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pfand

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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Pfand

Bd. 3, Sp. 1245
Pfand 1. Auf ein fressend Pfand muss man nicht leihen. 2. Das erste Pfand das beste. Insofern der zweite Gläubiger erst etwas erhalten kann, wenn der erste befriedigt ist. Holl.: De eerste zijn de beste panden, niets toch gaat voor de eerste trouw. (Harrebomée, II, 170a.) 3. Däs ist 's best Pfand, däs sein Herra rettet. – Michel, 257; Nefflen, 453. Auch in dem Sinne: in der Noth muss man auch das Unentbehrlichste oder das, was eben einen Liebhaber findet, verkaufen können. 4. Dat pant enis nicht gud, dar cyn man dat lyff to pande laten mod. – Haupt, Zeitschrift, V. 5. Ein gut Pfand ist die beste Bürgschaft. Frz.: Mieulx vault gaige en arche que pleige en place. (Leroux, II, 263.) 6. Ein gut Pfand ist so viel werth als der Mann, der's gibt. It.: Vi e genti da non fidarse col pegno in mano. Port.: Do bom penhor es de mão, nenhun penhor nem fiador. (Bohn I, 275.) 7. Ein gut Pfand löst seinen Herrn. »Bedencke das sprichwort, dass obmaln ein gutes Pfand seinen Herrn löset.« (Ayrer, V, 3170, 26.) Engl.: A fair pawn never ashamed his master. (Bohn II, 123.) 8. Ein Pfand, das frisst, bös zu nehmen ist. Frz.: De gage qui mange nul ne s'en arrange. (Leroux, II, 97.) It.: Pegno che mangia, nessuno lo pigli. (Pazzaglia, 273, 2.) 9. Ein Pfand, das man nicht brauchen thar, wolt ich nicht haben vmb ein Haar. – Petri, III, 5. Lat.: Laus sordet uadij, domino quo non licet uti. (Loci comm., 96.) 10. Ein heidnisch Pfand ist besser als ein christliches Versprechen. n.: Bedre tror jeg dit hedene pant end din christelige tro. (Prov. dan., 556.) Frz.: Foi de gentilhomme, un autre gage vaut mieux. (Bohn I, 18.) Holl.: Een pand op hand grijpt stand. (Harrebomée, II, 170b.) Schwed.: Bättre hedna pant än christna tro. (Grubb, 68.) 11. Es ist ein böss (schlimmes) Pfand, das seinen Herrn zwinget. – Lehmann, II, 141, 135; Petri, II, 259; Körte, 4719. Frz.: Celui a bon gage du chat, qui en tient la peau. (Körte, 4719.) Holl.: Het is een slecht pand, dat zijnen meester begeeft. (Harrebomée, II, 170.) – Tis een quaet pant, dat sinen here beswijct. Lat.: Laus sordet vadii, domino quo non licet uti. (Fallersleben, 670; Sutor, 657.) 12. Es ist ein gut pfand, dass seinn herrn lösst. – Franck, I, 159b; Lehmann, II, 141, 143; Körte, 4718; Simrock, 7783; Graf, 237, 95; Braun, I, 3231. Ein bedrängter Schuldner konnte sich in Geldverlegenheit, um sich vor Personalhaft zu schützen, durch Ueberlassung anderer Sachen freimachen, wenn er seine beste Habe gibt; diese löst ihren Herrn. 