es 14 Tage ganz bei der Mutter, nachher dreimal täglich Monschr. 2, 867; Entwöhnung dann nach 16 bis 20 Wochen, bei dürftigen Weidegründen jedoch erst nach Eintritt der Stoppelweide (s. unt. c) Land. Ann. 1824, S. 663; das zweijährige noch nicht besprungene Schaf heißt Titschap, ein Schaf, das beim Deckakt nicht tragend geworden ist und abermals gedeckt werden muß, Ümbucker; der Schafbock heißt Buck, Schapbuck, ein verschnittener Bock Hamel (über ihn Bd. 3, 411); 'das Hämeln oder Kastrieren der Böcke muß geschehen, wenn die Lämmer vier bis acht Wochen alt sind' Land. Ann. 1825, S. 387; ein Bock mit nur einem oder ohne sichtbaren Hoden heißt Lurbuck (Bd. 4, 1024) oder Urbuck; Säuker, Säuk(er)-, Rutsäuker-, Utsäuker-, Probierbuck, vereinzelt auch Kör-, Spor-, Snüffelbuck ist ein Bock, der die brünstigen Schafe heraussuchen, aber nicht bespringen soll; neben anderen Kennzeichen, wie Kerben oder Tätowierung (s. unt. 4) unterscheidet man die Schafe bis zum 4. Jahr nach der Anzahl ihrer großen Schneidezähne, die nur im Unterkiefer sitzen und die Jahr auf Jahr paarweise die Milchzähne ersetzen (schichten): mit 1 bis 1½ Jahren wird es tweitähnig, dann vier-, söß- und schließlich mit 3½ bis 4½ Jahren achttähnig, -tähnt und ist dann vullsettig, -sett't, -tähnig bei nun insgesamt 32 Schneide- und Backenzähnen; bis dahin steigt die Wollergiebigkeit; man merzt die Schafe aus, wenn sie ihre Zähne verlieren: Merz, Merzschap; im 19. Jh. war 4jähriger Umtrieb üblich, unabhängig vom Zahnausfall bei dann nachlassender Wollergiebigkeit; neben der Unterscheidung nach Rassen (s. unt. 4) bezeichnet man die Schafe gemeinhin auch nach ihrem Vlies, welches als drang'-, dick-, fast- und finwullig geschätzt wird, während es weniger gilt, wenn es los'-, groff-, rug'-, lang-, kort- und hoorwullig ist, vgl. Wull. 2. Mecklenburgs Schafhaltung in älterer Zeit a. Entwicklung: das Schaf wurde wegen seiner Anspruchslosigkeit und seines vielseitigen Nutzens immer geschätzt und bei der alten extensiven Wirtschaftsform und auf mageren Böden dem Rindvieh vorgezogen; die mittelalterlichen bäuerlichen Wirtschaften hielten es für den Eigenbedarf an Wolle und Fleisch in kleinerem Umfange; mit der Herausbildung der Gutswirtschaft im 16. Jh. setzte im Land eine größere Schafhaltung ein, die nach dem 30jährigen Kriege noch beträchtlich zunahm; Verordn. von 1606 besagt, 'daß, der vier Hufen Landes auf einer gemeinen Feldmarck hätte, eine Schäfferey daselbst anzulegen wolbefugt sey' Mantz. Sel. 1, 5; über die verschiedenen Formen und Besitzverhältnisse s. Scheper I 1 a, b; den Hauptnutzen gab, bei nun auch gesteigerter Wollnachfrage, die Düngung mit dem wertvollen Schafkot ab; dazu waren die Schäfer verpflichtet, den Hürdenschlag (s. Hörd, Hördenslagg, Bd. 3, 808) täglich fortzuschlagen, vgl. Butenslagg (Bd. 2, 166); noch bis in das 19. Jh. hinein verlor das Hürdenlager wenig an Bedeutung; es wurden 'jährlich ungefähr sechs Tonnen Landes von hundert Schafen hinlänglich gedüngt' Buchw. Reise 24; nach der Wolle wurden auch Milch- und Käseerzeugung angestrebt, es war 'Gebrauch ... die Schafe von Johannis bis Martini zu melken' Leng. Landw. 1, 195; hingegen war die Fleischgewinnung früher geringer geachtet; dieses Verhältnis kehrte sich im 20. Jh. schließlich völlig um (s. u.) und ließ die Schafmilcherzeugung praktisch bedeutungslos werden; bes. die Hammelschäfereien (s. unt. 4) zielten aber schon um 1800 auf Fleischerzeugung; die Einführung der Schlagwirtschaft (s. Koppelwirtschaft, Bd. 4, 560) im 18. Jh., welche die alte Drei- und Vierfelderwirtschaft ablöste, brachte mit ihren hochwertigeren und größeren Weiden (s. unt. c) zunächst ein mächtiges Aufkommen der Holländereien (s. Hollänner, Bd. 3, 760) mit sich, denen die Schäfereien Platz machen mußten. Bis dahin kannte Mecklenburg nur das gewöhnliche kleine rauhwollige Landschaf, das nur wenig und minderwertige Wolle lieferte; den entscheidenden Einschnitt machte dann vom Ende des 18. Jhs. an die Veredlung der mecklenburgischen Schafe durch Einfuhr spanischer Merinos, auch unter dem Namen Elektoralschaf und Negretti, über Sachsen, Österreich und Schlesien und aus Spanien direkt; meistens wurden feinwollige Böcke eingeführt, seltener Mutterschafe in größeren Mengen; den wirksamen Beginn machte v. Moltke auf WaWaren@SchorssowSchorss mit dem Ankauf einer spanischen Mutterschafherde; wohl die ersten Böcke wurden aber schon vorher in GüGüstrow@WolkenWolk eingeführt, als berühmtester 1814 Napoleon nach Rogg, 'selbst ... nur klein, von grämlichem, tückischem Ansehn' Leng. Landw. 1, 208; 1769 wurden die Domänen angehalten, fremde, feinhaarige Widder zur Verbesserung der Wolle anzuschaffen Bär. Ges. 4, 1, 528; 1820 dominiert das Edelschaf dann schon eindeutig, wenn auch das Landschaf noch bis in jüngste Zeit bei den Bauern und in den Kleinstädten anzutreffen war; durch Einkreuzung franz. Rambouillets wurde im 19. Jh. das Merinofeinwollschaf weiter herausgezüchtet; die Blütezeit der meckl. Schafhaltung lag zwischen 1820 und 1870 bei gleichzeitiger Rückentwicklung der Holländereien; anfangs wirkte fördernd die Getreideabsatzkrise im Gefolge der Napoleonischen Kriege und der englischen Kornbill, die zur zeitweiligen Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion zugunsten der Viehzucht nötigte; Schafherden von 1500 Tieren waren auf mittelgroßen Gütern nicht selten; 'auf den Brachfeldern und den drei Buten-Schlägen grasen 800 bis 1000 Schafe' (MaMalchin@DölitzDölitz 1782) Buchw. Reise 61; 'ein mecklenburgisches Gut von 100 Last hat 1300 Schafe (Negretti) bei 400 Kühen' Arch. Landesk. 1853, S. 321; PaParchim@WeisinWeisin, ein Gut von nur 200 Last hatte 1851 eine Stammschäferei (s. u. 4) von 1600 Schafen: 600 Negrettis und 1000 Mestizen bei 100 Kühen und 24 Pferden ebda 330; die Kerngebiete mit den edelsten Herden waren die Güter um Gü, wo in Rogg und Stries die Pogges bahnbrechend wirkten, MaMalchin@TeterowTeter und in Sta; weitere Namen bei Hempel Geogr.-stat. hist. Handb. d. Meckl. Landes 1842, S. 167 und Struck Säug. 27. Mit der gesteigerten rentableren Einfuhr überseeischer Wollen verlor später die meckl. Schafhaltung wieder ihre hervorragende Bedeutung, mit welcher sie an 4. Stelle unter den deutschen Staaten gestanden haben soll (1851), indem sie ihrerseits Zuchttiere ausgeführt hat: 1827 errechnete man einen Schafbestand von 1xa0694xa0000 im ganzen Lande Hempel 168, 1863 noch von 1xa0417xa0280 Raabe Vaterl. 