Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
NAME swm. swn. swm.
1. der name. diu tier wilde unde zam, ob iegelîchem sîn nam Erec 8912. sîn name treit noch der êren krône Iw. 9. sîn name lebt iemer das. 9. wie ist des name das. 220. dô im mîn name wart erkant das. 277. mîns rehten namen wil ich mich iemer schamen das. 204. sage mir sînen namen das. 85. 271. 273. dô begund' er suoʒe dœnen, daʒ maneger dâ stuont unde saʒ, der sîn selbes namen vergaʒ Trist. 3590. den îlte man dô toufen und gab im den namen Gunther Nib. Z. 108,61. ir mugt wol sîn geheiʒen bî namen Amelrîch das. 237,71. sunderlich und bî namen hieʒ der eine Lodwig Ludw. 72,11. vergl. benamen. ir nam ist kunt, si selbe ist aber wilde Walth. 81,34. sîn name, derst vor gote erkant das. 16,7. wîp, dêst ein name, der si alle krœnet das. 49,11. vgl. das. 82,35 und 48,38. tuo daʒ dînem namen ze lobe das. 3, 17. wîbes name und wîbes lîp die sint beide vil gehiure das. 49,5. genâde und ungenâde, dise zwêne namen hât mîn frowe beide das. 63,36. wirt unde heim sint zwêne unschamelîche namen das. 31,25. sô enwære ir name und ir geschiht sô manegem edeln herzen niht ze sælden noch ze liebe komen Trist. 215. ich wil iu sagen mit namen di stete, die er gewan Ludw. kreuzf. 157. des namen Lodewig ist er gewest der virde Ludw. 1,12. diu selb Lindmag nimt ir den namen A, nimmt ihn für sich, zürch. jahrb. 42,7. dâ nimt der fluʒ sînen namen das. 45, 34. und gewan er den namen dar nâch das. 56,38. man siht sich vil der liute schamen ir êren unde ir besten namen, der schneider will nicht schneider heissen etc. Vrid. 53,11. swenne hirten (sich schamen) ir amtes namen, des si dâ lebent, dâbî kieset tôren MS. 2,247. a. eʒ ist lützel namen âne schande, wan herren unde vrouwen name Vrid. 53,13.
2. stand, begriff, würde, wesen, beschaffenheit. der lîp, dem nieman rehte tuot, der kumt von sînem namen der von, unde wirt der man ein halber man, und doch mit ganzem lîbe Trist. 5707. der ritters namen ie gewan Iw. 62. das. 117. dâ Sîfrit ritters namen gewan Nib. Lm. 32, 4. der bî unsern zîten ritters namen ie gewan Alph. 140,2. hât dirre man ritters namen Erec 5474. swer dâ hête ritters namen, die sunderte man dan Rother M. 1331. hât er iuch mêre in ritters namen Iw. 123. der küneges name ist iu benomen Walth. 11,31. der künec behielte küneges namen das. 106,31. daʒ ich mich ritterlîches namen niht dorfte schamen Trist. 4407. unde schuof er ir gemach alsô, als eʒ ir namen wol gezam das. 1653. sô muoʒ ich iemer unwert und swaches namen sîn das. 1481. ir enmohtet ûf der erden von wîbe nimmer werden sô hôhes namen als von ir das. 1617. waʒ ob si'ʒ lîhte tuot durch iuwern namen den hôhen und iuwer michel guot Nib. Z. 175,42. des namen ir vil wol gelîch, von ihrem stande, Gregor. 729. ir magetuomlîcher name Barl. 65,33. ich bin der ermiste man, der mannes namen ie gewan g. Gerh. 3834. nieman Dieterîch torste bestân, der recken namen hatte Roth. 1897. auffallend, und kaum zu entschuldigen, ist die lesart in Nib. Lm. 1507,4 iuwer starkeʒ ellen wæn im den namen habe benomen, wo alle andern hss. daʒ leben haben.
