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Kamm

mnd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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23 in 16 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Kamm Pl.

Bd. 4, Sp. 75
Wossidia Kamm Pl. Kämm' m. Kamm: Mi 38b 1. der Haarkamm: Nu will ick äm, Herr Brüdigam, Dat Köppken lusen äwer 'n Kamm! Bahrdt 1, 165; Klarrt 'n bäten mit 'n Kamm herœwer (über die Speckseite). Seggt, dat hett de Katt dan (im Pfingstbettelreim der Hirtenjungen) Wo. V. 4, 819; wat wist du mit 'n Kamm un hest kein Hoor überflüssige Dinge brauchst du nicht StaStargard@Alt StrelitzAStrel; ein Kind, das sich nicht kämmen lassen will, wird scherzhaft bedroht: lat di s' (die Läuse) mit 'n Kamm afracken, süs fäg' ick di s' mit 'n stümmligen Bessen af Wo. V. 3, 1311; krumme Kämme aus Horn, Blei oder Messing zum Zusammenhalten des Haares früher auch von Männern getragen, s. Hoor I 1 c; Monschr. 2, 689; Fromm Meckl. 75; Schwart Manteln üm dat Lieff, un krumme Kämm int Haar (die Träger) Babst 2, 157; un oll Bäcker Witt treckt sinen krummen, missingschen Horkamm von vör nah achter dörch dat grise Hor Reut. 3, 314; 4, 135; min beiden Großvadders hebben 'n blanken isern Kamm dragen WaWaren@LevenstorfLev. Volksglaube: einen elfenbeinernen (wittähnten) Kamm legt man gegen Behexung unter das Butterfaß LuLudwigslust@Hohen WoosHWoos; MaMalchin@GranzowGranz; wenn der weite Kamm herunterfällt, gibt es Herrenbesuch, fällt der enge, dann kommt Damenbesuch GüGüstrow@GülzowGülz; mit einem neuen Kamm kämmt man zuerst den Hund, dann bekommt man kein Kopfweh SchöSchönberg@VitenseVit; der Kamm, mit dem die Leiche gekämmt ist, muß in den Sarg gelegt oder entzwei gebrochen werden Bartsch 2, 91; Sagen von einer Frau mit einem goldenen Kamm 1, 309 f. Zss.: Dutt-, Fuss'-, Trügg'kamm. 2. Kamm als Gerät verschiedener Handwerke und Verrichtungen; auf den Kamm des Wollscherers beziehen sich die Wendungen: dat wir all' œwer eenen Kamm gleichmäßig WiWismar@KirchdorfKirchd; früher würden de Buersœhns un Knechts all' œwer eenen Kamm scheert gleichmäßig behandelt Schö; SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; dee heff 'ck eins richtig œwer 'n Kamm scheert ausgescholten Schlagsd; beim Weben ist der Kamm ein Holzrahmen mit Stäben von Rohr oder Stahl, welche die Fäden des Aufzuges (s. Uptogg) wie Kämme auseinanderhalten; ein Stellen oder Verstellen dieser Vorrichtung soll nach der Rolle der Wismarer Wollenweber als Fälschung angesehen werden: 'vortmer welk man stelt edder verstelt in deme kamme, ... dat god schal me rechten vor valsch, unde de dat deyt, de schal des amptes enberen to ewyghen tyden' (1387) UB. 21, 107; für die Hausweberei wurde der Kamm vielfach selbst hergestellt: Kämm beslagen hieß dabei den Wäwkamm mit Rieten belegen, in alter Zeit mit Rohrstückchen, daher Reitkamm PaParchim@GarwitzGarw; weitere Zss.: Fif-, Reidel-, Reitel-, Smer-, Vier-, Wäwerkamm. Der getrocknete Flachs wird mit dem Räpelkamm von den Samenkapseln befreit. In der Zimmermannsspr. ist Kamm der zapfenförmige Ausschnitt, durch den ein Balken mit einem anderen, der einen entsprechenden Einschnitt hat, verbunden wird; s. Behr. Landbauk. 230b und die Zss. Eck-, Krüz-, Middel-, Swalbenkamm. Die Hungerharke, welche die letzten Halme von den Stoppeln kämmt, heißt Johrskamm. 3. als Teil von Geräten: am Haken ist 'Kamm, auch Hahnenkamm ein Eisen mit hakenartigen Zähnen auf der Oberkante des Hakenboms, um damit den Hinnerhaken näher oder weiter entfernt zum oder vom Wagen zu bringen' Nd. Jb. 48, 37; an der Sense der Teil, der die geschnittenen Halme faßt, daher warnt der Mäher seinen Hintermann: blif trügg', süs lat ick di up 'n Kamm riden SchöSchönberg@CarlowCarl. Der Bart des Schlüssels wird Slœtelkamm genannt. Kämme am Kammrad der Windmühle Behr. Mühl. 126; 199. 4. Körperteile; der gezackte, fleischige Kopfauswuchs des Hahns: Hahnenkamm; danach im Hausstandsreim Name des Hahns: Rodekamm; übertr. auf einen Menschen mit rotem, gedunsenem Gesicht, so öft. vom Bezechten: dee hett 'n gauden Kamm; beim Schlachtvieh das fette Nackenstück, der Vorderrücken, s. Kammfett; beim Pferd der Oberteil des Halses, auf dem die Mähne wächst; im Volksreim auf das Pferd selbst übertr.: Hudel dudel Droß, Sadel mi den Voß, Sadel mi den witten Kamm Wo. V. 4, 1065, hierin zuweilen ersetzt durch die Zss.: Siden-, Widenkamm. 5. kammartige Erhöhungen in Feld und Flur, z. B. stehengebliebene Grasbüschel, wenn es von einem schlechten Mäher heißt: hei hett sonn' groten Kamm meiht GüGüstrow@GülzowGülz; ebenso von schlecht gemähtem Korn: er läßt einen utverschaamten Kamm zwischen den Schwaden stehen Gillh. Idiot. 9; 'Das Beihauen (s. bihaugen) gibt auch kürzere Stoppel, worinnen gar kein sogenannter Kam stehen bleibt' Drev. Acker 266; auch Ackerstreifen, die beim Pflügen mit dem Haken nicht umgebrochen sind: 'beim Umbrechen des Dresches mit dem haken bleiben bekanntlich Kämme oder Streifen stehen, welche zwar mit Erde überschüttet, aber nicht abgeschnitten werden' Land. Ann. 1840, S. 407; 'Pflügen des Stoppelackers in Kämme' 1846, S. 95 f. Der oberste Teil bewegter Wellen nur liter.: hoch kümmt de See heran, Ne swarte Wand mit witten Kamm, so hoch As wull s' wit ävern Mast Egg. Trems. 126. FN.: Kamm, Kammbarg. — Mnd. kam m. — Br. Wb. 2, 730; Dä. 216a; Kü. 2, 71; Me. 3, 32; Schu. 18.
4904 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kammM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    kamm , M. Vw.: s. kam