2, 112 und 1873 von 1xa0322xa0000, 1913 nur noch 427xa0300 und 1936 257xa0380 Mag. 473; noch 1865 hatte auf den Domänen in der Viehzucht die Schafhaltung deutlich überwogen Arch. Landesk. 15, 570; nun ging auch die Größe der Schäfereien zurück; unter den neuen Gegebenheiten führte die Zucht im 20. Jh. zum Merinofleischschaf, das für die Ausfuhr bestimmt war; mehrere meckl. Güter wie SchwKirch Stück, Gü@GGrabow und Sta Stargard@BallinBall gewannen noch einmal eine in Deutschland maßgebende Stellung. b. die bäuerliche Schafhaltung stand hinter der der Güter weit zurück; die Schafe waren mit der Schweinshut vereinigt oder von eigenen Hirten gehütet (1654) Spald. Land. 3, 223; 'Schäfereien von mehreren Hundert Schafen sind nicht nur auf den Gütern eingeführt, sondern die Dörfer haben sich nun auch nach der Regulierung solche angeschaft' Monschr. 1788, S. 14; stellenweise war die bäuerliche Haltung nicht ganz unbedeutend: de Buern hadden bet 200 Schap, spaansch un ok rug' (um 1900) StaStargard@TriepkendorfTriepk; in Wi Wismar@BüschowBüsch waren es um 1850 Herden von 30 bis 40 rauher Schafe Schildt 34; in WaWaren@GrabowGrabow waren sie zu einer Herde vereinigt. c. ihre Weide fanden die Herden in der Periode der Dreifelderwirtschaft auf den Gütern nicht nur im herrschaftlichen Bezirk selbst und auf der Allmende sowie unkultivierten Flächen und Hölzungen, sondern auch auf den Feldern der hintersässigen Bauern: den großen Brachen und der Stoppelweide. Die Verkopplung schränkte die absolute Schafweide stark ein; in der ersten Jahreshälfte konnten ihr jetzt hauptsächlich nur noch die kleiner gewordenen Brachschläge (Brak) dienen, nach deren Umbruch um Johanni die minderen, nicht für das Rindvieh bestimmten Weide- (Dreisch) und Außenschläge, welche Jahreszeit die dürftigste Futterzeit war (vgl. Schapfasten); doch in den Jahrzehnten der größten Schafhaltung nach 1800 wurden den Schafen unter Beschränkung der Rinder auch bessere mit Klee, Schafschwingel, engl. Raigras, Timotheegras u. a. besamte Dreeschweideschläge überlassen. Nach der Getreideernte folgte im Jahresablauf die Zeit der ergiebigen Weide auf den Stoppelfeldern, woran sich endlich noch die Saatweide anschließen konnte; wenn nicht tiefer Schnee und starke Kälte die Schafe in den Ställen hielt, währte die Saathütung auch den Winter über; diese wurde schon seit alters betrieben und ist, fachgerecht geübt, der Saat nur von Vorteil; die älteste meckl. Schäferord. von 1578 verlangt dafür gefrorenen Boden und setzt ihren Beginn nach Auflaufen der Saat, ihr Ende mit Lichtmissen (s. d.) fest, später galt die Zeit bis Marien (s. d.) für zulässig, Ferb. Landg. 204; hinter der Saatweide trat die Waldweide noch zurück. Nach der üblichen Berechnungsnorm konnte man in der meckl. Koppelwirtschaft auf der Dreeschweide für eine Kuh 10 Schafe halten; 20 bis 30 Quadratruten, im Jahresdurchschnitt gerechnet, ernährten ein Schaf; Brachweide waren schon 60 bis 70 Quadratruten nötig, während 200 bis 250 Quadratruten Stoppel und 190 bis 230 Quadratruten Frühlingswiesenhütung veranschlagt wurden; Land. Ann. 1824, S. 642 errechnete danach für ein Gut von 120xa0000 Quadratruten, welches in 6 Schlägen lag, die mögliche Größe der Herde auf gut 1500 Schafe; 'auf 100 Schafe wird 1 Last (s. Last 1 c) Braache und 48 Schfl. DreschWeide gerechnet' N. Monschr. 1792, S. 199; in der Dreifelderwirtschaft hatte man 40 Quadratruten Abtrift, Anger und Raine, 240 Quadratruten Feldmark und 70 Quadratruten Heide ohne Schonungen für ein Schaf annehmen müssen. d. der Genügsamkeit der Schafe entsprach die Stallfütterung im Winter: 'in Mecklenburg ... verzehren die Schafe nur Strohfutter' Buchw. Reise 24; 'die Winter sind im Amte (WiWismar@NeuklosterNKlost) so gelind, daß die Schafe fast beständig ihr Futter draußen suchen können, die wenigen Wochen aber, da das Feld mit Schnee bedeckt ist, werden sie mit Erbsen- und Rogkenstroh und wenigem Heu gefüttert' Monschr. 1788, S. 14; Schum. veranschlagt für den Winter auf 100 Schafe 2 Fuder Heu, 4 Fuder Erbsenstroh, 4 Fuder Roggenstroh Vieh. 313; Stroh blieb das 19. Jh. über Futterbasis, wenn auch stellenweise dem Häcksel geringere Mengen Saftoder Kraftfutter beigegeben wurden; während der Getreideabsatzkrise empfahl sich auch Stallfütterung mit Getreide im Sommer: 'ganz gewiß befindet sich das Schaaf in einem guten Zustande, wenn ihm im Sommer täglich gereicht wird 12 bis 16 Loth Getreide neben trockner Stallfütterung' Land. Ann. 1825, S. 477. e. Wollmärkte fanden in Ro, StaStargard@NeubrandenburgNBrand, ein weniger bedeutender in HaHagenow@BoizenburgBoiz und der größte in Gü statt, dort auch die jährliche Schafschau; zwischen 1837 und 1846 wurden jährlich in Gü und Ro von 613 Ortschaften 58xa0726 Stein à 22 Pfund Wolle für 657xa0906 Taler Gold verkauft, in StaStargard@NeubrandenburgNBrand zwischen 1827 und 1833 jährlich 14xa0580 Stein von 127 Gütern; viel Wolle ging nach dem Berliner Wollmarkt und Hamburg; von der Tuchmacherstadt WaWaren@MalchowMalch abgesehen, war der Bedarf für inländische Manufakturen unbedeutend; über Wollklassen, -ertrag und den Gewinn s. sonst Wull. f. Preis, Pacht, Nutzen, Steuer; Preis: 'ein alt Schaff 6 schilling' Hed. D 4b; 'für fette Hammel (Negretti) werden pr. Haupt durchschnittlich 3 Thlr. 8 ßl. bezahlt' Arch. Landesk. 3, 321; Gewinnrechnung einer Hammelschäferei Eng. Landw. 303; die Pacht wurde jeweils für 100 Schafe berechnet und betrug 'ohngefehr ... 30 Rthlr.' Eng. Landw. 1, 320; 'auf guten Feldern ... 40 und 45 Rthl., auf schlechteren ... 20 bis 25 Rthl. N2/3' Ferb. Landg. 205; '20 Rthl.' N. Monschr. 1, 199; 'der Schäfer (giebt) für das Hundert Schaafe dreyßig Thaler Pacht' Land. Ann. 1805, S. 150; '100 Rthlr. N2/3' N. Strel. Anz. 1816, S. 62b; 'die 100 Stück Schaafe werden mit Inbegriff des Schäfer-Antheils und des Knechts-Viehes von 40 Thlr. bis 80 Thlr. nach dem Grade der Veredlung veranschlagt' Tax.-Ord. von 1825; Weiteres s. Scheper; genaue Berechnungen 'Was bringt ein Schaf in Mecklenburg ein?' zusammengefaßt bei Leng. Landw. 1, 279; günstig Land. Ann. 1823, S. 718; vgl. Wull; Contribution für das Scharrenschlachten 'von einem Hammel, Ziege, Bock od. Schaf 4 ßl' Bär. Gr.-Ges. 1, 810; für das Hausschlachten entsprechend 3 ßl 811. 