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Kimme

mnd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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19 in 13 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Kimme

Bd. 2, Sp. 1573
Die Kimme, plur. die -n, ein in zwey verschiedenen aber sehr genau verwandten Bedeutungen, so wohl einer scharfen Vertiefung, als auch einer scharfen Erhöhung übliches Wort; beydes aber nur noch in einigen einzelnen Fällen. 1. Einer scharfen Vertiefung, einer Kerbe. So wird bey den Jägern die Kerbe in dem Stocke an den Steckgarnen die Kimme genannt. Bey den Weberbäumen ist es der scharfe Einschnitt in das Zahnrad des Weberbaumes, worein die Klinke fällt. In dieser Bedeutung gehöret es zunächst zu Kieme, das Fischohr, Kammer, Kumpf u. s. f. welche alle einen vertieften hohlen Raum bezeichnen. 2. Eine scharfe Erhöhung, ein scharfer Rand, und in weiterer Bedeutung ein jeder Rand, gleichfalls nur noch in einigen einzelnen Fällen. 1) Bey den Böttchern wird der scharfe über den Boden hervor ragende Rand eines Fasses, welcher auch die Zarge heißt, die Kimme und bey andern die Kimming oder Kimmung genannt. Nieders. der Kimm, Engl. Chime, Schwed. Kim. Im Nieders. heißt daher ein Böttcher, welcher allerley Gefäße mit einem einzigen Boden verfertiget, ein Kimmker, welcher von einem Küper oder Küfer und Tonnenmacher oder Faßbinder daselbst noch unterschieden wird. 2) Der äußere Rand eines Schiffes heißt in vielen Gegenden die Kimme, Kimming oder Kimmung. 3) Im Niedersächsischen wird auch der Horizont, der äußerste Gesichtskreis auf freyem Felde, der Kimm genannt. Die Sonne gehet unter den Kimm, wenn sie untergehet. Anm. In der Bedeutung der scharfen Erhöhung, des Randes, gehöret es mit Kahm, Keim, Kamm und keimen, zu dem Lat. Cima, Franz. Cime, der Gipfel eines Dinges, woraus auch unser Zinne entstanden ist. S. 3. Kamm.
1636 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kimmeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    kimme , F. nhd. Kimme, äußerster Rand, Horizont Hw.: vgl. mnl. kimme E.: vgl. mnl. kimme, F., Rand eines Fasses; s. ae. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kimme

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Kimme , plur. die -n, ein in zwey verschiedenen aber sehr genau verwandten Bedeutungen, so wohl einer scharfen Verti…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kimme

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kimme (in Österreich Grinsel ), scharfe Vertiefung oder Erhöhung, besonders dreieckiger Einschnitt im Visier der Feuerwa…

  4. modern
    Dialekt
    Kimmem.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Kimme II [khimə, Pl. –n; Demin. khiməl Bi. Bo. Rg. Lix. Schw. Fo. u. s.] m. 1. Kerbe, Einschnitt, überstehender Rand. Le…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kimme

35 Bildungen · 35 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kimme‑ als Erstglied (30 von 35)

Kimmehüᵉwel

WWB

Kimme-hüᵉwel m. Werkzeug des Küfers, Böttchers, mit dem die Nuten sauber ausgehobelt werden ( Hal Bh).

kimmeisen

DWB

kimme·isen

kimmeisen , n. bei den böttichern ein kleines beil zum einhauen der kimme 1, s. Krünitz 37, 533 . nd. götting. kimmîsen als ' stemmeisen ' ü…

Kimmeīsern

WWB

kimme·isern

Kimme-īsern n. [ Lst Mes Bri Wal Olp] 1. Stemmeisen, Meißel des Schreiners. — 2. Gerät des Holzschuhmachers zum ersten Aushöhlen ( Lst Ka ).…

Kimmeldauk

MeckWBN

Wossidia MeckWB Kimmeldauk m. auch die Hülle, mit welcher der Flachs am Wocken zusammengehalten wird Wa Waren@Groß Flotow GFlot .

kimmelen

WWB

kimm·elen

kimmelen V. 1. zanken ( Enr Holthaus ). — 2. heimlich tauschen, handeln, spielen ( Dor Schleef ). — 3. langsam essen ( Bor Rh = WmWb ). ¶ Rh…

kimmelig

RhWB

kimmelig -i- Neuw-Asb Adj.: widerlich; klore k.ə Dräss (Driss, Kot).

Kimmel II

RhWB

Kimmel II = Tümpel s. Kümmel I;

Kimmel III

RhWB

Kimmel III = derbe Brotschnitte s. bei Kimme.

Kimmel IV

RhWB

Kimmel IV -i·m.- Bo-Stdt Rheind Sg. t. m.: Auswurf, durch die Nase gezogen, Rotz.

kimmeln I

RhWB

kimmeln I schw.: ein Schwein k., den Kimmel aufsetzen, wenn es gern wühlt oder das Fressen aus dem Trog wirft, damit es sich stösst, sobald …

kimmeln II

RhWB

kimmeln II = essen, stibitzen s. bei Kimme;

kimmeln III

RhWB

kimmeln III = auswerfen s. bei Kimmel IV.

kimmeln IV

RhWB

kimmeln IV schw.: 1. a. -īm- sachte laufen lassen, bes. beim Spiel die Kugel, den Klicker; do muss nit k. Kemp-Stdt . — b. -i·m.- in wimmeln…

Kimmel V

RhWB

Kimmel V -em-, seltener -i-, Pl. -əlts Mörs , Klev , Rees m.: Klemme, Nasenzwinge, bes. den Schweinen, die zum Wühlen neigen, auf die Schnau…

kimmen II

RhWB

kimmen II = kerben, essen, s. Kimme;

Kimmeridgeschichten

Meyers

Kimmeridgeschichten (spr. kimmeridsch-), nach ihrem Vorkommen bei Kimmeridge in Dorsetshire im südlichen England 1816 von Phillipps benannte…

Kimmerien

GWB

kimme·rien

Kimmerien C-, einmal Z- mythisches, am (nördlichen) Rand der Welt in ständiger Finsternis u Nebel liegendes Land (nach Homer, Odyssee XI,14—…

Kimmērĭer

Meyers

kimmer·ier

Kimmērĭer ( Cimmērii ), Fabelvolk bei Homer, im äußersten Westen am Okeanos beim Eingang in die Unterwelt in ewiger Finsternis wohnend; dahe…

kimmerisch

GWB

kimme·risch

kimmerisch oft c-, C- B28,45,19 Meyer 31.3.17 a zum Land der Kimmerier (sd) gehörig, dieses kennzeichnend; einmal in vergl Zshg [ Phorkyas: …

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APA
Cotta, M. (2026). „kimme". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kimme/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „kimme". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kimme/adelung. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kimme". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kimme/adelung.
BibTeX
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