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Kamm

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Der Kamm , des -es, plur. die Kämme, ein nur noch in dem zusammen gesetzten Roßkamm übliches Wort, ein Roßtäuscher; v…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kamm

    Goethe-Wörterbuch

    Kamm 1 mit Zinken versehener, der Haarpflege od -zierde dienender Gegenstand a als Toilettenartikel u modisches Accessoi…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kamm

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kamm , bekanntes Geräth zum Ordnen, Reinigen und Festhalten der Kopfhaare, aus Horn, Elfenbein, zuweilen auch aus Holz v…

  5. modern
    Dialekt
    Kammm.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Kamm [khàm fast allg.; khàp Bo. D. Si. — Pl. khǽm u. khàmən, khém] m. 1. Kamm. — 2. Mähne des Pferdes. — lux. 208 u. ba…

  6. Sprichwörter
    Kamm

    Wander (Sprichwörter)

    Kamm 1. An Kamm und Sporen erkennt man den Hahn. Holl. : Aan kam en sporen kent men den haan. ( Harrebomée, I, 377 a . )…

  7. Spezial
    Kamm

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kamm m. (-[e]s, Kämme) 1 (Haarkamm) piete (-ti) m. 2 (grober Kamm, um die Haare zu entwirren) destlotadú (-dus) m. 3 ‹al…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kamm

602 Bildungen · 575 Erstglied · 26 Zweitglied · 1 Ableitungen

kamm‑ als Erstglied (30 von 575)

Kammfutter

SHW

Kamm-futter Band 3, Spalte 1075-1076

Kammgarn

SHW

Kamm-garn Band 3, Spalte 1075-1076

Kammgrube

SHW

Kamm-grube Band 3, Spalte 1075-1076

Kammhaare

SHW

Kamm-haare Band 3, Spalte 1075-1076

Kammmacher

SHW

Kamm-macher Band 3, Spalte 1075-1076

Kammrad

SHW

Kamm-rad Band 3, Spalte 1075-1076

Kammspeck

SHW

Kamm-speck Band 3, Spalte 1075-1076

Kammstück

SHW

Kamm-stück Band 3, Spalte 1075-1076

kammacher

DWB

kamma·cher

kammacher , m. d. i. kamm-macher ( das dritte m ist wol, wie bei den beiden folgenden, ohne schaden zu sparen, schon Frisch brachte es nicht…

Kammadler

Campe

kamm·adler

Der Kammadler , des — s , d. Mz . w. d. Ez. eine Art Adler in Südamerika (Falco harpya ). Nemnich.

Kammäg'

MeckWB

Kamm-äg' f. Kammegge, eine alte Eggenart für schweren Boden: 'im strengen Boden ... muß gewaltzet und dann durch die große Kammegge, auch du…

kammartig

DWB

kamm·artig

kammartig , einem kamm ähnlich: dieser knochen .. hat einen kammartigen breiten fortsatz. Göthe 55, 183 .

Kammback

RhWB

kamm·back

Kamm-back -bak, –bękskə Klevld m. (n.): Dose zum Aufbewahren der Haarkämme.

Kammbank

Campe

kamm·bank

† Die Kammbank , Mz. die — bänke, s. Kammbrett .

kammbaum

DWB

kamm·baum

kammbaum , m. in der schneidemühle, der mit zähnen versehene balken am wagen, wodurch der zu schneidende block der säge zugeführt wird.

kammbein

DWB

kamm·bein

kammbein , n. anatomisch, ein handknochen: das erst teil der zweien spitzen würt genant rasceta, das ander teil heiszt pecten, i. e. kambein…

kammbeiszen

DWB

kamm·beiszen

kammbeiszen , s. kamm 4, d: vermahnet ( die kinder ) nicht mit zänklen, keiben und kamppeiszen. Moscherosch christl. verm. 15 , zankend auf …

kammbeiszer

DWB

kamm·beiszer

kammbeiszer , m. zänker, kampflustiger, bissiger mensch: hälmkamm und eisenbeiszer nennt Fischart den Mars, groszm. 601 Sch., d. i. helmkamm…

Kammbinde

ElsWB

kamm·binde

Kammbind e [Khàmpæ M. ] f. flachrunder hölzerner Reif, der an seiner Öffnung mittelst eines Querholzes geschlossen werden kann und den Kühe…

kamm als Zweitglied (26 von 26)

deichkamm

DWB

deich·kamm

deichkamm , m. der rücken eines damms. s. kamm . deichkappe. kappe.

hahnenkamm

DWB

hahnen·kamm

hahnenkamm , m. 1 1) crista galli: hanenkamp, hannenkamp, hanekamp, hannekamp crista Diefenb. 158 b ; der kirchthurmknopf gleichsam der hahn…

hechelkamm

DWB

hechel·kamm

hechelkamm , m. scandix pecten Veneris, nadelkerbel. Nemnich 4, 1233 .

heidelbeerkamm

DWB

heidelbeer·kamm

heidelbeerkamm , m. kamm um die heidelbeeren von ihren sträuchern abzustreifen. öcon. lex. (1731) 991.