3. Ende des 18. Jhs. setzt ein reiches landwirtschaftliches Schrifttum über die Schafhaltung in Mecklenburg ein, welches im letzten Drittel des 19. Jhs. wieder abebbt; ausführliche Darstellungen bieten bes. Eng. Landw. 1, 295; Buchw. Reise 21; Monschr. 1789, S. 859; L. H. H. V. Engel, Die Schäfereien im Sächsischen Erzgebirge und in Mecklenburg 1791; Land. Ann. 1824, S. 609; Leng. Landw. 1, 194; Arch. Landesk. 1865, S. 570; dazu noch wichtige Angaben u. a. in Nützl. Beitr. 1768, S. 193; Langerm. 399; Siemss. Nat. 2, 280; Ferb. Landg. 15; 203; Schum. Wirtsch. 38; Ann. Landw. 1805, S. 147; Nützl. Beitr. 1816, S. 97; Land. Ann. 1823, S. 225; 1825, S. 371; öft.; 1826, S. 274; 1853, 2, 28; 1859, 2, 157; Gem. Arch. 1851, S. 399; Arch. Landesk. 1861, S. 321; vgl. Mag. öft. und Jacobeit Schafh. 4. die Schafhaltung nach der Jahrhundertwende erfaßt der meckl. Fragebogen von 1930: a. als Kerngebiete zeichnen sich Sta, danach Gü@ und Ma@ ab, während Ha, Schw, Schö und Lu@ insgesamt nur schwach vertreten sind; deutlich wird allgem. die Rückläufigkeit; die Herden, fast ausschließlich Edelschafe, gehörten den Gütern und wurden von einem Schäfer (Schepermeister, Scheper) und seinen Leuten (Scheperknecht) betreut, die in Diensten des Gutes standen; daneben blieb oft auch die bäuerliche Schafhaltung und die kleinerer Eigentümer, sowie der Ackerbürger in geringerem Umfang erhalten, bes. um des Fleisches willen; hatten die Tagelöhner Schafe (Dörpschap), so weideten sie in den Gutsherden mit (StaStargard@WarlinWarl). An Schafrassen werden gemeldet: das NegrettiSchaf noch vereinzelt, häufiger Rambouillets, überwiegend aber Merinos als Kammwoll- oder Fleischschafe und daneben verschiedene englische Fleischschafrassen, wie die kurzwolligen Oxfordshires, Shropshires, Hampshires und die langwolligen Dishleys, diese öft. nur 'englische' genannt; Rassenangaben vielfach in entstellten Wortformen; oft Angaben nach Art oder Farbe der Wolle, wie swartköppt, das sind englische Fleischschafe, witt, finrassig, fin Schap; die im Kleinen gehaltenen Landschafe werden als rug' Schap oder Buerschap bezeichnet, wozu die öft. gemeldeten Heidsnucken; nur selten vermerkt werden die Melkschap. Untergebracht waren die Schafe auf den Gütern im Schapstall (s. d. mit Abb.), auf den Bauernhöfen, die nur selten einen solchen hatten, bei den Kühen in einer besonderen Bucht (Schapbucht) in der Afsit oder im Vörschuer des Bauernhauses (s. Däl1, Bd. 2, 221) oder der Scheune. Der Gutsschafstall wurde nur einmal im Jahr ausgemistet und deshalb mit der Zeit immer niedriger; in den Dung schlug der Scheper die Hördenpœhl zum Dörchbuchten des Stalles für die einzelnen Abteilungen der Herde; 3 Hauden, näml. Mudderschap, Titschap und Jöhrlings und die Lämmer wurden getrennt gehütet und gefüttert StaStargard@WarlinWarl; Jöhrlings und Titschap hütete der zweite, die Mudderschap der erste Scheperknecht, die Lämmer der Schepermeister selbst auf der besten Weide ebda; der Schäfermeister hatte die Mudderschap, ein Knecht die Hamel Rogg; Schönb; morgens 9 Uhr, wenn das Feld abgetrocknet war, wurden dort die Schafe herausgelassen; Stallfütterung aber bei Regenwetter; in der Zeit der Stallfütterung bekamen die Schafe früher 4 bis 5mal, später 2mal Futter, neben Heu und Stroh, bes. Erbsstroh, nun auch schon Saftfutter: Runkeln, Wrucken, Rübenblatt, und gelegentlich etwas Kraftfutter; während die Herde noch im Stall war, wurden mit einem Strohwisch die Raufen gesäubert, dann kamen die Schafe heraus, nur die Lämmer durften im Stall bleiben, und der Scheper schaffte unter dem Arm das Futter herbei und steckte es up dei Röpen (s. die Abb. unt. Schapröp); die Forke war aus dem Stall verbannt; dann wurden die Schafe wieder hereingelassen; bei Fütterung mit Wrucken usw. fraßen sie zunächst diese aus dem Trogg, danach dann das Rauhfutter; die Röpen wurden ständig im Stall versetzt, damit der Dung gleichmäßig an Höhe zunahm; in StaStargard@WarlinWarl fraßen immer 25 Tiere an einer Röp; bei früherer häufigerer Fütterung bekamen die Schafe abends gewöhnlich nur Stroh. Die Ähnlichkeit und große Anzahl der Tiere verlangt ihre Kennzeichnung, die meistens an beiden Ohren vorgenommen wurde: man kerbte sie nach bestimmten Systemen ein (s. Karr1, Bd. 4, 131), lochte oder tätowierte sie; die Zeichen sagten das Alter, den Eigentümer oder auch die Wollklasse an, in welche das Schaf eingestuft war, wozu man gewöhnlich das rechte Ohr nahm; Eigentumskennzeichnung war bes. bei städtischen Herden nötig; statt der Ohrkerben bediente man sich dabei gern bunter Bänder, die um den Hals oder ins Ohr gebunden wurden, sowie Farbzeichen oder Teerstriche auf Rücken oder bestimmten Körperteilen; seltener dienten dazu dort Halsglocken; bezeichnet wurden auch die Schafe der Tagelöhner in der Gutsherde; andere Kennzeichen waren Holzmarken, die man auf dem Rücken in die Wolle band; in den Stammschäfereien schnitt man dem Güüstschap ein Stück vom Ohr ab. b. die lebhaftesten Zeiten in einer Schäferei sind die Lammtit (s. d., Bd. 4, 816 und Scheper) mit dem anschließenden Hämeln (s. d., Bd. 4, 414) und die Schapschertit mit der voraufgehenden Schapwasch; nach dem Lammen können die Mudderschap für kurze Zeit gemolken werden (s. Schapmelkstit); man setzte sie dabei auf einen Eimer oder Melktuppen, eine Person mußte das Schaf festhalten, während durch die Hinterbeine gemolken wurde: soväl Melker, soväl Höllers StaStargard@WarlinWarl; dreimal würden de Schap melkt, denn wir Schluß ebda; über 8 Tage lang RoRostock@MarlowMarl; von der Milch machte man Schapkes'; allgem. wurde aber vom Melken abgesehen; das Hämeln der 3 Wochen alten Bucklämmer besorgt der Scheper; er stutzt auch die Schwänze: de Mudderschap würd' de Swanz afsnäden StaStargard@WarlinWarl, in den Stammscheperien auch den Böcken; über die verschiedenen Arten der Schäfereien s. Scheper I 1 b. Der Schafschur ging seit dem vor. Jh. vielfach, jedoch nicht überall und mit der Zeit wieder seltener die Wäsche voraus: am Vortage oder Vorabend wurden die Schafe inweikt, indem man sie ins Wasser warf oder durch das Wasser trieb, am nächsten Tage dann gewaschen; in Mecklenburg geschah das gewöhnlich im Teich, See oder Wasserloch in der sog. Schapwasch, Wasch, Schapswemm, seltener in fließendem Gewässer: in fleiten Water ward de Wull blag' GüGüstrow@EickelbergEick; für die Arbeit