13. Hat man kein Pfand, so muss man selber Pfand sein. – Graf, 237, 96. In älterer Zeit war dies buchstäblich der Fall. Wenn nämlich das Vermögen des Schuldners zur Befriedigung des Gläubigers nicht zureichte, wurde er selbst durch richterlichen Spruch dem Gläubiger zu Hand und Halfter überliefert, um seine Schuld abzuverdienen. Dort wurde er gehalten wie ein Dienstbote; der Gläubiger konnte ihn aber auch stocken und blocken, durfte ihn aber weder kalt noch warm halten, musste ihm namentlich täglich Brot und drei Kannen Wasser geben, nach Gefangenenrecht, durfte ihn aber in keiner Weise peinigen, aber Handschellen und Fesseln durfte er ihm anlegen; denn »eine bequeme Fessel schadet niemand an seinem Leibe«. (Vgl. Daniels, 358, 41.) Manchmal wurde die Schuldhaft durch den Scharfrichter vollzogen. Mhd.: Hefft he neyn pand so schal he selven dat pand syn. (Grimm, III, 264.) 14. Kleines Pfand, grosser Gewinn. Frz.: De petit gage gros gaynage. (Leroux, II, 97.) 15. Lebendiges Pfand zehrt mit dem, der es mahnt. – Graf, 480, 686. Im ältern Verfahren lag der Verkauf der Pfandgegenstände dem ob, auf dessen Antrag die Pfändung erfolgt war; sie vertrat die Bezahlung, weshalb ihn auch Nutzen und Last des Gegenstandes traf. Auf Rügen: De lewendige Pande teret mit dem, da se mahnet. (Normann, 94, 74.) It.: Pegno che mangia niuno lo pigli. (Bohn I, 119.) Port.: Penhor que come, ninguem o tome. (Bohn I, 291.) Span.: Prenda que come, ninguno la tome. (Bohn I, 242.) 16. Man leiht auf kein Pfand mehr als es werth ist. – Altmann VI, 495. 17. Mehr (viel) Pfand, mehr (viel) Geld. »Also geht es zu in der Welt, hast du mehr Pfand, habe ich mehr Geld.« (Ayrer, IV, 2228, 24.) 18. Ohne Pfand borgt niemand im Land. It.: Certo ch' hà poco ingegno colui ch'impresta senza pegno. (Pazzaglia, 273, 1.) 19. Ohne Pfand ist bös borgen (leihen). 20. Ohne Pfand kann man schwerlich etwas borgen. – Lehmann, II, 490, 19. Schwed.: Punt bär penningar hem. (Grubb, 663.) 21. Pfand gibt oft Land. – Eisenhart, 319; Hertius, II, 3, 431; Petri, II, 504; Eiselein, 507; Simrock, 7782; Sailer, 255; Körte, 4717; Graf, 115, 280. Land konnte im altdeutschen Recht fast nur im Erbgange erworben werden. (S. Eigen 7.) Wenn liegende Güter aber verpfändet waren, so konnte sie der Gläubiger für seine Ansprüche erwerben. ( S. Pfandschaft.) n.: Pant giver aarsag til trætte. (Prov. dan., 450.) 22. Pfand ist besser als Land. Holl.: Pand is zekerder dan land. ( Harrebomée, II, 170b.) 23. Pfand macht freie Hand. Wer Mittel besitzt, hat den Boden freier Wirksamkeit. It.: Pegno in casa val meglio che credito in piazza. (Pazzaglia, 273, 3.) 24. Pfand steht sich nicht selber los. – Grimm, Weisth., III, 272; Graf, 115, 285. Das Pfandverhältniss erlosch durch die lange Dauer desselben nicht; wie lange auch die Einlösung des Pfandguts verschoben wurde, der Pfandinhaber konnte nicht Eigenthümer desselben werden.
5462 Zeichen · 164 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfand

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Pfand , des -es, plur. die Pfänder. 1) In der weitesten Bedeutung, eine jede Person oder Sache, welche man dem ander…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfand

    Goethe-Wörterbuch

    Pfand vereinzelt -dt 1 rechtssprachl: Sicherheitsleistung, Gewähr für eigene od fremde Verpflichtung a Garant, eingesetz…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfand

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Pfand , im Rechtswesen Sache und deren Zubehör, auf welche der Gläubiger ein dingliches Recht erhält; das Pf.-recht an e…

  4. modern
    Dialekt
    Pfand

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Pfand Band 2, Spalte 2,463f.

  5. Sprichwörter
    Pfand

    Wander (Sprichwörter)

    Pfand 1. Auf ein fressend Pfand muss man nicht leihen. 2. Das erste Pfand das beste. Insofern der zweite Gläubiger erst …

  6. Spezial
    Pfand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfand n. (-[e]s, Pfänder/Pfande) 1 (Sicherheit für eine Forderung) pënch (- n c ) m. 2 ‹fig› segurté (-s) f. , cauziun (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfand

390 Bildungen · 312 Erstglied · 77 Zweitglied · 1 Ableitungen

pfand‑ als Erstglied (30 von 312)

Pfand(s)wërt

Idiotikon

Pfand(s)wërt Band 16, Spalte 1324 Pfand(s)wërt 16,1324

Pfandbote

SHW

Pfand-bote Band 1, Spalte 769-770

Pfandhaus

SHW

Pfand-haus Band 1, Spalte 769-770

Pfandspiel

SHW

Pfand-spiel Band 1, Spalte 769-770

Pfanduhr

SHW

Pfand-uhr Band 1, Spalte 769-770

Pfandamt

DRW

pfand·amt

Pfandamt, Pfändamt, n. I Amt des Pfänders (II) vgl. Pfänderamt was den burgern gefellet von dem pfendtambt, das wird den schultheißen halbs …

Pfandanlehen

DRW

pfand·anlehen

Pfandanlehen, n. durch ein Pfand (I) gesichertes Darlehen was ... jaͤhrlich von der hauptsumma des pfand-anlehens ... abgezogen werden solte…

Pfandartikel

DRW

pfand·artikel

Pfandartikel, m. Abschnitt einer Rechtsordnung mit pfandrechtlichem Inhalt wie hievor im pfant-articl ... geschriben steet Mitte 16. Jh. Tir…

Pfandaufheber

DRW

pfand·aufheber

Pfandaufheber, m. pfändender Gläubiger das es nit zů deß gepfendten waal ... stan sölle, dem pfandufheber dise oder jene pfender darzeschlac…

Pfandausgeber

DRW

pfand·ausgeber

Pfandausgeber, m. Schuldner, der gepfändet wird welcher sich aber der schatzung beschwärdt, soll der pfandausgeber in seinem costen dasselbi…

pfandauslösen

DWB

pfand·ausloesen

pfandauslösen , n. , s. DWB pfand I, 3, e: dann da könne kein königsspiel, oder des pfandauszlösens ... gespielet werden, so müste er herhal…

Pfandaustragen

DRW

pfand·austragen

Pfandaustragen, n. Wegnahme eines Gegenstandes als Pfand, Pfändung (I) vgl. austragen (I 3) [Übschr.:] der knechten lon vom pfandußtragen un…

Pfandaustragung

DRW

pfand·austragung

Pfandaustragung, f. wie Pfandaustragen [Übschr.:] von pfandtnehmung und pfandtaustragung 1652 Gebhardt,Fürth 108

pfandbar

DWB

pfand·bar

pfandbar , adj. 1 1) activ, ein pfand zu geben fähig oder schuldig: und sol ain gast ain ingesesznen vogtman zu tröster gen ( geben ), der p…

Pfandbare

DRW

pfand·bare

Pfandbare, m. Person, die eine Sicherheit leisten kann daß die pfandbahren, wann vorhero dero angebotene subhypothek und pfand ... bis auf d…

pfandbarlich

DRW

pfandbar·lich

pfandbarlich, adj. wie pfandbar (I 4) diwil nu die rechte sagen das nymants vor dem rechte solle pfantbarlich erschinen vnd auch mit zwen ru…

Pfandbatzeⁿ

Idiotikon

Pfandbatzeⁿ Band 4, Spalte 1972 Pfandbatzeⁿ 4,1972

Pfandbehalter

DRW

pfand·behalter

Pfandbehalter, m. Verwahrer eines Pfandes (I) bis zur Verwertung bdv.: Pfandträger (I) vgl. Pfand (I 3 d) weͣre aber, das die vͥnsren, so li…

pfandbesitz

DWB

pfand·besitz

pfandbesitz , m. : das zum pfandbesitz übergebene pfand. Meibom pfandrecht 37 ; davon der pfandbesitzer, was pfandinhaber.

Pfandbeutung

DRW

Pfandbeutung, f. Erstattung von Herbergskosten? vgl. Pfandlöse wen die [einer der Verbündeten] in unser eyns land alz komit, so sal die herr…

Pfandbote

DRW

pfand·bote

Pfandbote, m. mit einer Pfändung beauftragter Gerichtsdiener niemannts soll ... iemants pfennden ... vs eignem gwalt, es sye dann im zuuor m…

pfandbrief

DWB

pfand·brief

pfandbrief , m. , mhd. pfantbrief, urkunde über ein dem gläubiger zur sicherung seiner schuldforderung angewiesenes unbewegliches gut, pfand…

Pfandbrieffertigung

DRW

pfandbrief·fertigung

Pfandbrieffertigung, f. formgerechte Ausstellung eines Pfandbriefes (I) [Übschr.:] pfandbrieffertigung 1572 Fellner-Kretschmayr II 364 Faksi…