jungfernkamm

DWB

jungfern·kamm

jungfernkamm , m. aphanes arvensis, kleines nadelkraut, kleiner steinbrech; auch eine muschelart, arca antiquata.

kühkamm

DWB

kuh·kamm

kühkamm , m. im bergbau, grubenbeil. Veith 302 , auch kaukamm. im Chemn. bergwerkslex. kühkamm, ' ein beil mit einem starken nacken, fast wi…

läusekamm

DWB

laus·e·kamm

läusekamm , lausekamm , lauskamm , m. kamm zur beseitigung von kopfläusen.

Meerkamm

Adelung

meer·kamm

Der Meerkamm , des -es, plur. die -kämme, eine Art Meerfische, deren Kopf und Floßfedern mit gegitterten blauen Strichen versehen sind; Nova…

pelzkamm

DWB

pelz·kamm

pelzkamm , m. eiserner kamm zum kämmen und reinigen des pelzwerkes. Jacobsson 6, 321 a .

Reißkamm

Adelung

reiss·kamm

Der Reißkamm , des -es, plur. die -kämme, die gröbste Art Kämme der Tuchmacher und Wollarbeiter, die Wolle damit aus dem Groben zu bearbeite…

Riethkamm

Adelung

rieth·kamm

Der Riethkamm , des -es, plur. die -kämme, bey verschiedenen Arten der Weber, ein viereckter, hölzerner Rahmen mit parallelen Sprossen von R…

riffelkamm

DWB

riffel·kamm

riffelkamm , m. dasselbe wie die riffel ( s. oben ) ten Doornkaat-Koolman 3, 38 a .

rosskamm

DWB

ross·kamm

rosskamm , m. 1 1) der rossschopf, die pferdemähne, antiae, capronae Stieler 924 . Gesner lex. latino-germanicum 1, 98 b (1761). 2 2) der pf…

Roßkamm

DRW

roß·kamm

Roßkamm, Roßkämmer, m. I wie Roßhändler vgl. Judenroßkamm käßkäufler, grempler, roßkam, fretter auß der fretterey 1623 Fischart,Prakt.(Sch.)…

Saukamm

DRW

sau·kamm

Saukamm, m. Holz, das man einem Schwein am Hals befestigt, um zu verhindern, dass es durch Zäune bricht ob er [der fremdes Vieh einbehalten …

scheidekamm

DWB

scheide·kamm

scheidekamm , m. kammähnliches werkzeug zum aufbäumen der kette auf den weberstuhl. Adelung. Jacobsson 3, 569 a . s. scheideblatt Karmarsch-…

schwarzkamm

DWB

schwarz·kamm

schwarzkamm , m. schwarzer kamm und thier mit solchem kamm Campe, eine art morgenländischer wiedehöpfe mit schwarzem kamm, upupa manucodiata…

staubkamm

DWB

staub·kamm

staubkamm , m. kamm mit sehr eng aneinanderstehenden zähnen, um das haar von staub zu reinigen; er entspricht dem für gröbere bedürfnisse ur…

stechkamm

DWB

stech·kamm

stechkamm , m. , ein ( besonders in Frankreich ) von den nadelmachern benutzter kamm mit eisernen zähnen; mit ihm werden in die nadelbriefe …

steinkamm

DWB

stein·kamm

-kamm ; -kante ; -kessel , m. : der Wildensee und andere, die hoch in den steinkesseln des gebirges liegen Rosegger II 12, 74;

wollkamm

DWB

woll·kamm

wollkamm , m. , kamm zum auskämmen der wolle. ahd.: wolle(i)cham(p), -be ahd. gl. 3, 627, 28; 665, 12; 4, 104, 8 (11.—15. jh. ). mhd.: wolle…

Ableitungen von kamm (1 von 1)

kamme

DWB

kamme , kampe , f. ein merkwürdiges, altes wort aus dem hirtenleben, mit mancherlei nebenformen, kämme, kämpe f., kamp m., kâm f., kanfe. 1 …