brauchte man mehrere Leute, Männer oder Frauen; der Scheper selbst hatte meistens nur die Aufsicht; bei der Wäsche mußten die Schafe schwimmen, die Wäscher standen im Wasser und hatten auch darauf zu achten, daß den Schafen kein Wasser in Maul oder Ohren geriet: de Kopp ward mit de linke Hand œwer Water hollen, mit de rechte Hand ward de Wull utdrückt MaMalchin@StavenhagenStav; GüGüstrow@ZepelinZep; häufiger ist das Krücken (s. d., Bd. 4, 696) bezeugt: mit einer Krück oder einem Hœkel hielten Krücker von einem Steg aus, auf dem die Wäscher in Reihe bäuchlings manchmal auf Strohsäcken lagen und sich das Schaf von Hand zu Hand weiterreichten, ihre Köpfe über Wasser und leiteten die bei der Wäsche ermatteten Tiere ans Ufer; am günstigsten war es, wenn es 2 parallel laufende Stege gab, auf dem einen konnten ein oder mehrere Krücker stehn, ihnen gegenüber die Wäscher liegen MaMalchin@Hohen DemzinHDemz; gewöhnlich lagen sich aber die Wäscher paarweise gegenüber, wobei die einen die Wolle am Kopfende, die andern am Schwanzende ausdrückten: die Schafe wurden ins Wasser geworfen und vom Zubringer zum ersten Wäscherpaar gekrückt, dann nach der Wäsche aus den Händen des letzten der 3 bis 8 Paare, der Gotwascher (StaStargard@WatzkendorfWatzk), vom Abnehmer am schrägen Utlop an Land gezogen GüGüstrow@LiessowLiess; SchwSchwerin@Langen BrützLBrütz; Ma Malchin@LelkendorfLelk u. öft.; das Schapwaschen wurde als Dörpfest angesehn; eine in Wa@Bülow hinter dem Teich im Graben errichtete feste Schafwäsche für je 6 und 6 Wäscherinnen, die sich in tieferen trockenen Rinnen daran gegenüberstanden und jeweils bestimmte Körperteile zu waschen hatten, wobei sie 60 Schafe in der Stunde versorgen konnten, schon beschrieben Land. Ann. 1822, S. 431; dieses Schapswemmen war 1825 in Mecklenburg noch nicht allgem. üblich; es gab aber ein anderes Krücken, wobei die Schafe mit der Krücke so oft untergetaucht wurden, bis sich das Wasser nicht mehr trübte 1826, S. 19; 1825, S. 392; als vollgültiger Ersatz für eine 'Seifenwäsche' galt die Wäsche mit einer Spritze (s. Schapsprütt) 1831, S. 48; Arch. Landesk. 1853, S. 323; während solche Verfahren für die großen Herden galten, wurden die Buerschap und die anderer kleinerer Schafhalter gewöhnlich in einem Küben gewaschen, wie man es auch gegen Ungeziefer übte, wo man sonst nicht mehr wusch; nach der Wäsche mußte man mit der Schur so lange warten, bis das Vlies völlig durchgetrocknet war; später wurde die Schafwäsche als zu aufwendig und unnötig eingestellt: de Schap warden swart scheert, die Wolle ungewaschen aufgekauft. Das Scheren besorgten auf den Gütern früher die eigenen Leute, meistens die Daglöhnerfrugens und Hawdierns, aber auch die Männer; dat Schapscheren wir 'n halben Festdag, denn gew dat Swienskopp un dicken Ris mit Streuzucker WiWismar@Hohen NiendorfHNiend; seit dem ersten Weltkrieg überließ man es immer mehr berufsmäßigen Schapscherers (s. d.), die sich im Lande als Scherkolonnen unter einem Schafschermeister oder Vörscherer anboten; sie kamen hauptsächlich aus Sachsen (Sachsengänger, -mäken), Thüringen und dem Magdeburgischen; ergänzten sich auch durch Mecklenburger; selten nur war das Scheren Aufgabe des Schäfers selbst LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; Horst; in den Kleinstädten nahm sich der Scheper dazu Leute an, welche die Schafhalter bezahlen mußten MaMalchin@NeukalenNKal; gearbeitet wurde mit der Schapschir (s. d.); 16 bis 18 Stück schaffte der Scherer am Tag, bei der späteren Maschinenschur bis zu 90 StaStargard@WarlinWarl; für die Schur band man die Beine der Schafe zusammen ebda; das in einem Stück heruntergeschorene Vlies wurde auf einen Lattentisch gelegt und ausgeklopft, wenn die Schafe nicht gewaschen waren; es folgte das Locken (vgl. Lock f., Bd. 4, 953), das Abtrennen und Aussortieren der minderwertigen Wolle von Beinen, Bauch und Kopf, die etwa ¼ des Fells ausmacht; s. auch Wull; während der Schur mußte eine Person die Exkremente zusammenfegen, der Kœtelfäger; Syn. s. Schapschitfäger; seitdem das Edelschaf hier heimisch ist, wird nur einmal jährlich, gewöhnlich im Mai, Anfang Juni, geschoren (s. Schapschertit), die Landschafe schor man früher zweimal. c. als häufigste Schafkrankheiten werden genannt: Mad'-, Modder-, Dreckhink(e), -muk, -sük 'Moderhinke', auch einfach Klabensük, wie Sük allgem. für ansteckende Krankheiten gelten kann, Bratsutt 'Bradsot', eine Leberkrankheit, Läwerägel oder Ilenkrankheit, Schapilen Erkrankung durch den Leberegel, Lungenworm Lungenwurmbefall, Lähm, Lämmerlähm hauptsächlich bei Lämmern auftretende Lähmung; als bes. auffällige Erkrankung hat die Drehkrankheit zu vielen Bezeichnungen geführt: narrsch, rammdœsig, koppdumm, Dreihkrankheit, Dummkuller, als Ursache, die Hundebandwurmsfinne im Gehirn, nennt man den Dreih-, Brägenworm, die entstandene Flüssigkeitsblase Dumm-, Drœhn-, Schapblas', und man suchte die drehkranken Tiere durch Drœhnen oder Dœmeln zu heilen (beschrieben ob. Drœhnblas', Bd. 2, 516), oder man bohrte mit nicht mehr Erfolg den Schädel zur Blase hin an, stach die Schapblas' an, oder: dei narrschen Schap krigen einen vör 'n Kopp LuLudwigslust@LeussowLeuss; oder der Aderlaß sollte helfen; der Kopf der verendeten oder geschlachteten Tiere wurde verbrannt oder vergraben, am besten jenseits der Scheid'; andere Krankheiten u. a.: blautarm, Blaut- oder Darmslagg, Hartwater, Melkfeewer, Mulgrind, Rotz, Ruusch- oder Schirbrand, Üderbrand und das Wullproppen der Lämmer; für die Blähsucht gab es viele Ausdrücke, s. upblasen; im 19. Jh. waren noch die Schappocken sehr verbreitet, daneben die sog. Schaffäule, Wassersucht, Traberkrankheit, wohingegen die Rüd' Räude lange als ein hinzunehmendes ertragbares Übel angesehn wurde, vgl. Smerschap; die erkrankten Tiere behandelte der Scheper selbst, wobei er sich gern geheimer Mittel bediente. d. das Schaf als Wetterprophet: sein Verhalten kündet Wetteränderung, bes. den Übergang zu schlechtem Wetter an; Gewitter und Unwetter stehn bevor, wenn sich die Herde zusammendrängt, die Köpfe nach unten, wenn die Schafe unruhig sind, danzen, hüppen, springen, rümtoben, lustig sünd, sick stöten, wenn sie mit erhobenem Kopf gegen den Wind snuben oder kröchen und gegen den Wind grasen und großen Durst haben; während gutes Wetter bevorsteht, wenn sie abends zeitig aufhören zu grasen und wenn sie