3. person, häufig umschreibend gebraucht, wie lîp, mit dem unterschied, dass lîp die person als individuum, name dieselbe als eine bestimmte stellung einnehmend, eine bestimmte eigenschaft tragend bezeichnet. daʒ er bekêrte desselben landes herren namen, den landesherrn, den edeln herren lobesamen Barl. 187,23. dîn küneclîcher name, du der du könig bist, das. 189,33. daʒ gezæme iuwerm namen wol Iw. 15. swie hôch an guote wirt dîn name, dir volget sîn niht Winsb. 3,9. vil sælec müeʒe sîn dîn name MS. 2,24. b. vergl. die erste strophe des liedes. sîn vil armer name leseb. 762,10. aller mennisken name muoʒ chnievallen dare Wernh. Maria, fundgr. 2,156,36. darumb niht schilt, und lâʒ sîn walten gotes nam Suchenw. 44,93, vgl. Wackernagel in der zeitschr. 6,299. ô du grûwelîcher vrowen name (so wird eine heilige in der legende angeredet) myst. 68,26. besonders werden so gebraucht mannes name und wîbes name, zumal in mitteldeutschen quellen; mit letzterem wird zuweilen das adj. oder der artikel im fem. oder neutr. (stets im Pass. und im leben der väter) verbunden. Amazones heiʒent die wîp, unde zierent ir lîp nâch der mannes namen site Herb. 14326. mannes name muoʒ blîben mit mannen das. 14359. von wîben manec mannesname an dem tage tôt lac das. 14622. iʒ ist ein grôʒ dinc mannis name Athis D. 28, vgl. die anm. werden si überziuget, eʒ sî mannesname oder wîbesname mühlh. stadtr. 31,15. iʒ sî mannisname adir wîbisname das. 51, 19 u. so häufig. ein iegelîch mansnam Pass. 11,94. wand eʒ niht was ein mannesnam Pass. K. 307,40. tôt dâ ligen blibbin di mannesnamen allentsam Jerosch. Pf. 151. d. mansnamen die XIV jâr alt sind Gr. W. 1,202. dem man ist undertân daʒ wîp. nu seht, waʒ krefte mac si hân, diu mannes namen ist undertân Barl. 258,4. dô funden si niht wan wîbes namen Herb. 1576. daʒ mir durch eines wîbes namen mannes herze ist entgân das. 11178. waʒ sol ich arme (fem.) wîbes name das. 14080. wîbesnamen bliben mit wîben das. 14361. Pentesilea und ander manic wîbesname das. 14853. durch eines wîbes namen das. 15423. sich, sprach er (Christus am kreuz zu Maria), wîbsnam, er sî dîn sun Pass. 73,90. ich armes (nom. neutr) wîbsnam das. 76,20. unde si strâfte daʒ wîbes nam das. 377,3. er hete ein reine (unflect.) wîbesnam Marleg. 20, 58. vgl. Leys. pred. 41,38. 99,40. iʒ wart nie keine wîbis namen, di als vil übele getête das. 101,15. diu wîbesnam (acc. plur.) leben der väter, Lpzger hs. 18. mit allerhande wîbesnam wolde er unbekumbert sîn Pass. K. 11,4. daʒ blinde wîbesnam das. 62, 48. von manigerhande wîbesnam das. 65,87. er wolde in zucken zu den wîbesnamen das. 245,29. waʒ mohte dir ein arm kranc wîbis name Ludw. 68,1. von zwên wîbis namen, di eine was blint, di andre lam das. 87,21. vgl. stat. d. d. ord. wrtbch. s. v. si hête alsô verstellet sich, daʒ nieman vür ein wîbesnam si grûʒte Roths denkmäler 51. a. ein junges wîbes name Diut. 1,358. — dann auch auf sachen übertragen. dar ûfe was des fiwers name (das feuer) holz hieʒ lign alôê Parz. 230,10. hôchswebendes vluʒʒes nam (= vluʒ) Frl. KL. 1,8,2. vgl. als diu sunn, diu hiute schein und ouch der name, der heiʒet tac Parz. 173,3. — besonders werden die drei personen der gottheit durch name bezeichnet (vgl. benemde, genende). got müeʒ eʒ ze rehte scheiden durch die sîne namen drî Walth. 16,32. dur dîner namen êre lâ dich erbarmen, Krist, das. 78,18. mit anspielung hierauf: eʒ gienc... der künec Philippes schône. dâ gienc eins keisers bruoder und eins keisers kint in éiner wât, swie doch die namen drîge sint das. 19,9. der vater und der sun und der heilige geist, die drî namen Leys. pred. 89,10. 15. wir gelouben, daʒ di namen drî ein wâriu gotheit sî Diemer 330,1. nu râtet mir durch die namen drî Amis, im leseb. 555,18. di namen drî Karl 112. a und vgl. die anm.
4. besondere anwendungen des wortes. die hailgen tâten gar vil zeichen in dem nam Christi zürch. jahrb. 48,20. in ir namen, für sie, um ihretwillen, MS. 1, 32. b. 34. a. ê er den tôt in mîneme namen kür, um meinetwillen, Iw. 267. in dem namen, ea mente, Amis 1470, vgl. Gr. 3,145. wir hân versprochen die münze von Solotern und von Zovingen und mit namen, ganz besonders (ursprünglich gebraucht, indem namen speciell hervorgehoben wurden? doch vergl. benamen). alle die münze, die ûf zürcher gebreche geslagen werden zürch. richtebr. 46. eineʒ daʒ beschach mit namen, daʒ man... Ls. 3,403,147. vgl. Scherz 1109 fg. — und wil dar zuo den namen hân, er hab' eʒ allʒ an gots stat getân Nic. Man. 387. narren, die nüt dann mit dôrheit umbgân, wellen doch niht den namen hân narrensch. vorr. 12. er beruoft darumb sô manchen man, und wil desselb kein namen hân Murner, gr. luth. narr 1741. es guckt (treibt geuchery) und locket allersamen und wellens dennoch hân kein namen Murner, geuchm. g. 4. vgl. commentar z. narrensch., zu vorr. 12. dieser gebrauch des wortes: etwas von sich aussagen u. behaupten, oder: etwas nicht an sich kommen lassen, knüpft an nro. 4 an.