Pfandbruch

Meyers

pfand·bruch

Pfandbruch , Verletzung der Rechte des Pfandschuldners; vgl. Pfandrecht und Pfandverschleppung.

pfand als Zweitglied (30 von 77)

Afterpfand

DRW

after·pfand

Afterpfand weiterverpfändetes Pfand (I) 1811 ÖstABGB. § 454 Faksimile F.T.C. Crome, Grundzüge des Römischen Privatrechts (Bonn 1920) 108

Aufpfand

DRW

auf·pfand

Aufpfand übermäßiges Pfand (I) wahr vnd raublichen vffpfandt, die besser send gewesen, den das gelt 17. Jh. Biberach/FreibDiözArch. 19 (1887…

Beidepfand

RhWB

beide·pfand

Beide-pfand betspaŋ MGladb-Hockst n.: gemeinsame Zufuhrstelle zu einem Acker.

Blueme(n)pfand

Idiotikon

Blueme(n)pfand Band 5, Spalte 1144 Blueme(n)pfand 5,1144

Bruchpfand

RhWB

bruch·pfand

Bruch-pfand -pandər Mörs-Baerl Pl.: Anteile aus dem früheren Gemeinbesitz des Busches u. Bruches.

Büschpfand

RhWB

buesch·pfand

Büsch-pfand -pant, Pl. -dər Mörs-Baerl n.: Streifen Landes, der durch Rodung eines Teiles des Busches entstanden ist u. dann als Feld benutz…

Dreipfand

RhWB

drei·pfand

Drei-pfand -pę·ŋ.kχəsmøts mErft f.: Haube aus drei Tuchlappen bestehend (veralt.).

ehepfand

DWB

ehe·pfand

ehepfand , n. pignus amoris conjugalis. kinder heiszen ehepfänder. s. pfandschilling in der vorhin sp. 45 angezognen stelle Fischarts ; ist …

Eßpfand

BWB

Eßpfand Band 2, Spalte 2,464

faustpfand

DWB

faust·pfand

faustpfand , n. bewegliche sache, welche einem gläubiger von seinem schuldner zur sicherheit seiner forderung als pfand in die hand übergebe…

Federpfand

RhWB

feder·pfand

Feder-pfand -pant Zell-Sohren n.: im Kinderspr.: Igel, Katze, Löwe, Maus oder F. heraus.

Fraischpfand

Campe

Fraischpfand , des — es, Mz. die — pfänder , O. D. ein Pfand, welches das Fraißgericht als ein Zeichen des begangenen Verbrechens entweder v…

Friedenspfand

GWB

frieden·s·pfand

Friedenspfand [ Arsir üb Solamir: ] der verwegne Muselmann verlangte, | Zum F-e [ en nous offrant la paix ], meiner Tochter Hand GWB 9,369 T…

fürpfand

DWB

fuer·pfand

fürpfand , n. ein für ein anlehen voraus gegebenes pfand, ein unterpfand, eine hypothek. und darüber ze besser gewisheit haben wir jm ze fur…

Fürpfand

BWB

Fürpfand Band 2, Spalte 2,464

gegenpfand

DWB

gegen·pfand

gegenpfand , n. contregage Rädlein 334 a , Campe : und dasz nach dem verlust, ohn alles gegenpfand, von seiner hofnung traum mein geist noch…

geiselpfand

DWB

geisel·pfand

geiselpfand , n. geisel als pfand ( vgl. sp. 2611): die witwen und weisen, die ihr verderbt, werden genug rach über euch schreien, alsdann n…

glaubenspfand

DWB

glauben·s·pfand

glaubenspfand , n. , zu glaube I A 1 u. 2: knüpft zum glaubenspfande mit des friedens bande hertz und sinnen an Opitz opera (1690) 3, 141 ; …

glückspfand

DWB

glucks·pfand

glückspfand , n. , unterpfand des glückes: dasz gott sein theures haupt, sein glücks- und segenspfand bisher erhalten hat Gottsched ged. (17…

götterpfand

DWB

goetter·pfand

götterpfand , n. , von den göttern gegebenes, göttliches unterpfand, in persönlicher und sachlicher beziehung: seh ich doch das gantze land …

Ableitungen von pfand (1 von 1)

Verpfandung

GWB

Verpfandung [bisher nicht publizierter Wortartikel]