ruhig sind; Blarren, stärkerer Geruch und nasse Wolle sind Anzeichen für Regen, hauptsächlich aber, wenn sie große Freßlust zeigen und wiß un sicher fräten, sonderlich abends. Brauch und Aberglaube wurden überall geübt, um die Herde gedeihen zu lassen und durch Abwehrzauber vor Unheil zu schützen; das galt bes. für den ersten Austrieb im Frühjahr, wobei man den Montag, manchmal auch Freitag, selten den Donnerstag mied und den Dienstag, seltener den Freitag und Sonnabend bevorzugte; auf die Stallschwelle oder vor die Stalltür legte der Scheper gern Krüzduurn oder auch eine Waterdracht, kreuzweise Forke und Besen, eine Axt oder ein Beil, ein Hufeisen und ließ die Schafe darüberlaufen oder -springen; auch schlug man 3 Kreuze an die Stalltür oder steckte Krüzduurn über sie; wenn jem. beim Austrieb zusah, hieß es: lick s' in 'n Noors, verraup s' ok nich; bezeugt ist ferner für den ersten Austrieb: de Scheper bekrüüzt de Schap, er bruukt wat, spricht einen Sägen, ein Gebett; er verbleibt im Stillschweigen bis zum Felde, dort geiht hei dreimal üm de Haud' rüm un bäd't; stößt auch auf dem Dreisch mit dem Bein auf, wobei er dreimal ausspuckt; Unheil sollte auch durch vorheriges Schneiden der Klauen abgewandt werden; damit die Schafe trächtig blieben und auch nicht draußen lammten, durfte der Scheper beim Decken, welches nicht montags beginnen sollte, nicht die Hände in den Hosentaschen halten; er schlug das Schaf mit der Mütze, stach ihm mit der Nadel oder schnitt ihm ins Ohr; ferner: Schap möten nich up 'n Twillingsdag bi 'n Buck laten warden GüGüstrow@GülzowGülz; beim Füttern in den Twölften sollte die Diern Handschuhe tragen, sonst nicht SchöSchönberg@DemernDem; ins Trinkwasser wurde ein Haselnußstrauch gelegt; beim Austrieb morgens warf der Scheper die Streu, die die Schafe an den Beinen hinausschleppten, wieder in den Stall zurück; trotz des Brauchtums nahm er vorsorglich einen Sack für Lämmer, die auf dem Felde geboren waren, mit hinaus; vereinzelt, bei Herden der Bauern, war das Lammen draußen sogar erwünscht: wenn de Scheper 'n Zifflamm mit nah Hus bröcht, so kreg' hei twei, för 'n Bucklamm drei Eier LuLudwigslust@MenkendorfMenk; dem Kopf eines geschlachteten Schafes wurden schützende Kräfte zugesprochen: er sollte Krankheiten abhalten StaStargard@RoggenhagenRogg; wurde ins Ulenlock gelegt, um Glück zu bringen SchöSchönberg@TeschowTesch; er schützt, an der Stalltür angebracht, vor Gewitter und bringt Glück RoRostock@TressentinTress; meistens war es aber nur noch ein zweckfreier Brauch, Schafköpfe aufzuhängen: über der Tür des Schafstalles, an den Giebelenden der Bauernhäuser, in der Scheune, am Dielenpfosten, im Keller; die Schädel wertvoller Zuchtböcke wurden in Stammschäfereien über dem Stalleingang zum Andenken aufgehängt SchöSchönberg@ArpshagenArpsh; ungewöhnlich: 'n Kopp von 'n narrsch Schap schützt die andern vor der Krankheit; um Lämmer vor der Drehkrankheit zu schützen, schnitten ihnen die Frauen am Tage vor der Wäsche 'n Krüz in de Wull vör 'n Kopp Lu; sonnabends sollte man nicht spinnen, sonst würden die Schafe narrsch StaStargard@WulkenzinWulk; ein schlimmer Finger, einem swart Schap in 'n Noors stäken, wurde geheilt. e. öft. dienten Schafköpfe zum Aalfang: ein Sack wurde so über dem Kopf zugebunden, daß das Maul nach innen zeigte; die Aas liebenden Aale krochen dann durch die Slœk in den Sack hinein. f. die Stimmen der Schafe: sie blarren und blöken, -ä-, seltener nennt man es den Lauten nach bahen, -ä-, bölken, garren, mähen, quarren, roren, schrien; die Stimmen werden zu vielen Wechselreden zwischen Lamm und Mutterschaf, Lamm und Bock, Lamm und Hammel und Rufen der Schafe umgedeutet, vgl. Wo. V. 2, 382 bis 406, hier nur: die Lämmer schreien: wenn de Mai man wir!, die Mutter antwortet: wi warden 't erläben, der alte Hammel hustet: öck, öck, ick nich mihr 392 b; das junge Schaf: wenn 't man wat wir!, das alte: ward woll wat warden! LuLudwigslust@Groß SchmölenGSchmölen; Lockrufe für die Schafe: Schäpen, Schäpen! Schippen, Schippen! Schœping, Schœping! Schäpen, Brot! Häufig Anlocken durch Flöten, auch Schnalzen mit der Zunge; das Leittier wird angerufen: Hans! Lotte! kumm Peiter! usw., kumm Ollsch, Schnuck, Lämming! sollen die Schafe stehnbleiben: prr! II. weiterer sprachl. Niederschlag 1. ovis 'ein Schaep' Chytr. 359; Schap Mi 74b; Pl. Schœp (1931) MaMalchin@StavenhagenStav; (1955) LuLudwigslust@DambeckDamb; 'scap eder rint ... na eren bekweme bosniden' (1350) UB. 10, 389; 'XII styghe schap, de rekene ik als goet als XLVIII mark' (1372) 18, 131; 'III styge scap vor XI marc.' (1373) 356; 'eine scheferey mit 700 schapfe, die ... was unsere arme vieh haben sollte, alles abfreßen' (SchwSchwerin@Langen BrützLBrütz 1591) Steinm. Criv. 284; verkürzter Ausdruck: dei Schap nachts bettaukloppen das Hürdenlager durch neues Einschlagen der Pfähle weiterrücken WaWaren@Groß PlastenGPlast; Dim. Schœping allgem.; dumm Schœping dummer Mensch Wo. Sa.; älter Schäpken: he hefft sien Schepken (naviculam) up dat Dröge gebröcht, a multis de ovicula vom Schäpeken Mantz. Sel. 2, 152; übertr. Schähpken (Kätzchen des Haselnußstrauchs) Monschr. 3, 826; Schœpen im Spielreim All' min Schœpen kaamt tau Hus LuLudwigslust@LaupinLaup; im Lockruf kumm, Schœpen, kumm (1932) WaWaren@RogeezRog; s. auch unt. 3; Schœpes im Reim: Ji Schäpes (Dummköpfe: Köpers) Stillfr. Biweg 110. 2. Schäfer- und Bauernregeln: Dat Hauhn un dat Schap Ernährt sinen Herrn in 'n Slap MaMalchin@KastorfKast; Holl Immen di un Schap Un legg di hen un slap Schw Pamp; auf das Schaf als Dungspender weisen: Schap hebben sülwern Bein sie treten auch die Saat fest HaHagenow@RedefinRed; ... un 'n gollen Oorslock Lank; Arten (Erbsen) möten so stahn, dat 'n Schap mit 'n Lamm twischen liggen kann weit GüGüstrow@GülzowGülz; so auch vom Korn HaHagenow@RedefinRed; wenn Lichtmissen de Sünn in den Stall schient, ward de Schap dat Fauder knapp Wo. Sa.; Marien Geiht 't Schap tau 'n Nien LuLudwigslust@Neu LüblowNLübl; Mariennacht sall sick Schap mit Lamm ernähren StaStargard@WittenhagenWittenh; wat dei Gäus' an Gras tau Lichtmeß hebben, dat hebben dei Schap Marien RoRostock@DoberanDob; so väl Ni dat Schap an Gräun Marien finn't, finn't dei Kauh Maidag Ha; Pa; wenn de Schap so väl Klœtern an 'n Noors hebben, gifft 't 'n gaud' Plummenjohr WaWaren@JabelJab. 3. Sprww. und Rdaa.: De Appel föllt nich wit von 'n Stamm, So as dat Schap is, is ok dat Lamm WaWaren@LinstowLinst; bäter 'n Aap as 'n Schap Wo. Sa.; Abfertigung: Schap, kennst din eegen Lamm nich Firm. 3, 72a; wur is Schœpen, wenn Gras waßt? meint 'sorge in der Zeit!', vgl. Hingst GüGüstrow@BaumgartenBaumg; tröstend zu einem, der ein Loch im Strumpf hat: büst kein Schap, hackt kein Wull up Wa; oder tadelnd: drägen din Schap kein Wull? ebda; Scheuche, um die Kinder beim Dunkelwerden im Hause zu halten: bi dei Brügg' sitt 'n swart Schap LuLudwigslust@HornkatenHornk; ok swart Schap bitt de Wulf Äußerliches bietet keinen Schutz WaWaren@MalchowMalch, wie die meisten Rdaa. auf die Harmlosigkeit, Sanftheit oder Dummheit der Tiere bezogen; iron. zum gutartigen, aber etwas dümmlichen Menschen: büst unsen Herrgott sin best Schap Wa; die Rda. gedüllig Schap gahn väl in einen Stall allgem., erfährt dem Ungeduldigen gegenüber den Zusatz ungedüllig œwer noch väl mihr, auf ihr Zusammendrängen bezogen Ro; ähnl.: dor kœnt väl fram Schap in 'n Stall, unbännig œwer noch mihr Schö; ein rüdig Schap stickt de ganze Haud' an WaWaren@SchwarzSchwarz; rüdig Schap biten nich Wo. Sa.; 'Dat leste schap schit jo in den stal' Red. Ost. 1807 sprw. gebraucht, erscheint nicht eindeutig erklärbar; wer mank de Schap is, möt mit blarren Gü Güstrow@SchwaanSchwaan; abwertend: ja, denn' kenn 'ck, un wenn hei mank de Schap geiht WaWaren@EldenburgEld; Großtuerei umschreibt: Wer will frien, Hett väl Scheperien. Is de Fri erworben, Sünd de Schap verstorben Wo. Sa.; der Kœtelfägersch zugerufen: Stubenmäten, Schap hett schäten! HaHagenow@BelschBelsch; vom Herdentrieb: wenn ein Schap schitt, rög't dat anner den Stiert GüGüstrow@RecknitzReckn; wenn jem. wegen seines Gebarens einer Tat verdächtig ist: dat Schap ward woll äben schäten hebben, he krüselt den Stiert jo noch WaWaren@KraaseKraase; Trostrede für mannigfache Lage: lat 't Schap man schiten, de Wull waßt likers öft.; scherzhafter Zusatz zu lat 't riten! bei Mantz.: laht riehten: 5 Schape up eenen Wulf: bieten se em dodt, so bieten se em dodt Ruh. 18, 15; Beispielsprw.: wer 'n Narr wir, seggt oll Huddelbeck, un lett sick von 't Schap biten, wenn 'n de Holtäxt up 'n Nacken hadd' Hoef. 82; zum Ängstlichen: meinst, dat di dat Schap bitt? WaWaren@SchwarzSchwarz; em hett dat Schap bäten er ist verrückt StaStargard@WrechenWrech; Abfertigung: wat denkt 't Schap, wenn 't besni't is Ro; ähnl. öft.; dei Schap löwt nich an Gott, dei löwt an 'n Buck SchöSchönberg@CordshagenCordsh; Schafe brechen leicht aus, daher: wo 'n Frittbohr dörchgeiht, dor geiht ok 'n Schap dörch Warnk; iron.: dee weit woll, wat he drifft, wenn hei ne Haud' Schap vör sick hett RoRostock@DierhagenDierh; sin Schap int Drög' hebben seinen Gewinn bereits eingestrichen haben allgem.; s. II 1; umgekehrt: sin Schap noch nich ünner 't Drög' hebben SchwSchwerin@PampowPamp; wän sick tom Schap maakt, frett de Wulf Bri. Volkssp. 28; die Du-Anrede wird zurückgewiesen: up wecken Felln hewwen wi tausamen Schap hött Stillfr. Köst. 2, 133; vom Schlafenden: hei tellt Schap Nds. 8, 77a; scherzhafte Hoforder: sast Schap striegeln RoRostock@BörgerendeBörg; sin Schap gaut scheren seinen Vorteil wahrnehmen öft.; vorgebliche Besonderheit wird zurückgewiesen: dor warden de Schap ok man einmal scheert GüGüstrow@GülzowGülz; der Trinker (Spieler) hett 'n Schap un 'n Lamm un 'n fauderdaukschen Kittel versapen (verspäält) RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; wer übergroßen Vorteil sucht oder aus Dummheit Unmögliches begehrt, will 'n Schap mit fif Bein köpen (gripen) RoRostock@RibnitzRibn; Wi; vom ganz Dummen: dei süht jo woll 'n Schap för 'n Kommißbäcker an Wa; de Schap œwer de Brak jagen nennt man es, wenn die Kinder die Butter vom Brot lecken RoRostock@DierhagenDierh; Vergleiche: der schlecht Singende blarrt as 'n Schap HaHagenow@RedefinRed; dee sitt vull Schelmenstück as dat Schap vull Klatten RoRostock@HeiligendammHDamm; der Acker erscheint so steinreich, as wenn Schap up 'n Hümpel gahn WaWaren@JabelJab; so auch vom Sternenheer ebda; der Brummkopf murrt, as wenn 't Schap int Heu schitt Vipp; der Magere süht ut, as wenn hei mit dei Schap ut dei Röp fräten hett SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; vom überflüssigen, unangebrachten Begehren: dat wir grad', as wenn dat Schap tau de Zäg' kem un sick 'n bäten Wull utbed' SchwSchwerin@GadebuschGad; vom Verstörten: hei süht ut, as wenn em de Schap weglopen sünd Wo. Sa.; dei is verlaten as 'n verirrtes Schap SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; vielfach die Dummheit ausdrückend: 'n Kierl as 'n narrsch Schap SchwSchwerin@GadebuschGad; hei steiht dor as 'n dummes Schap WaWaren@SchwarzSchwarz; rammdœsig, unklauk as 'n Schap LuLudwigslust@LeussowLeuss; klattig as 'n afruht Schap sieht jem. aus, der eingeregnet ist Wa. 4. Spiel; Schap un Wulf ein Seemannsspiel an Bord: 12 kleine Prickens waren die Schafe, 2 große der Wolf; man mußte den Stall voll Schafe stecken, de Wulf künn se slahn un so Ro; Schœping, Schœping, kummt nah Hus heißt vielfach das Schaf-und-Wolf-Spiel auf dem Lande; Schap ein Schiebespiel Horn Selmsd. 1, 591. 5. bildl. und Übertragungen: den Förster sin Schap Rehe RoRostock@RibnitzRibn; Schap Zirruswolken Wo. Sa., Zs. Himmelsschap; Petrus sin Schap kamen all wedder rut die Sterne Wa; de Schap kamen die weißen Schaumköpfe auf der Müritz Wa; dor lopen de witten Schap dass. RoRostock@RibnitzRibn; Wo. Seem. 2, 172; wenn bei flimmernder Luft der Schiffer das Land nicht deutlich ausmachen kann: nu hött de Düwel sin Schap up Land Sa.; wenn der Aufhocker Garben liegen läßt: dor gahn Schap verloren SchwSchwerin@LankowLank; Schœpken Weidenkätzchen Schill. Nachl.; s. auch II 1. 6. Zss.: Aust-, Bah-, Bäh-, Barr-, Bit-, Buten-, Dut-, Gell-, Goldsweit-, Hei-, Himmels-, Land-, Mudder-, Papen-, Sei-, Sett-, Slacht-, Smer-, Snidel-, Sög'-, Sülwersweit-, Tit-, Tuchtschap; PN. velscap; FN.: Schaapsbreid', bi de Schaapsbrügg', Schaapskawen, -kul, -schinken, -warder, -wasch; Schapdamm, lütt Schapdannen, Schapdrift, -kil, -knecht, -kul, -küürnacker, -weid', -waschenblock, -waschengraben. — Mnd. schâp. — Br. Wb. 4, 605; Dä. 397b; Da. 183b; Kü. 3, 42; Me. 4, 275.
37045 Zeichen · 466 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schapN., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +16 Parallelbelege

    schap , N., M. nhd. Schrank, Spind, Wandschrank, Schrein, kleines Gefäß (Bedeutung örtlich beschränkt), Schiff (Bedeutun…

  2. modern
    Dialekt
    Schapf.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schap [šap Fa. u. s.] f. Chormantel. — frz. chape.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schap

619 Bildungen · 431 Erstglied · 183 Zweitglied · 5 Ableitungen

schap‑ als Erstglied (30 von 431)

Schapägel

MeckWB

Schapägel m. Leberegel des Schafes Ha Boiz .

Schapäng

RhWB

Schapäng šapę·ŋ. , Pl. -·ŋ.ə ein nrip., nfrk Wort (frz. sapin »Tanne«?, chape »Spitzkappe«) aus Köln-Stdt , Dür-Geich , Jül , Aach , Erk-K…

Schapänghäupt

RhWB

Schapäng-häupt šypęŋəhø·y.t Eup-Stdt n.: verächtl. kegelförmiger Kopf u. Träger eines solchen.

Schapängkopf

RhWB

schapaeng·kopf

Schapäng-kopf šapę·ŋ.- Köln-Nippes-Stdt; šapę·ŋ.əkǫp MülhRh-BGladb ; -·ŋ.kpkə Duisb m. (n.): verächtl. dass.

SCHÂPÆRE

BMZ

schap·aere

SCHÂPÆRE , SCHÆPER stm. schafsfliess. ahd. scapâri, scappâri Graff 6,411. fundgr. 1,388. Schmeller 3,376. vellus schapar, schapere, schæper,…

Schapafblitzcr

MeckWB

Schapafblitzcr m. Spottname des Schäfers Wi Witz ; vgl. afblitzen 2 (Bd. 1, 93).

Schapafdrift

MeckWB

Schapafdrift f. Triftgerechtigkeit für Schafherden des Gutes über Bauernland: 'erlaßen wird ... die Schaafabtrift' (1801) Horn Selmsd. 2, 71…

Schapanieräpfel

ElsWB

Schapanieräpfel [‘Sopənìèrèpfl Rädersd. ] m. Apfelart, Champagnerapfel.

Schapanjer

ElsWB

Schapanjer [ʿSàpànjər Z. ] m. Champagnerwein.

Schapbedde

WWB

schap·bedde

Schap-bedde n. [verstr.] schrankartiges Wandbett in alten Bauernhäusern.

Schapbekken

WWB

schap·bekken

Schap-bekken n. [ Ahs Stf Kos Mün Lhs] hölzernes, oben offenes Gefäß, meist rund und mit zwei Henkeln. — Verwendungszweck: Waschen der Wäsch…

Schpbikbiᵉren

WWB

Schap-bik-biᵉren Pl. Schopboiweln Trunkelbeere (Vaccinium uliginosum) ( Hal Bh).

Schapbiters

MeckWB

Schapbiters Neckname der Bollhäger Ro Dänd ; der Schäfer Wo. Sa.

Schapblas'

MeckWB

schap·blas

Schapblas' f. Schafkrankheit wie Drœhn- oder Dummblas', Flüssigkeitsblase, Finne im Gehirn Wo. Sa.

Schapblaum

MeckWB

schap·blaum

Schapblaum f. Schafgarbe?: Schapblom dor würd' Tee von kaakt Ro Warn .

Schapbucht

MeckWB

schap·bucht

Schapbucht f. Schafbucht; meistens in einer Ecke vom Kuhstall des Bauern allgem.

Schapbuck

MeckWB

schap·buck

Schapbuck m. Schafbock allgem.; mit Gen. -s noch bei Chytr.: aries 'ein Weder, Schapsbock' 359; der Säukerbuck bekommt Bucklappen oder -schö…

Schapbuckeltit

MeckWB

Schapbuckeltit f. Zeit, wo die Schafe nach dem Bock verlangen Ro Ribn .

Schpbuk

WWB

schap·buk

Schap-buk m. [verstr.] 1. Schafbock, Widder. — 2. Hammel ( Rek Er).

Schpbukkeskrūd

WWB

Schap-bukkes-krūd n. a) Feigwurz, Scharbockskraut (Ficaria verna). — b) Pfennigsblume (Lunaria annua) ( Det Is).

Schpbūr

WWB

schap·bur

Schap-būr m. Bauer mit Schafherde, bäuerlicher Schafhalter (hatte meist einen großen Hof mit Schafstall) ( WmWb ).

Schapdanz

MeckWB

schap·danz

Schapdanz m. 'Schaftanz', Tanzlustbarkeit der Schäfer: 'ein Prediger late ... den Scheperen eren Schapedantz' Gry. Lb. 1, F 2 b .

Schapdreisch

MeckWB

schap·dreisch

Schapdreisch -ee- m. zur Schafweide genutzter Dreesch; bildl.: von 'n Schapdreesch äten ohne Tischtuch Wi.

Schpdrē¹sk

WWB

Schap-drē¹sk m. [WMünsterl Mün Bek] Schafweide. ⟨ ›Schap(s)‹- ⟩

schap als Zweitglied (30 von 183)

werkæreschap

KöblerMnd

*werkæreschap , F. nhd. „Werkerschaft“, Zunft Vw.: s. sīden- E.: s. werken (1), werk, schap (3)

achterschap

MNWB

achter·schap

* achterschap , n. , armarium posterius, der hinterste Behälter. im a. tõ sitten kōmen in der Hoffnung betrogen werden.

Auschap

MeckWBN

Wossidia Auschap n. zweijähriges noch nicht besprungenes weibliches Schaf Gü Güstrow@Rothspalk Rothsp . Syn. Titschap.

bêrschap

MNWB

ber·schap

bêrschap (-pp-) , n. , Verschlag zum Aufbewahren des Bieres ( * auch s. v. w. schenkschîve?) .

beswornschap

KöblerMnd

beswornschap , F. Vw.: s. beswōrenschop*

brēveschap

KöblerMnd

brēveschap , N. nhd. Urkundenschrank E.: s. brēf, schap L.: MndHwb 1, 348 (brêveschap)

brōtschap

KöblerMnd

brōt·schap

brōtschap , N. nhd. Brotschrank Hw.: vgl. mhd. brōtsac E.: s. brōt (1), schap L.: MndHwb 1, 355 (brôtschap), Lü 67b (brôtschap)

brūtwertschap

KöblerMnd

brūt·wertschap

brūtwertschap , F. nhd. Hochzeitsfeier, Hochzeitsmahl E.: s. brūt, wertschap L.: MndHwb 1, 362 (brûtwerschop), Lü 68b (brûtwerschop)

börgeschap

KöblerMnd

börgeschap , F. Vw.: s. börgeschop (1)

bēdeschap

KöblerMnd

bēde·schap

bēdeschap , N. nhd. kleiner Privataltar, Schrein mit Heiligenbild E.: s. bēde (5), schap (1) L.: MndHwb 1, 163 (bēdeschap)

bērschap

KöblerMnd

bēr·schap

bērschap , N. nhd. Bierverschlag, Verschlag zur Bieraufbewahrung E.: s. bēr (1), schap (1) L.: MndHwb 1, 227 (bêrschap)

bōdeschap

KöblerMnd

bōdeschap , F. Vw.: s. bōdeschop (1)

bōkschap

KöblerMnd

bōk·schap

bōkschap , N. nhd. Bücherschrank E.: s. bōk (2), schap (1) L.: MndHwb 1, 310 (bôkschap)

bōlschap

KöblerMnd

bōl·schap

bōlschap , F. Vw.: s. bōleschop L.: Lü 60b (bôlschap)

cirkelbrö̂derschap

MNWB

° cirkelbrö̂derschap , f. , Gesellschaft der Lübecker Zirkelbrüder.

Dannenschap

MeckWBN

dannen·schap

Wossidia Dannenschap n. Kiefernzapfen Gü Güstrow@Lalendorf L etschow. Syn.: Schap, Dann-, Keinappel, Dannenbull.

Dörpschap

MeckWBN

dorp·schap

Wossidia Dörpschap n. Dorfschaf; Pl. Schafe der Tagelöhner innerhalb der Gutsherde Sta Stargard@Warlin Warl .

Ableitungen von schap (5 von 5)

beschapen

MeckWB

beschapen Adj. beschaffen Babst Kön. 7; Mi 7 b ; Reut. 3, 186; Hey. Punsch. 117. Dä. 34 b .

entschap

KöblerMnd

entschap , F. Vw.: s. endeschop* L.: Lü 99a (entschap)

geschāpen

MNWB

geschāpen , part. prt. adj. , beschaffen, s. schāpen, scheppen.

schāpe

MNWB

~schāpe, m. , kesselartiges Schöpfgerät mit einem Stiel. —

unschapen

KöblerMnd

unschapen , Adj. Vw.: s. unschāpen

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schap". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schap/meckwb?formid=S01010
MLA
Cotta, Marcel. „schap". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schap/meckwb?formid=S01010. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schap". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schap/meckwb?formid=S01010.
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